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Sie schüttelt den Kopf, als das Lied zuende ist und Padraig wieder mit ihnen spricht... sie hat sowas noch nie gehört, aber stören tut sie allgemein nur sehr wenig. Ihr Fahrer scheint ja ganz begeistert davon zu sein. Und in Frankfurt war er. Chui kann nur aus dem Zusammenhang kombinieren dass das wohl eine Stadt in Deutschland ist. Sie weiß eigentlich so gut wie gar nichts vom Land der Bratwürste und Nazis... obwohl, die solls da ja nicht mehr geben, angeblich. Plötzlich fragt sie sich, ob Mutanten dort noch schlimmer verfolgt werden als hier. Bauen sie schon wieder Lager für Andersartige?
Als es klingelt, fällt ihre Aufmerksamkeit genausoschnell dem Seitenfach zu wie seine. Das nach Janus laufende Lied verhindert dann, dass sie auch die andere Seite der Unterhaltung mitanhört, und sie bemüht sich sowieso nicht. Dass er schon wieder betont, wie hübsch seine doppelte Begleitung ist, läßt sie ihn nachdenklich ansehen. Sie zweifelt daran, dass er es ernst meint, eher schon nimmt sie an dass er es so oft sagt, damit sie glaubt, dass er das glaubt sich besser fühlt. Er ist eben freundlich, so wie (fast) alle im Institut... und sie ist dankbar dafür, aber sie würde sich wünschen dass sie ihr nichts vorspielen...
Sie braucht keine Empathin zu sein um an Padraigs Gesichtsausdruck zu erkennen, dass ihm das, was er erfahren hat, nicht so gefällt. Sie sagt nichts, denn schließlich steht es ihr nicht zu, hier groß Fragen zu stellen über Dinge, die sie bestimmt nichts angehen, spricht erst als sie mitangesprochen wird: "Och nein, ich bin ganz bestimmt nicht böse..." Was ist denn passiert? Kann ich irgendwie helfen? Neinnein... das kann ich nicht sagen...
Jean hatte die ganze Zeit über aus dem Seitenfenster hinaus gesehen. Das Musik lief war ihr bewusst, aber sie konzentrierte sich nicht weiter auf den Text. Vielmehr genoss sie die Landschaft und lehnte einen Arm auf die Türinnenverkleidung. Es war so friedlich hier und das draußen war diese einmalige Landschaft voller Grün.
Als dieses Klingeln sie in ihren Gedanken unterbrach, wandte sie den Kopf langsam zu Padraig herüber. Sein Gesichtsausdruck war ja zum fürchten düster und doch entlockte er Jean nur ein leichtes Schmunzeln. Die Gesprächsfetzen bargen keinen großen Sinn, wohl unterdrückte er es geschickt weitere Informationen preiszugeben. Und dann beendete er das Gespräch mehr als angesäuert.
„Haben wir eine Wahl“, war der erste Kommentar von ihr, doch ihr Blick wandte sich schon wieder aus dem Fenster. „Bringen wir es hinter uns“, fügte sie hinzu. Dabei war es unsicher, ob sie sich nun darüber ärgerte oder nicht. Aber eigentlich war es Jean relativ egal. Sie würde viel von Schottland sehen, so oder so.
"Danke, es wird wirklich nicht lange dauern." Er verlangsamte den Wagen und wendete vorsichtig. Er wusste ja nicht, wie Jean oder Chui auf eine dieser schnellen Wendungen reagieren würden. Es ärgerte ihn ohnehin, dass er jetzt dorthin fahren musste. Aber wenn Kilian recht hatte, dann war es wichtig.
Etwa eine halbe Stunde später waren sie in einem kleinen Ort angekommen, irgendwo in der Mitte von Nirgendwo. Kilian muss sich doch geirrt haben. Wie sollte ich hier Informationen über Psi-Force bekommen können? Er stieg aus und näherte sich einem der Häuser. Hinter dem Vorhang konnte er eine Bewegung ausmachen und dann kam eine ältere Dame heraus.
"Padraig, schön Dich mal wieder zu sehen. Es ist doch eine Ewigkeit her, dass Du Deine alte Tante besucht hast."
Padraig war vollkommen verwirrt, aber es gelang ihm, das nicht zu zeigen. Er hatte doch keine Angehörgen, oder etwa doch? Und wenn ja, woher wußte sie, dass er.... und dann erkannte er sie. Ein freudiges Lachen legte sich auf sein Gesicht und er umarmte die alte Frau überschwenglich.
"Tante Stefanie, Gott, das ist ja echt eine Ewigkeit her."
Stefanie war eine ihrer Lehrerinnen bei Generation X gewesen. Eine von den wenigen Lehrerinnen, die sie wirklich liebevoll behandelt hatten. Er war 13 gewesen als sie das Projekt verlassen hatte. Von heute auf morgen kam sie nicht wieder und niemand hielt es für nötig ihnen darüber genaueres zu sagen. Paddy hatte sie sehr vermisst.
Er winkte Chui und Jean, dass sie herüberkommen sollten. "Darf ich Euch Stefanie vorstellen. Sie war früher meine Lehrerin und mir näher als so ziemlich jeder andere. Ich könnte Kilian aber echt in den Hintern treten. Wieso hat er mir nicht gesagt, dass ich Dich hier treffen würde?"
Die Szene betrachtend kam Jean der Aufforderung nach und schob die Beifahrertür auf. Langsam stieg sie aus. Den Mantel glatt streichend und den Kragen korrigierend kam sie auf Padraig und die ominöse Tante zu, grüßte mit einem Nicken und hielt ihr die Hand hin. „Guten Tag, mein Name ist Jean Grey.“ Den Kommentar, dass sie Ärztin wäre, unterschlug sie. Hier hatte dieses Wissen keine wirkliche Bewandtnis.
Killian? War ja mal ein ungewöhnlicher Name und er lag dem Killen so nah. Nachdem sie Stefanie begrüßt hatte ließ sie ihre Hand sinken und stand im nächsten Moment auch eher dekorativ da. Was sollte sie auch anderes tun. Sie könnte...
Ja Jean tat es auch. Sie wandte den Blick umher. Mitten im Nirgendwo waren sie gelandet.
Vielleicht ist es ja was Familiäres. Irgendeine Verpflichtung oder etwas, das sich plötzlich halt so ergeben hat und das ihm gerade nicht paßt, weil er mit uns zum Moor fahren wollte... So spekuliert Chui dahin, während Padraig wendet und eine andere als die geplante Strecke fährt. Ziemlich lange sogar, eine halbe Stunde. Während der Zeit sagt Chui nichts, schaut aus dem Fenster und sich die vorbeiziehende Landschaft an.
Ihre Neugier richtet sich schließlich auf das Haus, vor dem sie halten. Padraig sagt nichts darüber, ob sie auch aussteigen können/sollen/dürfen, also bleibt sie einfach mal wo sie ist, wenn sie sich auch abschnallt, solange das Auto hält. Sie schaut aus dem Fenster, das von außen verdunkelt ist, Padraig nach und beobachtet so sein Treffen mit der Frau. Sie öffnet ihr Fenster einen Spalt, so dass sie auch hört was sie sagen... unabsichtlich, ihr fällt es erst nachher auf. Sie will ja eigentlich niemanden belauschen.
Doch dann werden sie herausgewunken und sie wird ein wenig nervös. Meint er das ernst? Irgendwie kommt ihr das sichtsichere Auto plötzlich sehr schützend vor. Andererseits... wenn Padraig meint, seine Tante kann den Anblick einer offensichtlichen Mutantin ertragen, vielleicht wird es gar nicht schlimm. Als Jean mit gutem Beispiel vorangeht, hat sie keine andere Wahl mehr... sie öffnet die Tür und steigt ebenfalls aus, wobei sie, fast einem Reflex gleich, wenigstens die Kapuze aufsetzt. Nicht, dass das im direkten Gegenüber irgendwas hilft.
Ebenso langsam und hinterdrein schlendert sie näher und bleibt beim Grüppchen stehen. "Guten Tag, Ma'am." sagt sie auf ihre halblaute, unaufdringliche Art. Überhaupt hat sie halb die Tendenz, sich hinter Jean zu verstecken, oder zumindest so hinzustellen dass der Eindruck entstehen könnte. 'Tante Stefanie' wird wohl trotzdem nicht umhin kommen, ihre Besonderheiten zu bemerken.
Stef hatte freundlich zu Jean gelächelt als diese auf sie zukam, doch beim Anblick von Chui hob sich eine Augenbraue skeptisch. Sie wandte sich an Pad und wollte ihn gerade darauf ansprechen als sie seinen Blick bemerkte. "Sie ist eine Schülerin von mir, Tante Steff. Und ihr ist es bisher nicht immer gut ergangen." Die Frau zögerte nur kurz, dann wandte sie sich an Chui und hielt ihr die Hand hin.
"Sei Willkommen hier in meinem kleinen Reich. Du musst verzeihen, aber ich war zuerst doch ein wenig überrascht als ich Dich sah. Du erinnerst mich an jemanden, der früher mal ein Schüler von mir war. Aber das ist schon viele Jahre her. Padraig hier war, wie er ja schon sagte, auch mal mein Schüler. Und irgendwie finde ich es überraschend, dass er jetzt auch ein Lehrer ist."
Bevor sie weiterreden konnte, unterbrach Padraig sie.
"Ich bin jetzt Lehrer auf einerm privaten Institut. Der Staat hat damit nichts zu tun und wird es auch hoffentlich nie."
Die Linien um die Augen der Frau glätteten sich ein wenig. "Du hast also nicht den selben Fehler gemacht wie ich? Das ist gut... Ach Kinder, was stehen wir denn hier draußen herum. Kommt doch herein. Ich kann Euch sicherlich ein bißchen Kuchen anbieten, oder?"
Mit einer großen Betriebsamkeit stürzte sie ins Haus hinein. Es war sehr spartanisch, aber dennoch gemütlich eingerichtet. An den Wänden hingen ganz viele Bilder. Bilder, die bei näherer Betrachtung etwas verstörend wirken konnten. Die meisten waren Gruppenphotos von Schülern mit Lehrern. Doch viele der Lehrer steckten in Uniformen und auch etliche Schüler waren uniformiert. Die Schüler machten die üblichen Späße auf den Bildern, von Zunge rausstrecken über Hasenohren. Doch das befremdliche waren einige wenige unter ihnen, die nicht unbedingt der menschlichen Norm entsprachen.
Einer zum Beispiel schien alle anderen zu überragen, doch das auffallendste waren seine Köpfe. Andere hatten Fell, einen Teufelsschwanz, Hörner und andere klar erkennbare Mutationen.
Bei der Reaktion senkt Chui den Blick und wünscht sich woandershin, obwohl sie zumindest keine Furcht bemerkt bei der Frau... und Aggression schon gar nicht. Irgendwie irritiert sie das... aber es ist ja auch nicht die übliche Reaktion unbedarfter Menschen, welche Mutantendebatte in Fernsehen und Zeitungen und Horrorstories aus der 'Sun' ständig im Kopf herumschwirren haben. Begegnungen zum Schlechten oder Schlimmeren. Stefanies Reaktion ähnelt zuerst eher jener der Ladenbesitzer, die sie zwar gern rauswerfen würden oder schon eine Hand an der Waffe unter der Theke haben, aber dann doch ihr Geld haben wollen, da sie einkauft. Diesmal ist wohl Padraig ihr 'Kapital'.
Es ist ihr trotzdem irgendwie peinlich, als er von ihr spricht. Sie würde am liebsten zum Auto zurückgehen, aber das ist nicht mehr möglich. Es wäre unhöflich. Mit kurzer Verspätung gibt sie der Frau die Hand, mit so gut wie keinem Händedruck. Kurz sieht sie ein wenig fragend auf, als die Anspielung mit dem früheren Schüler kommt, aber das ist auch nicht höflich. "Sehr erfreut, Ma'am." sagt sie. Eine Lehrerin von Padraig... nach allem was sie aus der Begrüßung schließen kann, haben sie sich lange nicht mehr gesehen. Was wohl so dringend war, dass er jetzt unbedingt kommen mußte?
Sie folgt als Schlußlicht den anderen ins Haus, als sie eingeladen werden. Wie es wohl jeder tun würde, sieht sie sich dort um, während sie weitergehen wohin auch immer sie gelotst werden. Natürlich bemerkt sie die vielen Bilder, schaut sich dann eines genauer an, da alle uniformiert zu sein scheinen... nun, der Kleidung nach vielleicht, anderen Merkmalen nach bestimmt nicht. Als wäre sie vor eine Wand gerannt, bleibt sie stehen und geht mit dem Gesicht sehr nahe an ein Photo heran, in dem einige der Abgebildeten auffällige Merkmale zur Schau stellen. Staunend betrachtet sie diese aber auch diejenigen, die 'normal' aussehen und geht zum nächsten Photo... nicht auf allen sind Abweichungen von der äußerlichen menschlichen Norm abgebildet, aber doch auf manchen. Das sind bestimmt alles Mutanten! Es gab schonmal eine Mutantenschule in Britain? Militär vielleicht? Aber sie hat gesagt es war ein Fehler... warum? Padraig war ihr Schüler... ist er also auch ein Mutant? Unwillkürlich schweift ihr Blick von einem der Photos zu ihm.
Padraig hatte bemerkt, dass Chui die Bilder an der Wand sehr aufmerksam betrachtete. Verdammt, das passt mir jetzt gar nicht. Sie könnte Fragen stellen. Und ich würde sie nicht anlügen.
Auch Steff schien Chuis Aufmerksamkeit nicht entgangen zu sein. „Ach ja, das sind Bilder meiner früheren Schüler. Ich war nämlich früher Lehrerin an Militärschulen. Bis mir irgendwann diese autoritäre Art nicht mehr zusagte…. Ich vermute Mal, dass ich jetzt einiges erklären muss, oder? Besonders wenn man Cedric ansieht, oder Jenny, Neil, John, Carla und die ganzen anderen armen Kinder. Sie waren alle meine Schüler und viele von ihnen hätten außerhalb des Militärs keine Zukunft gehabt. Es waren hochgeheime Projekte. Allerdings standen ihnen am Ende keinerlei andere Perspektiven offen als fürs Militär und die Geheimdienste zu arbeiten. Damals fand ich das noch in Ordnung, und es gab auch noch nicht so viele Mutanten wie heute, aber irgendwann wurde es mir zuviel.“ Sie blickte einige Zeit ins Leere und schien sich dann wieder an den Kuchen zu erinnern. Zumindest stürmte sie in die Küche und begann hektisch dort zu werkeln.
„Ich habe eine Bitte an Euch beide. Könntet ihr dieses Thema bitte hier nicht mehr ansprechen? Es ist glaube ich eine Sache über die sie nicht so oft reden sollte. Ist sozusagen der dunkle Punkt in ihrer Vergangenheit.“ Er blickte sie wirklich fast schon flehend an. Er wusste mittlerweile so ziemlich alles über Steffs Vorgeschichte. Oder besser gesagt über die Projekte die vorher gelaufen waren. Und auch das Projekt das parallell zum Generation X gelaufen war. Es war um einiges härter gewesen und es hatten noch weniger überlebt. Schon bei ihnen hatte es ja eine Ausfallquote von 80% gegeben. Und Steff hatte die ständigen Tode der Schüler nicht mehr verkraften können. Zumindest war das Kilians Hypothese und sie wurde von den psychologischen Gutachten, die er herausgekramt hatte, bestätigt.
Von Padraig schweift ihr Blick zu Stefanie, als diese zu reden beginnt, und damit ist für ihn die Gefahr einer Frage erstmal abgewendet. Sie nickt leicht, verständnisvoll, als die autoritäre Art erwähnt wird... Chui hat vom Militär ja nur Klischeevorstellungen, aber ihr hat die Atmosphäre im Heim schon gereicht. Dann schaut sie wieder zu den Bildern, einige von denen an die anders sind, genauso wie sie anders ist... äußerlich.
Kurz fragt sie sich, ob Stefanie über hochgeheime Projekte einfach so reden darf, aber sie wird schon wissen was sie tut und warum. Aber sie wirkt irgendwie... mitgenommen, als ob es ihr nahegeht... das kann doch nicht nur mit den Karrierechancen ihrer Schüler zu tun haben, oder? Der feine Geruch, der Chuis Nase erzählt, dass sie sich schlecht fühlt (emotionaler Stress), paßt dazu. Aber gerade deshalb fragt sie lieber nicht. Ob er was darüber weiß?
Sie blickt wieder zu Padraig, fragend, als Stefanie davongeeilt ist. "O..okay." sagt sie, ein wenig beklommen. Was ist da so Schlimmes passiert, dass es so einen Riß hinterlassen hat? Vielleicht ist es besser, du weißt nicht alles, Chui... Dann fragt sie sich, warum sie eigentlich hier sind. Ein Freundschaftsbesuch bei einer alten Lehrerin? Das wäre nicht so überraschend gekommen.
Jean betrat nach Padraig das Haus und wähnte Chui in ihrem Rücken, als diese vor den Bildern zurück blieb. Auch Jean warf einen kurzen Blick auf die Bilder an der Wand, aber sie hatten nichts ungewöhnliches an sich. Zumindest nicht aus der Art und Weise, wie Jeans Leben sich an ihrer Wand zu Hause abzeichnete. Bilder von Schülern, so wie Stefanie sie kurz darauf aufklärte.
Etwas seltsam fand sie schon, dass Padraig ihnen sagte, dass sie nicht weiter nachfragen sollten. Dabei hatte keiner von ihnen ein Wort gesagt. Und sich umschauen schadete doch niemandem. Jean sah zu Chui, trat zu ihr und legte ihr eine Hand auf die Schulter. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht. Eine beruhigende Geste und schon zog sie ihre Hand wieder zurück.
Ja, auch Jean fühlte sich in diesem Haus voller fremder Erinnerungen, Gedanken und Gefühlen etwas unbehaglich.
Stef schien noch so einiges in der Küche zu suchen, dann kam sie mit einem Tablett Kuchen, Plätzchen und Tee wieder. „Nehmt Euch, Kinder, es ist genug für alle da.“ Sie reichte jedem eine Tasse Tee und setzte sich dann auch hin. Neugierig blickte sie von einem zum anderen, dann wandte sie sich an Padraig. „Erzähl mir, wie es Dir ergangen ist.“ Kurz blickte sie zu Chui.
„Da gibt es nicht viel zu erzählen, Stef. Nach der Schule bin ich von zu Hause weg. Es war schon eher so eine Art Flucht, weil ich mit den Verhältnissen dort nicht zurechtkam. Und dann hab ich in London Lehramt studiert. Von meinen Mitschülern hab ich nur noch mit Kilian Kontakt. Aber das weißt Du ja wahrscheinlich, immerhin hat er mir ja gesagt, dass ich hierher kommen sollte.“
Stef hatte ihm aufmerksam zugehört und ein Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht. „Ach ja, Kilian... ich war ein wenig überrascht, als er sich bei mir gemeldet hat. Es ist ja schließlich nicht so, dass ich irgendwo im Telefonbuch stehe. Aber er hatte schon immer diese einzigartige Gabe Dinge aufspüren zu können. Aber mich würde jetzt interessieren, wie Du an dieses nicht-staatliche Institut gekommen bist.“
Padraig nickte nur. Ja, mit dieser frage hatte er gerechnet und doch würde er Stef jetzt nicht die Wahrheit sagen können. Überhaupt hatte er bisher ja nur verdeckt Informationen weitergegeben. Und nur weil er wusste, dass Stef ebenso wie er einen Psychoblock besaß, der sie vor neugierigen Telepathen abschirmte, hatte er ihr überhaupt so viel erzählt. „Es war Zufall. Kilian ist im Netz darüber gestolpert, dass ein Institut für begabte eröffnet werden soll. Und ich habe mich as Lehrer beworben. Das es sich dabei um ein Institut für Mutanten handelt, haben mir die Schulleiter erst während des Bewerbungsgesprächs gesagt.“
Jean trat langsam in die gute Stube, nachdem sie mit Chui noch etwas die Bilder betrachtet hatte. Noch bevor sie sich hingesetzt hatte, spürte sie es und als sie sich eine Tasse Tee nahm, wurde sie sich sehr sicher. Die Gedanken von Stefanie und Padraig waren auf die selbe Art abgeschirmt und das machte sie verdächtiger, als alles andere. Aber Padraig konnte nicht wissen, dass Jean immer mit sich selbst rang, wenn es darum ging ihre Gabe einzusetzen. Schließlich herrschte dieser Gewissenskonflikt in ihr, seit sie von Xavier von ihrer Kraft erfahren hatte.
Wann ist es moralisch in Ordnung seine Gabe einzusetzen...
Über ihrem Tee hinweg sah sie zu den Beiden. Was machte es nötig seinen Geist vor Telepathen anzuschirmen? Außerdem fühlten sich diese Blockaden so unnatürlich an und im Gegensatz zu Logans natürlicher Blockade, schrie sie regelrecht zum Himmel hinauf, wie eine Neonleuchtreklame.
Wie auch immer, der Tee schmeckte gut und die Plätzchen sahen verführerisch aus. Ein Zeichen dafür, dass Stefanie im Ruhestand war? Wie auch immer, Jean griff sich ein Plätzchen und knabberte es.
So als Dekoration war das Leben einfacher, aber es wurde sehr schnell langweilig.
Sie schaut sich um und zu Jean auf, als sie eine Hand auf der Schulter spürt. Das Lächeln wird andeutungsweise erwidert und sie scheint sich tatsächlich etwas zu entspannen. Dann folgt sie zusammen mit den anderen Stefs Aufforderung und setzt sich hin. "Vielen Dank, Mrs. ... äh, Ma'am." sagt sie und ihr fällt gerade auf, dass sie den Nachnamen von 'Tante Stefanie' nicht kennt. Wie auch immer, sie nimmt die Teetasse und einen Schluck und schaut sich dann auch bei den sonstigen Sachen auf dem Tisch um. Plätzchen... davon nimmt sie sich erstmal eins und fängt an zu knabbern. Lustigerweise hat Miss Grey die gleiche Idee.
Desweiteren ist sie lieber still und hört zu, was Padraig und Stefanie zu bereden haben. Irgendwie hat sie das Gefühl, sie sollte nicht hier sein. Dann könnten die beiden, die wohl das ein oder andere Geheimnis haben, ungestört miteinander sprechen. Sie weiß zwar nichts von Jeans Versuchen (ja, sie weiß noch nichtmal dass Jean überhaupt der Telepathie fähig ist) aber sie könnte sich sicher vorstellen, dass die Militärheinis, wenn sie schon mit Mutanten arbeiten, auch dafür gesorgt haben dass das kein anderer Mutant so schnell mitbekommt.
Immerhin ist es interessant zu hören, wie Padraig zum Institut gekommen ist. Und wer dieser Kilian ist, wird auch klarer. Wobei sie naiv genug ist, das Gesagte nicht in Frage zu stellen. Stattdessen tut sie sich ein wenig am Tee und dem nächsten Plätzchen gütlich... sie hat zwar vor der Fahrt schnell was gegessen, aber für sowas ist immer noch Platz.
Sie blieben noch eine halbe Stunde da. In dieser Zeit wurde viel über Padraigs Schulzeit gesprochen, aber auch über das, was Stef nach ihrer Zeit als Lehrerin beim Militär gemacht hatte. Besonders interessant klang es nicht. Sie schien sich schon kurze Zeit später hier an diesem Ort niedergelassen haben. Allerdings was sie hier dann getan hatte, außer Zeichnen, das wurde daraus nicht ersichtlich. Padraig allerdings schien das alles sehr interessant zu finden, denn er hörte aufmerksam zu. Es fielen auch noch einige Namen ehemaliger Mitschüler von Pad, wobei er bei einigen von ihnen etwas traurig zu werden schien, doch was zu dieser Trauer führte, dass wurde nicht ersichtlich.
Dann blickte er auf die Uhr und seine Augen weiteten sich. „Ach Mist, Stef, wir müssen weiter. Ich hab den beiden versprochen zum Culloden Moor zu fahren, damit sie mal ein wenig von der Geschichte Schottlands erfahren.“
Stef nickte nur. „Ja, zeig ihnen das Culloden Moor. Es könnte ihnen auch eine Lehre für die Zukunft sein. Und Dir auch, Padraig. Aber bevor ihr geht, muss ich Dir noch etwas geben. Ein paar meiner Lehrmaterialien von früher, die Dir bei Deinem jetzigen Job vielleicht helfen können.“ Und damit stürmte sie auch schon in eines der anderen Zimmer und kam kurz danach mit einem recht großen Karton wieder. Er schien recht schwer zu sein, aber vielleicht lag das auch nur daran, dass Stef schon nicht mehr die Jüngste und daher auch nicht mehr in Form war. Pad nahm den Karton dankend entgegen und ging dann schon mal zum Auto.
Stef wandte sich noch mal an Chui und Jean. „Kann ich noch etwas für Euch tun? Euch vielleicht nen Tipp geben, wie ihr mit Padraig besser zurechtkommt?“
Jean hatte, gefräßig wie sie war, ein Stück Kuchen und etliche Plätzchen verdrückt. Mit dem Tee hatte sie etwas gespart, denn die Sorte mundete ihr einfach nicht so gut. Tee, schwarzer wahrscheinlich, lag Jean nicht besonders. Es war einfach zu englisch und sie bevorzugte Fruchtsäfte. Ja, Jean Grey war eine ganz Süße, wie Xavier sie immer in ihrer Kindheit aufgezogen hatte.
Als Stef aus dem Zimmer eilte und mit den Lehrmaterialien zurück kam, hob Jean eine Braue, beobachtete aber alles weiter und still. Als Padraig dann gegangen war, sah sie zu Stef und schüttelte den Kopf. „Ich bin Ärztin, welches Licht würde es auf mich werfen, wenn ich hinter seinem Rücken agiere?“ Und sie wollte auch keine Tipps haben, einfach weil sie mit Menschen allein zurrecht kommen müsste und Padraig sich ihr schon öffnen würde mit der Zeit.
„Danke für den Tee“, meinte sie, erhob sich und sah zu Chui. „Lass dir Zeit und komm dann nach, ok?“ Vielleicht hatte Chui ja noch Fragen und Jean gab ihr die Möglichkeit diese zu stellen. Denn sie ging hinaus und zum Wagen. Die frische Luft tat ihr auch besser, als diese Räume, die voller Erinnerungen waren.