Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
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Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Mit einem kurzen Deut, hatte Ororo Kassander auf dem Weg in ihr Büro bereits den Gemeinschaftsraum des Lehrpersonals gezeigt, ehe sie mit ihm in das Büro der Schulleitung eintrat. War es nicht schon ein positives Zeichen, dass sie ihm das Lehrerzimmer gezeigt hatte - oder sollte man sich trotzdem an seiner Stelle nicht all zu grosse Hoffnungen machen?
Die Tasse und das Brötchen auf dem schweren Eichenschreibtisch ablegend, der zweifelsohne der Blickfang im Büro war, schob Ororo einen zweiten Stuhl vor den Schreibtisch. "Setzen sie sich." Sie liess sich ebenfalls vor, anstatt hinter, dem Schreibtisch nieder und schlug die Beine übereinander.
"Logan hat mir erzählt, dass sie überlegt haben bei uns zu unterrichten?" Wann auch immer sie das mit ihrem Vertreter besprochen hatte.
Ob er sich diese Hoffnungen machte? Wohl kaum, aber er sah sich den Raum dennoch gern an, ehe er ihr weiter durch den Gang folgte. Im Arbeitszimmer - das wohl doch unpersönlicher war als ein Wohnzimmer (und Kassander wusste nicht so recht, wie er das auslegen sollte) - setzte er sich schließlich auf dem ihm gebotenen Stuhl, nachdem sie sich gesetzt hatte und räusperte sich leicht.
"Ja, Miss Munroe, das habe ich durchaus, allerdings muss ich sie enttäuschen, wenn sie ein Zeugnis oder andere Präferenzen sehen möchten wenn sie in ihrer Bibliothek nicht gerade eine Ausgabe von 'Über den Staat und die Auswirkungen auf den Einzelnen' hatten, denn meine Überlegung war eher spontan gewesen. Ich weiß, was sie womöglich denken mögen, aber ich bin durchaus qualifiziert, wenn es um Literatur und Philosophie geht. Ich habe meinen Abschluss in Birmingham gemacht und einige Jahre in Oxford studiert..."
Und damit hatte er den meisten anderen Lehrenden hier schon viel voraus - ebenso wie am Xavier Institute kaum jemand wirklich Lehrer gewesen war.
Ororo wiegte einen Moment den Kopf zur Seite und musterte Kassander mit einem eindringlichen, wenn auch nicht aufdringlichem, Blick. "Und sie trauen sich das mit so einer Meute zu? Momentan sieht ja alles noch sehr rosig aus, aber an einer Schule wieder dieser", er verstand doch diesen Einwand, oder?, "sind Probleme ja beinahe vorprogrammiert."
Er lächelte leicht, während sie ihn musterte, aber es war nicht ganz ersichtlich, ob er schon wieder mitzählte, wieviel neue Gesten er entdeckte. Unwillkürlich schon fast, neigte auch er den Kopf in die gleiche Richtung und einen Moment zuckte die Schlagader am Hals, ehe er den Kopf wieder in gerade Position brachte. Fühlte er sich durch diese Frage endlich einmal ernst genommen? Ja, gewiss... und doch war seine Stimme so, als wäre er gerade erst aus tiefstem Schlaf erwacht, als er langsam antwortete: "Natürlich sind Probleme vorprogrammiert - wenn so viele Jugendliche mit solch besonderen Fähigkeiten aufeinander treffen, ist große Umsicht geboten. Ich musste meine Fähigkeiten vollkommen allein in den Griff bekommen und ich schaffte es letztlich nur, weil ich unermüdlich bin und mein Wissensdurst groß..." Noch einmal hielt er inne, aber dabei sah er sie direkt an. Wieder lächelte er leicht.
"Miss Munroe, ich möchte in diesen jungen Menschen gern die Faszination für Literatur und Philosophie, die mich selbst stets packt, wecken. Und ich weiß, dass ich es kann. Und sollten dabei Probleme auftreten, dann gibt es keinen Besseren, der einen Mutanten versteht als ein Mutant."
Er erkannte diese Bezeichnung in diesem Moment für sich selbst an.
Mit einem dünnen und recht brüchig wirkendem Lächeln nickte sie zustimmend zu seinen Worten. Sicher verstanden Mutanten untereinander ihre Probleme - was wohl nicht zuletzt daran lag, dass die restlichen Menschen Mutanten lieber fürchteten, anstatt mit ihnen ein Gespräch zu suchen.
"Haben sie schon einmal unterrichtet, Mister Burleigh? Es ist gewiss nicht so, dass ich es ihnen nicht zutrauen würde, aber ich selbst habe es mir damals auch einfacher vorgestellt, als es letztenendes war. Uns" - also war Kassander immerhin schon ein Gesprächsthema der beiden Schuleiter gewesen, noch vor dem Frühstück "wäre es lieb, wenn sie zu Anfang vielleicht mit Raguel zusammen Projekte anbieten. Das würde die Klassengrösse zu Anfang ein wenig schmälern."
Nun, und so wie es klang hatten sie sich ja scheinbar schon fast dafür entschieden ihn anzunehmen.
Er hatte das 'Uns' natürlich verstanden... vielleicht oder wahrscheinlich sogar genau so, wie sie es gemeint hatte, denn es war nicht das erste Mal, dass sie zwischen den Zeilen sprach und Kassander hatte gelernt, in der Sprache und Haltung zu lesen. Normalerweise empfand er dies als interessant, aber in diesem Moment betraf es ihn selbst, so dass er lediglich antwortete: "Nein, zugegebenermaßen habe ich noch nicht unterrichtet und ich wäre ihnen dankbar, wenn mir jemand an die Seite gestellt würde und ich sozusagen für den Anfang als Referendar fungiere. Damit wäre ich natürlich einverstanden... um ehrlich zu sein, ist es sogar mehr, als ich angenommen hatte."
"Wunderbar." Mit einem strahlendem Lächeln streckte sie ihm die Hand entgegen. "Dann heisse ich sie herzlich am INstitut Wilkommen, Mister Burleigh. Und sie können mich Ororo nennen", fügte sie mit einem kurzen Augenzwinkern an.
Auch er erhob sich und fiel in ihren Handschlag ein.
"Ich danke ihnen... Ororo. Und mein Name ist Kassander."
Den wahren Grund, warum er nach Inverness gekommen war, hatte er noch nicht aus den Augen verloren, aber gerade eben rückte jener erst einmal in den Hintergrund.
"Darf ich noch etwas personliches erfahren, Kassander?" Und einen Moment lang ruhte ihr Blick sehr direkt in seinem, die Augenbrauen ein wenig empor gezogen, so dass sich auf ihrer Stirn eine kleine Falte bildete.
Ohne wirklich seine Antwort abzuwarten - schliesslich konnte sie auch erst erfahren, ob er ihre Frage beantworten wollte oder nicht, wenn sie sie gestellt hatte - lehnte sie sich gegen die Kante des Schreibtisches und verschränkte die Arme vor der Brust. "Worin liegt ihre Gabe?"
Eine Weile stand er einfach nur da und erwiderte ihren Blick, doch dann schien sich langsam etwas zu verändern, denn irgendwann stand kein 19jähriger mehr vor ihr, sondern ein Mann Anfang 40. Seine Schläfen waren kaum merklich ergraut, was jedoch aufgrund seines hellen Haares kaum auffiel - doch als er den Kopf ein wenig senkte und lächelte, zeichneten sich Fältchen in den Augenwinkeln ab. Auch hatte sich seine Größe verändert, denn nun schien er auf gleicher Höhe mit ihr zu sein.
"Im Macrokosmos konnte ich aus ersichtlichen Gründen nicht ausreichend forschen, aber im Microkosmos liegt die Maximalgrenze zur Minimierung meiner Körpergröße auf 0,3 mm."
Auch seine Stimme war ein wenig verändert, wenngleich nur um wenige Nuancen. Er streckte den Arm aus und ein Kugelschreiber wurde aufgrund aufgebauten Magnetfeldes von ihm angezogen, so dass es schien, als schwebe er durch die Luft, ehe er in seiner Hand landete. Allerdings wurden auch ein paar Büroklammern angezogen, die auf den Boden fielen, als er die Spannung löste.
"Zugegeben; einzelne Dinge herauszufiltrieren fällt mir noch etwas schwer, aber wer ist schon perfekt..."
Und als er wieder aufsah, war er der junge Mann, der dieses Büro betreten hatte.
"Eigentlich habe ich darin nie mehr gesehen als Spielerei, Ororo."
"Es muss auch längst nicht jede Mutation einen wirklichen Nutzen haben." Damit stiess sie sich vom Tisch ab und legte ihm verrtauensvoll die Hand auf die Schulter. "In anderen Regionen hätte man dich dafür vielleicht als Gottheit verehrt", erklärte sie scherzend - nun gut, er würde den eigentlichen Scherz darin anders verstehen, als sie ihn gemeint hatte mit ihrer Vorgeschichte.
"Soll ich dir erstmal deine Zimmer zeigen? Heute Mittag kommt Horatio wohl rüber, dann stell ich ihn dir vor. Raguel kennst du schon, oder?"
Wieder zuckte er leicht zusammen - wie bei jeder Berührung, die er entweder nicht voraus gesehen hatte oder die schlichtweg nicht von ihm ausging. Er schmunzelte leicht auf ihren Scherz hin... und im anderen Jahrhundert wohl auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Aber was dachte er an ein anderes Jahrhundert, auch in diesem lebten Mutanten nicht unbedingt sicher, obgleich die Angst vor Teufeln und Dämonen gewichen war und die Selbstherrlichkeit der menschlichen Spezies auf Einzigartigkeit ihren Platz eingenommen hatte.
"Gern", antwortete er ihr auf die Frage, ob sie ihm sein Zimmer zeigen sollte, obwohl er ohnehin nicht viel dabei hatte - der Umzug wäre schnell bewerkstelligt.
"Nun, auch Raguel wurde mir noch nicht wirklich vorgestellt."
Ja, was hatte sie auch erwartet, er war ja auch erst kurz hier. Aber derzeit verlor sie ein wenig die Übersicht über ihre Schüler und Lehrer.
"Gut, dann holen wir das gleich noch nach."
Schmunzelnd wandte sie sich um und angelte mehrere Schlüssel vom Schreibtisch.
"Momentan hast du sogar noch das Glück die deine Zimmer aussuchen zu können - so viele sind wir ja noch nicht." Und sie würde es nur zu gerne sehen, wenn Logan mit ihm mal trainieren würde. Ob er der erste Aussenstehende fürs Team sein würde?
Auch er lächelte und während sie nach den Schlüsseln angelte, hob er die Büroklammern auf und legte alles wieder an seinen Platz.
"Und wieviel sind wir?" War ja doch interessant zu erfahren, wer hier noch so alles herumlief. Letztlich ließ er ihr wieder den Vortritt und folgte ihr aus dem Zimmer.
"Es tut mir leid, wenn ich sie ... dich von deinem Frühstück abhalte. Vielleicht solltest du erst einmal etwas essen...?" leicht grinsend.
Colum klopfte energisch aber höflich an Ororos Bürotür und wartete erst gar nicht ab, bis er endgültig reingebeten wurde, sondern öffnete die Tür und steckte den Kopf herein. "Störe ich?" meinte er vorsichtig tratt aber dann schon ein und musste über sich selbst den Kopf schütteln als er erkannte dass das Büro vollkommen leer war.
Rasch umrundete er den Schreibtisch und setzte sich auf dem Schreibtischstuhl um in der obersten Schublade des Möbels nach den Einstufungsbögen zu forschen.