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Dieses Thema hat 16 Antworten
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 Tagebücher
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Jean Grey Offline

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Beiträge: 997

01.01.2006 19:18
Jeans Erlebnisse -sowie- Briefe zwischen Scott und Jean Antworten
[10.12.05 - später Abend]

Knirsch…

Über das Zähnebürsten hätte sie beinahe das feine Knirschen nicht gehört, dass sich so unmittelbar vor ihrem Gesicht hörbar machte. Der Spiegelschrank stand halb offen und sie sah in die eine Hälfte, während sie die Zahncreme wieder einräumte. Als sie aber dann die zweite Hälfte schließen wollte, zog sich ein Haarfeiner Riss über den gesamten Spiegel und verzerrte ihr Gesicht. Langsam wanderte eine Braue nach oben, sie hatte eben an gar nichts bestimmtes gedacht und wie sollte sie das bitte zustande bekommen haben? Es war jedoch noch nicht zuende. Ein weiterer, kleiner Riss spaltete sich vom ersten und schlängelte sich leise Zischend über das feine Glas. Irgendwie beobachtete sie den stetig neu entstehenden Anfang und irgendwie wollte sie nicht, dass es aufhörte. Kurz trat ein Moment Ruhe ein, als sie sich über das Waschbecken beugte und ihren Mund ausspülte. Es war seltsam ruhig, nicht? Irgendetwas fehlte, aber sie wusste nicht was und das Knirschen war es nicht gewesen. Jean strich sich das Haar zurück und richtete sich wieder auf. Ihre rechte Hand wanderte auf das gerissene Glas und befühlte es. Nur ein hauchfeiner Unterschied...

Aber, was war das? Das feine, knirschende Geräusch setzte wieder ein, nur dass sich diesmal kein neuer Riss zeigte. Dabei hätte man es vermuten können, denn das Geräusch, dass mehr und mehr unerträglich wurde, wie Nägel auf einer Schiefertafel, es hörte einfach nicht auf.

Berstendes Glas...

Wie ein Stummfilm in Slow-motion waren die nächsten Augenblicke, in denen ihr menschlicher Instinkt die Kontrolle übernahm und sie erst wieder im Schlafzimmer Herrin ihrer Sinne war. Nur zögerlich wandte sie einen Blick zurück ins kleine Badezimmer. Die rechte Spiegelhälfte war vollends zersplittert und nur noch einzelne Scherben steckten am Rand in der Halterung, der Rest lag wild verstreut auf den ganzen, flauschigen Vorlegern und glitzerte unschuldig vor sich hin, wie der frisch gefallene Schnee. Jean sah ihr Gesicht in der intakten Hälfte und jetzt erklärte sich auch das warme Gefühl an ihrer Wange. Nicht groß, nicht wirklich tief und doch hatte sich ein langer Schnitzer über ihre Wange gelegt, aus dem das Blut gemächlich heraus tröpfelte und ihr Nachthemd, sowie den Teppich im Schlafzimmer beträufelte.

Zehn Minuten später trägt Jean einen Bademantel, tupft sich mit einem sterilen Tuch aus dem Krankenzimmer die Wange ab und steht wieder auf dem Flur. Irgendwie hat sie plötzlich vergessen, wie man die Tür zuschließt und es dauert ewig lange, bis sie den einfachen Handgriff wieder in ihrem Kopf gefunden hat und ihr einfällt, dass sie eigentlich immer nur das Büro abschließt. Wie seltsam, irgendetwas fehlt in ihrem Kopf. Dort klafft jetzt ein Loch, über das ihre Gedanken ständig stolpern und nicht wissen wieso, so dass sie die einfachsten Dinge nicht gleich beisammen hat.

Und dann fiel es ihr auf, das Farbspektrum hatte eine Farbe weniger. Ein Gedankenmuster, dass wie ihr eigenes so nah war, fehlte komplett. Langsam wandte sie den Kopf den Flur entlang und starrte ins Dunkel.

„Scott?“

Doch über die genauen Abläufe dieses Tages, fand sich nichts in ihrem Tagebuch. Der Tag, entgegen aller anderen, enthielt nur wenige Worte, über die man sich später vergeblich den Kopf zerbrechen konnte.

In Jeans unvergleichlicher Handschrift standen die Worte: Scott disappeared...
Mehr... nicht.

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