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Nicht lange Zeit nach dieser unglaublichen Nachrichtenmeldung, flimmerte ein Dementi über die Kanäle, die einen sehr seltsamen Nachgeschmack mit sich brachte. Den Sprechern der aktuellen Nachrichtensendung wurde eine Mitteilung in die laufende Übertragung gereicht.
„Wie uns soeben mitgeteilt wurde, handelte es sich bei dem irrtümlichen Einbruch in das Labor von Genethics lediglich um einen Probedurchlauf, wobei bestehende Sicherheitsvorkehrungen von einem unabhängigen Team getestet werden sollten und sich dabei in der Nacht vom 05.08. auf den 06.08 ein bedauerlicher Unfall ereignete, als zwei der Gaskessel in den oberen Laboren unter zu großer Temperatur explodierten.“
Ein kurzer Ausschnitt zeigte Dr. Adam Lewis, der bei einem der Reporter in der Eingangshalle von Genethics stand und ruhig erklärte:
„Natürlich konnten wir unsere Wissenschaftler nicht in den Sicherheitsprobelauf einweihen und nach dem Unfall in einem der Labore gab es wenig Zeit für Aufklärung und viele wilde Spekulationen – selbstverständlich alles aus der Luft gegriffen. Ich kann ihnen versichern, dass wir keine Probleme mit Mutanten haben und Genethics auch keinen Grund für irgendwelche zwielichtigen Annahmen bietet. Wir sind ein vollkommen seriöses Unternehmen.“
„Was ist mit den Videobändern, Dr. Lewis?“
„Es handelt sich dabei um Aufzeichnungen von bereits angesprochenem Probelauf. Der Wachmann ist wohl auf. Wenn sie mich nun entschuldigen…“
„Dr. Lewis… wozu ein Probelauf, wenn sie keine Probleme mit terroristischen Mutanten haben? Dr. Lewis!“
„Da wir - sehr zu eigenem Bedauern - umstrittene Forschung betreiben, sind vorsorgende Maßnahmen unabdingbar. In einigen Jahren werden wir dank Genethics in der Medizin, vor allem in der Unfallchirurgie, große Fortschritte gemacht haben. Vielen Dank, meine Damen und Herren.“
Lewis war daraufhin mit zwei seiner Mitarbeiter im Fahrstuhl verschwunden. Einer davon lehnte sich mehr als leger an die Aufzugwand und kaute mit verschränkten Armen auf einem Zahnstocher herum. Erst jetzt zeigte sich Lewis’ wahre Wut.
„Ich will diesen Mann mit dieser Brille und die weißhaarige Frau…und zwar tot!! Macht sie ausfindig und findet gleichzeitig heraus, wer diese Videobänder an die Presse gab! Dieser ganze Stall von Reportern soll augenblicklich verschwinden! Nein...warte, Rat. Bring mir die Frau lebend - in mein Labor.“
„Vielleicht war es Dorian, der die Bänder entwendete“, warf Rat mit einem abschätzenden Grinsen ein.
„Unsinn! Finde ihn… finde Dorian und die Mutanten. Und du, Sands, kümmerst dich um den Verräter. Ich bin mir auch nahezu sicher, dass ich weiß, wer dafür verantwortlich ist…“
Mit einem unliebsamen Ruck beförderte er sie auf das Rad. Er mochte dieses kleine Spielzeug, obwohl diese Methode schon viele Jahrhunderte alt war. Schade, dass er Marquis de Sade nie kennen gelernt hatte - er hätte sich mit jenem gewiss prächtig unterhalten. Die eisernen Hand- und Fussfesseln schlossen sich mit leisem Klacken um Ororos Gelenke und das große Rad fuhr von waagrechter Position in eine senkrechte, wo das Kugelscharnier im Boden einrastete, das Rad selbst jedoch beweglich blieb. Die wichtigste Fessel war jene um die Stirn, wobei Gehirnaktivitäten willentlich gelenkt oder gestört werden konnten. Munroes Puls zeichnete sich normal auf dem Schreiber ab, dessen monoton erzeugter Ton für den Herzschlag regelrecht einschläfernd war.
Aber während Rat auf Lewis wartete, konnte er sich ja noch ein wenig die Zeit vertreiben. Anfangs schlenderte er lediglich im Labor an den Regalen mit den Gerätschaften vorbei. Wenn Ro erwachte, würde sie sich in genau dem Labor wiederfinden, wo ihr Team die Kinder gefunden hatte. Die hohe und düstere Halle sah aus wie zuvor; beinahe unversehrt. Doch nun wie totenstill. Wieder blieb Rat vor dem Rad stehen und drehte es mit plötzlichem Schwung, so dass Ro mit dem Kopf nach unten hing. Er neigte sich etwas zur Seite und verdrehte den eigenen Kopf soweit, dass er sie mustern konnte. Schließlich ging er in die Hocke und zündete sich eine Zigarette an, während er wartete. Ob sie aufwachte, bevor Lewis in die Halle kam? Zuviel Blut im Kopf bereitete Kopfschmerzen. Er blies ihr den Qualm ins Gesicht und grinste leicht.
Aus der Ohnmacht zu erwachen war immer wieder ein seltsames Gefühl (und vermutlich gehörte es ja auch einfach dann und wann zu einem Superhelden-Alltag. Ein weiterer Grund, dringend zu kündigen, Ororo!): Irgendwo aus einer tiefen Schwärze, schien wieder etwas zu einem durchzudringen, zuerst nur helle Punkte vor den Augen, Gerüche, vielleicht eine Stimme oder eine Berühung, wenn sie ausgeprägt waren.
In Ro's heutigem Fall, war es das Ziehen hinter ihrer Stirn, was nach und nach zu einem wahrhaft pochenden Gefühl anstieg. Sie schnaufte leicht und versuchte blinzelnd die Augen zu öffnen.
Moment, was war denn überhaupt passiert? Die Bilder in ihrem Kopf wirbelten durcheinander, ohne dabei einen rechten Sinn ergeben zu können. Die Augen aufschlagend, brachte der Blick nicht etwa Klarheit, sondern nur noch mehr Verwirrung. Es war falsch, hier war einfach alles falsch - und wo zum Teufel war sie hier?
Das Krankenhaus. Richtig, da sollte sie eigentlich sein. Aber weder war das hier die Aussenfassede des Krankenhauses, noch... es war verkehrt herum?
Ro versuchte über ihren Gedanken den Kopf zu schütteln, wobei die nächste Erkenntnis sie auch schon wieder wie einen Schlag traf. Das unangenehme Druckgefühl stammte nicht aus ihrem Kopf, sondern von einer Metallspange, die an ihrer Stirn lag - und gleiche imaginäre spannte sich augenblicklich um ihr Herz.
Den Bewegungen der kleinen, blauen Dunstschwaden folgend, traf ihr Blick schliesslich mit erschreckender Klarheit auf Rat. Bastard! Nein, heute war wirklich nicht gut mit Ororo Kirschen essen. Augenblicklich erhellten ihre Augen sich leuchtend Weiss.
Hinter Rat tauchte eine weitere Gestalt auf, die jedoch erst hinzu getreten zu sein schien. Lewis Schritte waren langsam und bedächtig, er strahlte die ganze Würde seines Alters aus - was die Nacht zuvor gänzlich anders gewesen war. Und irgendwie erinnerte er an jemand anderen, denn diese Züge waren noch in einem anderen Gesicht zu finden. Lewis klatschte langsam, als er auf das Rad zuging.
"Bravo... noch keiner hat es geschafft, mein Labor derart zu sabotieren und meine Arbeit zu vernichten."
Er drehte die Regler bis zum Anschlag, so dass die Störfrequenz auf höchstem Niveau lag und Ororos Denkprozesse erheblich gestört wurden. Erst danach kam er ihr näher und musterte sie, wobei er zu Rat sagte:
"Du kannst gehen... ich brauche nun ein paar Wissenschaftler hier, die mir behilflich sind."
Das Rad wurde wieder gedreht und es war zu hoffen, dass Ororo einen guten Kreislauf und vor allem einen guten Magen hatte. Aber als Superheldin mit Superkräften hatte man den wohl. Lewis faltete die Hände. Eigentlich machte er einen sehr kompetenten und vertrauenserweckenden Eindruck. Ersteres war er ohne Zweifel, wohingegen die Menschlichkeit wohl irgendwann auf der Strecke 'Ehrgeiz' liegen geblieben war.
"Bravo", sagte er noch einmal.
"Und weil es so bravurös war, wird ihnen nun ganz persönlich die Ehre zuteil, an einem meiner neusten Projekte teil zu nehmen. Da sie meine Reagenzgläser bedauerlicherweise zerstörten, suche ich noch einen Ersatz für eine geeignete Brutstätte. Und...was soll ich sagen? Sie haben den Job."
Das Lächeln verschwand und an dessen Stelle trat eine eisige Miene, die die unangenehme Stille noch gefährlicher werden ließ. Niemand zerstörte seine Arbeit ohne Konsequenzen und so sollte diese Frau am eigenen Leib erfahren, dass er sich durch nichts aufhalten ließ.
Rat beobachtete das milchige Weiß in Ororos Augen mit gewisser Faszination - wenngleich nicht für ihre Person, so doch für das Phänomen ihres Widerstandes. Und das Grinsen wurde noch ein klein wenig tiefer, so dass das eisigklirrende Blau seiner Iris gefährlich glitzerte. Den schleichenden Wahnsinn sah man nirgendwo besser als in eben diesem kalten Blau. Aber wer schon annähernd 200 Jahre in der Welt herum lief, hatte wohl einigen Irrsinn gesehen und erfahren. Er kam ihr gerade mit dem glimmenden Zigarettenende bedrohlich nahe an die weißleuchenden Augen, als er von Lewis gestört wurde. Ein ungehaltenes Brummen grollte tief in seiner Kehle, doch hörte es wohl nur Ororo, denn im nächsten Moment hatte er sich bereits erhoben.
Bitte was?! Du kannst gehen...? Hatte er sich da gerade verhört, oder hatte Lewis das wirklich gesagt? Rat legte den Kopf leicht zur Seite und kniff die Augen einen Moment zusammen, ehe er an dem Wissenschaftler vorbei ging und leise zischend meinte:
"Erteile mir keine Befehle... alter Mann."
Ein kurzer Blick zurück traf Ororo und noch einmal legte sich ein wissendes Schmunzeln in seine Züge, das jedoch alles andere als beruhigend war. Jetzt musste er sich ein anderes Spielzeug suchen und wahrscheinlich durfte Sands seine Launen ausbaden. Dieser Typ hatte sich ja mal so gar keinen Finger schmutzig gemacht, denn es waren zwei Fremde gewesen, die Eckhardt letztlich um die Ecke gebracht hatten. Schales Wortspiel, scheiß Tag.
Er war mit dem Kopf nach vorne gesunken. Eigentlich hatte er nicht einschlafen wollen, aber jetzt, da alle Anspannung gewichen war und in diesem Zimmer absolute Stille herrschte, musste er für ein paar Sekunden (Scott war sich sicher, dass es nur einige Sekunden gewesen waren) auf dem Stuhl eingenickt sein. Er hatte dieses leise Rascheln der Laken gehört, und obwohl – oder gerade weil – er das Geräusch nicht gleich als solches erkannt hatte, schnellte sein Kopf in die Höhe und sein Blick war sofort auf das Bett gerichtet. Einen Moment gab es nichts als sein hörbarer Atem, der ihm stockend über die Lippen kam. Ororo hatte die Augen geöffnet, doch nicht so, als wäre sie wach, sondern in gleicher Weise wie gestern Nacht in diesem Labor. Nur langsam wagte es Scott, vom Stuhl zu rutschen und vor ihrem Bett in die Knie zu gehen, während er ihre weiß verschleierten Augen anstarrte.
„Ro…“, flüsterte er.
Gestern Abend hatte er seine Sachen mit dem Vorsatz gepackt, sich heute (mit ganz schrecklich schlechtem Gewissen) von allen zu verabschieden, aber dann war Raguel auf ihn zugekommen und hatte ihm erklärt, dass Storm vermisst wurde. Ororo Munroe zählte zu seinen besten Freunden und Scott hätte nicht einmal bei Logan gezögert; natürlich hatte er sich dem Team mit Logan, den Zwillingsbrüdern und Rohey angeschlossen. Sie waren diesmal direkt über das Dach und durch die Chefetage eingestiegen, da Raguel und Sariel Illusionen erschaffen hatten, die Scott nur staunen lassen konnte. Vielleicht hatte man sie im Labor bereits erwartet. Ganz sicher sogar. Aber diesmal war das Team nicht auf ein Ablenkungsmanöver angewiesen und es hatte nur ein einziges Ziel gegeben, als sie sich ihren Weg bahnten. Sie waren auf erbitterte Gegenwehr gestoßen, was mit genauso viel Erwiderung beantwortet worden war. Lewis würde sich von dieser Niederlage nicht so schnell erholen. Und doch wusste Scott nicht einmal jetzt, was man mit Ro gemacht hatte. Seine Hand wanderte wie gestern durch ihr schlohweißes Haar, um es ihr aus dem Gesicht zu streichen.
„Hörst du mich, Ro?“
Wieder sah er die Szene vor sich. Sie war ihm einfach in die Arme gesunken, nachdem er die Stahlriemen gelöst hatte. Auch wenn er es nicht gerne tat, aber er musste zugeben, dass Logan und er gestern sehr gut miteinander gekämpft hatten. Irgendwie würde ihm das alles, auch die Wortgefechte, die sie sich ab und an lieferten, verdammt fehlen. Sie waren ein gutes Team gewesen. Gleich nach dem Labor hatte das Team Ororo in die Subs gebracht und war im Krankentrakt auf Dorian Hayward gestoßen, der sich Storms Apathie angesehen hatte. Sie hatte Köder für sie alle spielen sollen (was ja nun beinahe schon Routine für die X-men war), aber dennoch war irgendetwas mit ihr passiert und obwohl der Arzt versichert hatte, dass Ro lediglich unter Medikamenteneinfluss stand und dies in einigen Stunden an Wirkung verlor, war irgendetwas verdammt faul. Was hatten sie mit Ororo gemacht? Und konnte man Hayward in seiner Kompetenz überhaupt trauen? Scott würde nach Jean suchen, sobald Ororo wieder eingeschlafen war.
Rat saß im offenen Fensterrahmen und kaute auf einem Zahnstocher herum, während er Lewis' dummes Geschwätz mit einem Ohr mitverfolgte. Adam Lewis wütete und Rat grinste. Gut, er hätte den Professor natürlich auch früher aus dieser misslichen Lage befreien können, aber es verschaffte ihm eine gewisse Genugtuung, dass er einfach Lewis' bester Mann war.
Da hatten doch tatsächlich zwei Penner versucht, Adam Lewis auszulöschen. Rat kratzte sich hinter dem Ohr und sprang wieder auf den Boden, während im Zimmer reges Treiben herrschte. Was hier gerade so alles auf dem Tisch lag, hätte gut und gerne eine ganze Stadt augelöscht. Woom, auf einen Schlag. Aber er hatte dennoch ziemlich Laune auf eine Zigarette.
"Bist du wahnsinnig, Rat?!"
Woraufhin sich Sands lediglich einen funkelnden Blick einfing. Natürlich war Rat wahnsinnig, was war denn das für eine bescheuerte Frage?!! Dieser Idiot sollte besser aufpassen, dass Rat nicht die Lust verspürte, sein kleines unbedeutendes Gehirn an der Wand zu betrachten. Es war doch so... da hatten zwei Hirnis versucht, Lewis zu töten und sie hätten das auch fast geschafft, denn die waren um einiges besser als Sands, der kleine Narr. Irgendwie hatte Rat diese ganze Vorstellung sogar gefallen, auch wenn er letztlich doch eingegriffen und einem dieser Killer den Arm aufgeschlitzt hatte.
Er hätte ihn natürlich auch töten können, aber das wäre viel zu einfach gewesen. Dann hätte Lewis ihn nicht mehr gebraucht und ein wenig wollte er jenen noch von ihm abhängig machen. Immerhin verdiente er nicht schlecht dabei. Er blies den Rauch aus und warf einen Seitenblick auf die Anwesenden, die ihn allesamt anstarrten, als wäre er vom Mond. Sein Knurren ließ sie weiterarbeiten. Er würde sich selbst einmal in der Umgebung umsehen... und vielleicht traf er ja auf die ein oder andere Überraschung.
Trari-trara die Post ist da!
Ach, war es nicht schoen? All die wundervollen Briefe und Karten zu Weihnachten? Liebevoll zusammengeschusterte Paeckchen und ueberall roch es nach... Chloroform?
Ja, is denn heut' scho' Weihnachten?
Wenn man mal einen Wachmann finden wuerde, bei Genethics, der so ein bisschen was im Kopf hatte, dann konnte der gute Mann wohl an einer Hand abzaehlen, dass mit einem Weihnachtspaeckchen um diese Zeit etwas gehoerig falsch gelaufen war. Oooder aber es war einfach schon ueber 9 Monate unterwegs.
Gut, das war beides so wahrscheinlich, wie ein Wasserfall in der Wueste oder vergleichbar schraege Sachen.
Den Boten, der das Paeckchen zugestellt hatte, duerfte man jedenfalls nicht fuer dessen Inhalt verantwortlich machen. Der gute Mann hatte eher so ausgesehen, als braeuchte er eine Gebrauchsanleitung fuer Klopapier. (Ein Wunder fuer sich, dass er Auto fahren durfte!) - Eine zweite Fremdsprache - wo sein englisch nicht gut klang - war ihm nun wirklich nicht zuzutrauen.
Oder? Alles nur gute Schau?
Nichts desto trotz: Das Paekchen erreichte, nach einigen Sicherheitschecks, erfolgreich seinen Bestimmungsort. Letzter Stop, Buero 1, Sublevel 1, Adam Lewis.
Das Glas wuerde sich sicher huebsch auf seinem Schreibtisch machen, so als Briefbeschwerer oder so. Und als Wissenschaftler koennte er dem ein oder anderen Besucher wohl auch das makabere Andenken erklaeren: Ein fein saeuberlich auf einem Sockel plazierter Augapfel - menschlich, nur falls er sich die Muehe der Untersuchung machen wollte. Das kleine Schildchen am Deckel gab nicht etwa ein "made in taiwan" oder "made by genethics" an, sondern enthielt die einzige Botschaft des ganzen Paeckchens:
„Sir? Man hat uns gerade offiziell bestätigt, dass Vegentic in New York…“
Aber Lewis erhob sich abrupt von seinem Schreibtisch und schleuderte den Sockel, der ihn heute Morgen erreicht hatte, mit einer forschen Geste zu Boden, wo er zersprang. Der Augapfel löste sich und rollte bis zur Tür, wo er von einer Schuhsohle aufgehalten wurde. Lewis sah kurz in jene Richtung.
„Rat“, bellte er. „Bring mir endlich mein Eigentum zurück!“
Angesprochener kniff leicht die Augen zusammen und hob den Augapfel auf, um ihn zu betrachten. Nett… ach ja, die Niederlassung in New York war dem Erdboden gleich gemacht worden. Rat hätte gerne dabei zugesehen. War das nicht das Auge von Eric Godwin, dem Leiter dieser Niederlassung? Na, da hatte Gott ja mal wirklich gewonnen. Ein leichtes Grinsen huschte über seine Züge, ehe er das Auge gleich eines Balles in die Höhe warf und wieder fing, während er in den Raum kam und sich kurz umsah. Konnten die Hirnspasten ihn nicht immer so bescheuert ansehen? Lewis hingegen trat ihm entgegen und sah ihn eindringlich an.
„Was hast du seither unternommen?“
„Auf der Diskette waren 10 Niederlassungen verzeichnet, oder nicht, alter Mann? Ich an deiner Stelle würde jetzt zusehen, dass ich mich auf einen kleinen Krieg vorbereite.“
Rat hielt Lewis das Auge vor, so dass der in eine braune Iris sehen konnte.
„Denn das… war die offizielle Kriegserklärung.“
Adam Lewis wusste das. Er brauchte sich dies von niemandem sagen zu lassen. Seit Jahren hatte er ab und an ein paar nicht ganz legale Beseitigungen von Leuten vornehmen müssen, die ihm im Weg waren. Das hier war ein wenig anders, aber das hieß nicht, dass Lewis zögern würde, zum Gegenangriff überzugehen. Und war es nicht so, dass er das nicht auch, wenn schon nicht mit Gottes Gnaden, so doch mit dem Segen der einen oder anderen Regierung tat? Oh ja, er hatte seither durchaus Rückendeckung gehabt und er würde umgehend handeln.
„Ich habe es ihm ausrichten lassen. Er wird kommen“, setzte Rat hinzu.