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Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
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Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Sie wusste das Ashley heute länger wegbleiben würde und hatte deswegen diesen Tag gewählt. Sie wollte einfach nicht, dass ihre immer sorgenvolle Freundin sich noch mehr Sorgen machte.
Unruhig lief Belle in ihrem Zimmer auf und ab. Immer hin und her. Immer und immer wieder musste sie sich vorhalten warum sie das hier machte und nicht für die Prüfungen büffelte. Was wenn sie nochmal in die Schatten fallen würde und nicht herauskommen konnte? Was wenn sie es das nächste Mal wohlmöglich nicht überlebte? Das wäre alles andere als gut. Also hatte sie sich entschlossen es kurzerhand zu üben. Die Lehrer mussten davon ja nichts wissen. Von denen hatte sowieso niemand Erfahrung mit ihrer Mutation.
Ihre einzige Ausrede war gerade das Karl nicht da war. Sie wartete auf den kleinen großen. Er würde den Lehrern bescheid geben wenn irgendwas passierte. Dann würde zumindest jemand wissen wo sie war.
Wieder lief sie eine Bahn mehr und biss sich dabei unruhig auf der Unterlippe herum. Die Vorhänge waren vor die Fenster gezogen worden und es herrschte ein dämmerig düsteres Licht. Perfekt um Schatten zu beschwören und um mit ihnen zu arbeiten. Es würde schon gut gehen. Ganz cool bleiben. Nervös sah sie auf die Uhr und fluchte leise. Herr Gott nochmal. So schwierig würde es schon nicht werden.
In der Silvesternacht war Belle lang draußen am See um um ihre Familie zu trauern. Irgendwann ist Colin dazu gekommen um sie nicht allein zu lassen und sie sind gemeinsam wieder rein um sich erstmal wieder aufzuwärmen. Dabei sind sich die beiden endgültig sehr nah gekommen, was sich vorher schon abgezeichnet hat. Seitdem sind die beiden ein Paar und Belle opfert viel von ihrer recht dünn gesähten Freizeit für ihn.
Still hing Belles Blick an den einzelnen Schneeflocken, die an den warmen Scheiben des Wintergartens schmolzen und doch die weiße Pracht draußen weiter vergrößerten und erhielten. Ein verträumtes Lächeln umspielt ihre Lippen und sie scheint mit den Gedanken irgendwo weit weg zu sein.
Ihre Finger spielen zart mit einer blutroten Rose zwischen ihren Fingern, während ein Buch unbeachtet auf dem Tisch neben ihr liegt.
Über die weiße Wollte der Strickjacke verläuft ein schwarzes Kabel, welches an den Kopfhörern in ihren Ohren endet und leise Töne erklingen lässt.
Leise beginnt sie mitzusummen und lehnt den Kopf auf ihre Arme, die sie auf die Lehne des umgedrehten Stuhls gestützt hat.
"When the first breath of winter
Though the flowers is icing
And you look to the north
And a pale moon is rising
And it seems like all is dying
And would leave the world to mourn
In the distance hear her laughter
Of the Last Unicorn
I'm alive... I'm alive"
Hebt sie dann leise ihre Stimme, welche erstaunlich klar durch den Wintergarten klingt. Fast hört es sich so an, als hätte sie Gesangsunterricht gehabt. Leise begleitet sie so die leise Stimme, die momentan nur sie hören kann, denn wirklich laut ist die Musik nicht.
Still stand Belle am See und starrte Löcher in die Luft. In ihren unbedeckten Händen hielt sie die Lilien, die Miss Fraser für sie besorgt hatte.
Sie stand wie erstarrt da und bewegte ihre Lippen wie in einem stummen Gebet, während unaufhörlich Tränen über ihre Wangen rinnen.
An jeder der fünf Blumen flattert ein kleines Bildchen. Ein Junge, ein Mädchen, eine Frau und ein Mann. Alle weisen Ähnlichkeit mit Belle auf. An der letzten Blume schließlich mag man ein Bild entdecken, auf dem alle fünf zu sehen sind.
Zitternd streckt sie nach einer Weile die Hand aus und lässt die Blumen eine nach der anderen das steile Ufer hinab in den Schnee fallen.
Fest schlingt sie dann die Arme um sich und sinkt langsam in die Knie, während ihr Blick immernoch wie starr in die Luft gerichtet ist und wohl irgendwas sieht was kein anderer sehen kann.
Die drei haben sich über allerhand bei karl unterhalten.
Nico hat sich einen Wochenende mit den beiden zu Weihnachten gewünscht und Belle und Karl haben Planungen diesbezüglich angestellt.
Außerdem überlegt Karl einen krimi als Abschlussarbeit für den litheraturkurs zu schreiben, in dem Nico das Opfer und Belle die böse schwarze Witwe spielt.
Sie hatte ihm ja versprochen sich mal wegen der Muscals und Theatervorstellungen zu erkundigen und so hatte sie prompt einen ganzen Packen Programme bekommen. Sie musste immernoch über ihre Grandma schmunzeln. So drückte sie die Tür auf und trat in das Zimmer ein. Das noch nasse Haar hatte sie kurzerhand nach dem Duschen zu einem Knoten gebunden und sich frische Sachen angezogen. Jeans und Rolli ganz schlicht.
Sie ging zu dem armen kleinen kranken Knirps und lächelte ihn an.
Sie hatte Nico versprochen sich mit ihm zu treffen und gleichzeitig beschlossen, dass das Eis vor der Tür eigentlich nicht ungenutzt blieben sollte. Also hatte sie sich einen Schneeschieber und einen Besen geschnappt und war dick angezogen zum See gestapft. Nun lagen der Besen und ihre Schlittschuhe am Rand das Sees und sie war damit beschäftigt die weiße Masse von der Eisfläche hinunten zu bewegen. Inzwischen war ihr reichlich warm und sie hatte die Jacke schon aufgezogen. Sie wusste, dass es nicht schlimm war solnge sie nicht allzu lang danach in der Kälte verharrte.
Der Unterricht war vorbei und sie hatte versprochen Karl zu besuchen. Auf dem Arm trug sie die kopierten Zettel von Ashley. Sie hatte sich zwar keine Notizen gemacht, aber wenns drauf ankam würde sie wohl auch mit Karl lernen. Immerhin hatte sie den Stoff ja schonmal.
Sie schob die Tür zur Krankenstation auf und ging dann geradewegs auf Karls Bett zu. Ein kleines Lächeln umspielte ihre Lippen. Es ging ihr etwas besser, auch wenn sie immernoch ziemlich zerschlagen aussah.
Belle saß draußen in der Nähe des Sees auf einer Bank. Sie war dick gegen die Kälte eingepackt und starrte konzentriert auf ihre nackten Hände. Der verband sowie die Handschuhe lagen neben ihr auf der Bank und sie hatte die Ärmel ihrer Kleidung ein Stück nach oben geschoben, so dass man deutlich das Zeichen auf ihrem handgelenk schimmern sah.
Man hatte den Eindruck, dass die Linien sich wanden und immer wieder neue Muster innerhalb des Kreises bildeten. Doch wenn man direkt darauf sah, wirkten sie wieder wie ein Tatoo.
Interessant waren wohl auch eher das Gespinst aus feinen Linien zwischen Belles Fingern. Es sah aus, als würde ein feines verworrenes Netz seinen Schatten dorthin werfen, aber da war nichts außer Luft.
Die verletzte Hand schimmerte in den schönsten Grün-, Blau-, Lila- und Gelbtönen und war immernoch angeschwollen, allerdings sah sie schon besser aus .... Nunja wenn man vorigen Zustand bedachte. Bald würde sie das Handgelenk bestimmt nicht mehr stabilisieren müssen.
Momentan interessierte sie sich aber nur für die Schatten und bemühte sich sie zu formen. Es war nicht leicht, aber sie wusste es geht. Immerhin hatte sie es ja getan als sie .... fort gewesen war.
Belle saß im Schneidersitz auf dem Bett und hatte eine Buch auf den Oberschenkeln liegen. Vor ihr auf der mit dunkler Seide bezogenen Bettdecke lagen ein paar kleine Lampen und dergleichen. Sie war vollkommen auf das Buch fixiert und las, während sie auf Ashley wartete. Immernoch sah sie übel zerschlagen auf und die letzten paar Tage hatte man kaum ein Wort von ihr zu hören bekommen. Sie musste den Schock erstmal verdauen.
Belle war verschwunden. Niemand hatte sie seid dem letzten Abend gesehen oder irgendwas von ihr gehört. Es war als hätte sie sich in Luft aufgelöst. Ihre Großeltern wussten nichts, ihre Zimmergenossin nicht und auch ihre Bekannten bzw Freunde im Institut nicht. Es war als hätte jemand ein großes Radiergummi genommen und Belle aus der Welt radiert.
Vielleicht war sie ja weg gelaufen oder so? Aber das konnte nicht sein, denn ihre Sachen waren ja alle noch da.
Das Bett war ordentlich gemacht, nur auf dem Kissen lag ein Foto einer Familie. Die Eltern mit den drei Kindern wirkten glücklich.
Waberndes Schwarz breitete sich mit einem Mal aus einer Ecke des Mädchenflures aus und nahm dessen Hälfte in Besitz. Es wirkte fast, als würde der Schatten leben und wachsen. Immer wieder schlängelten sich kleine Tentakeln aus dem Schwarz und zuckten wieder zurück.
Es dauerte sicherlich zwanzig minuten bis der Schatten sich wieder zu dem wandelte was er eigentlich war. Ein Schatten und nichts weiter. Aber er lies etwas in dieser Welt zurück und das war Belle.
Belles Augen waren unnatürlich weit aufgerissen und über ihre Wange zog sich eine lange Schramme, die von einem großen blauen Felck umgeben war. Sie hatte die Beine an den Körper gezogen und die Arme darum geschlungen. Ihr ganzer Körper zitterte heftig, während der starrende Blick ins Leere gerichtet war.
Sowohl die Jeans als auch das T-Shirt wirkten ziemlich lädiert und hatten hier und dort Risse und Löcher, aber keine Flecken. Das Haar war unordentlich und teilweise ziemlich verknotet, so als wäre sie durch einen heftigen Sturm gelaufen.
Langsam traten Tränen in ihre Augen und begannen über ihre Wangen zu laufen, wobei jene Tränen nicht durchsichtig waren, wie sie eigentlich sollten, sondern nachtschwarz.....
Es war kalt hier draußen, denn die Nacht war sternenklar. Funkelnd überzogen sie den tintenschwarzen Himmel wie achtlos hingestreute Diamanten.
Belle saß auf einer Bank und starrte in den Himmel. Sie hatte die Beine angezogen und die Arme darum geschlungen. Sie trug einen schwarzen Mantel und ebenso farbene Handschuhe und einen langen Schal. Dazu die schon üblichen Jeans, allerdings kombiniert mit dicken Winterstiefeln.
Die dunkelblauen Augen waren mit Tränen gefüllt, während sie der Musik aus ihrem MP3-Player lauschte. Jemand der nahe genug heran kam um die Tränen zu sehen würde wohl auch die leisen Klänge von "Wish you were here" hören können.
In diesem Moment wirkte sie unglaublich zerbrechlich und ganz anders als sonst. Sie hatte diese Seite wohl vor den anderen verborgen, aber bei Belle konnte man sich eh nie sicher sein was sie als nächstes tun oder lassen würde.
Tagelang hatte Belle sich den Kopf zerbrochen was sie Nicolas zu seinem Geburtstag schenken sollte. Es war nicht einfach für sie, denn sie wollte ihm nicht irgendwas schenken. Er war immerhin Nico... ihr Nico, wenn man so wollte.
So würde er neben den Geschenken der Schule ein kleines Schächtelchen nebst Karte finden.
Die Karte war rabenschwarz und auf der Vorderseite schimmerte eine silberne Lilie. Auch die Schrif war in silber gehalten.
"Hey Nico,
erstmal alles Liebe und Gute zu deinem Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch du bist alt.
Ich freue mich dich hier kennen gelernt zu haben, denn so hat das Ganze wenigstens etwas schönes.
Du bist ein toller Mensch und solltest das auch wissen. Es macht Spaß in deiner Nähe zu sein und für deine Geduld mit Karl muss man dich einfach bewundern.
Ich hoffe wir vernichten noch ein paar Eispackungen.
Ich hab dich gern
dein Schatten."
In dem kleinen Kästchen würde er einen schlichten silberfarbenen Ring finden, in welchem eine Widmung zu lesen war.
"Gib die Hoffnung niemals auf. Belle"
Sie hoffte es würde ihm gefallen und würde abwarten.
Leise ging Belle über den Flur in den Jungetrakt zielstrebig auf Nicos Zimmer zu. Sie ignorierte einfach, dass es eigentlich auch Karls war. In der unverletzten Hand hielt sie eine Packung mit Kirsch-Schoko-Eis und zwei Löffel.
Sacht schlurften die schwazren Hausschuhe auf dem Boden. Da ihre linke Hand immernoch in dem Verband steckte und praktisch nicht beweglich war, fiel ihr das lange Haar offen über die Schultern und ins Gesicht. Zu der Jeans trug sie heute ein schwarzes T-shirt und einen braunen gestrickten Wollmantel, der ihr bis zum Knie reichte. Um ihre Hüfte war ein passender Gürtel geschlungen.
Sie wirkte ein wenig nervös, als sie die Hand hob und klopfte. Na hoffentlich war Nico da.
Belle saß bis zur Brust in eine Decke gekuschelt auf einem der Korbsessel. Die Beine hatte sie angezogen und sich tief in den Sessel sinken lassen. Leise klang die Musik von Apokalyptica durch den MP3-Player zu ihr, während sie in einem Buch las. Das linke Handgelenk war in einen dicken weißen Verband gehüllt und ganz offensichtlich schonte sie diese Hand, da sie immer mit rechts umblätterte und das Buch von ihren Beinen gehalten wurde.
In letzter Zeit hatte man sie selten in der Schule zu Gesicht bekommen, außgenommen war davon der Unterricht, aber selbst zur Mutations-AG erschien sie nicht regelmäßig.
Früh morgens vor dem Frühstück verschwand sie schon um zu laufen oder dergleichen und nach dem Unterricht verschwand sie meist promt nach Inverness um erst spät am Abend wieder zu kommen und dann praktisch sofort zu Bett zu gehen.
Es war ärgerlich, dass der blöde Sturz sie jetzt davon abhielt und so widmete sie sich eben lang liegen gebliebener Literatur.
Nach dem Unterricht hatte Belle sich recht zügig umgezogen und war laufen gewesen. Die Bewegung hatte ihr gut getan.
Nun war sie in der Sporthalle angekommen und betrachtete mit gerunzelter das aufgebaute Trampolin vor ihrer Nase. Sie würde wohl den Schulleiter bitten ein größeres Neues zu kaufen. Es wäre besser hier zu trainieren, als ständig in die Stadt zu fahren. Nun ja für den Moment musste eben dieses reichen.
Sie zog die schwarze Trainingsjacke, ebenso wie ihre Laufschuhe und stellte beides sorgfältig zur Seite.
Schnell schlüpfte sie in die schwarzen Sprungschuhe und kletterte auf das Trampolin. Okay man sollte niemals ohne Safepeople springen, aber was solls? Sie hatte eben Lust dazu. Vorsichtig begann sie dann das Sprungtuch auszutesten. Bald schon löste sie sich locker mehrere Meter von dem Sportgerät und starrte kontentriert den Rand des Trampolins an.
Das dunkle Haar hatte sie zu einem sehr strengen Knoten gebunden und keine Strähne löste sich daraus. Neben den schwarzen Sprungschuhen, trug sie eine enge schwarze Hose und soetwas wie einen Badeanzug mit langen Ärmeln, ebenso schwarz, allerdings zog sich quer über ihre Brust ein silberner sich verästelnder Blitz. Ein Outfit wie man es vermutlich eher von Turnern kannte.
Dann fing sie an die ersten Salti zu springen. Nichts aufregendes. Vorwärts und Rückwärts, gehockt, gestreckt. Sie lernte die Eigenarten des wohl nicht mehr ganz neuen Tuchs kennen.
Sie und Ashley waren mit dem Bus gefahren und standen nun in der Eingangshalle des hiesigen Schwimmbades. Gerade bezahlte Mae mit ihrer Dauerkarte den Eintritt für sie beide und lotste Ashley dann zu den Umkleiden. Belle hatte den schwarzen Badeanzug schon unter. Wohl keiner den es in jedem Laden zu kaufen gab.
Schnell flocht sie ihr Haar an den Kopf und band den Zopf in ihrem Nacken zu einem strengen Knoten. Erst dann nahm sie die breiten Lederarmbänder ab. Ersetzte aber eines direkt durch ein etwas fünf cm breites Armband aus Neopren. Höchsten flüchtig konnte Ashley einen Blick auf die Zeichnung an der Innenseite von Belles Handgelenk sehen. Offensichtlich wollte sie nicht, dass jemand das Tattoo? sah.
Waährenddessen unterhielt sie sich mit Ashley über dies und das.
Belle war recht früh aufgestanden und war ein wenig laufen gegangen. Als sie zurück war und geduscht hatte, packte sie ihre Schwimmsachen zusammen und ging nach unten. Das braune Haar zu einem strengen Pferdeschwanz geflochten, trug sie Jeans, T-shirt und Turnschuhe.Der Mantel lag noch über der dunkelbllauen Sporttasche, ebenso wie der Schal dazu. Die Sporttasche über der Schulter blickte sie auf die Uhr um zu sehen, wieviel Zeit sie noch hatte und beschloss sich eben noch was zu Essen und zu Trinken einzupacken.
Ein kurzer Abstecher führte sie also in die Küche, wo sie sich einige Brote schmierte und eine Flasche Wasser in die Tasche legte.
Sie saß an dem großen Esstisch zu Hause in New York und wartete auf ihre Eltern. Sie hatte Geburtstag, aber es war kein schöner Tag. Ihre Geschwister lagen schon in den Betten. Sie waren gar nicht in der Küche gewesen wo der wunderschöne Geburtstagskuchen stand. Die Haushälterin hatte an sie gedacht.
Ihre Eltern kamen nach Hause. Müde, gestresst und vollkommen desinteressiert. Eine Rüge, weil sie noch nicht im Bett war. Kein herzlichen Glückwunsch mein Schatz. Wut kroch in ihr hoch und Verzweiflung. Sie hatten sie vergessen und sie hatten sie sicher gar nicht lieb. Sie war eine Belastung nicht wahr?
Sie sprang auf und rannte in ihr Zimmer. Ihren Zufluchtsort. Tränen rannen aus ihren Augen. Augen die so schwarz waren wie die Nacht, aber das sah sie nicht.
Plötzlich verzerrte sich ihre Sicht. Die Farben verschwammen und es blieb ein schwarzweiß Bild in Falschfarben. Sie war "abgerutscht". Leise hörte sie das Wispern der Schatten. Sanft, tröstlich und gleichzeitg aufpeitschend. Töte sie! Bring sie um! Lass uns dir helfen! Du kannst es!
Sanft, liebevoll und warm umschlagen dunkle Arme sie und hielten sie mit mütterlicher Liebe. Es war ein schönes Gefühl und Hass auf ihre Familie, die sie nicht verdient hatten, kochte in ihr hoch.
Schon wanderte sie durch die Wohnung. Alles war in schwarz weiß gehalten. Oder nein eher in verschiedenen Abstufungen von schwarz. Das hier war das Schattenreich.
Gebieterisch deutete sie zuerst auf ihre Eltern, dann ihr Bruder, dann ihre Schwester. Nur die Haushälterin verschonte sie. Sie hatte nichts getan. Gierig und voller Lust aufs Töten breitete sich der Schatten aus und die Arme, die sie gerade noch so sanft gehalten hatten schlangen sich todbringend um jeden einzelnen Hals. Sie drückten langsam zu und in Panik rissen die Menschen ihre Augen auf, aber es war zu spät.
Anklagend schwebten die toten Gesichter ihrer Familie um sie herum und wisperten leise. Du hast uns getötet! Mörderin! Du hast sie nicht unter Kontrolle! Sie sind nicht deine Freunde! Sie sind böse! DU bist böse! Dämon! Mörderin! Dämon....
Zur selben Zeit im Institut:
Belle lag in ihrem Bett und schlief. Sie träumte. Unruhig wälzte sie sich von einer Seite auf die andere. Langsam krochen feine Fäden aus Schatten unter ihr hervor und tasteten sich in die klare Luft des Zimmers. Immer weiter breiteten sie sich aus. Irgendwann war das ganze Bett in tiefste Schatten gehüllt. Die Dunkelheit schien das Mondlicht regelrecht aufzusaugen und lies das Zimmer düster und unheimlich wirken. Schreie brachen aus Belle heraus. Schreie, die seltsam verzerrt klangen und doch voller Schmerz waren. Das Dunkel um sie herum pulsierte und bebte. Es war nicht gut, wenn sie Angst hatte.....