Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Rebellion? Hörte sich gut an, aber soweit wollte er gar nicht gehen. Immerhin war das nur eine Welle gewesen...die ...zugegebenermaßen Raguel voll erwischt hatte. Dorian musste lachen, als er ihn so überrascht und durchnässt am Strand stehen sah und die Rachelust in seinen Augen aufblitzte. Aber auch Dorian erkannte, das es nicht das grüne Auge war, das darin dominierte. Breit grinsend meinte er zu Seana: "Also... ich würde sagen...RENN."
Iren sollten eben nicht glauben, dass sie in Schottland sicher waren. Es lauerten immer böse Schotten, die nach unvorsichtigen Iren Ausschau hielten. Und bevor er noch mehr Unsinn dachte, rannte er wirklich los...allerdings sah er über die Schulter zurück und musste feststellen, dass Raguel verdammt schnell war. Nun, da hatte Dorian wohl den Kürzeren gezogen - er war eben nur Arzt, der Gelegenheitssport betrieb. Aufgeben lag aber nicht in seiner Natur!
Diese Männer waren wie Kinder, oder? Seana kam gar nicht mehr recht dazu Luft zu holen vor lauter lachen. Vor allem Raguels Gesichtsausdruck war das Beste. Er sah aus, wie ein Hund aus einem Comicfilm, so voller Wasser und dann der folgende Wutausbruch. Laufen? Das Mädchen rannte geradewegs auf das Cafe am Ende des Strands zu. Durch das Training mit Karl war sie wohl beinahe besser drauf, als Dorian, der seine Zeit zunehmend im Labor verbracht hat. Kaum Sonne, kaum frische Luft und wenig Bewegung...
Natuerlich waren diese Maenner Kinder. Immerhin sagte man Maennern ja immer nach, dass sie nie erwachsen wurden. Dorian war nie aus seinem Labor rausgekommen und Raguel - der wuerde bei naechster Gelegenheit eine andere Ausrede finden.
Nun war er vorerst damit beschaeftigt Seana und Dorian nachzusetzen. Und ja, er war eindeutig trainierter als die Beiden (oder vielleicht gewann bei Seana der Ausspruch "den kuerzeren ziehen" eine neue Bedeutung - ihre Beine waren eindeutig kuerzer als Raguels!).
Und auch wenn er sich zu Beginn der wilden Jagd damit zufrieden zu geben schien den beiden einen gehoerigen Schrecken einzujagen, schien kurz vor dem Cafe der Uebermut endgueltig die Ueberhand gewonnen zu haben.
Ein letztes Mal aufholend, packte er Dorians Jackensaum und brachte ihn (weniger elegant, als effektiv) zu Fall. "Leg dich nie mit einem O'Reilly an, Schotte!" Hey, es ging hier schliesslich nicht nur um das Durchnaessen eines Mitbewohners, sondern das hatte viel tiefere Wurzeln. Schotten und Iren und dieses ewig alte Wetteifern zwischen ihnen. Schottland unterlag heute, ganz eindeutig! Raguel hatte naemlich nichts besseres zu tun, als Dorians Arme mit den Knien in den weihcen Sandboden zu druecken und sein pitschnasses Hemd ueber dem Gesicht des anderen auszuwringen.
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Mein Gott, sie sollten sich beim Catchen einschreiben, zusammen mit Logan...
Ausgepowert landeten ihre Knie im Sand, sie war nicht weiter gekommen und doch bekam sie die Rauferei nicht wirklich mit. Das schnelle Rennen, das Lachen und die Erschöpfung hatten sie gerade vollkommen im Griff. So fröhlich war sie wohl noch nie gewesen und dementsprechend intensiv waren die empfundenen Gefühle, die sie mit einem Mal übermannten. Beinahe spürbar schossen die Endorphine durch ihre Adern, bis sie ihren Kopf erreichten und dort ein ordentlich sortiertes System an Erinnerungen und Wissen durcheinander brachten.
Ihre Arme umschlangen ihre Brust, die noch immer angestrengt versuchte an Sauerstoff zu kommen und brennende Empfindungen an ihren gerade durcheinander gewürfelten Geist schickten.
Sie hatte es bisher nie wirklich bemerkt, doch diesmal machte es deutlich ‚Klick’ und eine Reihe von Ereignissen spulte sich vor ihrem inneren Auge ab. Der Sand vor ihr verschwamm zunehmend... und plötzlich bewegte er sich. Der Haufen, der eben noch nur Sand gewesen war, schien zu wachsen. Er bekam eine Hand, nein zwei und dann Beine, sogar ein Gesicht löste sich zunehmend aus der homogenen Masse, bis ein Mann daraus geworden war, der aufmerksam seine Haut betrachtete. Eben sah er noch aus, wie paniert und dann war er nur noch Mensch. Ein bissiges Grinsen schummelte sich auf sein Gesicht und dann fixierten seine düsteren Augen Seana. Das Gefühl von Angst überflutete sie und dann wurde alles milchig um sie herum, sie zog sich zurück und dann wurde alles schwarz.
Ihre Hände gruben sich in den Sand, sie hielt die Augen fest zusammengepresst, als würde sie damit die Gefühle und ausgegrabenen Erinnerungen zurückhalten können, doch sie überkamen sie, wie eine Welle und diesmal brauchte es keine schlafenden Opfer...
Uff... da wurde er unsanft von den Beinen geholt und dann setzte sich Raguel auch noch auf ihn drauf?! Er hatte Platzangst!! Gut, hatte er nicht, aber man konnte es ja mal versuchen. Also...wirklich Raguel! Er versuchte jetzt doch nicht ernsthaft, Dorian mit einem Wassergegenangriff zu trotzen, oder? Hatte er denn immer noch nicht gelernt, wer Dorian war? Und dazu brauchte er seine Arme auch gar nicht, denn kleine Wassertröpfchen konnte er auch so lenken. Pah, Iren! Keine Strategen...schlechte Taktiker!
Natürlich tropfte das Wasser nicht nach unten, sondern rann wieder nach oben. Es tat ihm ja Leid, aber Dorian musste lachen. So, und konnte Raguel seine Arme mal wieder frei geben? "Du kennst mich noch immer nicht, Ire!" Er sich zwar auch nicht, aber das tat hier ja jetzt nichts zur Sache. Er befreite sich und packte Raguels Handgelenke, um ihn nun ebenso zu Fall zu bringen. Wenn man glaubte, dass der Arzt keine Kraft hatte, dann täuschte man sich. Bis dahin hatte er nicht auf Seana geachtet... denn er war wieder (oder gerade erst) in seine Kindheit zurück gefallen. Einen Moment prüfte er schmunzelnd, welches der beiden Augen Raguels heller glitzerte, ehe er inne hielt, aufsah und den Strand nach Seana absuchte.
Ungeachtet des Sandes, der ihm nun in der Kleidung hing, rappelte er sich schließlich auf und war kurz darauf neben seiner Tochter. "Was ist, Seana? Alles in Ordnung?" Von dem Sandwesen hatte er nichts mitbekommen, wenngleich er dabei wohl sofort an jemanden aus dem Labor hätte denken müssen.
Es war noch nicht vorbei, ganz im Gegenteil. Das wirklich grausame an dieser Erinnerung stand ihr noch bevor und selbst die aufkommende Ohnmacht war nicht schnell genug um die letzten Bilder abzuschwächen.
pock, pock ... You can’t hide, little Dreamer.
Und dann stürzte sich die Ohnmacht über sie, so dass sie entspannt in Dorians Arme sank. Die Stimme, welche nun auch ihn erreicht haben musste, kam ihm nur zu vertraut vor. Diesen Mann würden die Beiden wohl nie vergessen können.
Seana blieb nur wenige Minuten reglos in seinen Armen liegen. In genau dieser Zeit sortierte etwas in ihr, das Chaos ihrer Erinnerungen und achtete sorgfältig darauf, die besonders bitteren besonders weit nach hinten zu räumen. Allerdings konnte sie noch nichts gegen die eintrainierten Befehlsabläufe machen, die wie kleine, rote Fäden an genau diesen Erinnerungen befestigt waren und es brauchte nur einen beherzten Ruck an der richtigen Stelle um...
Raguel hatte sich im Hintergrund gehalten, auch wenn es so gar nicht seine Art war, wenn jemand seine Hilfe von Noeten zu haben schien. Aber etwas an Seanas Illusion und Gedanken schien ihm selber unter die Haut zu gehen.
Wo seine Augen eben noch in einem sanften Blau geleuchtet hatten unter seinem Lachen, war nun ein giftiges Gruen dominieren, dass seine Augen zum Aufblitzen brachte. Die laechelnde Miene war einem steinigen Ausdruck gewichen und auch wenn er Seana ansah, schien er dennoch durch sie durchzusehen - oder in sie hinnein?
Nevertheless, den Ausflug konnte man wohl offiziell als beendet abhaken.
Mit geballten Faeusten, wandte der Ire seinen Blick schliesslich ab und liess ihn zum Horizont schweifen. Die Schultern kreisen lassend, als wuerden alte Narben auf seinem Ruecken zu Jucken beginnen, schob er schliesslich die Zaehne knirschend uebereinander.
Er vergeudete Zeit. Es war laengst ueberfaellig Norman wieder zu begleiten.
"Wir sollten zurueck."
Der Blick zu Dorian war nicht der zu einem Freund, sondern zu einem Arzt. "Ist sie in Ordnung?" Er hatte so oft schon Menschen beruhigt, alleine mit einer Stimme, sogar Dorian konnte wohl ein Lied davon singen. Warum tat er es nicht bei Seana?
Es gab Dinge, die man ueber sich selbst lernen musste und bei denen einem niemand helfen konnte.
Dorian fühlte ihren Puls, als sie in Ohnmacht fiel. Es dauerte ja nicht lange und das Mädchen war schon wieder bei Bewusstsein. Nein, scheinbar hatte das hier keine physischen Ursachen und obwohl Seana noch blass war, fehlte ihr nichts, soweit Dorian das beurteilen konnte. Er hatte diese Illusion nicht wirklich mitbekommen, aber er würde das Mädchen noch einmal deswegen fragen. Schließlich nickte er in Raguels Richtung.
"Ja, wir sollten gehen. Ihr fehlt soweit nichts."
Und trotzdem hob er sie einfach hoch und würde sie zurück zum Wagen tragen. Sein Blick streifte Raguel und wenn er ganz ehrlich war, dann benahm sich gerade sowohl Seana als auch Raguel ziemlich seltsam. Noch einmal warf er einen Blick zurück zum Meer, denn so schnell würde er nicht mehr hierher kommen können. Man sollte ihn aber nicht frage, woher er das wusste.