Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Er war von Eleanora Fraser und Dr. Jean Grey vom Bahnhof abgeholt worden. Die Frauen waren freundlich gewesen. Dennoch wußte Levander noch nicht so recht, ob er sich hier wohl fühlen konnte.
Das Institut war kein Gefängnis in dem Sinne, trotzdem fühlte er sich überwacht, spätestens seit dem Moment, in dem Dr. Grey ihn darüber informiert hatte, dass sie Gedanken lesen konnte.
Er hatte also gute Chancen, in diesem Haus paranoid zu werden.
Die 3 Tage, die er über Weihnachten noch zuhause bei seiner Familie verbracht hatte, waren ihm lang erschienen, nun aber stellte er fest, dass es doch eine sehr kurze Zeitspanne war.
Weit war er auf seiner Besichtigungstour im Haus nicht gekommen. Man hatte ihm ein Zimmer zugewiesen, wo er seine Sachen - ein Koffer mit Kleidung, eine Gitarre und ein Saxophon - abgestellt hatte. Nachdem er die Saiten an seiner Gitarre neu aufgespannt hatte (er ließ sie nie längerfristig unbenutzt aufgezogen, da sie sonst an Spannung verloren), war er wieder ins Erdgeschoss gegangen und hatte sich in den Wintergarten zurück gezogen.
Dort konnte er endlich nach 5 Jahren wieder einmal ein paar Akkorde spielen.
Seine Finger fühlten sich steif an. Ungelenk wanderten sie über die Saiten. Aber es dauerte nicht lange, bis er sich wieder mit dem Instrument verbunden fühlte und die Unsicherheit abklang.
Mit seiner Musik fühlte er sich wieder frei und lebendig.
Megan hörte mehr durch Zufall die Gitarrenklänge und da sie selber dieses Instrument spielt wurde sie neugierig und betrat fast lautlos den Wintergarten.
Sie war normal groß und daher auch nicht zu übersehen. Sie blieb aber vorerst in der Nähe der Türe und ließ ihren Blick durch den Wintergarten schweifen, bis sie den Ursprung der Musik gefunden hatte. Ein Fremder und dazu auch noch männlich. Mit sich selbst kämpfend, blieb sie aber trotzdem im Raum.
Zögernd und sehr langsam kam sie näher, die Neugier war nun mal stärker, als ihre Angst und außerdem wollte sie ja gerade diese Angst besiegen.
Sie lächelte zaghaft den Unbekannten an, auch wenn es für sie so aussah, dass er außer seiner Musik eh nichts mitbekam. Daher sagte sie auch nichts, sondern beobachtete ihn einfach nur.
Er bemerkte sie wirklich erst gar nicht.
Erst als er zwischendruch mal zufällig die Augen öffnete, denn gewöhnlich spielte er mit geschlossenen Augen. Er hatte auch schon angefangen, mitzusummen, holte gerade Luft, um zur Musik zu singen. Bei Megans Anblick klappte er den Mund aber direkt wieder zu.
"Äh, hi."
Es war nicht so, daß er keinen kennen lernen wollte. Er machte nur selten oder nie den ersten Schritt.
Nach dem ganzen Trubel der letzten Tage war es an der Zeit, dass sie sich wieder einmal Ruhe gönnte.
Die Weihnachtstage waren für die das schönste Weihnachtsfest gewesen, was sie bisher erlebt hatte.
Leise hatte sie daher schon vor Levander den Wintergarten betreten und sich am Rande versteckt zwischen die Pflanzen gesetzt, den Blick aus den riesigen Fenstern nach draußen gerichtet.
Als Schritte erklangen, hatte sie sich geduckt. Warum hätte sie wohl nicht beantworten können, wenn jemand sie gefragt hätte.
Vielleicht wollte sie einfach einen Moment allein sein.
Als der Junge sich dann nicht weit von ihr mit der Gitarre niedergelassen hatte, war sie dann aber doch neugierig geworden, besonders, als die ersten Klänge erzeugt wurden.
Sie lauschte mit einem Lächeln auf dem Gesicht und schloss die Augen.
Das Megan hereinkam bemerkte sie nicht, erst, dass das Gitarrengeplänkel abebbte, öffnete sie die Augen wieder und sah zurück zu dem Jungen, bei dem Megan nun stand.
Ashley seufzte leise und erhob sich in einer leisen Bewegung.
Jedoch blieb sie erst einmal dort stehen, wo sie war, inmitten von Pflanzen.
Megan gehörte auch nicht zu der Sorte Mensch, die auf Leute zu geht und erst recht nicht bei einem Jungen, aber er spielte Gitarre, also konnte er doch kein schlechter Mensch sein; tolle Logik.
"Hi", grüßte sie schüchtern zurück. Sie sah ihm nicht in die Augen, sondern eher auf die Gitarre in seinen Händen. "Du spielst gut", fügte sie leise hinzu. Sie hatte zwar die anfängliche Unsicherheit noch mitbekommen, aber sie meinte es trotzdem ehrlich. Sie selbst spielte ja auch erst seit ein paar Jahren und seit sie hier war auch nur noch sehr selten. Sie würde daher wohl jeden gut finden, der ein paar Akkorde spielen konnte.
"Danke."
Er war kein Meister der Konversation, nach den Jahren im Gefängnis schon erst recht nicht mehr. Dort hatte er noch weniger Anlass gehabt, zu reden. Dort hielt man lieber den Mund, wenn man seine Zähne behalten wollte.
Sie wirkte schüchtern, fast noch scheuer als er selbst und er hätte gerne noch etwas gesagt. Aber was sagt man zu einer Fremden?
Ashley beobachtete,wie die Beiden sich begrüssten und dann wurde es still. Sie musste leicht lächeln, als sie die Beiden so sah. Sie kannte das Problem auf andere zuzugehen nur zu gut.
Ob sie irgendetwas tun konnte, damit sie ins Gespräch kamen. Wie wäre es mit einklinken?
"Hallo", sagte sie daher und trat zwischen den Pflanzen hervor.
Und noch ein Mädchen. Das letzte Mal, daß ihn so viele weibliche Wesen umringt hatten, war er zuhause und seine Schwestern waren um ihn geschwirrt.
"Hi. Levander. Also...so heiße ich."
Seine Worte klangen unsicher. Er räusperte sich, rückte die Gitarre auf seinem Schoß gerade.
"Freut mich", fügte er hinzu, was diesmal schon deutlich fester klang.
Ja, was redete man mit einem Fremden, man stellt sich zu erst einmal vor. Das viel auch Megan in dem Moment ein, als Ashley aus ihrer Ecke kam. Kurz zuckte Megan wieder zusammen, wie kann man sie denn immer nur so erschrecken, aber sie schrumpfte nicht. Sie war nämlich sehr erleichtert, dass Ashley da war und sie nun nicht mehr alleine war.
"Äh, Hi Ashley", grüßte sie diese zurück und an den Fremden gewandt: "Ich heiße Megan ... ja, Willkommen im Institut." Das letzte fügte sie schnell noch hinterher, das gehörte sich wohl so.
Sie lächelte Megan entschuldigend zu. Sie wusste doch, wie schreckhaft das Mädchen war. Sie hatte sie nicht errschrecken wollen.
Aber wenigstens hatten sie sich alle nun schon mal vorgestellt.
Sie nickte in Levanders Richtung. Ein schöner Name.
"Spielst du schon lange?", fragte sie mit einem interessierten Blick auf die Gitarre. Er war farbig...ob er wohl auch singen konnte?
Okay, er war gerade angekommen. Nicht gleich überfallen. Er wirkte sowieso etwas unsicher.
"Seit 16 Jahren, ja", gab er zurück.
Er hätte gerne gefragt, ob und welche Fähigkeiten die Mädchen hatten, ob sie gar in seinen Gedanken herumstöbern konnten. Aber seine Erziehung verbot es ihm. Neugierde war schließlich unhöflich.
"Du spielst auch?"
Man konnte es fast begeistert nennen, wie er sich nun an Megan wandte. Seine dunklen Augen hatte kurz aufgeleuchtet. Aber wie alles andere hielt er auch Freude meist zurück. Trotzdem lächelte er nun ein wenig.
Er schien aufzulockern.
"Ja," bestätigte Megan nickend. "Aber hier komm ich leider nicht oft dazu. Ich hab sogar eine so kleine," sie zeigte mit Daumen und Zeigefinger die ungefähre Größe dieser Mini-Gitarre. "Damit kann ich auch spielen."
Weder erwähnte sie, dass dieses Instrument extra für sie angefertigt wurde, noch, dass sie so klein werden konnte um diese Gitarre überhaut richtig zu halten. Das sie überhaupt so viel sprach, lag eh nur an der Musik. Als sie merkte, dass sie im Grunde zu viel redete, biss sie sich verlegen auf ihre Unterlippe.
Er war schon ein wenig verwundert. Wie sollte jemand auf einer derart winzigen Gitarre spielen?
"Das ist beeindruckend", gab er zurück. "Und spielst du noch ein anderes Instrument?"