Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Die Kälte riss sie aus dem Schlaf...Schlaf?
Sie schlief nicht, hatte nicht geschlafen. Sie war hier...wo war hier?
Es war eisig und Cait bewegte sich nur langsam...sie trug das, was sie angezogen hatte, als sie vor wenigen Stunden zu Bett gegangen war. Aber vom dunkelblauen Baumwollschlafanzug war nicht mehr viel ürbig. Die Verwandlung in eine Echse hatte ihn größtenteils zerissen, so dass nur noch über den Oberschenkeln und der Brust sich der Baumwollstoff dehnte. Ärmel und Beinstoff hingen in Fetzen an Handgelenken und Knöcheln, wie bei einem Werwolf aus einem 50er Jahre Horrorstreifen.
Was war passiert? Wieder ein Alptraum, eine ungewollte Verwandlung? Mehr noch. Wo war sie?
Die Kälte schnitt durch Körper und Geist. Frischer Schnee knirshcte zwischen den mit Krallen besetzten Echsenzehen.
Cait rutschte stolperter. Beton schürfte die Shcuppen an den Knien. Ein gehsteig..Straßen...die Beleuchtung von Laternen drang durch die Dunkelheit der Nacht zu ihr...erleuchtete auch den langsamen Geist.
Sie brauchte Wärme...musste irgendwo rein.
Cait stützte sich im Schnee ab...behebig, langsam...sie hinterließ einen roten Klauenabdruck...Blut? An ihren Krallen....von wem?
Ein zischendes, heiseres Husten. Zu schwach um sich aufzurappeln...zu kalt um loszuweinen.
Wo war sie und warum war sie hier...alleine?
Hinter ihr war ebenfalls Licht. Sie stand in den Scheinwerfern eines geparkten Autos. Mühsam konnte Cait erkennen, dass niemand darin saß, die Fahrertür war offen...ein Taxi?
Sie musste in das Auto und hoffen, dass die Heizung dort funktionieren würde.
Die Kälte nahm ihr die Luft zum Atmen, jede ewegung shcmerzte...warum war sie hier?
Dann konnte sie es lesen.
GENETHICS
Ein ersticktes Husten...viel zu schwach. Panik, mehr als vorher...die Scheinwerfer des Wagens hielten voll auf den Schriftzug, Von panik erfasst krabbelte Cait hilflos durch den Schnee zum Auto und rettte sich mühsam auf den Fahrersitz.
Steife Klauen suchten den regler für die Heizung...ein erneuter Blick auf den Schriftzug.
Genethics - we build a better you!
Nur eine Werbetafel...ein Plakart für Vitamintabletten. Cait entspannte etwas...sie war in Inverness...konnte sogar einen Straßennamen erkennen. Wie sie hier her gekommen war...was sie hier machte...darum konnte sich später gekümmert werden. Die Heizung lief.
Cait schaltete die Scheinwerfer aus. Sie wollte die beunruhigenden Buchstabven vvor sich nicht mehr lesen.
Dann kauerte sie sich auf den Fahrersitz zusammen und wartete darauf, dass es warm wurde.
Warm genug...um mit dem Weinen anzufangen.
Ty hatte nicht schlafen können. Er hatte nachgedacht, über die Gerüchte, die in den letzten Tagen im Institut aufgetaucht waren. Natürlich hatte er sie gehört. Und gerade, weil jede Unterhaltung leiser zu werden schien, sobald er in Sichtweite war, maß er ihnen Bedeutung bei. Die mitleidigen Blicke, die minimalen Gespräche und die Tatsache, dass Cait und er bisher nicht darüber hatten sprechen können, all das machte ihn misstrauisch.
Ihm gegenüber hatte sie sich wie immer verhalten, zumindest hatte sie es versucht. Jeden Diskussionsversuch seinerseits zu dem Thema hatte sie gekonnt abgeblockt, mit den Waffen einer Frau eben. Darum lag er wach. Und darum dachte er nach. Und nahm sich wohl zum hundersten Mal in diesen Tagen vor, dass er beim nächsten Mal auf dem Gespräch beharren würde, egal wie sehr oder wie zärtlich sie ihn abzulenken versuchte.
Irgendwann hatte er ihre Tür zufallen hören. Ein Blick auf die Uhr verriet ihm, dass es schon weit nach Mitternacht war. Warum sie wohl noch wach war? Ob das Gerücht mit den Tabletten etwa stimmte? Irgendwas musste vorgefallen sein, sonst hätte Cait nicht so viel Zeit gehabt. Sie hatte definitiv keinen Dienst auf der Krankenstation. Das sprach dafür, dass an der Tablettensache was dran war.
Er schwang sich aus dem Bett, nur Shorts und ein T-Shirt mit Armyschriftzug tragend. War es Neugier, die ihn dazu trieb, ihr nachzugehen ... oder doch eher Sorge ... oder der selbstgerechte, pathetische Wunsch nach Antworten, hier und jetzt?
Als er seine Tür öffnete, war sie nicht zu sehen, aber er hörte sie auf den Stufen weiter unten. Wo wollte sie nur hin? Ins Gewächshaus? Um diese Zeit? "Cait?" rief er ihr leise nach, doch die Antwort blieb aus.
Ein scharfer Windstoss traf ihn, eisig und lähmend, gerade als er den Treppenabsatz vom ersten Stock erreichte. Jemand musste die Haupttür göffnet haben. Als Ty dort ankam, flatterte das Türblatt im Winterwind, während ein Schwall frischen Schnees nach dem anderen in die Eingangshalle hineingeweht wurde. Draussen verloren sich ihre Spuren im Dunkel, doch an der Schwelle konnte er sie deutlich genug erkennen. Es waren die Abdrücke von Caitlynns Echsenfüßen.
Ty zögerte keinen Moment, schloss die Tür und rannte zur nächsten Speedröhre. Ungeduldig trommelte er mit den Fingern gegen die Verkleidung, während er darauf wartete, dass sich der Lift endlich in Bewegung setzte.
In den Umkleiden verschwendete er keine Zeit, lief sofort zu ihrem Spind. Der Anzug war noch dort - oder war es die Zweitanfertigung? Er würde das Risiko nicht eingehen. Wenn Cait da draussen in der Kälte als Echse herumlief und ihren Anzug nicht trug...
Tyler beeilte sich zu seinem eigenen Spind, riss ihn auf, warf sich in seinen Anzug und kehrte zu ihrem zurück. Die Glastür war verschlossen. Er konzentrierte sich, baute eine Ladung auf und entlud sie direkt in das Schloss - ohne Erfolg. Auch eine zweite und dritte Entladung, jeweils stärker als die vorherige, änderten nichts.
Er trat einen Schritt zurück und sammelte alle Ladung an, die er halten konnte. Das Knistern der Elektrizität erfüllte den Raum, während winzige Funken zwischen seinen Fingern und Haaren umhersprangen. Ty stählte sich für den Schmerz und sprang vor, alle Ladung in in seiner rechten Faust bündelnd und genau dort die Bewegung kinetisch verstärkend. Das Brechen der Scheibe aus Sicherheitsglas war wesentlich leiser als das seiner Fingerknochen. Der Schmerz trieb ihm die Luft aus den Lungen, aber es wurde kaum mehr als ein erstickter Laut. Die Angst schnürte ihm die Kehle zu, Angst um Caitlynn, die allein in der Kälte umherwanderte.
Mit dem linken Ellbogen beseitigte Ty die Scheibe vollends, griff dann nach Caitlynns Anzug, riss ihn förmlich aus dem Spind und lief zurück zum Lift.
Die Suche würde schwierig werden, aber er würde sie finden. Das schwor er sich, als er sich mit ihrem Anzug und einer Taschenlampe hinter das Steuer des grauen Jeeps zwängte und diesen in die dunkle Nacht hinausjagte, ihren Spuren nachfolgend, so weit er konnte.
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Der Wind war schneidend kühl. Er fegte über den Platz, als wollte er die letzten Reste tilgen, die dort blutig auf dem Pflaster lagen. Ein paar feine Staubkörner wirbelten im Wind und ließen sich tragen. Cait konnte hören, wie er manchmal sturmartig um das Auto herum pfiff und abrupt wieder verstummte.
Und wenn es still war, dann konnte man das leise Surren der Heizung hören, das man nur wahrnahm, wenn der Straßenlärm in der Nacht verebbte und man auf einem nahezu totenstillen Platz stand. Oder war das Summen doch eher ein Rieseln? Ein Rinnen? Nein, kein Rinnen von Wasser... eher von... Sand.
Was bildete sich diese Schlampe eigentlich ein? Was glaubte dieses Reptil eigentlich, ihm die Eingeweide aus dem Leib zu reißen? Wäre er nicht schnell genug gewesen, dann wäre er um ganze zwei Finger gekürzt worden. Es reichte schon, dass dort auf dem Platz ein Fingerglied lag. Oh, Sands würde sich dafür revanchieren, dazu musste sie keine Wahrsagerin sein.
Der Sand rann vom Dach durch die Ritzen der Zweittür gleich hinter dem Fahrersitz und sammelte sich dort auf dem Boden vor der Rückbank. Nahezu lautlos sammelten sich die Körner dort, um auf einen günstigen Augenblick zu warten.
Cait war müde...natürlich war es die verdammte Kälte da draußen und sie wusste, dass sie Glück gehabt hatte, überhaupt wieder aufzuwachen. Sie konnte sich weder erklären, wie sie hier hergekommen war, nochwoher das Blut an ihrer Klaue stammte, oder was mit dem Fahrer des Taxis passiert war.
Aber die Geschichten, die sich langsam in ihrem Geist entwickelten, gefielen ihr gar nicht.
Noch immer starrte sie auf den Schriftzug der Pharmazie-Firma...we build a better you, obwohl es nur Werbung war, bereitete es ihr Unbehagen. Die Laborkinder...das Attentat auf Carol...alles kam beim Lesen des Schriftzuges wieder hoch.
Die verdammte Heizung heizte nur sehr langsam...
Cait versuchte mit den Echsenfüßen Kupplung oder Gas zu treten. Vergebens...sie waren zu groß und drückten immer zwei Pedale gleichzeitig herunter. Sie musste sich also zurückverwandeln, um wegfahren zu können.
Der Taxameter lief noch immer...also waren nicht nur ein Fahrer, sondern auch ein Fahrgast im Auto gewesen....aber nun war sie alleine. Wirklich alleine...
Keine Autos verirrten sich auf de Marktplatz. Cait sah in die schmale Seitenstraße, welche vom Marktplatz zum Bahnhof von Inverness führte.
Cait erkannte die Straße sogar wieder...hier hatte Jean damals, vor einem knappen halben Jahr, sie und avin aufgegabelt und zum Institut gebracht.
Resignierend drehte Cait am Radio herum...regnte es? Nein, abe irgendein Geräusch von Wassser war in der Nähe...ein feines Rinnsal? Die Heizung lief auf vollen Touren, aber nicht genug für die kaltblütige Reptilienfrau.
Sie wischte ihr Klaue am Beifahrersitz auf der rechten Seite ab. Wem gehörte das Blut? Sie selbst war nicht verletzt...nur schockgefroren.
Genethics...Cait wollte es nicht mehr lesen und schaltete die Scheinwerfer aus. Sie würde warten müssen, bis sie die Kraft und die Ruhe fand, sich zurück zu verwandeln, um dann halbnackt in einem gestohlenen Taxi nach Hause zu fahren.
Das war alles nicht fair.
Ihr Blick wanderte übers Amaturenbrett...kein Handy, nur die Funkanlage. Damit ließ es sich schwer im Institut anrufen.
Ihr Blick ging auf die Rückbank, hinter dem Beifahrersitz lag eine Aktentasche.
Nur wenige Zentimeter neben dem stetig wachsenden Sandhaufen griff Cait vorbei und zog die Tasche an sich.
Lass ein Handy darin sein.
Mit zwei kleinen Spuckeklumpen ätzte sie problemlos das Zahlenschloss der Tasche weg und wühlte darin herum.
Kugelschreiber, Terminkalender, zwei Folienstifte und eine Mappe, ein Taschenrechner, ein Wörterbuch. Scheiße!
Wütend wurde die Tasche auf den Beifahrersitz geschleudert... es half nichts, Cait musste sich zurückverwandeln. Sie atmete durhc, schloss die Augen und besinnte sich auf das, was sie mit Davin privat und Scott in der Mutations-AG geübt hatte.
Das beständige leise Rieseln, woher es auch immer kam, beruhigte irgendwie...Cait fühlte noch immer die Schuppen über dem Unterarm...und versuchte trotz Kälte und zermürbender Sitaution ruhig zu werden.
Mehrfach schlingerte der Jeep über die eisglatten Strassen und es war reines Glück, dass Ty nicht in irgendeinen Graben rutschte. Jedes Mal wenn er schaltete, meldeten sich schmerzhaft die gebrochenen Knochen in seiner rechten Hand zu Wort und jedes Mal zuckte Tyler zusammen, biss die Zähne aufeinander ud murmelte einen Fluch. Er lernte recht schnell, dass mit dem Handballen zu schalten weitaus weniger schmerzhaft war.
Alle paar Minuten blieb er stehen, stieg aus und lief mit der Taschenlampe suchend umher. Er fürchtete oft, die Spur verloren zu haben, doch fand er sie jedes Mal wieder. Caitlynn schien geradewegs in Richtung Stadt unterwegs zu sein und bisher war die Strasse in derselben Richtung verlaufen. Gleich jedoch würd eine scharfe Rechtskurve kommen, die den asphaltierten Weg um einen der Hügel herumführte.
Er trat auf die Bremse, fuhr langsamer, durch die Frontscheibe auf die von den Scheinwerfern erhellte Straße zu blicken. Durch das Schneegestöber wurde ihm die Sicht verwehrt, doch bemerkte er die Stelle rechtzeitig. Die Fußabdrücke näherten sich der Straße, überquerten sie genau an der Kurve und verschwanden auf der anderen Seite.
Ty sprang aus dem Jeep, um zu der Stelle zu laufen. Er hatte die Tachenlampe dabei, mit der nun die Spuren ableuchtete. Sie führten gerade die Strecke weiter, von der Strasse hinunter in den Graben, auf der anderen Seite wieder hinauf bis zu einem Holzzaun, der ihn an die Corrals einiger Ranches erinnerte. Es konnte wohl ein Koppelzaun für eine Schaf- oder Kuhherde sein. Die Spuren endeten davor und zwei tiefere Eindrücke einen Meter dahinter liessen darauf schliessen, dass Caitlynn wohl über den Zaun gesprungen war. Ty blieb am Zaun stehen und leuchtete der Spur nach, so weit er konnte. Sie führte den Hügel hinauf und verlor sich schon bald in der Ferne. Und sie führte weiter geradeaus.
Ty rannte zurück zum Jeep, klemmte sich erneut hinters Steuer und gab Gas. Er hoffte, auf der anderen Seite des Hügels die Spur wiederzufinden.
Es dauerte länger, als er erwartet hatte. Die Strasse führte nicht wieder bis an die Stelle heran, an der Caits Spur hätte weiterführen sollen. Der Schnee hatte sein übriges getan und so lief Ty einige Minuten auf einer schneebedeckten Fläche umher, bis er endlich die nahezu gleichmäßigen Vertiefungen wiederentdeckte. Sie führten weiter geradewegs auf Inverness zu, und Ty hatte eine ungefähre Ahnung, welche Strassen er benutzen mußte, um in der Vorstadt die Spur wieder aufzunehmen.
Es dauerte mehr als eine halbe Stunde, bis Tyler endlich in eine ruhige Strasse einbog. Geduckte Häuser säumten den Weg, alle von einer dicken Schneeschicht bedeckt. Der Winterdienst war noch nicht hier gewesen und so stieß Ty irgendwann wieder auf die ungewöhnlichen Fußspuren, während er im Schrittempo durch die nächtliche Stadt fuhr. Sie führten in eine Gasse, die zu eng für den Jeep war.
Er fuhr um den Block herum, kam ans andere Ende der Gasse und suchte erneut nach der Spur. Der Winterdienst war bereits hier gewesen und mehrere Reifenspuren führten diese Straße entlang. Tylers Herz schlug ihm bis zum Hals, als er sich der Stelle näherte, an der die Gasse endete.
Jegliche Spur endete genau dort am Bordstein. Direkt vor den vom Winterdienst aufgetürmten Schneehaufen am Straßenrand fand er den letzten ihrer Abdrücke. Auch nachdem er mehrmals die andere Straßenseite auf und ab gelaufen war, fand er Caits Spur nicht wieder.
Sie musste entweder auf der Straße gelaufen oder per Anhalter weiter voran gekommen sein. Erneut kletterte Tyler hinters Steuer und fuhr nun langsam die winterlichen Straßen von Inverness ab. Es war wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
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Der äußerst shcmale Grad des Zufalls erlaubte, dass der Jeep von Tyler Knight gerade einmal eine Querstraße weiter vom marktplatz um die cke bog und wieder verschwand.
Sicher hätte Cait ihn erkannt, wäre sie nicht in Konzentration auf ihre Rückverwandlung und sicher hätte auch Ty seinerseits den Wagen am Rande des zentralen Platzes bemerkt, hätte Cait nicht die Scheinwerfer des Taxis ausgeschaltet.
Mit etwas Glück würde Tyler vor einer Kneipe einen kleinen Auflauf von Menschen entdecken. Ein verstörter Taxifahrer begann gerade, einige angetrunkene Jugendliche um sich herum zu versammeln und wild gestikulierend Richtung Zentrum zu zeigen...
Nach einer Minute sank Cait zurück in den nach Rauch stinkenden Bezug des Taxis. Sie hatte wieder ihre menschliche Gestalt angenommen, was allerdings nicht zu mehr Eigenwärme verhalf. Noch immer war es ein Risiko mit de geklauten Taxi zurück zu fahren. Denk nach..denk nach...denk nach... auch ein Prozess der nur sehr langsam von Statten ging. zu irgendwas muss dein blöder Kopf doch nutze sein...
Und da war es! Der Chip, den sie eingepflanzt hatte! Konnte sie damit Leute wecken? Dieses Gedanken herumscicken hatte man nie richtig geübt. Wie weit reichte die Frequenz...egal Cait versucht sich auf Tyler zu konzentrieren.
Dachte an ihn...bat um Hilfe.
Es dauerte, bis ihr einfiel, dass Tyler keinen Chip bedsaß, also schwenkte sie auf Jean um...Scott..Logan..Kassander...sie versuchte sich durch das ganze Team zu denken.
Aber irgendwie bekam sie davon Kopfschmerzen.
Ihr Blick glitt in den Rückspiegel, denn das rieselnde Geräusch hatte aufgehört.
Was zum...!
Vielleicht würde Tyler später einmal sagen, er hätte diesen Comlink doch besser besessen. Im Institut vermischte sich Caitlynns Hilferuf mit einigen Träumen, so dass nicht jeder etwas davon mitbekam. Nicht jeder... aber der ein oder andere durchaus. Doch würde es noch reichen? Würde das Team rechtzeitig in Inverness sein, bevor...?
Der Sandhaufen wirbelte erneut auf, obwohl es hier im Wagen vollkommen windstill war. Er wirbelte empor, schnellte in einer Sandfontäne, die sich blitzschnell in einen Arm verwandelte, vor und legte sich um Caits Hals, so dass sie unsanft an die Kopfstütze des Fahrersitzes gedrückt wurde. Sogar seine Stimme hörte sich an wie rieselnder Sand, denn sie war rau wie Schmirgelpapier.
"Hast du eigentlich eine Ahnung, mit wem du dich da angelegt hast, Echse?" Er war vielleicht nicht so gefährlich wie Rat (welcher ihn wiederum für einen Trottel hielt, doch das beruhte auf Gegenseitigkeit), aber er war auch kein Gegner, den man unterschätzen durfte. Sands Arm löste sich bereits wieder ein klein wenig auf und die Sandkörner krochen ihr in die Kleidung. Aber das war noch gar nicht das Schlimmste, denn er schien sie schlichtweg ersticken zu wollen, als sie ihr auch in die Nase krochen, so dass ihr das Atmen schwerfiel.
Sie hatte den Haufen feinen Sand noch erblickt, aber ehe sie die Tür öffnen konnte, wirbelt er bereits um sie herum.
Die Stimme, die direkt aus der Sandwolke zu kommen schien, ließ ihr einen Schauer über den Rücken jagen.
Wie toll, dass sie sich zurückverwandelt hatte!
Hektisch suchten ihre Finger den Zündschlüssel...die Kurbel für das Fenster...irgendwas. Wie bekämpft man Sand?
Und warum bekämpft man Sand? Sie hatte doch nichts getan?
"Ih hab...doch nichts...getan..." hustete sie. Mudn zu lassen! Nase zu halten. Sie spürte, wie der feine Sand über ihre Haut kroch, durch das Haar wirbelte, sich auf Augen und Lippen legte, durch die Reste ihres Schlafanzugs drang.
Ein Arm aus Sandkörnern drückte sie in den Fahrersitz und nahm ihr die Luft zum atmen.
Ihre linke Hand umklammerte den Türgriff, ein Tritt stieß sie auf udn sofort wirbelte die eisige Kälte von außen in den beheizten Innenraum des Taxis.
Dumme Idee!
Entweder ersticken, oder erfieren.
Was war das? Und warum ließ es sie nicht einfach in Ruhe. Caits Augen tränten, ihre Sicht war eingeschränkt und sie schlug hilflos um sich.
"Was habe ich dir denn getan!?!"
Ty bemerkte den Menschenauflauf erst, als er zum zweiten Mal daran vorbeifuhr, zu sehr war er auf die Suche nach einer Fußspur am Straßenrand konzentriert gewesen. Als er jedoch die Menschenansammlung registrierte, lenkte er den Jeep an die Seite und stieg aus. Erst der Schmerz erinnerte ihn wieder daran, dass er sich wohl besser an den Gedanken gewöhnen musste, die nächsten Wochen und Monate alles mit der linken Hand zu tun.
Neugierig trat er näher an die Gruppe heran. Der Mann, ein Taxifahrer, versuchte der Gruppe alkoholisierter Jugendlicher irgendwas begreiflich zu machen. Es schein fast, als würde er sie aufwiegeln wollen, zu einer Art kleinem Mob. Das Letzte, was Ty jetzt brauchte, war eine Horde randalierender Jungschotten. Dann konnte er die Spurensuche gleich abschreiben. Aber irgendwas schien der Taxifahrer zu wissen, denn er wiederholte sich. Zum Glück nahmen die Jugendlichen ihn nicht ganz so ernst.
Ty erkannte, dass er hier nichts ausrichten konnte. Die Jugendlichen würden sich von ihm kaum was sagen lassen und ausserdem war er in seinem Anzug viel zu auffällig. Zumindest aber konnte er den Handbewegungen des Mannes entnehmen, wohin er seine Zuhörerschaft lenken wollte. Falls das nun etwas mit Cait zu tun hatte? Ty ging zurück zum Jeep, um in die entsprechende Richtung zu fahren.
Schlimmstenfalls hatte der Zwischenstop seine Spurensuche verzögert. Bestenfalls war sie nun verkürzt worden. Nun galt es schneller zu sein als der Mob, der jederzeit aufbrechen konnte.
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Ich habe doch nichts getan. Sein Lachen klang wie ein Sandsturm, eigentlich erinnerte es eher an das Heulen des Windes, wenn dort nicht dieses feine Rieseln gewesen wäre, so als wäre der Fernseher nicht ganz auf einen Sender eingestellt. Mit einem Mal hörte es auf, dafür wurde sein Griff um ihren Hals wieder fester und seine Stimme klang näher, da er sich nun zu ihr vorlehnte. Vielleicht konnte sie einen kleinen Blick auf sein Gesicht erhaschen, das allerdings aussah, als hätte er den Kopf in den Sand gesteckt. Und dann hielt er ihr die andere Hand vor die Augen - oder vielmehr seinen Finger, an dem ein Fingerglied fehlte. Die Hand wirkte menschlich, wenngleich die Schnittstelle von eigenartiger Farbe war. Oder war das nur in der Dunkelheit nicht gut zu erkennen?
"Abgesehen davon, Echse. Ja, du hast absolut nichts getan. Und dafür sollte ich dir einen qualvollen Erstickungstod schenken. Was sagte ich dir, hm? Was sagte ich, sollst du mir bringen? Du hast es nicht getan... allmählich werde ich ungeduldig."
Cait starrte auf das fehlende Fingerglied der ohnehin schon absurden Sandhand und schüttelte, sofern es ihr möglich war den Kopf.
Warum verwandelte sie sich nicht! Sie war im Stress, Todesangst...plötzlich musste sie an Carol denken...die Schrift von Genethics, auf der Reklametafel gegenüber war deutlich zu lesen...
was machte sie hier...was hätte sie bringen sollen?
Doch momentan hatte sie nur einen Wunsch.
Leben!
"Bitte...Mister, ich weiß..." ein Hustenreiz unterbrach ihr flehen, ihre Sicht war verschwommen und sie wusste nicht mehr, ob sie aus Panik heulte, oder weil der Sand in ihren Augen brannte.
"Lassen sie mich...gehen und ich bringe...ich weiß ja..nicht mal was.." wieder hustete sie.. ihre Hand griff unter den Fahrersitz und sie rammte mit Wucht den Sitz zurück gegen ihren Peiniger!
Ja, wie kämpfte man gegen Sand? Wie hatte sie ihm eigentlich die Fingerkuppe abgeschlagen? Natürlich funktionierte das nur, wenn er menschliche Gestalt angenommen hatte. Aber da war noch etwas anderes... Wasser... machte ihn träge. Wie schön, dass sie das nicht wusste. Oder wollte sie jetzt Schnee schmelzen spielen?
Gott...Lewis und seine Pseudospielchen! Diese ganzen Gehirnwäschen brachten rein gar nichts. Und diese Schlampe schien überhaupt nicht zu wissen, von was er sprach. Im Gegenteil, sie war zu nichts zu gebrauchen! Seine Stimme zischte leise, als er nahe ihrem Ohr sagte: "Glaubst du wirklich, du könntest mich mit Tritten davon abhalten, dir schlichtweg das Genick zu brechen? Jetzt hör genau zu. Ich will..." Und er flüsterte es ihr noch einmal ins Ohr, auf dass sie endlich begriff, was er von ihr wollte.
Caitlynns Augen weiteten sich mit jedem Wort was dieser Bastard ihr ins Ohr flüsterte. Warum ich...?
Caits Gegenwehr erschlaffte. Er hatte natürlich Recht. Mit jeder Gegenwehr zog sich der Strick enger zu. Sie atmete gepresst durch die Nase, spuctke Sand. Ihre Brust hob und senkte sich mit jedem kürzer werdenden Atemstoss ..die kalte Luft zerrte zusätzlich an ihren Kräften. Und was wenn ich es nicht tu...du Arsch...wenn ich jetzt nach Hause fahre und es Logan melde! Bastard...
Wut, die sich nicht in Worte fassen ließ.
"Warum...ich..." fasste sie einen klaren Gedanken und drehte den Kopf soweit sie konnte um Sands in sein unnatürliches Gesicht zu blicken. Sie war sicherlich die schlechteste Wahl für eine ungewollte Spionin.
Wieder starrt sie auf den abgetrennten Finger...dann das Blut, welches sie an den Beifahrersitz geschmiert hatte.
Sie hatte izhm das angetan...? Als Echse...ohne Willen?
"Lass mich...frei.."
Der Jeep bog langsam auf den Platz ein; seine Scheinwerfer tasteten zitternd über Fassaden, Schneehügel, Laternenpfähle, Parkbänke, Briefkästen, geparkte Autos... aber nirgendwo eine Spur von Cait.
Was hast du erwartet, du Idiot? Einen großen leuchtenden Neonpfeil? Streng dich mehr an!
Ty stoppte sein Fahrzeug und stieg aus. Draussen, in der kalten Dezembernachtluft, konnte er vielleicht ein paar klarere Gedanken fassen. Er liess den Blick langsam über die ganze Fläche des Platzes schweifen.
Was ist alles hier... Häuser, noch mehr Häuser, Häuser im Schnee, Parkbänke im Schnee, Autos, geparkte Autos, wackelnde geparkte Autos... Na, da werden wohl zwei ihren Spass drin haben. Obwohl ich mir echt was wärmeres und bequemeres vorstellen könnte, als ein ... Taxi? Okay, da stimmt was nicht.
Ty ging quer über den Platz auf das Taxi zu, einfach mitten durch den knöchelhohen Schnee. Waren seine Schritte zunächst langsam und zögerlich gewesen, beschleunigten sie sich nun aber rapide. Er lief nun schon fast, bis...
Da lag ein Finger vor ihm auf der Erde. Ein echter Finger, mit Blut und allem daran. Die Spuren im Schnee... das waren doch Caits Abdrücke, oder? Es hatte einen Kampf gegeben ... nur mit wem? Ty hielt sich nicht länger damit auf, allerdings nahm er den Finger in seine behandschuhte Hand. Spurensicherung? Oder ein Souvenir?
Sein Blick richtete sich erneut auf das Taxi, das nun nocheinmal kurz gewackelt hatte. Dann lief er los, so schnell er nur konnte, hielt direkt darauf zu. Gleich, gleich war er da, nur noch zwanzig Schritte, noch fünfzehn... Er würde die Fahrertür aufreissen und dann...
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~Cait? Kannst du mich hören? Wo bist du? Du musst mir sagen, wo genau du bist... Cait?~ Es war Scotts Stimme, die sich da in ihren Gedanken manifestierte. Aber wie konnte man noch klar denken, wenn jemand vorhatte sie zu erwürgen?
Hatte Sands schon mal erwähnt, dass er noch nie einen Menschen getötet hatte? Er hatte es auch nicht vor. Er verstand sich nur trefflich darauf, anderen Angst einzujagen. Auch wenn er gestehen musste, dass Miss michgibtsauchingrün Lydecker ihn fast soweit hatte, dass er ihr wirklich... wirklich weh tat. Immerhin würde er fortan mit nur neundreivierteln Fingern herumrennen. Gut, waren wir jetzt nicht kleinlich, immerhin brauchten (naaa jaa) sie sie ja. Dennoch konnte er es sich nicht verkneifen, sie noch einmal schmerzhaft in den Sitz zu drücken, als er seinen Griff um ihren Hals festigte.
Hatte sie die Lippen zusammen gepresst? Wieder rieselten einige Sandkörner über ihr Gesicht und krochen ihr in die Nase. "Wenn du irgendjemandem etwas sagst, bist du tot, Echse. Verstanden?" Es war ja nicht so, dass er nicht töten konnte. Man sollte ihn nicht über Gebühr provozieren und ihre Naivität fing an ihn zu nerven. Ein Wagen bog auf den Platz ein und Sands hob einen Moment den Blick. Ein kurzes Schnaufen war zu hören.
"Am besten, du kotzt dir jetzt die Seele aus dem Leib oder ich fresse mich durch deine Eingeweide... KittyCait." Tatsächlich schien sich der Sand zu bewegen. Sie sollte sich das mal besser nochmal durch den Kopf gehen lassen. Noch immer war Sands Blick auf den Wagen gerichtet, aus dem jemand ausstieg. Ach, das war ja allerliebst - da nahte ja schon das Rettungskommando! Sands grinste. "Lass dir was Plausibles für deinen Freund einfallen. Oder willst du ihm erzählen, dass du eine männerfressende Bestie bist, KittyCait?"
Es war wie ein kurzer Windhauch, dann ließ der Druck um ihren Hals nach und der Sand fiel einen Moment schwer nieder, ehe er aufwirbelte und die Rücktür des Wagens aufgestoßen wurde. Niemand stieg aus, doch der Winterwind trug die Sandböe mit sich - geradewegs auf Tyler zu. Er durchdrang ihm sogar einen Moment die Jacke, bis der andere durch ihn hindurch gerannt war. Ein paar Schritte weiter erschwerten ihm die Schneeflocken in der Luft ein Weiterkommen, so dass er seine menschliche Gestalt annehmen musste. Mit einem Griff in den Schnee (seine Einzelteile würde er dann doch wieder mitnehmen), war er hinter der nächsten Hausfassade verschwunden.