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Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
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Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Auf leisen Sohlen schleicht er in Richtung der Treppe. Alles, was er bis jetzt gesehen / gehört / gerochen hatte, erinnerte ihn zu stark an den Traum und irgendwie glaubte er, als er am Fuß der Treppe angelangt war nicht mehr daran, gerade wirklich all so etwas mitbekommen zu haben. Er hatte eher das Gefühl, jetzt erst langsam richtig wach zu sein.
Dann setzt er den ersten Fuß auf die Treppe nach oben - Ich gehe jetzt hinauf, denn ich will sehen, ob da nicht etwas ist, versucht er sich selbst zu bestärken - und erschreckt sich maßlos, als die Treppenstufe unter ihm ein langsames, in der Stille so laut erscheinendes Knarren von sich gibt. Nach kurzer Zeit, lässt er den Atem, den er angehalten hat, langsam doch hinaus und atmet noch einmal umso tiefer ein. Ping, sei nicht dumm, hier ist nichts. Und das zeigst du jetzt auch, dass oben nichts ist.
Eigentlich fühlt er sich noch etwas matt auf den Beinen, aber die Neugierde beflügelte ihn. War da jetzt etwas oder war da nichts? Vorsichtig setzt er Fuß vor Fuß, Stufe um Stufe, erklimmt er die Treppe, immer langsamer, als verliere er mehr und mehr die Kraft, oder lähme ihn mehr und mehr eine wachsende Unruhe.
Was ist denn nun, wenn da doch was ist?
Die Biegung hat er schon einmal hinter sich, so dass man im durch das über der Treppe befindliche Fenster hereinscheinende Mondeslicht das unheimlich abgrenzende Geländer immer höher hinaufragen sieht, aber auch den oberen Treppenabsatz Schritt für Schritt überschaubarer wird.
Ping befürchtet jeden Augenblick eine grünlich leuchtende Gestalt eines kleinen Jungen über den Treppenabsatz heranschweben zu sehen. Sein Herz klopft in schierer Panik immer hastiger und doch will er unbedingt ganz hinauf - und etwas entdecken. Er will nicht der Spinner sein, der Dinge sieht, die gar nicht existieren.
Er bleibt stehen - bei diesem Gedanken.
Er bekommt angst bei diesem Gedanken.
Was ist, wenn er einfach dumm im Kopf ist? Sein Bruder hätte bestimmt keinen Unfug gesehen, der gar nicht da ist!
Ping atmet einmal tief durch und macht sich daran den Rest der Treppe hinter sich zu bringen.
Mondeslicht und Dunkelheit lassen die Schatten von Knaufen, die auf Treppengeländern stecken, unheimlich und bedrohlich wirken, solange man weit genug weg ist. Ist hier gar nichts? Vielleicht einfach nicht hier?
"Hea Geist? ... Sind Sie hia? ... Hea Geist?" raunt Ping leise, während er in den Gang hineinzuirren wagt ...
Marinja wachte auf, als Mika das Zimmer verließ. Ein Blick auf die Uhr und es sagte ihr, dass sie ruhig noch ein paar Stunden schlafen könnte, bis der Unterricht anfing. Nun war sie aber wach und schlüpft so aus dem Bett direkt in ihre Hausschuhe und verließ ebenfalls das Zimmer um eigentlich Mika hinterher zu gehen.
Aber sie sah weder Mika noch Brooke, dafür aber Ping, wie er nach oben schlich. Nach oben? Ja, er hatte da doch was gesehen, vielleicht passierte es ja diese Nacht wieder und sie hätte die Chance, es diesmal auch zu sehen. Sie schlich also Ping hinterher, lautlos.
Sie trug keinen Morgenmantel, den brauchte sie nie, ihr war immer warm genug. Daher war ihr Nachthemd deutlich zu sehen, es hatte die Farbe von mintgrün. Und so schlich Marinja leise Stufe um Stufe hinter Ping her. Als er stehn blieb wollte sie ihn gerade rufen, aber da ging er schon weiter, also ging sie ebenfalls weiter.
Als Ping dann nach irgendwelchen Geister rief, war sie schon etwas verwirrt, daher rief sie nun auch einfach seinen Namen: "Ping?"
Ping schreckt auf. Irgendwoher kannte er diese Stimme. Stocksteif dreht er sich um und erblickt die schattenhafte Silhouette im Mondeslicht, dass durch das Fenster hinter ihr hereinscheint. Als gerade in diesem Augenblick auch noch ein Windhauch durch ihr Nachtgewandt weht, wird er kreidebleich (soweit zumindest man einen Asiaten kreidebleich nennen können mag). Er sieht aus, als hätte er einen Geist gesehen. Nein, eigentlich sieht er eher aus, als sei er selbst ein Geist. Die rot unterlaufenen Augen deuten auf wenig Schlaf hin. Stocksteif steht er da mit offenem Mund und vergisst ganz zu atmen. Es wirkt fast, als würde ein Toter wieder zu Leben auferschrecken, als er plötzlich wieder nach Luft schnappt und ein fast zittriges: "Wer iist da?"mit chinesischem Akzent haucht.
Marinja wird schmerzhaft bewusst, was sie da gerade angestellt hat. Sie hatte Ping fast zu Tode erschreckt, würde jetzt sein kleines Herz einfach stehen bleiben, dann würde sie es sich niemals verzeihen können. Aber als sie Pings zittrige Stimme hörte, war sie ein klitzekleines bisschen erleichtert.
"Ich bins, Marinja, keine Angst Ping, ich wollte dich nicht erschrecken", sie ging langsam auf ihn zu. "Bist du in Ordnung?
Ping steht immer noch angespannt bis zum letzten Muskel, nickt gerade genauso steif, als er schluckt, seine Mimik sich wieder mehr verspannt und er gequält aussehend seine rechten Hand über seinen den Verband an seinem linken Arm hält und seine Augen schließt - eher zukneift. Sein Bizeps hat sich sofort entspannt, als er den Schmerz etwas sehr verspätet wahrgenommen hatte und es scheint, als habe sich ein Hauch einer Träne im Augenwinkel gesammelt. "Du biist noch wach jetz soo spät?"
Marinja legte sanft eine Hand auf Pings Schulter. "Bist du in Ordnung?" Sie sah Ping besorgt an. "Ich wollte das wirklich nicht." Sie flüsterte so, dass Ping sie noch verstehen konnte.
"Ja, ich bin auch noch wach oder eher: irgendwas hat mich geweckt. Aber wieso schleichst du hier durch die Flure? Ich hätte ja auch jemand anders sein können, hattest du denn keine Angst?" Oh, natürlich hatte er die, sie konnte es in seinen Augen lesen, aber Fragen kostet ja nichts.
"Kennst du Schiännä?" Er hatte das Gefühl, dass er den Namen von mal zu mal falsche aussprechen muss. "Sie meinte, dass es vielleicht ein Geist war, was ich gesehen. Und ich hoffte, dass ich etwas finden kann ..." Ping seufzt schwermütig und blickt etwas verträumt an Marinja vorbei gen Mondeslicht.
"Wer meintest du, hättest du sein können?" Ping wirkt auf einen Schlag irgendwie misstrauisch. Er kannte das Gefühl, dass jemand anderes in seinem Kopf hockt. Vielleicht macht Marinja so etwas ja auch? Hatte sie ihm den Traum vielleicht sogar geschickt? Nein! Aber vielleicht sah sie das? Oder dachte sie auch, dass Geist gewesen sein kann? Schnell wechselte der misstrauische Blick in ein freudiges Lächeln - mit irgendwo traurig in die Ferne blickenden Augen.
"Ich hätte einer der Lehrer sein können. Erwachsene reagieren immer sehr empfindlich, wenn man nicht das tut, was sie wollen. Schiännä?" Sie überlegte angestrengt "Nein, tut mir leid der Name sagt mir nichts. Und an Geister glaub ich eigentlich nicht. Geht es bei dem, was du gesehen hast, um die Wände, die sich bewegten oder hast du noch was anderes hier oben gesehen?" Sie strich sich das Haar aus dem Gesicht und sah sich um, vielleicht konnte sie ja doch was entdecken.
"Nua um Wende geht", Ping überlegte kurz, ob er das Mädchen beschreiben sollte. Aber irgendwie fiel ihm das gerade nicht so leicht. "Das Mädchen mit den glauen Augen Schiännä ist." Nein, diesen Blick konnte man nicht vergessen. Wenn Marinja Schiännä kennt, dann musste sie sich an diese Augen erinnern. Einen Augenblick wirkt er wieder abwesend.
"Und die Ea-waks-en-en? Em-fint-lich?", Ping lächelt zerknirscht, "Was haißt emfintlich"
Marinja lächelt leicht und flüstert: "Sagen wir mal so, sie mögen es einfach nicht und manchmal gibt es eben Ärger, wenn man ihre Regeln nicht befolgt. Aber falls uns doch noch ein Lehrer entdeckt, finden wir schon eine Ausrede." An ein Mädchen mit solchen Augen erinnerte sie sich schon, normalerweise vergisst sie kein Gesicht, nur meistens die passenden Namen dazu.
Ihr Blick wanderte weiter den Gang rauf und runter, taste die Wände ab, aber diese Wände sahen des Nachts auch nicht anders aus, als tagsüber, nur dass das Mondlicht schon so komische Schatten an die Wände warf. Sie sah wieder zu Ping: "Du siehst müde aus, soll ich dich nicht lieber zurück zu deinem Zimmer bringen? Was hast du eigentlich mit deinem Arm gemacht?"
Ping überlegt kurz: "Also empfindlich ist Adjektiv für nicht mögen bei Sachen, wie unsympathisch für nicht mögen bei Personen?" Kasssander betrieb eine gute Schule, ohne sich erst irgend welcher fehlerhaften Worte zu bedienen und Ping hatte ja auch viel gelernt. Und nie schien es ihm, als ob er sich endlich auf das Ende zu bewegte. Jedes neue Wort öffnete nur Raum für viel mehr neue. Jede neue Grammatik ebnete den Weg für noch komplexere. Er versuchte wirklich durch all diese Sachen durchzuschauen. "Ich nur schlecht geklettert und ich bin niecht müde", versichert er mit einem entschlossenen Nicken. Er seuftzt darauf etwas schwermütig klingend, lächelt aber, als ihm einfällt, dass Marinja ihm gerade helfen wollte mit den Wänden: "Glaubst du mia, dass Wende sich bewegen?" mit großen Augen und offenem Mund schaut er zu Marinja auf.
"Ja, so könnte man es auch beschreiben, empfindlich kann aber auch was anderes bedeuten, in einem anderen Zusammenhang, zum Beispiel eine Vase ist auch empfindlich, sie geht kaputt, wenn man sie fallen lässt. Es gibt für viele Worte unterschiedliche Bedeutungen, aber hinter das Geheimnis kommst du bestimmt auch bald." Sie lächelte leicht und horchte dann aufmerksam, ob nicht doch jemand aus einem der Zimmer hinauskommt.
"Ja, ich glaub dir, dass du gesehen hast, wie sich die Wände bewegt haben, ich weiß nur nicht warum sie das getan haben. Haben sie sich denn noch mal bewegt?"
Ping schüttelt bedrückt den Kopf: "Nein, gar nicht ..." und das, wo er sich nicht einmal sicher war, ob er sich selbst glauben sollte. Er seufzt einmal. Natürlich war er sich sicher ... Aber wie sollte man es zeigen? Er hockt sich gegenüber von der Wand und starrt dadrauf, als dürfte man nur nicht weggucken, dann passiert das schon wieder ...
Marinja lehnte sich nur an die Wand, an der Ping sich setzt und beobachtet ihn aufmerksam. Den Eindruck den sie hatte, dass Ping müde und abgespannt aussah, hatte sie immer noch, Kinder sollten um diese Zeit lieber nicht mehr rumlaufen, aber wie könnte sie es schaffen, dass Ping freiwillig ins Bett ging. Sie wartete einfach, vielleicht passierte ja doch noch etwas.
Ping geht von der Hocke in den Schneidersitz, konzentiriert sich eine Weile auf die Wand blickend. Er merkt, dass seine Augenlider schwer werden. Er blinzelt viel und versucht eindeutig ein Gähnen zu unterdrücken und in ein scheinbar tieferes Seufzen umzuwandeln. Dazwischen schaut er immer mal wieder lächelnd zu Marinja hinüber.
Bis nach gar nicht langer Zeit (keine zehn Minuten) ihm die Augen auch entgütlig zufallen ...