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auf der neuen Plattform und hoffen
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Mit weit ausgreifenden Sprüngen jagte Padraig durch das Gelände. Es tat einfach wieder gut seinen Körper auf diese Weise zu spüren. Viel zu selten hatte er während der Prüfungsphase Zeit für so etwas gehabt. Aber was eignete sich besser als leichter Morgennebel, um ein unbekanntes Gebiet zu erkunden? Nichts, wenn man dabei auich noch ein wenig Spannung verspüren wollte.
Über eine stunde lief er so durch den Wald, stets darauf bedacht lautlos zu sein. Ja, es gab hier genügend Möglichkeiten um die Schüler durch einige Übungen durch zu jagen. Dabei würden sie ihre Fähigkeiten, welche auch immer das waren, gut einsetzen können und dadurch lernen mit ihnen gut umzugehen.
An einer kleinen Lichtung setzte er sich erschöpft hin. Es war einfach herlich hier. Der Mond schien noch sanft durch die Baumwipfel und gleichzeitig war schon die Dämmerung zu sehen. Es war die richtige Entscheidung gewesen. Kilian mochte sich weiter in seinen Computern vergraben, aber er brauchte die Natur.
Langsam machte er sich wieder zurück zum Institut. Dann sah er eine Gestalt in die Kapelle huschen. Vorsichtig näherte er sich.
Durch den Trubel unbemerkt war Padraig wieder in den Wald gegangen. Für den heutigen Tag stand ja noch kein Lehrprogramm auf dem Plan und so konnte er sich noch ein wenig sammeln und die Gegend erkunden. War vielleicht gar nicht verkehrt, denn immerhin konnte es ja bald sein, dass er jeden Geländevorteil würde nutzen müssen. Aber eigentlich wollte er jetzt gar nicht an so etwas denken. Vielmehr genoss er die Natur um sich herum. Die Waldwege mied er meistens, sondern bewegte sich ziemlich lautlos durch das Unterholz. Die Tiere beachteten ihn kaum, denn sie spürten, dass er keinerlei Gefahr für sie darstellte.
Seit langem war er zum ersten Mal fast so etwas wie glücklich. Um ihn herum die Natur, und er hatte einen Job, bei dem er etwas sinnvolles tun konnte. Und wahrscheinlich sogar alle seine Fähigkeiten würde einsetzen müssen.
Letztendlich erreichte er eine kleine Lichtung. Einzelne Sonnenstrahlen brachen durch das dichte Laubdach und schienen mit den Farben des Waldes spielen zu wollen. Und der kleine Bach, der hier friedlich vor sich hinplätscherte, lud förmlich dazu ein, sich erschöpft an sein Ufer zu setzen und die Füße ins Wasser baumeln zu lassen.
Was den Zauber des Ortes noch erhöhte, war die alte Ruine einer kleinen Kapelle. Wow, ich frage mich, wann hier zuletzt jemand gewesen ist? Immerhin ist es schon ein gutes Stück vom Institut entfernt und auch nicht wirklich durch Waldwege zu erreichen.
Christabel war schon weiter gerannt, als sie eigentlich hatte rennen wollen. Und dennoch konnte sie nicht aufhören, noch eine Wegbiegung weiter, noch ein paar Bäume hinter sich zu lassen. Ihr Herzschlag ging vollkommen normal, sie spürte kaum erhöhten Puls und wirklich atemlos war sie auch noch nicht. Ihre Schuhe erzeugten nur leise Geräusche während des Laufens und auch ihre Atmung war leiser als die Geräusche des Waldes. Sie hatte ihr schwarzes Haar zurück gebunden, so dass es sie nicht behinderte. Nach einer Weile dann, fiel sie in einen leichten Gang und ihr Blick für ihre Umgebung wurde schärfer, da sie aufgehört hatte, nachzudenken. Christabel hob den Kopf und blickte zu den Baumkronen empor, wobei sie zwischen den Ästen der Bäume Wolken aufziehen sehen konnte. Kurz schätzte sie die Distanz, die sie bereits zwischen sich und Inverness gebracht hatte und letztlich schlug sie einen Weg querfeldein durch den Wald ein, wobei sie sich nun nicht mehr wie eine einfache Joggerin bewegte. Nahezu lautlos erreichte auch sie diese Lichtung, allerdings war sie noch eine Weile zwischen einigen Bäumen verborgen, als sie Padraig zum ersten Mal sah. Sie musste dem Institut schon recht nahe gekommen sein und vielleicht stand sie einem Mutanten gegenüber - was ihre Neugierde weckte, so dass sie sich langsam zeigte, als sie auf die Lichtung trat.
Padraig war vollkommen in Gedanken versunken gewesen und hatte ihre Annäherung erst gar nicht registriert. Dann jedoch schrak er hoch und stand mit beiden Beinen jetzt im Bach drin. "Haben Sie mich erschreckt." Er griff sich spielerisch an die Brust um anzudeuten, dass sein Herz schneller schlug, was aber nicht wirklich stimmte. Sein Adrenalinspiegel war zwar kurzzeitig in die Höhe geschossen, aber er hatte sich auch fast sofort wieder normalisiert. Das jahrelange Training hatte ihm diese Gelassenherit gegeben. Das war jetzt nicht gut. Was wenn das jetzt die Agenten gewesen wären? Dann wäre ich wahrscheinlich jetzt schon tot. Ok, wenn sie wüßten, dass ich ein Mutant bin.
"Kommen sie doch ruhig näher. Ich beiße nicht und hier ist ja auch Platz genug. Es ist ein herrlicher, fast schon verzauberter Ort, finden sie nicht?" Er beobachtete sie unauffällig aber doch sehr genau. Irgend etwas an ihr irritierte ihn, aber was konnte er nicht sagen. Andererseits war er von ihrem Äußeren doch durchaus beeindruckt. Wow, der Ort muss wirklich verzaubert sein. Und sie ist vielleicht eine Fee oder so. Und fals ich Pech habe, eine Banshee Er musste bei diesem Scherz lächeln, gerade weil er nicht wußte, wie recht er hatte.
Christabel musste lachen, als er so im Bach stand, kam allerdings tatsächlich näher. In Wahrheit waren ihre Sinne mehr als geschärft und trotz dass sie ihn ansah, achtete sie mehr denn je auf ihre Umgebung. Ebenso jahrelanges Training, das sie vollkommen entspannt und vertrauenserweckend wirken ließ.
"Ich wollte sie nicht erschrecken. Sie waren wohl in Gedanken versunken." Noch einmal ließ sie den Blick ins Wasser des Flusses wandern. "Das muss ja sehr erfrischend sein, oder haben sie sich Blasen in ihren Schuhen geholt?" ein klein wenig amüsiert.
Tatsächlich kam sie langsam näher, bis sie vor ihm stand - wenn auch am Ufer. Christabel war mit ihren 1,75 m nicht sonderlich klein, obwohl sie auch nicht zu den Größten zählte.
"Ist Schottland nicht allgemein ein verzauberter Ort?" Wobei sie noch einmal leicht lächelte.
"Aye, das ist er. Und nein, ich habe mir keine Blasen durch meine Schuhe gelaufen. es ist einfach nur erfrischend und nachdem ich in London nie die Gelegenheit hatte, so etwas zu tun, habe ich mich einfach hier dazu aufgerafft." Er stieg jetzt wieder aus dem Bach heraus und stand vor ihr. "Und wie sieht es mit ihnen aus? Keine Lust auf ein erfruischendes Fußbad? Sie verpassen was, wenn sie es nicht tun. Es gehört für mich zu einem wirklich gelungernen Waldlauzf dazu, wenn man einen Bach findet, der noch dazu an solch einem Ort fließt, sich hinzusetzen und eine Zeit die Welt Welt sein lassen und einfach seinen Gedanken nachzuhängen." Er versuchte sich jede Einzelheit von ihr einzuprägen. Nicht weil es das jahrelange Training so eingeimpft hätte, sondern weil er den Anblick an sich sehr interessant, fast schon überwältigend fand. "Ich muss allerdings sagen, dass ich noch nie bisher von einer so schönen Überraschung wieder in die Welt zurück geholt wurde. Kurzzeitig dachte ich, dass ich wohl ein Tor zur Anderswelt gefunden haben musste und mir nun eine Tuath de Daanan gegenüberstehen müsste." Er lächelte sie freundlich an.
"Da bin ich aber froh, dass es ihnen gut geht." Irgendwie amüsierte sie sich tatsächlich, ohne dass sie es wollte. Auf der anderen Seite waren Mutanten durchaus redegewandt, vor allem, wenn es darum ging, seine Haut zu retten. Gut, bei diesem Fremden wusste sie nicht, um wen es sich wirklich handelte und zudem wusste er nicht, wer sie war, wahrscheinlich flirtete er einfach nur gern.
"Ich fürchte, wenn ich aus diesen Schuhen schlüpfe, passe ich später nicht mehr hinein. Ich bin wohl weiter gerannt, als ich eigentlich vorhatte. Wahrscheinlich habe ich mich sogar verlaufen."
Doch dann neigte sie den Kopf leicht zur Seite und ein seichter Sonnenstrahl traf in ihre grüne Iris, der sie noch mehr aufleuchten und sie ein wenig katzenhaft wirken ließ.
"Aber vielleicht befinden sie sich auch noch in dieser Anderswelt und ich bin eine... Tuath... wie hieß das nochmal?" Auch sie lächelte nun zurück.
"Tuath de Daanan, die Kinder des Dagda oder auch der Dana, da ist man sich nicht so ganz einig oder besser gesagt, es ist auch einerlei, da beide wahrscheinlich die selbe Person sind. Ach wie unhöflich von mir, darf ich mich vorstellen? Padraig O'Diarmuid, ihr ergebenster Diener." Mit einer theatralischen Verbeugung vollendete er diese Vorstellung. Es tat gut mal wieder ein wenig zu flirten und wenn das mit einer so attraktiven Frau war, dann um so mehr.
"Dürfe ich vielleicht fragen, wie sie heißen und welcher Engel sie hier an diesen Ort geführt hat? Denn ein Engel muss es gewesen sein. Oder natürlich eine der Tuatha de Daanan."
Die Gedanken an die Agenten hatte er vollkommen vergessen. Er lebte im hier und jetzt, und hier und jetzt stand eine schöne Frau vor ihm, an der aber etwas war, dass ihn immer noch irritierte.
Und dann bemerkte er es. Ihm schien es als würde unter ihrer Haut elektrischer Strom fließen. Minimalst nur, aber doch deutlich für ihn spürbar. Er versuchte sich seine Irritation nicht anmerken zu lassen. Was war mit ihr los? War sie auch eine Mutantin? Oder... nein, der Gedanke passte ihm gar nicht, aber er würde auf der Hut sein. Und ihr garantiert nichts vom Institut erzählen. das hätte er ohnehin nicht getan.
Er versuchte es... wenngleich erfolglos. Denn genauso wie er sich ihre Züge eingeprägt hatte, registrierte sie jede kleinste Veränderung der seinen, und seine Verbeugung war entweder eine Fortführung dieses recht amüsanten Gespräches, oder ging von jemandem aus, der auf der Hut war und darum vor Körperkontakt zurück schreckte.
"Ein Engel war es nicht, eher ein kleiner Teufel. Mein Mann hat mich an einem Waldstück aussteigen lassen, damit ich ein wenig joggen kann." Sie blickte kurz zurück zu jener Richtung, aus der sie gekommen war, denn sie würde ihm nicht erzählen, dass sie von Inverness aus gelaufen war. Schließlich sah sie ihn wieder lächelnd an und streckte ihm die Hand entgegen, um zu prüfen, wie er reagieren würde.
"Es freut mich ebenfalls; mein Name ist Sarah Finnley."
Er schien ihr gerade die Hand geben zu wollen, als er scheinbar registrierte, dass diese vollkommen verdreckt war. "Ohh, moment, warten sie, ich wasche mir nur gerade mal die Hände." Er würde sehen, wie sie auf nasse Hände reagierte. Sollte sie zurückzucken, dann war sie wahrscheinlich eine Mutantin, die Elektrogenese oder ähnliches beherrschte. Und die waren auf Feuchtigkeit nicht gut zu sprechen. Und wenn sie nicht zurück zuckte, dann waren das wohl implantierte Geräte, die den elektrischen Impuls verursachten. Und das würde bedeuten, dass ... nein, würde es nicht. Vielleicht hatte sie ja auch einen Herzschrittmacher. Sie war zwar noch sehr jung, aber es kam vor. Andererseits war sie gejoggt, und das durchaus eine weile, wie er an dem Schweiß erkennen konnte, der teilweise durch ihre Kleidung gesickert war und nun dunkle Stellen bewirkte.
Also wohl kein Herzschrittmacher.
Er packte ihre Hand und nutzte seine Gabe um ein kleines kinetisches Kraftfeld zu erzeugen, dass ihr das Gefühl vermitteln würde, wirklich seine Hand ergriffen zu haben. Bis er sie wirklich ganz nah an sich heran lassen würde, musste er sie erst näher kennen lernen und sicher sein, dass durch sie keine Gefahr für seine Schüler und das Institut entstehen würde.
"Ihr Mann lässt sie alleine hier joggen? Ich würde mir durch nichts das Vergnügen nehmen klassen, mit einer so schönen Frau zusammen durch den Wald zu laufen. Immerhin gibt es hier in Schottland ja immer noch verzauberte Orte, an denen man Feen begegnen kann." Er lächelte sie wieder an und in seinen Augen schien so etwas wie bedauern mitzuschwingen
Jemand, der nicht wirklich trainiert war, hätte ebenfalls ein kleines Stück laufen können und ebenso schwitzen, so dass dies wohl kein Anhaltspunkt darauf war, welche Distanz sie zurück gelegt hatte. Christabel ließ die Hand wieder sinken, während er sich die Hände wusch und doch wusste sie, dass er Zeit gewinnen wollte. Die Herzschrittmachergeschichte wäre trotz des Joggens durchaus plausibel gewesen, denn es gab verschiedene Arten von Herzkrankheiten, wobei die leichteren sportliche Betätigung erlaubten, von Ärzten sogar verordnet wurde. Als er ihre Hand dann letztlich schüttelte, schlug der Chip nicht aus, obgleich seine Aktion nicht dazu beigetragen hatte, dass sie nicht mehr misstrauisch war. Auf der anderen Seite sollte sie nicht in allem und jedem eine mutierte Bedrohung sehen - vielleicht war er ja tatsächlich einfach nur ein Jogger, der diese Lichtung für sich entdeckt hatte, denn in Schottland gab es viele Touristen, die die Einsamkeit dieses Landes schätzten. Und sie fand auch gerade Gefallen daran.
"Nach ihrem Namen und ihrem Wissen zu urteilen, was das Keltische anbelangt, müssen sie Ire sein, ist es so? Mein Mann hat schottische Vorfahren und beschäftigt sich lieber mit den Spuren seiner Vergangenheit, als durch die Botanik zu wandern." Sie musste leicht grinsen, denn tatsächlich konnte Steven einem Waldlauf so überhaupt nichts abgewinnen, da er sich ständig Zecken einfing. Er lief lieber auf einem Laufband mit netten Bildern auf einem Monitor vor sich.
"Nun, die Vergangeheit ist wichtig, aber auch im Beisein einer so schönen Frau lässt sich Vergangenheit erleben und vielleicht der Grundstein für die Zukunft legen. Außerdem sollte man in der Gegenwart leben, der einzigen Zeit die wirklich existiert." Schade, dass sie verheiratet war, aber das würde ihn nicht abhalten weiterhin mit ihr zu flirten. "Wollen siie sich neben mich setzen, Sarah? Ich darf sie doch Sarah nennen, oder? Lassen sie uns gemeinsam die magische Umgebung genießen und wer weiß, vielleicht sehen wir ja auch ein Leprechaun hier. Wobei die eher in meiner Heimat zugange sind."
"Wie eindeutig zweideutig, Padraig", antwortete sie ihm erheitert und hatte ihm somit Antwort darauf gegeben, ob er sie denn Sarah nennen dürfe.
"Ich denke, er ist einfach nur ein Bewegungsmuffel." Für diesen Kommentar hätte ihr Steven wohl wieder einen fiesen Blick zugeworfen. Sie konnte sich lebhaft vorstellen, was er ihr auf diesen Seitenhieb geantwortet hätte: 'Tay, das stimmt nicht. Aber wenn in diesem verdammten Wald auch nur eine einzige Zecke existiert; sie findet mich.'
Da auch Christabel nichts gegen eine derartige Unterhaltung einzuwenden hatte, setzte sie sich lächelnd neben ihn und folgte seinem Blick.
"Lassen sie mich raten: sind die Leprechaun so etwas wie Kobolde?"
"Ja, Leprechauns könnte man wohl als Kobolde bezeichnen. Es sind Kobolde, die für ihre Schuster-Fähigkeiten bekannt sind. Und nebenbei wissen sie, wo Schätze vergraben sein sollen. Darf ich fragen, wo Du herkommst? Dein Mann ist ja schottischer Herkunft, da lässt darauf schließen, das Du es nicht bist."
Er nahm einen Grashalm und begann auf ihm herum zu kauen. Das Spiel des Windes in den Blättern und die vereinzelten Rufe von Waldvögeln ließ eine wirklich mystische Stimmung aufkommen. Es hätte wahrscheinlich niemanden verwundert, wenn gleich ein alter Drache, oder eine Gruppe von Feen aufgetaucht wäre.
Sie musterte sein Profil und schmunzelte langsam. Ja, die Stimmung hier war tatsächlich wunderschön, vielleicht sogar schon ein wenig zu schön, um wahr zu sein. Und mit einem Mal neigte sie sich hinab, streifte die Schuhe und Socken schnell von den Füßen und war mit einigen wenigen Sprüngen beim Fluss. Kurz krempelte sie sich die Hosenbeine ihrer Jogginghose hinauf und stand schon bald im Wasser. Sie wandte sich grinsend in seine Richtung.
"Es wäre doch schade, wenn man das alles ungenutzt lässt!" Auf einmal wirkte sie irgendwie ausgelassen, was bei Christabel ziemlich schnell gehen konnte. Vorsichtig suchte sie Halt auf den glitschigen Steinen unter Wasser, als sie ein paar Schritte im Fluss ging.