Vollständiger Name: Temperance Octavia de Coligny
Spitzname: Tempe
Codename: -
Mutation: Hypnose, Mimikry (ausschliesslich auf die Augen beschränkt)
Alter: 26
Geburtstag: 3.8.1979
Geburtsort: Glasgow
Beruf: Psychologin (Ph.D.)
Haarfarbe: blond, blond-braun
Augenfarbe: sehr helles blau
Geschichte:
Monday, Monday, …
Meine Mutter pflegte zu sagen, das sei einfach mein Tag. An einem Montag hatten sich meine Eltern kennengelernt, an einem Montag geheiratet. Mien Vater erfuhr montagsmorgens dem ins Haus stehendem Nachwuchs.
Überrascht hat es wohl niemanden mehr, dass ich an einem Montag geboren wurde. Mein erster Schritt, erster Schultag, erster Urlaub, erstes Geschwisterchen, …
Monday, Monday,
So good to me…
30.12.1987, 8 Uhr: Olivier ist jetzt da. Das hat ja auch lange genug gedauert. Meine Freundin Vanessa hat schon behauptet er kommt gar nicht mehr aus Mamans Bauch. Papa sagt, er hat nur so lange gewartet, bis er auch ein Montagskind ist, so wie ich.
Ich darf heute mit Papa auf die Arbeit, weil Granny erst morgen zu uns kommen kann, wegen dem Schnee. Und Mama ist ja noch im Krankenhaus und zur Schule muss ich auch nicht.
Ich wollte schon lange mal mit Papan auf die Arbeit - er ist nämlich Geheimagent, sagt Vanessa. Allerdings glaube ich das nicht. Nur weil mein Papa nicht so viel über die Arbeit erzählt, wie ihrer (Mama sagt Monsieur Simon is das grösste Klatschweib der Stadt), muss er ja nicht was Besonderes sein. Papa sagt jedenfalls immer, dass er nichts besonderes macht.
Nach der Arbeit fahren wir noch im Krankenhaus vorbei und bringen Mama und Olivier Blumen und vielleicht Schokolade. Wenn ich in Papas Büro einen Stift finde, kann ich vielleicht noch ein Bild
Monday, Monday,
Sometimes it just turns out that way…
30.12.1987, 19 Uhr: Meinen Tagebucheintrag habe ich vorhin nicht mehr fertig bekommen und dann war dort dieser Junge mit seinen seltsamen Augen, der mich vom malen abgehalten hat. Nicht, dass er mir die Stifte weggenommen hätte, eigentlich hat er eher… garnichts gemacht.
Er war auch mit seinem Vater zur Arbeit gekommen. Ich hab ihn gefragt, ob er vielleicht auch ein Geschwisterchen bekommen hat… Aber man muss ihm wohl erstmal das Reden beibringen. Oder vielleicht ist er ja taub gewesen?
Während Papan sich mit seinem Vater (oder war es doch sein Opa?) unterhalten hat, hab ich wirklich versucht mich mit ihm anzufreunden, aber er war einfach zu komisch. (Nicht, dass Jungen nicht sowieso immer komisch sind!) Und seine blauen Augen haben mich ganz seekrank gemacht, ehrlich. Papan hat nur gelacht, als ich ihm das zugeflüstert habe. Der Vater des anderen Jungen hat zwar auch gelacht, aber gesagt, dass ich wohl ziemlich viel Phantasie hätte, das sollte mein Vater im Auge behalten…
Monday, Monday,
Can’t trust that day...
Ein weiterer Montag, einige Jahre später sollte diese Liedstrophen Wahrheit werden lassen. In letzter Zeit waren so viele Dinge passiert, die Tempe mit ihren jungen Jahren nicht vollständig nachvollziehen konnte, aber am wenigsten war ihr die plötzliche Distanz ihres Vaters schlüssig. Bisher waren sie eigentlich, neben Vater und Tochter, auch immer die besten Freunde gewesen (Fussballspielen mit Dad, Karatestunden, Wochenendklettertouren. Tempe musste eben - mit Freude - den Jungen ersetzen, da Olivier nur einmal krank war und das war IMMER!), aber nun war alles anders. Zuerst waren seine Blicke einfach nur besorgt gewesen, dann wurden sie kühler und mit jedem kommenden Tag verlor Tempe an Kontakt zu ihm, obwohl noch immer unter einem Dach lebend, zusammen spielend, essend, lachend. Es war nicht mehr das Gleiche.
Warum? Hatte sie etwas falsch gemacht? Sie konnten doch sonst über alles Reden, warum schwieg er diesmal?
Der silberne Mercedes fuhr um 13 Uhr vor dem Haus der Familie vor, wenige Minuten nachdem ihre Mutter mit Olivier spazieren gegangen war. Fast so, als hätte der Fahrer eben jenen Moment abgewartet.
Falsch, er hatte tatsächlich jeden Moment abgepasst und auch Tempes Vater hatte nicht ohne Grund am Fenster gestanden, die Hände ineinander gefaltet und die Stirn voller Falten.
Er hatte nie so alt ausgesehen, wie an diesem Tag.
“Temperance”, und er nannte sie nie bei ihrem vollen Namen, “komm. Hier ist deine Jacke.” Sie frage nicht nach dem Warum, denn tief in ihrem Magen hatte sich bereits alles eiskalt in einer dunklen Vorahnung zusammen gezogen.
Ein hupen, riss Vater und Tochter auseinander. Noch nie war sie auf Reise ohne ihre Eltern gegangen, aber der Umstand, dass ihr Vater vor Schluchzen am ganzen Körper zitterte, machte Tempe klar, dass dies keine einfache Reise sein würde.
“Erinnerst du dich noch an meinen Chef? Mit dem Sohn in deinem Alter?” Auch nach Jahren, in denen darüber nie ein Wort verloren wurde, sprang Tempe die Szene im Büro ihres Vaters wieder sehr lebendig ins Gedächtnis. Das Ziehen im Magen wurde schlimmer, als sie auf den Wagen zutrat. Als die Hand ihres Vaters sich von ihrer löste, wurde es gar zu einem stechenden Schmerz, der sie taumeln liess. “Er hat Geburtstag und wollte ein paar Kinder über das Wochenende einladen mit ihm zu feiern.” Das Leder der Sitze war genauso eiskalt, wie sich Tempes Inneres anfühlte. “Pass auf dich auf, mein Engel. Ich komme dich Montag abholen.”
Er sagte nicht, welchen Montag…