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nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
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Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
(( so, ich treib das jetzt hier mal bischen voran, ist ja ätzend wenn es nicht weiter geht, Wartezeit in allen Ehren, aber bischen vorwärts gehen muss es ja nun wohl auch ))
Stan hatte sich zu ihr aufs Bett gesetzt und hielt sie immer noch im Arm. Es war tröstlich und sie fühlte sich gleich ein Stück besser. Cath hätte der guten Frau Doktor die Augen ausgekratzt, wenn sie Stan hinaus geschickt hätte.
Und nein, sie wollte nicht schlafen. Sie fühlte sich getrieben, es zerrte an ihr und schubste sie in eine Richtung, die ihr nicht ganz klar war. Als würde eine Stimme ihr zuflüstern "Versuch es nochmal, versuch es nochmal"
Und so fasste sie nochmal alles mit kurzen knappen Worten zusammen, was sie vorhin schon Kassander und Kurt erzählt hatte.
Die zugemauerte Wand, den Kerker und die Schmerzen, die Fesseln und die Fackeln, dann der Gedanke mit den Mönchen. Die dicken Mauern und die Kälte, das tropfende Wasser. Ihr war es egal ob die Frau ihr glaubte oder nicht. Sie hatte ihn gehört und sie hatte ihn gesehen. Nein, dass war nicht ganz richtig, sie hatte ihn berührt und von den Ketten befreit.
Ihr Kopf hämmerte immer noch und ihr Nacken sagte ihr bei jeder Bewegung, dass die Nerven es nicht gut fanden, was sie da trieb.
Aber Mr Summers brauchte Hilfe. So wahr sie Cathrina McKillian hieß. Und sie würde alles tun, um ihm zu helfen. Ein Schotte vergibt nie und vergisst auch nie.
Aber warum nicht den Spieß umdrehen und Frau Doktor mit einbeziehen?
Sie ließ ihr nicht die Zeit, das eben gehört zu überdenken. Wer Zeit zum Denken hat, kommt auf die dümmsten Ideen. Das sagte ihr Großmutter immer und die hatte meistens recht. Sicher war es nicht ganz fair, Jean so zu überrumpeln, aber was war schon fair?
"Ich möchte es nochmal versuchen und sie bitten, dabei zu sein."
Sie war gerade dabei sich einige Daten auf ein Klemmbrett zu notieren, als Cathrina der Wahnsinn zu überfallen schien. Nicht nur, dass sie alleine sich beinahe an den Rand der Belastbarkeit getrieben hatte, nein nun wollte sie auch noch jemanden mitnehmen. Scott hin oder her, wie blödsinnig konnte dieses Kind sein? Nichts auf der Welt ist es wert sich selbst derart in Gefahr zu bringen, erst recht nicht, wenn man mit seinem Handeln ein ganzes Institut voller Erwachsener strafbar macht. Nicht nur rotierte der Hippokratische Eid in ihr gerade in seinem Grab, sondern auch alles, was sie über das Rechtssystem gelernt hatte und überhaupt, es war schlicht und ergreifend hirnrissig.
Jean legte das Klemmbrett beiseite und sah Cathrina an. „Gut, versuch es“, meinte sie trocken. Denn eines gab ihr Sicherheit, das Mädchen hatte kaum noch genügend Kraft übrig, es würde weder sich, geschweige denn sich und Jean durch irgendwelche Sphären katapultieren können.
Sie traute ihrer körperlichen Verfassung nicht im geringsten einen erneuten, derartigen Trip zu. So sehr sie ihre Aufopferungsbereitschaft auch bewunderte.
Cath war im ersten Moment überrascht, dass Jean so bereitwillig zustimmte aber dann nickte sie und lächelte der Ärztin zu. Wie sie Jean mitteilen wollte, ob und was sie gefunden hatte, war ihr noch nicht so richtig klar. Aber vllt. konnte Jean ja hören, was in Cath´s Kopf dann passierte.
Wahrscheinlich wollte Jean ihren Mann genauso zurück haben wie Cath. Nur aus anderen Gründen. Für Cath war es Ehrensache, die Ehrenverpflichtung einer Schottin. Für Jean war es die Liebe, was Cath aber trotz ihrer jungen Jahre große Hochachtung abverlangte.
Sie machte sich von Stan los und legte die Hände auf die Oberschenkel, wie sie es gelernt hatte. Dann schloss sie die Augen und atmete tief und gleichmäßig und trotz der Kopfschmerzen konnte sie sich so konzentrieren, dass sie nach wenigen Minuten ihren Herzschlag hörte. Und sie hörte die Stimmen von weit her kommen, das Wispern der zeit, wie sie es für sich nannte.
Und dann hatte sie den Strom gefunden. Er floss gleichmäßig und ruhig, kraftvoll und mächtig. Im ersten Moment war sie erschrocken, dass er diesmal so mächtig war. Bei ihren anderen Versuchen war es eher ein ruhiger kleiner Fluss und nun ein mächtiger Strom. Aber sie überwand ihr Erschrecken rasch und legte den Kopf schief um zu lauschen. Die Stimmen schwollen an und verebbten wieder. Aber sie suchte die Stimme von Mr Summers. Und immer tiefer versank sie in das Wispern.
Strom gefunden, gut und schön. Aber überschätzte Cathy ihre Fähigkeiten im Moment nicht gewaltig?! Oh doch, das tat sie. Cathrina war nie in der Vergangenheit gewesen, sie hatte die Stimmen vergangener Tage lediglich hören können. Und obwohl sie kurze Einblicke in die Vergangenheit erhalten hatte, war es noch ein weiter Weg, bis sie wirklich einmal mit voller physischer Erscheinung in einer anderen Zeit würde handeln können. Sie hatte zwischen den Zeiten gehangen, denn Kurt und Kassander hatten sie wie durchscheinendes Glas wahrgenommen und Cathy hatte in diesem Moment weder in der einen noch in der anderen Zeit in irgendeiner Weise handeln können. Alles, was sie in diesem Moment eigentlich wahrnehmen konnte, war, wie ihr Energie entzogen wurde. Wahrscheinlich würde ihr noch einmal schwarz vor Augen werden, denn geschwächt musste sie schon genug sein. Wahrlich keine sonderlich gute Idee, noch einmal in den Zeitstrom tauchen zu wollen - das war kein Kinderspiel, ganz im Gegenteil. Und so verantwortungslos zwischen den Zeiten zu springen forderte gewaltigen Tribut. Cathy hatte eine große Lektion noch nicht gelernt: Man musste auch Verantwortung für seine Mutation übernehmen und konnte nicht einfach handeln wie einem der Sinn danach stand. Gewiss, es war ihr Wunsch, Scott Summers zu helfen und ihre Impulsität hatte sie nicht nachdenken lassen. Aber glaubte sie wirklich, dass SIE schon so gut war zu bestimmen, genau an dieser Stelle wieder in die Zeit zu tauchen, in der auch Scott war? Nein... im Moment war es noch das Zeitgefüge selbst, das bestimmte, was es ihr zeigte. Und im Moment war es aufgrund der Spannungsfelder um das Institut herum empfindlich gestört, so dass es Cathy nur in ein einziges Land katapultierte: In das Land der Träume.
Hallo? Was zum Henker ging eigentlich im Moment so mit Jean ab, hm? Es war ja nicht so, dass er nicht verstand, dass es sie wahnsinnig machte, ihren Freund irgendwo in der Zeit verschollen zu wissen, aber konnte sie darum nicht dennoch etwas höflicher sein? Vielleicht war er aber doch nur der spießige Engländer, der eben anderes gewohnt war und allmählich so ekelhaft überheblich wie Richard Burleigh wurde. Er jedenfalls schnaufte nur, als sie nicht einmal einen TON sagen konnte und ihnen nur einen Blick zuwarf, der sie wiederum aus dem Zimmer warf. Was Kurt und er hier gemacht hatten? Sie hatten Cathy hier her gebracht, was war denn das für eine dumme Frage. Nein, sie waren natürlich auf Schaulustigentour.
Nichts für ungut, er hatte genickt, als Cathy ihm die Geschichte erzählt hatte und ihr noch einmal die Hand auf die Schulter gelegt, ehe er sich umgewandt hatte und zu Kurt auf den Gang hinaus gegangen war. Jean konnte wohl noch am ehesten mit Cathrinas Schilderungen anfangen, immerhin war sie Telepathin und zudem noch eher in diese Rettungsaktion involviert. Er hingegen musste schauen, dass der Laden dennoch genauso weiterlief wie bisher, auch wenn nun einige Lehrer fehlten und der Unterricht anders organisiert werden musste.
"Sag mal... warst du in irgendeinem Schulfach richtig gut?" fragte er Kurt auf dem Gang. Aber wahrscheinlich war der andere gar nie zur Schule gegangen, oder? Dennoch konnte er ihm doch bestimmt mit irgendwas helfen - und wenn es nur in der Organisation der Klassen war. Er würde sich gleich morgen mal damit auseinandersetzen. Nora konnte ihnen dabei ja ebenso hilfreich sein. Vielleicht konnte sie ja in irgendeinem Fach aushelfen... man würde sehen.
Cathrina spürte es kommen. Da war ein Zittern irgendwo was ihr sagte, dass sie auf dem falschen Weg war. Wie kleine Wellen wenn man einen Stein in einen See geworfen hatte. Und so konnte sie nur nochmal kurz die Augen aufmachen, Jean ansehen ein kurzes "es geht nicht" flüstern und dann langsam in Morpheus Arme umsinken.
Sie würde sich ärgern, dass es nicht nochmal geklappt hatte sobald sie die Augen wieder öffnen würde.
Aber sie würde auch nachdenken, warum wieso und weshalb. Und sie würde es herausfinden. Zu schnell und zu viel auf einmal gewollt. Zwar aus den besten Beweggründen aber trotzdem zu schnell.
Im Moment allerdings schlief sie tief und traumlos um die verlorene Kraft wieder zu erlangen und um diesen grässlichen Kopfschmerz zur Ruhe kommen zu lassen.
Er stieß sich von der Wand ab, an der er eben noch gelehnt hatte.
War er enttäuscht, dass es "nur" Kassander war, der herauskam.
Nein, eigentlich war er eher froh, dass überhaupt jemand aus diesem Raum zu ihm kam, denn es waren doch ein paar Minuten verstrichen seit er hier wartete und er hatte bereits mit dem Gedanken gespielt, wieder ins Zimmer zurückzukehren.
Kassanders Frage überraschte ihn und er schüttelte den Kopf.
Nein, eine Schule hatte er nicht besucht.
Lesen und Schreiben hatte er sich selbst beigebracht, als er versucht hatte, herauszufinden, warum er anders war als alle anderen.
"Nein", sagte er dennoch, um es nicht nur bei einem Kopfschütteln zu belassen.
"Aber ich interessiere mich für Literatur und Geschichte. Warum fragst du?"
Es war schon seltsam. Er hatte eigentlich gedacht, dass sie nun über Cathrinas Erlebnisse sprechen würden, aber wahrscheinlich würde das an einem anderen Ort zu gegebener Zeit stattfinden.
Kassander versicherte Kurt, dass er ihn morgen noch brauchen würde. Letztlich hatte er ihm nicht alles erzählt, denn das hatte auch noch morgen Zeit. Und da sich um Cathrina gekümmert wurde, wünschte er allen Anwesenden noch eine gute Nacht, ehe er in sein Zimmer ging.