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nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
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Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Scott trat langsam zurück in den Vorraum und sein Blick streifte die leere Kaffeetasse, in der noch ein Löffel ruhte. Es war nicht seine Tasse, er hatte keinen Kaffee mehr getrunken seit… den nächsten Kaffee würde er auch wieder mit Ororo trinken. Heiß und göttlich süß. Scott verschränkte die Arme, als er vor dem Sichtfenster, das einen Blick in den Innenraum auf der anderen Seite gewährte, trat. Ro lag dort in einem Bett und hatte sich mit Jeans Hilfe erst einmal ausschlafen können. Die Zeit, aufzuwachen, war jetzt jedoch gekommen.
Er wandte sich vom Fenster ab und trat stattdessen zur Zwischentür, dessen Knauf er langsam drehte. Der traumlose Schlaf würde Ororo gut getan haben, doch nun war es Zeit, wieder zurück in die Wirklichkeit geholt zu werden - so schmerzhaft sie auch sein würde. Es war düster im Zimmer, als er sich zu ihr an die Bettkante setzte und ihr eine weiße Haarsträhne aus der Stirn strich.
"Welche Farben magst du am liebsten?"
"Rot."
"Welches Rot? So rot wie diese Marmelade?"
"So wie ein Sonnenaufgang in der Wüste."
Die Wüste, die zugleich Heimat, war, als auch nur ein Traum. Ein Traum von Unbeschwertheit.
Traumlos, konnte ein Schlaf überhaupt noch traumlos sein? Zumindest der Übergang vom Schlaf in den Wachzustand war es nicht.
So schrecklich auch alle Erlebnisse der vergangenen Tage gewesen sein mochten, Ororo erwachte mit einem dünnen Lächeln und strahlenden Augen. Genau einen Lidschlag lang überdauerte es, ehe alles wieder über ihre zusammenzubrechen schien.
Den Kopf herum ruckend, stierte sie Scott an und so lange er sie auch schon kennen mochte, hatte er jemals so viel Hass in ihren Augen gesehen, wie nun in ihrem Blick lag. Ein Blick, der mit Sicherheit nicht Scott galt, aber ihm trotz allem gefährlich werden könnte.
Was hatte er erwartet? Natürlich keine Ororo, die gesamtes Geschehen einfach so wegsteckte. Keine Ororo, die so offen lächelte, wie sie es einfach immer tat. Und keine Ororo, die sofort aufstehen würde und da weiter machte, wo sie aufgehört hatte.
Oder doch?
Was er sah, war nicht Ororo. Und es war auch nicht wirklich Storm, obwohl sie Storm im Moment noch am nächsten kam. Scott wusste, welch ungeheuren Kräfte in Ro schlummerten und in diesem Moment fragte er sich, ob sie einfach so herausbrechen würden. Es sah verdammt gefährlich aus. Aber seltsamerweise hatte er keine Angst, nur Verständnis.
"Du bist nicht mehr im Labor, Ro. Du bist in den Subs. Wie geht es dir?"
Und dieses 'Wie geht es dir?' umfasste so viele Fragen, wie es aus seiner Stimme nur heraus zu hören war, obgleich er nur diese einfache Frage gestellt hatte. Aber die Mitbedeutung dieser Frage war im Moment auch nicht ganz so wichtig. Er lächelte auch leicht, ehe er fragte:
Es war natürlich zu erwarten gewesen, dass Schleimbeutel schon wieder zur Stelle war um bei Ororo ein paar Punkte zu machen. Schon allein Scotts Anwesenheit erweckte bei Logan den gar sehnlichstn Wunsch auf Scott einfach herum zu trampeln bis er lachte.
Er war nun mal nicht die Sorte von Mann, die herum liefen und ihre Gedanken und Gefühle (denn ja, sowas hatte Logan sehr wohl) an die große Glocke hingen und sie rausposaunten, aber wo er gestern gedacht hatte es könnte gar nicht schlimmer kommen hatte sich gezeigt das er sich geirrt hatte.
Immer noch hatte er das Bild von der blassen, bewusstlosen Ororo vor Augen und es kotzte ihn schier an, dass er niemanden dafür zu Brei schlagen konnte. Warum Ororo? Warum nicht Scott? Nein, sowas würde er noch nicht mal Scott wünschen.
Zudem gab es noch etwas ganz anderes: Er war Vater geworden, Vater von einem erwachsenen Sohn, den er für ein ziemlich großes Arschloch hielt, dennoch hatte ER erlaubt, dass Kassander nach Ororo sehen durfte und wenn das Jean nicht passte dürfte sie gern Logan dafür verantwortlich machen....vielleicht sprachen sie dann nochmal miteinander?
Aber eigentlich waren genau das nur Nichtigkeiten mit denen er sich nicht befassen wollte.
Wo zuvor Scott an der Scheibe gestanden hatte stand nun Logan, die Miene düster bis wolkig die Arme vor der Brust verschrenkt. Er würde jetzt da nicht reinstiefeln wo Scott schon wieder einen auf Musterschüler makierte, aber besorgt um seine Ro war er trotzdem
Das kühle Nass hatte ihr gut getan. Der kurze Gang in den Waschraum hatte ihre müden Beine wieder aufgeweckt und nun befand sie sich auf dem Weg zurück zur Intensivstation. Die Hände in den Taschen des Kittels vergraben, umfasste sie das runde Gehäuse ihrer Taschenuhr. Ihre Gedanken stachen ins Leere, zumindest solange, bis sie um die Ecke bog.
Sie spürte die Anwesenheit Anderer...
Jean setzte sich wieder in Bewegung und schob die Tür zur Krankenstation auf, blieb aber regungslos in der Tür zum Zwischenraum stehen. Diesen breiten Rücken kannte sie. Ihr Griff festigte sich etwas um den Türknauf, als sie die Tür dann schließlich doch hinter sich zuzog und die wenigen Meter zu Ros Zimmer zurücklegte.
Sie nickte und es schien wie eine völlig automatische Reaktion auf seine Frage. Auf die letzte Frage, während sie die vorige noch ignorierte.
Wie es ihr ging?
Wie ging es ihr denn wirklich?
Seltsam, dass das in letzter Zeit alle fragten. Wie viele es von ihnen nun wirklich interessierte, war fraglich. Bei Scott konnte man sich doch aber zumindest sicher sein.
Langsam setzte sie sich auf, auch wenn ihre Arme, mit denen sie sich abstützte, unter ihrem Gewicht zu zittern begannen. Was immer man mit ihr getan hatte, es wirkte ganz so, als hätte Ororo nicht den blassesten Schimmer, wo sie sich hier befand. Ihr Blick wanderte rastlos durch den Raum und erst, als sie Logan an der Tür stehen sah, schien erkennen in ihrem Blick zu liegen. ~Danke...~ Dafür, dass er einfach immer ihren Weg zu begleiten schien, ebenso wie Scott und Jean. Und dennoch war es mit Logan was anderes. Gut, auch mit Scott war es wieder etwas anderes. Freundschaften konnte man eben einfach nicht miteinander vergleichen, genauso auch Jeans und ihre nicht.
Aber waren das Gedanken, die jetzt und hier her gehörten?
Sie schob sich die Haare hinters Ohr und nickte noch einmal langsam. "Kaffee."
Einen Augenblick sah er sie wieder in seine Arme sinken. Aber nicht nur das, es war so viel in diesem Labor passiert, dass er eine Weile betroffen von ihrem Anblick schwieg. Scott wusste zwar nicht, was man mit ihr gemacht hatte, aber ihre Desorientierung war doch sehr erschütternd.
Natürlich wollte er wissen, wie es ihr ging und da er keine Antwort auf diese Frage erhielt, erübrigten sich im Moment auch alle anderen. Vielleicht war es auch besser so und vielleicht hatte ihm Ro durch die Nichtbeantwortung mehr Antwort gegeben, als ihm lieb war. Er musterte sie, als sie den Blick durch den Raum schweifen ließ. Erst als jener zum Stehen kam, sah auch er in Richtung Tür und bemerkte Logan. Er wusste nicht, was Logan wieder über ihn dachte und es war auch besser so. Auch wenn er Logan nicht sonderlich leiden konnte, und zwar verständlicher Weise, hatte er selbst nie derartige Gedanken gehabt.
Schließlich nickte auch er und murmelte: "Ich bin gleich wieder da, Ro. Steh noch nicht auf, okay? Warte, bis ich wieder da bin."
Er tippte ihr kurz ans Kinn, ehe er sich aufrichtete und durch die Tür ging, wo er schließlich auch Jean entdeckte. Aber wieder sagte er nichts, nickte einfach nur zu einem kurzen Gruß, ehe er sich aufmachte, einen Kaffee für Ororo zu holen.
Wo genau sollte er denn jetzt anfangen? Dieses ewige Hin und Her ging ihm einfach schwer auf den Sack. Gut, gestern hatte er Zeit gehabt um nachzudenken und auch wenn er es nicht gern gemacht hatte, müsste er zugeben, dass seine Reaktion auf Jean vielleicht ein bisschen übereilt gewesen war, aber das änderte nichts daran, dass er einfach verletzt war.
"Du bist noch da." Was ihn wunderte, aber gleichzeitig auch beruhigte. Er an ihrer Stelle wäre gegangen und hätte voller Imbrunst erklärt, dass ihn alle allerliebst am Sack lecken könnten. Er war trotzdem froh. Sie würde Ororo nämlich aufpäppeln, ganz bestimmt.
Die Hände in den Hosentaschen vergraben drehte er sich noch immer nicht zu ihr um, doch sie würde erkennen wie angespannt er eigentlich war.
Ein zustimmendes, ruhiges: „Hm...“, war ihre erste Antwort. Ihr Blick fiel durch das Glas auf Ro und Scott. Für den Moment war jemand bei ihr und so trat sie von der Tür weg, etwas auf Logan zu und blieb mit Blick durch das Fensterglas neben ihm stehen.
Für einen Moment war es so ruhig in ihrem Kopf, dass sie sogar das leise Ticken ihrer Taschenuhr hörte oder vielmehr spürte. Die schwingende Unruhe, die kleinen Zahnrädchen und die goldenen Zeiger, dass alles kam ihr so klar vor, als wäre sie in der Uhr selbst.
Nur langsam drangen die gewohnten Stimmen der Gedanken wieder zu ihr. „Sie lebt noch“, war ihr erste nüchterne Diagnose gewesen und sie war es immer noch. So sehr Scott auch versuchte, nichts von der zweiten Rettungsaktion zu erzählen, es war ein Wunder, dass Ro noch am Leben war. Umso schlimmer waren die Befürchtungen, die sie überfielen.
„Sie war vollgepumpt mit einem ganzen Arsenal an Medikamenten... es wird eine Weile dauern, bis sie wieder auf die Beine kommt“, murmelte sie bitter vor sich hin und zog die sanft geschwungenen, rötlichen Brauen besorgt über die Augen. „Einige Tests stehen noch aus, sie laufen gerade durch den Computer.“
Ihre Arme verschränkten sich unter der Brust, als Scott neben ihnen aus der Tür kam und sie den Gedanken an Kaffee auffing. Doch sie regte sich nicht, ihr Blick blieb an Ro geheftet, wie sie in dem Krankenbett lag. Stattdessen schürzte sie kurz die Lippen und gab einen verächtlich schmatzenden Laut von sich.
Hieß das jetzt etwa Logan müsste über seinen -gar elefantösen- Schatten springen? Er konnte sowas nicht, er war darin ganz schlecht und Fehler machte er doch aus Prinzip schon mal keine.
Aber was ihn so verletzt war, dass Jean das alles augenscheinlich gar nicht berührte. Jetzt die Sache zwischen ihm und ihr. Jetzt war die Sache für ihn vorbei, wenn er Jean nun ansah, dann sah er in ihr nur noch die hübsche, rothaarige Jeannie. Eine langjährige Freundin. Logan begehrte sie nicht mehr, nicht mehr so wie gestern noch. Dazu hatte sie ihn zu sehr verletzt.
Aber hier ging es jetzt ja leider nicht um ihn, es ging um Ororo und wegen ihr würde er sich auch zusammen reißen. Er hatte ihr ein Versprechen gegeben und er würde die Träume die sie gesponnen hatten nicht einreißen.
Er drehte sich Jean entgegen und stämmte eine Hand in die Hüften, während sein dunkler, wilder Blick auf Jean liegen blieb und mal wieder nicht offenbarte was in seinem Kopf eigentlich vor ging. "Jean...wegen gestern." Hatte er erwähnt, dass er sich mit sowas ganz schwer tat? Er drehte sich wieder um, um Ororo einen Blick zuzuwerfen. Seine kleine Ro. Wenn er doch nur könnte...er hatte doch auf sie aufpassen wollen. "Es tut mir leid und ich wäre froh wenn du bleiben würdest. Wir brauchen dich." Wir, aber nicht mehr Logan....hoffte er zumindest.
Die Probleme rissen nicht ab, oder?
Mit zusammengezogenen Brauen, spähte sie zur Tür und beobachtete die dahinter tanzenden Haarschöpfe Logans und Jeans. Es war ihr nichts entfallen, es war ihr zumindest nichts von allem zuvor entfallen - aber was war wirklich im Labor passiert? Warum sperrte ihr mich weg?
Vorsichtig schob sich von der Liege und liess die nackten Zehen auf den Boden stubsen. Kalt.
Aber der Boden konnte beiweitem nicht so kalt sein, wie sie sich gerade innerlich fühlte.
Müde schlug sie die Augenlider nieder.
Bravo.
Der fremden Stimme in ihren Gedanken war kein Bild zuzuordnen, noch nicht. Doch sie reichte aus, dass Ro sich rasch wieder zurück zog und nach der Decke griff, um sie sich um die Schultern zu ziehen. Da sie meine Reagenzgläser bedauerlicherweise zerstörten, suche ich noch einen Ersatz für eine geeignete Brutstätte.
Sie schluckte, um den aufwalllenden Ekel zu überwinden, aber es wollte nicht so recht funktionieren. Die Hände ein wenig angehoben, betrachtete sie ihre Handgelenke, die von den Metallspangen noch leicht gerötet waren. Sie haben den Job.
Erneut ein Schlucken, aber diesmal war der bittere Geschmack an ihrem Gaumen bereits der erste Vorbote eines Brechreizes.
Sie Sie war am Krankenhaus gewesen, um Rohey zu besuchen. haben Wie hatte sie nur so unachtsam sein können? Der Streit... sie hatte ihren Angreifer nicht mal kommen sehen, geschweige denn noch Zeit gehabt sich zu wehren. den Job Die seltsame Haltung, in der sie aufgewacht war und diesen seltsamen Raucher angesehen hatte, den Michel eigentlich umgebracht hatte. Lewis, der nach Wissenschaftlern verlangte.
Brutstätte
"Nein!", stiess sich lediglich keuchend aus, während Ros Augen sich mit Tränen füllten.
"Oh Gott." Die Hand vor den Mund gepresst, riss sie die Augen auf, um die Bilder nicht mehr sehen zu müssen.
Der Fixpunkt ihrer grünen Augen lag hinter der Scheibe auf Ro, wie sie sich regte, versuchte aufzustehen und dann doch wieder ins Bett zurück sank. Langsam hatte sie eine Hand an die Scheibe gelegt und noch intensiver, als das kalte Glas unter ihren Fingerkuppen, spürte sie die Kälte, die Besitz von Ros Füßen ergriffen hatte.
Irgendetwas stimmt nicht mit mir. Irgendetwas gewaltiges lief hier schief und mit einem Mal fühlte ich mich zurück versetzt. Zurück in den Wahnsinn meiner Jugend, als alles über mich hereinzubrechen drohte. Ich spüre die Enge der Zwangsjacke, die endlosen Schreie und die Nähe der Gummizelle.
Jean wich einen Schritt von der Scheibe zurück. Nur noch ihre Fingerspitzen berührten das Glas und man sah deutlich, dass ihre Hand zitterte. Denn in ihr stieg ein bitterer Geschmack auf, belegte ihre Zunge und machte ihren Mund mit einem Mal staubtrocken. „Nicht...“, formten ihre Lippen tonlos.
Annie hatte so große Schmerzen und ich spürte sie, als wären sie meine eigenen. Sie starb in meinen Armen und ich spürte, wie meine Seele von ihr mitgerissen wurde. Fortan gab es keinen Morgen mehr für mich. Millionen Stimmen in meinem Kopf, Millionen anderer Bilder, abertausend Dinge und doch sah ich nur dieselbe Zelle der Nervenheilanstalt.
„Aber sie konnten mir nicht helfen.“
Ihr Blick wandte sich zu Logan um, dessen brummige Stimme noch immer auf sie einredete und doch erreichten seine Worte sie nur gedämpft. „Ich... sieh bitte kurz nach ihr... ich...“, muss hier raus! Doch die letzten Worte schrieen nur in ihrem Kopf und füllten den Übelkeit erregenden Wahnsinn in ihrem Kopf. Schon seit dem Einsatz schien sie gegenüber Ros Emotionen nicht gänzlich unempfindlich zu sein und jetzt sah sie Bilder in ihrem Kopf, die sie nicht sofort hinausdrängen konnte.
Hustend und eine Hand vor ihrem Mund stürzte sie aus der Station auf den Flur hinaus und verlor den Halt unter ihren Füßen an der gegenüberliegenden Wand. Jean sank in die Knie.
Er sah auf.
Irgendwas war passiert und er registrierte einen Moment überhaupt nicht, dass ihm der heiße Kaffee über die Hand lief. Erst als ihn Jeans Gefühlsausbruch wieder frei ließ, war auch der Schmerz präsent, so dass er die Hand mit einem leisen Zischen fortzog. Scott ließ alles stehen und liegen, er schnappte sich lediglich ein Handtuch und wischte sich den Kaffee vom verbrannten Handrücken, während er wieder zurück auf den Flur eilte und auf das Zimmer zurannte, in das man Ororo verlegt hatte.
Im Gang sah er allerdings schon Jean kauern, so dass er vor ihr auf die Knie ging und ihr eine Hand in den Nacken legte.
„Was ist los, Jean?“ Mit der anderen hob er ihr Kinn an und musterte sie besorgt.
„Was ist passiert?“
Hatte Logan irgendetwas gesagt? Aber dies hätte Jean gewiss nicht derart aufgebracht, dass sogar er es gespürt hatte. Einen Moment sah er an ihr vorbei und zur offenen Tür, die in den Vorraum zu Ororos Zimmer führte. War irgendetwas mit Ro geschehen? Jean hatte schon beim ersten Einsatz im Labor Ororos Gefühle wahrgenommen. Scott strich Jean das Haar aus dem Gesicht und sah sie eindringlich an (mal abgesehen davon, dass sie sich das jetzt einfach denken musste).
Sie sank etwas in seine Arme, bevor die Spannung in ihren Körper zurück kehrte und sie schwer schlucken musste. „Ich bin OK“, irgendwie zumindest. Mit noch immer zittrigen Händen stützte sie sich von seinen Armen ab und richtete sich etwas auf. „Ich habe sie gesehen... Ro Erinnerungen“, dabei zitterte ihre Unterlippe etwas und ihr Blick schien durch ihn hindurch zu sehen.
Nach einigen Atemzügen hatte sie sich wiedergefunden und fixierte Scotts Gesicht. „Horror“, murmelte sie und sah durch die offene Tür zurück. Augenblicklich fühlte sie sich wieder schwach und wie sollte sie da nur wieder hinein gehen?
„Frische Luft... ich, brauche eine kurze Pause“, wisperte sie und wollte schon versuchen aufzustehen, was ihr etwas wackelig gelang. Sie hatte die Nacht hier verbracht und hier gegessen, geduscht und überhaupt. Jean brauchte einen Spaziergang. Nur einen kurzen, aber sie musste die Sonne sehen. Die echte wirkliche Sonne.
Er legte sofort die Arme um sie, als sie zusammen sank. Es war, als wollte er sie stützen, auf der anderen Seite aber hatte es unverkennbar etwas von Beschützen; so wie er es immer tat, wenn es um seine Jeannie ging. Im Moment war er einfach nur Scott und weniger Cyclops, als er sie ansah.
"Ro's Erinnerungen...", wiederholte er, ohne es selbst wirklich zu registrieren. Er wollte gar nicht wissen, was Ro passiert war, aber er wusste, dass er Jean später danach fragen würde. Einfach, weil er es musste.
Er half ihr langsam, sich wieder aufzurichten und sah dabei ebenso zurück ins Zimmer. Logan würde sich um Ororo kümmern, da war er sich sicher. Es war besser, wenn zu Anfang nicht allzu viele Leute um sie herumstanden, darum legte er Jean seinen Arm um die Taille und musterte sie kurz.
"Okay, wir gehen für ein paar Minuten nach oben. Aber lange können wir nicht bleiben."
Ein letzter Blick zurück, dann ging er mit ihr zu den Speedröhren.