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nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
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Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Die Weihnachtshektik hat zugeschlagen, auch wenn Chui darauf brennt, endlich mit Colum zu reden wie sie es vor der Schneeballschlacht ausgemacht hatten. Aber ein paar flüchtige Worte zwischen Tür und Angel sind ja nicht das, was sie im Sinn hat, also muß ein besserer Zeitpunkt abgewartet werden. Jetzt ist auch Sylvester vorbei, die letzten Neujahrsalkoholleichen (in Inverness, natürlich nicht im Institut!) sind wieder aufgewacht und sie hat einen der letzten freien Tage genutzt, um einmal mehr die Dauereinladung auf den Hof der McNaras anzunehmen. Da werden sie doch hoffentlich mal ein wenig Zeit und Ruhe finden...
Es wurde allerdings allerhöchste Zeit, dass Colum und Chui ein paar Worte miteinander wechselten und obwohl gerade Colum alles andere als ein feiger Mensch war, hatte er es mit Chui zu weit getrieben. Genau das wusste er und genau deswegen ging er dem Mädchen aus dem Weg. Ganz davon ab, dass er in letzter Zeit einiges zutun hatte und Chui oftmals einfach vergessen hatte. Das war brutal von Colum, ja. Aber in seinem Leben stand eine große Veränderung bevor und genau das schien er irgendwie gespürt zu haben.
Chui wusste doch das sie bei den McNaras immer Willkommen war und so war es Colums Schwägerin Ellen die ihr die Tür öffnete. Ob Chui die rothaarige Frau noch erkannte? Ellen kannte Chui allerdings und mit einem freudigen lächeln winkte sie das Mädchen einfach mit sich, da sie gerade am Kochen war für ihre Bande und Chui zum Essen ruhig bleiben könnte.
In der Küche selbst roch es bereits verführerisch und Angelina, die kleine Tochter von Ellen und Colums ältesten Bruder saß in ihrem Hochstuhl und spielte mit ihrer kleinen Puppe. Ellen würde Chui gern näher begrüßen, aber erst musste sie sich darum sorgen dass das Essen nicht anbrannte und außerdem hatte sie gerade Tee aufgebrüht den sie Chui genauso anbot wie die frisch gebackenen Kekse.
„Setzt dich doch. Wie geht es dir denn Chui? Hast du schöne Weihnachten gehabt? Oh, wo habe ich nur meinen Kopf. Ein frohes neues Jahr wünsche ich dir.“
Klar erinnert sich Chui an Ellen. "Hallo." grüßt sie mit einem angedeuteten Lächeln und folgt ihr langsam. Den Essensgeruch konnte sie schon draussen kaum verfehlen und so wundert sie sich gar nicht, zieht höchstens die Schuhe aus und folgt wie aufgefordert in die Küche, wo sie die kleine Angelina genauso vorsichtig anlächelt, ohne die Zähne zu zeigen. Kleine Kinder oder kleine Katzen, sie könnte sich nicht entscheiden, welche von beiden sie niedlicher findet.
"Vielen Dank." sagt sie ein wenig verlegen, soviel häusliche Wärme gar nicht gewohnt. Das Institut ist ihre neue Heimat, ja, aber eben doch eher eine Schule. Auch wenn sie es vergessen könnte, wenn mal wieder alle um Mitternacht in der Küche versammelt sind. Da rührt sie nun also in einer Tasse Tee und nimmt einen Keks (sie will ja Ellen nicht beleidigen, nicht wahr? *hüstel* als ob das der Grund wäre..) und sieht zu der Frau auf. "Ich dir auch... ich hoffe, Colum hat die Weihnachtsgrüße ausgerichtet?" erwidert sie, und da ist ja auch schon der Grund ihres Kommens. "Ist er übrigens da? Er wollte mit mir was besprechen, aber ich weiß nicht genau wann, also..." Könnte es durchaus sein dass sie ein andermal wiederkommen oder ihn doch im Institut abpassen muß.
„Heute sind alle irgendwie ausgeflogen.“ Plaudert sie gleich fröhlich drauf los. Nun gut, ausgeflogen stimmte nicht ganz. Irgendwo auf dem Gut trieben die Herren der Schöpfung sich ganz bestimmt rum. Ihr Mann und ihr Schwager Alexander waren allerdings in der Stadt um irgendwas zu reparieren wie sie es immer taten. Da sie hier ein neues Aupairmädchen vorübergehend ihr neues Heim hatte, beschäftigte sich genau die junge Dame mit den restlichen Kindern was Ellen ein bisschen Ruhe bescherte.
„Oh je. Dann weißt du es noch gar nicht?“ Schien ganz so und da Ellen im Moment zumindest mitfühlender war als Colum drehte sie sich zu dem Mädchen und hob ihre eigene kleine Tochter aus dem Stühlchen um sie Chui auf den Schoss zu setzen. Man sagte kleine Kinder könnten trösten und wenn Ellens Menschenkenntnis nicht im Stich ließ, dann hatte Chui gleich allen Trost nötig.
„Er hat Weihnachten gar nicht mit uns gefeiert. Er ist in die Staaten gegangen.“ Wie konnte sie dem Mädchen nun erklären das Colum zu Weihnachten immer unglücklich wurde und das sich in seinem Leben viel veränderte? Sie glaubte nicht dass es an ihr war diese Dinge zu klären. Das sollte Colum selbst tun und obwohl sie ihren sanftmütigen Schwager innig liebte könnte sie ihm gerade kräftig in den Hintern treten. Warum hatte er noch nicht mal im Institut Bescheid gesagt? Oder hatte er das doch und Chui wusste nur nicht Bescheid? Aber er hatte sie alle, die ganze Familie, ja auch ziemlich überrumpelt als er am Morgen von Heilig Abend knapp verkündet hatte er würde nach New York gehen.
OOC: Der ist ja sooooo feige! Gründet er mit Norman ne Selbsthilfegruppe? *g*
Ja, dass der eine oder andere ausgeflogen ist, hat sie schon gehört... oder besser, nicht gehört. Nach Colums Geruch hat sie gar nicht gesucht, vielleicht wäre es ihr sonst schon früher aufgefallen, dass er fehlt. Doch so sieht sie Ellen einfach nur fragend an, als diese ihre ominöse Andeutung macht. "Was weiß ich nicht?" Tausend Gedankenfetzen schießen ihr durch den Kopf.
Und flüchten auseinander, als sie plötzlich ein kleines Kind auf dem Schoß hat. "Ähm..." macht sie nur, hält Angelina aber dann behutsam fest und sieht sie an. Bevor sie wieder aufsieht und Ellen zuhört. Die Staaten? Was? "Aber..." beginnt sie nur und verstummt dann, blickt schweigend die Kleine an. Sie verflucht ihre eigene Dummheit! Anstatt zu dieser Pizzaparty zu gehen, hätte sie ihn gleich vor zwei Wochen, direkt nach der Schneeballschlacht aufsuchen sollen!
Hat er sie alleingelassen? Bereut er es? Nicht zum erstenmal kommen diese Gedanken hervor. Nein, hat sie sich bisher immer gesagt, er tut nur so, wegen den Schulvorschriften und so. In Wirklichkeit leidet er bestimmt auch. Du mußt stark sein, genauso wie er. Es klappt auch diesmal. Es ist ihm bestimmt was dazwischengekommen, das er nicht vorhersehen konnte. Das war doch keine Absicht. Sie streicht Angelina eine verirrte Strähne aus dem Gesicht und sieht wieder auf. "Weißt du, wann er wiederkommt?" Sieht nicht so aus. "Was macht er denn dort? Gibt es vielleicht.. eine Telefonnummer, unter der er zu erreichen ist?" He, sie will nur ihren Lehrer anrufen, das ist harmlos und unverdächtig.
Es kommt nicht allzu oft vor das sie ihrem Schwager etwas antun will, denn eigentlich ist Ellen ein sehr ausgeglichener Mensch der nichts mehr hasst als Streit. Doch wäre Colum in der Nähe würde sie ihn gehörig den Hintern versohlen. Es wäre natürlich jetzt ein leichtes ihr nicht sämtliche Illusionen zu rauben, aber Ellen glaubte einfach das dieses Mädchen Ehrlichkeit verdient hatte.
„Er ist Claire nachgereist.“ Kannte sie Claire überhaupt? Ellen zumindest kannte Claire nur äußerst flüchtig, doch Ellen mochte die junge hübsche Frau, so wie sie fast jeden in ihrer Umgebung mochte.
Dass das Mädchen in Colum verliebt sein musste ahnte Ellen natürlich. Vielleicht weil Frauen so was immer ahnten, aber sie fragte sich ob Colum das wohl wusste. Als Angelina anfing zu greinen hob sie ihre Tochter auf den Arm und setzte sie sich auf die Hüfte. Chui konnte sich zwar nichts für kaufen, aber Ellens Mitgefühl war ihr gewiss.
Da ist er... der Punkt an dem schonungslose Ehrlichkeit die Psyche zum Knacksen bringen kann. Erwähne einer Verliebten gegenüber einen Frauennamen in Verbindung mit dem Ziel ihrer Sehnsucht und du könntest genausogut eine Handgranate nach ihr werfen. Wie erstarrt sitzt sie da und schaut zu Ellen auf. Tee und Plätzchen sind vergessen, Angelina auch... kein Wunder dass sie zu weinen anfängt.
Das immerhin bringt Chui zumindest teilweise in die Realität zurück. Sie läßt die Kleine los, als Ellen sie hochhebt. Neinnein, das muß gar nicht bedeuten was sie jetzt denkt! Claire könnte ja alles mögliche sein... seine Großmutter, was weiß denn sie? "Äh... wer ist denn Claire?" fragt sie leise und fürchtet sich vor der Antwort. Sag bitte, sie ist seine Großmutter... Schwester... Cousine... meinetwegen uneheliche Tochter...!
„Chui..“ Es tat ihr wahnsinnig Leid, aber das half ihr nun auch nicht. Sie küsste ihre Tochter auf die Stirn worauf hin Angelina aufhörte zu meckern und Ellen sie wieder in ihren Hochstuhl setzte.
„Erinnerst du dich an den verstorbenen Musiker der bei euch im Institut zu Gast war?“ Sie hatte Dinand nicht gekannt zumindest nicht persönlich, doch seinen Tod betrauerte sie sehr. Kein Mensch hatte es verdient so ums Leben zu kommen. „Claire war seine Promoterin. Irgendwann im Herbst hat Claire eine Weile hier gewohnt. Colum und Claire waren…sind…“ Was genau sie waren wusste Ellen nicht, aber wie alle McNara’s war sich Ellen ziemlich sicher, dass Colum es genauso bunt trieb wie seine Brüder. Da half auch sein kultiviertes Auftreten nichts.
„Ich glaube er ist ihr hinterher gefahren um heraus zu finden was sie ihm bedeutet.“ Am liebsten hätte sie Chui nun in den Arm genommen und getröstet, aber sie wüsste von sich, dass sie bemitleidende Blicke nun nicht ertragen könnte.
Das klingt nicht gut. Schon als Ellen ihren Namen ausspricht, weiß Chui bescheid... es sind jene Unterschwingungen im Tonfall, die Menschen meist nichtmal bewußt wahrnehmen oder aussenden, die ihr schon sagen, was für eine Art Eröffnung Ellen für sie hat. Dass das auch bedeutet, dass ihr Chuis Gefühle für Colum bewußt sind, ist dabei jetzt nebensächlich. Schließlich hat bereits ein McNara gesehen wie sie sich geküßt haben, das kann sich durchaus ein wenig weiterverbreitet haben. Es bleibt ja in der Familie.
Zuerst aber nimmt das Gespräch eine andere Wendung. Sie nickt, denn den Tag von Dinands Tod wird sie so schnell nicht vergessen... und das nicht nur, weil ihr immer noch die Ohren von Sophies Schrei klingeln, wenn sie nur daran denkt. In den Tagen nach seinem Tod mußte sie oft an diese Session im Musikzimmer denken, wo sie ihn kennengelernt hat, abseits von flüchtigen Begegnungen ohne Worte auf den Fluren. Von Claire dagegen hört sie zum erstenmal, und hat das Gefühl, im Nachhinein erst etwas zu erfahren, das ihre Welt erschüttert. Sie war, stellt sie fest, doch viel zu selten hier. Das rächt sich jetzt.
"Ach so." flüstert sie und hat so ein flaues Gefühl im Magen... als würde sie fallen, als säße sie in einem Fahrstuhl der sehr schnell nach unten saust. Nur gut dass es noch einen Funken Hoffnung gibt, denn nach dem was Ellen gesagt hat, ist die Entscheidung noch nicht gefallen. Es bleibt allerdings die Tatsache, dass er mit dieser Clair offenbar mehr Zeit verbringt als es ihm mit ihr je eingefallen ist (der Unterricht zählt nicht wirklich).