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bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Liam war noch nicht ganz an seinen Schreibtisch gelangt, da ging auch schon die Bürotür des Chief Officiers ein weiteres Mal aufsprang und Rufus mit hängenden Schultern entlassen wurde. „McNamara!“ Donnerte die Respekt einflößende Stimme. Liam sollte wissen, dass so ein Tonfall keinen Raum für Diskussionen ließ. Er müsste antreten und das sofort.
Das vorausgegangene Spiel wiederholte sich, der grobschlächtige Rufus klapste Liam kumpelhaft auf den Rücken und würde sich nun wieder um die Mädchen kümmern.
Sicher war er erstaunt darüber, dass die Mädchen sich in einem abgeschlossenen Verhör-Raum befanden und doch war Rufus kollegial genug, Liam unter vier Augen darauf anzusprechen und ihm nicht weiter beim Chef in Verruf zu bringen. Rufus hielt es nicht für nötig den Mädchen eine Erklärung oder einen Ton zu gönnen, lediglich mit einem gebietenden Fingerdeut nahm er die Mädchen mit sich.
Er würde erst mit Liam sprechen müssen, ob er schon irgendetwas wegen den Beiden in die Wege geleitet hatte und bis dahin blieben sie erstmal in Gewahrsam.
Rufus schloss eine der muffigen Zellen auf und dirigierte die Mädchen dort hinein, dann schloss er den Riegel, was irgendwie ein endgültig wirkendes Geräusch mit sich brachte. Hier hatte man alle Zeit der Welt und die Mädchen dürften sich –wenn sie sich weiter so entwickelten- schon mal an die Gefängnisluft gewöhnen.
Die Kühle, die von Brookes handfläche ausging, tat Mika gut, denn sie beruhigte auch, wenn nur leicht, ihr inneres Feuer. sie öffnete ihre rechte Hand langsam und legte sie auf brooke ihre Hand.
"Wenn er das noch einmal wagt, hat er eine sitzen, das schwöre ich dir...."
Sie blieb, auch Brooke zuliebe, ruhig. Sie wusste, dass wenn sie ihrer Mutation freien lauf ließ, brooke die einzige war, die sie aufhalten konnte, und das von ihr in einer Situation wie dieser zu fordern war sicher nicht richtig.Leicht schüttelte Mika den Kopf, unfähig, an irgendetwas anderes zu denken als an ihre Wut und dran, sich unter Kontrolle zu haben. Im Moment wünschte sie sich wirklich etwas mehr von brooke ihrer coolness...
Brooke lies ausnahmsweise mal zu, auch wenn sie erst hatte zurückzucken wollen, das Mika ihre Hand berührte. Sie schmunzelte sogar leicht auf Mikas worte hin und flüsterte ihr zu "Kannst du meinetwegen machen, aber wenn dann später. Hier und jetzt wäre das nicht besonders klug. Mir schmeckts auch nicht, aber nur ein kühler Kopf bringt uns hier weiter."
Anstandlos ging sie mit mit dem Polizisten der sie hinter schloss und Riegel brachte. Zumindest für einen Moment. Ein ätzendes Gefühl zu wissen, das man fliehen könnte, den Bullen ein reinwürgen und abhauen, aber genau das nicht tun zu können...
Es fiel Liam alles andere als leicht Autorität anzuerkennen, aber mit der Zeit und mit den Jahren in seinem Job hatte er es gelernt, selbst wenn er noch immer –auch wenn es an der vorausgegangenen Situation lag- mit den Zähnen knirschte.
Liam hätte schwören können, dass der Chief um das Ablenkungsmanöver mit Rufus wusste, er sagte nichts. Stattdessen müsste Liam sich anhören, dass er gefälligst seine Berichte pünktlich abzugeben hatte und er seiner Schreibarbeit mehr Zeit widmen musste, ein Rüffel der ihm bestimmt erst im Laufe des Gesprächs mit Rufus eingefallen war.
Was die Männer wirklich besprachen würde niemals die Büromauern verlassen, aber als Liam schließlich die Bürotür öffnete, war sein Arbeitstag für heute gelaufen und sämtliche Kraftreserven waren aufgebraucht. Die Mädchen, die Unterredung mit seinem Chef. ..
Wie Liam sich auf die Aufführung freuen sollte war ihm ein Rätsel.
Er trat also heraus aus dem Büro nur um schon im gleichen Atemzug Rufus abzupassen, der ihn von dem Verbleib der Mädchen unterrichtete. Selbst wenn Liam nicht mehr danach war, er bedankte sich bei seinem Kollegen und setzte sich an seinen Schreibtisch. Einen Moment brauchte er um sich zu sammeln, er fuhr sich müde durchs Gesicht, atmetet tief durch und griff nach dem Telefon, nach dem dritten Klingeln wurde schließlich abgehoben und Liam sprach: „Hey Scott, ich bin’s Liam. Wir haben ein Problem!“
Wir haben was...? Oh ja, er hatte hier noch weitere 99 Probleme am Hals: Das Büro unter Kontrolle bekommen, Schüler, die nicht in den Unterricht wollten, von der Notwendigkeit desselben überzeugen, kleine Pings ärztlich versorgen, Karlitos unter Aufsicht stellen, Illusionen für den Auftritt von Charly erzeugen und und und... was war da schon ein Problem mehr oder weniger? Das steckte Scott doch in die Hosentasche!
"Brooke und Mika? Opfer...?! Warte mal, was haben die beiden Mädchen denn eigentlich gemacht?"
Doch nicht etwa jemanden niedergeschlagen, oder? Rechtsbeistand...Scott vermerkte das gleich mal in seinen Unterlagen. Er würde nachher gleich mal schauen, ob es einen guten Anwalt in Inverness gab... was immer auch passiert war - aber das Institut war ja auch versichert, falls die beiden irgendetwas beschädigt hatten. Schließlich hatte er alles erfahren, was er musste. Es handelte sich zwar 'nur' um einen Diebstahl, aber der warf nicht minder Probleme auf.
"Nur" Diebstahl war leider nicht richtig, denn so ein Diebstahl war leider kein Kavaliersdelikt.
Liam bereitete also seinen Schreibkram gleich so vor, dass Scott nicht viel mehr machen müßte als die Mädchen nach Hause zu holen. Er war Scott zwar in seinem Berufsleben keine Erklärung schuldig, aber allein der Umstand, dass die beiden Männer mehr Respekt als Freundschaft für einander empfanden würde Liam dazu bewegen, Scott später von der Ohrfeige zu erzählen. Dabei würde es keine Entschuldigung sein, es sollte nur zeigen, dass Liam zu den Dingen stand die er tat.
Liam würde Scott schon am Eingang erwarten, den Schlüsselbund der Zelle in der Hand, selbst wenn es ziemlich Klischeehaft wirkte. Liams Miene war ernst und anstatt Scott wirklich zu begrüßen ging er voraus um ihn gleich in Richtung Zellen zu führen. "Die Beiden sind sehr uneinsichtig." Warnte er vor und nahm im Vorbeigehen die Akte um sie gleich aufzuschlagen und Scott dazu einen Kugelschreiber in die Hand zu drücken, dass was Scott unterschreiben mußte, sagte aus, dass er für die Mädchen nun sorgte und für sie bürgte. Wieder ein Umstand der auf Liams Kappe ging. Er wollte es Scott, einfach ersparen von einem Polizeiauto nach Hause gefahren zu werden.
Mika saß nicht der erste Mal in einer Zelle wie dieser, und immerhin war sie froh darüber, Brooke in ihrer Nähe zu haben und nicht in einer Sammelzelle gelandet zu sein. Dort konnte es nämlich teilweise sehr unangenehm werden.
Sie setzte sich mit an den Körper gezogenen Knien auf die Pritsche und schloß kurz die Augen. Sie wollte nicht daran denken, wie sich dies alles noch weiterentwickelte, aber sie glaubte schon zu wissen, dass Logan ihr beim nächsten Selbstverteidigungskurs die Seele aus dem leib prügeln würde.Sie konnte es nicht verdrängen. Würde ihr nun jemand sagen, dass sie sich das alles selbst eingebrockt hat und schuld ist, dass das Institut vielleicht auffliegt, so würde sie denjenigen nur wütend anfunkeln. Mika und Brooke waren nicht so dumm, so zu agieren, dass man sie mit dem Institut in verbindung bringen würde. Und sie selbst hatte ihre Mutation, seit sie auf dem Institut war, schon besser unter Kontrolle, so dass sie sich nicht aus Versehen als Mutantin enttarnen würde. Sie und Brooke wären einfach als zwei Straßenkinder durchgegangen, hätten für eine Nacht in haft gesessen und wären dann rausgeworfen worden, Brooke auf jeden fall, auf Mika wären wahrscheinlich juristische Probleme wegen ihrer Volljährigkeit entgegegen gekommen, aber auch das hätte sie mit nem guten sozialarbeiter und Anwalt in Sozialstunden wandeln können.
Und nun? NUn würden all jene, dich brooke und Mika schon so nicht für ganz koscher hielten, sich bestätigt fühlen, die Schulleitung wäre sicher "not amused" und wie die einzelnen lehrer mit dem wissen umgingen, daran wagte sie garnicht zu denken. Vor allem, da Brooke und Mika nicht gerade durch ihr soziales Verhalten auffielen, wenn auch durch ihren wissensdrang. Aber der brachte ihnen nun rein garnichts.
Míka begann, auf einen ihrer haarsträhnen herumzukauen. am liebsten hätte sie jetzt eine geraucht, aber das würde ihre jetzige situation wohl eher verschlechtern.
Brooke stand lange an den Gittern, die hinter ihnen verschlossen worden waren und schloss ihre Hände, natürlich mit den Handschuhen, sogar einen Moment um zwei der Metallstäbe. Unentwegt starrte sie dabei die Wand auf dem Flur an. Fuck. Fuck fuck fuck. Was wenn Liam sie wirklich hier verrotten lies? Es juckte sie wirklich in den Finger, einfach hindurch zu spazieren. Manchmal verfluchte sie sich selber dafür das sie ihr Temperament so gut unter Kontrolle haben konnte wenn es darauf ankam. Und jetzt kam es gerade darauf an, das sie einen kühlen Kopf bewahrte und das für zwei.
Was würde das wohl für ein Gerede geben in der Schule wenn es heraus kam. diese Kuh Elayne würde das sicher ganz genüsslich gegen sie verwenden. Danke, darauf konnte sie gut udn gerne verzichten. Wenn man sie nicht sowieso sofort Achtkantig herausschmiss. Och, sie kannte da einen am Institut, der sich sicher ganz prächtig über das alles hier amüsieren würde, aber diese Entscheidung trafen wohl andere. Logan zum Beispiel.
Genervt von der Stille hier, sie hatte ja noch nicht mal ihren Discman hier um sich abzulenken (Ihre Sachen hatte man ja sicher erst einmal einbehalten) verdrehte sie innerlich die Augen und lies die Gitterstäbe wieder los um sich Mika zuzuwenden. Mit bedächtigen und langsamen Schritten ging sie auf die Pritsche zu und setzte sich dort neben ihre beste Freundin. Sie zog ihre eigenen Jacke enger um ihren schlanken Körper und schnappte sich schließlich auch noch die zur Pritsche gehörige Decke, legte sie sich um die Schultern und verkündete "Gut geheizt is hier nicht gerade..." Was soviel hier wie "Mir is kalt".
Scott unterschrieb den ganzen Papierkram und wartete darauf, dass Liam die Mädchen holte. Es war ja wohl klar, dass er auch noch ein paar Wörtchen mit ihnen zu reden hatte, oder? Nein, Diebstahl wollte er gewiss nicht beschönigen (er dachte am besten jetzt gar nicht an Ororo), aber er war froh, dass niemand verletzt worden war. Vielleicht konnte Liam wirklich mit dem Besitzer der Geldbörse sprechen und jener würde von einer Anzeige absehen. Scott war mit einem Wagen des Instituts hier und wartete im Gang, bis Liam mit Brooke und Mika zurück kam.
Liam trat zurück in die Zelle um diese auch gleich zu entriegeln und die Tür soweit zu öffnenen, dass die Mädchen austreten konnten. War gerade sein Gemüt noch ziemlich erhitzt gewesen, hatte er sich nun wieder beruhigt und unter Kontrolle, sofern er nicht darüber nach dachte was die Mädchen angestellten hatten und was das für weitgehende Konsiquenzen ein kleiner Fehler mit sich brachte.
Liam hatte die Standpauke ja nun schon herunter geleihert und um alles weitere würde sich ohnehin Scott und sehr zum Pech der Mädchen, Logan kümmern.
Er begleitete die Bande noch bis zur Tür um Scott da mit einem "Wir sehen uns heute Abend." zu verabschieden. Damit war er raus aus dem Spiel.
Noch nie war ein Geräusch so willkommene wie das des schlüssels im Schloss der Zelle. Die Decke lies sie einfach wieder von ihren Schultern gleiten und unordentlich auf der Pritsche liegen als sie sofort in dem Moment als klar war das sie rausgelassen wurden aufstand und bereitwillig in die Freiheit folgte. Er lies sie also doch nicht hier verotten. Sehr schön.
Scott kannte sie kaum, immerhin hatte sie noch nie viel Kontakt mit ihm gehabt, aber sie meinte sich erinnern zu können. Das war doch der Kerl gewesen damals mit dem Telepathendoc in der Küche. Gestern beim Abendessen war er auch wieder da gewesen. Wie sie ihn einschätzen sollte wusste sie nicht, aber vermutlich war es besser als von Logan in Empfang genommen und nach Hause gebracht zu werden.
Ganz genau behielt sie ihn im Auge und versuchte ihn einzuschätzen. Wie sauer er aussah und so weiter.
Auch Mika war froh, aus der Zelle herauszukommen, und ihre persönlichen gegenstände (die nicht wirklich viele waren) zurück zu erhalten.
Liam wurde von ihr nicht eines Blickes gewürdigt,und auch Scott bekam nur einen kurzen, abschätzenden Blick, bevor sie sich diesmal der interessanten Wand des Flures widmete. Auch sie kannte Scott nur vom Sehen von gemeinesamen Abendessen oder ähnlichen Dingen, hatte aber nie wirklich ein wort mit ihm gewechselt, so dass sie nicht einschätzen konnte, wie er nun reagieren würde.
Als sie endlich aus dem Revier raus war, zündetete sie sich erstmal eine Zigarette an, während sie Scott zum Wagen folgte. Sie würden ja nun sehen, was noch kam.
"Im Auto wird nicht geraucht", meinte Scott lediglich, als er mit den Mädchen hinaus ging und den Wagen auf dem Parkplatz ansteuerte. Auch er ließ die ganzen Schlüssel, die er so vom Institut und den Wagen hatte, in der Hand gegeneinander rasseln, während er beide musterte. Eigentlich wollte er noch gar nicht mit beiden sprechen, denn ja, er kannte sie genauso wenig, aber letztlich fragte er die schlichteste Frage, die es in dieser Sache gibt und die eigentlich noch überhaupt keiner gestellt hatte:
wow, der erste, der eine halbwegs intelligente Frage stellt...
dachte Mika zynisch, während sie den Rauch ihrer Zigarette inhalierte. Tja warum? bad habit? Nicht nur, denn sowohl Mika als auch Brooke hatten keine Eltern, die ihren süßen Kleinen monatlich Geld schickten. Und beide erhielten keine soziale Unterstützung vom Staat, wobei Mika, wenn sie einen festen Wohnsitz angeben würde, wahrscheinlich Waisengeld erhalten könnte.Aber damit hatte sie sich nie auseinandergesetzt.
Warum...weil sie gerne ein neues Buch gehabt hätte, was ihr gehörte und nicht aus einer Bibliothek ausgeliehen war. Weil es bald Herbst werden würde und sie nur einen einzigen Pullover besaß. Weil sie die Angewohnheit hatte, zu rauchen.
Mika gehörte nicht zu den Leuten, die bettelten oder irgendetwas von anderen erwartete. Wäre sie damals mit dem Institut nicht auf der richtigen Spur gewesen, sie wäre halt zurück nach London gegangen oder hätte sich mal Edinburgh angeschaut. Mika bettelte nicht, sie stahl von jenen, für die das jeweilige Gut nichtmehr den Wert hatte, den es haben sollte.
Das alles ging ihr durch den kopf, aber sie sagte nichts davon, weil es Scott, den sie nicht einmal kannte, auch sicher nichts anging. So zuckte sie nur die Schultern und hielt den Mund.