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nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
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Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
„Wenn der Herr sich nun mal beeilen würde? Wir haben schließlich nicht den ganzen Tag Zeit.“
Und vor allem hatten sie Verpflichtungen die es einzuhalten galt. Ausnahmsweise tummelte sich Dinand heute mal nicht im Musikraum herum, dass lag einfach daran, dass er ein weiteres Mal die Maschinen hatte ausleihen können und auch wenn sein Leben nun mal die Musik war, musste er ab und an einfach raus und was unternehmen. Halsbrecherisch in den Highlands bei Schnee und Eis Motocross fahren bot da einen sehr schönen Kontrast. Doch leider war ihr kleiner Ausflug nicht nur vergnügen.
Rohey war so lieb gewesen ihm dabei zu helfen gleich zwei Maschinen vom Verleih in der Stadt zu erstehen und hatte ihn auch ohne Murren herum kutschiert um ihn wieder ins Institut zu kurven.
Keine Frage, sein Talent lag in der Musik. Dennoch stellte er sich beim Fahren alles andere als dumm an und hatte schon einige Preise, aber auch einige Narben beim Fahren kassiert. Man sollte es kaum für möglich halten, aber manchmal war er einfach ein Adrenalinjunkie und vielleicht auch ein bisschen irre bei solchen Witterungen wirklich fahren zu wollen.
„Nolan! Nun komm schon.“ bevor uns jemand sieht und blöde Fragen stellt, fügte er in Gedanken hinzu und sah in Richtung Terrasse von der aus Nolan eigentlich dazu kommen wollte. Er selbst hatte gerade ein kleines déjà-vu-Erlebnis. Dinand klappte bereits das Visier seines Helms hinunter und zog den Klettverschluss seiner Handschuhe auf dem Handrücken fest. Er könnte sich selbst auf die Schulter klopfen, dafür dass er so klug gewesen war seine Ledermontur mitzunehmen, selbst bei seinem überstürzten Weggang.
Dinand startete bereits den Motor und wartete nur noch auf Nolan damit sie los konnten.
Dass Nolan noch immer nicht auf der Veranda stand, hatte einzig und allein den Grund, dass er nun endlich die Verantwortliche ans Telefon bekommen hatte. Er sah zwar kurz nach draußen, hielt sich dann aber ein Ohr zu, als Dinand den Motor startete und trat wieder zurück in die Küche.
"Ja? Mrs. Bennett? Ich hatte gestern schon einmal angerufen, hat man Ihnen mein Anliegen geschildert? Ja? Ah...fabelhaft. Natürlich, das weiß ich, aber ich würde es dennoch gern für einen Tag mieten. Wenn Sie den Schlüssel also dort aufbewahren würden, wäre ich Ihnen sehr dankbar. Gut, dann zähle ich darauf. Merci beaucoup, Madame. Au revoir."
Er hängte das Telefon wieder ein und schnappte sich seinen Helm, um dann doch recht zügig auf die Veranda zu kommen, die Stufen hinab zu setzen und auf die Maschine zuzuhalten, die ihm Dinand da vorgesetzt hatte. Er war wohl bei weitem nicht so gut wie der Holländer, aber er war waghalsig genug, es mit ihm aufzunehmen. Mit einem leichten Grinsen setzte er sich den Helm auf und klappte das Visier hinab, ehe er sich auf die Maschine schwang und es Dinand gleich tat. Ob er ein Deja-vu Erlebnis hatte? Ja, unbedingt. Dann konnte es ja los gehen...
Dinand wusste schon das Nolan nicht so gut fahren konnte wie er selber und irgendwie machte ihn das seltsam zufrieden, denn sonst kam es ihn manchmal so vor als gäbe es nicht viele Dinge in denen er mit Nolan konkurrieren konnte. Das mochte aber auch einfach daran liegen, dass sie so viele verschiedene Interessen hatten, die beinahe gar nichts miteinander gemein hatten.
Dinand drehte den Kopf noch einmal zu Nolan um und obwohl sein Visier auch schon hinunter geklappt war, war es nicht schwer zu erkennen das Dinand grinste. Er drehte das Gas ordentlich auf und fuhr eine enge Schleife um Nolan, ganz so als wollte er ihn ärgern und weil er ahnte das es für ihn nun besser war zu verschwinden, besonders weil er den Schnee unter seinen Reifen zu Matsch wandelte und dieser auf Nolans Kleidung gelandet war, konnte er es nicht lassen den dicken Mann zu markieren und riss den Vorderreifen seiner Maschine hoch um nur auf dem Hinterreifen in Richtung Tor zu preschen.
Er hatte es eigentlich auf eine heiße Verfolgungsjagd angelehnt und fuhr die Straße in Richtung Inverness hinunter wie ein geisteskranker. Nicht lange und sie würden an dem neubezogenen Haus vorbei kommen von dem Liam Rohey erzählt hatte. Nicht das er unbedingt mit anhören musste was Liam Rohey so erzählte aber diesmal hatte es sich nicht vermeiden lassen. Er liebte die Geschwindigkeit und er liebte die Geschwindigkeit noch mehr wenn er ihr Herr war, allerdings sollte selbst ein Kindergartenkind wissen, dass man bei Schneefall und glattem Untergrund eher vorsichtig sein sollte….
…sie waren nur ein paar Minuten gefahren und Dinand klar in Führung (das musste man einfach erwähnen), als er den kleinen (aber feinen) Stein in der Höhe dieses neuen Hauses nicht bemerkte und sein Vorderrad ins schliddern kam. So eilig blieb ihm nicht viel Zeit zu reagieren und ehe er sich versah verlor er die Kontrolle und rutschte (vermutlich sehr zur Erheiterung von Nolan) auf seine vier Buchstaben aus um abschließend ein paar Meter über den Boden zu kullern…
Dieses Haus sollte ein Ort der Ruhe und Zurückgezogenheit werden. Dass das Haus in naher Nachbarschaft ein Internat hatte (mit Kindern! KINDER!), hatte ihr Makler wohl vergessen zu erwähnen, bei dem Fax über das 'perfekte' Haus für sie. Gut, sie war mit Logan übereingekommen. So lange man die Kinder ihre Wege gingen ließ (die glücklicherweise meistens sehr weit um ihr Haus herum führten) und man seine eigenen Wege ging (weit von den ihren Weg), waren Kinder eine ganz tolle Sache! - Sie würde sich nur trotzdem keine eigenen anschaffen. Eine Katze eventuell, aber bitte keine Teppichtiger!
Es war abzusehen gewesen, seitdem sie von den Schülern wusste, dass der Frieden in ihren eigenen vier Wänden nicht ewig halten würde. Heute brach er mit einem ziemlich gewaltigen 'Rumms' zusammen.
Bei dieser Geräuschkulisse hatte Temperance mit so ziemlich allem Unheil gerechnet, ...aber einen tieffliegenden Holländer, der auf ihren Vorgarten zuschlitterte, hatte sie nun am allerwenigsten erwartet. (Sie müsste sich unbedingt einen ZAUN anschaffen! Eine von diesen wunderbaren Stonewalls am Besten. Bruchstücke davon umgaben das Gebäude ja sogar noch)
Es wirkte eventuell fast, als hätte Tempe nur auf den Unfall gewartet, denn Dinand lag ja kaum auf dem (Hosen)Boden, als die Tür bereits aufgezogen wurde und die Französin herauseilte.
"Mon dieu! Ist was passiert? Sind sie in Ordnung?" Ihr Doktortitel würde ihr bei einem 'Nein' auch nicht weiterhelfen - es sei denn er hatte schwere Persönlichkeitsstörungen von diesem Sturz mitgenommen.
Nein, wirklich erheitert war Nolan nicht. Gut, er war vielleicht ein wenig verärgert, dass Dinand tatsächlich besser war als er, aber man konnte auch nicht alles können. Und als der andere einen wohl recht schmerzhaften Stunt hinlegte, war er absolut nicht amüsiert darüber. Eher im Gegenteil, denn er ärgerte sich jetzt nur noch mehr. Immerhin war er Arzt und jetzt konnte er Dinand auch noch die Knochen wieder gerade rücken, oder was? Er blieb stehen und bemerkte nur am Rande, dass eine Frau aus dem Haus kam, während er den Helm vom Kopf riss und auf Dinand zueilte.
"Du blöder Pisser!" Wirklich nette Worte, wenn man gerade so vom Motorrad gestürzt war wie Dinand, oder? Aber das lag in Nolans Familie (von der er ohnehin keinen Plan hatte). Dinand sollte es ihm also nicht übel nehmen, er musste es ja auch besser wissen. Nolan griff ihm in den Nacken, um ihm den Helm abzustreifen und ihn ansehen zu können. Er bewegte ihn ansonsten nicht viel, weil er nicht wusste, wie es mit inneren Verletzungen aussah. Erst jetzt bemerkte er, dass noch jemand bei ihnen stand, so dass er langsam aufsah.
Gut, er hätte nicht wirklich mit ihr gerechnet und dementsprechend erstaunt war er auch. Es dauerte einige Sekunden, in denen er sie lediglich ansah, ehe er auf Französisch meinte: "Rufst du mal den Notarzt, Temperance?" Es war besser, wenn man Dinand mal durchcheckte, um alles auszuschließen, auch wenn Nolan glaubte, dass er sich nichts gebrochen hatte. Wieder sah er auf Dinand und hob leicht eine Braue. "Tut dir irgendwas weh?" SELBER SCHULD!!
Wenn hier niemand erheitert war, dann wenigstens Dinand. Denn als Nolan ihm den Helm vom Kopf riss konnte er erkennen, dass es nicht die Kälte war die Dinand beben ließ sondern ein unterdrückter Lachanfall. Gut, er hatte sich schon ziemlich das Steißbein poliert und vermutlich hatte er ein paar Tage Schwierigkeiten damit sich richtig hinzusetzen, aber sonst ging es ihm vollkommen gut. Mal ehrlich, die beiden sollten mal ihre Gesichter sehen wie Fische auf dem Trockenen.
„Ich brauche keinen Notarzt. Mit geht es gut und du bist der schlechteste Arzt den ich kenne!“
Zur Veranschaulichung setzte er sich langsam auf, was sein Steißbein nicht wirklich toll fand, aber Dinand, denn noch immer lachte oder kicherte er viel mehr vor sich hin. Das lag nur daran weil er sich vorstellte wie es wohl ausgesehen haben musste wie er hier so die Straße herum kullerte. Ziemlich bescheuert oder?
Er nahm Nolan auch gleich den Helm ab und klemmte ihn sich unter den Arm. „Was habe selbst ich beim erste Hilfe Kurs gelernt, hm? DU hättest mir den Halswirbel stützen müssen.“ War es sehr dreist das er immer noch lachte? Hey, Nolan hatte sich erschrocken, Dinand auch und augenscheinlich die Frau in dessen Radieschen er geschlittert war, auch. „Operation gelungen. Patient tot. Gratulation Dr. Ford.“ Und damit knuffte er Nolan neckend mit dem Ellenbogen in die Rippen und grinste nur noch mehr über das ganze Gesicht, so dass seine dunklen Augen nur so blitzen. Vielleicht war er gerade auch einfach ein bisschen übermütig.
Aber langsam war der Witz auch breit getreten und Dinand rappelte sich stöhnend auf um sich wie ein alter Mann den Rücken zu stützen. Ein wenig versöhnlicher meinte er dann. „Mir geht es gut. Ehrlich. War doch nur ein Sturz.“ Er hätte mal dabei sein sollen als er sich den Stock in den Oberschenkel gebohrt hatte. DAS war ekelhaft gewesen.
„Danke.“ Meinte er mit seiner Akzentklingenden Stimme und streckte Tempe die Hand entgegen. „Ich bin Dinand.“ Und sie war Temperance. Das hatte er sehr wohl mitbekommen, allerdings ließ ihn das auch gleich wieder die Stirn runzeln. „Ihr kennt euch?“ Woher?
War Dinand eigentlich vollkommen bescheuert?? Wo glaubte er eigentlich, wo er ihn gepackt hielt? Hatte sein Kopf gelitten? Hatte er eine Gehirnerschütterung oder ein Trauma? Tatsächlich ließ er seinen Nacken im nächsten Moment los und fand es überhaupt nicht witzig. Eher im Gegenteil; man sollte Nolan nicht kränken, schon gar nicht, was seine Arbeit als Arzt anging, da wurde er dann nur gemein. Und am liebsten hätte er den anderen geschlagen, aber dann knackste es vielleicht doch noch. Trotz allem drückte er ihn etwas unsanft zurück.
"Und du der schlechteste Lügner, den ich kenne. Es ist mir scheißegal, wie es dir geht, wir fahren ins Krankenhaus." Er hatte heute nämlich noch einiges vor und da konnte er keinen Holländer mit Schleudertrauma gebrauchen. Dieser blöde Depp, kicherte da rum wie ein Idiot und machte sich auch noch über NOLAN lustig. Er wollte ja nur von sich selbst ablenken, aber entgegen Nolans sonstigen Reaktionen, schwieg er diesmal - was vielleicht noch schwerer wog als seine zynische Zunge. Nolan erhob sich und nahm seinen Helm wieder auf, um ihn aufzusetzen und Dinands Maschine mit einem Ruck wieder aufzustellen. Er ging nicht darauf ein, dass er Temperance kannte. Oh ja... aber er kannte sie.
Was in drei-Teufels-Namen machte dieser Mann schon wieder in ihrem Leben? Als Nolan den Helm abnahm, war Tempe für wenige Sekunden lang schlichtweg von seinem Anblick ausser Gefecht gesetzt worden. Das er sie ansprach war ihr zwar völlig klar, aber darauf gehört hatte sie nicht wirklich und auch der Grund weswegen sie aus dem Haus gestürmt war, war ihr hier und jetzt abhanden gekommen.
"Nolan?" Und wenn es auch ungewollt war, klang ihre Stimme so kühl, wie die Farbe ihrer Augen in diesem Augenblick war.
Dinands Worte brachten ihr erst wieder zu Bewusstsein, dass hier eine weitere Person mit ihnen am Ort des Geschehens war - und diese auch der eigentlich Grund, warum Tempe sich langsam aber sicher blaue Lippen zulegen würde in ihrer spärlich wintertauglichen Kleidung.
"Temperance de Coligny, aber Temperance reicht durchaus", stellte sie sich schlicht aber dafür deutlich freundlicher, als Nolan gegenüber, Dinand vor und reichte ihm die Hand. "Und sie scheinen immerhin nicht auf den Kopf gefallen zu sein." Das Lächeln schien zufrieden zu werden - wer Nolan derart kommandieren konnte, musste schon ein ganz eigenes Kaliber sein und danach sah Dinand eigentlich gar nicht aus. Nolan galt ein Blick aus dem Augenwinkel, während Tempe die Hand wieder sinken liess und eine einladende Geste in Richtung Haustür machte. "Vielleicht sollten sie sich erstmal eine Pause gönnen. Wenn sie wollen... Ich kann uns einen Tee machen." Es war wohl kaum noch Zufall zu nennen, dass sie bei diesen Worten Nolan weder einblickte, noch für sich selbst in die Einladung wirklich mit einschloss.
Dinand lachte Nolan doch nicht aus, er war einfach nur fröhlich und immer wenn er fröhlich war, dann wurde er ein bisschen übermütig und auch ein bisschen albern. Zugegen, sein Steißbein tat ihm wirklich weh, aber das war nur eine Prellung um das festzustellen mussten sie nicht ins Krankenhaus fahren. Er würde sich nachher eine schmerzstillende Salbe auf die schmerzende Stelle klatschen und fertig war die ganze Show. Eben weil sie noch einiges vorhatten, wollte Dinand eben nicht ins Krankenhaus. Nicht nur das er ohnehin einen tierischen Graus gegen Krankenhäuser hatte, aber sie hatten heute noch etwas vor und wenn sie in die Klinik fuhren würde es tausend Jahre dauern und ihre Pläne konnten sie über den Haufen werfen.
Wieder knuffte Dinand Nolan in die Seite und sah ihn aus großen und dunklen Augen an. Frauen standen eigentlich auf seinen melancholischen Blick und obwohl er Nolan nun nicht zu Nahe kommen wollte, versuchte er doch seinen Kopf sanft durchzusetzen. „Mir geht es gut. Ehrlich.“
Sie beide mussten nicht denken das nicht weiter nachhaken würde woher sie beiden sich eigentlich kannten, aber für einen Moment gab er sich geschlagen und fragte nicht weiter nach. Ein bisschen unterkühlt wirkte Tempe dennoch. Nicht nur weil sie fast nichts am Leib trug bei diesen frostigen Temperaturen sondern auch weil Nolan und sie nicht unbedingt innige Freundschaft verband, oder und genau an dieser Stelle wurde Dinand unverschämt. Hätte er gemäß seiner Erziehung gehandelt, hätte er die Spannungen zwischen den Beiden wahrgenommen und war seiner Wege gezogen, aber so überwiegte einfach die Neugierde. Seinen Helm hatte er sich jetzt unter den Arm geklemmt und so konnte er Tempes Hände abermals fassen und sie mit seinen Händen wärmen bevor sie sich Erfrierungen einholte und ohne Frage strahlte Dinand eine angenehme Körperwärme aus. Bei seiner Mutation war das ja auch beinahe Pflicht.
„Sie sollten wirklich schnell reingehen. Sie erfrieren ja sonst und wenn wir keine Umstände machen trinken wir gern einen Tee mit.“
Er vermied es bewusst zu Nolan zu sehen und lächelte Tempe dankbar an. Sie sollte nur vorgehen, sie würden folgen…oder zumindest er.
Innerlich knurrte er wie ein Schießhund und einen Moment glaubte er, dass er es laut getan hatte. Seine Haltung gegenüber Temperance war ebenso distanziert, wenngleich nicht ganz so unterkühlt. Es hatte eher etwas von einer lauernden Haltung. Und ja, er unterstellte ihr natürlich widrige Beweggründe, warum sie ausgerechnet hier wohnte. Was hatte sie hier in Inverness zu schaffen? Das war wieder eine Sache, die er gar nicht herausfinden wollte, aber leidlicherweise musste. Temperance war eine Frau, die man nie unterschätzen sollte, das hatte Nolan schon bei ihrer zweiten Begegnung gelernt (bei der ersten hatte er sie unterschätzt).
Und nein, er wollte keinen Tee trinken! So Englisch diese Eigenart auch war, so wenig hatte er sie je angenommen. Allerdings konnte er Dinand auch nicht mit ihr allein lassen, sie war wie eine Natter, die sich überall hinein schlängeln musste. Es gefiel ihm nicht, dass sie Dinand eingeladen hatte, aber er würde trotz ihrer Ausladung, was seine Wenigkeit betraf, dreist mit ins Haus gehen. Vielleicht fand er ja einen Anhaltspunkt darauf, warum sie hier war. Ein Briefumschlag von Genethics? Möglich wäre es. Aber war Dinand etwas aufgefallen? Er hatte seit diesem Zusammentreffen mit Temperance kein einziges Mal mehr gelächelt oder auch nur gegrinst. Und er behielt das auch noch bei, als ihm der andere versicherte, das alles in Ordnung war (mal abgesehen davon, dass er als Arzt ohnehin nichts auf "es ist alles in Ordnung" gab). Seine Miene blieb versteinert, seine Augen schimmerten angriffslustig, sollte Temperance auch nur eine Bemerkung machen.
Ob er diese Machtspielereien vermisst hatte? Er konnte gut und gerne darauf verzichten. Aber sie hatte wie immer den ersten Schachzug gemacht und das Spiel war begonnen worden. Mit dem Einsatz war Nolan allerdings überhaupt nicht einverstanden.