Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Bobby trifft Brooke und verstehen, sich nachdem das Eis gebrochen wurde, blendend. Während seines Aufenthaltes verspricht Bobby Brooke bei ihrer Gabe zu helfen soweit es sich ihm ermöglicht. Da das DR Verbot für die Kids besteht, brauchen die zwei eine alternative Möglichkeit zum Trainieren. Hoffentlich stört sich die Schulverwaltung nicht an Tropfsteinhöhlen in der Turnhalle.
Oh und Mister Grippe war auch dabei. Aus irgendeinem Grund hat Bobby Karl davon abgehalten Kaffee zu trinken.
Worte vom fernen Schnee
Bittersüße Erinnerungen
Der Duft von Tannenzweigen
Am Mistelzweig trifft sich die Wärme
Das Rascheln von Papier tönte aus der Kiste, in die sie die gesammelten Briefe ihrer Schützlinge gelegt hatte. Grußkarten, Kleinigkeiten und viele liebe Worte zwischen Papier zusammengefaltet und in verzierte Umschläge gesteckt.
Sie saß vor der Kiste und löste die Schnur von einem der Bündel und begann damit jeden Brief einzeln lange anzusehen, bevor sie mit dem vertrauten Brennen in den Augen einen öffnete und den Inhalt auf ihren Schoß fallen ließ.
Diesmal war es einfach ein blass blaues Gebilde aus Seidenband, welches der Absender gewissenhaft zu einer Schleife gebunden hatte. Eines der Mädchen hatte ihr diesen Knoten geschickt und erklärte, dass in diesem Knoten alle guten Wünsche für das Baby versiegelt wurden und wenn sie es zum Beispiel an seinem Kinderbettchen befestigen würde, würden diese Wünsche Einfluss auf das Kind nehmen.
Jean schmunzelte, es war diese Mischung aus einem Lächeln, welches durch die aufkommenden Gefühle einen wehmütigen Touch bekam. Sie waren so weit weg und doch dachten alle an das Team in Schottland. Die Entfernung wirkte lächerlich, so sehr bemühten sich alle um Kontakt und regelmäßige Briefe.
Manche der Kids waren zu Emails übergegangen, aber es gab immer noch einige, die sich einen Spaß daraus machten, Briefe zu schreiben und diese mit kleinen Dingen zu bereichern. Etwas, dass man mit Emails nur schwerlich machen konnte. Auf jeden Fall war es eine aufheiternde Sache, neben all den Lernfortschrittsberichten, Unterrichtsvorschlägen und dem Trainingsplan, den sie regelmäßig von Xavier bekam, damit sie nicht gänzlich ohne seinen anstrengenden Unterricht sein musste.
Sie schob den Brief zurück in seinem Umschlag und nahm sich den nächsten.
Was stapft in aller Herrgottsfrüh durch den Raum?
Es sind Scott und Jean mit einem Baum!
Und was für ein Baum das war! Nun gut, es hatte gewissen Vorteile Axt und Lastschlepper immer bei sich zu haben, aber niemand sollte jetzt sagen, dass Jean wie ein Lastwagen aussah. Klar?! Die Gute saß gerade bei einer heißen Tasse Tee im großen Aufenthaltsraum im Erdgeschoss und sah zu, wie Scott sich vor dem riesigen Teil aufgebaut hatte und es musterte.
„Denkst du nicht, dass der doch etwas zu groß ist?“ Sie grinste und trank einen Schluck. Es würde Stunden dauern den Baum angebracht zu dekorieren. Bei dem Gedanken wie an die grünen Äste, Kiloweise Kugeln und Lametta gehangen wurde, ließ sie grinsen. Nun gut, in New York hatte man sich dem Kitsch ergeben und allerlei Zeugs angehängt. Es gab auch das Ritual, dass jeder etwas persönliches von sich an den Baum hängte und damit die Weihnachtsstimmung verstärkte.
Was hatte sie letztes Jahr dran gehängt? Jean erinnerte sich nicht gleich, aber es war ein Foto der ganzen Schülerschaft inklusive Lehrerschaft gewesen. Allein den Schnappschuss zu fabrizieren hatte Stunden gedauert, aber schließlich hatten sie es hinbekommen und da nicht jeder im Institut christlichen Glaubens war, hatten sie anstelle einer Grippe, dieses Bild hingestellt. Ein leises Seufzen folgte, denn so etwas konnte sie dieses Jahr schlecht auftreiben.
Vielleicht sollte sie ihre angebrochene und nun unnütz gewordene Pillenpackung hinhängen?
Wieder musste sie kichern.
Was hatte Scott letztes Jahr aufgehängt?
Der Junge war nun gut eine Stunde hier unten, als Jean die Utensilien beiseite legte und ihn mit einem dünnen Laken zudeckte. Ein letzter prüfender Blick in seine weißen Augen, bevor sie ihm noch einmal über das Gesicht strich, die Elektroden kontrollierte und sich dann aus dem Raum begab. Ein leises Piepen symbolisierte seinen Herzrhythmus, in beiden Armen steckten Kanülen die zu jeweils einem hängenden Beutel führten und seinen Kreislauf stabilisieren sollten. Zudem hatte der Junge Blut verloren, soviel, dass seine Schwingen neben dem Dreck auch noch schrecklich blutrot waren.
Mit einem seltsamen Schnalzen entledigte sie sich ihrer Handschuhe, dem Kittel und der Schuhüberzieher, sowie dem Mundschutz. Durch ein Fenster beobachtete sie ihn, während sie sich die Hände und Unterarme wusch, wobei ihr Blick kurz auf die Uhr im Vorbereitungsraum fiel. Während der ganzen Zeit hatte sie nicht einmal auf die Uhr gesehen.
„Infektion...“, wiederholte sie ihre eigene Erinnerung und stützte sich auf dem Waschbeckenrand ab. Er war schneeweiß, wie ein Schneekaninchen. Ein einsames Gähnen folgte.
„Damit ist Schafen für heute wohl erledigt“, meinte sie zu sich und fragte sich, ob Scott sie schon vermisste.
[Wenn was nicht stimmig ist, schreib mir ne PM. *s*]
Wer mochte glauben, dass vor einigen Tagen hier ihr Nachwuchs durchgefallen war? Sie trug diesen gerade mitsamt Scott durch die Tür hindurch, als auch schon das Licht anfing zu flackern, bevor es sich endgültig damit beschäftigte den Raum zu fluten. Die Scherben waren weggeräumt, aber in der Tapete befanden sich noch kleine Löcher von deren Einschlägen, die das Licht sogar beinahe sichtbar machte.
„Wir sind da“, flüsterte sie ihm zu und ließ ihn frei. Der Raum war zugestellt genug, dass er sich zur Not selbst vom Bett zur Dusche hinüber hangeln konnte. Jean wollte ihrerseits erst einmal raus aus ihren Schuhen, die voll von Schlamm waren.
Scott würde ihr schon Bescheid sagen, wenn er Hilfe brauchte, dass wusste sie und stellte die Stiefel vor die Tür, wo sie trocknen müssten.
Es war nun also soweit. Nathan hatte ihr Nachricht gesandt und dass seine Botschaft derart schwach bei ihr ankam hatte einiges an Sorge in ihr geweckt. Was also tun? Die Anspannung konnte man förmlich in der Luft riechen und so mussten einige wohl aus ihrer innerlichen Anspannung und Ungeduld heraus purzeln, als sich Jeans telepathische Gestalt neben ihnen in ihr vermeintliches Blickfeld schob und sie darüber informierte, dass sich das Team endlich gemeldet hatte und sich alle Beteiligten im Vorraum zum Siegel treffen sollten.
Wen sie alles informiert hatte?
Auf jeden Fall zuerst einmal Ororo und Bobby. Danach erschien sie in ihrer durchsichtigen Gestalt Tyler, bevor sie sich Nightcrawler zeigte und ihn ebenfalls informierte. Zu dieser Zeit stand sie gerade in den Subs und zog ihren Anzug an. Das Risiko, dass ihr dicker Winterpullover sie bei der Aktion in Gefahr bringen könnte, wollte sie gar nicht erst eingehen. Auch erinnerte sie sich an Caitlynn, die sie allerdings nicht informierte. Es war ihr immer noch unheimlich, dass Caitlynn ein gespaltenes Verhältnis zum Thema Zeitreise zu haben schien. Überlegungen hin oder her, Kassander musste noch informiert werden, dem Jeans Auftauchen in ihrer telepathischen Gestalt wohl ziemlich neu sein sollte. Hey ich bin durchsichtig und du hörst mich besser als dein Digitalradio, aber das ist kein Grund in Panik zu verfallen.
Hm, konnte sie nur hoffen, dass sie alle zusammen hatte. Finnja, sollte sie Finnja rufen? Besser sie kontaktierte Ororo noch einmal. Diese hatte weniger erschreckende Möglichkeiten um die zurückgezogene Frau aufzutreiben.
Den Reißverschluss hochziehend, war sie schon wieder auf dem Weg in Richtung Fahrstuhl und somit in Richtung des Kellers. Wäsche sollte sie wohl auch mal wieder waschen...
Eigentlich war es seltsam ihn hier zu suchen, aber er war hier schließlich noch nicht lange und vielleicht erklärte das, wieso er nicht überall mit einem ‚Poff’ auftauchte und später mit eben diesem schwefeligen ‚Poff’ wieder verschwand.
Es war immer noch Mittagszeit und nach dem Besuch bei Caitlynn war sie weder richtig beruhigt, noch besonders gut drauf. In ihrem Kopf hatten sich Eindrücke festgesetzt und zu denen gehörte auch der, dass sie glaubte, das Kurt etwas mit ihr besprechen wollte, wozu er gestern Abend nicht mehr gekommen ist.
Leise fiel das Schloss der Tür hinter ihr zu und die Kapelle füllte sich wieder gänzlich mit dieser für solche Orte typischen Stille, als würde jemand den Atem anhalten und jeden Moment anfangen mit sprechen. Einen Moment stand sie zwischen den beiden hintersten Reihen und sah auf den Altar. Er war jetzt nicht annähernd so prunkvoll wie in Rom, aber schließlich waren sie hier in Schottland und nicht in Papsthausen.
Ihre Schritte hallten auf dem Steinboden wieder, als sie sich langsam dem Altar näherte, in der ganzen Kapelle wieder.
Ein Treffen der etwas anderen Art. Durch ihren telepathischen Link, den Scott und Jean teilen, zusätzlich zur Kraft von Memento wurde es möglich, dass die drei sich in einem Traum zwischen den Zeiten treffen.
Memento erfährt, dass sein Vater in derselben Zeit lebt, dass er dort schon mehrere Jahre feststeckt und wo sie sich demnächst treffen werden. Auch wurde endlich aufgedeckt, wo die Kids sind und zwar in Scotts Obhut.
Der Rückkehr stehen nun scheinbar nur noch kleinere Probleme im Weg, bis auf die 'Nadel im Heuhaufen' selbst. Den Auslöser, der es vermag, das Siegel zu öffnen.
Die Akte landete auf dem ovalen Tisch und darauf der Blick von Bobby. Bekanntermaßen ergaben die diversen Messungen und Beobachten rein gar nichts. Alles war klar, das Team war weg, jedoch kein gerät dieser Zeit konnte genau sagen, wo, wann, geschweige denn wie man das ganze unter Kontrolle bringen konnte. Jean hatte das alles nur für Ro zusammen gesucht, die meisten Anderen hatten bereits einen Blick darauf geworfen in der letzten Versammlung.
Selbst Bobby warf versuchsweise einen Blick hinein, aber was sollte er heraus finden, was ein Kassander, Tyler oder Logan nicht auch heraus finden konnte? Jean hingegen hatte die Zahlen so oft angestarrt und verflucht, dass sich die Zahlen regelrecht in ihre Netzhaut brennen würden, wenn sie nur einen einzigen, erneuten Blick darauf warf.
Nach dem langen Flug war Mister Ice verständlicherweise nicht nur neugierig das neue Institut zu sehen, sondern viel verständlicher auch noch verdammt hungrig, weshalb dieser nun mit einer Sandwichmahlzeit am Tisch saß und sich daran gütlich tat. Vielleicht hatte Ororo in dieser Stunde, die sie Zeit gehabt hatten, etwas zu sich nehmen können. Ansonsten hatte Jean auch für sie etwas in ihrem Ärmel versteckt.
Blieb nur abzuwarten, wen das Team per Comlink zum Meeting bestellte...
Die Tür aufhaltend, ließ sie Layleen eintreten. „Nimm doch auf einer der Liegen Platz, ich fang erst einmal mit einigen Standartuntersuchungen an. Am besten wir schließen erst einmal alles aus, was greifbar ist“, damit war schon beinahe klar, dass sie etwas im Zusammenhang mit der Mutation vermutete.
Doch anstatt gleich mit der Prozedur zu beginnen, nahm sie ihr gegenüber auf der anderen Bare Platz und sah sie an, lächelte sogar etwas. „Hast du dich in letzter Zeit ausgewogen ernährt? Genug geschlafen? Wie sieht es mit deinen Leistungen im Sport aus. Hast du auch keine Probleme dort?“ Thema eins, allgemeines Befinden.
Die Dunkelheit schluckte das letzte Fünkchen Licht vollends und die Geräusche wurden unüberhörbar intensiv. Klacken, Rauschen und dann das monotone Surren einer alten Filmvorführmaschine. Sie hatte sich in einen der Besprechungsräume zurückgezogen und einen alten Film eingelegt. Der Kameramann war auf jeden Fall sehr bemüht damit, auch das letzte bisschen Ruhe aus seinen Armen zu vertreiben und somit gänzlich alles zu verwackeln. Irgendwann kam eine Torte ins Bild, lachende, teilweise betrunkene Gesichter und Grüppchen, die sich angeregt zu unterhalten schienen.
Eine kleine Keilerei um die Kamera blieb auch nicht aus, bei der sogar kurz die Hände, Arme und verschwommenen Gesichter der Beteiligten vorkamen, aber im Endeffekt erkannte man zu Anfang rein gar nichts. Erst als jemand aus dem Hintergrund sich einmischte, gelangte die Kamera in erwachsene Hände, was man schon daran bemerkte, dass die Kamera mit einem Mal etwa einen Meter höher zu hängen schien.
Jetzt erkannte man endlich die Szenerie. Ein Thanks-Giving Essen am Institut.
Sie hockte in einem der großen, Schalensessel, hatte die Beine angezogen und starrte auf die mit Licht beworfene Wand.
Geräuschlos teilte sich die Tür und schob sich leise wispernd auseinander. Das klare Klackern von Stiefeln mit Absatz wurde hörbar und wenig später schob sich die Tür auch schon wieder zusammen und verschmolz still zu einer Einheit. Dieser Bereich des Labors hatte einen weicheren Untergrund, da er für Recherchen genutzt wurde und weniger sterile Oberflächen benötigte. Ansonsten blieb der Raum neutral in Farbe und Geruch, bis sich der schwer, herbe Duft von Kaffee hineinzwängte und in die Form einer Tasse gepresst neben dem Monitor seinen Platz fand, der als einzigster keinen Bildschirmschoner zeigte.
Die schlanke Hand, welche den Becher gehalten hatte zog sich zurück und für einen Moment blieb die Erinnerung an den rot lackierten Fingernägeln haften. Jean ließ ihn bei seiner Arbeit auch schon wieder in Ruhe und setzte sich an einen nicht zu weit entfernten Rechner, der allerdings eine angemessene Entfernung hatte, so dass keiner dem Anderen in die Arbeit spähen konnte. Seit dem Konflikt mit dem Team und Finnja war sie kurz nach Mitternacht schlaflos und unruhig das erste Mal hier herunter gepilgert und hatte versucht etwas zu finden. Einen Hinweis, irgend etwas, dass auf energetische Eigenarten hinwies, aber es fand sich nichts wirklich eindeutiges. Das war auch nicht verwunderlich, denn vorher hatte niemand Versuche mit Zeitreisen gemacht und so waren die typischen Symptome für irgendwelche Arten der Löcher und Tore einfach nicht vorhanden.
Ratlos lehnte sie sich in dem Stuhl zurück und trank einen Schluck.
Es war ein Ritual.
Die ruhigen Schritte auf dem Flur.
Das Klimpern von Schlüsseln, bevor sie dir Tür öffneten.
Schritte, die Tür schloss sich wieder, Schritte.
Doch heute kein Gruß für Eleanor.
Schritte, die zum Schreibtisch führen.
Schritte, die verstummen.
Übrig blieben nur noch Blicke.
Das stand sie, eine Person im Schatten des steil einfallenden Lichtes, den Blick stumm auf den Hof, den Vorgarten und die Gärten dahinter gerichtet. Nur, war der Haarschopf rot, lang und auch sonst stand dort eine dünne Figur, im Gegensatz zum trainierten Kreuz des Scott Summers.
Bisher hatte sie noch mit niemandem darüber reden können. Es war spät gewesen und wie hätte sie es erklären sollen? Allein der Verlust seiner unmittelbaren Gedanken in ihrem Kopf, hatte sie für Stunden gelähmt, sodass sie einfach geschlafen hatte, ohne wirklich Erholung zu erfahren. Wie ein Rhythmus, des sie begonnen hatte und der bis jetzt noch nicht aufgehört hatte. Wie sie sich so in der Spiegelung betrachtete, wenn das Licht in den Baumwipfeln verschwand und sie nicht mehr erreichen konnte. Da stand sie und doch hatte sie Scotts Rhythmus im Blut. Sein Gedankenmuster war verschwunden, aber ein Teil von ihm war noch immer da, noch immer hier und noch immer überall. Er war nicht gegangen, er war verschwunden, wie es schon die kurze Notiz in ihrem Tagebuch sagte. Aber sie wusste nicht wohin, denn als sie den Spuren seiner Gedanken gefolgt war, die sich durch das ganze Haus, wie feine Spinnweben der Erinnerung fädelten, war das größte Knäuel immer noch in ihrem Zimmer gewesen. Er war überall, im Dachgeschoss, im ersten Stockwerk, im Erdgeschoss und im Keller, doch am meisten, am ehesten und am innigsten spürte sie ihn nur in ihrem Zimmer. So konnte sie ihn nicht suchen, denn sie stand immer wieder vor dem zerborstenen Spiegel, der ihr nichts mehr zeigen konnte.
Die Tür öffnete sie leise und ebenso leise, schloss sie sich wieder, nicht einmal das sonst so normale Knacken des Schlosses war zu hören, denn es schnappte nicht einfach zu. Jeans Gedanken füllten den Raum gänzlich aus und dämpften jegliche Geräusche. Alles, was sich irgendwie bewegen konnte, schob sich lautlos auf und zu, sollte es von Nöten sein, wie die Tür zum Bettenzimmer, in dem sie Belle auf eines der Betten hob und sich dann neben sie in einen Stuhl setzte und sie betrachtete. Ein zarter Griff an ihr Handgelenk, Puls OK. Ein Blick in ihre Augen, OK etwas ungewöhnlich, aber das war doch das normale, nicht?
„Wie geht es dir?“, fragte sie nebenbei und überprüfte sie weiter ganz nebenbei.
Das stetige Klappern des Kugelschreibers auf der Papierunterlage bildete mittlerweile einen gleichmäßigen Rhythmus auf dem man problemlos einen Pop Song hätte kreieren können. Jean saß auf dem Lehrerpult und blätterte ihre Akten der Mutations-AG durch. Sie hatte diesen Termin mit Scott und Padraig angesetzt, damit sie über ihre Problemfälle sprechen konnten. Allen voran Karl Seiffert, dessen Umgang mit seiner Gabe etwas zu korrekt schien. Aber er wollte Hilfe und so war er zu diesem Gespräch in einer persönlichen Runde zitiert worden.
Ein Bein über das andere geschlagen, wippte sie mit dem Fuß und besah sich Karls bisher bekannte Daten.
Padraig zieht es nicht nach New York. Er sorgt sich derweil um Killian. *ggg*
Ansonsten fährt er in die Highlands und entspannt fernab der Zivilisation
Der übliche Jogging Lauf von Jean verordnet verlief ereignislos, auch wenn Karl mehr und mehr auffällt, dass mit Seanas Körper etwas nicht stimmt.
Die zwei Kinder kommen auf das Thema "der kleine Unterschied" zu sprechen und schnurstraks wurde daraus das lang benötigte Aufklärungsgespräch für Seana.
Karl-Jean:
Jean hatte sich bei Karl eingefunden, um ihn über neue Erinnerungen seiner "Rundflüge" auszufragen und sie kamen auf das Thema Seana und das Labor zu sprechen. Besonders viel musste Jean wirklich nicht sagen, denn durch die Zeit, die Karl mit dem Mädchen verbracht hatte, kam er von selbst auf die Idee, dass sie wie neu war, ohne Elterlichen Ursprung und dergleichen. Ein Experiment also...
Jean-Scott:
Nachdem Ausflug von Scott in den Zirkus und dem darauf folgenden Trinkgelage mit Logan, findet er sich wieder im Gästezimmer ein, wo ihn ein ernstes Gespräch mit Jean erwartet. Das Ende ist absehnbar, er kann ihr noch einmal ausreden, einfach nach New York zurück zu gehen und noch bei den Kindern im Institut zu bleiben.
Die Sessel standen in alle Richtungen gedreht und der Raum war wieder derartig leer, dass jedes kleine Geräusch um ein vielfaches lauter wurde, durch die vielfachen Reflektionen von den kahlen Wänden. Ihre Stiefel hatten erst vor kurzem den Boden erreicht und klackerten nun in Richtung Ausgang, hielten aber neben dem schmaleren Ende des ovalen Tisches inne und mit ihnen verhallte ihr Klackern.
„Scott, ich muss mit dir über die Vision reden, hast du kurz Zeit?“
Ihre dunkel lackierten Nägel vergruben sich in ihrem roten Haarschopf und strichen einen Großteil davon zurück und versuchten wenigstens etwas Ordnung hinein zu bringen. Die letzten Minuten hatten sie innerlich aufgewühlt und wohl auch dadurch hatte ihr Haar etwas an Fülle zugelegt. Ein bisschen fühlte sie sich wie eine Katze, deren Haare sich anhand der bestehenden Unruhe aufgestellt hatten.