Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Das Gelände lag in nächtlicher Dunkelheit sah man einmal von den Laternen beleuchteten den Geh- und Kieswegen ab die sich vom Hauptgebäude wie feine Adern fortschlängelten. Der Nachthimmel war mit dicken, grauen Quellwolken übersehen, die die Sicht auf den Mond und die Sterne nahmen. Es war kalt, bald würde es schneien, es würde ganz bestimmt weiße Weihnachten geben.
Logan war auf die Veranda getreten lehnte sich mit seinem massigem Körper ans Gelände und rauchte seine dicke Zigarre. Schon den ganzen Tag war er unmenschlich ruhelos gewesen, so auch jetzt wo er mit seinen schweren Stiefeln über die Dielen der Veranda wanderte, seine freie Faust geballt und in die Hüfte gestemmt. Alles war friedlich, bis auf leises Grillengezirpe das vom Waldesrand in seine feinfühligen Ohren drang. Die Schüler schliefen, gern hätte er geglaubt sie lernten...oder so was. Er knurrte, zum Teil aus Angewohnheit, zum Teil aus Langeweile. In seiner allzu typischen Gereiztheit paffte er einen letzten kräftigen Zug von seiner Zigarre und schnippte sie über Gelände. Gereiztheit und Ruhelosigkeit, da half nur eins:
Mit einem leisem, aber stetigen Surren sprangen die Beleuchtungsröhren im Trainingsraum der unterirdischen Sublevels an. Alles war noch so wie er es verlassen hatte. Die dunklen Sportmatten, seine achtlos beiseite geschmissenen Bandagen mit denen er sich die Hände umwickelt hatte, ein einfacher Stab der im allerentferntesten an einen Kendostock erinnerte, Hanteln die er zum Gewichtheben benutzte, Gewichte die er sich beim Laufen um die Fußfesseln legte.
Logan zog sich seinen Pullover über den Kopf und donnerte seine Stiefel an die gegenüberliegende Wand. Er hob die geballten Fäuste und hieb mit ihnen in die Luft, wie ein Boxer der gegen seinen Schatten antrat. Leichtfüßig, wie man es im Angesicht seines Gewichtes gar nicht zugetraut hätte tänzelte er auf der Stelle und neigte den Kopf abwechselnd von links nach rechts um seine verspannten Muskeln im Nacken zu lockern. Ja, er fühlte sich gleich besser. Auch wenn er gegen das Unsichtbare kämpfte, immerhin kämpfte er.
Etwas klirrte, es hörte sich an, als hätte jemand aus Unachtsamkeit einen Blecheimer umgeworfen. Logan wirbelte herum, alles andere als erschrocken, aber für alles gewappnet....für fast alles. Er grollte, tief aus der Kehle als sein Blick auf die Wand fiel an der noch immer das Blut klaffte. Logan verengte die Augen zu gefährlichen Schlitzen und alles verdrängte war wieder da, wie ein Schlag in die Magengrube sprang ihm das dunkle Rot des getrockneten Blutes von der Wand an. Michel. War etwa niemand vom Team seither in den Subs gewesen, war niemandem das Blut aufgefallen, hatte es denn niemand fortwischen können? Logan war ja nicht gerade ein feinfühliger Mann, aber als er das Blut des Schülers an der Wand haften sah, schluckte er hart. Wieder einmal erhielt er die Lektion, von seiner Vergangenheit konnte man nicht entkommen und Fakt war es, dass er den Jungen angegriffen hatte und im Begriff gewesen war ihn zu töten. Es war vollkommen belanglos, dass er unter Fremdeinfluss gestanden hatte, das war eine Sache die er sich niemals verzeihen würde können. Bekümmert ließ er die Schultern hängen und funkelte die gegenüberliegende Wand an, als könnte er sie mit seinem bloßem Blick dazu zwingen einzustürzen. >>Logan, Logan, Logan.<< Das vorausgehende Geräusch hatte er durch die Last seiner Erinnerung schlichtweg vergessen. Ein fataler Fehler, wie er herausbekommen sollte.
Logan wirbelte herum, in die Richtung aus der die voller Häme triefende, Stimme gekommen war. Jeder Muskeln in seinem Leib zum zerrissen gespannt, kampfbereit.....nein, eher kampfwütig. Vor ihm stand eine Person die er nur allzu gut kannte. Nicht sonderlich groß, noch nicht mal sonderlich muskulös, aber definitiv das, was er charismatisch nennen würde. Hellblaue Augen, blasse Haut und blondes halblanges Haar zu einem Zopf zusammen gebunden. >>Michel?<< erwiderte Logan, gleichermaßen Feststellung wie Frage. Michel wollte doch mit Charleen bei seinem Bruder Weihnachten feiern. Logan selbst hatte die beiden Schüler zum Flughafen gefahren.
Michels Gesichtszüge waren hart und unerbittlich, sein Mund zu einem verachtendem lächeln verzogen, seine Augen blitzen kälter als Stahl, schärfer als die Klinge eines Rasiermessers. >>Zeit für die Abrechnung, Herr Lehrer.<< Zu spät bemerkte Logan das Katana in der Hand des Junges, dessen Klinge im Licht aufblitze und ihn blendete. Logan wich instinktiv zurück, doch unerbittlich holte Michel zum tödlichem Streich gegenüber seines Lehrers aus, dass letzte was Logan sah, war Michels wulstige, silbrigglänzende Narbe auf seiner Wange.
Schwer atmend erwachte Logan aus seinem seltsamen Traum, der Schweiß lief in Rinnsalen über seine Stirn und die unrasierten Wangen. Mit einem Satz schwang er sich aus dem Bett, zog sich lediglich ein herum liegendes T-Shirt über und trat so in Boxershorts, Shirt und barfuss aus seinem Zimmer in den Flur. Schnell war er die Stufen bis unter den Dachboden empor geeilt und bollerte nicht gerade zimperlich an Ororo’s Tür.
"Ro, los komm, wach auf." Ohne auf eine Antwort zu warten trat er ein, was ihm prompt nicht gerade eine freundliche Begrüßung bescherte.
"Logan, husch husch ab ins Körbchen."Ororos Stimme war vom Schlaf rau und mit einem brummelndem Geräusch zog sie sich die Decke über die Schultern und kuschelte sich auf die Seite um ihren Schlaf fortzusetzen.
"Ro", meinte er eindringlich und ließ sich ungefragt auf ihrer Bettkante nieder und sah sie an. Erledigt strich er sich mit der bloßen Hand übers Gesicht und bei seinem todtraurigen Anblick vergaß Ororo, dass sie ihm gerade noch am liebsten die Nägel durchs Gesicht gezogen hätte. Sie war nett und freundlich, aber wenn jemand ihren Schlaf störte könnte sie ungemütlich werden. "Schon wieder?", murmelte sie leise und mitfühlend und legte ihm ihre Hand auf den Handrücken.
Nicht das Logan in seinem Stolz und seiner Dickköpfigkeit jemals zugegeben hätte, wie sehr ihm die immer wiederkehrende Träume von dem Jungen –der das Gesicht von Michel trug- zusetzen. Unruhig entzog er sich ihrer Hand und sprang auf die Füße. Wie ein eingesperrtes Tier tigerte er durch den Raum und sah sie mit genauso einem wildem Blick an. Ororo gähnte leise und setzte sich nun auch auf. "Logan, du weißt was ich davon halte und du weißt auch, dass du keine Ruhe finden wirst bis du der Sache auf dem Grund gegangen bist. Der Streit, heute Nachmittag, mit dem Professor sollte Zeichen genug dafür sein. Ich teile deine Meinung auch wenn es weh tut, dass der Professor uns nicht versteht."
D ie Stille die nachdem Satz eintrat war von Enttäuschung geprägt. Ororo kam ebenfalls auf die Füße und stellte sich vor Logan um ihn anzusehen. Aufmunternd rang sich Logan ein Lächeln ab und knuffte seiner Kollegin wohlwollend in den Bauch.
"Zu verlieren haben wir nichts mehr" ...auch wenn ich das Institut schrecklich vermissen werde. Der Schmerz den der ungesprochene Satz mit sich brachte ließ Ororo tief einatmen. Sie hatten alle bis jetzt so ein bewegtes Leben gehabt, warum sollten sie eine weitere Veränderung scheuen, auch wenn diese Veränderung auf die bloße Sturheit von Storm und Wolverine begründet lag.
"Lass uns nach Schottland gehen",murmelte sie und blitze Logan trotzig an.
„Liebt’ ich wohl je? Nein, schwör es ab, Gesicht! Du sahst bis jetzt noch wahre Schönheit nicht.“
„Halt die Klappe, Hank.“
„Ja, Schmusewolf. Ich freue mich auch dich zu sehen.“
Schweren Schrittes mit diesem Unwohlsein im Magen, trat Logan die ausgefahrene Gangway des Jets hinunter, sich sämtlichen Blicken im Hänger bewusst. Sariel, der nach ihm den Jet verließ und dessen Blick nicht zu deuten warm weil seine zweifarbigen Augen wage von seinem ewigen Inneren Konflikt sprachen, Hank, der ihn aus treuherzigen Augen musterte und denen er die Widersehensfreude abnahm und das wachsame Augenpaar von Charles, der nicht offenbarte ob es ihm gefiel, dass Logan hier war oder eben nicht und das Flackern in den klugen Augen als er Sariel hinter ihm entdeckte.
Dieser rupfte nach der Zigarette die er hinter sein Ohr geklemmt hatte und steckte sie zwischen seine Lippen. Logan, als guter Beobachter roch förmlich Hanks Unbehagen, während Charles seine ausdruckslose Miene weiter zur Show stellte.
Logan warf Sariel einen scharfen Blick zu, der ihn aber nur in seiner überheblichen Art angrinste, als er sprach war seine Stimme so klar, dass es in den Ohren schmerzte, „Hank, alter Flokati…oh…und Charlie…behalte ruhig Platz…oh.“ Logan wirbelte herum und stierte Sariel warnend an, dieser hob beschwichtigend die Hände. „Logan“ wiegelte Charles mit gewohnt ruhiger Stimme ab, die seinen ehemaligen Schützling gleich ein schlechtes Gewissen bescherte. „Ich glaube wir haben einiges zu bereden. Wollen wir nicht in mein Büro gehen?“ Er wartete die Antwort nicht ab sondern wendete den Rollstuhl und fuhr voraus. Den schon gemein zu nennenden Blick mit dem Sariel den verlegenen Hank bedachte sah weder Logan noch der Professor.
Logan war nicht sofort im Büro von Charles gelandet, sondern er war dem Professor vom Hangar durch die Speedröhren bis ins Erdgeschoss gefolgt. Logan war vollkommen überrumpelt als ihm dort Marie um den Hals gefallen war und irgendwie hatte er sich auch gefreut Peter und Bobby wieder zu sehen. Viele neue Gesichter die sich bei der Aufregung um sie herum versammelt hatten, tuschelten ob er DER Logan sei, schließlich wäre er ein wenig klein und im allgemeinen hatte man sich Logan wohl anders vorgestellt. Ein strenger, aber altbekannter Blick von ihm hatte die Kinder auseinander schwirren lassen. Nur Ororo, die hatte er nicht ausmachen können.
Nun war er wie viele Jahre zuvor in Charles Arbeitszimmer getreten. Der Professor hatte zur Feier des Tages den guten Brandy aus der kleinen Minibar geholt und hatte Logan und sich selbst einen Schwenker voll eingegossen. „Sie ist spazieren gegangen. Das tut sie oft.“ Ungebeten fing Charles Logans Gedanken auf und schwang den Brandy im Glas umher. Über den Rand des Glases hinweg sah Xavier Logan ruhig aber dennoch forschend an und beinahe hätte er geschmunzelt als Logan ihm darauf hin mit einem geknurrten „Bleib aus meinem Kopf, Charles,“ kam. Froh darum dem Schweigen mit der ausstehenden Auseinandersetzung zu kontern, funkelte Logan seinen alten Freund wütend an. „Du bist also immer noch zornig auf mich Logan.“ Stellte er ruhig fest und stellte das Glas vor sich auf den Tisch ab um seinen ehemaligen Schützling mit Blicken festzunageln. Im Gegensatz zu Logan musste er seine Stimme nicht erheben um ihn den Wind aus den Segeln zu nehmen. „Aber ich frage mich wieso? Weil ich damals wie heute nicht deiner Meinung bin was die Zwillinge anbelangt?“ Nur am Rande fiel es Logan an, dass er Sariel und Raguels Namen nach wie vor nicht aussprach. „Du hast das Team auseinander gerissen. Nur weil etwas nicht nach deinem Kopf gelaufen ist. Ich habe euch verloren. Ororo, Jean, Scott und dich. Denkst du mir ist es leicht gefallen? Du bist einfach so gegangen ohne ernsthaft zu versuchen eine Lösung für dein Problem zu finden und das nur aus reinem Trotz, Logan.“ Nach wie vor hatte er die Stimme nicht erhoben, er lächelte sogar vorsichtig und nahm einen Schluck seines Drinks.
Es war nicht leicht Logan sprachlos zu machen, aber Charles hatte das immer geschafft und schaffte es wieder. Zerknirscht sah er ihn an und ließ sie schließlich ihm gegenüber auf seinen Platz nieder. Das lederbezogene Möbel ächzte unter seinem Gewicht, Logan legte seine Hände an die Schläfen als müsste er angestrengt nachdenken. „Es tut mir Leid.“ Schlicht und einfach aber deswegen nicht weniger ehrlich. Natürlich hatten Ororo und er gewusste, was sie diesem Team hier zufügten indem sie gegangen waren, aber sie hatten es tun müssen und Logan musste nicht lang überlegen um zu erkennen, dass er so wieder handeln würde. Er war nicht im guten gegangen und das hatte ihm genauso auf der Seele gelegen wie die ständige Hoffnung aus ihm und Jean konnte doch etwas werden und die Erkenntnis das es nicht sein dürfte, aber mit dem Teufel als Versuchung unter einem Dach zu leben war nicht besonders einfach.
Wären sie nie nach Schottland gefahren hätte er niemals Kassander kennen gelernt, wüsste er womöglich immer noch nicht was es mit Michel und ihm auf sich hatte. Die Erkenntnis traf Logan wie einen Blitz. Wie der Blitz mit dem Ororo, Raguel niedergestreckt hatte. Mit offenem Mund stierte er den Professor an und rang verzweifelt nach Worte. „Du hast es gewusst. Du hast es die ganze Zeit gewusst, auch von Michel. Du hast es gewusst und mir nie etwas gesagt.“
„Hättest du mir den geglaubt?“
„Aber wie konntest du wissen….das wir in Schottland…ich meine…“ Er brach ab, lehnte sich matt zurück und kramte dabei in seiner Hosentasche. Logan holte zwei schon abgegriffene, vergilbte und bei seiner Pflege schon ordentlich mitgenommene Passfotos hervor. Michel und Kassander. Er hatte sie aus den Akten geklaut, natürlich dürfte das niemand wissen, er war nun mal niemand der sich seine Schwächen anmerken lassen wollte und seine Schwächen waren nun mal seine Söhne.
„Hat Jean es auch gewusst?“ Eigentlich wollte Logan gar keine Antwort darauf, ihm kam es so vor als wollte er einfach nur ihren Namen aussprechen.
„Logan…“ Ein lächeln umspielte Charles Lippen als er sich vorbeugte und ihm seine Hand entgegen streckte, die Logan zögerlich ergriff. Wenn es wirklich etwas zu verzeihen gab, dann tat es Charles wohl in diesem Moment. „Ich macht eure Sache sehr gut und ich wäre froh wenn ich euch bald einmal besuchen dürfte.“ Zum zweiten Mal in nur wenigen Minuten war Logan vollkommen sprachlos, er sah seinem Freund wortlos in die Augen und erhob sich abrupt.
„Es geht um die Familie, Charles.“ Es klang wie eine Erkenntnis obwohl Logan, Charles nicht wirklich ansprach. „Es geht immer um die Familie.“ Mit eiligen Schritten durchschnitt er den Raum um ihn zu verlassen. Er müsste nun einfach nach Michel sehen.
Charles schmunzelte über Logan und schüttelte den Kopf. Er war Telepath, dachte Logan wirklich, dass hatte er nicht gewusst, aber beruhigend das Logan es endlich erkannt hatte.