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"Ich hoffe, ich komme nicht ungelegen." Das aufflammende Feuerzeug liess einen Blick auf das Gesicht des Mannes zu, der so selbstverständlich Zugang zu Lewis Hochsicherheitsbüro verschafft hatte.
Der älteste O'Reilly Spross - der den Namen seiner Familie nie angenommen hatte - nahm einen tiefen Zug der Zigarette und stiess die Bürotür hinter sich mit dem Fuss zu.
"Scheinbar doch. Oder bieten sie ihrem Besuch nie einen Drink an?" Mit einem tadelnden Blick, klemmte er die Zigarette in seinen Mundwinkel und trat an die Anrichte heran, um sich zwei Cognacschwenkern und Kirstallkaraffe anzunehmen. "Setzen sie sich doch." Das hier könnte nämlich länger dauern, Norman war dabei nur nett und dachte an die alten Glieder des anderen. Gut, die Sache mit der Höflichkeit war nun nicht so sein Ding, denn er war hier ja doch ein wenig uneingeladen Gast auf der Party.
Adam sollte sich nicht so anstellen.
Sie waren doch alte Freunde, nicht wahr?
"Ich sagte setzen." Wobei er weniger wie ein Lehrer, als vielmehr wie ein fauchendes Raubtier. Was? Er hatte keine Zeit? Gerade andere Probleme im Anmarsch? Nun, das war definitiv sein Problem und nicht Normans.
Die Schatten im Zimmer hätten Adam doch eigentlich von Anfang an verdächtig vorkommen sollen -bitte, kaum ein normalsterblicher Mensch kannte sich so gut mit Mutationen aus, wie er. Wie bedauerlich, dass er um sein eigenes Wohlergehen so wenig besorgt war. Was waren schon seine zu rettenden Unterlagen, gegen ein... Menschenleben? Die Schwärze hinter Lewis wurde mit jeder Sekunde einnehmender und wie flüssiges Pech brach sie über dem selbsternannten Halbgott zusammen, um ihn mit aller Macht auf den Bürostühl zu zwingen.
"Unterhalten wir uns." Samstags, zum Tee bei Onkel Lewis auf unserer kleinen Farm. Das war der Stoff, aus dem schwer verstaubte Fernsehserien entstanden. Obwohl... so wie Norman an seiner Zigarette im Mundwinkel nuckelte und - dem recht bewegungsunfähig gemachten - Adam ein Cognacglas in die Hand drückte, hatte die ganze Szenerie eher einen 'der Pate' Touch.
"Nein, ich hab eine viel bessere Idee. Ich werde ihnen Fragen stellen und sie dürfen nicht mit 'Ja', 'Nein', 'Schwarz' oder 'Weiss' antworten. Also... Kennen sie Montpellier? Oder besser gesagt: Ein Kinderheim in Montpellier?"
Das Augenpaar, das sich Lewis zuwandte, wirkte im Zwielicht der Schreibtischlampe wirklich sehr seltsam. Und erst, als der Kopf weiter in Richtung der Lampe gewandt wurde, wurde klar, warum sie so tot wirkten. Über die sonst stechend grüne Iris hatte sich ein, ständig in fliessender Bewegung wirkendes, Schwarz gelegt, ähnlich der Schatten, die Lewis auf seinem Stuhl hielten.
"Sie spielen mit gezinkten Karten, Lewis. Unfein, wirklich sehr unfein. Erweitern wir die Spielregeln also: Wenn sie nichts sagen, nehme ich das Schweigen für ein 'Ja'."
Den Cognac in einem Zug leerend, lehnte Norman sich an die Kante des Schreibtisches und fuhr sich mit einer Hand durch die dunklen Haare. "Sie experimentieren ziemlich gerne mit Gene herum, nicht wahr? - Keine Antwort? Nun frage ich mich, ob sie das Spiel noch immer nicht verstanden haben... aber das soll nicht meine Sorge sein." Konnten Schatten eigentlich eine Temperatur haben? Was dort an Lewis Hals entlang kroch, war unbegreiflicherweise zwar immernoch ein Schatten, aber er fühlte sich nicht nur glühend heiss an, sondern war zudem auch erdrückend fest. Oder sollte man erwürgend sagen?
Scheinbar war Norman sein Spiel bereits vergangen. Kein Wunder, Lewis war ja auch ein seltener Spielverderber! Sichtlich gelangweilt begann er mit einem geschwärzten Dolch seine Fingernägel zu säubern.
"Wissen sie, ich glaube, der liebe Gott hatte seine eigenen Ideen dabei, dass er uns nicht alle einheitlich geschaffen hat." Oh, und wenn Norman mit dem lieben Gott anfing, dann war irgendwas ganz ungeheuerlich im Busch. "Jeder soll doch schliesslich ein Unikat sein - wer möchte schon gerne seinem Ebenbild gegenüber stehen?" Das Lachen war alles andere als erfreulich. Es biss in den Ohren und stach wie eine heisse Nadel in die Schläfen, obwohl es nicht schrill, sondern dunkel war.
"Verstehen sie worauf ich hinaus will, Mister Lewis?" Aaah, richtig! Er musste atmen können, um zu antworten. Pardon, das hatte Norman doch glatt vergessen. Ein eher nachlässiger - und unnötiger - Wink seiner Hand, liess den eisernen Griff um seinen Hals lockern.
Hatte Lewis ihm vielleicht etwas zu sagen?
Balance halten, ja? Nun, da schien sich Mr. Darts auf seinen Gegner aber schlecht vorbereitet zu haben. Gambits bioelektrisches Energiepotential verschaffte ihm nämlich permanent eine im wahrsten Sinne des Wortes übermenschliche Agilität, Körperbeherrschung und Beweglichkeit. Das war einer der Gründe, warum der Cajun so viele akrobatische Elemente in seinen Kampfstil einbaute. Und nun schien der kleine Messerwerfer doch tatsächlich zu glauben, er könnte ihn damit beeindrucken, dass er auf einem Stahlträger die Balance hielt.
Eine Sekunde lang huschte ein verächtliches Lächeln über Gambits Lippen, bevor er wieder ernst wurde und sich mit ein wenig Anlauf, einem Sprung und einem rechzeitigen festen Griff an besagten Träger elegant auf selben hinaufschwang. Und all das, ohne den Quarterstaff auch nur loszulassen.
"Dann soll das also der Ort deiner Niederlage werden," zischte der Cajun wild und machte einen Schritt nach vorn, um im nächsten Moment Mr. Darts mit vorgestrecktem Kampfstab anzuspringen.
So war zumindest sein Plan, aber aus einem ihm unerfindlichen Grund begann der Träger unter seinen Füssen zu schwanken, so dass Gambit sofort wieder zum stehen kam und einen Augenblick lang mit den Armen ruderte, bis er die Balance wiederfand. Waren diese tanzenden schwarzen Flecken vor seinen Augen eigentlich schon immer da gewesen? Das bislang ignorierte Brennen in seiner Seite, wo das Stilett ihn erwischt hatte, half ihm, diese Frage still für sich zu beantworten.
"Bastard! Was hast du getan?" fragte er, während er den anderen zornig aus rot-schwarzen Augen anfunkelte. Schon drohte ein Knie weich zu werden, ein Fuss abzugleiten ... und dann? Gambit fällt vom Dach und bricht sich das Genick? Kein besonders ruhmreiches oder heldenhaftes Ende, eh?
"Dafür wirst du büßen!"
Und dieses Mal sprang er wirklich nach vorn, nur ein kleines Stück, um den anderen mit einer kurzen Serie von wilden Schlägen zu beschäftigen. Gab es eigentlich noch einen Zweifel, dass Mr. Darts jeden seiner Schläge mit diesem lächerlichen silbernen Speer abblocken würde? Wahrscheinlich hatte die Schlange darauf dasselbe zu bedeuten wie sein Schwächeanfall - Gift.
Aber aufgeben kam nicht in Frage. Der Cajun würde kämpfen und eine Schlagfolge nach der anderen auf den Italiener einprasseln lassen, so lange, bis einer von beiden nicht länger weiter kämpfen konnte.
Er hatte geahnt, dass seine Krallen Schaden anrichten würden, aber komischerweise fühlte er nur Befriedigung in den Moment, als der Telepath schreiend die Hand auf das blutende Ohr presste.
Das Bedauern war aus seiner Gefühlswelt verbannt, bereits seit dem Kampf gegen die Fledermausdame. Nachher, wenn sie alle wieder wohlbehalten im Institut zurückgekehrt waren, dann würde er sich in die Kapelle zurückziehen, um für seine Sünden heute Nacht zu beten. Auch wenn er insgeheim wusste, dass es richtig gewesen war.
Das Schlimme war, dass er sich jedes Mal bei diesen Einsätzen im Zwiespalt wiederfand. Im Kampf, auch beim Training im Dangerroom, machte es ihm fast Spass. Er schüttelte den Gedanken ab. Fast errschrocken wirkte er einen Moment, dann spürte er, wie jemand in seinen Kopf eindrang und es war nicht Jean oder Xavier, keinem, dem er es erlaubt hatte.
Der stechende Schmerz, der auf seine Abwehrversuche hinter seiner Stirn tobte, währte nur minimal, denn Scott beseitigte den Übeltäter.
Seine gelben Augen blickten dankbar, auch wenn er Scott erst wahrnahm, als dieser schon neben ihm stand.
Kurt richtete sich aus seiner kauernden Haltung auf, die er wieder eingenommen hatte und blickte den sich nahenden Mutanten entgegen.
Dann ging sein Kampf gegen die Fledermausdame ja doch noch weiter.
Nun denn, auf in Getümmel...
Er hoffte, er kam nicht ungelegen?
Also wenn man es genau nahm: DOCH!
Konnte er sich jetzt vielleicht wieder verpissen, ja?
Scheinbar nicht.
Und Lewis' Gedanken überschlugen sich in dem Moment, als er den anderen erkannte. Gott, steh mir bei. Er hastete ein Stück weit um den Schreibtisch herum, um einen gewissen Abstand zu diesem Monstrum zu erhalten und es vielleicht sogar noch durch die Tür zu schaffen. Mit einem schnellen Blick linste er in diese Richtung. Wieder zog sich etwas in seiner Brust zusammen und stützte sich auf der Tischplatte auf.
Er sagte kein Wort. Die Dokumente waren vergessen, denn dieser Mann, der vor ihm stand, war die Hölle selbst. Ob er ihn kannte? Oh ja, und er hätte ihn damals schon töten sollen. Damals, als er noch ein Kind gewesen war. Mit einem Mal wurde er in den Bürosessel gezwungen und Lewis gab ein gurgelndes Geräusch von sich, als sich das Pech um seinen Hals wand. Seine Finger zitterten, während er ihn mit weitaufgerissenen Augen anstarrte. Natürlich kannte er das Kinderheim in Montpellier. Dort hatte er den kleinen Teufel damals entdeckt und dort war auch Nolan Ford eine gewisse Zeit aufgewachsen. Lewis schwanden die Sinne, so sehr er sich auch bemühte, irgendwie heil aus dieser Sache heraus zu kommen. Seine kurzweilige Aufmerksamkeit erlangte Norman Troy erst wieder, als er sich anmaßte, von Gott zu sprechen.
Lewis versuchte, sich zu befreien, er versuchte es sogar vehement, aber die schwarze Schlinge um seinen Hals zog sich dabei nur weiter zu, so dass er die Luft in einem pfeifenden Geräusch einzog. Schwarze Flächen flimmerten ihm vor Augen und den Blick des anderen nahm Adam Lewis nicht wirklich wahr. Erst als der eiserne Griff etwas nachließ, platzte er heraus: "Nolan Ford ist nicht dein Klon, Norman Troy. Zum Henker... ich wäre ein Narr, hätte ich so eine Bestie duplizieren wollen."
Schon als Kind war Norman der Satan gewesen, nur damals hatte man ihn noch mit allen Mitteln ruhig stellen können. Jetzt war er leider ein unberechenbarer Faktor geworden und niemand wusste noch, auf welcher Seite er eigentlich stand. Scheinbar nicht auf Lewis' Seite. Adam verabscheute ihn... warum hatte sich Henry damals gegen seinen Tod ausgesprochen? Nicht einmal Adam hatte bei einem derartigen Kind Mitleid empfunden. Wieder rutschte er auf dem Bürostuhl hin und her, als er den Blick hob und auf einmal untrüglich wusste, dass er Troy schon vor langer Zeit hätte töten sollen.
"Er ist nicht dein Klon, Norman. Aber deiner Familie nicht fern." Und im einem Anflug von Erkenntnis, dass er hier nicht wieder lebend heraus kommen würde, lachte Lewis plötzlich schallend auf. Er würde hier in diesem Büro elendig verrecken und das einzige Bild, das er dabei vor Augen hatte, waren diese kindlichen Augen, die in Henry Mitleid erzeugt hatten... und die Adam heute zum Dank dafür töten würden. Welch seltsame Laune des Schicksals...
Die Flure waren leer, so dass Kassander schnell voran kam. Wahrscheinlich konzentrierte man sich auf den Kampf im Hof oder suchte das Weite. Die obere Chefetage war ungewöhnlich einsam und Kassander hoffte, dass Lewis nicht schon alles in Sicherheit gebracht hatte, das gezeigt hätte, was mit Ororo geschehen war. Nicht nur für Ororos Entführung, auch für Carols Tod waren diese Menschen verantwortlich - vielleicht gab es irgendwelche Beweise, die er finden konnte.
Doch je näher er Adam Lewis' Büro kam, desto eindringlicher hörte er diese Stimme. Es dauerte einen Moment, ehe er sie einordnen konnte, da er Norman Troy nicht allzu oft begegnet war. Mit einem Blick durch den Türspalt konnte er sich ein Bild von der Lage machen. Allerdings glaubte er es erst auf den zweiten Blick. Wie praktisch... Norman hatte Lewis schon festgesetzt - so im wahrsten Sinne des Wortes. Er hatte gerade den Raum betreten wollen, als er merkte, dass Norman nicht vorhatte, Lewis mitzunehmen. Nein, er wollte ihn umbringen. Und Kassander zögerte.
Lewis hatte so viel Unheil gestiftet - es wäre nur rechtens, wenn er für all das Leid ebenfalls starb. Lewis hatte Carol auf dem Gewissen und er war für Ororos Entführung verantwortlich. Er hatte Kinder Experimenten unterzogen und sie ihrer Kindheit beraubt, er hatte sie zum Teil ihren Familien geraubt und ihnen Angst und Schrecken gelehrt, welche sie niemals wieder vergessen würden. Lewis hatte mehr als jeder andere den Tod verdient. Kassanders Blick blieb auf dem Gesicht des Alten haften. Welche Ambitionen ihn auch immer zu diesem Menschen hatte werden lassen, es war keine Entschuldigung für diese Schrecken.
Es wäre sehr einfach, sich abzuwenden und zu warten. Sehr einfach, abzuwarten, bis Norman Troy den Raum wieder verließ und Lewis tot in seinem Stuhl sitzen würde. Danach konnte er die Unterlagen suchen und einfach verschwinden. Er brauchte nur seine Handschuhe, damit er keine Fingerabdrücke hinterließ...
...aber das war nicht im Sinne von X-odus, oder?
Es wäre kaltblütiges Morden und auch wenn Kassander Norman gewähren ließ, so machte er sich letztlich mitschuldig an Lewis' Tod. Einen Moment presste Kassander die Lider aufeinander und dachte nach. Sie hatten Lewis nicht töten wollen, sondern mitnehmen. Und was zum Henker machte Norman Troy eigentlich hier?? Es war einfach zum Kotzen. Ja, Kassander zog sich seine Handschuhe über, aber er wartete nicht, bis Norman den Alten umgebracht hatte, sondern stieß die Tür auf und kam ebenfalls in den Raum.
"Gott verdammt, Troy. Was tust du denn da?! Lass den Alten los... siehst du nicht, dass du ihn erstickst? Wir sind nicht hergekommen, um ihn zu töten!" Er packte Norman am Arm und wollte ihn zu sich herumreißen, damit dieser ihn ansah und seine Spielchen beendete.
~Ich glaube, Kassander ist im Gebäude. Ich schicke ihm Logan nach. Wir müssen das Risiko eingehen. Zünde sie erst, wenn ich es dir sage.~ Na gut, wenn der Chef das meinte, aber dann würde er doch ein wenig länger brauchen, weil er noch eine kleine Erweiterung des Sprengsatzes vornehmen wollte. Der Zünder musste nur um eine Komponente erweitert werden, und dann war es fast unmöglich den Sprengsatz zu entschärfen. Wobei ihm und unter Berücksichtigung, dass bei GENETHICS auch Mutanten zu Gange waren, genügend Möglichkeiten offen standen.
~Ok, Cyclops, Du bist der Chef. Ich werde die Ladungen anbringen und erst auf Dein Kommando hin zünden. ~ Das er allerdings bei der letzten Ladung, die am Zentralsten lag und dort erwartungsgemäß den größten Schaden verursachen sollte, ein wenig länger warten würde, musste er ihm ja nicht verraten. GENETHICS musste einen schweren Schlag erleiden und wenn das mit einem Risiko für ihn selbst verbunden war, dann sollte das halt so sein. Schnell lief er durch die Gänge, immer nach verdächtigen Geräuschen lauschend. Laut seinem Plan musste er gleich am ersten Sprengpunkt angekommen sein...ah ja, da war die Tür zu dem Sicherungsraum auch schon. Und vor ihr stand ein Wachmann. Eigentlich sehr verwunderlich, denn so bedeutend war ihm dieser Punkt nicht vorgekommen. Aber wenn ihre Feinde von ihren Absichten wussten, dann passte das gut ins Bild.
Jetzt stellte sich ihm nur die Frage, ob er den Soldaten töten sollte, oder nur außer Gefecht setzen. Aber wenn er letzteres tat, dann musste er dafür sorgen, dass der Mann durch die Detonation nicht ums Leben kam, denn sonst hätte er ihn ja auch gleich töten können. Und da er nun einmal nicht wirklich die Muße hatte, sich in den nächsten Minuten mit einem Gefangenen herumzuschlagen, blieb ihm eigentlich keine andere Wahl. Mit einer schnellen Bewegung hatte er seine Waffe gehoben und abgedrückt. Dummerweise hatte sich der Wächter just in diesem Moment bewegt, so dass der Schuss nicht ihn, aber dafür sein Funkgerät traf. Die Geschwindigkeit mit der der andere nun seinerseits nach der Waffe griff, war mehr als beängstigend. Pad blieb gerade noch Zeit ein weiteres Mal abzudrücken, bevor ihn die Kugeln aus der anderen Waffe trafen. Ein stechender Schmerz breitete sich in seinem Körper aus, und gleichzeitig spürte er, wie neue Energie sich in ihm breit machte. Aber immerhin war der Wächter getroffen und zu Boden gesackt. Jetzt sollte er zumindest an diesem Standort keine weiteren Probleme mehr haben.
Eine Bestie wie ihn? Wie konnte Adam es sich eigentlich erlauben Norman derart zu betiteln – wo er die dunkelsten Seiten an ihm noch nicht einmal kennen gelernt hatte?
Es stimmt, er war schon als Kind ein missratener Satansbraten gewesen – die meisten Kinder in diesem schrecklichen Heim hatten sich nicht gerade so guterzogenen Frohnaturen entwickelt –, aber Adam hatte es ja perfektioniert ihn unter Kontrolle zu halten. Zumindest hatte er immer gemeint, dass er ihn und seine Kräfte kontrollieren könnte.
Wollte Adam die ganze Wahrheit hören? Henry Bedfort hatte mit niemandem in diesem Heim jemals Mitleid gehabt. Er hatte nur eine fixe Idee gehabt, was man mit Norman alles bewerkstelligen könnte. Auch Henry hatte den Jungen hoffnungslos unterschätzt, aber dafür würde nicht der Alte, sondern der Sohn ewig büssen.
Aber das alles war eine völlig andere Geschichte, die ihm im Moment weniger interessierte.
Noch bevor Kass – Normans persönliche Nervbacke des Tages – in den Raum getreten war, erhob Norman erneut die Stimme. „Kassander. Wie schön, dass du dich zu uns gesellen willst. Aaaah, pardon me, ich meine natürlich 'Steel'.“
Ehrlich, wer war auf diese bescheuerte Idee gekommen sich Codenamen zu geben? Das war doch nun wirklich lachhaft! Norman hätte sich wahrscheinlich totgelacht darüber, wie wenig es übrigens funktionierte, dass das Team sich mit Codenamen absprach, wenn er gerade nicht wichtigere Ziele im Auge gehabt hätte.
Scott. Sollte er nicht Cyclops heissen? Und Rohey eigentlich Toxic?
Ach, es war zu niedlich, wie schnell sich eigene Regeln brechen liessen.
Wir sind nicht hergekommen, um ihn zu töten! Hatte Kassander da nun eine winzige Kleinigkeit übersehen? „Wir?“ Norman stiess sich von der Schreibtischkante ab und kehrte Lewis den Rücken zu, als er sich Kassander zuwandte.
„Ooooh, jetzt versteh ich!“ Erklärte er scheinbar aufs köstlichste amüsiert und machte für Adam eine ausladende Geste in Richtung Kassander. „Schauen sie sich das an, Adam. Superboy hier will den bösen Norman wieder auf den rechten Pfad zurück bringen. Ist das nicht niedlich?“ Der Blick über die Schulter galt Adam und hätte der Arme noch genug Luft dafür gehabt, vielleicht hätte er Kassander vor dem unberechenbaren Aufblitzen in Normans Augen ja sogar gewarnt – um sein Überleben zu sichern. „Er hat nur leider vergessen, dass ich nie Teil dieses bescheuerten Teams war oder sein wollte.“
Kass hätte vielleicht besser auf Daddy Cool Logan hören sollen oder auf die O’Reilly Brüder: Norman war nicht nur unberechenbar, er war vor allem eiskalt, wenn es darum ging einen Stolperstein auf dem Weg zu seinem Ziel beiseite zu schaffen. Er war nicht hergekommen, um zu diskutieren und er würde es auch nicht mit Kassander tun.
Obwohl sein Blick noch Adam galt, war seine Hand bereits vorgeschnellt und hatte den jungen X-odus im Nacken gepackt. Die geschwärzte Klinge bohrte sich unnachgiebig in das Fleisch unterhalb seines Auges. „Dein Vater und du. Zwei Vollidioten wie sie im Buche stehen.”
Trotz der Grösse, die die Wunde inzwischen haben müsste, floss kein Blut über sein Gesicht. Es schien eher so, als würde die Klinge es einfach aufsaugen. Die Klinge übrigens, die Kassander auch mit redlichen Bemühungen nicht würde verbiegen können. Er war doch ein schlauer Junge, nicht wahr? Richtig, es war kein Metall, was Norman dort in Händen hielt.
Viel Zeit allerdings liess Norman dem Halbling nicht zum Überlegen, denn schon im nächsten Moment traf ihn der Knauf des Dolches mit dermassener Wucht an der Schläfe, dass es ihm Schwarz vor Augen wurde.
Er liess den Jungen wie einen Sack Lumpen zu Boden fallen und konnte es seiner Verspieltheit nicht verbieten, ihm noch mal einen Tritt und ein paar gute Worte mit auf den Weg zu geben. „Sag deinem Daddy er sollte besser auf seinen Sprössling und seinen eigenen Rücken aufpassen. Und Grüsse an dein Weibchen. Ich bin gespannt, was da rauskommt...“
Süss, wirklich sehr süss, das alles. Aber zurück zum eigentlich Thema. Hatte Adam die Show genossen? Ja, das war nett. Es würde nämlich zweifelsohne auch die letzte sein, die er so geniessen könnte in seinem Leben.
„Meine Familie?“ Womit sie zurück beim Thema wären. Hatte Adam angenommen es würde Normans Wut ein wenig abschwächen, dass man ihn nicht geklont hatte? Pustekuchen!
Achtung, Achtung, Newsflash für Mister Lewis: Auch wenn Norman angab einen Dreck auf seine Familie zu geben, hiess das noch lange nicht, dass irgendjemand an ihnen herumexperimentieren dürfte.
Adam war doch eigentlich auch ein ganz modischer Kerl, oder? So immer dem neuesten Trend nachlaufend? Oh, nicht? Dann sollte er besser schnell damit anfangen. Wie wäre es mit einem kleinen, dezenten Piercing? Durch den Unterkiefer zum Beispiel.
„Ich erwarte eine Antwort, Adam. Und ich denke, du weißt so gut wie ich, dass es Schlimmeres als den Tod gibt.“ Zum Beispiel eine Klinge, die unter dem Kinn angesetzt wurde und sich langsam nach oben schob. Was? Noch war die Zunge nicht erreicht. Norman konnte ihm sagen, dass das Sprechen dann wirklich unangenehm wurde. Kritisch wurde es, wenn die Klinge erst mal im Gaumen steckte. Da musste man immer so schrecklich lange warten, bis die Opfer wieder bei Besinnung waren, das war schon wirklich dumm...
Ja, Kassander hatte wohl einen entscheidenden Fehler gemacht, aber dies war ihm erst wirklich bewusst geworden, als es Norman aussprach. Troy hatte nie zum Team gehört und spielte seine eigenen Spiele. Dass der andere aber so weit gehen würde, Kassander derart zu attackieren, hätte der X-odus nicht gedacht. Ungläubig sah er ihn an, als Norman ihn im Nacken griff und ihm eine seltsame Klinge gegen den Wangenknochen hieb. Sonderlich weit kam das Messer in dieser Position jedoch nicht, da sie geradewegs auf dem Knochen auftraf.
Auf einmal war er wieder bei der Unterhaltung mit seiner Tochter. Sie hatte ihn gewarnt; er sollte nicht zu Genethics gehen. Rat. Aber Rat war nicht hier und Kassander hatte an keine Gefahr geglaubt. Nicht in dieser Situation und nicht von Norman Troy. Nahm dieser nun Rat's Platz ein? Die Wunde brannte, als würde ihm Norman heißes Eisen in die Haut drücken und Kassanders sonst so rationalen Entscheidungen waren mit einem Mal vollkommen ausgeschaltet. Er musste Abstand gewinnen. Abstand zu Normans Klinge, die er nicht beeinflussen konnte. Instinktiv drehte er den Kopf zur Seite. Die Klinge fuhr ihm über die Wange, doch da sie gleich auf den Knochen getroffen war, war sie nicht sonderlich tief eingedrungen.
Der Überraschungseffekt war auf Normans Seite gewesen, doch dann hatte auch Kassander ausgeholt und dem anderen einen Schlag versetzt. Was immer an dieser Klinge gewesen war, doch sie vernebelten Kassander die Sinne. Er spürte den Schlag gegen die Schläfe und er fühlte sogar noch, dass er auf die Knie fiel. Junge... nein, das war er nicht. Aber es wunderte ihn, dass er so viel Vertrauen zum Institut und den Menschen dort gefasst hatte, dass er nun so leichtsinnig hatte werden können. Die Tritte und auch Normans guten Ratschläge nahm er nicht mehr wahr. Ein dünner schwarzer Rinnsal bahnte sich seinen Weg über den Nasenrücken und tropfte auf den Boden, auf dem sein Kopf aufgeschlagen war.
Adams Hustenanfall verhinderte jegliche Versuche, irgendjemanden zu warnen. Selbst wenn er es vielleicht sogar getan hätte, so war er sich ohnehin sicher, dass der Hinzugekommene wenig Chancen gegen Norman haben würde, wenn dieser sich etwas in den Kopf gesetzt hatte. Was genau das immer im Einzelnen war, war leider genauso wenig voraussehbar wie seine Angriffe.
Es war unschwer zu erkennen, dass der Andere nicht damit gerechnet hatte, von Norman angegriffen zu werden. Und dieser spielte überwiegend mit falschen Karten. Lewis selbst schloss einen Moment die Augen, als der Schmerz und das Ziehen im Arm immer stärker wurden. Er hörte das Poltern auf den Boden, aber noch immer öffnete er die Augen nicht. Erst als sich Norman wieder über ihn neigte, riss er auf und starrte den anderen an.
Was denn? Er wollte nun wissen, wen Adam damals geklont hatte? War Norman wirklich so dumm anzunehmen, dass er es ihm erzählen würde? Mit einem höhnenden Lachen bedachte er den Anderen. Sollte er ihm doch die Klinge in den Schädel rammen, aber mehr Genugtuung würde er nicht bekommen. Das Spiel war aus, jedenfalls für ihn. Adam Lewis wusste es.
Und doch bekam Norman nicht einmal die Rache, Lewis zu töten, denn der Wissenschaftler sog in seinen letzten pfeifenden Atemzügen vergeblich Luft in seine Lungen, als sein Herz aufhörte zu schlagen. Es stellte sich die Frage, ob noch jemand anderer wusste, wessen Klon Nolan Ford eigentlich war. Vielleicht würde Lewis dieses Geheimnis aber auch mit ins Grab nehmen...
Da sie Lewis ohnehin noch nicht hatten, musste irgendjemand ins Gebäude. Wozu waren sie sonst hierher gekommen? Natürlich hatten sie dem Labor auch einen Schlag versetzen wollen, von dem es sich nicht mehr so schnell erholte, doch primär hatten sie natürlich mit Lewis verhandeln wollen. Das konnten sie jedoch nicht, wenn sie Lewis nicht hatten! War das nun überall angekommen? Ja, sie hatten ein Problem, weil Genethics scheinbar gewusst hatte, dass sie kamen (vielleicht hatten sie aber auch einfach darauf gewartet). Das alles änderte aber nichts an der Tatsache, dass es Lewis war, den sie brauchten.
~Wolverine, wenn du deinen Sohn gefunden hast, dann sucht nach Lewis und schleift ihn hier raus. Wir werden unser Empfangskommité solange in Schach halten.~
Scott hatte Nightcrawler anerkennend zugenickt. Es kam ja nicht oft vor, dass er in diesem Maße angegriffen wurde, aber da konnte man schon mal schnell den Überblick verlieren, wenn eine Meute auf einen zurannte, von der man nicht wusste, mit welchen Fähigkeiten sie einen angriff. Dazu kam die Koordination seines Teams und den Gesamtüberblick, den er sich immer wieder verschaffen musste. Wo war Padraig im Moment? Schaffte es Gambit allein? Er sah etwas lädiert aus.
~Wo befindest du dich gerade, Charge? Sobald du alle Sprengladungen angebracht hast, siehst du zu, dass du aus dem Gebäude verschwindest, klar? Gib mir Bescheid, wenn es soweit ist.~
Mit Kurt an seiner Seite war es ihm leichter, sich gegen die Angreifer zu verteidigen, so dass sein Blick erneut zu Gambit abschweifte. Irgendwie schien er etwas unsicher auf diesem Pfeiler zu schwanken. Genau das erkannte auch der Italiener, der von Gambit angeriffen wurde. Ort seiner Niederlage... natürlich. Der Cajun sollte vielleicht nicht so viel quatschen und lieber darauf Acht geben, wohin er trat, hmm? Ein fieses Schmunzeln war jedenfalls Antwort genug. Der Italiener parierte mit Konterschlägen und versuchte ihn allmählich bis an den Rand des Querpfeilers zu drängen. Eigentlich ging er davon aus, dass Gambit dies durchschaute, aber es war jedes Mal ein kleines Wagnis, die Dosis richtig zu wählen, denn jeder Mutant reagierte ein wenig anders auf das Gift, das allmählich die Glieder lähmte, bis es zu einem Herzstillstand kam, so dass Mr. Dart nicht wusste, inwieweit der andere noch bei Verstand war.
Balance hielt der Italiener ebenfalls recht gut. Messer, Darts, Balance auf einem Hochseil? Vielleicht hätte er sich mit Kurt fabelhaft unterhalten, denn es machte den Eindruck, als hätte auch er einst in einem Wanderzirkus gearbeitet. Letztlich war es jedoch nicht die Balance, die er nicht hatte halten können, sondern einen von Gambits stoischen Schlägen, die ihn leicht aus dem Tritt brachten. Wie lange hielt dieser Mutant eigentlich durch? Vielleicht hatten ihn auch zu wenige seiner Geschosse getroffen. Mit einem Stoß gewann er wieder etwas Abstand zum anderen und zog seinen Stab mit einem kurzen Ruck in zwei Stücke, wobei die Klingen auf den jeweiligen Seiten in einem metallischen Geräusch weiter herausschnellten. Der Stahl blitzte auf, als er sie im Handgelenk drehte. Es war klar, dass der Italiener noch einmal versuchte, Gambit einen Schnitt zu versetzen, der ihm den Rest gab. Gewiss waren auch diese Klingen mit Gift durchtränkt.
Die Frage war, wer hier wen drängte, denn im Moment hielten sich beide Kontrahenten die Waage. Wann auch immer Gambit seinen Gegner mit einer Schlagkombination zurückdrängte, so parierte dieser nicht nur jeden einzelnen Schlag, sondern konterte mit einem Gegenangriff. Vielleicht hätte das noch Stunden so weitergehen können, aber die Zeit lief gegen Gambit.
Das Brennen, das er anfänglich ignoriert hatte, breitete sich merklich aus. Mit jeder Bewegung pumpten seine Blutgefässe das Gift weiter durch seinen Körper und erste Anzeichen einer Wirkung hatte er bereits erfahren. Die tanzenden schwarzen Flecken in seinem Sichtfeld kehrten immer häufiger zurück. Und langsam aber stetig nahm die Koordination seiner linken Körperhälfte ab, so dass er seine Schläge vorwiegend mit der rechten Hand ausführte und die linke nur noch zu Hilfe nahm, wenn es galt, den Angriff des anderen zu parieren. Schritte, die er im Normalfall mit traumwandlerischer Sicherheit getan hätte, fielen ihm plötzlich schwer.
Der Speer von Mr. Darts war ihm mehrfach dicht genug vor Augen gekommen, nur vom Quarterstaff gebremst. Längst hatte er das Reptil daran entdeckt; die "Nahaufnahme" hatte ihm lediglich Gewissheit verschafft. Was für eine Ironie, war doch die um den Stab gewundene Schlange eigentlich das Zeichen Äskulaps, des Heilers. Aber davon schien sich der Italiener keineswegs beeindrucken zu lassen, da er ja mit aller Macht versuchte, ihn erneut zu verletzen. Was dem Cajun nur die letzte Sicherheit verschaffte, dass der andere seine Waffen tatsächtlich mit Gift tränkte.
Nun, da seine Parierschläge schwach und seine Angriffe noch schwächer wurden, musste sich der Cajun eingestehen, dass er diesen Kampf wohl nicht gewinnen konnte. Und als hätte Mr. Darts das gewusst, machte er aus seiner einzelnen Waffe gleich zwei.
"Ah, ich verstehe. Trotz Ihres Giftes bin ich noch immer zu stark für Sie, Monsieur? Sie spielen bereits falsch und wollen die Karten ein weiteres Mal zinken, oui? Darf ich denn wenigstens den Namen meines ehrenwerten und ach so feigen Gegners erfahren?"
Verachtung lag in seiner Stimme, als er den Italiener so ansprach. Der Blick aus den schwarz-roten Augen sprach Bände, als Gambit mit einem Kopfnicken auf die Stabklingen deutete. Dann fiel sein linker Arm wie leblos an seiner Seite herab. Der Quarterstaff schwebte zwischen beiden Kämpfern, von Gambits rechter Hand in der Waagerechten gehalten. Zeige-, Mittel- und Ringfinger waren gerade ausgestreckt, als wollte er mit dieser Haltung um eine Pause bitten. Eine fast demütig wirkende Geste.
"Sie sehen, Ihr Betrug zeigt bereits Wirkung und aller Wahrscheinlichkeit nach würden Sie diese Runde sogar gewinnen."
Eigentlich hätten diese Worte den Italiener beruhigen sollen, wäre da nicht das verwegene Grinsen des Cajun gewesen.
"Doch vergessen Sie, dass ich noch ein paar Asse im Ärmel habe."
Und tatsächlich glühten in den Fingern seiner linken Hand vier seiner Karten auf. Unmöglich zu sagen, ob es wirklich Asse waren, denn das roséfarbene Licht gewann immer und immer mehr an Intensität. Das leise Knistern, das anfänglich noch von den schweren, rasselnden Atemzügen des Cajun übertönt wurden, wurde mit jeder Zehntelsekunde hörbarer.
Und ein weiteres Detail dürfte Mr. Darts nicht entgangen sein - Remys Hand zitterte sichtlich. Man durfte sich getrost die Frage stellen, wie lange er diese Karten wohl noch zu halten vermochte? Der Italiener konnte sich gewiss ausmalen, was passieren würde, wenn der Cajun sie losliess, denn das Knistern hatte bereits eine unangenehme Lautstärke erreicht. Langsam, aber stetig begannen die Umrisse der Karten zu verschwimmen, als die überschüssige Energie begann, die Materie zu zerfressen.
"Oh, und da sie ja darauf bestehen, dass wir nicht fair spielen..."
Sein Kopf ruckte hoch und er schrie ein einzelnes Wort über das Schlachtfeld, so laut er konnte.
"CYKE!!!"
Das Grinsen des Cajun wirkte trotz der Umstände siegessicher. Er würde diesen Kampf zwar nicht gewinnen, aber wenn der Andere schlau war, würde er es beim remis belassen und Land gewinnen. Denn nun lief die Zeit gegen ihn.
Kurt hieb und schlug um sich und traf, was auch immer in seine Nähe kam. Es war ihm egal,wenn er ebenfalls Schläge einsteckte. Immer wieder setzte er seine Teleportation ein, um die Gegner zu verwirren.
Er sah Gambit aus den Augenwinkeln und bemerkte auch, dass irgendetwas dort gar nicht so stimmte, wie es sein sollte.
Vielleicht konnte er helfen, nicht viel, eigentlich hatte er auch keine Zeit für solche Ablenkungsmanöver, aber mehr als zwei Sekunden würde er nicht brauchen, wenn alles glatt lief.
~Cyclops, bin sofort wieder da~
Er verschwand unter der Klaue der Fledermauslady hinweg und tauchte hinter Mr. Darts auf. Mit aller Kraft, die er noch aufbringen konnte, schlug er ihm die Fäuste in den Nacken.
Was für ein bedauerliches Ende für den grossen wunderbaren Wissenschaftler Adam Lewis. Nein, wirklich. Er wollte gar nicht sarkastisch klingen, es war doch wirklich ein grosser Verlust, den die Menschheit da erleiden musste. Oder so. Im Prinzip interessierte Norman der Verlust weniger. Dennoch glitzerten die nachtschwarzen Augen wütend auf, als ihm der Bastard unter den Fingern verreckt war.
War das nicht eine unheimlich Feige Art gewesen sich zu verabschieden, Mister Lewis?
Aber gut, Adam war schon immer feige gewesen. Er musste dem Mann allerdings auch zugestehen, dass er mehr Weitsicht, als viele andere besessen hatte. Norman nicht zu klonen, war vermutlich eine gute Idee gewesen - die bessere wäre gewesen sich komplett von seiner 'Familie' fern zu halten. Adam hatte sich auch gut daran getan, dass er Normans frühe Ausbrüche schon als gefährlich eingestuft hatte und nicht - wie sein Freund Henry Bedfort und die Pädagogen in dem Heim - als die Verhaltensmuster eines schwer erziehbaren Jungen.
Weiser Adam Lewis. Gerettet hatte ihn seine Weisheit letztlich nicht vor dem Schicksal, dass alle Menschen früher oder später ereilen würde.
Die Klinge erzeugte ein schmatzendes Geräusch, als er es aus Lewis Kinn heraus zog und dem Blut dabei zu sah, wie es sich in einem Sturzbach über dessen Brust erbrach. Hey, er könnte zu einem gewissen Punkt froh sein, dass sein Herz nicht mehr schlug, denn sonst wäre die Sauerei nur noch grösser.
Wer Norman für einen Verrückten hielt, der würde sich in dieser Situation wohl wieder einmal in seinen Vermutungen bestätigt sehen, denn anstatt die Szenerie einfach zu verlassen, packte der Franzose - es liess sich wohl drüber diskutieren, welcher Landsmann er nun eigentlich war, aber er selbst hatte es bis vor wenigen Monaten noch so definiert - Lewis im Nacken und beugte sich zu ihm hinab...
"Zeit aufzuwachen, Kleines - oder willst du die Party verschlafen?" Denn der Kampfeslärm vom Hof, war noch bis hier oben ins Büro zu hören. Und eigentlich sah es nicht sonderlich gut für Kassanders Freunde aus. Aber das sollte nicht Normans Problem sein. Der Kurze musste die Beine schon selbst in die Hand nehmen, wenn er hier noch heile raus kommen wollte. Norman für seinen Teil hatte genug gesehen und bekommen und befand es an der Zeit zu verschwinden.
Ach ja, falls er den Brieföffner suchen sollte - er steckte in Adams Brust. Bei manchen Herzen sollte man auf Nummer sicher gehen, sie gebrochen zu haben.
Wie gut, dass Kassander nicht mitbekommen hatte, wie pervers Norman eigentlich war. Nein, nicht nur seine Skrupellosigkeit und Brutalität, sondern auch dieses wirklich perverse Verhalten, das der andere an den Tag legte. Als Kassander aufwachte, sah er anfangs nur den schwarzen Fleck, auf dem er gelegen hatte. Mit den Fingern tastete er sich über die Wange. Er hatte nicht geträumt, Norman hatte ihn wirklich angegriffen. Und mit einem Ruck fuhr er auf, als fürchte er, dass der Andere noch immer im Zimmer war. Sein Blick floh zu Lewis, dessen Bürostuhl ihm abgewand stand. Ob der Mann noch lebte?
Kassander rappelte sich - so schnell es ihm möglich war - am Schreibtisch auf und stolperte darum herum, um den Bürostuhl zu sich herum zu drehen. Er stieß ein Keuchen aus, als er den Wissenschaftler schließlich erblickte. Der Brieföffner war nicht einmal das Grauenhafteste daran, denn diese schwarze Flüssigkeit an dessen Lippen wirkte viel erschreckender. Bläuliche Adern schimmerten unter der blassen Haut am Hals und das Gesicht des anderen war (vielleicht aufgrund des Sauerstoffmangels?) leicht verzerrt. Kassander bemerkte die geplatzten Äderchen in den leeren Augen des Toten, ehe er den Blick abwandte.
Okay... er musste nachdenken. Ja, er hörte den Lärm dort draußen und wenn das Team wusste, dass Lewis tot war... er würde es ihnen gleich sagen, aber erst...
Kassander riss einige Schubladen auf und kramte darin herum. Mit dem Toten hinter ihm, gab es dem Ganzen vielleicht einen mehr als makaberen Beigeschmack, aber er dachte gar nicht daran, kurz vor dem Ziel aufzugeben. Das Blut rauschte ihm jedoch gehörig in den Ohren und er konnte das Zittern seiner Hände kaum unterdrücken. Es war dennoch ein Leichtes für ihn, die verschlossenen Laden zu knacken und einige Unterlagen zu durchsehen. Mit einem Mal hielt er inne.
Munroe.
Es brannte sich in seine Iris. Wieder sah er auf, als er Geräusche hörte, die näher kamen. Er blätterte lediglich die erste Seite der Akte auf. Nein. Dazu hatte er jetzt keine Zeit. Kassander kramte weiter und fand Carols Personalakte. Beides steckte er unter seinen Anzug und wandte sich noch einmal zu Lewis um. Noch immer trug er seine Handschuhe und doch war es vielleicht eine ziemlich dumme Idee, die zitternde Hand nach dem Brieföffner auszustrecken. Denn just in diesem Moment, trat ein Anderer ins Büro... Kassanders Kopf fuhr herum.
Was sich in diesem Moment in Logan abspielte als er endlich zu Kassander aufgeschlossen hatte würde er niemals in Worte fassen können. Zunächst war er so geschockt von dem offensichtlichen, das er noch nicht mal begriff wessen Büro das eigentlich war. Er war Kassander nur gefolgt mit dem Vorhaben ihn vor allem bösen zu beschützen, so wie es Väter bei ihren Söhnen nun mal taten. Doch wer schützte die Väter vor den Söhnen wenn sie das vermeintliche Böse waren?
Ihm dröhnte der Kopf und hätte er all seine Sinne genügend beisammen gehabt, dann hätte er diese Szene vielleicht auch durchschauen können, aber mit rationalen Gedanken war es nicht sehr weit, wenn einem der Boden unter den Füßen weggezogen wurde und alle Handlungsfäden zusammen liefen und sie den eigenen Sohn als Verräter enttarnten.
Oder was hätte er sagen sollen? Lewis war tot, dass war nicht zu leugnen und Kassander hatte allen Grund Lewis zu töten und auch wenn das manchmal Logans Wunsch gewesen war widersprach es allem wofür X-odus stand. Er schluckte und schmeckte bittere Galle. Das Bild von Kassanders Finger die sich um den Brieföffner geschlungen hatten der wiederum in Lewis Brust steckte ließ ihm übel werden und die Papiere die er sich so eilig in den Anzug gestopft hatte blitzten noch unter seiner Uniform hervor.
Der dumpfe Schmerz in seiner Brust war nichts, dass er regenerieren konnte. Er ballte die Hände zu Fäusten und hatte sich genau genommen nur selten hilfloser gefühlt.
~Scott? Lewis ist tot. ~ Konnte seine Gedankenstimme gebrochen klingen? Selbst wenn es so wäre, war es ihm egal. In dem Moment war ihm vieles egal.
Aber er erwachte aus seiner kurzseitigen Starre, war schneller bei Kassander als dieser gucken konnte, packte ihn im Genick wie einen räudigen Hund und bugsierte ihn aus dem Büro.
Norman, hatte volle Arbeit geleistet und Logan ahnte nichts davon