Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
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Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Die schwarze Kiste hatte einige Überraschungen für sie bereit gehalten. Früher nur ein schwarzer Staubfänger, war es nun das Tor zur Welt und doch so unwahrscheinlich, dass es ihr vorkam, sie würde aus einem Märchenbuch lesen und nicht glauben müssen, was sie gezeigt bekommt. Fernsehen hatte eine völlig neue Welt für die geöffnet und doch konnte sie die Bilder nicht immer glauben. Meist sah sie sich Discovery Sendungen an und beobachtete die Tiere aus ihren Büchern, wie sie sich bewegten und lebten.
Aber es war Wochenende und nachmittags, deshalb lief in erster Linie auf den schottischen Sendern ein bunt zusammen gewürfelter Kram, mit dem sie nicht viel anfangen konnte. Vor allem, weil ihr das eingeschworene, richtige Schottisch nicht lag.
Gerade zappte sie durch die Kanäle und fand einen Trickfilmsender, auf dem sie hängen blieb.
Es war ruhig im Institut. Für seine Verhältnisse viel zu ruhig. Ja, manchmal wirkte es als könnte er niemanden leiden, keine Kinder, keine Erwachsenen und erst recht sich selbst nicht. Sariel war schon immer sehr kompliziert gewesen und das Leben hatte ihm ziemlich viel abverlangt, dabei waren seine Wünsche und Ziele im Leben so einfach, dass man sich das bei dem Mann gar nicht vorstellen konnte.
Er vermisste Raguel.
Das war nicht einfach so eine Floskel, man konnte dieses Vermissen mit Ororos Blumenzucht im Garten vergleichen. Raguel war Sariels Regen, sein Sonnenschein, sein Winter und sein Frühling. Ohne Raguel ging Sariel ganz langsam ein. Es konnte Strafe sein einen Menschen so sehr zu brauchen.
„Hallo Sweety.“ Sariel trat in den Raum ließ sich schwer auf das Sofa sinken und legte, überkreuzend die Beine auf den Tisch ab. Nebenbei fischte er seine obligatorische Zigarette aus der Tasche und entzündete sie.
Sie nahm ganz recht an das Sariel sie gesucht hatte.
Ihre grauen Augen rollten wie runde Steine zur Seite, bis sie ihr die Information über den Schatten in ihrem Augenwinkel übermittelten und sie den Mann als Sariel erkannte. Ihr leises „Hi“, zeugte wenigstens von etwas Anstand, den sie mittlerweile mitbekommen hatte. Denn aus der Zeit im Labor konnte sie das nicht haben. Wer grüßte da schon ein Kind? Und erst recht eines, das doch nur ein Versuchskaninchen auf zwei Beinen war.
„Du siehst...“, sie dachte nach und versuchte sein Gesicht zu deuten, dass irgendwie schief aussah. „...traurig aus“, beendete sie ihren Satz und rutschte auf den Knien etwas in seine Richtung, lehnte sich seitlich an die Sofalehne und legte sogar die Fernbedienung einen Moment beiseite.
„Magst du... wie hieß das doch gleich“, sie sah zurück zum Fernseher. „Comics?“
Traurig, dachte sie? Nein, er war verloren. Er war wütend, traurig, unglücklich, zornig, verbittert und so vieles mehr. Manchmal kam er sich vor als trüge Raguel und er alles Leid der Welt auf seinen Schultern, aber das waren Dinge die kein Verstand fassen konnte. Sogar der Professor war an den Brüdern verzweifelt.
"Mickey Mouse und Donald Duck?" Er grinste, dieses eisige Grinsen was einem das Gefühl gab, dass man von ihm hintergangen wurde.
"Magst du sie denn?" Er nahm einen tiefen Zug seiner Zigarette und in Ermanglung eines Aschenbechers schnippte er die Asche mit dem Daumen einfach ab. Doch dort wo die Asche auf dem Fußboden aufkommen sollte, war rein gar nichts als der frisch gesaugte Teppich.
Das Mädchen zog die dünnen Bein an und schloss die Arme darum. Ihr Blick folgte der Asche seiner Zigarette und dann war sie weg. „Wie machst du das?“ Er war sicher auch ein Mutant, irgendwie konnte sie es sich sonst nicht erklären, dass er so seltsam war und seine Asche nicht den sauberen Teppich besudelte.
„Hm“, meinte sie, als er sich nach ihrem Namen erkundigte. „Dorian nennt mich so und seitdem tun es alle hier. Damals, als sie Zimmer alle so weiß und hell waren, nannten sie mich Dreamer oder riefen mich mit einer Zahl.“ Dabei zog sie ihren Arm etwas tiefer in den dicken Pullover, auf deren Haut sich diese Zahlen befanden.
Ihre grauen Augen rollten wieder zu ihm herüber und betrachteten ihn.
Sie war die Erste und vermutlich würde sie auch die Letzte bleiben die jemals einen solchen Tonfall von Sariel zu hören bekam. Er ließ sich schlecht in Worte fassen, vielleicht weil er irgendwie elemantar klang. Genau sie konnte sich auch sicherer als jeder andere im Institut sein, dass Sariel ihr nichts böses wollte, sondern das es ihm nur um ihr Seelenheil ging.
Er klemmt die Zigarette wieder in seinen Mundwinkel und zieht ihre rechte Hand in die Seine um sie mit gleich beiden Händen zu umschließen. "Ich tue dir nichts, keine Angst." Murmelte er und wenn sie ihm das bei diesem Tonfall, trotz allgemeinem Misstrauen nicht glaubte, dann war das Mädchen schlichtweg dumm.
Schon bei Jean hatte Sariel nur angegeben er sei ein Illusionist. Er hatte weder gesagt was seine Stärken und was seine Schwächen waren, war er mächtig oder eher ein Anfänger?
Jedenfalls leuchteten Sariels zweifarbigen Augen auf, als würden Glassplitter die Sonne reflektieren und zeigten dem Mädchen eine Welt für die es sich zu Leben lohnte. Es war dieses Gefühl das sich auf die Seele des Mädchens wie Balsam legte und das ihr mit leiser Stimme zurief was sie für die Welt bedeutete. Sie gewann Eindücke von lachenden Kinder, Sariels so sehr geliebten grünen Hügeln in Irland, ein Winddrache der im Herbstfind in der Luft tanzte, Schnee der lautlos auf eine große Wiese fiel.
Seine Stimme erreichte sie und es dauerte die gewohnte Zeit, bis sie sich regte, aus ihrem Sitzplatz kroch und zu ihm herüber tapste. Wie sich seine Finger um ihre Hand schlossen, überkam sie kurz ein seltsames Gefühl, aber er hatte eine Ausstrahlung, die sie wie Watte umhüllte und zu beschützen schien.
Irgendwo, ganz tief in ihr, spürte eine Gabe, die noch nicht einmal annähernd den Schritt an die Öffentlichkeit geschafft hatte, dass sie beeinflusst wurde. Ein Wahnsystem, dass noch nicht wahrgenommen wurde und doch schon funktionierte. Diese unendlich weite Stimme in ihr, verhallte noch ungehört.
Sie sah in diese schimmernden Augen und nickte zögerlich.
"Gehts besser?" Natürlich das Mädchen hatte nie gesagt, dass es ihr schlecht ging, aber Sariel war einfach zu sehr vom ..öhm...eh....Fach, als das er nicht wußte wenn es um das Seelenleben der Kleinen nicht so gut bestellt war.
Er zog sie auf seinen Schoss, langsam und tröstend. Vorsichtig, womit Sariel so ziemlich jedes Bild -dass die Anderen hier am Institut von ihm hatten- einriss, wiegte er sie im Arm und summte ein altes Wiegenlied.
Seine Mutter hatte es ihnen auch immer vorgesungen.
Eingelullt war wohl das beste Wort dafür, was mit ihr geschah. Sie kannte ihn nicht von dieser Seite, ebenso wenig, wie sie die meisten Dinge im Leben kannte. Vielleicht war das Wiegen etwas zuviel des Guten, aber sie war nicht ganz bei Sinnen und Sariel war nicht ganz unschuldig daran. Sie betrachtete sein Gesicht aus ihrer Perspektive von unten und spannte ihre Finger in den Stoff seines Shirts, um Halt zu suchen.
Diese Geste war fremd, so fremd, dass sie einen Moment überlegte, wieso er das tat. Aber die wärmende Wirkung war unheimlich gut...
Sariel sprach nicht weiter. Er hielt das Mädchen nur im Arm und wiegte es hin und her während er das alte irische Wiegenlied summte, dessen Text er nicht mehr kannte.
Sariel war kein schlechter Kerl, auch wenn er sich immer bemühte das zu sein, aber er hatte eine Gabe. Gut, er hatte viele Gaben aber eine Gabe war es -wenn er es denn wollte- Seelenfrieden zu geben. Es war eine Sache die sich nicht erklären ließ, aber es funktionierte. Mit Raguel und seit neustem auch mit Norman, oder Finnja klappte es auch. Vielleicht war es nur eine Illusion aber das minderte die Ruhe nicht.
Seelenfrieden ist ein gefährliches Gift, denn man wurde süchtig danach.
Sie allerdings war noch viel zu einfach zufrieden zu stellen. Ihr Leben hatte ohne rechtes Maß an Entbehrungen und Freude stattgefunden. Sie war ein zweibeiniges Ding gewesen, dass nie hatte eigene Entscheidungen treffen müssen und sie lief erst seit einigen Wochen herum und musste Dinge wählen, von denen manche ihr gar nicht schmeckten.
Ihr Blick lag auf der gegenüberliegenden Wand und musterte dort einen Bilderrahmen, in dem sich eine Ansicht des Institutsgarten befand.
Aber in ihr kam langsam die Frage auf, was dieser Mann von ihr wollte?
Unter all der Watte, in die er sie gehüllte hatte, funktionierte ihr Verstand weiter, nur bekam er nicht die Gelegenheit zu agieren. Aber die Frage, warum er sich ihrer annahm, wo es doch Kinder gab, deren Seelenheil richtig verletzt schien...
seine schritte sind zu hören. nur wenige momente später steht er in der tür, in seine eigenen gedankengänge vertieft (fast) mit brüllender musik in den ohren. iced earth gibt eine ihrer titel zum besten, so das wohklingende riffs mit einer deutlich vernehmbaren stimme alle überflüssigen gedanken aus dem schädel brannten.
thingz to do.
a.) - halte dich immer in der nähe von anderen auf. *check*
b.) - finde dieses mädchen und frag sie wegen "sportlichen aktivitäten (laufen)". *check* - gefunden! aber was zum... ? kuscheln die hier etwa?
für einen moment erstarrt er einfach im anblick von sariel und dem mädel da in seinen armen. seinem gesicht, das sonst oftmals so neutral und wertungsfrei bleibt ist abzulesen das er (langsamer als sonst) abwägt ob es vllt. besser wäre zu einem andren zeitpunkt wiederzukommen und einfach zu gehen. man muss ja nicht überall dabei sein und stören, vllt. wäre es einfach eine höfliche geste sich schnurstracks umzudrehen und wieder zu gehen... andrerseits war das hier ein öffentlicher raum - ?
Sie öffnete ihre Augen und nachdem sich der auf Ruhemodus befindliche Scharfsinn ihrer Augen wieder aktiviert hatte, fixierte er sofort jemanden, der neu im Raum war. Oder hatte sie ihn einfach total vergessen? Wenn sie wüsste, wie man sich auf Alkohol fühlt oder danach, dann hätte sie wohl kurz daran gedacht, diesen Vergleich zu schließen, aber ihre leichte Benommenheit fand in ihrem kleinen Wissen keinen Grund und stand orientierungslos inmitten ihres Geistes.
Mit einem Mal fühlte es sich komisch an, was sie hier tat und das logischste war, es zu beenden. Sie rutschte von Sariels Schoß und strich sich die Kleidung glatt, schnappte sich Blobb von seinem Platz, drückte ihn an sich und machte sich auf den Weg den Aufenthaltsraum zu verlassen.
Der Fernseher lief noch immer und wie sie so an Karl vorbei ging, sah sie ihm direkt in die Augen. Er wirkte verwirrt...
Sie löste ihren Blick wieder und ging durch die Tür auf den Flur.
"äh, hey... moment." von allen blöden begrüßungssprüchen - muss ich weiter reden?
"dr. grey schickt mich." einen grund finden warum du sie aufhältst. gut gemacht.
sein blick haftet auf ihr und mustert sie kritisch, abwägend, irgendwie so in der art. hat er sie nu gerade beim... äh.. kuscheln gestört? scheint irgendwie so...
Sie blieb stehen und wandte sich zu Karl um. Er wollte zu ihr? Wie komisch war das denn. „Was... will Doktor Grey denn?“ Könnte sein, dass sie krank war und es nicht wusste? Oder was lag an? Sie zupfte an Blobbs Ohr und neigte ihren Kopf leicht. Den Jungen kannte sie, aber mehr auch nicht, vom Sehen eben. Viel mit ihm gesprochen hatte sie nie, wenn überhaupt.
Ein kurzer Blick zurück zu Sariel. Es war wirklich seltsam gewesen und sie wusste nicht wieso. Als würde man am helllichten Tag träumen, eine Illusion erleben oder so etwas. War das... Moment, sie kannte ihn doch, wie sie von ihnen zum Institut geführt wurden und da hatte sie... hm, muss wohl Einbildung gewesen sein. Aber irgendetwas in ihr, schlug diesen Haken in ihrer Erinnerung und verknüpfte die beiden Eindrücke miteinander.
Ihr Blick wanderte, rollte fast, wie zwei graue Steine, zurück zu Karl und musterten ihn. Dabei gab es keinerlei Emotion, die von ihren Augen ausgestrahlt werden konnten. Sie blieben stumm.