Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Still stand Belle am See und starrte Löcher in die Luft. In ihren unbedeckten Händen hielt sie die Lilien, die Miss Fraser für sie besorgt hatte.
Sie stand wie erstarrt da und bewegte ihre Lippen wie in einem stummen Gebet, während unaufhörlich Tränen über ihre Wangen rinnen.
An jeder der fünf Blumen flattert ein kleines Bildchen. Ein Junge, ein Mädchen, eine Frau und ein Mann. Alle weisen Ähnlichkeit mit Belle auf. An der letzten Blume schließlich mag man ein Bild entdecken, auf dem alle fünf zu sehen sind.
Zitternd streckt sie nach einer Weile die Hand aus und lässt die Blumen eine nach der anderen das steile Ufer hinab in den Schnee fallen.
Fest schlingt sie dann die Arme um sich und sinkt langsam in die Knie, während ihr Blick immernoch wie starr in die Luft gerichtet ist und wohl irgendwas sieht was kein anderer sehen kann.
Er hatte Belle zwar versprochen sie in der Silvesternacht allein zu lassen, aber eigentlich war ihm schon während er das Versprechen gab klar gewesen, dass er es brechen würde, wenn es kein anderer tat.
Trotz des Umstandes wegen dem sie verlangte allein zu sein, oder vielleicht sogar gerade deswegen kam ihm das nicht wie ein Moment vor in dem sie ganz allein sein sollte. Er hatte zwar im Institut aus dem Fenster gelehnt abgewartet ob Ashley oder Karl zu ihr gingen, aber als dies einige Minuten nicht der Fall gewesen war verließ er das Gebäude ebenfalls und setzte sich langsam in Bewegung.
Kurz vor dem See angekommen ging er jedoch nicht zu Belle sondern stattdessen zu einem Teil des Ufers gute 50 Meter fernab von ihr wo er sich hinsetzt, den Blick kurz auf ihr ruhen lässt und dann ebenfalls in die Luft starrt. Ausnahmsweise ist diesmal kein Lächeln oder Grinsen in seiner Mimik zu erkennen.
So nahm er sich vor noch eine Weile hier sitzen zu bleiben ohne zu ihr rüber zu gehen und sie anzusprechen, denn so viel Privatsphäre musste schon sein. Auf die Entfernung erinnerte er eher an einen seltsamen Felsen in der Nacht wie er da saß, wenn man nicht wusste das noch jemand hier war worauf letztendlich nur die Fußspuren im Schnee hinwiesen die sich erst nach einer Weile von ihren getrennt hatten, aber irgendwie zu gehen, sodasas man keine Spuren auf dem direkten Weg hinterließ oder der Versuch sie zu vertuschen würde ja beinahe schon den Eindruck von Stalking mit sich bringen.
Es dauert lange bis Belle sich wieder rührt. Ein, zwei Stunden vielleicht und es ist dabei alles andere als warm. Sie hob die zitternden Hände um die zum Teil gefrorenen Tränen von ihren Wangen zu lösen und erhob sich dann nach einer Weile etwas schwankend. Ihre Beine und Füße waren eingeschlafen und außerdem zitterte sie vor Kälte.
Aber irgendwie fühlte sich trotz allem besser. Irgendwie ging das Atmen leichter und sie fühlte sich nicht mehr ganz so niedergedrückt von der Last auf ihren Schultern.
Tief holte sie dann noch einmal Luft, ehe sie sich umwand um langsam und immernoch mit sehr vorsichtigen Schritten zurück zu tappsen. Tatsächlich wirkte sie fast ein bisschen angetrunken, da sie beim gehen hin- und herschwankte. Entschlossen biss sie die Zähne zusammen, als aus dem Kribbeln in ihren Beinen ein unangenehmes Pieken und Stechen wurde.
Sie ging nur ein paar Schritte und blieb dann erstmal wieder stehen um sich an einem Baum abzustützen und von einem aufs andere Bein zu treten.
Wäre Ashley da gewesen, dann hätte sie sich sicherlich um Belle gekümmert. Doch Dave hatte sie in der Silversternacht nach Edinburgh entführt...
Sie hatte nicht geahnt, dass es Belle in dieser Nacht so schlecht gehen würde.
Wenn sie es erfahren würde, so hätte sie mit Sicherheit ein sehr schlechtes Gewissen, ihre große Schwester einfach mit ihrem Kummer allein gelassen zu haben...
Colin war zwar mehr oder weniger überreascht und eigentlich sogar ein wenig besorgt gewesen, weil sie sich so lange nicht bewegte, weil das bei dieser Kälte nicht gerade ungefährlich war, aber die kleinen Bewegungen durch das Atmen und die Tatsache, dass er ja auch schon eine ganze Weile hier saß und noch relativ lebendig war hielten ihn davon ab dem Drang folgezuleisten zu ihr zu gehen und nachzusehen ob es ihr gut ging.
Als sie letztendlich aufstand war er dennoch erleichtert und auch wenn sie ein wenig schwankte war das doch kein Wunder, denn auch Colin fühlte ein stechendes Kribbeln in seinen Beinen obwohl er sich hin und wieder ein klein wenig bewegt hatte.
Langsam stand er letztendlich auf und ging in ihre Richtung als sie auf den Baum zu ging. Erst humpelte er dabei mit dem eingeschlafenen rechten Bein, aber nach etwa der Hälfte des Weges sah sein Gang zumindest wieder halbwegs normal aus. Ohne ein Wort blieb er erst stehen als er neben ihr ankam und legte ihr seinen Mantel über die Schultern. Der Blick ruhte nicht etwa auf ihr sondern glitt wieder zurück zum Horizont über dem See.
Sie war ein bisschen überrascht als sie den Kopf hob und Colin sah, allerdings malte sich dann doch ein kleines schwaches Lächeln auf ihren Lippen.
"Hi"
meinte sie leise. Ihre Stimme klang rau vom langen weinen und die Augen waren momentan auch noch eher rot, als weiß oder sonst irgendwas, aber es schien ihr zumindest ein wenig besser zu gehen. Sie griff einfach nach seinem Arm um sich daran fest zu halten, als sie den Baum loslies. Mit der anderen Hand hielt sie den Mantel zu und war dankbar um die zusätzliche Wärme. Alles was sie jetzt gerade noch wollte war rein und ins Warme.
Erst als er ihre Begrüßung hörte sah er wieder zu Belle und zwang sich dazu das lächeln zu erwidern, obwohl er ebenfalls ziemlich niedergeschlagen war. Er hatte zwar erwartet, dass sie nicht gerade vorhatte ein kurzes Stoßgebet in den Himmel zu schicken und gleich wieder zu gehen, aber dass die Reue noch stark genug war um diese Kälte zwei Stunden lang über sich ergehen zu lassen zeigte ihm wie tief die Trauer noch in ihr verwurzelt sein musste, obwohl sie sich immer anstrengte stark und jovial zu wirken.
"Hi."
erwiderte er knapp und sträubte sich nicht dagegen, dass sein Arm als Stütze benutzt wurde.
"Sollen wir?" fügte er dabei noch hinzu während er mit dem Kinn in Richtung Institut deutete und hoffte, dass die 2 Stunden mehr als ausreichend waren um die Fußspuren der beiden wieder verschwinden zu lassen, damit sie nicht merkte, dass er ebenfalls länger hier war. Sicher war sie nun müde nd die Kälte machte ihr zu schaffen, also zog er es nicht in Betracht mit ihr hier und vor allem heute darüber zu sprechen.
Sie nickte nur und stapfte dann in Richtung des Instituts los, wobei sie sich an ihn lehnte. Es tat eben doch gut jemanden da zu haben, der sich offensichtlich um einen sorgte.
Sie war still auf dem ganzen Weg zurück und schien die Fußspuren nicht zu bemerken und wenn zumindest sich nicht daran zu stören.
Erst als sie dann im Institut waren löste sie sich von ihm und sah ihn an.
"Kommst du noch mit was warmes trinken?"
Ihre Stimme war leise und sie sah ihn fragend an. Sie sah ziemlich mitgenommen ob der Kälte aus. Da wo ihre Haut nicht rot war, weil ihr Körper krampfhaft versuchte Wärme in die haut zu befördern, war sie fast kalkweiß und war so momentan wohl alles andere als ansehnlich.
Als sie sich an ihn lehnte legte er ihr die Hand auf die andere Schulter und passte sich an ihr Schritttempo an. Nun, er konnte nicht sicher sein, ob sie es ernst meinte, als sie ihm gesagt hatte er solle sie an diesem Tag allein lassen, wenn ihm etwas an der Freundschaft lag, aber zumindest im Moment schien er richtig zu liegen und sie wollte wirklich nicht so allein sein wie sie gesagt hatte.
Als sie sich wieder von ihm löste und ihm ihre Frage stellte tat er erst so als müsse er überlegen, dann lächelte er allerdings wieder leicht und nickte ihr zu, nur um sich dann schoneinmal in Richtung Küche in Bewegung zu setzen, wobei noch leise ein "Kaffee, hm?" ertönte.