Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden  








Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.

Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.

Auf bald, eure SL
Datum:
~*~

Wochentag:
~*~

Wetter:
~*~
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 16 Antworten
und wurde 247 mal aufgerufen
 Tagebücher
Seiten 1 | 2
Jean Grey Offline

Besucher

Beiträge: 997

27.07.2005 13:23
Jeans Erlebnisse -sowie- Briefe zwischen Scott und Jean Antworten
Die letzten Tage vor der Abreise hatten einen seltsamen Rhythmus.

Das Team hatte beschlossen Ororo zurück nach New York zu Charles und dem Institut zu bringen, da er wohl immer noch der Einzigste war, der ihr in ihrer jetzigen Lage helfen konnte. Scott würde sie begleiten und dafür den Jet benutzen, mit dem ich vor gut 14 Tagen hier her nach Schottland gekommen war. Auf mein Bitten hin, fand auch Dorian Hayward, der junge Arzt aus dem Labor, einen Platz in der Maschine, denn ich fürchtete, dass meine Kenntnisse nicht ausreichten um ihm zu helfen und Hank wie auch Charles würden ihm sicherlich besser helfen können.

Ich weiß nicht mehr wie viele Stunden ich in den Laboren der Subs zugebracht habe, aber es müssten unzählige sein. Vor lauter Daten, Analysen und anderem Kram hatte ich mein Training sehr stark vernachlässigt, auf das Scott mich nur umso mehr forderte. Jeden Abend jagte er mich durch die Halle und verlangte nicht zu selten, das Letzte von mir, bis ich nur noch erschöpft in einen Komaartigen Schlaf fiel.

Doch damit konnten wir nur meine Telekinese auf Fordermann bringen. Umso wichtiger war es aber, dass ich wieder mein Training mit der Telepathie aufnahm, denn die letzten Zusammenbrüche hatten mich doch sehr getroffen. Es fiel mir manchmal einfach zu schwer, die Gedanken der anderen aufzuhalten, unkontrolliert in meinen Kopf zu dringen.

Umso wichtiger wurde es, dass ich den Unterricht aufnahm, den Colum mir zugeteilt hatte. Der Kunstunterricht und dabei hatte ich so etwas noch nie gemacht. Ich war im Institut immer damit beschäftigt gewesen, mental verletzten Kindern, wie ich eines war, zu helfen und ihnen einen Weg in ein fast normales Leben zu ebnen. Nun gut, also musste ich mich schlau machen. Die Unterlagen des letzten Unterrichts gefielen mir allerdings überhaupt nicht, zu theoretisch und voll von Wissen, dass mit Kunst nur im Entferntesten zu tun hatte.

Also organisierte ich einen Kunstraum. Keine Tische und keine Stühle, nur Staffelein und Hocker, sowie allerlei Material, dass nur im entferntesten dazu geeignet war, seine Gedanken auf die Leinwand zu bannen. Ich musste meine Schüler allerdings schon in der ersten Stunde enttäuschen. Wir würden den neu eingerichteten Kunstraum nicht benutzen, sondern schlugen uns durch den Garten hin auf einen Hügel durch und zeichneten dort die Landschaft auf kleine Skizzenblöcke. Die frische Luft tat ihnen nur gut und das Herbstwetter, mit seinen lauen Abenden würde bald kalt werden, so dass dies wohl die letzte Chance war, das rot leuchtende Herbstlaub zu zeichnen.

Ein paar der Werke hatten etwas sehr anziehendes und ich veranlasste, dass sie nicht nur im Kunstraum, sondern dass die interessantesten auch im Flur einen Platz fanden. Fortan zeichneten wir alles, was nur annähernd in das Format einer Leinwand passte und nur ganz nebenbei streute ich ein paar Fakten über die bekanntesten Maler, Zeichner und auch Dichter der Vergangenheit ein. Ganz nebenbei bekam ich so mein Telepathietraining, dass ich so dringen benötigte, denn die wirren Bilder und Gedanken der Kinder zu ignorieren, war nicht immer leicht.

Nebenbei rückte die Zeit immer näher, in der die kleine Gruppe losfliegen würde und ich spürte Scotts Nervosität nicht nur bei unseren Meditationen am Morgen. Auch wollte ich noch einen Brief für Charles schreiben in dem ich die Tatsachen für ihn klar offen legte. Also setzte ich mich einen Abend noch spät an den Schreibtisch, während Scott hinter mir in einem Knäuel aus Decken und Kissen eingerollte war und schrieb folgende Zeilen.

Dear Charles

Die Umstände der letzten Wochen sind nicht einfach und ich weiß nicht genau, wie ich es Dir erklären soll. Aber zuerst möchte ich Dich bitten, dass du dich um Ororo kümmerst. Ich weiß, bei Dir ist sie in guten Händen, vor allem nach dem was ihr alles passiert ist.

Aber ich fange lieber etwas früher an...
Glaubst Du mir, wenn ich Dir sage, dass Ororo und Logan ein eigenes Institut aufgebaut haben? Das war schon immer Dein Traum gewesen und nun ist er wahr. Die Beiden schlagen sich tapfer und das hiesige Team (Die X-odus) haben einige sehr kompetente Mitglieder und ich bin froh, dass ich ihnen helfen kann.

Die Kinder sind liebenswert und einige von ihnen fordern unsere ganze Aufmerksamkeit. Ich könnte Stunden über jeden von ihnen reden, aber ich würde das lieber tun, wenn ich Dich wiedersehe. Aber im Moment brauchen sie mich hier noch und ich gehe ihnen gerne zur Hand.

Nun zur Sache, die Ororo passiert ist. Das Team hatte einen Einsatz in einem Labor, wo man Experimente an Mutanten durchführte, dabei waren das fast alles noch Kinder. Der Einsatz lief im Großen und Ganzen glatt und wir glaubten uns schon in Sicherheit. Aber Ororo wurde am Tag darauf in der Stadt entführt und nur ein erneuter Einsatz des Teams konnte sie aus den Fängen der Laborleute retten. Ich selbst war nicht dabei, aber ein telepathisches Erlebnis offenbarte mir den ganzen Horror, durch den Ororo gehen musste. Sie haben ihr etwas eingepflanzt und ich glaube es ist die Genetik eines Mutanten, aber ich bin mir nicht sicher. Ich bitte Dich ihr zu helfen, denn so wie es aussieht, will sie es behalten und braucht daher umso mehr Deine Hilfe.

Ich habe Hank einige Daten geschickt für seine Mutantendatenbank und ich bin mir sicher, dass er Dir schon davon erzählt hat. Aber mir fällt da noch etwas ein, um das ich Dich bitten wollte. Mir fehlt die Möglichkeit hier in Schottland Mutanten frühzeitig aufzuspüren und daher wollte ich Dich bitten...


Ich stockte, ich konnte ihn einfach nicht darum bitten, sich für mich umzuhören. Auch die Idee, dass er mir den Bauplan von Cerebro zuschickt, schien mir zuviel verlangt und so kürzte ich den Absatz und ließ das Thema unter den Tisch fallen.

Ich fürchte, ich muss dich um noch etwas bitten, Charles. Der junge Mann Dorian Hayward hat ein ganz anderes Problem und doch gibt es ihm nicht mehr wirklich viel Zeit. Meiner letzten Schätzung nach sind es nur noch vier Monate. Er war ebenfalls in dem Labor, scheinbar sogar angestellt und ist nun auf unserer Seite, wie ich beobachtet habe. Allerdings haben sie ihm mentale Blöcke eingepflanzt, ähnlich wie bei Logans Gedächtnisschwund, nur viel aggressiver. Sie hatten einen Gehirntumor zur Folge, ich schicke Dir seine medizinischen Daten für Hank mit. Ich bin mir sicher ihr könnt ihm besser helfen, als ich hier.

Ich werde noch eine Weile in Schottland bleiben und Logan dabei helfen das Institut weiter aufzubauen, bevor ich wieder nach Hause komme. Bitte sei mir nicht allzu böse, ich werde unsere Verabredung zum Tee nicht vergessen, nur aufschieben.

Love Jean


Und dann war da der Tag der Abreise. Ich stand mit dem neutralen, weißen Umschlag vor Scott und warf einen Blick auf seine Reisetasche. Dieses Bild hing mir noch immer im Kopf, nur waren wir uns diesmal klar, was wir wollten. Er schaute etwas seltsam, als ich ihm den Brief gab und ihn bat, den Charles zu überreichen. Der Gute zog wie immer eine Augenbraue hoch, nickte dann aber nur und steckte ihn in die Seitentasche seiner Tasche. Er hatte seine Uniform an und hinter ihm klaffte das Loch mit den Stufen, die hinein in den Jet führten.

Scott Summers Offline

Besucher

Beiträge: 1.652

27.07.2005 20:05
Jeans Erlebnisse -sowie- Briefe zwischen Scott und Jean Antworten
Scott sah etwas seltsam drein und hob letztlich eine Braue. Aber dann steckte er den Brief einfach ohne ein Wort ein und nickte knapp. Natürlich würde er ihn Xavier geben.

Und dann standen sie wieder da, es gab nichts mehr zu sagen, nichts mehr zu tun. Er würde jetzt einfach in diesen Jet steigen, wenngleich wohl mit anderen Gefühlen als noch vor einer Woche. Gab es wirklich nichts mehr? In den letzten Tagen hatte er sie ganz schön im Danger Room herum gescheucht, aber auch er selbst hatte sein Training sträflich vernachlässigt, so dass es einfach notwendig gewesen war. Er streckte seine Hand nach ihrer aus und berührte ihren Handrücken.

„Ich rufe dich an, sobald wir angekommen sind… oder ich schicke dir einfach einen Gedanken.“ Er lächelte kurz, fügte dann aber ernst hinzu: „Pass bitte auf dich auf. Und ich sage das nicht einfach so. Pass… auf dich auf, Jean.“

Er zog sie im Nacken an sich und nahm sie einen Moment fest in die Arme. Es fiel ihm schwer, sie zurück zu lassen und er wusste, dass sie es in seinen Gedanken lesen konnte. Aber er schottete es nicht vor ihr ab; sie sollte sich an genau diesen Moment erinnern, wenn sie irgendetwas Dummes vorhaben sollte. Seine Finger glitten durch ihr rotes Haar und er löste seinen Griff ein wenig, um sie wieder anzusehen.

„Wundere dich nicht, wenn du morgen oder in den nächsten Tagen Post bekommst. Vielleicht erinnerst du dich noch, dass ich in Inverness etwas zu erledigen hatte. Ich habe da was in Auftrag gegeben und du könntest es für mich abholen.“

Er neigte sich näher zu ihr hinab und wollte sie eigentlich gar nicht loslassen. Aber wahrscheinlich warteten schon alle im Jet darauf, dass Mr. Summers endlich durch die Luke kam. Scott bewegte sich noch immer nicht von der Stelle.

„Luv ya, Redd“, flüsterte er.

Jean Grey Offline

Besucher

Beiträge: 997

27.07.2005 21:47
Jeans Erlebnisse -sowie- Briefe zwischen Scott und Jean Antworten
Die Abschiedsszene entwickelte sich genauso, wie ich sie schon erwartet hatte. Erst die gewohnte Standpauke, beziehungsweise Bitte nichts dummes anzustellen. Manchmal schockierte es mich wirklich, wie genau er mich kannte, dabei war ich doch die Telepathin und was sollte ich tun, als ihm zu versprechen, nichts Dummes zu tun? Tja, da war nicht viel.

Etwas bedrückend waren seine Gedanken, als er mich näher zog und ich schloss wie von selbst meine Arme um seinen Hals. Was sagte er da? Er hatte etwas bestellt? Es war zum verrückt werden, aber gut, ich versicherte ihm, dass ich mich darum kümmern würde. Dieser Mann hatte scheinbar zuviel Geld, hm?

Luv ya Redd

Er brache mich zum Schmunzeln und ich zog mich enger an ihn. „Me too Slym, Love ya”, hörte ich mich sagen, bevor ich ihm einen letzten, hungrigen Kuss aufdrückte und mich dann etwas mehr von ihm entfernte, auch wenn er mich noch immer fest hielt. „Grüß die Kinder von mir, will ya?“

Sein Nackenhaar kraulend, sah ich ihn noch einmal in die roten Gläser seiner Brille und stellte mir seine braunen Augen vor.

Scott Summers Offline

Besucher

Beiträge: 1.652

27.07.2005 22:31
Jeans Erlebnisse -sowie- Briefe zwischen Scott und Jean Antworten
Natürlich kannte er seine Jeannie. Dafür waren sie einfach schon zu lange zusammen. Aber sie hatten sich ja auch bereits gekannt, als sie noch nichts voneinander gewusst hatten. Jean kannte mehr von ihm, als ihm manchmal lieb war. Oder nicht? Vielleicht brauchte er auch jemanden, der ihn kannte - genauso wie sie jemanden brauchte, der sie kannte.

Ja, genau, er ließ sie nicht los. Scott nickte einfach nur auf ihre Bitte hin - natürlich würde er alle grüßen - und fuhr sich mit der Zunge kurz über die Unterlippe. Das Schmunzeln schien beinahe schon zu sagen 'Du schmeckst gut'. Und tatsächlich küsste er sie erneut, ehe er sie ganz losließ.

"See ya, Jean."

Er hatte eigentlich gedacht, dass Logan bereits gegangen war, aber jetzt bemerkte Scott, dass jener noch immer drüben an der Tür lehnte, so dass er ihm einen kurzen Blick zuwarf. Er hatte schon mit jenem gesprochen, so dass dieser Blick keine erneute Bestätigung seiner Bitte mehr verlangte. Es war nur noch einmal ein leichtes Nicken zu sich selbst, ehe er die Reisetasche aufnahm.

Ein letztes Lächeln für Jean, dann war er mit wenigen Sätzen durch die Luke und im Jet verschwunden. Wie immer sah er nicht zurück, als die Rampe hochfuhr. Er sah sie wieder.

Jean Grey Offline

Besucher

Beiträge: 997

28.07.2005 01:33
Jeans Erlebnisse -sowie- Briefe zwischen Scott und Jean Antworten
Seine letzten Blicke galten nicht nur mir, das spürte ich instinktiv und ebenso spürte ich, wem sie noch galten...

What have you told him?

Abschiedsszenen mochte ich nie und wenn ich ehrlich wahr, fühlte sich das hier nicht wie ein wirklicher Abschied an. Die Stufen verschwanden und die Luke schloss sich mit einem leisen Surren. Eine Weile dauerte es, bis die Triebwerke aktiviert wurden und der Jet seinen Weg langsam gen Hangartore antrat und davon rollte. Scott würde fliegen, mit Ro auf dem Sitz neben sich. Hoffentlich würde Mister Hayward keine Probleme machen, obwohl ich ihm das nicht zutraute.

Ich stand regungslos dort, bis die Tore sich wieder geschlossen hatten und noch etwas länger. Um genau zu sein, bis zu dem Moment da ich den Jet nicht mehr spüren konnte, dann erst wandte ich mich um und fand mich allein im Hangar.

Logan’s gone…

Ich hörte mich leise ausatmen, angehaucht von Unverständnis. Ich hatte keinen Schimmer, wie ich die nächsten Tage aushalten sollte. War ich doch hier her gekommen um die Gesellschaft von Ororo wieder genießen zu können. Und nun?

„Great... really great...“

Ein letzter Blick auf die verschlossenen Hangartore und ich ging meiner Wege. Wenn ich Logan richtig einschätzte, würde er mich meiden, wie auch die Tage davor. Egal was, er nahm mir sogar meine Schwäche übel. Den bitteren Nachgeschmack der letzten Störungen meiner Telepathie konnte ich immer noch nicht vergessen und doch war das Training der letzten Tage sehr hilfreich gewesen.

Just like old good Redd.

Ich fühlte mich gestärkt, aber die Unsicherheit über die nächsten Tage, würde mir noch eine Weile schwer im Magen liegen. Vielleicht sollte ich Logan aufsuchen...

Scott Summers Offline

Besucher

Beiträge: 1.652

28.07.2005 13:47
Jeans Erlebnisse -sowie- Briefe zwischen Scott und Jean Antworten
Was er mit Logan besprochen hatte?
Das blieb noch eine Weile Logans und sein Geheimnis. Aber eines war klar; er würde auf Ro aufpassen, wenn er in New York war und Logan… nun, der hatte den Job, auf Scotts Mädchen aufzupassen. Sie waren doch trotz allem ein Team, oder? Sie sollten endlich damit anfangen, sich auch so zu verhalten.

Wie Scott versprochen hatte, hatte er Jean nach der Landung im Institut angerufen. Seine Stimme klang weit fort und zugleich genau in ihrem Kopf. Die Ankunft in Salem war anders, als es sich Scott vorgestellt hatte. Er sah zwar alle und er freute sich auch, sie wieder zu sehen und zurück zu sein, aber es war nicht mehr das gleiche wie vor seiner Abreise. Irgendetwas sehr Entscheidendes fehlte und er war sich in den ersten Tagen im Institut nicht sicher, was es eigentlich war. Natürlich lag es an Jean, aber er konnte das Gefühl nicht genau definieren. Ororo war die Erste, die mit dem Professor sprach und es war ein sehr langes Gespräch. Scott sollte nie erfahren, um was es eigentlich gegangen war, aber es war auch nicht wichtig. Storm wirkte danach zwar noch genauso kraftlos, doch gleichzeitig auch entschlossener. Hatte ihr der Professor das Kind gezeigt?

Scotts Unterhaltung mit Xavier war anderer Natur. Jedenfalls dachte Scott das, bevor er den Raum betrat. Noch immer stand alles so, wie er es in Erinnerung hatte, aber warum sollte es der Professor auch umstellen? Und doch…

„Irgendwas ist anders hier.“

„Ist es das? Vielleicht bist du es, der anders ist.“ Xavier lächelte einen kleinen Augenblick, dann winkte er Scott mit sich und fuhr in den Nebenraum. Scott folgte wie so oft mit ineinander gelegten Händen auf dem Rücken. Vielleicht war er es? Wie meinte der Professor das? Er war nur zwei Wochen fort gewesen. Aber auch der andere Raum wirkte irgendwie anders.

„Und?“ fragte Xavier nach, als er den Rollstuhl zu Scott herumfahren ließ. „Es hat sich verändert, nicht wahr? Und jetzt bist du hier, weil du mich fragen möchtest, warum das so ist. Dabei kennst du die Antwort, Scott.“

Xaviers Blick wanderte zur Wand neben der Tür, wo eine alte Weltkarte hing. Scott musste seinem Blick gar nicht folgen, denn er wusste, dass es jene war, die er ansah. Oder nicht?

„Schottland. Sie haben mich nicht allein wegen Jean dorthin geschickt. Es geht um einen Traum, aber…“

Doch Xavier unterbrach ihn: „Nein. Kein Aber, Scott. Ich kenne dich als verantwortungsvollen Menschen, der niemanden im Stich lässt. Du hättest dieses Institut nie verlassen und das wissen wir beide. Außer vielleicht aus einem einzigen Grund. Ich denke, dass Jean daran zweifelte.“

Er…dachte?! Und überhaupt, von was sprach er da? Ja, Jean war der einzige Grund, warum er New York verlassen hatte. Sie war auch der einzige Grund, warum er fortblei…
Er fuhr sich über die Stirn und Xaviers Worte hallten in seinem Gedanken wider: Die Zeit ist gekommen, meinen Traum zu leben. Logan und Ororo haben einen Anfang gemacht. Ich muss zugeben, ich war skeptisch und vielleicht bin ich es noch immer. Aber es ist wert, für einen Versuch zu kämpfen. Mit meinen besten Kämpfern, die ich habe.

Und Scott wusste, was es war, dieses Gefühl, das sich zuvor nicht hatte definieren lassen. Jean gab ihm das Gefühl, zuhause zu sein. Das vermochte kein Ort, es lag an ihr. Aber war es nicht auch der Professor, der ihm dieses Gefühl gab? Sie waren doch seine Familie.

„Das werden wir auch bleiben, Scott“, schmunzelte Charles. „Es hat bereits begonnen.“

Wenn es irgendjemand schaffte, ihn reichlich zu verwirren, dann war es Charles Xavier. Aber diesmal schien er Scott nicht im Dunkeln lassen zu wollen, denn er fuhr fort, ihm zu erzählen, was sonst noch keiner wusste…


Drei Tage waren seit dieser Abreise vergangen und tatsächlich bekam Jean eine Nachricht, etwas bei der Post in Inverness abzuholen. Um was es sich dabei handelte, erfuhr sie nicht. Aber immerhin konnte es nicht so groß wie ein Lamborghini sein. Beruhigend, oder nicht?

Jean Grey Offline

Besucher

Beiträge: 997

28.07.2005 19:57
Jeans Erlebnisse -sowie- Briefe zwischen Scott und Jean Antworten
Ich kam gerade von meinem allmorgendlichen Dauerlauf durch die Wälder von Inverness, als ich dem Postboten auf halbem Wege zurück begegnete und ich wusste sofort, er hatte Post gebracht. Darunter auch ein Brief für Scott...

Im lockeren Lauf nahm ich die letzten Meter hin zur Auffahrt und leerte die Briefkasten. Ich musste nicht einmal auf den Umschlag sehen, da wusste ich schon, welcher von ihnen es war. Meine Gabe war in Hochform dieser Tage und doch fühlte ich mich unvollständig. Die Stufen des Haupteinganges nehmend, begegnete ich den ersten Frühaufstehern beim morgendlichen Training, grüßte kurz und warf die restliche Post auf das Tischchen in der Eingangshalle.

Die Jacke von den Schultern streifend machte ich mich auf den Weg zu meinem Gästezimmer, riss dabei den Umschlag auf und las die flüchtigen, allzu förmlichen Zeilen. Also etwas abholen, fein... soviel wusste ich vorher schon.

Die Tür fiel hinter mir ins Schloss, als ich am Umschlag schnupperte und mich über das Kuvert wunderte. Seltsamen Papiergeschmack, aber nun gut.

Nach einer Dusche und in alltäglicher Kleidung machte ich mich auf den Weg zum Frühstück. Die oben notierten Öffnungszeiten gaben mir noch etwas Zeit für Frühstück und die Einsicht in einige Werke meiner Schüler...

Das Garagentor, hinter dem sich die Institutsfremden Fahrzeuge befanden, gurrte leise, als es sich hinaufschob. Ich schob meine Sonnenbrille über die Stirn ins Haar zurück und sah mich um. Neben meiner Maschine stand noch Scotts schwarzes Goldstück und ich fragte mich, wie groß das wohl war, was ich abholen sollte. Ich schürzte die Lippen und gab ein verächtliches Schnalzen von mir, als ich mit einer Hand über die Tür strich.

I will be nice...

Ein kurzer Blick in die Garage, Tyler schien gerade nicht da und so konnte ich ihm nicht Bescheid sagen. Mit ein, zwei Gedanken saß ich hinter dem Steuer und ein weitere, ließ den Motor aufschnurren und noch bevor ich mir Gedanken machen konnte, raste ich auch schon über die Straßen von Inverness hin zur Stadtmitte.

Und dafür haben sie so lange gebraucht?

Warum ich so erstaunt war? Nun, weil das, was ich abholen sollte in einem 20x20cm Paket verpackt war und von neutral brauner Farbe. Ich verbarg meine Verwunderung nicht wirklich vor dem Mann, der es mir überreicht, denn er lächelte etwas seltsam. Ein kurzer Gruß, dann schellten schon die leise Klingeln über der Tür und ich machte mich mit Scotts Goldstücken auf den Weg zurück zum Institut.

Ich konnte nicht umhin, immer wieder neben mich auf den Beifahrersitz zu schauen und das braune Paket zu mustern...

Scott Summers Offline

Besucher

Beiträge: 1.652

28.07.2005 20:36
Jeans Erlebnisse -sowie- Briefe zwischen Scott und Jean Antworten
Wenn Jean das Ding mal richtig ansehen würde, dann würde sie neben einem Stempel auch noch den Hinweis: ‚Öffne mich, Jean.’ erkennen können.

Und wenn sie es dann auch tatsächlich öffnen würde (eigentlich war sich Scott sicher, sie würde – wenn nicht, würde er sie einfach am Nachmittag anrufen und nachfragen), würde sie einen kleinen Brief und einen seltsamen Schlüssel darin finden. Scotts Zeilen dazu lauteten wie folgt:


Da du gewiss meinen Wagen gefahren hast, Jean, habe ich mir erlaubt, deinem Motorrad eine Generalüberholung zu unterziehen. Das, was du da vor dir liegen hast, ist der Schlüssel zum Speedmod… ach ja, und ein paar Zündkerzen, die ich einfach so bestellt hatte, weil sie günstig waren. Aber lass dich davon nicht irritieren. Am Ende dieser Zeilen hast du eine Karte vor dir, die dir Loch Duich zeigt. Er liegt östlich vom Institut und ist nicht allzu weit entfernt. Schnapp dir das Motorrad, probier den Speed aus und wenn du am See angekommen bist, achte auf den Baum, in den der Blitz eingeschlagen hat. Ich glaube, dafür war Storm nicht verantwortlich, aber ich bin mir nicht sicher. Irgendwo in diesem verkohlten Baum befindet sich eine Metallschatulle. Good Luck, Redd.

Dies war wohl der untrügliche Hinweis dafür, dass Scott irgendwie verrückt geworden war. Auf der anderen Seite fiel es nur auf, weil er selten solch bescheuerte Einfälle hatte.

Jean Grey Offline

Besucher

Beiträge: 997

28.07.2005 21:11
Jeans Erlebnisse -sowie- Briefe zwischen Scott und Jean Antworten
Das Klimpern in meiner Hand musste er einfach von der anderen Leitung aus hören. Bei einem Telefonat hatte ich endlich das Paket geöffnet und betrachtete den Schlüssel in meiner Hand. Er wollte also eine Schnipseljagd? Gut! Fein! Ich würde mir am nächsten Wochenende die Zeit nehmen und mit meinem geliebten Motorrad durch die Gegend fahren, auf der Suche nach einer Metallschatulle.

Gesagt.
Getan.

[22.08.]
Ich machte mich gleich nach dem Frühstück mit meiner Maschine auf den Weg, auch wenn ich nicht wirklich wusste, wieso Scott an ihr herumgefummelt hatte. Das Erlebnis des Speemodus war sehr gewöhnungsbedürftig und ich wusste sowieso nicht, wo alle Männer immer so schnell hin wollten, dass sie dafür nie genug PS unter der Haube haben konnten.

Ich musste nicht wirklich nach dem Loch, oder dem Baum suchen. Auch, weil meine Gabe die Schatulle schon von weitem zu spüren schien. Ich kickte den Ständer herunter und lehnte die Maschine auf eine Seite, stapfte zielstrebig durch das Gebiet und fand, was ich suchte.

Ein Baum, der in letzter Zeit wohl vom Pech verfolgt zu sein schien und doch pochte in ihm noch das Leben. Er würde im nächsten Frühjahr austreiben, dessen war ich mir sicher, wenn auch nur in einem dünnen, kleinen Pflänzchen. Ich suchte eine Weile in den verkohlten Überresten des Hauptstammes, fand aber nichts. Nur mithilfe meiner Gabe wurde ich doch noch fündig und barg die Schatulle.

Nichts besonderes, oder?

Ein, zwei Schritte vom Baumstamm weg, setzte ich mich auf den Boden, hob die Schatulle auf meine Knie und versuchte sie zu öffnen. Wieso einfach, wenn’s auch kompliziert ging? War der Inhalt eigentlich für mich bestimmt? Scott hatte mich geschickt...

Ein Gedanke und ich öffnete die Schatulle...

Scott Summers Offline

Besucher

Beiträge: 1.652

28.07.2005 21:31
Jeans Erlebnisse -sowie- Briefe zwischen Scott und Jean Antworten
Ja, wahrscheinlich hatte Scott diesen Baum aus vielerlei Gründen gewählt. Manchmal wusste man einfach nicht, wann der Blitz einschlug und plötzlich alles tot zu sein schien. Manchmal passierte das einfach, ohne dass man es selbst mitbekam. Und doch war nicht immer alles tot, wie es auf den ersten Blick erschien. In einem Jahr würde man es sehen können. Dann hatte dieser Baum wieder neue Äste.

In der Schatulle befanden sich ein kleines rundes Döschen und ein weiterer Brief. Diesmal war er von Hand geschrieben und Jean würde Scotts Handschrift natürlich erkennen. Alles war noch einmal umwickelt, so dass die Gegenstände nicht nass werden konnten, sollte die schottische Witterung zuschlagen. Hier am See war es heute jedoch relativ trocken, es erinnerte sogar ein wenig an den Tag, als sie draußen vor dem Hangareingang gesessen hatten und für einen Moment alles ruhig gewesen war. Wahrscheinlich würde ihr zuerst der Brief in die Hände fallen.


Dear Jean.

Diesmal ist er nicht neongrün und aus einem Kaugummiautomaten, auch wenn es mir damals wohl genauso ernst war. Aber seit damals ist viel passiert, nicht wahr? Manche Dinge ändern sich, andere wiederum nicht. Ich fragte dich vor noch nicht allzu langer Zeit, ob du meine Frau werden willst, aber der Zeitpunkt war schlecht gewählt. Als du dich dann entschieden hattest, war ich zu stolz, diese Frage noch einmal zu wiederholen. Also hast du sie gestellt.

Wenn er passt, gehörst du zu mir. Also gib Acht, was du als nächstes tust.

Love,
Scott.



Öffnete sie das runde Döschen, so war natürlich ein silberner Ring darin. Er bestand aus Mattsilber, in das lediglich ein paar Diamantsprenkel eingelassen waren. Er war schlicht, aber sehr edel. Auf der Innenseite spiegelte sich die Gravur: One year. 22.08. Scott. Das heutige Datum.

Jean Grey Offline

Besucher

Beiträge: 997

28.07.2005 21:46
Jeans Erlebnisse -sowie- Briefe zwischen Scott und Jean Antworten
Gib acht, was du als nächstes tust.

Ich konnte es leuchten spüren, das Fragezeichen über meinem Kopf. Langsam ließ ich den Brief sinken und sah mich um. Wo hatte er mich nur hingeführt? Der sachte, kühle Wind, die herbstliche Umgebung, in die sich das Feuer auf meiner Maschine perfekt einzureihen schien. Ich hatte Tage damit verbracht sie zu lackieren und jetzt, musste ich aufpassen, dass ich sie nicht aus den Augen verlor.

Wieder ein Blick auf Scotts Handschrift. Verdammt, ich war die Ärztin und doch hatte seine Schrift eindeutig mehr Charakter. Meine schien dagegen so ordentlich, wie von einem Kind, dass fein und ordentlich eine Hausaufgabe erledigen soll. Vielleicht lag es auch daran, dass meine Hand stets gut durchdachte Bewegungen ausführte, so wie ich zielgerichtet denken musste, wenn ich meine Gabe anwenden wollte.

Aus dem Gefühl heraus, war meine Gabe doch sehr gefährlich.

Tief durchatmend faltete ich den Brief zusammen und steckte ihn zurück in den Umschlag, nahm mir das Döschen und wickelte es aus. Die schwarze Samtummantlung hatte ein seltsames Gefühl zur Folge, als würde mein Herz höchstpersönlich in meinen Magen plumpsen und noch viel tiefer.

Ein leises Knacken.

Diamantsplitter. Die Gravur hatte es auch in sich. Wer von uns Beiden war hier der Telepath? Woher wusste er, dass ich am 22. hier sein würde? War ich berechenbar geworden? Mürrisch las ich wieder und wieder die Gravur, bevor ich den Ring zurück in die Box steckte, um ihn von dort zu betrachten...

Scott Summers Offline

Besucher

Beiträge: 1.652

28.07.2005 22:18
Jeans Erlebnisse -sowie- Briefe zwischen Scott und Jean Antworten
Als Scott Jean nach ihrer Rückkehr von Loch Duich anrief, fragte er nicht, was sie mit dem Ring gemacht hatte. Und wahrscheinlich hätte er ihr bezüglich des Datums auch nur grinsend erklärt, dass das lediglich eine Frage der Mathematik war. Wenn man alles durchrechnete, konnte Jean einfach nur an genau diesem Tag am See sein. Alles ziemlich logisch. Nun ja, ganz so logisch war es vielleicht doch nicht, aber es war ein guter Beweis, dass er sie kannte. Und vielleicht steckte ja doch mehr dahinter.

"...ich habe dem Professor deinen Brief gegeben, Jean. Ich glaube, er wird sich bald mit dir in Verbindung setzen."

Bei ihm war es Vormittag...dann war es in Schottland jetzt...Nachmittag? Oder nicht? Ach, es war auch egal, immerhin war sie ja noch wach. Oder wieder? Er lehnte sich an den Rahmen des offenen Fensters und sah runter in den Garten.

"Es kommt mir so vor, als wäre ich ein ganzes Jahrhundert weg gewesen. Wie geht es dir?"

Er hatte Mühe, etwas vor ihr zu verbergen, aber am Com war es für sie schwieriger, seine Gedanken zu lesen.

Jean Grey Offline

Besucher

Beiträge: 997

28.07.2005 22:44
Jeans Erlebnisse -sowie- Briefe zwischen Scott und Jean Antworten
„Was hat sich denn verändert? Sind neue Schüler angekommen? Machen die euch Stress?“ Verdammt wo hatte ich diese Akte hin? Ich war gerade dabei etwas Ordnung in meine Akten zu bringen, saß im Büro des Krankenzimmers im ersten Stock und hielt nebenbei das Telefon mit einem Gedanken an meinem Ohr.

„Wie geht es euch dort?“

Ah, da hatte ich sie also hingelegt. Oder sollte ich sagen, gedacht? Die Papiere zusammen schiebend lauschte ich einen Moment seinem Atem in der Leitung und rätselte, was ihm wohl auf dem Herzen liegen mochte. Es war wirklich seltsam ihn zu hören und doch nichts zu wissen. Ich spürte ihn ganz entfernt und doch war er zu weit weg, um es wirklich sicher einordnen zu können.

Ein bisschen verloren kam ich mir schon vor...

Dem Gedanken, den ich gerade herunterschluckte, war es zu verdanken, dass ich länger als geplant still blieb. Nun, was als nächstes Ansprechen? Wollte ich mit Scott oder mit Cyclops reden? Und die Pause dehnte sich weiter...

Und wieso schwieg er? Hatte er dieselben verwirrten Gedanken und das zur gleichen Zeit?

Ich räusperte mich und zu meiner Rettung kam Brooke herein, für ihre tägliche Dosis Sonnenbank. Die Tage waren mit einem Mal kühler geworden und das Mädchen brauchte diese Dosen wirklich. Ich entschuldigte mich bei Scott dafür, dass ich nun aufhören musste, sagte ihm aber nicht wieso. Es gab keinen Grund ihm etwas zu erklären, schließlich hatten wir Beide unsere Aufgaben und dafür musste man sich nicht groß erklären.

„Love ya“, waren meine letzten Worte und dann wandte ich mich dem Mädchen zu.

Scott Summers Offline

Besucher

Beiträge: 1.652

28.07.2005 23:02
Jeans Erlebnisse -sowie- Briefe zwischen Scott und Jean Antworten
"Nein...nein, es sind keine neuen Schüler... soweit ich das gesehen habe." Untrügliches Zeichen, dass was nicht stimmt, Scott. Nicht gut...gleich ablenken. Aber wie machte man das, wenn man etwas am liebsten sofort sagen würde und es einfach nicht... am Telefon sollte? Das war einfach nicht der richtige Zeitpunkt. Dieses Gespräch mit Xavier war Schuld an allem.

Kurz sah er zurück ins Zimmer, wandte sich dann ebenso einem Regal zu und ordnete die Bücher mit einer Hand.

"Es geht allen gut. Ich soll dich von Hank grüßen... bei dem muss ich gleich noch vorbeisehen, er wollte mir irgendwas zeigen."

Und dann war es auf seiner Seite genauso still. Wirr war gar kein Ausdruck und das Schlimme war, er fühlte, dass es Jeans Verwirrtheit war, die auf ihn übergriff. Aber was sollte er sagen?

"Oh...okay", als sie das Gespräch schließlich unelegant abwürgte. "Ich liebe dich auch, Jean."

Es war nur ein leises Knacken und die Verbindung war gekappt. Na ja, nicht ganz; ihre Verwirrung konnte er noch immer spüren.

Jean Grey Offline

Besucher

Beiträge: 997

02.08.2005 00:24
Jeans Erlebnisse -sowie- Briefe zwischen Scott und Jean Antworten
[vom 22.08. bis 20.09.]

Langsam, ganz langsam kehrt hier Routine ein. Es ist direkt lustig mit anzusehen, wie von Tag zu Tag alles etwas flüssiger abzulaufen scheint.

Ich halte mein strenges Training, dass Scott mir aufgebrummt hat, ein und laufe morgens die Strecke bis zu der Forsthütte an Inverness vorbei und wieder zurück. Montags halte ich meinen Kunstunterricht in der ersten Sekundarstufe und Donnerstags bei der zweiten, ansonsten bin ich auf Abruf im Krankenzimmer bis Mittags gegen 12 Uhr, wo ich für gewöhnlich meine Mittagspause mache, mit den Schülern zusammen esse und dann eine Stunde Meditiere oder anderweitig sanft trainiere. Nachmittags bin ich meist von 14 Uhr bis 17 Uhr wieder im Krankenzimmer und verbringe meinen Abend, nachdem ich Caitlynn die Aufsicht übergeben habe, in die Subs und gehe dort einigen Dingen nach.

Es ist ruhig derzeit und so bleibt mir die Möglichkeit den Dangerroom zu nutzen oder andere Geräte aus dem umfangreichen Sportstudio. Wenn ich etwas Fett angesetzt habe, seit ich hier bin, dann sollte es jetzt weg sein und nie wieder kommen wollen. Ich fühle mich wohler denn je, auch wenn aus irgendeinem Grund meine Ausdauer etwas gelitten hat. Von Zeit zu Zeit wird mir etwas schwindlig, aber meiner Gabe ist es zu verdanken, dass ich es unterdrücken kann.

Seit ich mit Ping lerne, sind meine Nachmittage auf der Krankenstation nicht mehr annähernd so ruhig wie vorher. Oder sollte ich sagen langweilig? Ich musste erst einen chinesischen Dolmetscher aufsuchen, um nur annähernd zu verstehen, was der Junge mir sagen will. Zum Glück konnte ich den netten Herren aus der Botschaft davon überzeugen, mir ein paar Minuten seiner Zeit zu geben. Zeit genug, in der ich ihn per Telepathie aushorchen und viel über die Sprache lernen konnte. Er hat es nicht gemerkt und das Gespräch dann doch wegen Kopfschmerzen beendet.

Trotzdem brauche ich bald einen Sparringpartner für meine Übungen auf diesem Gebiet. Nachdem ich mit meiner Telekinese vorankomme, habe ich immer noch das Gefühl in Sachen Telepathie auf der Stelle zu treten. Ich bin zu schnell KO und es verursacht immer noch Kopfschmerzen.

Die Telefonate mit Scott sind immer ernüchternder. Er scheint über irgendetwas nachzudenken und durch den Hörer hindurch kann ich nicht einmal erahnen worum es geht. Er lehnt es auch wiederholt ab, per Telepathie zu kommunizieren. Es würde mich zuviel Kraft kosten und damit hat er wohl Recht.

Ich habe einen lieben Brief von Xavier bekommen. Er selbst hat nicht viel geschrieben, nur die höflichen Eröffnungszeilen. Aber bei dem Brief lagen einige Fotos mit den Schülern bei und auch vom Institut selbst. Er wusste, wie sehr es mir fehlt...

Über Ro? Nun, sie scheint sich zu bessern und wird bald wieder zurück kehren können.

Seiten 1 | 2
 Sprung