Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
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Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Es war zwar ziemlich kalt, aber eine Weile konnte man es durchaus draußen aushalten und Caleb war schon eine Weile nicht mehr raus gegangen. Charleen war fort und meldete sich auch nicht mehr - er hatte lediglich eine Postkarte von ihr erhalten, die ihm nun als Lesezeichen für sein Buch diente. Sie war aus New York. Caleb schaufelte den Schnee von der Bank und platzierte seine Colaflasche neben sich, während er einen Papierbogen heraus nahm und mit einem Kugelschreiber über den linken Rand krakelte um zu testen, ob er noch funktionierte.
Er war schon einige Wochen hier und ab und an telefonierte er auch mit seiner Mutter, aber es war nervenschonender, wenn er ihr einfach mal einen Brief schrieb. Caleb sah auf und blinzelte in die Ferne. Der weiße Schnee blendete nahezu in den Augen, wenn er von der Sonne angestrahlt wurde, aber der Landschaft konnte man sich dennoch nicht wirklich entziehen. Es dauerte eine Weile, ehe er den Brief nach Hause begann. Nein, er wollte nicht zu Weihnachten zu seinen Eltern fahren, das bedeutete eigentlich nur Stress. Es gefiel ihm hier gut und es gab keine Veranlassung, warum er das Institut verlassen sollte.
Als er die Flasche aufschraubte, bemerkte er, dass der Inhalt schon dabei war zu gefrieren, so dass er sie einfach wieder neben sich stellte und die Hände dafür in die Jackentaschen schob. Während er darüber nachdachte, wie er weiter schreiben sollte, schlichen sich neue Ideen zu einer Melodie in seine Gedanken und bald schrieb er nicht an dem Brief weiter, sondern malte Noten auf das Papier.
Das, was er vorhin erlebt hatte, steckte ihm irgendwie immer noch in den Knochen, obwohl er nach rationaler Erklärung einfach nur eine Lösung für das finden konnte, das er vor einigen Stunden mit Charleen im Wald gesehen hatte. Ein Mutant, der die Illusion beherrschte, hatte sich einen Spass mit ihnen gemacht - anders konnte es gar nicht sein. Die Welt riss nicht plötzlich irgendwo ab und es rannten auch keine Mönche im Wald herum. Dennoch hatte er nach diesem Erlebnis den Entschluss gefasst, mal eine der Schwertkampf-AGs zu besuchen, schaden konnte es ja nicht. Sich jetzt wieder auf seine Bücher zu konzentrieren, war nicht leicht, aber Caleb musste noch einiges nachholen, denn über einen Monat Stoff lernte sich nicht so leicht an einem einzigen Nachmittag.
Also hatte er sich dorthin zurück gezogen, wo fast nie jemand war. Jedenfalls hatte es keiner für nötig befunden, im Sommer in den Wintergarten zu sitzen, was Caleb seine Ruhe sicherte, da in der Bibliothek auch immer jemand anzutreffen war. Ein paar der Lehrer hatte er schon kennen gelernt, wenngleich er ja erst zwei Tage hier war, doch hatte er von Scott Summers bereits alle Schulbücher erhalten und musste sich nun nach und nach bei Charleen oder den betreffenden Lehrern erkundigen, was er nachzuholen hatte. Während er die Nase wieder ins Buch steckte, drifteten seine Gedanken schon wieder zu etwas anderem ab. Denjenigen, den er eigentlich hatte kennen lernen wollen, den hatte er noch immer nicht gesehen. Aber er würde noch, so viel war sicher.
Vollständiger Name: Caleb Thomas Radcliff
Spitzname: Tom
Codename: -
Mutation: Mimikry (trotz seines Alters ist diese Mutation noch nicht ausgebrochen)
Alter: 17
Geburtstag: 19.09.1988
Geburtsort: London
Beruf: Schüler
Aussehen:
Haarfarbe: dunkelbraun
Augenfarbe: grau
Besondere Kennzeichen: Eine Narbe am linken kleinen Finger, die ihm manchmal Probleme beim Klavierspielen bereitet.
Charakter: Er ist niemand, der im Mittelpunkt stehen muss, meist ist er sogar recht zurückhaltend (was nicht mit schüchtern gleichgesetzt werden darf), allerdings merkt man, dass er sich durchaus unterhalten kann, wenn man mit ihm ins Gespräch kommt. Und wenn er mal auftaut, dann ist Caleb sogar ziemlich schlagfertig.
Vorlieben: Klavierspielen, was er schon seit seinem vierten Lebensjahr beherrscht. Allerdings ist er allgemein sehr musisch begabt.
Abneigungen: Manchmal kommt er mit den alltäglichsten Sachen nicht zurecht, weil Caleb eindeutig ein Träumer und Künstler ist.
Hobbies: Klavierspielen, Lesen, Fußball, neuerdings auch Polo – sieht man davon ab, dass er Musiker ist, dann ist Caleb eigentlich ein ganz normaler junger Engländer, der das fragliche Glück hatte, einen reichen Stiefvater bekommen zu haben.
Freunde: Michael Boyle, Henry Grant, Kendrick Winters, David Fitzpatrick (alles Schulfreunde)
Familie: Stiefvater Frank Radcliff und Mutter Doreen Radcliff
Geschichte:
Die erste Erinnerung, die ich an meinen wahren Vater habe, ist eigentlich auch die einzige. Es ist eine schwere Eichentür zwischen zwei steinernen Säulen und ich kann mich erinnern, dass die Sternsinger an dieser Tür das Jahr 1993 mit Kreide vermerkt hatten. Außerdem war es einfach nur kalt, ich war müde und wollte nach Hause. Ich wusste überhaupt nicht, warum mich meine Mutter zu diesem Haus geschleift hatte und wie eine Irre an die Tür hämmerte. Ich glaube, mir war das schon damals peinlich. Sie rief nach diesem Mann, der mein Vater sein sollte und irgendwann brüllte sie sogar, aber die Tür öffnete sich nicht. Ich glaube, sie wollte mich dabei haben, um mich ihm vor die Nase zu setzen und sein Mitleid zu erregen, aber ich habe ihn nie zu Gesicht bekommen und ehrlich gesagt; es war mir auch so was von egal. Ich wollte entweder zurück auf den Fußballplatz und die nächsten paar Hosen liefern oder zurück an mein Klavier, um das Weinen meiner Mutter zu übertönen. Im nächsten Jahr zogen wir allerdings von dieser Kleinstadt, aus der wir kamen, nach London und von da an änderte sich mein Leben irgendwie. Ich sollte diese große Eichentüre lange nicht wieder sehen, aber ich sollte sie wieder sehen, denn meine Mutter war eine sehr ehrgeizige Frau und wenn sie sich damals etwas vor dieser Tür im Winter geschworen hatte, dann war es wohl das, was die Italiener Vendetta – Rache – nannten. Die nächsten drei Jahre war jedoch nicht wirklich an irgendetwas anderes zu denken, als sich irgendwie in der Metropole Englands zurecht zu finden, um nicht unterzugehen; was für mich im Klartext hieß, dass ich mich selbst auf die Suche nach einem geeigneten Klavierlehrer machte, der nicht zu teuer war und für den ich zusätzlich noch Arbeiten erledigte, damit er mich unterrichtete. Sein Name hatte diesen melodischen Klang eines Ernest Hemingway und ich habe mich oft gefragt, ob ich mir nicht auch irgendwann einen Künstlernamen zulegen sollte, der so gut klang wie Jeremy Randolf Valentyne. JRV… diese Buchstaben waren sogar in das Holz seines Pianos eingelassen, auf dem ich üben durfte. Aber nach drei Jahren war es vorbei mit diesen drei Buchstaben, denn meine Mutter lernte ihre lang ersehnte und fleischgewordene Vendetta kennen und heiratete ihn: Frank Radcliff, ein reicher Industrieller, der mich – wie er sagte – sofort in sein vergoldetes achtkarätiges Herz geschlossen hatte und mir alles ermöglichte (was ich gar nicht wollte). Und genau das hieß auch, dass ich von nun an nichts mehr selbst zu entscheiden hatte; die Wahl der Schule, die Wahl meiner Freunde, bis hin zu der Wahl meiner Socken war alles streng organisiert. Und dann, an irgendeinem Tag im Herbst stand ich wieder vor dieser dunklen Eichentür zwischen den beiden Säulen, die mit Efeu umrankt waren. Die Tür war mit den Jahren irgendwie kleiner geworden, denn als Fünfjähriger war sie mir viel gewaltiger erschienen. Eigentlich war ich nicht sonderlich überrascht, als mir meine Mutter erzählte, dass sie das Haus aufgekauft hatten, nachdem der alte Besitzer Bankrott gemacht hatte, aber ich habe nie nachgefragt, ob es Teil von ihrer großen Vendetta gewesen war.
Ich bin jetzt vor einigen Tagen 17 Jahre alt geworden und erst jetzt habe ich einige Dinge erfahren, die mich nachdenklich gemacht haben. Eines meiner größten Anliegen ist es jedoch, dem Einfluss meines Stiefvaters zu entkommen und so muss ich meinen Abschluss an einer Schule meiner Wahl machen. Das bin ich mir selbst einfach schuldig. Und außerdem… gibt es da einen ganz bestimmten Grund, warum ich eben diesen Abschluss an der School for gifted younsters in Inverness machen muss.