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nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
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Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Der Junge war nun gut eine Stunde hier unten, als Jean die Utensilien beiseite legte und ihn mit einem dünnen Laken zudeckte. Ein letzter prüfender Blick in seine weißen Augen, bevor sie ihm noch einmal über das Gesicht strich, die Elektroden kontrollierte und sich dann aus dem Raum begab. Ein leises Piepen symbolisierte seinen Herzrhythmus, in beiden Armen steckten Kanülen die zu jeweils einem hängenden Beutel führten und seinen Kreislauf stabilisieren sollten. Zudem hatte der Junge Blut verloren, soviel, dass seine Schwingen neben dem Dreck auch noch schrecklich blutrot waren.
Mit einem seltsamen Schnalzen entledigte sie sich ihrer Handschuhe, dem Kittel und der Schuhüberzieher, sowie dem Mundschutz. Durch ein Fenster beobachtete sie ihn, während sie sich die Hände und Unterarme wusch, wobei ihr Blick kurz auf die Uhr im Vorbereitungsraum fiel. Während der ganzen Zeit hatte sie nicht einmal auf die Uhr gesehen.
„Infektion...“, wiederholte sie ihre eigene Erinnerung und stützte sich auf dem Waschbeckenrand ab. Er war schneeweiß, wie ein Schneekaninchen. Ein einsames Gähnen folgte.
„Damit ist Schafen für heute wohl erledigt“, meinte sie zu sich und fragte sich, ob Scott sie schon vermisste.
[Wenn was nicht stimmig ist, schreib mir ne PM. *s*]
Langsam öffneten sich die Augen des geflügelten Mutanten. Sehr viel konnte er nicht erkennen, bewegen konnte er sich auch nicht. Ragnar fühlte sich unglaublich schwach. Er drehte den Kopf etwas und versuchte, seine Flügel zu bewegen, doch die reagierten genauso wenig der Rest seines Körpers. Die Adern, die so blutrot nachgezogen schienen, waren etwas verblasst. Nicht, dass er das erkennen konnte - in seinen Augen sah er vollkommen normal aus und er hatte nicht einmal ansatzweise verstanden, was mit ihm los war. Er murmelte eine leise Frage, wo er denn sei, war sich aber nicht sicher, ob er die Frage nur gedacht oder ausgesprochen hatte. Dann schloßen sich seine Augen wieder.
Etwas Zeit war vergangen, bis Ragnar kurz zu sich kam. Jean stand gerade neben seinem Bett und kontrollierte die Infusionen. Es war egal, ob er es laut ausgesprochen hatte, auf jeden Fall erreichten sie seine Gedanken. Vor allem, da sie nur auf so ein Zeichen gewartet hatte. Jetzt wo er ordentlich versorgt war, trug sie keine Handschuhe mehr und legte ihm ihre warme Hand auf die Stirn.
Ihr war schon eher aufgefallen, dass er kühl war, aber sein Körper reagierte anders, als es normal für ihn war und so hatte sie vorsichtig und in Fummelarbeit die Klimaanlage in diesem abgeschnittenen Raum so herunter geregelt, dass sein Herzschlag sich beruhigte und auch die Anzeichen für seine passive Mutation, welche wohl die Umgebungstemperatur beeinflusste, herunter geregelt wurden und Ragnar so nicht mehr Energie verbrauchte, als er zur Verfügung hatte.
„Du bist im Institut Ragnar und wir kümmern uns um dich. Also ruh dich aus, du bist in guten Händen“, wisperte sie ihm ins Ohr und strich ihm das Haar aus der Stirn. Seine weiße, durchscheinende Haut gab ihm ein sehr zerbrechliches Aussehen, aber sie kannte es von sich. Als Rothaarige hatte sie ähnlich helle Haut, nur dass sich alle Adern bei ihr blau zeigten.
Es beunruhigte sie allerdings, dass seine Infektion nur von ein paar kleinen Schnittwunden in seiner Hand kommen konnte. Viel mehr Verletzungen hatte sie gar nicht gefunden und da jetzt seine Hand verbunden war, hatte er auch noch vorsichtshalber einiges an Gegenmitteln bekommen, wie gegen Wundstarkrampf, Blutvergiftung und was sich sonst noch kombinieren ließ. Hauptsache er klappte ihr nicht gänzlich weg.
Vielleicht würde er bald wieder zu sich kommen, vorsichtshalber richtete sie sich im Vorraum ein, mit Kaffee und einem Sandwich aus der Subküche und einem Buch.
Da war also jemand, soviel konnte er feststellen. Er spürte etwas warmes auf seiner Stirn, wohl eine Hand oder etwas ähnliches, und daraufhin öffnete er seine Augen wieder.
Es war kühl hier ... ob er noch im Schnee lag? Nein, Schnee fühlte sich anders an ... es war auch egal. Es schien so, als wäre dieser Ort immer so kühl, deswegen fuhr er die Temperatur von sich aus nicht weiter nach unten. Nicht, dass er Einfluss darauf gehabt hätte, wenn es hier noch kälter geworden wäre.
"Ich verstehe euch nicht ... ihr habt mich angesehen wie ein Monster, in der Küche, und jetzt helft ihr mir ..."
Dieses Mal war er sich sicher, die Frage nur gedacht zu haben. Seine Mundwinkel zuckten nur etwas dabei. Sein Körper würde wohl erstmal einige Zeit brauchen, um sich zu regenieren.
Sie war leicht über ihn gebeugt und das Licht im Raum heruntergeregelt, so dass der kalte, sterile Raum weniger nackt und kahl wirkte. Über seinem Bett schwebte eine einzelne Lampe, deren Licht durch Jeans Haar fiel, aber auch Ragnar würde wohl ähnlich wie Scott nur erahnen können, welche Haarfarbe sie tatsächlich hatte.
Wer hatte ihn angesehen wie ein Monster? Halluzinierte er? Oder war es eher eine Erinnerung. Jean nahm sich einen Stuhl und setzte sich neben sein Bett, ihre Hand legte sich auf seinen Unterarm nahe des Handgelenkes. „Du bist hier, weil du Hilfe brauchst und ich bin hier, weil ich dir diese Hilfe geben kann“, meinte sie ruhig und betrachtete seine weiße Haut unter ihren Fingern.
Das Blut und der Schmutz in den Federn hatte sich bestimmt schon festgefressen, aber sie grübelte trotzdem, wie sie am besten das Gefieder des Jungen reinigen konnte. Den Schmutz hatte sie vorhin, auf der Suche nach Verletzungen, zu reinigen versucht, aber wirklich steril bekam man solche Federn nicht. Da war es mit glatter, zarter Haut schon etwas anderes.
„Wie fühlst du dich“, fügte sie noch an. Er stellte zwar Fragen, aber über seine Befindlichkeit hatte er noch nichts gesagt.
Ragnar sah überhaupt kein Haar, dass die größte Fläche seines Blickfeldes eingenommen hätte, wenn er es denn sehen würde. Für ihn erschien Rot wie ein blinder, grauer Fleck. Und darum geriet er etwas in Panik, als er das nächste Mal die Augen öffnete - wieso sah er so wenig? Was war mit seinen Augen los?
"Wieso ... sehe ich so wenig?"
Wieder schloßen sich die Augen und der Puls ging wieder runter. Sogar für diese Art der Anstrengung war er zu müde. Vor seinem geistigen Auge lief die Situation in der Küche noch einmal ab ... er musste wohl etwas von Ashleys Worten falsch interpretiert haben, oder sie hatte sich falsch ausgedrückt ... er war wütend gewesen, der Teller war zerbrochen und die Scherben hatten seine Hände blutig geschnitten ... das hatte er nicht gemerkt, sein eigenes Blut konnte er nicht sehen ... das Falkenmädchen und Eleanora waren hineingekommen und hatten ihn angesehen wie ein Monster, Ashley fing an zu weinen ... und er wollte nur noch raus.
Dem Jungen gingen seltsame Bilder im Kopf herum und Jean hatte einige Mühe, sich in seiner Sicht der Dinge zurecht zu finden. „Es liegt an deinen Augen, Ragnar. Sie sind anders, als früher“, nahm sie mal an. Sonst würde er sich da jetzt nicht verstärkt drüber Sorgen machen.
„Wie es aussieht, hast du dich geschnitten und es nicht bemerkt“, mal davon abgesehen, dass seine Nerven und Empfindungen ihn eigentlich warnen hätten müssen, womit es egal war, ob er sieht, dass er blutet oder nicht. „Vielleicht hast du jemanden von den Mädchen erschreckt, als sie das Blut gesehen haben“, meinte sie ruhig und warf einen Blick auf die Gerätschaften.
„Aber es ist unverantwortlich, dass du dich allein umhertreibst. Beim nächsten Mal, wenn dir etwas in der Art passiert, kommst du direkt zu mir oder einem anderen Erwachsenen“, wobei sie die Lehrerschaft meinte. Aber den feinen Unterschied zwischen Gast und Teammitglied, würde er auch mit beschränkter Sicht sehr bald heraus finden. Denn nicht jeder konnte ihm eine gute Antwort auf seine Fragen liefern.
"Meine Augen ... ich sehe manche ... Farben nicht. Das war schon immer so ..."
Er beschränkte sich darauf, dass, was er sagen wollte, zu denken. Auch, wenn er müde war, konnte er sich noch wach halten. Dann wurde ihm sein Fehler klar - die Mädchen hatten sich erschreckt, weil er blutete. Dass er sein eigenes Blut nicht sehen konnte, wusste er schon länger. Man hatte es ihm immer sagen müssen, wenn er blutete und es nicht bemerkte. Wahrscheinlich hatte er es nicht gemerkt, weil die Wut über die Wahl seiner Geschwister zu stark war.
"Ich muss da wohl etwas falsch aufgenommen haben ... und ich konnte nicht zu ihnen kommen. Sie kennen mich doch gar nicht ... also bin geflohen."
Jeans strich über seinen Unterarm entlang und über seine bandagierten Finger. Scheinbar hatte jemand bei seiner Aufnahme vergessen von den Umgangsformen des Institutes zu erzählen. „Ist nicht schlimm, jetzt weißt du es und mal ehrlich, hier bei uns will dir keiner etwas böses.“ Auch wenn die Gerüchte nicht gerade beruhigend waren, aber das wäre in New York nicht besser gewesen.
„Fürs Erste sieht es schlecht aus mit Fliehen. Du wirst ein paar Tage mit der Infektion zu tun haben und im Moment gehörst du einfach nur ins Bett.“ Soweit zu seinem Zustand, dass er mehr dachte als sprach verwirrte sie nicht im geringsten. Er war einfach erschöpft.
Seine Haut war kühl, wie die von Bobby, er hatte Schwingen wie Warren und die Kombination war es, die Jean Schmunzeln ließ.
"Dann ... richten sie dem Falkenmädchen aus, dass alles in Ordnung ist ..."
Er hatte keine Ahnung, dass Ashley das vorhin hatte mit ansehen müssen. Und damit kamen von ihm keine Geräusche mehr, weder gedanklich noch auf eine andere Art. Sein Herschlag wurde ruhiger, bis es nur noch dreißig pro Minute waren, dann war er eingeschlafen.
OOC:
Ragnar wird ein oder zwei Tage schlafen ... dann hab ich eine Ausrede, warum ich bis Freitag nicht mehr poste
Der erste Tag war noch kritisch und so würde Jean fast ununterbrochen im Krankenflügel zugegen sein. Einfach super, irgendwie war hier etwas gehörig schief gelaufen. Typisch Missverständnisse und dann kam so etwas bei raus.
Sie erhob sich und ließ den Jungen allein im Raum zurück. Auch weil es für sie eindeutig etwas zu kühl war. Ein kurzes Flackern, als die Tür sich hinter ihr geschlossen hatte und die Beleuchtung war auf Nacht eingestellt. Nur eine einzelne Lampe beleuchtete die Geräte, so dass man Ragnar, der nun einen scharfen Schatten auf die Wand neben ihm warf, gut im Auge behalten konnte.
Zumindest hatte sie so endlich Zeit ihr Buch zuende zu lesen.
Er war ein wenig später in die Subs gekommen und hatte sich danach erkundigt, was vorgefallen war. Wahrscheinlich musste sich Ragnar nur einfach an das Klima hier gewöhnen... an das und an das Zusammenleben mit anderen Mutanten. Er hatte Jean einen Kaffee mitgebracht und die Mappe, die sie heute Nachmittag brauchen würde, wenn sie zur Besprechung mit dem Team kam. Es sah zwar nicht so aus, aber vielleicht konnte sie den Jungen später doch einmal eine Stunde allein lassen.
"Ich komme später wieder und passe auf ihn auf, dann kannst du ein wenig schlafen, Jean."
Genau das hatte er in dieser Nacht auch getan, obwohl es nicht mehr ganz Nacht gewesen war, als er zurück gekommen war. Er hatte Jean im Morgengrauen auf einer der Liegen schlafen lassen, während er bei Ragnar geblieben war.
Cait ging also voran, aus ihrer 'Zelle' heraus und den gang hinunter, sprich drei Türen weiter, wo sie das letzte Mal den geflügelten und vollgepumpten Mr. Nolan Ford am Boden sitzen gelassen hatte.
Im Gang struppte sie sich rasch den Arztkittel wieder über und trat dann in die Krankenstation, um nach Dr. Patient zu schauen.
Nur kurz.
War er da...wie gings ihm... hatte die Infusion was gebracht...war er wieder normal oder wieder ein Arsch?
Oder war er normalerweise eh ein Arsch?
Fragen, auf die Cait nun gleich einige Antworten bekam....
Ob er ein Arsch war?
Hatte ihn Cait eigentlich irgendwie anders kennen gelernt?!
Dann konnte sie sich ja einen Reim drauf machen.
"Verfluchte Scheiße!"
Ja, das sprach natürlich auch für seine charmante Ader, aber diesmal war nicht Cait gemeint, sondern sein Rücken. Unter den Schulterblättern waren zwei frische Narben und Nolan fragte sich ernsthaft, ob ihm jemand die Dinger amputiert hatte oder er den ganzen Unsinn einfach nur geträumt hatte. Das alles änderte aber nichts an der Tatsache, dass Dinand tot war. Er spürte das.
Als Cait ankam, griff er gerade nach einem Wasserglas und leerte es in einem Zug. Er musste viel trinken... also keinen Alkohol. Nolan sah zur Tür, als jene aufging und drei Mal durfte sie raten, ob er gereizt war. Aber das lag eigentlich nur daran, dass er an Dinands Tod absolut nichts mehr ändern konnte. Ein paar vereinzelte Federn lagen noch hier auf dem Boden herum, aber ansonsten war von seinen Schwingen nichts mehr übrig. Seltsam.
Frühstücken wollte der Herr also? Falls er nicht das Mittagessen per Strohhalm zu sich nehmen wollte, sollte er besser aufpassen, welchen Ton er hier anschlug.
Ty kam nämlich geradewegs hinter Cait durch die Tür. Schon lustig, dass er diesen Mr. Ford immer auf Krankenstationen wiedertraf. Das letzte Mal waren sie sich auch in einem Krankenzimmer begegnet. Ob das ein Omen war?
Aber er hatte sich gesagt, dass er sich zurückhalten würde. Der andere sah wirklich nicht besonders gut aus, und Gipsarm hin oder her, Ty vergriff sich nicht an Schwächeren. Dennoch holte er tief Luft, als er den anderen so tönen hörte.
Hoffentlich blieb Cait ruhig, denn ihretwegen war er mitgekommen.
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