Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Geheim???
Warum schleppt denn hier jeder Geheinisse mit sich rum?
Und nein, Cait würde da nicht nach fragen...es war egal wer, Joe-ohne-Nachnamen-bin-einfach-so-im-Institut hier wollte.
Sie nickte ihm dennoch zu, kein Grund unfreundlich zu sein...er war es ja im Grunde auch nicht udn wartete bis sie alleine im Büro waren.
Was hatte Jean denn wichtiges mit der Schwester zu besprechen.
"Ehmn...ich wollte ihn jetzt aber nicht irgendwie rausekeln, oder so...ich wollte wirklich nur kurz..." dann sah sie Jeans Blick und verstummte.
"Also eigentlich...nicht...ich, nun...ich mache Privattraining mit Dave, wie du es mir geraten hast...aber es will einfach nicht so gut klappen, wie bei ihm...er ist halt jung und motiviert...und dann bin ich auf deinen Rat eingegangen und habe mit Brooke geredet. Naja, sie ist zu mir gekommen und nun tragen wir beide diese heißen Outfits. Mal sehen?"
Cait schien sich gerade wirklich nicht im Klaren auf welches Thema Jean eigentlich wirklich hinaus wollte, jedenfalls knöpfte sie rasch die Bluse auf, um Jean ihr X-odus-Outfit zu präsentieren.
Also jetzt mal ganz ernsthaft. Wollte Caitlynn ihren Kopf riskieren? „Nun gut, wenn du es mir nicht von allein sagst“, mit diesen Worten trat sie an den Medizinschrank, der Aktion mit dem aufgeknöpften Hemd keinerlei Beachtung schenkend. „Ich würde nur zu gern wissen, aus welchem Grund in letzter Zeit Schlaftabletten verschwinden. Zudem gibt es keinerlei Einträge, dass sie einem der Schüler verschrieben worden wären. Also? Was machst du damit?“ Ihre Stimme war gespannt, denn Schlaftabletten waren nicht witzig, vor allem wenn sie spurlos verschwanden.
Falls die Telepathin auf Caits Gedanken fixiert war, dann hatte sie schonmal ein gedachtes Geständnis.
Tja, die Junkie-Echse war ertappt- aufgeflogen...wielange hätte sie es überhaupt geheim halten können.
Zu Beginn ihrer unruhigen Nächte hatte sie ja sogar versucht die Einträge ins Medizinbuch zu fälschen. Mal hatte Karl ein paar imaginäre Tabletten verabreicht, mal Mika. Pad nach seinem Unfall usw. aber mit der Zeitwurde sie wohl schlampig. Aber das war nun egal.
Drogenmissbrauch im großen Stil.
Cait schnürte sich der Hals zu. Das gab wohl kein Geschenk von Santa dieses Jahr. Sie bemerkte wie ihre linke Hand zitterte, während sie sich das Oberteil wieder zuknöpfte.
"Ich habe damit meine Mutation unterdrückt..." ihre Stimme klang ziemlich belegt. Sie wusste nicht ob sie sich setzen, oder stehen bleiben sollte.
"Und die Alpträume, die ich seit...einigen Wochen hatte. Hab lange Zeit kein Auge zu bekommen Nachts...und wenn, dann bin ich morgens in meiner Scheiß Echsengestalt wieder zu mir gekommen..." auf wen war sie wütend...auf sich.
Nicht losheulen. Auch wenn es Grudn dazu gab, aber das musste auf nachher verschoben werden, wenn sie alleine war.
Alle Folgen spulten sich in einem ziemlich miserablen Film in ihrem Kopf ab...Job als Krankenschwester futsch...Job als lehrkraft futsch...Capoeira-AG weg....raus aus dem Team mit der Drogen-Tussi!
Raus aus...dem institut.
Caits Hand verkrampfte.
"Tut mir leid..." nuschelte sie und agte nicht Jean anzuschauen, wie ein Kind, das etwas Schlimmes angestellt und Vertrauen missbraucht hatte. Etwas sehr Schlimmes. Bitte erzähl es keinem...
Eine ganze Weile stand sie vor dem Medizinschrank und starrte die aufgereihten Schachteln, Döschen und Verpackungen an, bevor sie sich umwandte, zu ihrem Schreibtisch ging und mit lockerer Hand etwas auf ihren Notizblock kritzelte. „Ich erwarte, dass meine Mitarbeiter loyal sind, Caitlynn. Ich erwarte, dass du alle Einträge korrigierst und dir selbst zuschreibst. Außerdem erwarte ich, dass du die Probleme mit deiner Mutation als Grund dafür nimmst, öfters in der AG aufzukreuzen. Darüber hinaus“, sie erhob sich und reichte ihr den Notizzettel: „erwarte ich, dass du regelmäßige Besuche bei unserer hauseigenen Psychologin Miss Jenkins-Hyde auf dich nimmst und über deinen Medikamenten Missbrauch, sowie deine Unfähigkeit zur Problembewältigung vorträgst und alles tust, was sie von dir innerhalb der Therapie erwartet. Bis ich von ihr höre, dass es dir besser geht, bist du von deinen Pflichten als Krankenschwester suspendiert. Alles weitere, wie ein Gespräch mit der Schulleitung überlasse ich dir und deinem Gewissen. Deine Schlüssel bitte.“
Auf dem Zettel stand eine kurze Notiz, die ein Datum enthielt und die Einladung zum Kaffe für Miss Jenkins. „Sei so freundlich und gib Miss Jenkins das, wenn du gleich zu ihr gehst.“
Sie war Schwester...keine Patientin.
Das war nicht gerecht.
Und eine Psychologin brauchte sie auch nicht! Die war für die verdammten Kinder da! Die Kinder brauchten eine Psychologin...nicht sie! Das waren Alpträume...mehr nicht. Nur Alpträume...Wahnvorstellungen vielleicht...die einen Nachts heimsuchen...
Das durfte Jean nicht.
Caits zitternde Hand nahm den Zettel an sich, sah drauf, aber die Tränen, die ihr im Auge standen, verboten ihr das Geschriebene zu lesen.
Mit der anderen suchte sie wie in Trance den Schlüssel... Du schaffst das doch gar nicht alleine... du brauchst doch deine Krankenschwester...
Die Gedanken wüteten in Cait. Ihr Inneres verkrampfte.
"Es tut mir wirklich leid, Jean...bitte glaub mir das."
Wie erniedrigend...was tust du hier Cait...das ist Erniedrigend.
Sie weiß gar nicht, was du durchgemacht hast und keine Psychologin der Welt kann dir das abnehmen! Ssssie weiß nichtssss davon!
Endlich hatte sie den Schlüssel gefunden - er fiel ihr aus der Hand, landete klimpernd auf dem Schreibtisch. Dann stolperte Cait am Tisch vorbei- zurück zu ihrem Postfach und wühlte die Tablettenpackung hervor.
"Ich konnte nicht schlafen..." erklärte sie erstickt.
Szenarios drängten sich in den Kopf - Tylers Reaktion, Charleys...Logans..Scotts...die Kids...alle. Sie gab die Tablettenpackung an Jean. Nicht losheulen!
"Ich will nicht..zu dieser Therapeutin"
Sie wiegte die Schachtel in ihrer Hand. Caits Gedanken waren zu verstehen, doch es gab keinen anderen Weg. „Du hast einen Fehler gemacht. Wir könnten das Problem mit deinen Alpträumen, deinen unbewussten Verwandlungen und deiner Verschlossenheit sicherlich auch im kleinen Kreis besprechen. Allerdings würde ich gerne ein Exempel statuieren. Weißt du, die Kinder haben bisher kein Vertrauen in Miss Jenkins und ich habe die Hoffnung, dass wenn sie merken, dass du als Erwachsene und Lehrerin dir von ihr helfen lässt, dann gewöhnen sie sich an den Gedanken, dass sie zu ihr gehen können und sie ihnen helfen kann.“ Die Packung wurde sorgfältig in den Schrank zurück gebracht. „Andererseits müssen wir auch testen, wie gut sie mit den Problemen anderer zurrecht kommt und wir als Vorbilder sollten mögliche Risiken testen und ausmerzen, nicht? Ich weiß, dass du im Moment geschockt von meinen harten Maßnahmen bist und im Moment will ich nur, dass du mit ihr einen Termin machst, den du im Laufe der nächsten zwei Tage wahrnimmst. Ich denke, du brauchst erst einmal etwas Ruhe, um zu begreifen, wieso ich so hart zu dir bin.“
Cait verstand, ohne verstehen zu wollen.
Jean war ihr eine sehr gute Freundin geworden, trotz des professionellen Verhältnisses. Und sie war Ärztin.
Unnötiger Stolz hatten Cait nicht zu ihr geführt, als es hätte sein sollen.
Und nun erschien ihr alles hart und ungerecht...und es sollte auch noch öffentlich werden.
Die Biologie-Lehrerin bei der Seelenklempnerin...die sportliche, hübsche Trainerin nahm Tabletten und hatte Wahnvorstellungen. Die Freundin...war nicht zurechnungsfähig...das Teammitglied war eine Gefahr...
Was wenn ich es nicht mache! Niemand kann mir vorschreiben, was ich machen soll...
trotzig wie eine pubertäre Teenagerin. Schwachsinn!
Meine Verschlossenheit! JEDER an diesem verdammten Institut hatte mindestens ein genauso verdammtes Geheimnis. Niemand war ehrlich, wenn man ehrlich war.
Sie war genauso verschlossen wie alle anderen auch...
Wem erzählst du das?
Diese Alpträume waren so real...was wusste eine dahergelaufene Psycho-Tussi schon von ihren Problemen?
Cait drückte sich an Jean vorbei, ohne sie anzusehen. Scham und Schmerz zwängten ihre Lunge ein...der Kopf hämmerte, Gefühle und Gedanken zankten da oben um die Oberhand.
Dann die Kälte der Türklinke. Cait drückte sie herunter...sie würde in nächster Zeit nicht mehr in diesem Büro arbeiten.
Ein Exempel...
sie würde sich in ihr Zimmer verkriechen...Scheiß Idee.
Was war nur mit dieser Frau los? Jean verstand so ganz und gar nicht, wie sie mehr und mehr von ihr erkannte, dass Caitlynn wiederum vor den Anderen und ihr zu verbergen schien. Wo sollte das nur hinführen? Ständig flüchten, ständig verstecken, ständig der Wahrheit ein Schnippchen schlagen. Allerdings tat Cait gut daran, sich zu offenbaren, ihre Fehler einzugestehen und mit den Konsequenzen zu leben. Sonst gäbe es Dinge, die Jean am Ende doch in die Hand nehmen musste.
Das alles degradierte ihr Bild von Caitlynn mehr und mehr in Richtung pubertierendes Mutantenmädchen. Hatte Erwachsen sein nicht etwas zu tun mit „Für seine Fehler gerade stehen“? Kindern ließ man einiges durchgehen, denn sie wussten es doch nicht besser.
„You knew, you were doing something wrong, didn’t you?“
Jean sagte das allerdings in den mittlerweile leeren Raum hinein.
Cait gab sich Mühe die Tür zum Krankenzimmer nicht zu zuschlagen. Sie schwankte den Gang entlang, schluchzte und rieb sich die Augen. Nicht zu laut, keine Aufmerksamkein errgen.
Die rechte Hand krampfte wieder, ballte sie zur aust, knüllte Jeans Notiz zusammen. "Nicht deine Schuld...essss ist dieser Ort! Esss sind die anderen!
Vielleicht? Vielleicht auch nicht...
Cait schaffte es bis zur Treppe, als die Verwandlung einsetzte. Wie versprochen dehnte sich der X-odusAnzug mit dem Körpervolumen mit. Kleine Nähte öffneten sich reibungslos, ließen Stacheln und Schwanz ins freie. Ein zorniges, heiseres Zischen. Dann schleppte sie sich weiter das Treppenhaus hoch, den zerknüllten Zettel immernoch in der Hand.
Dachgeschoss...sie stand vor der Tür ihrer Zimmernachbarin.
Dr. Jenkins-Hyde...