Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
"Darf ich vorstellen? Ms Munroe - Mr MacGillivray, auf Bitte von Mr Burleigh ist er zu uns gekommen."
Sie hatte sich sofort erhoben, als Ro ins Zimmer kam und schaute sie nun lächelnd an. Ele hatte keine Ahnung, wie die Machtverhältnisse sich nun aufteilen würden und so stellte sie die beiden einander erstmal nur namentlich vor.
Ebenso wie es mit den Lehrplänen und Liam funktioniert hatte so schien es nun auch mit Ms Munroe zu funktionieren.
Der Aktenstapel lag fein säuberlich auf dem Schreibtisch. Sie griff ihn sich und nickte nur kurz.
"Hab ich zufällig hier."
Sechster Sinn? Eingebung? vllt. sollte sie Grandma doch mal fragen ob sie nicht doch irgendwas von alten Druiden geerbt hatte.
"Aber ich glaube, ich sollte ihnen erstmal einen Tee brühen und sie setzen sich zu uns und kosten Grandma´s Kuchen."
Sie wollte nun nicht unbedingt sagen, dass die junge Frau bischen geschafft ausschaute aber zu leugnen war es nun mal nicht und sofort begann Ele sich auf für sie verantwortlich zu fühlen.
Ob Ms Munroe sich ihrer sanften Führung dieses einemal unterordnen würde?
Bittend deutete sie auf die Sitzgruppe.
Auch Lucian hatte sich schließlich erhoben, als Ororo ins Zimmer kam. Er hatte genauso zurück gegrüßt, so dass auch er mit einem Lächeln und Nicken "Hallo" gesagt hatte. Als Eleanora sie einander dann vorstellte, trat er hinter dem Tisch vor und streckte Ororo die Hand entgegen.
"Freut mich sehr, Miss Munroe." Da Eleanora ihr einige Akten überließ nahm Lucian an, dass die ihm Vorgestellte auch den zu Schulleitern gehörte... oder zumindest zu den Lehrern des Instituts. Damals hatte er sie nicht gesehen, als er das letzte Mal hier gewesen war, aber er war ja auch nicht wirklich hier im Zimmer gewesen und das ganze Institut hatte er damals auch nicht erkundet.
Er musterte Ororo noch einen Moment und blieb stehen, bis sie sich vielleicht dazu entschließen würde, Eleanoras Bitte zu folgen und sich zu ihnen zu setzen. Wieder einmal hatte er die Hände übereinander gelegt, was eine typische Priestergeste zu sein schien.
Mr. MacGillivray? Sie war nur zu froh darum, dass das Rattern in ihrem Hirn von niemandem gehört wurde - oder zumindest taten sie so, als würde sie es nicht mitbekommen, sehr freundlich.
Es war alles ein bisschen viel an Informationen auf einmal gewesen und der Stress, die Schwangerschaft und die Zeiteinstellung... alles forderte irgendwann seinen Tribut. So unterdrückte sie ein leises Gähnen mehr schlecht als recht, dass sie sich verlegen die Finger an die Lippen drückte.
"Pardon." Ach du je, das war ja ein ganz toller erster Eindruck auf den Priester und ein noch besserer zweiter Eindruck auf Mrs. Fraser.
"Ich bin gestern aus den Staaten zurück gekommen - so ganz habe ich die Zeit noch nicht wieder eingeholt."
Sie schob die Ärmel ihres Wollpullovers ein Stück hoch und liess sich auf dem angebotenen Platz nieder.
Ihre Finger begannen mit dem schlicht silbernen Armreif an ihrem Handgelenk zu spielen, als sie sich an Eleanora wandte. "Wenn sie einen Roibusch hätten..." SO! Nun war es so weit: Ihre Mitarbeiterin musste sie für völlig bekloppt halten - das hielt sie sich ja selber schon. Aber sie konnte zum anderen auch nicht die warnende Stimme des blauen Fellknäuls Hank aus ihren Gedanken vertreiben. 'In deinem Leben herrscht schon genug Stress, Ro - du musst dein Kind nicht auch noch mit Koffein oder Teein belasten. - Wer hat behauptet, dass der gut schmeckt?!'
Sie hatte gar keine Ahnung, ob Mrs. Fraser überhaupt um das offene Geheimnis ihres Zustandes wusste oder sie nun schlichtweg für eine Arbeitgerberin mit Sonderwünschen hielt, aber dann würde sie sie hoffentlich noch besser kennenlernen. Ororo war ja nun wirklich keine komplizierte Frau - wenn man nicht gerade mit ihr aneinander rasselte.
"Mister MacGillivray, Kassander hat mir gesagt sie wüssten einiges über das Siegel in unserem Keller?" Um mal auf den Punkt zu kommen. Aber wie fragte man seinen Gegenüber, ob der von diesem kleinen, lästigen Zeitloch wusste, dass Leute aus der Zukunft und der Gegenwart direkt ins Mittelalter (oder wo auch immer hin...) katapultierte und wie sie wieder zurück kamen. Haben sie zufällig ein Handbuch für Zeitreisen, Mr. MacGillivray? Sie kam aus diesem Büro nicht mehr ohne Zwangsjacke raus, sie sah es schon kommen!
Ele nickte kurz und trat zum Wasserkocher. Nun war sie froh, dass sie die Teebüchsen mitgenommen hatte, die ihre Mutter ihr hingestellt hatte und da ihre Mutter nur sehr selten Kaffee trank war sie zur passionierten Teetrinkerin geworden was regelmäßig den gutmütigen Spott herausforderte.
Sie nahm einen großen Pott und brühte den Tee auf und stellte ihn samt einem großen Stück Kuchen vor Ro auf den Tisch.
Dann zog sie sich hinter ihren Schreibtisch zurück und kümmerte sich um ihren Kram. Sie blendete die beiden und ihre Unterhaltung aus. Wenn Ro ihr etwas über die Unterhaltung sagen wollte, würde sie es tun.
Es klappte nicht immer mit dem Ausblenden aber Ele war fleißig am Trainieren. Es war nicht alles für ihre Ohren bestimmt.
Ah... also war sie doch seine Ansprechpartnerin. Er nickte leicht, scheinbar wollte sie keine Zeit verlieren. Das wollte er auch nicht. Trotz allem nahm er noch einmal einen Schluck Kaffee und dachte über ihre Frage nach. Was er über das Zeitloch wusste? Es war eine Menge und doch nichts Konkretes.
"Meine Vorfahren haben hier auf dem Anwesen gelebt. Das ist etwa 200 Jahre her. Einer meiner Urgroßväter hat sich sehr für die Geisterthematik interessiert und da er wusste, dass dieses Anwesen hier sehr alt ist, legte er einige Gänge frei, die zuvor zugemauert gewesen waren.
Er stieß einst auf dieses Siegel, aber da er selbst Historiker war und niemanden auf seinem Grundstück duldete, verschwieg er seinen Fund, bis er die Bedeutung des Siegels allein heraus gefunden hätte. Das hat er nie geschafft und so wurde das Geheimnis stets weiter vererbt, selbst als meine Vorfahren zu arm waren, das große Anwesen noch zu halten. Wieder wurde das Siegel zugemauert, aber das Geheimnis darum blieb weiterhin in den Köpfen der MacGillivray. Sie sehen, selbst ich kenne es...
Vor einigen Jahren..." Nein, er musste anders anfangen. "Ich schätze, ich kann dieses Geheimnis niemandem weitervererben, so dass ich einen anderen Weg wählte. Ich schrieb zwei Bücher über dieses Anwesen hier und ich streute auch versteckte Hinweise auf das Siegel in die Zeilen. Einige erkannten diese Bedeutung tatsächlich, vermuteten aber einen Schatz in den Kellern des Anwesens, so dass es vor einigen Jahren zu 'Schatzräubern' kam, die hier herumschnüffelten. Ich rief eine Neuauflage der Bücher zurück."
Aber das war nur die Vorgeschichte. Was das Siegel anbelangte. Lucian drehte die Tasse in der Hand und machte eine Pause, ehe er weiter erzählte.
"Das Siegel ist nur eine Art Schutz. Das Tor verbirgt sich erst dahinter. Einige Zeichen davon kann ich deuten, so die Signatur des Erzbischofs von York oder einige Beschwörungsformeln zur Abschreckung von Geistern. Es mischen sich keltische und christliche Zeichen, aber das nicht nicht allzu ungewöhnlich... auf der anderen Seite könnte es auch sein, dass... man einfach auf Nummer Sicher gehen wollte. Das zeigen auch die Figuren auf dem Siegel. Wiederum einige andere Zeichen sind so seltsam, dass ich sie nirgends sonst gefunden habe. Sie sind mit nichts zu vergleichen...
...Miss Munroe... dieses Siegel wurde Jahrhunderte nicht geöffnet. Wer immer es geöffnet hat..."
Aber er beendete den Satz nicht. Stattdessen sah er sich kurz um. Konnten sie vielleicht doch woanders hin?
Ororo nahm Eleanora dankend den Tee ab, auch wenn der Kuchen ein recht trauriges Dasein auf dem Tisch fristen musste. Nicht, dass sie an normalen Tagen (wobei sie ihren Zustand eigentlich nicht als normale Tage ansah) nicht den entsprechenden Appetit auf den Kuchen gehabt hätte - sie hatte ohnehin eine Vorliebe für Süsses entwickelt -, es war einfach der Stress und die Sorge ums Team, die ihr die Kehle für Essen schlichtweg zuschnürte.
Was der Priester zu erzählen hatte, machte die Sache nicht unbedingt besser. Was hatte sie erwartet, dass er ihr erzählen würde? Nun, eigentlich hatte sie eher damit gerechnet, dass er das Siegel eventuell kannte, aber damit auch nichts anzustellen wusste. Ros Augenbrauen rutschten zusammen, ohne dass sie es hätte verhindern können ein wenig angefasst auszusehen.
"Was schätzen sie, auf welche Zeit diese Inschriften datiert werden können?" Was hatte Jean gesagt? Hatte sie ihnen eine ungefähre Zeitspanne genannt, in der das Team gelandet war. Sie konnte sich nicht erinnern - warum verdammt nochmal konnte sie sich nicht erinnern? Ihre Tasche verrutschte etwas, durch ein kurzes Zucken ihrer Hand und sie konnte gerade noch verhindern, dass der Tee in die Untertasse schwappte.
Wer immer dieses Siegel geöffnet hat muss enorme Kräfte besitzen - war es das, was er hatte sagen wollen? Hatte Scott diese Kräfte, von denen er gar nichts wusste? Oder lag es vielleicht an einer Gabe eines anderen Mutanten in diesem Haus, dass sich das Zeittor aufgetan hatte?
Tief durchatmend, stellte Ro die Tasse zur Seite und deutete ihm auf die Tür, die in ihr Büro führte. Scheinbar hatte sie einen ganz ähnlichen Gedankengang wie er gehabt. "Vielleicht sollten wir das in meinem Büro weiter besprechen." Wobei es nicht unbedingt um Mrs. Fraser ging - auch wenn es den Anschein erweckte -, sondern dass man nie wusste, wer hier als nächstes in die Tür stürmen würde.
"Ich denke, man kann die Inschriften auf Anfang 14. Jahrhundert datieren. Die Signatur des Bischofs ist da recht eindeutig..."
Ja, so etwas ähnliches hatte er wohl gemeint. Er war immerhin von Amts wegen ein Mann, der an Wunder zu glauben hatte... aber auch der Berufung wegen war er sich sicher, dass es mehr Ding' im Himmel und auf Erden gab als sich die Schulweisheit träumen würde. Lucian nahm noch einmal einen Schluck von seinem Kaffee und nickte schließlich. Er erhob sich und sah in Eleanoras Richtung.
"Haben Sie vielen Dank für den Kuchen und den Kaffee, das war wirklich jetzt genau das, was ich gebraucht hatte. Auf Wiedersehen, Miss Fraser."
Nachdem er sich natürlich mit einem Lächeln von ihr verabschiedet hatte, folgte er Miss Munroe hinüber ins andere Zimmer. Vielleicht konnte er ihr ja noch ein wenig helfen, aber er wusste nicht so genau, wo er da ansetzen sollte. Es würde sich im folgenden Gespräch wohl klären...