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nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
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Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Belle folgte Ashley wohl mehr oder weniger zum See. Allerdings kam sie sicher erst gut zehn bis fünfzehn Minuten später an. Über ihrer Schulter mal wieder die große Sporttasche mit den Schlittschuhen und der allgegenwärtige Besen.
Sie war ganz in schwarz gehüllt und ging mit schnellen Schritten durch den Schnee. Sie freute sich auf das tägliche Training und lächelte still vor sich hin.
Als sie schließlich Ash auf den Felsen sitzen sah, vertiefte sich ihr Lächeln noch etwas.
"hey Ashley"
Rief sie ihr fröhlich aus einiger Entfernung zu und kam mit ruhigen Schritten näher. Stiefel, Schal, Stirnband, Handschuhe und Hose waren wieder alles in schwarz gehalten. Sie hatte schon immer eine Vorliebe für diese Farbe gehbat. Ob das wohl mit ihrer Mutation zusammenhing?
Er hatte, nachdem er sowohl den restlichen Nachmittag und den Abend des vergangenen Tages, als auch den Morgen des neuen Tages in seinem Zimmer verbracht und die Einsamkeit genossen hatte, einfach mal beschlossen, die Gegend zu erforschen. Und so hatte er sich aus dem Institut geschlichen und war etwas herumgelaufen. Ab und an hatte er mal Halt gemacht, die Kälte genossen und war dann weiter gegangen. Schließlich kam er zu dem vereisten See.
Es war ein herrlicher Anblick. Durch seine Art, die Dinge zu sehen - im wahrsten Sinne des Wortes, kam ihm der Anblick noch gewaltiger, noch schöner vor. Während er am Ufer stand und seinen Blick über die Umgebung schweifen ließ, vielen ihm zwei schwarze Flecke an der anderen Seite auf. Soviel konnte er erkennen, zwei Flecke. Man würde doch nicht etwa nach ihm suchen? Daran glaubte er nicht wirklich. Er war gerade erst da, niemand würde ihn vermissen. Und so wanderte er weiter am Ufer entlang, bis er zu einer etwas höher gelegenen Stelle kam, gute zehn Meter über dem Wasser. Dort breitete er seine Flügel aus und wartete ... und wartete im Schneetreiben auf eine Böe, die ihm kräftig genug schien.
Sie wandte den Kopf, als sie Belles Stimme vernahm. Auch sie lächelte. Belle war mittlerweile wirklich ihre große Schwester geworden, jedenfalls, wenn es nach ihr ging. So schwierig die Zeit am Anfang ihrer Zimmergemeinschaft gewesen sein mochte, um so schöner und gelöster war sie nun.
"Hallo Belle", erwiderte Ashley und betrachtete das Mädchen mit schiefgelegtem Kopf.
Das Belle oft schwarz trug war ihr natürlich bekannt, aber sie hatte sich daran gewöhnt und es hatte sie auch nie wirklich gestört, warum auch?
Dafür mochte Ashley alle Farben, in der die Natur erschien...also nicht gerade wenig. Auch wenn sie die herbstlichen Farben allen anderen vorzog.
"Willst du wieder Schlittschuhlaufen?", fragte sie, bevor das Schweigen unangenehm werden konnte.
Ihr Blick wanderte zurück auf den See. Auf der anderen Seite bewegte sich etwas, vielleicht ein Tier. Sie verengte die Augen etwas. Nein, kein Tier, eine Gestalt, ganz in weiß. Kein Wunder, dass man sie so schlecht erkannte.
Ashley erhob sich und ging näher an den See heran.
"Ich bin hergekommen, um ein wenig zu fliegen. Bei dem Wetter ist es herrlich dort oben..."
Sie drehte den Kopf zurück zu Belle. In ihren Augen lag ein Leuchten, wie immer, wenn sie vom Fliegen erzählte.
Sie streckte sich und nahm die Hände über den Kopf, griff nach den Sternen, wie man es beim Singen nannte. Sie schmunzelte. Wo hatte sie das nochmal gelesen, in irgendeiner Gesangszeitschrift war es gewesen, Übungen zum Aufwärmen oder so etwas in der Art.
Ashleys offenes Haar wehte im Wind. Sie sah wieder über den See. Die Gestalt war weiter gegangen. Irgendetwas war seltsam an ihr, sie wirkte kräftiger als ein normaler Körper, oder war es etwas anderes?
Ashley versuchte genaueres zu erkennen, doch ohne ihre Falkengestalt war das ziemlich schwierig.
Sie lächelte, dann begann sie sich zu verwandeln. Das altbekannte Gefühl, wunderschön und doch beängstigend zu spüren, wie man sich veränderte.
Sie stieß einen Ruf aus, erst ein Mädchenruf, dann sich verändert zum Schrei eines Falken, bis der schneeweiße Gerfalke vor Belle im Schnee saß und mit den Flügeln schlug.
Er wandte ihr wieder den Blick zu. Die Augen waren unverkennbar Ashleys und sie schienen zu lachen.
Ein fröhliches Schmunzeln begleitete ihre Worte. Sie folgte Ash Blick konnte aber nichts interessantes entdecken. Vermutlich hatte sie nur wieder irgendeine Bewegung gesehen oder so.
Sie setzte sich auf den Felsen und begann sich auszuziehen. Nunja zumindest den Mantel und die dicke Hose. Darunter hatte sie wieder ihr Trainingszeug an. Dann schlüpfte sie aus den Stiefeln und in die schwarzen Schlittschuhe.
Als Ash sich verwandelt hatte lächelte sie und strich dem Vogel zart über den Kopf.
"Viel Spaß Süße. Wenn du magst kannst du nachher ja ein bisschen mit mir üben. In der Tasche ist noch ein Paar Schlittschuhe."
Damit stand Belle dann auch auf und streckte sich ein wenig um dann vorsichtig zum Eis hinunter zu gehen. Den Besen und ihren MP3-Player nahm sie dabei mit.
Ragnar starrte nun angestrengt auf den vereisten See. Es war windstill, so schien es. Dann fiel es ihm auf - Wirbeln von Schneeflocken auf der eisigen Oberfläche. Er schmunzelte, eine seltene Gesichtsregung, aber dieser Augenblick war es wert. Er trat an die Felskante und wartete noch einen Augenblick, dann breiteten sich die Flügel zu ihrer vollen Länge aus und er sprang ab. Am Anfang hatte er höllische Angst vor dem Abspringen gehabt, nun sah er einfach nicht mehr hinunter.
Kalte, eisige Luft rauschte ihm durchs Gesicht, doch hielt er seine Augen offen, während er durch die Luft glitt. Er musste den rechten Moment abpassen ... und da war er schon. Er hielt sein Gesicht kurz nach oben, seine Körperhaltung passte sich an und die Böe erwischte ihn. Er wurde regelrecht hochgezogen, höher, und es war ein herrliches Gefühl. Kräftige Flügelschläge ermöglichten es ihm, dort oben zu bleiben, und so zog er seine Runden ...
Ashley in Gestalt des Falken rieb den Kopf kurz an der warmen Handfläche. Ansonsten hielt sie völlig still. Jemand, der Belle zusah wäre sicherlich erstaunt über das Verhalten des Tiers einem Menschen gegenüber.
Ashley sah Belle hinterher als sie das Eis betrat. Als Antwort auf ihre Frage schlug sie mit den Flügeln. Natürlich hatte sie Lust Schlittschuh zu laufen.
Sie stieß einen weiteren Falkenschrei aus und erhob sich elegant in die Luft.
Der weiße geflügelte Schemen, der nicht weit entfernt ebenfalls in die Luft stieg wurde von ihr bemerkt, als sie die Augen in die Richtung wandte.
Sie schrie erneut. Wäre sie in ihrer menschlichen Gestalt, so hätte ihre Stimme nun sehr erschrocken geklungen, denn nicht anders war ihr Zustand gerade zu beschreiben, als sie den Jungen mit den Engelsflügeln sah.
Ein Neuer?
Ashley flog näher zu ihm und begann in seinen Bahnen zu kreisen.
Aufgrund des zweiten Schries drehte Belle dann doch den Kopf und sah genauer hin. Schließlich entdeckte auch sie den weißen Schemen. Sie glitt mit schnellen Zügen über das Eis. Fast so elegant wie Ash in der Luft. Allerdings hatte sie keine diesbezügliche Mutation, sondern einfach nur jahrelanges Training. Sie beobachtete den Engel am Himmel und lächelte sacht.
Also ein Neuer oder gar jemand von Genethics? Nein vermutlich nicht. Sie lies die Musik vorerst aus und glitt mit schnellen Zügen über das Eis. Immer wieder drehte und wendete sie sich, während sie ihre Muskelatur langsam erwärmte und dann begann Piruetten und komplexe Figuren zu laufen.
Während er so segelte und die eisige Luft hier oben genoss, hörte er einen Schrei von der anderen Seite des Ufers, dort, wo sich die beiden Schemen abgezeichnet hatten. Er versuchte wieder, etwas zu erkennen, aber ihm fehlten die Augen eines Vogels, und so sah er nur einen Schemen. Der zweite fehlte, und an seiner statt schwang sich ein Vogel, wenn es das war, in die Lüfte. Er ignorierte ihn die erste Zeit und flog größere Kreise, als ihn der zweite Schrei erneut nach unten blicken ließ. Der Falke kreiste direkt unter ihm, als hätte er sein Revier verletzt - hatte er das?
Er wechselte seine Flugbahn und stimmte wieder eine Kreisbahn an. Dieses Mal etwas größer und weiter von der Stelle weg - vor allen Dingen aber höher.
Ashley ließ den eisigen Wind durch ihr Gefieder strömen und sich von den Windböen treiben.
Der weiße Engel über ihr begann höher zu gehen, sie folgte ihm. Aus der Nähe betrachtet wirkte er nicht mehr so furchteinflössend, wie sie im ersten Moment geglaubt hatte. Überrascht stellte sie fest, dass der Junge etwa ihr Alter hatte, vielleicht ein wenig älter, aber wer wusste das schon. Sie konnte sowieso ziemlich schlecht schätzen, wieviele Jahre ihr Gegenüber meist zählte.
Seine Augen waren milchig weiß, weiß, wie seine gesamte Erscheinung. Ob er wirklich ein Engel war?
Sie lachte. Ihr Lachen wandelte sich in einen leisen Falkenschrei, als er ihren raubfogelartigen Mund verließ. Was für ein alberner Gedanke. Engel gab es nicht...
Sie schlug ein wenig kräftiger mit den Flügeln und folgte dem Jungen weiter, bis sie neben ihm durch die Luft glitt.
Belle schob nun doch die Kopfhörer in die Ohren und lief weiter. Immer schneller drehte sie sich auf den Eis und ein glückliches Lächeln malte sich auf ihren Lippen, während heiße Sambaklänge in ihre Ohre drangen.
Sie lief an und sprang. Drei schnelle Drehungen später landete sie wieder leicht und elegant auf dem Eis und ihr Gesicht begann zu strahlen, während sie weiterlief. Sie liebte diesen Sport.
Plötzlich hatte sie eine Idee und ihre Zügen wurden konzentriert.
Sie streckte die Arme aus und aus ihren Fingerspitzen wuchsen zarte schwarze Fäden, die hinter ihr herflatterten wie zarte Seidenbänden. Sie lachte und wob damit Figuren auf dem Eis. Mal eine Rose, dann eine Spirale und dann eine Sonne. Es war sicherlich schön anzusehen von oben.
Er schlug einige Male mit den kräftigen Flügeln und sah wieder nach unten. Der Schemen tänzelte auf dem Eis, sicherlich machte sie das öfters. Für einen Moment war er so fasziniert, dass er nicht bemerkte, wie der Falke wieder neben ihm auftauchte. Als dieser wieder schrie, zuckte er zusammen, und die weißen Augen blitzten, als er dem Vogel einen wütenden Blick zuwarf. Ein besonders kräftiger Flügelschlag, dann spannten sich die Flügel und er stieß hinab. Kurz vor dem Aufprall änderte sich seine Flügelhaltung und er schoss nun über das Eis. Der auf diesem liegende Schnee wurde durch den Wind, den er verursachte, aufgewirbelt. Etwas zu spät sah er die Eisläuferin, auf die er zuhielt, und so konnte er fast nicht mehr rechtzeitig nach oben ziehen. Er flog ungefähr einen halben Meter über sie hinweg, konnte sich aber nicht mehr in der Luft halten und versuchte so elegant wie möglich auf dem Eis zu landen, was überhaupt nicht elegant aussah. Als er sich wieder aufrappelte, murmelte er sowas wie ein schwedisches 'Verdammter Vogel'.
Sie wirbelte herum und ein erschrockener Schrei löste sich von ihren Lippen. Alles was in den nächsten Momenten passierte nahm sie nur schemenhaft wahr.
Ihre Augen wurden schlagartig schwarz und sie schien von einer Wolke aus Dunkelheit umgeben zu sei. Rckartig streckte sie die Arme in Richtung des Engels aus und Bänder aus reiner schwärze schossen vor. Fest schlangen sie sich um Arme, Beine, Schwingen und Körper des "Angreifers". Es war eine reine Instinkhandlung und Belle bekam überhaupt nicht richtig mit was passierte.
Ehe Ragnar sich versah stand er also gefesselt da und konnte sich nicht mehr rühren.
Belles Atem ging schnell und ihr Herz schlug rasend in ihrer Brust, während sich der erste Schock langsam legte. Ebenso wie der Schnee um sie herum.
Langsam schälte sich ihr bleiches Gesicht aus den Schatten heraus und man sah, dass all jene "Bänder" die Ragnar so fest umschlossen in ihren Händen endeten.
Schrecken, ja fast panik, stand der jungen Frau ins Gesicht geschrieben und die Hände begannen leicht zu zittern, während eine einzelne schwarze Träne sich löste und über ihre Wange rollte.
Ganz ganz langsam nur senkte sie die Hände und zwang die Shcatten um sich wieder zurück. Danach erst konnte sie sich um Ragnars Fesseln kümmern und diese langsam auflösen und zurückziehen.
Ragnar hatte gebrüllt, als er aus der Luft gerissen und urplötzlich gefesselt worden war. Die Bänder quetschten seine Flügel ein, was wiederum verhinderte, dass er normal weiterfliegen konnte. Auf einmal kam der Boden um einiges schneller näher und dann war er halt da. Hart schlug er auf, aber das Schlittern wurde durch diese seltsamen Bänder verhindert. Ruckartig richtete er sich auf, während sich die Farben vor seinen Augen umdrehten. So sank er wieder auf den Boden. Und das einzige, was er schmeckte, bevor der sanfte Schleier der Ohnmacht über ihn sank, war etwas ekelhaft Warmes. Vielleicht sein Blut. Denn Schnee war kälter. Verdammter Vogel ...
Ein sehr undamenhafter Fluch entfuhr Belle und Angst die in Entsetzen überging malte sich auf ihren Zügen. Nicht schon wieder. Nein das würde sie nicht ertragen. Nicht noch einmal.
Sie nahm schwung und raste praktisch auf Ragnar zu. Kurz vor ihm fiel sie auf die Knie und kam schlitternd bei ihm zum Halten.
Vorsichtig und zitternd vor Angst streckte sie die Hände nach ihm aus, während immer neue schwarze tränen aus ihren Augen rannen. Stumm bewegten sich ihre Lippen in einem fort. Nein nein. Nur nicht wieder.
Unruhig riss sie die Handschuhe von den Händen und kümmerte sich einen Scheiß um die Kälte, als sie mit fliegenden warmen Händen nach einem Lebenszeichen bei dem Engel suchte.
Kurz nachdem er erneut aufgeschlagen war, richtete er sich auf. Seine weiße Hand fuhr zu seinem Mund, betastete ihn kurz und entfernte sich wieder. Rot. Nicht gut. Er wiederholte den Vorgang, mit demselben Ergebnis. Erst dann registrierte er das Mädchen an seiner Seite. Nette Augen ... so ... schwarz. Er musste einen ordentlichen Schlag abbekommen haben.
"Es ... es geht schon wieder ..."
Seine Flügel klappten, wie schon so oft, auf seinen Rücken und er wollte sich schon erheben, als seine Knie erneut weich wurden. So blieb er einfach sitzen und sorgte dafür, das kein Blut auf seine Sachen kam. Kurzerhand griff er in den Schnee, sprach sowas wie: 'Landen schaffe ich auch noch alleine' und stopfte sich den Schnee in den Mund. Herrlich kalt.