Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Bis aus Chui eine gute Geschichtenerzählerin wird, dürfen noch ein paar Jahre und Englischstunden ins Land gehen. Noch dazu nach einem Tag wie diesem, wo sie so aufgewühlt und durcheinander ist, dass sie froh sein kann sich an ihren Namen zu erinnern. Gerade schaut sie noch zu Colum auf, eine tröstliche, beruhigende Antwort ersehnend (aber wahrscheinlich würde es schon genügen, seine Stimme zu hören und er könnte auch völlig zusammenhanglos ein Kochrezept vortragen...), als Dany mit ihrer Frage ihre Aufmerksamkeit auf sich zieht und sie für einen Moment ebenso verwirrt aussehen läßt wie die Fragestellerin klang. Dann geht ihr auf, wie konfus sich das anhört, was sie gerade eben als Erklärung gedacht hatte. Verlegen senkt sie den Blick. "Entschuldige... ich... erzähl von Anfang an."
Na gut, immerhin ist sie so schlau, alles was in dem Zusammenhang nicht so wichtig ist, auszuselektieren. Sie spricht wie üblich leise und macht hin und wieder Pausen. "Ich bin mit Zoey... also, Ms. Kytoma, zum See runtergegangen... Mr. O'Diarmuid war auch dabei. Da waren schon ein paar, Lehrer... jedenfalls, nachher kamen Logan und Rohey dazu, und Norman war plötzlich da. Er hatte eine Zigarette an, und Logan hat gesagt er soll sie ausmachen... ich glaub, weil der Rauch zu Rohey geweht worden ist, und sie ist ja schwanger und das ist nicht gut... naja, jedenfalls hat Norman dann Logan den Rauch ins Gesicht geblasen... und da hat Logan ihn geschlagen. Er ist umgefallen, also Norman natürlich, und Rohey wollte ihm aufhelfen."
Eine längere Pause, denn jetzt kommt der schwierige Teil. "Kaum als sich ihre Hände berührt haben, da... da ist was passiert... etwas lag in der Luft, und sie sahen aus als wenn ein Blitz sie getroffen hat... sie haben sich verändert, ver...dunkelt, als würden sie... innerlich zu Kohle verbrennen..." Sie zittert kurz, als ihr der Anblick ins Gedächtnis zurückkehrt. "Und dann war da so ein helles Licht direkt über ihnen, zu hell um hinzuschauen. Sie haben geschrien. Das Licht ist... explodiert und ich hatte so ein Gefühl... wie mit einer Welle ist es in mich rein, ich... hab mich auf irgendwas gefreut, aber ich weiß nicht was."
Sie seufzt leise. Das klingt in ihren Ohren noch konfuser als zuvor. Nur ausführlicher, aber dafür genauso konfus. "Und dann hat mich was im Rücken getroffen und rumgewirbelt und zu Boden geworfen... es war aber niemand da, der mich gestoßen hätte. Ich hab noch gesehen, dass Mr. O'Diarmuid zusammengebrochen war... und dass Logan ihn und Norman mitgenommen hat... und Liam war bei Rohey... und, naja, dann ist Colum zu mir gekommen." Sie schaut wieder zu ihm auf, lächelt schüchtern und schaut wieder weg, ehe sie beschließt etwas auszulassen, das niemanden außer ihm und ihr etwas angeht. "Und wir sind zum Haus gegangen." Damit verstummt sie, schielt zu Tee und Keks, aber bleibt dann doch lieber an Colum gekuschelt, als sich vorzubeugen. Das ist einfach viel schöner...
Dany lachte leise, sie konnte gar nicht anders und es klang alles andere als humorvoll oder fröhlich. Ihr wurde klar, dass sie es nicht verstehen können würde, egal, wie sehr Chui das erklärte und dass sie sich damit abfinden musste, dass solche Geschehnisse einfach zu hoch für sie waren. Sie trank noch einen letzten Schluck von dem süssen Tee, bevor sie nach vorne zur Sofakante rutschte und die Füsse zurück auf den Boden stellte.
"Weisst Du was, Chui? Ich werde Dich jetzt einfach nicht weiterlöchern. Was Du da mitbekommen hast, hat Dich sicher unheimlich geschafft und das sollte ich nicht noch verschlimmern. Ausserdem...."
Ihr Blick ging zu der Standuhr hinüber, deren kleiner Zeiger inzwischen ein ganz schön grosses Stück weitergewandert war und sie spürte die bleierne Müdigkeit in ihren Knochen. Sie würde sich einfach zwingen, die Augen zu schliessen, ruhig zu atmen und an nichts zu denken, damit sie schnell einschlief und diesen Tag endlich zu Ende bringen konnte.
"Ausserdem merk ich, dass mir langsam meine Augen zufallen und ich lass Euch jetzt lieber einmal allein."
Immerhin, jetzt endlich bekam die Vernunft ihre Chance und Dany stand vom Sofa auf, um sich kurz zu strecken. Du meine Güte, sie war wirklich müde, sogar vollkommen geschafft. Aber sie war ja auch schon vor sechs Uhr morgens wach gewesen und in ihrem Alter brauchte man eben noch etwas mehr Schlaf. Na ja, sie irgendwie nicht immer, aber heute wollte sie einfach nicht mehr länger auf ein wenig Ruhe verzichten. Sie füllte ihre Tasse noch einmal, süsste den Tee und gab ein wenig Milch hinein, nahm sich dann noch einen Keks und machte sich auf, zur Tür zu gehen. Bevor sie dort ankam, drehte sie sich aber noch einmal um und lächelte Chui und Colum warm zu.
"Danke. An Euch beide. Wenn ich alleine hätte sein müssen, wäre ich wahnsinnig geworden."
Das heitere Gemüt des Mädchens hatte sich zurückgezogen und Dany wirkte abgespannt. Schlaf war wirklich genau das, was sie jetzt brauchte und nach einem weiteren Lächeln zu dem Katzenmädchen und Colum, machte sie sich schliesslich auf den Weg nach oben zu ihrem Zimmer.
"Soll ich dich begleiten, Dany?" Er hält sie nicht auf, weil er sich vorstellen kann wie müde und erschöpft die Kleine eigentlich ist. Ihm geht es ja nicht anders, aber er kann sich außerdem vorstellen, dass sie sich hier in den alten Gemäuern bei so später Stunde und nach den Geschehenen fürchtet. Ihm wäre es in ihrem Alter so ergangen.
Weil es Chui und ihn gleichermaßen tröstet behält er sie im Arm und wiegt sie -ohne das er sich darüber bewusst ist- hin und her. "Norman ist ein zäher Bursche, ich glaube es geht ihm gut." Na ja, er hoffte es zumindest, auch wenn er in seiner Stimme nicht verbergen kann das er Norman nicht sonderlich mag, aus welchen Gründen auch immer. Vielleicht war Colum wenigsens in der Hinsicht einfach zuviel Schotte, dass er einen Iren nicht wirklich ausstehen konnte.
Dany ist schon beinahe aus der Tür und Colum fühlt sich wie ein Schluck Wasser in der Kurve als er ihr hinterher spricht. "Wir freuen uns das du da bist, Dany." Sie freuten sich über jeden Schüler der da war, auch wenn Logan eine sehr seltsame Art hatte, genau das zu zeigen.
Nein, es war kein guter Einstand gewesen und das Schuljahr war auch schon zwei Tage alt ohne das auch nur eine Stunde Unterricht gewesen war. Colum konnte sich nicht vorstellen, dass Ororo und Logan in der Lage waren morgen Unterricht zu halten. Er wünschte sich von ganzem Herzen, dass es nun besser wurde.
"Schlaf gut, Dany"
Und dann war er mit Chui allein, es war bestimmt nicht so, dass er das Mädchen nicht mochte, aber ein bisschen unwohl fühlte er sich schon. "Möchtest du auch schlafen?" raunte er ihr leise zu und fragte sich insgeheim warum er sich so doof vorkam.
Chuis Lächeln nach Danys Worten fällt ziemlich kläglich aus... sie ist anscheinend zu dumm um etwas zu erklären oder auch nur so zu erzählen, dass andere etwas damit anfangen können. Die Kritik der zukünftigen Mitschülerin, von der sich Chui jetzt gar nicht sicher ist, ob sie nicht unterschwellig Ärger ausdrücken soll, ist berechtigt. "Tut mir leid..." antwortet sie zerknirscht und senkt den Blick wieder. Nickt nur sacht auf ihre Erklärung und gibt sich ansonsten den sanft wiegenden Bewegungen hin, die ihr von Colums Sympathie künden (Sympathie nur? Oder mehr? Oh, bitte mehr!).
Stille, nur unterbrochen von den Geräuschen der Standuhr und des Löffels in einer Teetasse, füllt den Raum (für Chui gibt es zusätzlich das feine Summen elektrischer Geräte, hallende Geräusche von den oberen Stockwerken und von draussen... vollkommene Stille hat sie noch nie erlebt). Erst als Dany sich endgültig verabschiedet und sich bedankt, sieht das Katzenmädchen wieder auf. Vielleicht ist sie ja gar nicht sauer... nicht so richtig, jedenfalls. "Gute Nacht..." sagt sie ihr noch, dann horcht sie auf die sich entfernenden Schritte, die Treppe hinauf, den Gang entlang... eine Tür, dann nichts mehr. Sie ist mit Colum allein.
Ihr Herz macht wieder Anstalten, aus dem Brustkorb auszubrechen, so jedenfalls kommt es ihr vor mit wieder zunehmender Lautstärke, die ihr in den Ohren rauscht. Von ihrem Bauch ausgehend breitet sich ein Gefühl der Leichtigkeit aus, als würde sie gleich davonfliegen, wenn Colum sie jetzt nicht festhalten würde. Irgendwie ähnelt es dem Gefühl auf dem Scheitelpunkt einer Achterbahn, kurz bevor es steil bergab geht, nur ist es noch viel besser und zugleich beängstigender. Seine geraunte Frage versteht sie erst drei ihrer raschen Herzschläge später. Schlafen? Wie könnte sie jetzt schlafen? Also schüttelt sie den Kopf. Ich will einfach nur bei dir sein. Andererseits... er hat vorhin doch so müde gewirkt. "Und... du?" fragt sie vorsichtig und wappnet sich schonmal für die schlechtere Antwort... dass er nämlich gehen will.
Langsam schlafen mussten sie, dass war en Fakt. Doch anstatt ihr zu antworten oder abermals den Lehrer zu makieren, machte er sich von ihr los und stand auf.
Auf einen der Sessel lag doch eine der zusammen gelegten Kuscheldecken die er nahm und wieder zurück trat. Er zog die Schuhe nun auch entgültig aus und breitete das eine Ende der Decke über Chui aus um sie zuzudecken.
"Wir sollten jetzt beide schlafen." und wenn man den Tag bedachte, war es doch nicht wirklich erwähnenswert, dass er sich in die andere Ecke des Sofas legte, die Beine an den Bauch zog und -von Chui ausgesehen- das Ende der Decke um sich schlang um müde die Augen zu schließen. "Schlaf gut, Kleines."
Chui setzt sich wieder etwas mehr gerade hin, als er sich von ihr löst und aufsteht. Das heißt wohl doch, dass er ins Bett gehen will. Sie nimmt die Tasse mit ihrem inzwischen eher lauwarmen Tee und trinkt sie leer. Es macht sie irgendwie traurig, auch wenn sie Verständnis dafür hat... es war ein harter Tag und er war ja schon müde und bestimmt, ganz bestimmt ist nur das der Grund und nicht dass er jetzt nicht mehr in ihrer Nähe sein will... was macht er denn da?
Sie hat die Tasse gerade wieder weggestellt, als er mit der Decke wiederkommt und sie zudeckt. Zuerst blinzelt sie verdutzt und schaut ihm zu, dann hat sie endlich begriffen, was er vorhat. Und plötzlich treten die Gedanken über das Aufräumen und was noch vor dem Zubettgehen zu erledigen ist in den Hintergrund. Ja, warum eigentlich nicht jetzt einfach gemeinsam auf der Couch schlafen. Und auch wenn sie sich immer noch nicht schläfrig fühlt, nickt sie.
Sie hüllt sich in die Decke, wobei sie darauf achtet dass er auch genug davon abbekommt, wozu auch sie sich ein wenig zusammenzieht und nicht etwa ausstreckt. "Du auch... gute Nacht." flüstert sie und legt sich hin, um an die Decke zu starren. Aber schon nach kurzer Zeit gibt sie es auf, über diesen Tag nachdenken zu wollen, auch weil sich sowieso Colums Gesicht vor ihre Überlegungen schiebt. Sie lauscht seinen Atemzügen, so aufmerksam wie sonst nur einem Lied, dessen schwer verständlichen Text sie sich anhören will. Und irgendwann später muß sie wohl doch eingeschlafen sein...