Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Sie saß an dem großen Esstisch zu Hause in New York und wartete auf ihre Eltern. Sie hatte Geburtstag, aber es war kein schöner Tag. Ihre Geschwister lagen schon in den Betten. Sie waren gar nicht in der Küche gewesen wo der wunderschöne Geburtstagskuchen stand. Die Haushälterin hatte an sie gedacht.
Ihre Eltern kamen nach Hause. Müde, gestresst und vollkommen desinteressiert. Eine Rüge, weil sie noch nicht im Bett war. Kein herzlichen Glückwunsch mein Schatz. Wut kroch in ihr hoch und Verzweiflung. Sie hatten sie vergessen und sie hatten sie sicher gar nicht lieb. Sie war eine Belastung nicht wahr?
Sie sprang auf und rannte in ihr Zimmer. Ihren Zufluchtsort. Tränen rannen aus ihren Augen. Augen die so schwarz waren wie die Nacht, aber das sah sie nicht.
Plötzlich verzerrte sich ihre Sicht. Die Farben verschwammen und es blieb ein schwarzweiß Bild in Falschfarben. Sie war "abgerutscht". Leise hörte sie das Wispern der Schatten. Sanft, tröstlich und gleichzeitg aufpeitschend. Töte sie! Bring sie um! Lass uns dir helfen! Du kannst es!
Sanft, liebevoll und warm umschlagen dunkle Arme sie und hielten sie mit mütterlicher Liebe. Es war ein schönes Gefühl und Hass auf ihre Familie, die sie nicht verdient hatten, kochte in ihr hoch.
Schon wanderte sie durch die Wohnung. Alles war in schwarz weiß gehalten. Oder nein eher in verschiedenen Abstufungen von schwarz. Das hier war das Schattenreich.
Gebieterisch deutete sie zuerst auf ihre Eltern, dann ihr Bruder, dann ihre Schwester. Nur die Haushälterin verschonte sie. Sie hatte nichts getan. Gierig und voller Lust aufs Töten breitete sich der Schatten aus und die Arme, die sie gerade noch so sanft gehalten hatten schlangen sich todbringend um jeden einzelnen Hals. Sie drückten langsam zu und in Panik rissen die Menschen ihre Augen auf, aber es war zu spät.
Anklagend schwebten die toten Gesichter ihrer Familie um sie herum und wisperten leise. Du hast uns getötet! Mörderin! Du hast sie nicht unter Kontrolle! Sie sind nicht deine Freunde! Sie sind böse! DU bist böse! Dämon! Mörderin! Dämon....
Zur selben Zeit im Institut:
Belle lag in ihrem Bett und schlief. Sie träumte. Unruhig wälzte sie sich von einer Seite auf die andere. Langsam krochen feine Fäden aus Schatten unter ihr hervor und tasteten sich in die klare Luft des Zimmers. Immer weiter breiteten sie sich aus. Irgendwann war das ganze Bett in tiefste Schatten gehüllt. Die Dunkelheit schien das Mondlicht regelrecht aufzusaugen und lies das Zimmer düster und unheimlich wirken. Schreie brachen aus Belle heraus. Schreie, die seltsam verzerrt klangen und doch voller Schmerz waren. Das Dunkel um sie herum pulsierte und bebte. Es war nicht gut, wenn sie Angst hatte.....
Ashley war nach ihrem Gespräch mit dem Schulleiter am Vormittag des 23.9. in ihr neues Zimmer gegangen und hatte sich dort umgesehen. Ihre neue Mitbewohnerin war zu diesem Zeitpunkt nicht da gewesen, vielleicht noch im Unterricht oder beim Mittagessen.
Abends war Ashley erst nach ihr ins Bett gegangen, irgendwie hatte sie Angst davor gehabt mit ihr zusammenzutreffen, auch wenn sie wusste, dass es völliger Unsinn war.
Nun lag sie schlafend in dem Bett neben Belle, das sonst leer gewesen war. Sie selbst schlief ebenfalls unruhig, auch wenn sie nicht träumte. Es war nur ein seltsames Gefühl in einem Bett zu schlafen, dass ihr fremd war und doch nun ihr eigenes sein würde.
Mit eine Mal erwachte sie schlagartig und sah an die Decke. Es war dunkel im Zimmer.Dann hörte sie den Schrei und schrak zusammen. Ruckartig setzte sie sich in ihrem Bett auf. Erst jetzt bemerkte sie, dass der Raum stockfinster war. Gestern Nacht im Park von Inverness hatte sie den Mond gesehen, nun war von ihm nichts zu sehen. Ob es draußen bewölkt war? Nein, dies hier war eine andere Dunkelheit. Es schien, als sei alles von der Dunkelheit verschluckt worden. Träumte sie vielleicht selbst? Ein weiterer Schrei neben ihr, riss sie aus ihren Gedanken. Er kam vom Nebenbett. Sie schloss für einen kurzen Moment die Augen und versuchte ihren heftigen Atem zu beruhigen. Ihre Mitbewohnerin schien einen Alptraum zu haben ...aber weshalb klangen die Schreie so unheimlich? Reiß dich zusammen
Sie sah zu Belle hinüber. Fassungslos betrachtete sie die pulsierende Dunkelheit um das Bett. Was war das? Ashley begann zu zittern.
"Hallo...", flüsterte sie. Ihre Stimme war nicht mehr als ein Krächzen, so heiser war sie vor Angst.Wie heißt sie noch? .....Ach ja...Belle
Sie räusperte sich.
"Belle?", fragte sie etwas lauter.
Es dauerte einen Moment, doch dann wachte sie tatsächlich auf. Diese ungewohnte Stimme riss sie aus ihren furchtbaren Träumen. Sie blinzelte und wusste im ersten Moment gar nicht wo sie war und was los war. Für Ashley indes durfte es aussehen, als würde sich der Schatten schlagartig über die schlanke Gestalt Belles in deren Augen zurück ziehen. Und auch als sie sich aufrichtete und sie erschrocken, ja fast misstrauisch ansah war nichts weißes in ihren Augen. Nur tiefe Schwärze.
"Wer bist du?"
fragte sie unbeabsichtigt scharf und schon wieder rannen kleine Schattenärmchen über ihre Wangen. Ein sicherlich erschreckender Anblick, wenn auch irgendwie esthetisch. Sie war noch nicht wirklich wach und halb in ihrem Traum gefangen und realisierte gar nicht ihre Unfreundlichkeit.
Ashley zuckte zurück, als Belle wirklich eine Regung zeigte. Sie hatte fast nicht damit gerechnet oder es vielleicht gehofft, dass sie nicht aufwachen würde?
Sie war bis an die Wand zurückgewichen und beobachtete, wie die feinen Schattententakel sich zurückzogen.
Was war das für ein Mädchen?
Ashley schreckte noch einmal zusammen, als Belle sich aufrichtete und sie mit ihren Augen fixierte.
Ashley schluckte und brauchte einen Moment, bis sie überhaupt den Mund öffnen konnte.
"Ich ...bin..Ashley", stotterte sie und versuchte zu Lächeln, um nicht zu zeigen, wieviel Angst sie gerade hatte.
Vielleicht träumte sie ja auch nur...
Nein...ich träume nicht...
"Ich...bin deine...neue Zimmernachbarin", fügte sie nach kurzer Pause hinzu, unfähig den Blickkontakt zu diesen unheimlichen Augen abzubrechen.
"Es tut ...mir leid..ich wollte...dich nicht errschrecken...du..hast gestern schon geschlafen, als ich hier hereinkam...ich bin neu...seit gestern morgen hier..."
Sie brach ihren plötzlichen Wortschwall ab und sah nun nervös zu Belle.
Entsetzt sah sie das Mädchen an und zuckte sacht zusammen, als hätte sie sich bei irgendwas erschrocken. Tatsächlich hatte sie das Wispern der schatten mal wieder gehört.
Sie schloss die Augen und zwang sich ganz langsam durchzuatmen und sich zu beruhigen. Es dauerte vielleicht eine Minute, doch als die vielleicht achtzehnjährige dann die Augen aufschlug waren diese von einem dunklen Blau und sie wirkte bei weitem nicht mehr so bedrohlich.
"Tut mir leid."
Kam es mit einem mit einem fast schüchternen und sehr verunglückten Lächeln über ihre Lippen.
Ashley nickte langsam. Sie war immer noch wie gelähmt. Was ist denn..mit ihren Augen? Jetzt sind..sie blau
Sie versuchte zurückzulächeln und schaffte es sogar das Lächeln nicht wie eine Grimasse aussehen zu lassen, auch wenn man ihr den Schrecken noch anmerkte.
"Es...ist schon gut...es geht wieder...", murmelte sie nach einiger Zeit.
Sie zitterte nicht mehr. Das einzige, was sie nun bemerkte, waren ihre Hände, die an den Knöcheln weiß hervortraten, so sehr hatte sie sie in die Decke gekrallt.
Sie lockerte sie hastig und versteckte sie unter der Decke.
"Es tut mir leid...ich hätte in das Zimmer kommen sollen...bevor du schlafen gegangen bist...", sagte sie dann und versuchte recht gleichmütig zu klingen.
murmelte sie leise zu sich, ehe sie aufstand und die Füße in ihre Hausschuhe schob.
"schlaf ruhig weiter. ich geh ein bisschen nach unten. Und keine panik sie kommen schon nicht wieder."
Ein flüchtiger Blick strich über den Wecker auf ihrem Nachttisch und sie seufzte Innerlich. Vier Stunden waren sicher nicht annähernd genug Schlaf, aber solange jemand in diesem Raum schlief konnte sie das schlecht auch tun. So griff sie nach dem Morgenmantel um sich darin einzuhüllen.
Ashley sah sie einen Moment lang an und nickte dann.
"Okay...", war alles, was sie dazu sagte.
Vielleicht wäre es besser gewesen, der Schulleiter hätte mich in ein anderes Zimmer gesteckt...ich gaube, sie ist nicht wirklich begeistert, dass ich hier bin
Sie setzte sich zurück aufs Bett und schob die Füße unter die noch warme Bettdecke zurück.
Nachdenklich beobachtete sie, wie Belle sich ihren Morgenmantel überstreifte und die Haare zusammenband.
Sollte sie noch etwas sagen? Nein, besser nicht...sie hatte vielleicht schon zuviel gesagt...und außerdem traute sie sich nicht, aus Angst, sich vielleicht aufzudrängen.
Sie lächelte der anderen sacht zu und strich die losen Strähnen hinter die Ohren, ehe sie zur Tür ging.
"Schlaf gut"
Meinte sie freundlich und verließ dann das Zimmer um nach unten zu gehen. Den Rest der Nacht würde sie wohl in der Küche verbringen und sich irgendwie wach halten.
Ashley sah ihr nach, wie sie das Zimmer verließ.
Sie legte sich zurück ins Bett und sah an die Decke.
Was Belle wohl jetzt tun wollte? War sie denn nicht müde?
Würde sie wo anders schlafen oder wollte sie nicht mit ihr in einem Zimmer schlafen?
Vielleicht lag es ja an ihrem Traum. Möglicherweise hatte sie so etwas öfter...ob sie Angst hatte, dass sie dann ihr etwas tun konnte?
Unheimlich genug hatte es ausgesehen...
Ashley verschränkte die Arme hinter dem Kopf.
An Schlaf war nicht mehr zu denken.
Jetzt, wo sie einmal wach geworden war, war sie nicht mehr müde.