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Er erhob sich sehr langsam, nachdenklich blickte er dem Rotschopf nach.
Da war ihr Temperament und ihr Trotz, der aus ihr sprach, schade eigentlich das sie so verwundbar war, so schnell zu verletzen. Harte Schale, weicher Kern - wenn sie nicht aufpasst, nutzt man ihre Schwachstelle aus, nutzt dazu ein Zahnstocher und bohrt jenen noch immer weiter in die Wunde. Vielleicht lernt sie mit der Zeit, über den Dingen zustehen - um in dieser Welt zu überleben, muss man sich ein dickes Fell zulegen mit unglaublich langen Stacheln. Ich kann ihre Reaktion irgendwo verstehen, ich bin ihr auf den Fuß getreten, es schmeckte ihr nicht und sie zog für sich die einzige logische Konsequenz - ich sage es ungern aber - sie verschwindet einfach und läuft vor sich selbst weg, stellt sich nicht anderen, geschweige denn sich selbst, bedauernswert.
Wage schüttelt Deon den Kopf, vielleicht besitzt sie den Mut, die Vernunft und sucht den Weg zu ihm, vielleicht sich zu entschuldigen, vielleicht um in seiner Gegenwart aus zuticken und ihrem ganzen Zorn freie Luft zulassen, wer weiß. Er hatte nun Zeit, sich die Turnhalle in Ruhe an zuschauen, die Gerätschaften zu betrachten und er nutzte die unliebsame gewonne Ruhe um zu trainieren.
Sie scheint schon älter, als einige andere hier, nur noch nicht weiser. Wenn der Kopf, die Seele und Körper, sowie die Mutation im Einklang sind, sieht das Leben schon anders aus. Diese stumme Wut, bemerkenswert - und gerade weil sich die meisten verschließen, werden sie nie mit sich selbst klar kommen. Jeder besitzt Geheimnisse, aber es gibt einen Unterschied zwischen Geheimnisse und Erfahrungen, Geheimnisse machen glücklich und unglücklich, Erfahrungen sind allgegenwärtig, am Körper und an der Seele. Ich sollte mal in Seattle anrufen, mich erkundigen was mit den Kindern passierte....
Er betrachtete die Wand, suchte sie irgendwie ab, wurde dennoch nicht fündig, was sollte er auch erwarten? Was soll man von Mutantenkindern erwarten?
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