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nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
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auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Ihr war unbehaglich bei dem Gedanken, der Ärztin von ihrer 'Sekundärmutation' zu berichten. Zumal das etwas war, das ihr höchst unangenehm war, aber in den letzten Tagen hatte Joe einfach zu oft nach aussen gedrängt. Der Tablettenkosnum war nicht weiter bedenklich oder gesundheitlich schädlich, das zumindest hatten ihr die behandelnden Ärzte in Deutschland versichert.
Eigentlich hatte sie auch nur so lange damit gewartet, weil sie es am liebsten gar niemandem gesagt hätte. Wer Joe bislang begegnet war, hatte ihn als ihren Cousin kennen gelernt, der 'zufällig' in Inverness lebte und eben einfach das Glück hatte, auf dem Weg in ihr Zimmer neben ihr nicht aufgefallen zu sein.
Zugegeben, das Leben als Mann war in vielerlei Hinsicht einfacher, für sie dennoch inakzeptabel. Während Joe nichts gegen ein wenig Abenteuer hatte, stebte Josephine nach Kontrolle und Ordnung.
Joe zu offenbaren wäre zunächst allerdings mehr als genug. Der Grund dafür blieb weiter ihr Geheimnis.
Zaghaft klopfte sie an die Tür.
"Dr. Grey?"
Der rote Schopf, der vor dem gläsernen Medizinschrank stand, wandte sich zur Tür und betrachtete Joey einen Moment. Äußerlich schien sie noch vollkommen von ihrer Inventur vereinnahmt zu sein, jedoch gab sich Jean gerade den Schwingungen hin, die sie von der Psychologin wahrnahm. „Miss Jenkins“, meinte sie und lächelte etwas.
„Was kann ich für sie tun“, fügte sie hinzu und legte das Klemmbrett mit dem Kugelschreiber auf ihren Schreibtisch, auf dem wie immer auch der nachtschwarze Laptop mit dem markanten X-Symbol stand und vor sich hin wisperte.
Sie hatte bewusst davon abgesehen, ihre Tabletten zu nehmen. Sie hatte sich bewusst mit für sie mit Stress behafteten Themen befasst. Und auch ihre Kleidung entsprach nicht dem, was sie sonst trug.
Sie hatte Jeans an und einen Strickpullover, der sichtlich für Männer gedacht war.
"Es geht um eine meiner Mutationen. Es fällt mir schwer, darüber zu reden, zumal es nicht nur physische sondern auch psychische Veränderungen mit sich bringt, wenn sie ausbricht."
Mit jedem Wort, so schien es, brachen ein paar Bartstoppeln durch die sonst zarte Haut in ihrem Gesicht. Die Stimme wurde langsam tiefer.
"Genaugenommen, Dr. Grey, konnte sich die Natur in meinem Fall nicht entscheiden, ob ich nun Männlein oder Weiblein sein sollte."
Gelassen, entspannt lehnte sich Joe gegen den nächstbesten Gegenstand, der sein Gewicht halten würde.
"Ich dachte, es ist an der Zeit, dass ich mich vorstelle. Joe Hyde." Der Mann streckte der Ärztin die Hand entgegen.
"Ich hoffe, damit fallen wir nicht zu sehr aus dem Rahmen, als dass wir uns einen neuen Job suchen müssten. Josephine legt großen Wert darauf, dass diese Sache nicht zu publik wird. Sie hält mich medikamentös zurück, so lange sie unter Leuten ist."
Ihr Blick ruhte auf Joey und verriet in nichts, was auch immer in ihrem Kopf vorgehen mochte. Überraschungseffekte für Jean zu kreieren war eine schwierige Sache, solange man es auch nur wagte einen winzigen Moment darüber nachzudenken. „Joe Hyde“, meinte sie und lächelte, als wäre eben nichts geschehen. Hey, es war nichts geschehen! Sie kam ein paar Schritte auf ihn zu und schüttelte ihm die Hand. „Ich bin erstaunt, wie gut sie sich verstehen“, meinte sie und ließ das Thema von wegen der Ähnlichkeit zu einer gewissen Romanvorlage unter den Tisch fallen.
Jean hatte schon einige Geheimnisse erfahren, die zu hüten sie nicht unbedingt immer bereit war. Aber Padraig zum Beispiel hat sich früher oder später selbst dazu bereit erklärt, einige Dinge von sich zu offenbaren. „Eine sehr außergewöhnliche Gabe haben sie da... allerdings sollten ihnen Langzeitnachwirkungen diverser Medikamente... sagen wir zum Beispiel Hormone, bekannt sein und ich als Ärztin würde ihnen eher davon abraten.“ Sie strich sich das Haar zurück.
"Das ist richtig, Dr., davon ausgehend, dass der Körper darauf reagiert wie ein sagen wir gewöhnlicher. Was jedoch aufgrund der physischen Besonderheiten nicht der Fall ist, und nach inzwischen 5 Jahren sollten erste Anzeichen von Folgeschäden aufgetreten sein, finden sie nicht?"
Er nahm Platz, sollte die Frau nun aber damit rechnen, dass er sich widerstandslos untersuchen ließ, so hatte sie sich getäuscht. Zumindest das hatte er mit seinem Alter Ego gemein, die Abneigung gegen experimentelle Untersuchungen, die Ärzte gern als Routine bezeichneten, um sie beide zum Einverständnis zu bewegen.
Sie wirkte ein wenig wie Arnold und der konnte ihren Emotionen folgen.
"Welche Gabe besitzen Sie denn, Dr. Grey?"
Wie wartete geduldig ab, bis er Platz genommen hatte und machte sich dann daran, auf ihrem Schreibtisch Platz zu schaffen. Wobei einige der Dinge es lieber vorzogen sich selbst wegzuräumen. „Ich bin Telekinetin, ich kann Dinge mit meinen Gedanken bewegen“, fügte sie hinzu und setzte sich an ihren Laptop. „Darüber hinaus verfüge ich noch über einige telepathische Fähigkeiten“, irgendwie kannte sie diese Sätze, die hatte sie doch Logan damals ähnlich an den Kopf geworfen. Nur, dass ihre Fähigkeiten bis heute enorme Fortschritte gemacht haben, die sie jedoch pfleglichst zu kontrollieren versuchte. Demnach wussten eigentlich nur der Professor und Scott, wie ihr Trainingsstand genau war.
Ihre grünen Augen fixierten Joe über den Laptop hinweg. Er hatte Angst vor einer Untersuchung? Jean war ganz gut in der Lage, ohne Hand anlegen zu müssen, den Gesundheitszustand eines Menschen zu bestimmen. OK, bei Tieren auch, aber sie war kein Tierarzt, abgesehen von einigen Kids, die sich in Tiere morphen konnten.
„Ich spreche nicht nur von gewöhnlichen, menschlichen Folgeschäden. Aber haben sie nie daran gedacht, durch etwas Training und Kontrolle ihre Umwandlung in den Griff zu bekommen? Wenn ich mir das so ansehe, kann ich mir zum Beispiel Nebenwirkungen in der Form vorstellen, dass sie durch langfristige Einnahme von künstlichen Hormonen, ihre Umwandlungen zwar kontrollieren können, sie dadurch aber durchaus die Fähigkeit verlieren, es aus eigenem Antrieb heraus zu kontrollieren.“ Sie schob sich die Brille auf die Nase. „Es ist das erste Mal, dass mir etwas dergleichen begegnet, aber ich habe gelernt, dass der eigene Wille stärker sein kann, als jedes Medikament. Und ich muss ihnen dringend raten, die Hormonzufuhr zu stoppen und durch Training ihre Gabe eigenständig in den Griff zu bekommen.“ Irgendetwas hatte Jean gerade geritten, oder? „Ich will ihnen jetzt keine Predigt halten, auch wenn es dafür zu spät sein dürfte. Aber sie werden nicht immer Hormone zur Hand haben. Sie werden nicht immer so geregelte Tagesabläufe haben. Ich kenne viele Menschen mit Gaben und bisher waren Medikamente nicht die beste Lösung. Es ist eine zeitweilige Hilfe, aber irgendwann werden sie in die Verlegenheit kommen, in der ihnen nur noch der eigene Wille helfen wird, ihre Gabe zu kontrollieren.“
Jean machte eine Pause! Welch ein Wunder!
Dafür tippte sie einige Daten in ihren Laptop ein und würde man hinter ihr stehen, sähe man, dass sie eine Akte bezüglich Miss Hyde anlegt.
Cait hatte zwar noch zwei Stunden bis zum Dienst, muste aber schon ein wenig vorbereiten, weshalb sie recht kopflos ins Büro gestürzt kam.
Zum einen wollte sie die entwendete Packung Schlaftabletten unauffällig in den Medikamentenschrank zurückbefördern. Seit einer Woche hatte sie keine mehr gebraucht, ein gutes Zeichen.
Zum anderen lagen noch die nicht abgetippten Berichte in ihrem Fach...das sie in eine Besprechung platzte war ihr natürlich dabei mehr als nur unangenehm...zumal sie den Kerl nicht einmal kannte, der da was mit Doc Grey besprach.
"Tschuldigung...ich wusste nicht...dachte du bist draußen bei...na egal. Lasst euch nicht stören ich bin ganz schnell wieder weg..." entschudligte sie sich und ging hinter den Schreibtisch, zum Schrank mit ihrem Postfach...
Dummes Timing, wie immer!
Das kleine Tablettenmagazin verschwan erstmal in den Tiefen ihres Postfaches, ehe sie die Akten rausholte.
Cait trug den Thermal-Anzug, der sie schon seit Brookes glorreicher Idee täglich mit gleichbleibender Körpertemperatur versorgte und darüber lediglich eine leichte Sommerhose und eine blaue Bluse...es war toll nicht mehr ausschließlich in dicken Norweger-Pullovern rumlaufen zu müssen.
Wenn sie schonmal hier war....dann önnte sie Jean auch gleich fragen wegen:
"Ganz kurz noch ...ich möcht nicht stören...ehm..Doc, weißt du wann diese psyschologiche Berater-Dingens da eigentlich ihre Sprechstunde macht? Hab sie erst eins-zweimal getroffen... nicht das ich da hin will..muss..möchte..dingens..egal..weißt du es?"
Es zeichnete sich nach und nach ein Schmunzeln auf seinen Lippen ab.
"Meine Rede, Dr. Grey. Bedauerlicherweise zieht Josephine es allerdings vor, sich nicht auf ihre eigene Kontrolle allein zu verlassen, was ich ihr nicht einmal verdenken kann. Immerhin ist die Wandlung nicht allein vom Stresshormon Adrenalin abhängig, worauf Sie ja wohl mit Ihren Ausführungen zum Training und zur Selbstkontrolle anspielen, es ist vielmehr eine hormonell induzierte Wandlung, die hauptsächlich dann stattfindet, wenn der Östrogenspiegel unter dem des Testosteron liegt."
Welche Situationen eine derartige Hormonspiegelverschiebung verursachte, darauf ging er zunächst nicht ein. Und allein die Tatsache, dass jeder Mensch sowohl männliche als auch weibliche Hormone hatte, machte Josephine's und seine Lage zu einem Balanceakt, der zwar von Selbstkontrolle gestützt war, sich jedoch nicht allein darauf stützen konnte.
Cait's Schritte näherten sich schnell, so dass das Thema hier ohnehin vorerst ein Ende finden musste.
Er wandte sich halb um, um die Frau, die da hereinkam zu mustern.
Die blaugrauen Augen folgten der Frau. Eine attraktive Person. Zu schade, dass Josephine ihm sicher nicht genug Zeit lassen würde, sie einmal näher kennen zu lernen.
"So weit ich weiß, Miss, ist Dr. Jenkins-Hyde täglich nach dem regulären Unterricht für die Schüler da," kam er Dr. Grey zuvor.
Cait schaute auf zu Mr. was weiß ich...
"Ah....ja...mh..und für die Nicht-Schüler? Nur interessehalber. Ich kenn einen, der kennt einen, der einen kennt...der das wissen will.." sie grinste.
Und by the way...
"Wer sind sie überhaupt?"
Ok, nicht die freundlichste Frage...aber der Fremde schien sich ja bestens hier auszukennen. Nicht noch ein neuer Angestellter?
Cait hatte ohnehin mit diesem Namen-Gesicht-Merken zu kämpfen.
"Ich bin Joe," gab er ihr zur Antwort, stand auf und reichte ihr die Hand.
"Und ich glaube, Nicht-Schüler können sich dann vormittags bei ihr einfinden."
Mit seinem Lächeln hätte er Werbung für Zahnpasta machen können, als er erneut ebenmäßige, weiße Zähne entblößte.
"Mit wem habe ich das Vergnügen?"
Irgendwie kam sie ihm bekannt vor.
Ah, die Biologie-Referendarin.
"Ach...sie sind Joe..." Cait lächelte reizend zurück, als ob das alles erklären würde und schaute dann Jean mit großen, fragenden Augen an. Und wer zum Teufel ist bitteschön Joe???
Aber unhöflich wollte sie ja nicht sein "Ich bin Caitlynn...ich gebe hier am Institut Biologie-Unterricht und helfe als Schulschwester aus."
"Sehr erfreut."
Wenn sie mehr als das erwartet hatte, musste er sie enttäuschen.
Interessant war jedoch der Blickwechsel zwischen den Frauen.
Würde die Ärztin die Bitte der neuen Kollegin entsprechen?
Das nervöse Tippen auf dem Laptop stoppte und Jean blickte gerade auf, als Caitlynn ihr diesen fragenden Blick zuwarf. Von der Ärztin jedoch kam nichts weiter als ein kurzes Schulterzucken. ~Er bat mich, es geheim zu halten. Sieht aus, als müsstest du ihn selbst ausfragen.~ Das war das einzigste, was Caitlynn von ihr erfuhr, bevor sie auch schon wieder über ihrer Arbeit saß und nichts den Anschein hatte, als hätte sie gerade Gedankenaustausch betrieben.
„Wenn sie uns nun entschuldigen würden, Joe.“ Jean erhob sich von ihrem Sitz und würde ihm noch einmal die Hand schütteln. „Ich habe etwas dringendes mit meiner Schwester zu besprechen“, fügte sie an und begleitete ihn noch bis zur Tür. „Es tut mir leid, aber wir müssen unser Gespräch ein andermal fortsetzen. Vielleicht bei einer Tasse Tee?“
Leise rastete die Tür ins Schloss und Jean kam es so vor, als würde sie das Klicken mehr spüren als hören. „Cait, is there something you wish to tell me?“ Langsam wandte sie ihren Blick zur Seite und fixierte Caitlynn mit ihren grünen Augen. Die fein geschwungenen Augenbrauen senkten sich ein wenig tiefer und verliehen ihr einen überaus ernsten Ausdruck.