Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Marinja beobachtet Ping und merkt langsam, wie müde sie wirklich ist und da sich hier oben scheinbar nichts mehr ereignen wird, will sie Ping gerade mitteilen, dass sie doch lieber runter auf ihr Zimmer gehen wird und er das doch auch besser machen sollte, als sie bemerkte, das ihm die Augen schon zugefallen sind.
Sie kniet sich neben ihn und legt sanft ihre Hand auf seine Schulter. "Ping? Wach wieder auf, du darfst hier nicht schlafen und ich kann dich nicht runter auf dein Zimmer tragen, ich weiß nicht mal in welchem du schläfst" flüstert sie leise.
Ping flüstert, eher genuschelt: "Iech chschlaafe niecht ... soonst kommt dealte Maann wieda." .... "Komm ich helfe dia.". Auf Pings Stirn bilden sich kleine Schweißperlen und er scheint sehr unruhig weiterzuschlafen ...
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Ping stand wieder auf einem schwachbeleuchteten Gang. Als er die Berührung auf seiner Schulter spürte, drehte er vorsichtig den Kopf. Das Mädchen stand da und flüsterte etwas merkwürdiges von schlafen. Ping verstand es nicht ganz, aber er antwortete darauf. Sie hatte tiefe Ränder unter den Augen und schien angst zu haben. Ping streckte ihr die Hand zu und flüsterte "Komm ich helfe dia" Er wollte ihr immer geholfen haben. Aber wie war er jetzt auf den Gang gekommen? Er konnte sich nicht daran erinnern. So standen sie da, vor ihnen der Gang mit den Oberlichtern, durch die das Mondeslicht hineinfloss und die Schatten an den Wänden noch unheimlicher machte. Er traute sich nicht nach vorne zu treten. Dann geschah etwas. Dann geschah immer etwas. Er schluckte. Aber er hatte jetzt jemanden auf den er aupassen musste. Und stehen bleiben wagte er eigentlich noch weniger. Im Hintergrund lagen die im Raum liegenden und in alle Richtungen gleich lauten Geräusche eines Zahnarztbohrers und eines verzweifelt schreienden Menschens. Ping machte einen Schritt vor...
Marinja hatte keine Ahnung, wovon Ping träumte und fragte leise: "Was für ein alter Mann? Wobei willst du mir helfen?" Immer noch ruhte ihre Hand auf Pings Schulter und daher bewegte sie sacht diese. "Ping?" Sie klang schon etwas besorgter, aber sie traute sich auch nicht die Stimme zu erheben, weil bestimmt dann einer der Lehrer aus seinem Zimmer gestürmt kam.
"Aba du weißt doch von wem ich spleche? ... Ach nain, das wa ja viel flühe." Die Stirn des kleinen Jungen zieht sich kraus. "dass du niecht wieda stiabst." Keine zwei Sekunden später reißt er die Augen weit auf. Panik steht darin geschrieben und Schweißperlen haben sich auf der Stirn gebildet. Er zittert am ganzen Leib und hält die Luft an. Es dauert etwas, bis er sich darüber bewusst zu werden scheint und plötzlich nach Luft schnappt. Dann schaut er unverwandt zu Marinja, blickt sich dann fast wie mechanisch nach rechts und links um, scheint nach etwas Ausschau zu halten, atmet dann etwas zittrig tief ein und blickt wieder unsicher in Richtung von Marinja ... noch immer hallt ihm das Lachen durch die Tiefen seines Bewusstseins und jagt ihm einen Schauer über den Rücken und Übelkeit in den Magen, so dass er schwer schluckt...
Marinja sah Ping besorgt an und widerstand dem Drang den Jungen einfach in die Arme zu schließen. "Alles in Ordnung?" flüsterte sie, "du hast wohl nur geträumt, du brauchst keine Angst zu haben." Sie setzte sich jetzt neben Ping hin, ihre Knie würden anfangen zu schmerzen, wenn sie weiter in der Hocke sitzen bleiben würde. Ihre Hand ruhte nun auf seinem Arm, nur ganz leicht, dass er spüren kann, dass er nicht alleine war.
"Soll ich dich auf dein Zimmer bringen, oder möchtest du noch was reden? Hier wird es aber langsam was kühl für dich." Aber bevor sie den Satz zu Ende gesprochen hatte, strömte sie schon eine wohlige Wärme aus, das ist ihr schon zur Gewohnheit geworden, denn das braucht man auch, wenn man das Zimmer mit Brooke teilte.
Ping seufzt schwer und lehnt sich wieder an die Wand hinter sich.
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"Aba du weißt doch von wem ich spleche?" Ping schaute verwundert hinauf zu dem düster wirkenden Mädchen, als er noch den Schritt nicht vollendet hatte. Wieso fragte sie? Sie kennt doch ... nein, sie war erst später da. Der alte Mann viel früher. Oder? Irgendwie schien er immer da gewesen zu sein. "Ach nain, das wa ja viel flühe." Wieso brachte er immer alles durcheinander? Und warum fragt sie, wobei er ihr helfen möchte? Sie hatte immer angst gehabt. Deshalb hatte sie auch immer so viel geredet. Deshalb hatte er nie geredet. Es war ganz klar, wobei er helfen würde: "dass du niecht wieda stiabst." Dann fiel ihm endlich auf, dass er längst in das Mondeslicht geschritten war.
Lichtblitz! Es war ganz einfach, sie war längst tot. Jede Nacht sah er sie wieder und wieder aus unterschiedlichen Perspektiven in jener Ecke seines Laborzimmers liegen zu unterschiedlichen Zeiten und während unterschiedlicher Verwesungsstufen. Und jede Nacht hörte er den Alten, wie er darüber sprach, als rede er über eine Nebensächlichkeit, denn sie war eine Mutantin. Mutanten haben kein Existenzrecht. Mutanten sind böse. Und bald komme auch er hinter sein kleines schmutziges Geheimnis. Wie viel hatten sie versucht dahinter zu kommen, was in ihm stecke, wo gar nichts war? ... Ping hätte sie retten können, das weiß er - das Lachen des alten Mannes und die damit einhergehende Panik riss ihn aus seinem Traum ...
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Reden? Vielleicht hätte Ping gerne ja gesagt, aber gerade zu diesem Zeitpunkt erinnerte er sich wieder gut daran, warum er nie geredet hat. Natürlich hatte er geredet. Aber nicht mehr! Warum hatte er je gebrochen damit? Der Drang zum Reden lag in ihm, aber das bedeutete gleichzeitig ein tief gehütetes Geheimnis Preis zu geben und gut versteckte Schmerzen hinauszulassen. Er verschloss schnell wieder die Türe hinter der sich alles befand und drehte den Schlüssel mehrfach um. Dieses geht einher mit der Veränderung in seiner Mimik. Ein eben noch geschockt wirkender Junge blickt plötzlich einfach sehr ernst, hockt einen Augenblick stumm da, bevor er sagt: "Ich finde Weg in Zimmea. Xiè xiè, Mahinja, fú dia wünchsche hǎonamahinja. nǐ qù guo běi jīng méi yǒu? Dòng shēn." Es wirkt etwas sehnsüchtig, wie er das sagt, besonders die letzten zwei Worte zog er etwas und hauchte sie auf eine schmerzlich nostalgische Weise: Dòng shēn. Für sich war es beschlossen. Dann fällt ihm wohl ein, dass er nicht alleine da sitzt, schaut mit seinen traurig treuen Augen in Richtung Marinjas. Er versucht wieder alles hinter dem immerwährenden Lächeln zu verbergen, das aber aus dem Herzen zu stammen scheint, so wie er Marinja geradezu anstrahlt: "Ich soll in Zimma gehen, hast du gesagt, nicht wah? Duì bù qǐ ... Entchschuldigung" womit er sich auch etwas mühseelig aufrafft ...
Ping lächelt etwas gequält, nickt dann aber. Naja, so wird er nun doch erst einmal in sein Zimmer gehen. Vielleicht legt er sich auch doch noch einmal kurz hin ... Außerdem wollte er morgen ja auch erst noch etwas tun. Ja, morgen musste er noch mit jemandem sprechen. Das hatte er versprochen. Er war sich zwar noch nicht genau sicher, worüber, aber das findet sich schon heraus. Er reibt sich die Augen - mit der rechten Hand ... langsam gewöhnt er sich sogar schon daran ... streckt seine Hand zu Marinja aus und führt sie zu seinem und Davins Zimmer ...
"Xiè xiè, Mahinja. Und gute Nacht ich wunchsche dia", strahlt er sie an, bevor er durch die Zimmertür hineintritt und etwas ängstlich sein Bett anstarrt und dort eine Weile stehen bleibt, bevor er sich überwinden kann, wieder darin zu verschwinden.
Kein Geist ... vielleicht war er verrückt oder sowas ...
Marinja stand noch ein paar Minuten vor Pings Zimmertür, um sicherzugehen, dass er nicht gleich wieder hinausschleicht. Irgendwann sagte ihr ihre innere Uhr, dass sie lange genug gewartet hat und Ping bestimmt nicht mehr raus kommt, daher schlich sie zurück zu ihrem Zimmer, öffnete dort lautlos die Tür und huschte genauso lautlos ins Bett.
Sie war plötzlich so müde, dass sie nicht mal mehr überprüfte, ob Brooke und Mika schon zurück waren.