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nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
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Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Um es mal in Logans Worte zu sagen: „Feiertage waren voll was für den Arsch.“ Und trotzdem, oder gerade deswegen zog es ihn schon wieder nach New York. Es gab so viele Dinge um die er sich eigentlich Gedanken machen sollte, aber es waren genau die Dinge um die er sich nicht kümmern wollte. Einfach so aus Protest.
Er war doch nie ein Mann der vielen Worte gewesen und er war auch nie ein Mann gewesen (so glaubte er jedenfalls) der Gefühle offen zeigte –es sei denn es ging darum verdammt wütend zu sein-. Er wusste nur, dass es Dinge gab die man einfach tun musste, die in seinem Weltbild erledigt sein wollten.
Es war ja schon beinahe Routine, dass er schon wieder das „Veil“ betrat und heute brauchte er auch niemanden der ihm sagte, dass er hoch gehen musste um Michel zu sehen. Zu lange Jahre hatte er nichts von seinen Söhnen gewusst und auch wenn es ihm schwer fiel auf einmal ein Vater zu sein, wollte er sich später irgendwann nicht vorhalten lassen, dass er es nicht versucht hatte.
Hatte schon mal irgendjemand gesagt, dass der Club zwar schon irgendwie cool war, für seinen Geschmack aber einfach zu voll und zu laut war? Diesmal hatte er auch keinen Blick für irgendwelche Bratzen die sich in der Masse scharrten. Diesmal würde er auch bestimmt nicht sentimental werden, auch wenn er an Kassander denken musste, dem es im Moment ja nicht so gut ging. Schließlich erklomm er mal wieder die Treppe ins obere Geschoss und wie schon beim letzten mal bollerte er an die Tür um eingelassen zu werden. Ob Michel es ihm nun glaubte oder nicht, diesmal hatte er wirklich überlegt ob er ihm nicht etwas mitbringen sollte, aber was genau sollte das sein? Er hatte doch schließlich alles. Oder?
Dieses Jahr zumindest würde er die Feiertage mit seiner eigenen Familie verbringen und genau das konnte er noch immer nicht fassen.
Immer der Nase nach - und obwohl sie doch eigentlich angeblich so gut war, war Logan wieder einmal voellig fehl am Platze. "Is nich da", war alles was ihm entgegen genuschelt wurde und das noch, bevor Norman ueberhaupt einen Blick auf den Besucher verschwendet hatte. Meine Fresse, er sollte einfach ein Schild an seiner Tuer anbringen 'Michel WOHNT hier nicht!'. Scheinbar schien ja alle Welt vom Gegenteil ueberzeugt, nur weil sie ab und an zusammen abhingen.
Ja, Norman war in so richtiger Feiertagsstimmung. Er war Ire (gut, in Frankreich aufgewachsen, aber es ging hier ums Herz) und Amerikaner waren aus Prinzip bescheuert und ihr ploetzlicher Feiertagsherdentrieb liess ihm sich einfach ganz maechtig den Magen nach aussen kehren. Das ganze Jahr kuemmerte man sich einen Dreck umeinander, aber zu Weihnachten, Thanksgiving und eventuell noch Ostern machte man ein grosses Friede-Freude-Eierkuchen-Fest. Als waere alles in Ordnung! Sie machten sich ja so lachhaft damit!
Passend zu seinen Gedanken (oder Logans Anwesenheit?) schanubte er lediglich veraechtlich und liess sich auf sein Sofa fallen. Gut, Sofa konnte man nun nicht unbedingt sagen. Wohl eher auf den Berg von Zeitschriften, Zeitungen, Akten und ziemlich viel anderem Kram (ueber den man lieber nichts wissen wollte) unter dem irgendwo das Sofa verschwunden war.
Auch wenn der Stummel im Aschenbecher noch warm war, steckte Norman sich auch schon wieder die naechste Zigarette an und angelte nach einer Flasche. "Nen Drink? Oder willste gleich weiterreiten, Ranger?" Vielleicht war es gar nicht so uebel, das Norman mit Kippe im Mund dermassen nuschelte, dass man ohnehin nur die Haelfte des Satzes verstand.
Mal objektiv betrachtet (wenn Logan bei Norman objektiv sein konnte), der Mann sah nicht gerade wie das bluehende Leben aus und seine Bude, die beim letzten Mal eigentlich erstaunlch ordentlich gewesen war, wirkte nun eher wie eine verdunkelte Kifferbude. Um dem Ganzen aber noch die Krone aufzusetzen: Norman wirkte bedrueckt. Was natuerlich unmoeglich war, Norman kannte man ja nur als gefuehlslosen Psychopathen, der sich am Geraeusch eines Genickbruches noch ergoetzen wuerde.
Oder?
Vielleicht hatte seine Putzfrau ja gekuendigt.
Seine Güte, dürfte er mal was sagen? Hier stank es. Ging Norman eigentlich gelegentlich mal duschen? Er trat nicht sonderlich weit ein, sondern ging nur durch die Tür um diese auch gleich wieder ins Schloss zu werfen.
Dann sah er sich um und wusste gar nicht genau was er davon halten sollte. Beinahe freute er sich ja ein bisschen. Vielleicht würde Norman an seinem eigenen Dreck (und der war bekanntlich viel) ersticken. Er wünschte ihm ja nichts schlechtes…aber das schon.
Was sollte er Norman ansonsten noch groß erzählen? Er hatte ihn nie gemocht und Norman hatte ihn nie gemocht. Sollte Logan jemand fragen, dann würde er zugeben, dass Norman ihm einfach zu hinterhältig war, Logan war halt einfach direkt. Immer.
„Hat sie dich also endlich verlassen? War das einzig richtige was sie machen konnte.“ Wie oft hatte Norman sie betrogen? Ganz davon abgesehen, dass seine Freundin oder was auch immer sie für Norman gewesen war, selbst nicht ganz frisch im Oberstübchen gewesen war, aber das durfte sie ja auch nicht wenn sie mit SOWAS zusammen war. Immerhin war sie hübsch, sehr hübsch sogar. Vielleicht sollte Logan mal nach ihr suchen? Der Frust trieb es schließlich rein.
Wie schön das sie sich untereinander nicht mit Höflichkeitsfloskeln rumärgern mussten, die sie für einander ohnehin nie übrig gehabt hatten. Es war einfach so, dass er das ungewohnte Anhängsel seiner Brüder war. Er hatte Sariel und Raguel nur MIT Norman bekommen und wie es mit der Pest nun mal so war…sie fand immer einen Weg.
Zum größten Teil waren sie einander ja egal und aus schier unerklärlichen Gründen schien Michel mit ihm immer auszukommen und trotzdem sagte ihm sein Instinkt das er Norman NIEMALS den Rücken zukehren sollte und auf seine Instinkte konnte er sich schließlich verlassen.
Frauen! FRAUEN!
Konnte Logan EINMAL an was anderes, als WEIBER denken?
So ein Scheiss war ihm echt selten unergekommen. Hatte der Mann keine anderen Probleme, als die Frage wo und wen er endlich mal wieder flach legen konnte? Er musste ja ein verdammt mickrig, deprimierendes Leben haben.
Mehr als ein Zischeln bekam Logan gar nicht erst zur Antwort. Die Schlampe sollte doch Pfefferkoerner pfluecken gehen.
"You're really a pain in the ass!" Und da es seine Wohnung war - ach, und selbst wenn es die Wohnung vom heiligen Vater gewesen waere - spie er angewiedert aus.
"Seh ich eigentlich wie sein Babysitter aus? Haengt das Kind noch an den Titten? Meine Fresse, geh ihn SUCHEN, Logan, aber geh mir nicht auf den Sack. Ich hab ihn seit Wochen nicht mehr gesehen, klar? Und wie waer es, wenn du deinen Familienscheiss mit ihm austraegst und mir damit nicht noch auf den Nerven tanzt? For fucksake!"
Die naechstbeste Flasche war auch schon an der Wand gelandet und die Splitter uebersaehten den Boden in einem seltsam anmutendem Muster. Normans Augen flammten mindestens genauso gruen auf, wie das Glas der Bierflasche.
Wollte Logan noch irgendwelche bescheuerten Fragen stellen oder hatte er die Laune Normans nun genug ausgekostet?
Eines war aber mit Sicherheit klar: Wegen einer Frau hatte man Norman noch nie so gesehen. Gut, Frauen kamen und gingen bei ihm ja auch am laufendem Meter (und fuers Kommen war auch immer gesorgt).
Was war also kaputt in der Familie Troy / O'Reilly?
Norman war ja schon immer ein bisschen bescheuert gewesen aber genau das warf Logan vollkommen aus der bahn, so dass er Norman einen Moment sprachlos anstierte und gar nicht echt wusste was er ihm darauf antworten sollte.
„Was ist dein Problem du kleine Missgeburt?“ Keiner beschimpfte ihn und ganz bestimmt nicht Norman. Selbst wenn seine Beschimpfungen an ihm abperlte wie der Schmutz an einem Villeroy und Boch- Waschbecken.
Gut, es war offensichtlich das Norman ihn provozieren wollte und Logan…nun der ließ sich provozieren. Sicherlich, es war Normans Wohnung aber wusste er was Logan das eigentlich interessierte? Überhaupt gar nicht und deshalb packte er auch den Wohnzimmertisch an der Kante und warf ihn mit einem Ruck von sich um sich den Weg frei zu Norman zu bahnen.
Auch wenn sein Augen so grün funkelten, stand ihm Logan da im bösen Blick nicht viel nach und um es mal ganz objektiv zu sagen, rein von den körperlichen Beschaffenheiten lief Norman Gefahr demnächst mit ein paar Zähnen im Mund weniger herum zu laufen.
„Du kleines Arschloch.“ Schien als sei das Fass übergelaufen und deswegen packte er Norman auch am Kragen und stemmte ihn langsam in die Höhe. Es war ja vorhersehbar gewesen. Irgendwann hätte es zwischen den Beiden knallen müssen.
"Du bloeder Pisser!" Er wollte ihn hier jetzt ernsthaft provozieren? Und warum meinte Logilein denn schon wieder, dass Norman IHN hatte provozieren wollen? Musste er sich immer gleich auf sein Saeckchen getrampelt fuehlen?
So, und nun wollte er ihn hier auchnoch in SEINEM Haus und Gut anpacken, ja? Da hatte er aber mal ganz ueble Karten. Um genau zu sein, hatte ihm seine Wahrsagerin wohl noch nichts von der Psychopathenkarte erzaehlt.
Logan sollte ihn ruhig am Kragen rumschleppen, war auch okay. Norman fuer seinen Teil drueckte ihm einfach den kalten Lauf einer Waffe an die Schlaefe.
"Wisch dir dein ueberhebliches Grinsen aus dem Gesicht, Woelfchen!"
Ja, Logan brauchte nicht so daemlich zu grinsen (auch wenn er das ganz besonders gut konnte). Norman hatte vielleicht das Porzellantassesyndrom, aber er war trotzdem nicht bloede im Kopf.
Nein, eine Kugel wuerde Logan nicht toeten.
Nein, das wollte er auch gar nicht.
Norman war eben der Mann, der immer um seinen eigenen Spass besorgt war.
"Lass mich runter." Mittlerweile hatte das Gruen seiner Augen schon einen bedrohlich giftigen Ton angenommen - ebenso giftig, wie seine Stimme. Das hier war klar eine Warnung.
Was das beruehmte 'sonst?' sein wuerde?
"Ich weiss, dass es dich ncht toetet. Aber was meinst du, wie oft haelst du den Schmerz eines Schulterdurchschusses aus, bevor du den Verstand verlierst, Logan?"
Zwei Stunden? Einen Tag? Eine Woche? Norman wuerde sich die Zeit sicher nehmen...
Er drohte ihm und er verspottete ihn. Eine Kombination die natürlich sehr gewagt war und gefährlich wenn das Gegenüber Logan hieß.
Er war nicht der Mann großer Worte und das was er von Norman hielt konnte er ohnehin nicht in Worte fassen, so dass er wüst aufknurrte. Er hatte selbstverständlich eine Antipathie gegen Waffenläufe. Ganz besonders wenn sie ihm an die Schläfe gehalten wurde.
Logan hatte die Augen mittlerweile zu schmalen Schlitzen verengt und er schnaubte so wutentbrannt auf, dass Logan heute sogar mit einem Drachen in Konkurrenz treten konnte. Wie dieser Dreckspisser sich wirklich ein O’Reilly schimpfen konnte, war die Frage und sollte Logan irgendwann wieder in der Lage sein, durch den roten Schleier seiner Wut irgendwas zu erkennen, dann würde Logan sagen, dass Norman einfach nur ein Bastard war, den seine Mutter als Kuckucksei ins Nest der Familie gelegt hatte. Norman, war also der Bastard. Seine Mutter eine Schlampe und sein Vater dumm. Anders konnte sich Logan die Familienverhältnisse nicht erklären.
Ohne darüber nachgedacht zu haben waren Logan die Krallen aus dem Handrücken geschossen, dabei verursachten sie ein metallisches Geräusch. So, als zog man ein Schwert aus der passenden Scheide.
Logan gab einen nicht zu deutenden Laut von sich und dann rammte er Norman, in blinder Wut die ihm das Herz rasen ließ, seine ausgefahrenen Krallen in den Bauch.
Es war eine Affekthandlung gewesen die ihm auch schon beinahe hätte Leid tun können.
Ohne sich zu rühren sah er in Normans Augen und vor und in ihm taten sich Abgründe auf.
Zuerst war es nur blinde Ueberraschung, die seinen Gesichtsausdruck zierte. (Auch wenn man sich an dieser Stelle fragen durfte, ob Norman nun wirklich nicht damit gerechnet hatte, dass Logan einfach zuschlagen wuerde. Aber vielleicht hatte er nicht gleich den Einsatz seiner Krallen mit einberechnet.) Dann verschleierten sich seine gruenen Augen zunehmend mit Schmerz.
Es war vielleicht unvorstellbar für Leute, die selbst noch nie so eine Verletzung durchgemacht (oder besser noch zugefuegt) hatten, aber es war tatsaechlich wahr: Man konnte den Schmerz wirklich sehen.
"Logan!" Mehr als ein Kraechzen, als wirklich noch eine Stimme. Die Waffe fiel polternd zu Boden, waehrend Norman sich noch unglaeublig die Krallen in seinem Fleisch betrachtete.
Dann erst... fing der Mann schallend an zu Lachen, wenn auch von kleinen Schmerzenslauten unterbrochen. Anstatt Blutes, quoll eine schwarze, tintenrtige Fluessigkeit aus den Wundraendern hervor und floss in einem zaehen Rinnsal Logans Adamantiumkrallen entlang.
"Ich kenn jemanden, der in diesem Zimmer mehr geblutet hat." Das der Mann voellig dem Wahnsinn verfallen war, stand nun scheinbar ausser Frage. Trotz der damit einhergehenden zusaetzlichen Schmerzen, beugte er sich zu Logan vor und packte ihn im Nacken. "Danke." Und mit diesem voellig deplaziertem Wort drueckte er ihm einen Kuss auf.
Logans Krallen verursachten nicht das ‚gewohnte’ schmatzende Geräusch was es ‚eigentlich’ verursachte wenn das scharfe Metall sich in Haut, Blut und Eingeweiden bohrte. Sei es der Kuss, die Situation, oder einfach Norman selbst….Logan hatten sich die Nackenhaare aufgestellt und er hatte nicht mehr als reinen Ekel für Norman übrig. Logan war eigentlich nicht zartbesaitet, aber das Geräusch was folgte, als er seine Krallen aus Norman zog würde er niemals mehr vergessen und eine ganze Zeit fest im Würgegriff halten. Man sollte ihn nicht danach fragen, er hätte es ohnehin nicht beschreiben können.
„Jesus.“ Nein, Logan war nie besonders gläubig gewesen. Er glaubte nur an eines: An sich selbst. Aber wieder einmal musste er die Meinung über Norman vollkommen revidieren. Wann immer er glaubte ihn zu kennen, wurde er doch überrascht.
Logan taumelte zurück und konnte von jetzt auf gleich nicht genug Raum zwischen sich und Norman schaffen. Es war zwar nicht mehr von Bedeutung, aber Norman hatte es geschafft Logan sprachlos zu machen und auf eine bestimmte Ebene vollkommen auszuknocken. „Halte dich von meinen Söhnen fern.“ Diese Drohung war in Anbetracht der Tatsachen vollkommen fehl am Platz, aber gerade jetzt konnte er an nichts anderes denken als an seine Kinder, seine Leiblichen und die Kinder aus dem Institut. „Komm ihnen zu Nahe und ich bringe dich um, Norman. Ich verspreche es dir.“ Seine Stimme war zwar fest wie immer, aber Logan war von den Ereignissen noch immer bleich. Eigentlich war der Inhalt seiner Worte auf eine verschrobene Art und Weise richtig witzig. Hatte Norman ihm nicht gerade gezeigt, dass er sich nicht töten ließ?
Logan hatte verloren und er war nicht bereit sich das einzugestehen.