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Dieses Thema hat 28 Antworten
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Layleen Offline

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Beiträge: 107

05.11.2005 14:22
[27./28.9] Inverness, Innenstadt, gegen Mitternacht Antworten
Kalt war ihr, als sie mit ihrer Tasche durch die fremde Stadt marschierte, stetig auf der Hut, versuchend, so wenig Menschen wie möglich zu begegnen. Ihre Finger und Zehen schmerzten, wie so oft in letzter Zeit und betrübt starrte sie auf ihre Finger. [i]Hört doch endlich auf, wehzutun.[/i]
Tränen standen in ihren Augen, denn der stetig vorhandene Schmerz war unangenehm.

Sie verstand selbst noch gar nicht, was da vorgefallen war. Dieser unnatürlich hohe Schrei, hatte den wirklich sie von sich gegeben? Wie hatte sie das können?
Sie hob den Blick, der noch immer von Tränen verschleiert war, um wenigstens die Straße nicht ganz aus den Augen zu lassen. Die Tasche, welche sie trug, fühlte sich an wie ein Bleigewicht und ihr Magen knurrte vernehmlich.
Sie sah sich um. Geld hatte sie keines, doch irgendwo her musste sie ja Essen bekommen. Daran hatten sie und Jessy nicht gedacht. Ein schmerzliches Gefühl durchzog ihren Magen, alles schien sich zusammenzukrampfen und es fühlte sich an, als habe sie einen Klumpen aus Blei im Magen.
Heiße Tränen rannen über ihre Wangen. Sie bog in eine schlecht beleuchtete Gasse ein und blickte auf die Mülltonnen. Es war ihr zuwider, doch wenn sie etwas zu essen wollte, dann musste sie es tun. Sie stellte ihre Tasche ab und öffnete den Deckel der ersten Mülltonne. Der Geruch ließ sie kurz würgen, ehe sie begann, dort nach etwas Eßbarem zu suchen.
Noch immer rannen die Tränen über ihre Wangen und ließen sie schluchzen.

Die Tonne kippte um, als sie zu hektisch wühlte und erschrocken sah Layleen sich um. Rasch schnappte sie ihre Tasche, als in dem Haus, zu dem die Tonne gehörte, Licht anging. Irgendwo hinter sich hörte sie noch jemanden rufen: "Scheiß Straßenköter!"

Etwas weiter waren einige Bäume und Büsche. Hinter diesen stellte sie ihre Tasche wieder ab und ging zu einer anderen Mülltonne. Sie hatte viel Glück. Ganz oben auf war der Rest eines Bratens, der wohl erst vor kurzer Zeit in diese Mülltonne gewandert war. Layleen nahm ihn, rannte zu ihrer Tasche hinter die Büsche zurück und setzte sich dort ins Gras. Sie versuchte den Braten sauber zu machen, so gut es ging, ehe sie davon abbiss, um ihren knurrenden Magen zu beruhigen. Die Tränen waren nun wieder versiegt, aber die Sehnsucht nach ihrer Schwester blieb. Nagende Einsamkeit hüllte das junge Mädchen mit den Falkenschwingen ein, als sie dort in der Dunkelheit saß, allein in einer fremden Stadt.

Gambit Offline

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05.11.2005 23:18
[27./28.9] Inverness, Innenstadt, gegen Mitternacht Antworten
Eine Tür flog auf. Die unterschwellige Musik wurde kurzzeitig lauter, dann wurde sie wieder auf das unwirkliche Gedröhne abgedämpft. Schritte. Glas klirrte. Eine männliche Stimme sagte etwas, unklar auszumachen, was es war. Eine zweite Stimme antwortete, in beruhigenderem Tonfall.

Dann zwei Schatten, die an der Gasse vorbeistolperten. Als das Licht der Laterne auf sie fiel, wurde ein großer Mann mit einer dunklen Jacke und braunen Haaren erkennbar, der sich krampfhaft an der Wand der Gasse festhält. Der andere Mann ist etwas kleiner, trägt einen seltsamen hellen Mantel und eine wilde rotbraune Frisur. Er redet ruhig auf den ersten ein, den er bis eben noch gestützt hat.

Layleen Offline

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Beiträge: 107

05.11.2005 23:23
[27./28.9] Inverness, Innenstadt, gegen Mitternacht Antworten
Erschrocken sprang sie auf und wich an den Baum zurück, ihre Bewegung unübersehbar. Das sie dabei wieder ihre Tasche ergriffen hat, ist ihr kaum aufgefallen, erst als sie das Gewicht wieder an ihrem Arm wahrnahm, wird ihr dies klar. Ängstlich starrte sie auf die beiden Männer, die da so nah bei ihr standen, die gelben Falkenaugen zusammengekniffen und auch deutlich mißtrauisch.

Die Schwingen hatte sie so eng angelegt, wie es ging, doch konnte sie diese nicht verbergen. Wie gelähmt stand sie da und sah einfach nur zu den beiden Männern. Was sie hatten, wusste sie nicht und sie fürchtete sich, wenn sie ehrlich war, vor den Beiden. Mit der Tasche würde sie nicht fliegen können, abgesehen von der Tatsache, das sie hier keinen Vorsprung oder dergleichen hatte, wo sie hätte starten können.

Vorsichtig wich sie noch zwei Schritte zurück und übersah die Baumwurzel. Ein leiser Aufschrei entrang sich ihr, als die Tasche ihr entglitt und sie unsanft auf ihrem Hinterteil landete. Die Schwingen hatte sie bei dieser "Aktion" vor Schreck ausgebreitet und so saß sie nun da.

Gambit Offline

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05.11.2005 23:41
[27./28.9] Inverness, Innenstadt, gegen Mitternacht Antworten
Der grosse Mann bekam nichts mit, der andere jedoch hob den Kopf. Er sagte etwas zu seinem Begleiter, der daraufhin nickte. Dann liess er ihn stehen und ging vorsichtig in Layleens Richtung. Ein Arm sank hinab zur Hüfte, wo sie den Mantel ein Stück nach hinten schob. Die andere Hand lag an der Knopfleiste auf Brusthöhe, als wollte er den Mantel öffnen, um mit der anderen Hand etwas aus der Innentasche zu nehmen.

Der Mann näherte sich auf etwa zwanzig Meter und starrte suchend ins Dunkel. Da die Lichtquellen alle hinter ihm lagen, war sein Gesicht nicht zu sehen. Jedoch konnte sie so ein leichtes, dunkelrosafarbenes Licht erkennen, dass von innerhalb seines Mantels zu kommen schien, aus der Richtung der Innentasche, genau da, wo er seine Hand zu liegen hatte.

"Ist da jemand?" hallte eine Stimme durch die Nacht. Sie klang zwar vorsichtig und leicht angespannt, aber sie hatte auch etwas Weiches, Melodisches, in der Art und Weise, wie die Vokale gedehnt wurden. Es könnte ein Akzent sein.

Layleen Offline

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05.11.2005 23:48
[27./28.9] Inverness, Innenstadt, gegen Mitternacht Antworten
Layleen sah die Gestalt gut, zu gut. Sie hatte schon immer so gut gesehen. Auch ohne das Licht erkannte sie jenen, der dort stand, wenngleich nicht so leicht, wie vielleicht bei Tage.
Vorsichtig griff sie nach ihrer Tasche, doch nun war unverkennbar, das dort jemand war. Sie war etwa 20 Meter von dem Fremden entfernt, der gesprochen hatte. Doch nun half alles nichts. Scheu blickte sie den Mann an, erhob sich, die Taschengriffe fest umklammernd, die Schwingen noch immer ausgebreitet und vor lauter Angst vergessend, sie zu falten.

"J..ja.." stotterte sie leise und unsicher. Sie wusste doch gar nicht, wie man mit fremden Menschen umgehen musste und nun stand da einer und fragte, ob da jemand sei.
Noch immer furchtbar unsicher trat Layleen einige Schritte vor, so das sie unweigerlich in den Gesichtskreis des rosafarbenen Lichts gelangte. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals und ihr Körper war sichtlich angespannt - sie war bereit, jeden Moment weg zu laufen. Ihre scharfen Augen behielten nicht nur den Mann mit dem Licht, sondern auch den anderen Mann im Auge, der zuvor gestützt worden war. Dennoch fürchtete sie vor der Reaktion dessen, der da vor ihr stand.

Gambit Offline

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06.11.2005 10:26
[27./28.9] Inverness, Innenstadt, gegen Mitternacht Antworten
Das rosafarbene Licht verlosch, als Remy die Stimme eines Kindes erkannte. Dann bemerkte er die Bewegung und schliesslich sah er die zierliche Gestalt in den Schatten. Und er sah die Augen, in denen sich das Licht der Laterne hinter ihm spiegelte. Sie hatten eine eigentümliche Färbung.

"Hey, du musst wirklich keine Angst vor mir haben. Was machst du denn um diese Zeit so allein hier draussen? Müsstest du nicht zu Hause sein und schlafen?"

Remy überlegte einen Augenblick, dann ging er in die Hocke. Er war nicht weniger einsatzbereit als im Stehen, aber er hoffte auf diese Weise weniger bedrohlich zu wirken.

"Ich bin Remy," stellte er sich mit seinem weichen Akzent vor.

Layleen Offline

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06.11.2005 13:12
[27./28.9] Inverness, Innenstadt, gegen Mitternacht Antworten
Sie legte den Kopf schräg. Remy. wiederholte sie in Gedanken, sich wundernd, das er bislang nicht auf ihr Äußeres reagiert hatte. Neugierig trat sie einen Schritt näher, die gelben Augen auf ihn gerichtet. Mit einem leisen, aber hörbaren Rauschen, begleitet von einem leichten Windzug, faltete sie die riesigen Schwingen wieder und sah auf den Mann herunter.

"Meine Schwester hat mich immer Falcon genannt." flüsterte sie schon beinahe, ohne dem Fremden ihren wahren Namen zu nennen. Noch ein Schritt nach vorn folgte, der sie unweigerlich in den näheren Gesichtskreis des Fremden Mannes namens Remy brachte.
Die Augen des Mädchens schimmerten noch immer mißtrauisch und ein wenig ängstlich, Vorsicht war in ihrem Blick zu lesen und sie umklammerte die schwere Reisetasche so stark, das die Fingerknöchel bereits weiß hervortraten. Zuviele Menschen, die sie lieb gehabt hatte oder eben auch nicht, hatten ihr schon wehgetan, sie wegen ihres Äußeren verjagt, sie behandelt wie ein wildes Tier oder sie - wie ihre Eltern, was für Layleen am Schlimmsten war, einfach weg gesperrt.

Ein sanfter Wind kam auf und zerrte an dem langen, schwarzen Haar, welches das Gesicht des Mädchens umgab und Layleen ließ die Tasche zu Boden fallen, rieb sich fröstelnd über die Arme.

Bestimmt verjagt er dich gleich.. er haßt dich genauso wie alle anderen.. bis auf Jessy.

Layleen bückte sich hastig nach ihrer Tasche und umklammerte abermals die Griffe. Fast so, als wäre die Tasche ein unbezahlbarer Schatz - nun gut, darin war alles, was sie besaß und sie hatte die Tasche von Jessy bekommen, was sie für Layleen schon wertvoll machte.

Gambit Offline

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Beiträge: 818

06.11.2005 23:32
[27./28.9] Inverness, Innenstadt, gegen Mitternacht Antworten
Dass die Reaktion ausblieb, lag daran, dass Remy die Flügel zunächst für einen Teil der Schatten gehalten hatte. Dann trat das Mädchen jedoch näher, und als er aus der Hocke zu ihr hochsah, konnte er erkennen, dass diese Formen ein Teil ihres Körpers zu sein schienen. War das ein Kostüm? Oder ein riesiger Zufall, dass die Kleine ausgerechnet Remy über den Weg lief? Ihre angsterfüllten und seltsamen Augen sprachen gegen einen Trick.

Im Grunde konnte man ganz leicht herausfinden, was mit dem Mädchen los war. Das würde dann aber Jean erledigen müssen. Sie war schliesslich nicht nur Ärztin, sondern auch Telepathin.

"Falcon also," sprach Remy beruhigend auf sie ein. "Das ist ein schöner Name. Sag mal, wohnst du hier irgendwo? Hast du dich verlaufen? Möchtest du, dass ich ein Taxi für dich rufe?"

Remy glaubte nicht, dass das Mädchen in der Nähe wohnte. Sie wirkte eher wie eine Ausreisserin. Und auch ihre Reaktionen wirkten irgendwie kindlicher, als man es ihrem Äusseren nach vermuten würde. Deswegen sprach Remy ruhig auf sie ein und versuchte sich, so deutlich wie möglich auszudrücken, ohne sie jedoch wie dumm zu behandeln. Er drehte den Kopf und sah zu den Gebäuden und seinem Begleiter an der Hausecke. In diesem Moment konnte man seine rot-schwarzen Augen deutlich sehen. Aber Remy hatte sich ja noch nie die Mühe gemacht, zu verbergen, dass er er Mutant war.

"Da drüben in dem Lokal gibt es ein Telefon. Wenn du willst, gehe ich mit dir hin. Dann kannst du jemanden anrufen, der dich abholt."

Was für eine schmeichelhafte Bezeichnung für diesen Schuppen

Remy wollte eine Reaktion bei der Kleinen provozieren. Wenn sie eine Ausreisserin war, würde sie keinen Anruf machen wollen. Und falls doch... dann wusste Remy wenigstens, wo man die eventuelle Mutantin finden konnte. Aber mit etwas Glück würde er sie für eine warme Mahlzeit und ein Bett für die Nacht begeistern können. Aber erstmal abwarten.

Layleen Offline

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Beiträge: 107

07.11.2005 09:04
[27./28.9] Inverness, Innenstadt, gegen Mitternacht Antworten
Anrufen... ich könnte Jessy anrufen und ihr sagen, das sie mich wieder nach Hause.. ist es wirklich ein Zuhause, in diesem Kellerloch?

Ziemlich barsch fiel die Antwort aus: "Jessy hat gesagt, das ich niemals jemanden anrufen soll!" Layleen wich zwei Schritte zurück und war so erregt, das die Schwingen bereits wieder ausgebreitet waren, ehe sie sich dessen bewusst wurde.

Nun hatte sie zwar den Namen ihrer Schwester verraten, doch würde der Mann vor ihr sie nicht so einfach finden, es gab Millionen von Jessys in der Welt. Layleen zitterte leicht. Sie hatte die Augen des Mannes gesehen, sie waren anders. Den Kopf leicht schräg gelegt, musterte sie Remy. Er wirkte irgendwie vertrauen erweckend, andrerseits hatte sie panische Angst, das er wirklich jemanden anrufen könnte.

Wenn er die Polizei ruft, bist du im Eimer. schoß es ihr durch den Kopf und Layleen sah sich hektisch um. Irgendwo musste doch ein geeigneter Platz sein..
Ihr Blick fiel auf eine Statue, die in der Nähe stand und ihr Blick schweifte daran empor. Von dort aus würde sie starten können - aber ihre Tasche würde sie zurücklassen müssen.
Und so entglitt die Tasche abermals ihren Fingern, diese kostbare Tasche, die Jessy ihr geschenkt hatte und in der alles war, was sie besaß. Layleen drehte sich halb, noch immer Remy im Blick behaltend und wich Schritt für Schritt in Richtung der Statue zurück. Sie biß sich leicht auf die Lippen, denn ihre Finger und Zehen machten ihr gerade wieder klar, das sie sich dringend hinsetzen sollte, so weh taten sie. Eine einzelne Träne rann über ihre Wange herab.

"Kein Taxi, kein Anruf, ich wohne nicht hier.." kam es leise über ihre Lippen. Die Statue war nicht weit fort gewesen und so stieß sie schon mit dem ersten Flügel daran. Sie löste den Blickkontakt zu Remy und wirbelte zu der Statue herum, um sogleich die Finger in vorhandene Ritzen zu schieben und zu versuchen, an der Statue hochzuklettern. Schon als sie die Hälfte der - zugegeben nicht sonderlich hohen - Statue hinauf war, begann sie, unterstützend die Flügel zu bewegen, damit sie hinauf kam, was unten für einen kräftigen Windstoß sorgte. Und als sie dann oben war, setzte sie sich erstmal auf die Schulter der Statue. Hier oben konnte Remy sie nicht erreichen und sie würde notfalls wegkommen.

Mißtrauisch starrte sie nun nach unten. "Warum fragen Sie mich das alles?"

Gambit Offline

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07.11.2005 13:30
[27./28.9] Inverness, Innenstadt, gegen Mitternacht Antworten
Sie flüchtet. Und sie sagt, dass sie nicht hier wohnt - also ist sie wirklich eine Ausreisserin. Aber wer ist Jessy?

Ihrem Fluchtweg nach zu urteilen, war sie wirklich eine Mutantin und die Flügel da waren kein Kostüm. Remy wusste, dass er sie verlieren würde, wenn er jetzt etwas falsches sagte.

Verdammt, wie machen Scott oder der Professor das nur immer, dass ihnen alle gleich vertrauen?

Remy stand auf, blieb aber wo er war. Sie sollte sich nicht bedroht fühlen. Da sie aber wieder weiter weg war, musste er zwangsläufig lauter sprechen. Und wenn das die falschen Leute hörten, konnte es Probleme geben. Nicht mal für Remy, der sich wohl zu Wehr setzen wusste. Aber dieses Mädchen schien von der aufkommenden Welle des Hasses gegenüber Mutanten nichts mitbekommen zu haben. In ihrem verängstigen Zustand musste man ihr eine solche Erfahrung um jeden Preis ersparen.

"Kein Anruf, ich verspreche es dir. Ich sagte dir doch, du musst keine Angst vor mir haben. Ich möchte dir wirklich nur helfen."

Okay, ich habe genau einen Versuch.

"Pass auf, warum kommst du nicht wieder herunter? Dann muss ich nicht so schreien. Du hörst dir mein Angebot an und wenn es dir nicht gefällt, dann gehe ich und lasse dich wieder allein. Keine Tricks, kein Haken."

Remy hob beide Hände in einer ich-habe-nichts-zu-verbergen-Geste. Doch er zögerte, denn das Mädchen sah nicht aus, als würde es ihm glauben.

Layleen Offline

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07.11.2005 13:39
[27./28.9] Inverness, Innenstadt, gegen Mitternacht Antworten
Mißtrauisch blieb der Blick des Mädchens, als sie zu ihm herunter sah, wie er aufstand und zu ihr blickte. Er schien wirklich zu überlegen, was er tun konnte. Seine nächsten Worte ließen sie den Kopf wieder schräg legen und ihr Blick wanderte weiter zu der Tasche, die sie gestochen scharf sehen konnte, obgleich sie eigentlich ziemlich im Schatten lag. Jedes Detail der Umgebung fiel ihr ins Auge und dann sah sie wieder zu dem Mann herunter. Was, wenn er die Wahrheit sagte? Er war der erste Mensch ausser Jessy, der sie nicht gleich verjagt hatte oder sie beschimpfte.

Layleen zögerte. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals, doch dann sah sie wieder zu der Tasche. Das Bild von Jessy lag darin, ihr Ausweis, die Kleidung.. und die Tasche war von Jessy.
Sie atmete tief durch, als sie sich auf der Schulter der Statue aufstellte, sicher und ohne irgendwie zu schwanken, als würde sie jeden Tag auf der schmalen Schultern einer Steinstatue herumstehen und nach unten sehen.
Mit einem hörbaren Rauschen entfaltete sie die Schwingen auf die ganzen 6 Meter Spannweite, die sie hatten und schätzte kurz die Entfernung ab. Dann ließ sie sich fallen und glitt langsam, fast schon majestätisch nach unten, zog einen Halbkreis und kam halb hinter Remy zum Stehen, sicher und ohne eine Bruchlandung hinzulegen.

"Alle haben mich nur verjagt. Warum Sie nicht?"
Layleen legte den Kopf schräg und lief mit ausgebreiteten Schwingen einen Halbkreis, so das sie Remy wieder ins Gesicht sehen konnte. Langsam faltete sie die riesigen Schwingen wieder zusammen.

"Wie lautet das Angebot?" Noch immer stand Mißtrauen in Layleens Augen und sie wusste, bei Bedarf wäre sie sicher rasch wieder oben auf der Statue.

Gambit Offline

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07.11.2005 23:29
[27./28.9] Inverness, Innenstadt, gegen Mitternacht Antworten
Remy sah zu, wie das Mädchen einen Bogen zog und auf dem Boden aufkam. Spätestens jetzt war er sich sicher, dass sie eine Mutantin war.

"Dein Name passt zu dir," begann er die Erklärung. "Und der Grund, warum ich keine Angst vor dir habe, ist dass ich selbst eine Gabe besitze. Nicht so wie du, aber ich bin ebenfalls anders. Und auch ich bin früher fortgejagt und beschimpft worden."

Remy dachte einen Augenblick lang darüber nach, ihr eine Demonstration zu geben, doch das hätte sie sicher nur erschreckt.

"Und das ist auch der Grund warum ich dir helfen will. Weil ich weiss, wie man sich fühlt. Wir Mutanten müssen zusammenhalten."

Jetzt hatte er das Wort doch benutzt, obwohl er sich bemüht hatte, es nicht zu tun.

"Mein Angebot ist folgendes: du kannst mit mir mitkommen. Ich kann dir ein Bett für dir Nacht besorgen, in einem ... naja, sagen wir, ein Wohnheim für Jugendliche. Du könntest dort schlafen und was Warmes essen. Und wenn du weiterziehen willst, kannst du das bei Sonnenaufgang tun, bevor irgendwer merkt, dass du da warst."

Die Möglichkeit zu bleiben bot er ihr vorerst nicht an. Wer weiss, wie sie darauf reagieren würde. Und wenn sie wirklich wie einer der Raubvögel war, auf die ihr Name schliessen liess, würde sie sich kaum einsperren lassen. Remy konnte sie immer noch fragen, wenn sie erst einmal das Institut gesehen hatte.

Layleen Offline

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07.11.2005 23:40
[27./28.9] Inverness, Innenstadt, gegen Mitternacht Antworten
Layleen legte abermals den Kopf schräg, während sie mit einer Hand fast schon automatisch eine zerzauste Feder wieder glatt strich.
Sie antwortete zunächst nicht auf das was er sagte. Mutantin.. wiederholte sie in Gedanken und ging zu ihrer Tasche, um diese hochzuheben und mit ihr zurück zu Remy zu gehen.
Vor ihm stellte sie die Tasche auf den Boden und sah den Mann prüfend an.

Dann streckte sie ganz langsam die Hand aus, zögerte, zog sie wieder zurück. Sie blickte ihm in die Augen.
"Ich habe dem Mann weh getan, der mich angreifen wollte." flüsterte sie leise. Noch immer verstand sie nicht, was dort geschehen war.

"War das wirklich ich? Habe ich dafür gesorgt, das er sich die Ohren zuhält? Er hat geschrien, es hat ihm weh getan." flüsterte sie wieder leise, versuchte zu ergründen, was dies bedeutete.

Nun streckte sie die Hand doch langsam wieder aus. Noch während sie auf eine Antwort von Remy wartete, schob sie ihre schmale Hand in die von Remy.
"Ich kenne nichts, von dieser Welt. Kleine Ausschnitte, die meine Schwester Jessy mir ermöglicht hat. Sonst nichts. Ich habe Angst." flüsterte sie dann. Ihr Blick ruhte auf seinen Augen, die gelben Augen überdeutlich erkennbar. Und dann kam sie mit dem Fingernagel der rechten Hand gegen seine Hand und zuckte heftig zusammen.

Gambit Offline

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08.11.2005 14:02
[27./28.9] Inverness, Innenstadt, gegen Mitternacht Antworten
"Du musst keine Angst haben," wiederholte Remy, während er ihren Blick erwiderte. "Wir werden Antworten für dich finden, wenn du das willst."

"Ich habe dem Mann weh getan, der mich angreifen wollte." Welcher Mann denn? Davon hat sie bisher nichts gesagt.

Remy verstand ihre Worte nicht als Warnung, falls er ihr ebenfalls etwas antun wollte, sondern als Bitte um Hilfe. So verwirrt, wie die Kleine war, konnte sie sicher ein paar Antworten gebrauchen. Aber ein Schritt nach dem anderen.

Den ersten Schritt machte Falcon selbst, als sie plötzlich Remys Hand ergriff. Sie sprach von ihrer Schwester - und zuckte plötzlich erneut zusammen. Remy wusste nicht, ob er etwas getan hatte, was sie so reagieren liess. Er hatte seine Hand nicht um ihre geschlossen, so dass sie sie jederzeit zurückziehen konnte.

"Alles in Ordnung? Hab keine Angst," sagte er nochmals. "Wir werden dir helfen, wenn du das willst. Wir werden versuchen, dir deine Fragen zu beantworten."

Dann ging er ganz langsam und immer mit dem Blick auf Falcon zurück zur Hausecke, wo noch sein Begleiter stand. Er schien einige Schrammen im Gesicht zu haben und wirkte reichlich durcheinander und müde zugleich. Scheinbar registrierte er das Mädchen, reagierte aber nicht auf ihr ungewöhnliches Aussehen.

"Das ist Tyler. Vor ihm musst du auch keine Angst haben, er ist so wie wir. Und im Moment ist er nicht ganz er selbst."

Remy lächelte schief bei diesem Satz. Er griff in Tylers Jackentasche und holte ein kleines, silbernes Etwas heraus. Dann führte er das Mädchen langsam zu einem dunkelgrauen Jeep, dessen Blicklichter zweimal kurz aufleuchteten.

"Also, wenn du willst, dann fahren wir jetzt."

Layleen Offline

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08.11.2005 14:11
[27./28.9] Inverness, Innenstadt, gegen Mitternacht Antworten
Layleen sah einen Moment auf ihren Fingernagel, als könne sie so dafür sorgen, das er nicht mehr schmerzte. Dann jedoch zog Remy ihre Aufmerksamkeit wieder auf sich.
Er wiederholte, das sie keine Angst haben musste. Musste sie das wirklich nicht? Ein Leben ohne Angst wäre zu schön..

"Meine Finger tun weh. Und meine Zehen. Das ist schon eine Weile so." flüsterte sie zur Erklärung, warum sie zusammen gezuckt war. Dann nahm sie ihre Tasche und folgte Remy, der die ganze Zeit zu ihr sah.
Ihr Blick schweifte einmal an dem Mann, den Remy ihr als Tyler vorstellte, hoch und wieder herunter, ehe sie scheu nickte.
Dann fuhr ihr Blick zu dem Jeep, als dessen Lichter aufblitzten und fast wäre sie wieder weg gelaufen.
Sie besah den Jeep und tastete mit einer Hand nach den Flügeln. "Wird wohl ein bisschen eng." murmelte sie, hatte sie doch schon durch das Fenster ins Innere des Jeeps geblickt. Vorsichtig breitete sie die Schwingen ein wenig aus, so das sie vermutlich gerade so in den Jeep hinein passen würden.
Dann sah sie wieder zu Remy. "Ist es weit?"
Sie hatte immer noch Angst und ihr Mißtrauen ganz abzulegen schaffte sie nicht. Sie wollte wohl auch einfach sicher gehen, das er nicht irgend ein Typ war, der ihr dann doch noch etwas antun würde.

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