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nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
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Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Das synchrone Blinken der Dioden in den beiden Kästchen vor ihm war wie Balsam für Tys Augen. Es hatte ihn den halben Nachmittag gekostet, die kleinen Uhren zu synchronisieren. Mit Hilfe seiner Gabe und eines winzigen Schraubendrehers war es ihm schliesslich auch gelungen, aber es hatte angestrengt, den Durchfluss der Elektronen in einer der Uhren immer wieder zu regulieren.
Doch die beiden, aus billigen Elektronikkomponenten aus dem Katalog zusammengeschraubten Uhren liefen absolut synchron und genau das war es, was Ty wollte. Er war für das Training vorbereitet.
Ein synchrones Piepsen verkündete, dass es genau 1600 war. Vier Uhr nachmittags, eigentlich, aber er konnte sich von der militärischen Version der Uhrzeit einfach nicht losreissen. Und in manchen Ländern Europas machte das die Dinge bedeutend einfacher.
Sein Blick wanderte zur Tür. Wurde Zeit, dass seine Schülerin auftauchte.
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Ja, ein schlechter Scherz, aber den konnte er sich einfach nicht verkneifen. Ihrem Gesicht nach musste er aber noch um Längen schlechter gewesen sein, als er dachte. Oder sie hatte etwas auf dem Herzen. Ihrer Frage nach, war dem wohl so.
Er deutete auf die Turnmatte auf dem Boden.
"Klar können wir reden. Setz dich. Ist was passiert?"
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"Nein, ja... also... passiert.. ich weiß nicht... "
Dann erzählte sie ihm von dem verpatzten Training, von der Stimme und dem Erlebnis mit Scott Summers.
"Ich hab mich übernommen. Aber ich hab es nicht darauf angelegt. Es ist einfach passiert. Und ich hatte das Gefühl, als wollte die Zeit mich einladen zu forschen und zu suchen. Aber ich denke, ich bilde mir das ein. Das kann gar nicht sein. War wohl mehr mein Verlangen, noch etwas zu erfahren.
Als Dank sozusagen, weil er damals mit dabei war, und mich aus dem Labor befreit hat. Wie sie auch. Hab ich einen Fehler gemacht? Ich bin mir einfach nicht mehr sicher, was richtig ist und was falsch ist."
Mit Bangen wartete sie auf seine Antwort. Würde er ihr jetzt sagen, dass das Training sich erledigt hatte oder eine STandpaunke halten, weil sie allein geübt hatte?
Aber er würde es garaniert erfahren, egal auf welchem Weg. Dann lieber von ihr.
Die Tür öffnete sich leise und ein weiterer Gast betrat die Halle.
Der rote Schal war tief in das dunkle Gesicht gezogen, die rechte Hand steckte in der Manteltasche.
Der Besucher verschwand und tauchte neben den Beiden wieder auf.
"Hallo Cathrina, hallo Tyler"
Er nickte und lächelte wohl, denn seine Augen blitzen kurz freundlich, doch der Schal verdeckte seinen Mund.
Er sah sie eine ganze Weile lang einfach nur an und dachte darüber nach, was er sagen sollte. Es wollte ihm nicht wirklich etwas einfallen. Er war weder ein Pädagoge, noch besonders gut im Umgang mit Kindern. Das hatte er vor wenigen Tagen eindrucksvoll bewiesen, und Cathrinas Augen während diesem Augenblick hatten ihn noch lange verfolgt.
"Hallo Kurt. Nein, du störst nicht."
Das Auftauchen des blauhäutigen Deutschen verschaffte ihm sogar noch ein paar extra Augenblicke zum Denken.
Ty hatte unlängst selbst einen Fehler gemacht, sollte er nun Cathrina für einen bestrafen? Mit welchem Recht? Er war weder ihr Lehrer, noch ihr Vater, noch ihr großer Bruder. Aber es war ein guter Gedanke: wie würde er Sarah in diesem Moment behandeln?
"Ich werde dir nicht sagen, was falsch und was richtig ist. Dazu wäre ich ganz sicher die völlig falsche Person. Und auch den Rest deines Lebens wird nicht immer jemand da sein, der dir als moralischer Kompass dient. In der Realität tun wir manchmal die richtigen Dinge aus den falschen Gründen, oder auch umgekehrt. Ich denke, du wirst dir diese Frage selbst beantworten müssen."
Soviel zum ersten Teil. Der andere Teil war, dass Cathrina, die ihm noch beim letzten Mal einen Vortrag über Verantwortung und Angst beim Spiel mit der Zeit erzählt hatte, sich ganz klar nicht an die Abmachung gehalten hatte. Wäre sie ein Soldat unter seinem Kommando, hätte sie eine Disziplinarmaßnahme zu erwarten. Und das ausgerechnet von ihm.
"Und was dein kleines Experiment an sich angeht... ich will hoffen, dass du etwas daraus gelernt hast. Was das für unsere heutige Stunde bedeutet, werde ich mir noch überlegen. Du kannst dich schonmal auflockern, wenn du willst."
Damit war das Thema für Ty durch, zumindest vorerst. Über die Bedeutung dessen, was sie entdeckt hatte wußten sicher schon andere bescheid. Dass man ihm bisher nichts erzählt hatte, würde schon seine Gründe haben. Vielleicht lag es ja an seinem Zustand und dass er noch nicht als offiziell einsatzfähig galt. Und der dämliche Gipsarm gab dieser Einschätzung leider recht.
Er sah zu Kurt hinüber. Ob er etwas wußte? Er war immerhin schon länger hier und auch erfahrener als er. Vielleicht würde er sich nacher noch einmal mit ihm unterhalten.
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Cath nickte Kurt lächelnd zu und freute sich sehr, ihn zu sehen.
Dann hörte sie Tyler zu und wollte schon aufbegehren, als er von ihrem Experiment sprach. Sie hatte nicht experimentiert... oder hatte sie doch? Aber sie hatte es doch gar nicht darauf angelegt etwas zu erfahren. Es war einfach so passiert.
Dann senkte sie den Kopf und trabte davon. Sehr viel klarer war es nun für sie auch nicht. Was sollte sie tun, wenn es wieder geschah?
Cath ging zu den Seilen und fing an zu klettern. Konnte ihr denn keiner Antworten geben? War sie wirklich zu weit gegangen?
Mit einem großen Satz flog sie über den Kasten und ging dann rüber zur Sprossenwand. ... Was wäre wenn?
Kurt nickte Tyler unmerklich zu. Natürlich wusste er etwas darüber, schließlich war er es gewesen, der zu dem bewussten Zeitpunkt mit Cathrina zusammen in der Turnhalle gesessen hatte und ihr beim Üben zugesehen hatte.
Wenn Tyler Fragen hatte, dann konnte er diese stellen, er würde versuchen, sie so gut es ging zu beantworten.
Das Lächeln von Cathrina erwiderte er ebenso freundlich. Es tat gut zu sehen, dass das Mädchen wieder in Ordnung war, auch wenn sie sich immer noch Gedanken darüber machte.
Aber vielleicht war es besser so. Nun würde sie vorsichtiger sein. Zeit war eine gefährliche Mutation und sie benötigte Übung und vor allem die nötige Vorraussicht, um Fehler zu vermeiden.
Seine gelben Augen folgten dem Mädchen, während es am Seil hinaufkletterte.
"Wie geht es dir?", fragte er nach einer Weile, in der sie still nebeneinander gestanden hatten und deutete auf den Gipsarm.
Ty brummte widerwillig als Antwort. "Ich wünschte, ich wäre das Ding schon los. Es stört."
Er sprach nicht von Schmerzen, denn die gab es auch irgendwie nicht. Die Hand mit den gebrochenen Fingerknochen war sicher verpackt.
Er dachte noch immer an Cathrina und hätte Kurt beinahe eine so lächerliche Frage gestellt wie waren wir auch einmal so ehrgeizig? Abgesehen von der Tatsache, dass er sich dann angehört hätte, wie ein alter Mann von mehr als 80 Jahren, lautete die Antwort auf seine Frage Noch viel mehr. Und zumindest was ihn selbst betraf war das die reine Wahrheit, denn Ty hatte seinerzeit auch wie ein Wilder trainiert.
Also verzichtete er auf die Frage und stattdessen zog ein kleines Lächeln über sein Gesicht.
"Hätten wir doch nur eine Spur von den verschwundenen Mädchen. Oder von den anderen." Ty hatte bislang nur herausfinden können, dass es nur Schülerinnen verschwunden waren, die Jungen waren vollzählig. Es war weiter unklar, wo man sie zuletzt gesehen hatte. Dazu war die Hälfte des Teams fort, obwohl sie sich nur ein altes Stück Blech im Keller hatten ansehen wollen.
Es ärgerte ihn einmal mehr, dass man ihm nichts erzählte. Ja, er wünschte sich wirklich, diesen Gipsarm endlich los zu sein. Vielleicht würde man ihn ja dann in alles einweihen.
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Cathrina hängte sich an die Sprossenwand und hang einfach nur so da.
Verflixte Kiste.... wie konnte sie den Leuten nur begreiflich machen, dass sie es ja eigentlich nicht darauf angelegt hatte, dass es eben einfach passiert war.
Alle schienen zu denken, dass sie es mit Absicht getan hatte. Aber sie könnte Stein und Bein darauf schwören, dass die Zeit sie eingeladen hatte, sie ermuntert hatte. Obwohl das hirnrissig war bei näherem Nachdenken. Die Zeit war kein lebendes Wesen. Andereseits, wenn soviele Leute dort ihre Zeichen hinterlassen hatten, war es dann nicht doch möglich? Und dazu noch die Stimmen, die wisperten und flüsterten, das war doch lebendig oder?
Cath ließ sich von der Sprossenwand rutschen und blickte nachdenklich aus dem Fenster der Turnhalle, Kurt und Tyler hatte sie vergessen.
Was war zu tun? Was sollte sie tun, wenn es wieder geschah? Den Kontakt einfach abbrechen?`Aber was würde das für sie bedeuten bzw. für ihre Gesundheit? Und für die Anderen? alle waren in dieser Zeit, dem Strom der sich durch alles und jeden schlängelte und auch jeden betraf.
Würde sie nicht Unheil über die anderen bringen wenn der Kontakt so abrupt abbrach?
Fragen über Fragen und nirgends eine Antwort.
Und in ihrem Hinterkopf lauerte die böse Stimme die zu flüstern begann es zu versuchen, schließlich war es ihre Gabe. Und vllt. konnte sie noch etwas von Mr Summers hören und ihm so helfen. Sagten nicht immer alle, dass sie ihre Mutationen trainieren sollten?
Mühsam widerstand sie der Stimme. Nein, es war schon genug, was sie bei ihrem ersten Training erlebt hatte.
Der letzte Ort, an dem Marinja suchte, war die Turnhalle. Super, da hatte sie den ganzen Mittag und Nachmittag damit verbracht Ty zu suchen und fand ihn nicht weit von dem Ort, von wo sie die Suche begonnen hatte. Aber wer kommt schon auf den Gedanken, jemanden mit Gipsarm hier in der Turnhalle zu suchen; Marinja, zum Glück.
Sie öffnete die Tür zur Halle erst nur einen Spalt breit und entdeckte auch erst Kurt, schon das zweite Mal an diesem Tag, aber gleich darauf sah sie Ty und kam dann ganz in die Turnhalle. Ein Blick durch die Halle verriet Marinja, wer noch alles da war.
Sie stellte sich zu Ty und Kurt und wartete schweigend, bis die Erwachsenen ihr Gespräch beendeten.
"Ich habe auch noch niemanden gesehen, der sich über einen Gips gefreut hätte. Nur Geduld..."
Er folgte weiter Cathrinas Übungen mit seinem Blick. Die Kleine war ziemliche sportlich, jedenfalls soweit er das beurteilen konnte. Jedenfalls war sie ziemlich schnell, was das Klettern betraf.
Während er Cathrina zusah hörte er auf Tylers Worte. Ein Schatten huschte über sein Gesicht. Er nickte.
"Ja, ich habe bisher Jean noch nicht fragen können, ob es wirklich stimmt und ob sie nicht vielleicht schon eine Idee hat, wie wir sie zurückholen können. Ich muss gestehen, dass ich mir ziemliche Sorgen wegen der ganzen Sache mache. Was sollen wir tun, wenn wir sie nicht zurückholen können?"
Schritte hinter ihm ließen verstummen. Er wandte sich um. Marinja. Er lächelte ihr zu.
Tylers Augenbrauen zuckten kurz aufwärts, als er Kurts gelbe Augen fixierte. "Zurückholen, eh? Also weiß man schon wo sie sind?"
Einerseits war es ein Trost, andererseits fand Ty es zum Kotzen, dass er die ganze Zeit wie ein Blöder durchs Institut gerannt war, um etwas in Erfahrung zu bringen, das schon längst bekannt war. Und Jean wußte offentsichtlich am meisten. Na, die würde sich später noch auf einen Besuch gefaßt machen können.
Sein Blick glitt vom blauhäutigen Kobold zu Marinja. "Na?"
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Nico dachte an nichts schlimmes als er die Tunrhalle am Nachmittag betrat, er wollte eigentlich nur etwas üben und so hörte man die Tür der Umkleide hinter sich regelrecht zu knallen und dann war es still.
Hat da nicht gerade die Elektrizität mal nen Aussetzter gehabt oder wieso flackerten die Lampen zeitweilig, nach einigen Sekunden scheint es sich wieder zu normalisieren und nach weitern Sekunden ging die Türe zur Halle hin auf.
Nicolas betratt die Halle und begann einige Runden in der Halle mit gemässigten Tempp zu laufen, er läuft sich so erst warm und beginnt dann das Tempo jedoch zu erhöhen.
Er hatte seinen schwarzen Traningsanzug an, den mit der Kaputze und diese war tief in sein Gesicht gezogen.
So das man eigentlich ihn nur erkennen kann, wenn man ihn schon so gesehen hatte oder einfach mit guter wahrnehmung durch den blauen Schriftzug am linken Bein wo "Energy" steht.
'Na? Was heißt das denn?' dachte Marinja, dann flackerte kurz das Licht und sie hatte das Gefühl, ihre Warnehmung war irgendwie schärfer als sonst, oder warum kamen ihr die Geräusche so laut vor.
Ty antwortete sie dann einfach auch mit einem "Na?" Ihr Blick verfolgte dann aber den Jungen im schwarzen Trainingsanzug. 'Wie kann man nur freiwillig laufen?' schoss ihr der Gedanke durch den Kopf. Dann sah sie zu Ty, er schien auf irgendwas zu warten, ach ja, der Grund, warum sie ihn gesucht hatte.
"Es werden nicht nur Mika und Brooke vermisst, sondern auch Chui und vermutlich auch Megan." Bei Megan war sie sich immer noch nicht sicher, auch wenn sie ebenfalls niemand zu Gesicht bekommen hatte, hieß das noch lange nichts, sie könnte auch wiedermal in einem Mauseloch stecken. Kurz kam Marinja der Gedanke, dass Ty das bestimmt schon weiß, aber sie fügte dann noch hinzu: "Von den Jungs scheint niemand vermisst zu werden."