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Scott hatte in den letzten Tagen mit dem Team, das bei GENETHICS dabei sein sollte, noch einmal hart trainiert. Letztlich hatte sich auch Rohey ihnen angeschlossen, da das Team ja unbedingt weibliche Unterstützung brauchte. Vielleicht hatte sie gar nicht so Unrecht damit. Scott hatte Padraigs Vorschlag schließlich angenommen. Ja, warum sollten sie nicht einfach ein wenig Sprengstoff mitnehmen, auch wenn er ihre Aktionen nicht gern anderen terroristischen Vereinigungen in die Schuhe schob, aber primär mussten sie ihre Schüler schützen. Und darum durfte ihre eigene Identität auch nicht noch einmal an die Presse gelangen. Sie würden diesen Laden in die Luft gehen lassen, damit sich GENEHTICS in Inverness nicht mehr so schnell davon erholen würde. Und wenn Scott mit dem eigenen Beam nachhelfen musste, diesmal würde kein Stein auf dem anderen bleiben.
Es war die Nacht vom 06. auf den 07. Januar. Es war eine kalte Winternacht und diesmal hatten sie den Jet nicht bis vor die Tore GENETHICS geflogen. Er stand in einem Waldstück einige hundert Meter entfernt. Es handelte sich um einen Guerilla-Angriff, denn sie würden da rein gehen, GENETHICS aufreiben und Lewis mitnehmen. Trotz allem hatte Scott betont, dass niemand zu Schaden kommen sollte und jeder im Labor zuvor die Chance bekommen sollte zu verschwinden. Seine eigene Wunde war zwar noch nicht gänzlich verheilt, aber er war guten Mutes, dass er dennoch voll einsatzfähig bleiben würde. Das Training hatte er recht gut absolviert für jemanden, der über vier Jahre lang keinen Danger Room mehr gesehen hatte. Er hatte zwar noch nicht seine alte Form gefunden, aber dafür umso mehr Entschlossenheit.
Es waren nur noch einige Meter bis vor das Tor von GENETHICS und das Team hatte schon fast von selbst eine V-Formation eingenommen. Natürlich ging Scott mal wieder ganz vorn, die Frage war nur, ob sich Logan ihm anschloss oder den Leitwolf an Cyclops abgab. Gleich, wie sich Logan entschied - Scott hatte ihn im 13. Jh. zu schätzen gelernt und Wolverine war niemand, der sich noch irgendwie beweisen musste. Genauso wenig wie Scott.
Padraig hatte einiges an Sprengstoffen dabei. Immerhin war es sein Vorschlag gewesen, ihren Angriff unkenntlich zu machen. Und er wusste nicht, wie gut die anderen darin waren, eben diese Sprengstoffe zu besorgen. Oder mit ihnen umzugehen. Aber wozu war er dabei? Ok, wohl nicht nur um die Sprengstoffe zu platzieren, aber er hatte nicht umsonst die letzten Tage den Grundriss des Labors ausführlich studiert und herumgerechnet, wo man mit möglichst wenig Einsatz den größtmöglichen Schaden verursachen konnte. Er würde sich eventuell ein wenig vom Team entfernen müssen, damit er alle Ladungen gut platzieren konnte, aber das sollte nicht so das Problem darstellen.
Er selbst hatte nicht so viele Hemmungen andere zu verletzen, denn anders als Scott war sein Leben durch Menschen, wie jene, die bei Genethics arbeiteten, zu sehr beeinflusst worden. Was wäre gewesen, wenn sie ihn nicht aus der Retorte gezogen hätten? Irgendwie fiel mir in dem Kontext ein Lied von Rammstein ein. Als hätten die meine Situation gekannt und ein Lied daraus gemacht. Mutter….Der Mutter die mich nie geboren
hab ich heute Nacht geschworen ich werd ihr eine Krankheit schenken und sie danach im Fluss versenken Ja, es war doch irgendwie passend. Genethics würde heute Nacht wirklich eine Krankheit geschenkt, eine, die sich hoffentlich wie ein Lauffeuer um die Welt ziehen würde. Padraig kam nicht umhin, das er langsam begann Magnetos Sichtweise zu verstehen. Nicht das er die Herrschaft der Mutanten oder die Vernichtung des Homo Sapiens wollte, aber er wollte, dass man den Mutanten nicht mit dieser Verachtung entgegentrat. Ein Miteinander, ähnlich wie Prof. Xavier es wollte, nur bezweifelte er, dass sich die Menschen auf so etwas einlassen würden.
Logan war zwar dafür bekannt, dass er keiner Streitigkeit aus dem Weg ging und er gern mal vorn dabei war, wenn es darum ging sich zu raufen, aber dennoch wünschte er sich das mit Genethics wäre anders abgelaufen. Es hatte zu viele Opfer gegeben, doch aus Erfahrung wusste er dass mit solchen Leuten weniger zu reden und zu verhandeln war und sie nun unbedingt handeln mussten.
Er war ja nun niemand der sonderlich darauf stand anderen mitzuteilen, was er so dachte geschweige denn fühlte, aber Vorwürfe machte er sich trotzdem. Wenn sie damals anders reagiert hätten…wenn sie nicht gezögert hätten…dann…müssten sie nicht so viele Opfer beklagen und vor allem hätte man auch Ororo ihr Schicksal ersparen können. Er hatte noch nicht einmal mit Ororo darüber gesprochen was damals geschehen war und er hatte es auch nicht vor, aber schon allein aus dem Grund wurde das hier ein Unterfangen in persönlicher Sache. Keiner dürfte seinen Freunden schaden außer er selbst.
Was er hingegen richtig toll fand, dass Rohey dabei war. Das Mädchen hatte einfach Pfeffer im Arsch und es war verdammt noch mal an der Zeit gewesen, dass sie im Team mal wieder mitmischte. Er hatte es zwar nie so offen wie Hank gesagt, aber er hätte sich für sie auch eine andere Zukunft gewünscht, aber nein…da war dann dieser LIAM aufgetaucht und zack war sie verheiratet und schwanger gewesen (oder eher in der anderen Reihenfolge.)
Er hatte heute keinerlei Probleme an Scott die Führungsposition abzugeben. Schließlich war Kassander ja dabei und er musste einen auf Vorbild machen und es ging auch nicht darum persönliche Stellungen im Team zu sichern sondern den Drecksladen auseinander zu nehmen
Gemischte Gefühle. Das war es, was er empfand, als er neben Scott und den Anderen aufgebrochen war und nun hier im Wald stand und wartete, dass die Operation in die nächste Phase einleitete.
Gemischte Gefühle deshalb, weil er einerseits zustimmte. Genetics musste vom Erdboden verschwinden. Zuviele Gefahren und Qualen lauerten dort. Sie mussten es für die Schüler und Schülerinnen des Instituts tun, für die Zukunft der Mutanten...
Doch gab es keinen anderen Weg? Er selbst wusste, dass es ihn nicht gab und doch versuchte er krampfhaft eine andere Lösung zu finden.
Er war einfach zu barmherzig für diese Welt.
So stand er stumm da und starrte in die Dunkelheit.
Wenn Kurt schon von gemischten Gefühlen sprach, was sollte die Empathin an Bord erst sagen?
Warum Rohey nach so einer langen Pause nun ausgerechnet zu diesem Einsatz mitgekommen war? Das war ganz einfach zu erklären: Die Frauenquote musste eingehalten werden.
War doch klar, oder?
Aber im Ernst. Rohey hatte schon seit langer Zeit bei Logan darauf beharrt, dass ihre Zwillinge alt genug waren, damit sie ihre Teamtätigkeit wieder aufnehmen konnte. So lange sie einen Babysitter hatte. Oh und den hatte sie heute sowas von - Liam hatte einiges wieder gut zu machen, wenn er weiter eine unbeschwerte Ehe führen wollte.
Sie hatte mit Ororo gesprochen und somit nur per Zufall von dem Einsatz erfahren und sich einfach so lange an Scotts Hintern gehängt, bis dieser entnervt seine Zustimmung gegeben hatte.
Sie war dabei!
Und sie stand in ihrer Wut gegenüber Genethics den anderen in nichts nach. Ihre Lederhandschuhe knirschten bedenklich in der schleichenden Stille, als sie die Fäuste ballte. Sie warf Logan einen kurzen Seitenblick zu - denn schliesslich war sie diejenige, vor der er keine Gefühle verbergen konnte - und schmunzelte einen Augenblick. Aber das Blitzen in ihren Augen war weniger freundlich, als sie den Kopf wieder nach vorne wandte und hinter Scott auf das Gelände von Adam Lewis zusteuerte.
Das sie sich an dieser Aktion so unbedingt hatte beteiligen wollen, war bei Ororo auf Verwunderung gestossen, denn sie hatte Rohey als eine junge Frau mit hohen ethischen Grundsätzen - und einer gut strengen katholischen Erziehung, aber die hatte im Falle Liam ja auch versagt - kennengelernt und war über ihre Entschlossenheit ernsthaft überrascht gewesen.
Ja, sie hielt normalerweise immer den friedlichen Weg für den besseren - aber Lewis hatte Kinder entführt, gezüchtet und zu seinen Zwecken missbraucht, ihr Freundin entführt und Gott weiss was mit ihr angestellt und er hatte einen ihrer Freunde von seinem wildgewordenem Haustier töten lassen.
Ihrer Meinung nach durfte sie auch als Tochter einer erzkatholischen Familie in diesem Fall auf das alte Testament zurück greifen: Auge um Auge, Zahn um Zahn!
Es schien so, als wäre Gambit wirklich der Einzige hier, der sich auf den Einsatz freute, oder? Okay, nicht, dass er Spass daran hatte, Leute zu bedrohen - aber über die Action freute er sich wirklich. Der Anlass hätte allerdings ein besserer sein können.
Dennoch ging Remy hocherhobenen Hauptes mit den anderen mit. Sich zu verstecken kam für ihn in diesem Fall gar nicht erst in Frage. Was auch immer heute Nacht geschah ging nur Genethics und die Mutanten etwas an. Und da war es nur fair, wenn die anderen ihnen in die Augen sehen konnten. Insbesondere in ein gewisses rot-schwarzes Paar. Aufräumen konnten sie später immer noch.
Bei diesem Gedanken sah Remy wieder hinüber zu Padraig und dessen Rucksack. Unwillkürlich musste er grinsen. Ob der andere wusste, dass er sich die Schlepperei hätte sparen können? Remys Mantel hing nicht umsonst so leblos herunter. In den diversen Innentaschen und Fächern in seinen Ärmeln verbargen sich mehrere Kartendecks, die der Cajun einige Tage zuvor in der Stadt erstanden hatte.
Es waren nicht unbedingt die billigsten Karten, da Remy wusste, worauf er bei seinen Wurfgeschossen zu achten hatte. Der Verkäufer hatte dennoch nicht schlecht gestaunt, als der Mann mit dem fremden Akzent und den seltsamen Augen gleich mehrere Dutzend Decks kaufte. Remy hatte zur Erklärung eines davon ausgepackt und dem staunenden Ladeninhaber und den anwesenden Kunden ein paar Kartenkunststücke vorgeführt, sie über seine Finger wandern und zwischen den Händen hin und her springen lassen. Ein paar erklärende, charmante Bemerkungen und elegante Bogenwürfe aus dem Handgelenk, bei denen der ganze Stapel über seinen Kopf flog und auf der anderen Seite perfekt in seiner Hand landete, genügten, um die Zuschauer zu überzeugen, dass er damit sein Geld verdiente. Den kurzen Applaus liess Remy sich gern gefallen, bevor er seine Einkäufe in einem grossen Pappkarton mitnahm. Einen Teil davon trug er nun bei sich.
Remy könnte durchaus eines der Gebäude allein niederreissen, wenn er seine Karten entsprechend auflud, bevor er sie warf. Aber genau das hätte man dann zurückverfolgen können, deswegen waren die Sprengstoffe die sicherere Variante.
Angesichts der bevorstehenden Zerstörung war es fast absurd, was für Gedanken dem Cajun durch den Kopf gingen.
I ain't got nobody
and nobody cares for me
I'm so sad and lonely
won't somebody come and take a chance with me?
I sing sweet love songs, honey
all the time
if you come and be my
sweet baby mine
'cuz I ain't got nobody
and nobody cares for me...
Nur wer genau hinhörte, konnte vernehmen, wie Remy die Melodie dieses alten Gassenhauers vor sich hinsummte, als wäre er gerade beim Spaziergang am Sonntagnachmittag. Allerdings war das ein gutes Zeichen. Remy würde sich nie dazu hinreissen lassen, wenn er nicht voll bei der Sache war und den Einsatz so ernst wie jeder andere hier nahm.
Was wurde das?
Lustiges Ringelpiz mit Anfassen?
Scotts Blick richtete sich einen Moment auf Gambit, allerdings meinte er dann zu Padraig: "Nachdem ich das Tor gesprengt habe, rennst du los. Du weißt selbst am besten, wo du die Sprengladungen anbringen möchtest. Rohey? Du begleitest ihn. Da ihr alle die Pläne kennt, treffen wir uns in genau 15 Minuten vor dem Eingang des Sublabors."
Denn Scott hatte vor, wengistens dieses Labor bis zur Gänze zu vernichten. Natürlich war unklar, ob dort wieder Mutanten zu Versuchszwecken untergebracht worden waren, sie mussten sich zu Anfang dort natürlich umsehen. Scotts Hand glitt zum Visor. Sein erstes Ziel waren die Kameras links und rechts des Tores. Er konnte sie auch noch aus einiger Entfernung treffen, so dass das Team nicht einmal auf den zerstörten Bändern zu sehen gewesen wäre. Metall und Plastik splitterte und der Alarm ging sofort los. Jetzt musste es schnell gehen.
Das Tor flog in einem brechenden Geräusch auf, so dass Scotts Ruf an Padraig und Rohey vollkommen unterging, aber die beiden wussten ohnehin, was sie zu tun hatten. Anders als beim letzten Mal, würde es das Team diesmal mit einigen schwereren Gegnern zutun haben, denn auch Genethics hatte nicht untätig herum gesessen und sich einige Mutanten aus den Camps zurück in die Labors geholt. Sie hatten gerade den Hof erreicht, als einige Wachmannschaften ausströmten. Unter ihnen waren zwei geflügelte Mutanten, ein adlerartiger Mutant und eine Mutantin mit Fledermausflügeln. Bei allen anderen waren mögliche Mutationen nicht sichtbar, wenngleich alle nur ein Ziel zu kennen schienen: das Team auszuschalten.
Der Adler rannte auf Remy zu, wohingegen ein weiblicher Soldat aus der Reihe fiel und Padraig, sowie Rohey nachsetzte. Ihr folgten noch drei weitere Soldaten, als hätten sie gemerkt, dass Padraig eine Bewährungsprobe bevorstand. Der Boden schwankte unnatürlich unter Rohey und Padraigs Füßen, was nur ein kleiner Vorgeschmack von den Fähigkeiten der Angreiferin war.
Die Fledermauslady schien Kurt ins Auge gefasst zu haben, denn sie flog rasend schnell auf ihn zu. Ihre Hände waren grotesk krallenartig verbogen und wenn sie ausholte, was die Angreiferin vorzuhaben schien, so konnte sie wohl einige blutende Hiebe austeilen. Einer der Soldaten ging direkt auf Logan zu. Äußerlich wirkte er nicht wie ein Mutant, auch wenn seine Augen silbrig glänzten. Seine Hand verwandelte sich während seines Gehens in ein Schwert. Dennoch waren Verwechslungen mit Liam McNamara vollkommen ausgeschlossen. Was genau dieser Typ vorhatte, schien noch unklar... aber sein Blick war auf Logans Hals gerichtet.
Auch Kassander würde mit einem Soldaten konfrontiert werden, der schon genau zu wissen schien, welche Mutation er hatte. Denn er hatte keine Waffe aus Eisen in der Hand, sondern einige Dartpfeile aus spitzgefeiltem Holz, die womöglich wie damals Rats Messer vergiftet sein konnten. Aber genau dieser Soldat hielt auch immer Augenkontakt mit dem Adlermutanten, der Remy scheinbar nur abzulenken hatte.
Scott hingegen fand sich nicht nur einzelnen Mutanten gegenüber, denn er wurde direkt von einer ganzen Horde angegriffen, die ihn ein wenig an unkoordinierte Schotten erinnerte. Aber gerade das schien ihr Ziel zu sein. Keine geordnete Kriegstaktik, sondern heilloses Drauflosrennen. Früher hätte Scott wohl seine Probleme damit gehabt, aber irgendetwas Gutes musste ja dieser ganze Vergangenheitsunsinn gehabt haben.
Er machte sich bereit, als Scott den Angriff begann.
Sein Schwanz peitschte nervös hin und her. Das blieb aber auch das einzige Anzeichen für seine Unruhe.
Er warf den Anderen noch einen kurzen Blick zu. Passt auf euch auf...
Der Gedanke war einfach, aber auch das, was ihm im Moment am Wichtigsten erschien.
Er rannte geduckt neben Remy her, verlor ihn jedoch aus den Augen, als ihre Gegner sie angriffen.
Es versetzte seiner Magengegend einen schmerzhaften Stich, als er die Mutanten sah, die auf sie zukamen.
Sollten sie nicht alle auf einer Seite kämpfen, anstatt gegeneinander?
Dann war der Moment jedoch vorüber. Der Gedanke verpuffte und machte dem Platz,was im Kampf am Wichtigsten war: Konzentration.
Er nahm die Bewegung zu seiner Rechten war, der geflügelte Schatten, der auf ihn zustürmte. Seine gelben Augen fixierten die Fledermauslady. Er entblößte seine weißen Zähne, als sich sein Mund zu einem Lächeln verzog.
Na dann fang mich doch...
Kurz bevor sie ihn erreichte verschwand er in einer Schwefelwolke und tauchte hinter ihr wieder auf, um sich mit all seinem Gewicht gegen sie zu werfen und sie so von den Füßen zu reißen.
Wie wäre es denn wenn man im Allgemeinen mal ein bisschen die Stimmung auflockerte, hm? Gambit trällerte ja schließlich schon heiter vor sich hin. Wenn sich Scott nun noch auszog hatten sie einiges zu lachen und wenn Rohey sich auszog hatte er ein bisschen was zu gucken. Logan war zwar taktlos, aber so taktlos war er dann doch nicht, aber eine Überlegung war es ja trotzdem wert.
Dabei war die Sachlage natürlich m ehr als Ernst und Logan ein kleines bisschen nervös, was an sich ja schon ein Ding der Unmöglichkeit war. Er fühlte sich ein bisschen wie ein werdender Vater vor dem Kreissaal, nicht dass er wusste wie es war Vater zu werden, er war schließlich einfach einer. Deswegen warf er auch einen Blick über seine Schulter in Richtung Kassander. Ein jeder wusste was zutun war, nicht wahr? Schließlich hatten sie oft genug trainiert, geprobt und sich gegenseitig doof diskutiert. Er hoffte nur einfach, dass nun alles reibungslos ablief und die Bemühungen Früchte trugen.
Logan war aufgeregter als bei ihrem ersten Einsatz, zumal einige von ihnen private Rechnungen zu begleichen hatten. Er zum Beispiel würde die Rechnung für Ororo begleichen. Er konnte sich gerade noch zurück halten Rohey und Padraig mit entsprechenden Weisungen loszuschicken. Sie sollten nur gut auf sich acht geben. Scheiße, er hatte Schmacht. Konnten sie den Einsatz vielleicht ein wenig heraus zögern so, dass er noch mal schnell an seiner Zigarre ziehen konnte?
Als es dann endlich losging, ging alles so schnell, dass Logan seine Nervosität einfach vergaß und sich stattdessen auf den Soldaten konzentrieren musste. „Hallo Süßer“ begrüßte er ihn wenig charmant und ließ ihn bis auf eine Armlänge zu ihm näher kommen. Natürlich ahnte er den Blick in Richtung Hals und deswegen hob er auch die Deckung, aber ohne großes Palaver holte er sowieso aus und trat dem guten Mann mit Schwung auf den Brustkorb, nur um sich in der Bewegung zu drehen um sicheren Stand zu haben und sein Gegenüber zu fixieren. Och? War das arme Dutzi nun sauer? Sauer war er auch und zwar zum Quadrat! (Trotzdem hatte Kassander seine mathematische Begabung nicht von ihm!)
Gambit verstummte sofort, als Cyclops die letzten Anweisungen gab; stattdessen breitete sich ein gewinnendes Lächeln auf seinem Gesicht aus. So, wie Monsieur Cyke sich anhörte, würde das ganze ein Spaziergang werden. 15 Minuten, eh? Remy war sich fast sicher, dass er keine zehn brauchen würde.
Als der Beam das erste Mal aufflackerte, verschwand Remys rechte Hand unter dem Mantel, wo sich seine Finger um das glatte Metall seines Quarterstaff legten, der sich gewohnheitsgemäß unterhalb seiner rechten Hüfte befand. Als die zweite Sicherheitskamera durch Cyclops Mutation ausser Gefecht gesetzt wurde, tauchte die Hand mit dem Stab darin wieder auf. Fast geräuschlos glitt die Waffe zu ihrer vollen Länge auseinander. Das Material war bei Weitem nicht so unverwüstlich wie Wolverines Adamantium-Skelett, aber die Legierung war leicht, flexibel und dennoch stabil, was den Stab in den Händen des Cajun zu einer ernstzunehmenden Waffe machte. Remy legte sich ein Ende des Stabes auf die Schulter, rein aus Gewohnheit, doch dort verweilte es nicht lange. Als das Haupttor von Cyclops' Beam gesprengt wurde, setzte sich Remy mit den anderen in Bewegung. Die zehn Minuten begannen.
Es war ein vertrautes Gefühl, mit den anderen Seite an Seite dem Gegner entgegen zu treten. Remy konnte sich kaum erinnern, wie oft er sich schon in dieser Situation befunden hatte, aber der Adrenalinstoss würde nicht lange auf sich warten lassen. Und er wusste auch genau, wann er einsetzen würde: in dem Moment, als sie feststellen würden, dass alle Simulationen im Dangerroom nicht an die Realität heranreichten, dass alles, was sie dort bewältigt hatten, sie nicht annähernd auf eine unberechenbare Situation hatte vorbereiten können.
Der Moment, in dem etwas vom Plan abwich und sie improvisieren mussten. Remy war ein Adrenalinjunkie und deswegen sehnte er diesen Augenblick schon fast herbei.
Das Team war gerade dabei auszuschwärmen, als sich ihnen ihre Gegner in den Weg stellten. Irgendwie seltsam, dass sie genau zu wissen schienen, wie viele sie sein würden, denn scheinbar fand sich für jeden Topf hier ein Deckel. Von irgendwoher ertönte ein gutturales Geräusch, das nur von Logan stammen konnte. Kurz danach löste sich der Schattenkobold Kurt in Nichts auf, nur das typische BAMF zeugte davon, dass er eben noch da gewesen war.
Remy brauchte nur Sekunden, um zu erkennen, wer aus dem Empfangskommitee es auf ihn abgesehen hatte. Dieser komische Piepmatz da drüben sah jedenfalls ganz so aus, als wollte er seine Aufwartung machen.
"Was für schlechte Manieren," kommentierte Remy laut vor sich hin. "Hat deine Mama dir nie beigebracht, dass man den Leuten in die Augen sieht, wenn man sich begrüßt?"
Offensichtlich nicht, denn der Vogeltyp sah immer wieder hinüber zu einem seiner Kameraden. Hatte dieser etwa Körner in der Tasche? Scheinbar schon, und ausserdem schien er ein reges Interesse an Steel zu haben.
Dass es doch keine Körner waren, was der Zweite bei sich trug, machte Remy sofort aus und nur Momente später hatte er die Objekte als Wurfwaffen identifiziert.
Damit bist du bei mir genau richtig!
Aus dem Lauf heraus schleuderte Remy seinen Stab in einem hohen Bogen in die Luft. Das Manöver hatte er schon tausendfach gemacht, er wusste genau, wie viele Sekunden es dauern würde, bis er wieder unten war und auch, wie viele Schritte er noch bis zum Landepunkt vor sich hatte. Nun, da er beide Hände frei hatte, glitten diese automatisch zu den Mantelaufschlägen in Brusthöhe, verschwanden darunter und tauchten sofort wieder auf. In den Zwischenräumen der Finger befanden sich seine Karten, vier in jeder Hand. Noch während der Cajun die Wurfgeschosse unter dem Mantel hervorzog, begannen die Karten in jenem rötlichen Licht zu strahlen, das mit der kinetischen Aufladung einherging.
Gambit hatte nicht die Zeit, die Ladungen genau abzumessen, noch wollte er es. Diese Karten waren nur seine Art von Ablenkungsmanöver. Er ging aus dem Lauf heraus in die Hocke, das linke Knie berührte den Boden; die Arme führten die Bewegung weiter und so streckte er sie gerade von sich, einen in Richtung des Vogelmenschen, den anderen zu dem Kerl mit den Darts. Die Finger trennten sich und liessen zeitgleich die kinetisch geladenen Karten frei, die sich selbst antreibend der vorgegebenen Bewegung folgten. Wo auch immer diese Karten letztendlich explodieren würden, die beiden Genethics-Krieger würden ihnen zumindest ausweichen müssen - und das war alles, was Remy wollte.
Er erhob sich in einer fliessenden Bewegung, ging zwei Schritte vorwärts und streckte den Arm aus, um mit traumwandlerischer Sicherheit seinen Kampfstab wieder aufzufangen.
"Steel," rief er seinem Teamkollegen zu, noch während er auf den Stab wartete, "lass uns tauschen! Ich spiele viel lieber mit deinem Freund. Du kannst dafür auch Tweety da vorn haben."
Das kampflustige Funkeln in Gambits Augen war unübersehbar und das Grinsen, welches das anfängliche Lächeln ersetzt hatte, war mehr als nur überheblich; es drückte Überlegenheit aus. Ja, der Cajun fühlte sich wohl.
Es gab so viele Gründe, um noch einmal zu GENETHICS zu gehen. Die Labore, die man zerstören sollte, Lewis, mit dem man irgendwie in Verhandlung treten und ihn zwingen musste, das alles zu beenden, alte Rechnungen... ja, alte Rechnungen. Noemie hatte ihn davor gewarnt, noch einmal in die Labore zu gehen. Aber Dinge hatten sich verändert, die Zukunft hatte sich verändert. Vor dem Tor hatte er sich hinter Logan gehalten. Padraig war nicht der Einzige, der im Team noch recht wenig Erfahrung hatte, auch wenn Kassander schon beim ersten Einsatz dabei gewesen war. Aber auch sein Training hatte er meistens allein absolviert, da er zwar schon aufgeschlossener gegenüber der Gemeinschaft war, die sie bildeten, aber trotz allem eben doch zuweilen das 'einsame Wolf'-Syndrom seines Vaters zeigte.
Allerdings hatte er kaum noch Zeit, wirklich darüber nachzudenken. Er hörte Scotts Stimme, aber sie war nicht an ihn gerichtet, so dass er dem Rest einfach folgte und durch das gesprengte Tor rannte. Es war eine gute Frage, warum jeder einen Gegner abbekam, der zu ihm zu passen schien. Allerdings wäre es auch töricht gewesen anzunehmen, dass sich GENETHICS nach dem letzten Angriff nicht über ihre Gegner kundig gemacht hatten. Einen Gegner zu besiegen, hieß ihn einschätzen zu können. Kassander überlegte, was er von Genethics wusste. Mutanten, die dazu gezüchtet wurden, andere Mutanten zu töten. Keine besonders beruhigende Erkenntnis, die ihm da kam. Seltsamerweise verspürte er dennoch keine Angst. Vielleicht war es einfach der Blick von Logan, den er ihm über die Schulter zurück geworfen hatte oder das Wissen, dass er hier nicht allein war, sondern im Team kämpfte. Aber Kassander war mit einem bestimmten Ziel hierher gekommen und er würde nicht klein bei geben.
Natürlich bemerkte er die Blicke des Dartwerfers und des Vogelmannes ebenfalls. Remy schien ja ganz versessen darauf, gleich in mehrere Richtungen zu schießen. Schoss er auch so gut, dass er Kassander nicht traf? Denn der holte aus und brach in der Bewegung einen der Stahlpfeiler am Rande des Hofes aus dem Boden. Der Pfeiler hatte einen Durchmesser von 30 cm und war nicht sonderlich klein zu nennen, als er auf den Dartwerfer zuraste. Kassander baute an guten Tagen ganze Stahlstädte im Dangerroom, da konnte er auch einen Pfeiler versetzen. Allerdings musste er zugeben, dass er heute wohl doch sehr unter Druck geriet, da Gambit auf sie beide zukam. Hallo, hallo?? Konnte er mal aufhören, ihn abzulenken?! Oder wollte Gambit, dass er ihn traf?
Könntest du dich mal entscheiden?
Das hatte er eigentlich sagen wollen, aber diese Coolness des Cajun hatte er noch lange nicht, als dass er jetzt noch große Reden hätte schwingen können. Gambit musste also darauf Acht geben, nicht noch selbst Opfer des Stahlpfeilers zu werden, wenn er die Seiten tauschte. Vielleicht sollte Gambit einfach öfter mit Kassander üben, wenn er hier einen 'Bäumchen wechsel dich'-Kampf kämpfen wollte. Aber dann fiel Kassander in letzter Minute doch die rettende Lösung ein und er verwandelte den schweren Pfeiler in einige tausend Dartpfeile, die er auf den Dartwerfer abschoss. Sowas nannte man dann mit den eigenen Waffen schlagen, oder?
Allerdings rannte er tatsächlich an Gambit vorbei und hielt auf den Adler zu, der gewiss auch nicht untätig herum gestand... oder wahlweise auch geflogen war. Eh... viel Glück? War auch egal, Gamit würde das schon machen. Dart und Karten gehörten ja schließlich in einen Topf.
Padraig hatte nur genickt, als ihm Scott die Anweisungen gegeben hatte. Was Sprengstoffe und überhaupt solche Aktionen anging, hatte er mit Sicherheit eine ebenso große Erfahrung wie die meisten anderen in der Gruppe hier, wenn nicht sogar eine größere. Immerhin war er vom Militär ausgebildet worden, damit er unter extremen Bedingungen Spionage und Sabotage betreiben konnte. Das Töten oder Aufspüren von Mutanten hatte allerdings nicht dazu gehört. Ein Umstand der ihn immer noch ein wenig wunderte, wenn man bedachte, wofür das Programm wohl eigentlich gedacht war. Wie hatte es Sergeant Keegan immer wieder gesagt? Das ist der Feind, die verdammten Kommies. Ihr müsst euch ihnen entgegenstellen und dafür sorgen, dass die freie Welt nicht von ihnen bedroht wird. Kein Wort von Mutanten und ähnlichem.... Zumindest konnte er sich an nichts erinnern. Aber das bedeute nicht unbedingt, dass nie etwas in die Richtung gesagt worden wäre. Immerhin waren sie ständigen Gehirnwäschen ausgesetzt gewesen.
Und dann ging es endlich los. Scott setzte aus einiger Entfernung die Überwachungskameras außer Gefecht. Natürlich mit seiner Mutation... zu offensichtlich. Es hätte andere Möglichkeiten gegeben, um die Überwachung auszuschalten. Kilian hätte sich in die Computersysteme einhacken können und dann wäre es kein Problem gewesen, einfach so an den Kameras vorbeizumarschieren. Aber Kilian war wahrscheinlich tot. Zumindest hatte er seit mehreren Wochen keine Nachricht mehr von ihm bekommen. Und somit war er der letzte, der die Flucht von Psi Force überlebt hatte. Ein Grund mehr, dieses Labor in Schutt und Asche zu legen. In seinem Rucksack war genügend Sprengstoff um das zu vollbringen.
Was nach der Sprengung des Tors passierte, war eigentlich fast schon zu erwarten gewesen. Etliche Wächter stürmten oder flogen auf sie zu. GENETHICS schien sich entschlossen zu haben, Feuer mit Feuer zu bekämpfen. Eigentlich nicht wirklich unlogisch, denn wozu war wohl Psi Force gegründet worden. Von den Angreifern war ihm niemand bekannt. Soweit er ihre Gescihter sehen konnte, schienen sieauch alle um einiges jünger zu sein, was wohl bedeutete, dass sie einer anderen Ausbildungsgruppe angehört hatten. Eventuell einer Gruppe, die aus den Fehlern seiner Generation gelernt hatte. Er durfte sich davon jetzt aber nicht ablenken lassen. Seine Aufgabe war es mit Rohey die Sprengladungen zu positionieren. Die anderen sollten für ein wenig Ablenkung sorgen.... ok, ganz so war es nicht, aber das war jetzt egal. Wenn er sich jetzt in den Kampf reinziehen ließ, dann konnte das Ziel der Aktion gefährdet werden. Er trennte sich von der Hauptgruppe und machte sich auf in die Richtung, in der sein erster Zielpunkt lag.
Weit kam er nicht, denn plötzlich begann unter ihm der Boden an zu schwanken. Er torkelte ein wenig und dann blickte er schnell über die Schulter. Ihnen folgten vier Soldaten, von denen eine eine Frau zu sein schien. Verdammt, es wird also nichts daraus werden, einfach so rein zu spazieren und den Saftladen in die Luft zu jagen Ein grimmiges Lächeln legte sich auf sein Gesicht, allerdings würde das keiner sehen können, denn er hatte sein Gesicht maskiert. Niemand sollte ihn erkennen, und so wollte er eigentlich auch seine Mutationen nicht einsetzen. Aber jetzt blieb ihm wohl kaum eine andere Wahl. Jedoch zog er dennoch eine Halbautomatik aus dem Holster und drückte ab. Er hatte keine Bedenken jemanden zu töten, immerhin war er Zeit seines Lebens darauf vorbereitet worden. Allerdings würde er keine Attentate durchführen. Hatte zwar auch zu seiner Ausbildung gehört, aber es war eine bewusste Entscheidung von ihm, es nicht zu tun.
Während er schoß, warf er sich zur Seite um Rohey aus der Schußlinie zu bringen. Ziemlich wahrscheinlich würden sie zuerst auf den Gegner mit der Waffe anlegen, und das konnte Rohey hoffentlich genug Zeit geben, sich ein sicheres Versteck zu suchen. Seine Gedanken begannen fieberhaft zu arbeiten. Wer von den Verfolgern war für den schwankenden Boden verantwortlich? Waren sie alle Mutanten? Und wenn ja, über welche Fähigkeiten verfügten sie? Waren sie ein eingespieltes Team, wie Psi Force eines war? Konnten sie sich blind aufeinander verlassen? Oder war einer von ihnen ein Telepath, der für die Koordination zuständig war?
Zumindest um eines brauchte er sich keine Gedanken zu machen, nämlich dass sie seine Gedanken lesen konnten. Zum einen wirkte der Psychoblock der Regierung noch, und außerdem hatte ihn Fiona noch verstärkt und variiert.
Ja, es gab so viele Gründe genethics noch einmal aufzumischen und diese Mal so, dass es sich gewaschen hatte. Und unter all diesen Gründen war Rache. Etwas von dem Rohey geglaubt hatte, sie würde es als Gefühl niemals mit in eine Mission nehmen. Der Traum von Charles war nie Rache gewesen, keine Vergeltung oder persönliche Fehden - der Traum war es Menschen und Mutanten zu einen. Waren sie damit dann nicht doch auf dem richtigen Weg - wenn auch aus teilweise falschen Gründen heraus? Genethics war ein Stolperstein auf diesem Weg, der mit dem Versuch sie zu ignorieren nicht kleiner oder weniger gefährlich werde würde - im Gegenteil.
Ihr rester Einsatz nach ihrer Mutterschaft hatte ein ruhiger werden sollen und ein ungefährlicher, denn schliesslich hatte sie für ihre Kinder Sorge zu tragen und konnte sich längst nicht mehr so weit aus dem Fenster lehnen, wie sie es in ihrem jugendlichen Leichtsinn oft getan hatte - wobei Hank ihr einmal während einer Dangerroomsession an den Kopf geworfen hatte, sie wäre genauso ein unkontrolliertes Wesen wie Logan. Das war nicht wahr, beide Aussagen nicht. Logan war kein Stratege wie Scott und in vielem mochte er unbeherrscht sein, aber er konnte zwischen Freund und Feind unterscheiden und er konnte sich zusammen reissen - insbesondere, wenn Ororo ihm die Hölle heiss machte. Und Rohey mochte Temperament besitzen, das sie gerne ihrer Herkunft zuschob, aber ihre Heissblütigkeit rettete ihr auch oft genug den Hals.
Heute war es das Gefühl Vergeltung für Dinand üben zu wollen, dass sie wie eine heisse Nadel in ihr Herz geschoben hatte und mit jedem Herzschlag durch ihren Körper pulsierte.
Und dann war es wie bei einer englischen Jagd: Scott hatte den Startschuss gegeben und die Meute rannte los, um das Wild aufzuscheuchen, dass zweifelsohne hinter den Mauern auf sie wartete. Ein Unterschied gab es hier: Das Viehzeugs rannte nicht weg, sondern war impertinent genug bissig zu werden.
Als der Boden unter ihren Füssen zu beben begann, riss Rohey die pure Überraschung von den Beinen und für einen kurzen Moment erschien es ihr, als hätte sie einen durchsichtigen Flimmer neben sich wahrgenommen. Mit was spielten diese Biester hier noch?
Und dann löste sich der Schuss und alle Gedanken waren mit einem Mal wieder voll und ganz bei der Sache, ohne noch einen Gedanken an die seltsame Erscheinung zu verschwenden.
"Padraig!" Und zum ersten Mal fiel ihr auf, dass er keinen Codenamen hatte oder sie ihn zumindest nicht kannte - das kam davon, wenn man meinte sich monatelang aus den Übungenseinheiten herausziehen zu können und dann mit in einen Einsatz wandern, Miss Szramko. Das hier war nicht mehr das alte X-Men Team, in dem sie eine Pause durchaus hätte verkraften können, weil sie ihre Teamkollegen in- und auswendig kannte, das hier war etwas neues. Dieses Team war... entschlossener, weitaus gefährlicher. Selbst Scott hatte sich um so viel Grad gewendet, dass es ihr schwer fiel voll und ganz den Grund für seine Entschlüsse zu verstehen.
Das Padraig Rohey uft geben wollte, um ihr Haut zu retten war ja nett gemeint, aber leider völliger Blödsinn. Sie war nicht mit gekommen, weil sie meinte, dass das ganze ein Spaziergang werden würde. Sie wusste, auf was sie sich eingelassen hatte.
Mehr hektisch, als energisch riss sie sich die Handschuhe von den Fingern - die an ihrem Anzug speziell befestigt waren, damit sie sie nicht verlor - und erhob sich wieder. "Mach schon! Ich kümmer mich darum." Das war nun wieder dieser Superheldenzug, den man scheinbar im X-Men Institut schon mit der Frühstücksmilch eingeflösst bekam. Dabei hatte es weniger mit Heldentum etwas am Hut, als einer logischen Begründung: Rohey hatte nicht den geringsten Plan von Sprengstoff - folglich war sie diejenige, die Padraig den Rücken frei halten würde.
Sie würde nie wieder töten - das hatte sie sich einst geschworen - aber der Stachel, den Genthics ihr ins Fleisch getrieben hatte, sass tief genug, dass sie mit diesem Schwur heute Nacht brechen würde.
Trotzdem war es ein Gebet, was ihr tonlos über die zitternden Lippen kam, als sie sich den Verfolgern entgegen stellte. Ihre Augen hatten einen grünen Glanz bekommen, der ihnen in der Dunkelheit etwas katzenhaftes gab - und von der zähflüssig grünen Substanz ablenkte, die ihre Hände überzogen hatte.
Wie wäre es mit einem kurzen Shake hands vor Kampfbeginn, meine Freunde?
Ob sie ihnen Angst machen wollte? Allerdings - jedoch weniger mit ihren Händen, als mit ihrer Mutation. Sollte Padraig bisher noch nicht auf sie gehört haben, würde auch er von Roheys Angriff kaum verschont bleiben, als über die Wesen in ihrer Umgebung eine Welle der Angst zusammen schlug. Es war vielleicht nicht viel, was sie ausrichten könnte, aber wenn Padraig seinen Arsch jetzt nicht langsam mal packte und dorthin schwang, wo er sein sollte, dann wäre auch das noch umsonst.
Brauchte er ne Extraeinladung oder verdeckte die Skimaske ihm die Sicher?
Hmm.... da war jemand jetzt doch ein wenig zickig geworden. Denn mit dem plötzlichen Abtauchen schien Miss Fledermaus nicht gerechnet zu haben. Eigentlich seltsam, denn man sollte ja annehmen dürfen, dass auch ihre Feinde über sie bescheid wussten. Möglicherweise hatte man nicht auf Kurt geachtet, wenn man das Team wirklich bespitzelt hatte. Ihr Kopf ruckte kurz herum, aber da hatte sich Nightcrawler schon gegen sie geworfen, so dass sie tatsächlich zu Boden fiel. Allerdings hatte sie nicht vor, allein zu fallen, da sich ihre spitzen Fingernägel in Kurts Anzug krallten, als würde sie ihm ihre Krallen direkt ins Fleisch bohren wollen. Ob der Anzug gut genug war, war fraglich. Wahrscheinlich würde Kurt wirklich sein eigenes Blut dabei fühlen können. Ihre Augen blitzten leicht auf und als sie den Mund öffnete, entblößte sie zwei scharfkantige Fänge, die sie ihm offensichtlich in die Halsschlagader hauen wollte. Solche Frauen waren einem doch die liebsten...
Aber Scott konnte sich leider nicht darum kümmern, denn er sah sich einigen 'Kriegern' entgegen, die alle nicht vorhatten, fair zu spielen. Das waren keine Zweikämpfe, denn sie stürzten alle auf einmal auf ihn ein. Und von keinem von ihnen wusste er, welche Fähigkeiten er hatte. Keine sonderlich beruhigende Tatsache, auch wenn sich bisher nur in körperlicher Weise hatte verteidigen müssen. Allerdings erkannte er jemanden unter ihnen, der ihn immer wieder in seinen Bewegungen störte. Er musste ein Telepath sein, der in der Lage war, ihm immer wieder kleine Befehle aufzuzwingen, die zu Fehlschlägen führten. Aber Scott hatte durch Jean genug gelernt, um andere Telepathen nicht ganz in sein Hirn vordringen zu lassen. Er musste diesen Mann ausschalten.
Logans Gegner hingegen schien ganz auf seine körperliche Kraft zu bauen, denn als Logan ihm gegen den Brustkorb trat, musste es dem Wolf so vorkommen, als stieße er gegen einen Stahlpfeiler. Und ja, er sah ein klein wenig angesäuert aus, denn er brüllte den ganzen Hof zusammen, ehe er auf Logan losstapfte. Während er ging, überzogen sich seine Gesichtszüge mit einer glänzenden Flüssigkeit, die kurz darauf schon erhärtete und den Angreifer vollkommen in dynamischen Stahl verwandelt hatte. Allerdings machte ihn diese Mutation auch schwerfälliger, so dass er bei weitem langsamer als Logan war. Süß war eigentlich was anderes, aber Geschmäcker waren ja bekanntlich verschieden. Vielleicht sollte Kassander noch einmal tauschen und sich eines Gegners annehmen, den er wie eine Bretzel verbiegen könnte... auf der anderen Seite holte dieser riesenhafte Stahlblock mit einer Wucht aus, die wohl sogar einen Elefanten umgehauen hätte. Obwohl Logan gewiss eine beeindruckende Gestalt abgab, doch wirkte er neben seinem Gegner im Moment wie David, der gegen Goliath antrat. Hmm... vielleicht sollte er anfangen, Steinchen zu sammeln!
Sammeln war übrigens das nächste Stichwort!
Denn Mr. Dart hatte zwar nicht damit gerechnet, dass Gambit sofort die Seiten wechselte, aber er hatte es durchaus voraus gesehen. Er grinste ebenso und warf sich das halblange schwarze Haar in einer arroganten Kopfbewegung zurück. Schon allein diese Geste dauerte einige Sekunden (abgesehen von einem schnellen Ausweichen durch Kassanders Wurfgeschoss), in denen er jedoch nicht untätig herum stand. Brennende Karten... waren doch ganz sein Metier. Und er hatte auch schon die richtigen Dartpfeile dafür... die aber eigentlich eher an kleine Dolche erinnerten. An kleine spitze Stiletti, die er mit einer bewundernswerten Präzision durch die brennenden Karten trieb und genau diese wieder zurück auf den Angreifer - in diesem Fall Gambit - schoß. Wahrscheinlich würden die Karten früh genug vor dem Cajun explodieren, aber die abgeschossenen Dolche flogen trotz allem weiterhin auf den anderen zu. Italienische Dolche... Kassander musste damit bereits Erfahrung gesammelt haben, denn Gift war den Italienern genauso fern wie Meuchelmord. Unter allen Umständen war es wohl besser, wenn sich Gambit nicht davon treffen ließ, denn Kassander würde kaum Zeit haben, seinen Teamkollegen über derartige Messer aufzuklären. Auch wenn der Adler den brennenden Karten hatte ausweichen müssen, so hatte er sich wieder in die Lüfte geschwungen und hielt auf seinen neuen Angreifer zu.
Alles Gute kam eben nicht immer von oben... aber von unten genauso wenig. Denn der Boden bebte noch immer. Vor allem dort, wo Rohey und Padraig gerade hingerannt waren. Noch viel schlimmer war allerdings der Riss, der auf dem Asphalt sichtbar wurde und sich langsam immer mehr vergrößerte. Natürlich ging dieser Befehl von der Soldatin aus, die einfach nur ruhig dastand und in ihre Richtung sah. Oder doch nicht? Es waren ihnen drei Soldaten gefolgt und die Frau stand vor den beiden anderen, die jeweils in eine andere Richtung blickten. Es war ein seltsames Trio, aber darüber konnte sich weder Padraig noch Rohey wirklich Gedanken machen, denn die Erde riss auf und trennte sie beide mit einem tiefen Graben, von dem sich schnell weiter kleine Risse ausbreiteten. Ein Riss schlängelte sich zwischen Padraigs Beine und vergrößerte sich in Sekundenschnelle, so dass dieser sich entscheiden musste, auf welche Seite er sich retten wollte. Das alles kam jedoch einen Moment ins Stocken, als Rohey ihre Angstwelle aussandte und sich die drei Soldaten an die Schläfen fassten. Es schien als würde der eine den anderen verstärken, denn als die Frau Rohey ins Auge fasste, sahen auch die anderen in ihre Richtung. Die Soldatin hob die Hand und vor Roheys Augen schoßen Erdwände in die Höhe, die sie bald vollkommen eingeschlossen hätten. Lebendig begraben zu werden war kein sonderlich angenehmer Gedanke, oder? Vielleicht sollte sich Padraig noch einmal überlegen, was er nun tat. Rohey zur Hilfe kommen, die Sprengsätze zu legen oder... wahlweise auch einfach in den nächsten Abgrund fallen.
Letzteres wäre ihren drei Angreifern natürlich am liebsten.
Rohey hatte ihm gesagt, dass er sich aufmachen solle, um die Sprengsätze zu legen. Sie hatte wohl wirklich keine Ahnung davon. Und so ganz wehrlos konnte sie wohl nicht sein, wenn Scott die mitgenommen hatte. Er war gerade dabei wieder in Richtung des Gebäudes zu laufen, als der Boden noch stärker zu Beben begann und sich sogar tiefe Risse bildeten. Einer davon begann den Boden unter ihm aufzureißen und ihm bleib nicht mehr viel Zeit um etwas dagegen zu unternehmen. Wenn er stehen blieb, dann würde er wahrscheinlich in die Tiefe stürzen. Und dann sah er, was bei Rohey passierte. Jetzt galt es zu handeln.
Während er noch zu den Soldaten schaute, begann er sich ein wenig zu konzentrieren und die Energie in ihm umzuwandeln. Die Pistole hob sich und er zielte auf die Frau, die scheinbar verantwortlich für die Erdbewegung war. Er bezweifelte, dass er sie würde treffen können, aber eventuell konnte er sie ablenken. Und dann war der Riss unter ihm so groß, dass er in die Tiefe hätte stürzen müssen. Doch nichts dergleichen geschah. Padraig stand immer noch unverändert an der selben Stelle wie zuvor, und das obwohl unter ihm ein mehrere Meter tiefes loch klaffte. Ein Grinsen wäre auf seinem Gesicht zu sehen gewesen, wenn er nicht die Maske getragen hätte. Und langsam begann er rückwärts zu schweben, während er einen Schuss nach dem anderen auf die drei Mutanten abgab. Hoffentlich konnte Rohey die Ablenkung nutzen um ihm genug Zeit zu geben, sich wieder um seine Hauptaufgabe zu kümmern.