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Loch Duichardh. Einige Nebelschwaden zogen über das Wasser hinweg und es war recht ruhig zur frühen Stunde. Hin und wieder hörte man einen Frosch, der ins Wasser sprang oder den leichten Wind, der durchs Schilf fuhr. Es hieß, einige englische Truppen hatten sich wieder nach Süden aufgemacht, um zur englischen Grenze zu gelangen und sich neu zu formatieren. Dem zuvor zu kommen, war natürlich jetzt Sinn und Zweck der Übung. Scott und die Schülerinnen würden wohl von östlicher Richtung kommen, während Robert und das Team von westlicher Seite an den See kamen.
Ein englischer Trupp näherte sich gerade von dritter Seite, um am See zu rasten und die Pferde zu tränken. Es waren etwa 15 Mann, die den Befehl hatten, so schnell wie möglich nach Süden zu reiten. Das sie dort vielleicht nicht mehr ankommen würden, wussten sie jetzt noch nicht... aber vielleicht kam auch alles ganz anders.
Zeitreisen: Blödeste Erfindung seit Menschen Gedenken wurde nur noch getoppt vom Reiten. Reiten auf Pferden. Diese Viecher waren ihm einfach suspekt, nicht nur, dass der arme Gaul unter seinem Kampfgewicht beinahe zusammen gebrochen war…NEIN…sein lieber Begleiter Padraig stellte sich als Aushilfs.- Robin Hood heraus ohne Strumpfhosen bereit den Darkroom Forest im Zweifelsfall zu verteidigen. Super Sache. Ganz doll, feddisch Abfahrt. Pferde, die Viecher waren ihm einfach nicht geheuer, bewegten die und atmeten die einfach unter ihm. Schon irgendwie ekelhaft.
Also waren sie vollkommen begeistert und motiviert durch die schottische Prärie geritten und standen nun vor dem Silbersee indem er Robert gern ertränken würde damit der mal nach dem Schatz suchen konnte.
Vielleicht war er ein bisschen grün um die Nase als er schließlich abgestiegen war und auffordernd zu Nattileinchen blickte. Was los im Statte Dänemark? Wo war der blinde Teufel?
Das Team! Die Gerüche von Logan, Padraig, den Fremden... Dr. Grey und Finnja sind ja wieder nach oben gegangen... aber die anderen sind auch durch das Siegel gegangen und auch hier! Das hätte sie sich eigentlich denken können, aber die Aufregung über die eigene Zeitreise hat die Folgerungen verhindert.
Umso zuversichtlicher folgt sie dem blinden Führer zu jenem See, von dem er gesprochen hat... ob es der in der Nähe des Instituts bzw. Klosters ist, den sie aus der Gegenwart kennt? Doch ihre Überlegungen werden gestört... sie hört nämlich etwas. Die Begleiterinnen könnten bemerken, dass Chui ein wenig langsamer wird, etwas den Kopf schieflegt und kurz in eine bestimmte Richtung schaut (ein heimlicher Verfolger könnte gar fast meinen, ihre fahlgrün glühenden Augen auf sich gerichtet zu fühlen... aber sie kann ihn doch unmöglich bemerkt haben, oder?).
Kurz darauf geht sie wieder schneller... sogar schnell genug, dass sie alle anderen überholt und zu Scott aufschließen kann. "Mr. Summers... Iain folgt uns heimlich..." sagt sie ihm leise. Er kennt den Jungen besser als sie, also überläßt sie es ihm, was nun zu tun ist.
Mika stapfte eher missmutig wirkend neben Brooke her. Es kland ja schonmal nicht schlecht, dass sie sich mit dem Team (wer war überhaupt alles in dem Siegel verschwunden?) trafen, aber ihre Sorge über ihre Rückkehr minderte sich dadurch nicht. Im Gegenteil, umso mehr Leute sie waren, umso schwerer würde es doch sein, ins Institut zu gelangen, und woher zur Hölle wussten sie eigentlich, wie man das Siegel aktivierte? geschweige denn, ob es sie in der richtigen zeit wieder ausspuckte?
Im Gegensatz zu Chui konnte sie das Team nicht riechen, aber sie hörte Hufgetrappel in der Nähe.Der Nebel machte es nicht gerade einfach, zu lokalisieren, woher das Geräusch kam, zudem verschlechterte er die Sicht des Rotschopfs erheblich.Aber nun gut, in wenigen Augenblicken würde sie wissen, was los war, und vielleicht hatte ja einer der anderen eine Ahnung, wie sie zurück in ihre Zeit kommen könnten. Selten hatte sich Mika sehnlicher eine Zigarette gewünscht als jetzt, noch ein Grund, zurück ins Institut zu kommen. Ohne allzu große schwierigkeiten.
Der Ritt war am Ende gar nicht mal so schlimm gewesen. Ok, Logan hatte sich etwas geziert, aber als er dann losgaloppierte, da hatte er sich auch ziemlich schnell an ihm fest gehalten. Und nach einem gar nicht mal so langem Ritt waren sie dann an einem See angekommen. Wie Padraig aus den Unterhaltungen der Schotten herauszuhören glaubte, handelte es sich dabei um einen Loch Duichardh….oder so ähnlich. Aber vielleicht hatten sie sich auch nur über das Wetter unterhalten, woher sollte er das schließlich so genau wissen. Sein Gälisch war nicht mehr als rudimentär zu nennen und nebenbei auch irisch, was bedeutete, dass er sich hier in Schottland und zu dieser Zeit damit nicht sonderlich gut verständigen hätte können. Ok, er hätte sich mit seinen paar Brocken auch in der Vergangenheit der Gegenwart, die jetzt ja seine Zukunft war, nicht wirklich verständigen können, aber hey, wen störten ungelegte Eier?
Aufmerksam beobachtete er die Gegend, allerdings konnte er durch den Frühnebel nicht so viel erkennen. Wenn sie hier anhielten, dann konnte es ja sein, dass Scott hier in der Nähe war. Und wenn er in der Nähe war, dann hatten sie immerhin den ersten Teil ihrer Mission erfüllt. Den wahrscheinlich leichteren. Und wenn sie dann alle Wiedersehen gefeiert hatten, dann konnten sie sich überlegen, wie es weitergehen konnte und sollte. Irgendeinen Weg zurück würde es ja geben. Unbewußt entfernte er sich mit dem Pferd ein wenig von dem Rest der Gruppe um es zu tränken. Nicht besonders weit, aber doch merklich. Er brauchte gerade ein wenig Zeit für sich, ohne dass ihm Logan mit seinem Gejammer und Gezeter in den Ohren lag. Wer war eigentlich auf diese einmalige Idee gekommen, dass er mit Logan reiten sollte? Was wäre jetzt nämlich gewesen, wenn er nicht hätte reiten können? Dann hätten er und Logan doch ziemlich doof ausgesehen. Ach ja, Robert war der geniale Kopf dahinter gewesen.
Scott hielt an, als sie in der Nähe des Sees waren. Hier war er etwas unsicher, weil er nicht oft in dieser Gegend war. Sie war recht einsam und eignete sich darum gut für ein Treffen - auf der anderen Seite war es für ihn jedoch schwerer, sich hier mit geschlossenen Augen zurecht zu finden und bevor er irgendwo ins Wasser trat, blieb er besser stehen. Als Chui zu ihm trat und ihm erzählte, wer ihnen folgte, hob er den Kopf leicht.
"Danke, Chui", antwortete er nur und schien anfangs nichts weiter unternehmen zu wollen, auch wenn er ein paar Schritte weiterging. "Könnt ihr schon irgendjemanden sehen? Ich höre, dass sich Pferde nähern, bin mir aber nicht sicher aus welcher Richtung. Chui? Du müsstest es genauer sagen können. Wir bleiben noch hier und treten nicht ganz auf die Lichtung."
Am See angekommen war er schon vor seinem Begleiter aus dem Sattel gerutscht und sah sich um. Die Nebelschleier auf dem See ließen das Ganze friedlich aussehen, aber Nathan hatte so eine Ahnung, dass es das nicht wirklich war. Die Reiter, die sich von einer Seite her näherten, sah er noch lange nicht, dafür bemerkte er etwas auf der anderen Seite das Sees zwischen den Bäumen. Es konnte sich dabei um Mikas rotes Haar handeln oder hatte sie es unter dem Plaid versteckt?
In diesem Moment hörte er Jeans Stimme und er trat einige Meter von den anderen fort, so dass er diese Gedanken nicht auch noch aufschnappte. Das Meiste, das er hörte, war ohnehin Gälisch, auch wenn dieser Robert manchmal englisch dachte und es Nathan nicht gefiel, was er hörte. Das hier war eine Schlangengrube und die Schotten verfolgten selbst auch ein Ziel. Er war natürlich nicht so naiv anzunehmen, dass sie sie aus reiner Herzensgüte hierher gebracht hatten. Rubinquarz löste das Zeittor aus?! Nun gut... er war gewarnt. Beinahe unwillkürlich legte er die Hand kurz über den Visor, drehte sich dann aber wieder den anderen zu.
"Dort drüben habe ich etwas gesehen, ich werde mal um den See gehen. Ich danke ihnen für die Freundlichkeit, uns mitzunehmen, Sir. Hier trennen sich unsere Wege." Ob Robert das akzeptieren würde oder nicht, war ihm im Moment ziemlich egal. Dieses Ehregedöns "in des anderen Schuld stehen" musste er einfach hinnehmen. Sein Blick traf auf Noemie... kam sie nun endlich, oder was?
Kurz darauf hörte er Scotts Gedanken erneut und musste eigentlich nur seiner Nase... nein, falsch, seinen Fähigkeiten folgen.
Sie war ja schon auf dem WEG! Konnte der Mann mal aufhören zu stressen? Übrigens wollte sie auch nicht länger als unbedingt nötig vor Robbie sitzen bleiben (hätte er nun Williams mit Nachnamen geheissen und wäre... aber das war ein anderes Thema!), so dass sie sich bereits vom Rücken des Pferdes geschwungen hatte und durch den Rasen stapfte. Hier hätte auch mal jemand mähen können, zur Feier des Tages und so.
"Hörst du ihn?" Was Nathan allen weiss machte nicht nervös zu sein, trug Nomi offen zur Schau. Sie sah ihn mit grossen Augen an und biss sich nervös auf die Unterlippe. Sie waren zusammen aufgewachsen und eigentlich war es nie alleine Nathans Ding gewesen nach seinem Dad zu forschen, sondern immer ihr gemeinsames. Wie konnte er da jetzt nur so ruhig rumstehen und keine Miene verziehen?
Isis Blick huschte zu Logan herüber und sie warf Padraig und ihm noch ein letztes Grinsen zu, ehe sie auf den kleineren der Beiden zustapfte. "Logan, hast du was gehört?" Geschnüffelt oder was auch immer.
Allerdings wandte Nathan bereits ein, etwas am anderen Ufer gesehen zu haben, so dass Isis nicht mehr länger still stehen konnte.
Rob und seinen Freunden in den engen Strumpfhosen noch einen Blick über die Schulter zuwerfend, übernahm Nomi mal wieder ungeachtet der anderen die Führung und wanderte bereits um das Loch herum.
Jedoch hielt sie auf halbem Wege kurz zwischen dem hohen Schilf am Rand des Sees inne und liess sich in die Hocke sinken. Schuh zubinden, diese verdammten Sportschuhe aber auch, wie gefährlich das im Kampf war, wenn die Schnürsenkel offen waren, kannten Rob und seine Kumpels doch bestimmt auch das Problem, eh? Oder jedenfalls... ein ähnliches.
Vielleicht war Isis auch einfach das Geschaukel auf dem Pferd genauso wenig bekommen, wie Logan, denn sie spie auf den Boden aus und erhob sich erst Sekunden später wieder, um ihren Weg fortzusetzen.
Logan würde eventuell das leise Rascheln wahrnehmen, dass ihr nun durch das Gras folgte...
Na, Robbie, altes Trampeltier! Komm gut in die Urne, oder so was in der Art. Wäre es nicht so verdammt unmännlich gewesen, dann wäre Logan nahe dran einfach mal los zu jengeln. Ob er etwas hörte? JA! Ob er etwas roch? JA! (Padraig hatte einen fahren lassen.) Aber um mal zum Ernst der Lage zurück zukommen er hörte und roch tatsächlich etwas und dabei war er nun kein Jagdhund der seinen Schwanz in die Höhe streckte wie man das von übertriebenen Cartoons kannte. (Obwohl sein Johnny ihm trotzdem den Weg deutete, aber das gehörte wohl gar nicht hier hin).
Er war auch ebenfalls vom Pferd gestiegen und unterdrückte den Wunsch angeekelt die Miene zu verziehen. Ehrlich, diese Tour sollten sie aufschreiben und vermarkten. Er würde ein reicher Mann werden.
Auf alle Fälle hat die Wurst eine Pelle und weil Noemie schon wieder so vorwitzig wurde, war er gleich an ihrer Seite, packte sie im Nacken und zog sie neben sich. (War sie durch ihre Vorwitzigkeit eigentlich schon mal in Schwierigkeiten gewesen? Doch unter Garantie).
„Da vorn.“ Was konnte es sein? Ein Flugzeug? Eine Ufo? Oder Superscott? Aber mal ehrlich. Dort war wirklich etwas und ganz gegen seinen Willen fing er an zu lächeln (selbstverständlich nur weil er einen Krampf hatte. Gesichtslähmung!
Ein wenig wundert sie sich zwar, aber sie sagt nichts mehr zu Iain. Auch wenn sie selber ihn wohl zurückgeschickt hätte. Aber es gibt jetzt Wichtigeres... schon erscheint sie wieder abwesend. "Mehr als zehn..." antwortet sie danach halblaut auf Scotts Fragen. "Warte... ich sehe sie schon." Kaum ist sie mal etwas abgelenkt, schon fängt sie an die Lehrer zu duzen. Darauf soll sie mal wer ansprechen, sie wird im Boden versinken.
"Sie sprechen gälisch... wohl Schotten aus dieser Zeit. Oh!" Jetzt wird sie aufgeregt, ihr Gesicht erhellt sich. "Das ist Padraig... er hat was gesagt, aber auch auf gälisch... und das... das ist Mr. Logan! Sie sind mit den Reitern gekommen." Ja, sie klingt ziemlich erleichtert... jetzt kann ja nichts mehr schiefgehen. Und wenn die anderen tatsächlich schon nahe genug sind, um Mikas Haar in der Dunkelheit zu erkennen, wird ihnen das grünliche Glimmen von Chuis Augen erst recht auffallen.
Aufmerksam verfolgt sie Noemies Weg, der wohl nicht zufällig in ihre Richtung führen wird. Das ist eine der beiden Fremden... deren Geruch sie nicht ganz einordnen konnte. Nur mit wem sie verwandt sind, das ist ihr natürlich nicht entgangen... und das verwirrte sie nicht wenig. Aber ist der Gedanke an ein zweites Zeitphänomen jetzt, da sie im 13. Jahrhundert des Nachts am Ufer eines Sees steht, wirklich noch so ungeheuerlich?
Na immerhin, part eins des ach so ausgeklügelten Plans hatten sie also schon geschafft und das andere team gefunden.Mikas Harre waren wirklich unbedeckt, da die Haarfarbe im damaligen Jahrhundert wahrscheinlich doch noch weiter verbreitet war als zu ihrer Zeit.
Jetzt konnte auch sie die Schemen der anderen Leute entdecken, wenigstens Padraig und das Wölfchen konnte sie erkennen, der Rest der Leute war ihr unbekannt.Obwohl sich ein verwirrtes Runzeln auf ihrer Stirn bemerkbar machte, als sie Noemie sah. Hatte das Siegel aus Versehen noch jemanden mit eingesaugt oder warum war das Mädchen so modern gekleidet?Die Rothaarige würde es gleich herausfinden, immerhin ging sie nun doch unwesentlich schneller, um zu den anderen zu gelangen.
Scott hatte eigentlich nur darauf gewartet, dass Iain nahe genug war, damit er ihn mit ein paar wenigen Schritten packen und aus dem Gebüsch ziehen konnte. Der Junge schien mehr als erschrocken, obwohl er inzwischen ja schon wissen musste, wie schnell Scott in seinen Reaktionen war. Das er den Kopf in Iains Richtung drehte, hatte es schon fast den Anschein, als würde er ihn ansehen, aber eigentlich tat er das nur, um ihm etwas auf Gälisch zu sagen. Iain hingegen starrte ihn so erschrocken an, als würde Scott ihn mit seinem Blick durchbohren. Schließlich erwiderte er leise etwas auf die Worte des Älteren und senkte den Blick. Noch einmal sagte Scott etwas, ehe er ihn zurück drückte, damit der Junge wieder nach Hause lief. Iain tat es widerstrebend und warf einen Blick auf Chui, ehe er losrannte.
Wiedersehen mit Nathan. Scott wusste, dass er da war, denn er hörte seine Gedanken in seinem Kopf. Und er spürte auch, dass der andere näher kam, noch bevor die Schüler etwas sagten. Als Mika an ihnen vorbei lief, ging auch er weiter - er musste nur dem Geräusch ihrer Schritte folgen, damit er sicher war, nicht in irgendeine Moorfläche zu treten. Allerdings musste auch Mika aufpassen, wenn sie nicht im Morast versinken wollte. Wer nun wen zuerst erreichte war ja nebensächlich, dass Scott nicht mehr ganz so aussah, wie ihn Logan oder Padraig im Gedächtnis hatten, war hingegen unübersehbar. Trotzdem wusste Scott, dass Logan mit von der Partie war - wer sonst trat so schwer auf wie Logan?
"Wen hast du alles mitgebracht, Nathan?", fragte er seinen Sohn, denn er nahm mehrere Leute wahr. War das ganze Institut "angereist"? Wohl kaum. Und auch ihr Wiedersehen (sehen eher für die anderen) mussten sie noch hinten anstellen, denn Zeit für große Gespräche blieb nicht. Sie mussten weiter kommen.
Nathan sah den kleinen Jungen noch wegrennen. Was das zu bedeuten hatte, wusste er nicht, aber im Moment war es auch eher sein Vater, der seine Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Er sah aus wie alle Schotten dieser Zeit und so gar nicht wie jener Scott Summers, den er vor zwei Jahren im Urlaub getroffen hatte. Dennoch war er sich sicher, dass dieser Mann, der die Augen geschlossen hielt, sein Vater war. Ob er ihm wirklich so ähnlich sah, konnten wohl nur Seife und genügend Wasser sagen.
Mit einem kurzen Handgriff hatte er den Visor in der Hand, ehe er vor der anderen Gruppe stehen blieb und sie einen Moment musterte. Das waren also die Schülerinnen, die ebenfalls durchs Siegel gegangen waren. Wenigstens waren sie nicht sonst wo, so dass sie sie noch hätten suchen müssen. Wieder blickte er zu Scott und es dauerte einen Moment, ehe er bemerkte, dass dieser ihn mit seinem Vornamen angesprochen hatte. Ähhh... er warf nur einen Seitenblick auf Noemie und antwortete dann:
"Padraig, Logan und Isis... eine Freundin von mir. In der Nähe sind noch ein paar Schotten, die uns hierher gebracht haben. Ihr Anführer nannte sich Rob."
Wieder zögerte er. Auf der einen Seite stand ihm dort ein fremder Mann gegenüber, aber Nathan empfand ihn bei weitem nicht als so fremd, wie er es vielleicht ohne seine Fähigkeit gewesen wäre. Er stand ja schon einige Tage mit ihm in Kontakt - ebenso wie mit Jean - und auch, wenn er es selbst gar nicht bemerkte, so lächelte er einen kurzen Augenblick. Wusste Noemie was? Er hatte es endlich geschafft. Sie hatten es beide geschafft. Hatte er es nicht immer gesagt?
Zwei Schritte trat er vor und griff nach Scotts Hand, um ihm den Visor hinein zu legen. "Noch jemand in eurer Gruppe muss etwas Rubinquarz haben. Jean sagte mir, dass Rubinquarz das Zeittor auslöst. Wir müssen also vorsichtig sein, wenn wir das Institut erreicht haben." Ja, er sagte Jean. Aber eigentlich war spätestens jetzt klar, wer Nathan war, oder? Scott hatte Recht, sie durften keine Wurzeln schlagen.
Robert und seine Männer folgten nur langsam, scheinbar wussten sie mehr als sie hatten zugeben wollen. Sie wussten um die englischen Soldaten, die sich dem See näherten. Hin und wieder gab es einen kurzen Wortwechsel und wenn Nathan noch nicht wusste, wie er seine Schuld gegenüber Robert tilgen konnte, dann würde ihm der Schotte eine Möglichkeit aufzeigen. Nein, die schottischen Krieger kamen nicht so nahe heran, dass sie vor Scott und den Schülerinnen stehen blieben, sie verhielten sich weiterhin abseits und wachsam - so als warteten sie. Trotz allem bemerkte Robert die Schottin, die bei der Gruppe um den blinden Teufel stand. Sie gehörte in dieses komische Wiedersehen so gar nicht hinein und wurde bei den Gesprächen auch so gar nicht beachtet. Nicht dass es sonderlich seltsam war, wenn Frauen bei Gesprächen übergangen wurden, aber sie stach gerade aufgrund ihrer "Normalität" heraus.
In der Zwischenzeit hatten die englischen Soldaten den See fast erreicht, so dass sie abstiegen und näher kamen. Einer von ihnen lauschte in die Stille und noch ehe er reagieren konnte, rannte irgendetwas vor ihnen davon. Ein Wildschwein? Der Mann zögerte nicht lange und ging der Sache auf den Grund. Die anderen Soldaten waren nun ebenfalls wachsamer geworden - trotz ihres tagelangen Ritts. Nach einer Weile dann stellte sich heraus, was da so unachtsam gewesen war: Der Soldat brachte einen verdreckten, kleinen schottischen Jungen mit, der sich heftig gegen den Engländer wehrte. Allerdings nur zum Amüsement der anderen englischen Soldaten, die daraufhin lachten.
Isis war schon wieder einmal auf dem besten Weg gewesen Logan eine zu verpassen. Konnte ihr mal jemand erklären, warum jeder sie hier angrabbeln musste? Gut, bei Logan war das nicht so schlimm, schliesslich kannte sie ihn seit Ewigkeiten (wenn er sie auch noch nicht kannte in seiner Zeit), aber dieser Rob... !!
Das einzige was sie zurück hielt Logans Hand auch tatsächlich beiseite zu schlagen war, dass ihnen bereits Scott mit den Schülerinnen entgegen kam.
Scott! Es war einfach nicht zu fassen. Sie kannte das Gesicht - wenn auch mit Zugabe des Visors oder einer entsprechenden Brille - von Fotos, aber dass er mit einem Mal vor ihr stand, warf sie aus der Bahn.
Ihr Mund klappte auf und nun durften alle ihren Kalender heraus holen und den Tag fett in rot anstreichen: Noemie war sprachlos! Dafür warf sie Nathan nach den ersten Schrecksekunden einen Blick zu und grinste ihn breit an. Sie hatten es geschafft! Sie waren tatsächlich durch die Zeit gereist, um seinen Vater zurück zu bringen. Glauben würde ihnen das zu Hause wohl trotzdem niemand.
Ob die anderen sie nun für verrückt hielten oder nicht war ihr egal, als sie kurz auflachte und anschliessend, mit in die Seite gestemmten Händen, die Gesichter der Schüler musterte. Chui war unverwechselbar und wurde auf der Stelle wiedererkannt. Ebenso eindeutig zu nennen war wohl Mikas Haarschopf. Bei Brooke musste sie schon zweimal überlegen, bis ihr das Gesicht bekannt vorkam. Aber schliesslich kannte sie die Mädchen auch nur von Jahrbüchern oder in älteren Ausführungen.
Aber sie waren jetzt nicht hier, um eine grosse Familienzusammenführung zu feiern, richtig? Also konnten dann mal alle ihre Zuckerhintern in Bewegung setzen? Sie wollte nach Hause und unter die Dusche - wahlweise auch in eine Badewanne, sie würde nach dieser Reise alles akzeptieren.