Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Wieso sie hierher geflüchtet war?
Sie konnte es nicht sagen.
Aber die ausladenden Zweige des Baumes beschützten sie.
Und trotzdem konnte sie von hier aus das Treiben beobachten.
Sie erinnerte sich, wie oft sie sich in der Garderobe versteckt hatte, um ihrer Familie zuzusehen. Dem kleineren Bruder, der "normal" war und deswegen geliebt wurde.
Und weil sie sich hier allein wähnt und allein fühlt kommen die Tränen.
"Das...ach..."
Sie wischt sich die tränen weg.
"Es war nicht wegen dir.
Es lässt mich einfach nicht los.
Selbst hier, auf der Party.
Ich werde noch verrückt. Manchmal möchte ich einfach ganz normal sein, liebende Eltern haben, nichts Besonderes können.
Keine Stimmen hören, keine Toten sehen.
Das hält doch niemand auf Dauer aus.
Wortlos nimmt Cathy Elayne in den Arm und drückt sie an sich. Streichelt ihr über die Haare, die sie erst heute nachmittag zurecht gemacht hat.
"Ich habe versucht es Julie beizubringen, aber sie hatte ja keine Zeit... weißt du, ich fühle doch genau, was du auch fühlst... WEIL du es fühlst... manchmal... manchmal schaffe ich es, mich so zu konzentrieren, dass ich die Wahrnehmung ausblenden kann und plötzlich bin ich ganz normal, wie jeder andere Mensch auch...
Padraig hat so etwas erwähnt... er nannte das 'Psycho-Block'... ich glaube wir müssen mit ihm darüber reden... ich ertrage es einfach nicht, dich so zu sehen..."
"Ich kann mich dagegen wehren.
Wenn es da ist, sit bei mir alles andere ausgeschalten.
Ich denke nicht einmal darüber nach, dass das nicht die Wirklichkeit ist.
Es war..als schrie jemand um Hilfe.
Aber es wäre schon viel zu spät.
"Wir werden mit Padraig reden, der kann uns bestimmt helfen... ganz bestimmt... und wenn es wieder da ist, ich bleibe in deiner Nähe, ja? Ich hol dich schon zurück in unsere Realität..."
Cathy beißt sich mal wieder auf die Lippen.
"Und... hey?
Tut mir leid, mit den Jungs... ich dachte nur... naja, das könnte dich auf andere Gedanken bringen...
Weißt du, du siehst heute so hübsch aus, ich hätte gute Lust zu diesen Zaunpfosten von Kerlen hinzugehen und ihnen mal gehörig die Meinung zu geigen!"
Was waren denn das für Stoffel, einfach so ein Hübsches Mädel wie Elayne zu ignorieren!!
Das Letzte was Raguek tun wollte, war wohl die beiden Schülerinnen zu belauschen. Trotzdem war er nicht umhin gekommen eine Veränderung wahrzunehmen - auch wenn er kein Empath war. Elayne lag etwas auf dem Herzen und soetwas konnte er nur schlecht ertragen.
Mit einem leisen Räuspern versuchte er auf sich aufmerksam zu machen (was durchaus nötig war, da selbst Spy ihn bis zu diesem Zeitpunkt nicht hätte erspüren können).
"Ich wollte nicht lauschen", aber ich hab es getan, ich gebe es ja zu. Er lächelte die beiden verschämt an und fuhr sich mit der Hand sachte durch die kurzen Haare.
"Ich glaube", ein kurzes Zögern, ehe er den Mut fand weiter zu sprechen, "dass du sehr wohl helfen kannst, Elayne."
Richtig sauer war sie ihr deswegen nicht.
Sie kannte ja die Absichten dahinter.
"Danke..."
Als Raguel plötzlich aus dem Schatten auftaucht, baut sich eine Wand um ihre Freundin und sie selbst auf.
Doch als sie ihn erkennt erscheint ein kleines Lächeln auf ihrem Gesicht und die Wand verschwindet.
Sie hatte keine Angst vor ihm.
"Hallo..."
Zuerst einmal.
Höflich war sie, das wollte sie sich nicht nehmen lassen.
"Ich..ich kann nicht helfen.
Sie sind schon tot.
Ich komme zu spät."
Diese Gewissheit hatte sie sich in vielen düsteren Stunden erkämpft.
"Darf ich?" Er deutete auf das Plätzchen neben den beiden Mädchen, wartete eine Antwort jedoch nicht ab. Sorgsam zupfte er an seinen Hosenbeinen, um sie beim Hinsetzen nicht vollends zu verknittern. In Anbetracht der Tatsache, dass er sich zu Elayne und Spy ins Gras kniete eine völlig sinnlose Geste, aber sie schien Raguel die nötige Sicherheit für das Gespräch zu geben.
"Die Menschen gehen immer davon aus, dass nur entscheidend ist, was im Hier und Jetzt mit ihnen geschieht. Du bist der beste Beweis dafür, Elayne, dass es noch etwas gibt, was darüber hinaus geht."
Er schwieg, um Elayne anzusehen und ihr ein warmes Lächeln zu schenken.
"Du kannst vielleicht nicht mehr dem Leben helfen - aber dem Seelenfrieden, Elayne. Und das ist eine sehr wichtige Gabe."
"Aber wie?"
Sie sieht ihn zweifelnd an, ihre Augen noch leicht rot vom Weinen.
"Ich..ich habe es mal versucht.
Ich habe eine Frau besucht, deren Mann gestorben ist. Ich..ich wusste, er wollte, dass ich ihr sage..."
Sie zuckt mit den Schultern. Schwer zu verstehen, aber sie hatte es einfach gewusst.
"Aber sie jagte mich davon. Dachte, ich wolle ihr Leid nur vergrößern..."
Spy's erste Reaktion war wohl ein etwas entarteter Beschützerinstinkt gewesen. Alles in ihr hatte sich verkrampft, als Raguel plötzlich so erschienen war... und trotzdem... langsam merkte sie, dass sie ihm im Grunde ihres Herzens vertraute... vor allem auch deshalb, weil sie seine Gefühle wahrnahm und Aufrichtigkeit und Hilfsbereitschaft darin las.
Als er sich zu ihnen ins Gras kniete, nahm sie nur schweigend Elaynes Hand und lächelte den jungen Mann freundlich an.
"Weil die Menschen zu gerne ihre Augen vor der Wahrheit verschliessen." Er zögerte zusehends, ehe er die Hand schliesslich ausstreckte und Elayne mit den Fingern liebevoll über die Wange strich, als wolle er die getrockneten Tränen noch im Nachhinein fortwischen. "Du wirst lernen damit umzugehen. Da bin ich mir sicher, Elayne. Und genauso wichtig es für dich ist langsam zu lernen damit umzugehen, genauso viel Zeit musst du auch den anderen zusprechen, damit sie dir glauben können. Nichts geht von heute auf morgen - aber irgendwann werden sie es begreifen."
Die Menschen. Ein wenig seltsam sprach Raguel da schon, ganz so als würde er sich selbst nicht mit dazu rechnen.
Sie lässt die Berührung zu.
Kurz scheint so etwas wie ein Lächeln auf ihren Lippen zu sein. In den letzten Jahren hatte man sie behandelt, als hätte sie eine ansteckende Krankheit.
"Nein, wir werden es versuchen, Elayne. Du bist nicht mehr alleine." Er zwinkerte ihr munter zu und stütze schliesslich die Ellenbogen auf seine Knie.
So, wie kam er denn nun aus dieser Situation wieder glimpflich heraus? Mit einem verlegenen durch die Haare streichen, schenkte er den beiden Mädchen schliesslich nochmal einen Blick und blinzelte kurz.
"Ihr seht wirklich hübsch aus."
Oh Gott, das hörte sich ja nun dämlich an.
"Also, ich meine...", stammelte er auch schon hochverlegen drauflos. "Ihr habt euch wirklich hübsche gemacht."
Er sollte am Besten einfach den Mund halten. Mit hochroten Ohren senkte er den Blick ins Gras und schloss die Augen.