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auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Die Zelle war klamm, und trotz der weißen Wände und der grellen Neon-Röhren wirkte sie finster und kalt... oder vielleicht auch gerade wegen ihnen. Cathy saß mit an den Körper gezogenen Beinen auf einer harten Gefängnispritsche, die mit einer rauhen, grauen Wolldecke bespannt war. Ihr schwarzes Haar hing ihr ins schöne Gesicht. Niemand sah die Tränen, die über ihre Wangen liefen, den Schmerz der in ihren großen Augen geschrieben stand, oder die Angst, die ihr das Herz in der Brust fast zerspringen lassen wollte.
Niemals zuvor hatte sie sich so alleine gefühlt... selbst nach dem Tod ihrer Eltern nicht. Damals hatte sie doch Duncan gehabt, und beide hatten sich gegenseitig über den Verlust, die schreckliche Leere, welche die feurige Explosion der Boeing 747 in ihnen hinterlassen hatte, hinweghelfen können. Heute war er nicht da. Half ihr nicht. Sah sie nicht... wollte sie nie mehr sehen. Warum nur konnte er nicht akzeptieren, dass sie anders war? Anders, aber immer noch die gleiche wie zuvor?
Auch die Beamten, die sie hierher gebracht und befragt hatten, schienen das nicht verstehen zu wollen. Alles was Cathy in ihnen gefühlt hatte war Angst gewesen... Angst und Hass. Ein tiefer Hass, auf das was sie war. Warum nur wollen sie nicht einsehen, dass ich anders bin? Ich tue doch niemandem etwas? dachte Spy verbittert. Spy. Da war er wieder. Der Name, von dem sie nicht wusste, weshalb er ihr ständig in den Sinn kam. Von dem sie aber auch wusste, dass er zu ihr gehörte, wie ihr Lachen, ihre gefühlvollen Augen, oder das Blut in ihren Adern. Spy... ist es das, was ich bin? Eine miese kleine Spionin, die nur in den Gedanken anderer herumsurft? Etwas hinterhältiges? Aber so bin ich doch nicht... Das hatte ihr die Beamten vom MI5 auch nicht glauben wollen... und jetzt saß sie hier... bestimmt schon 4 Stunden in einsamen Schweigen. Langsam kroch die Kälte der Zelle durch ihre dünne Freizeitkleidung. Nicht einmal eine Jacke hatte sie von daheim mitnehmen dürfen... wie eine Verbrecherin war sie abgeführt worden, in Handschellen, die Nachbarn hatten in perverser Faszination zugesehen und ihr nachgegafft... keiner hatte ein Wort für sie eingelegt. Aunt Dorothy war die einzige gewesen, die anscheinend etwas hatte sagen wollen, doch Ian - Cathy's Gott-verdammter eigener Uncle Ian ! - hatte seine Frau nur mit einem stillen, schweigenden Kopfschütteln in den Arm genommen und davon abgehalten. Seine eigene Nichte verraten und den Händen ihrer Kidnapper - als nichts anderes betrachtete Spy die Beamten - überlassen.
Spy's Blick fiel auf die Blechschüssel, die nahe der gitternen Eingangstür ihrer Zelle auf dem nackten Betonboden stand. Sie hatte gravierende Ähnlichkeit mit einem eisernen Hundenapf, und auch das unberührte... Zeug... darin spiegelte den Eindruck wieder. Nun, eigentlich spielte es keine Rolle, selbst wenn es ein luxoriöses 5-Gänge Menü gewesen wäre, Cathy hätte nichts angerührt... ihr saß ein schwerer Kloß in Hals und Magen.
Das Zittern kam wieder... ein lautloser Weinkrampf schüttelte die Schultern der 17-jährigen. Leise sackte sie auf die Seite, schloss die Augen, weinte sich in den Schlaf...
Das Klappern der Gittertür riss Caythlynn Ryans Augen auf, ein Police Officer - keiner der MI5 Beamten - betrat die Zelle, nahm mit einem gelangweilten Blick den Hundenapf auf, kippte das 'Essen' in die Toilette, stellte eine neue Portion auf den Boden... diesmal SAH es wenigstens wie Gemüse aus. Kalt blickte er Cathy an. Ist das meine Chance? Ob ich wohl....?
Cathy kontenzrierte sich, blickte den Officer mit ihren großen, dunkelbraunen Augen an. Mitleid... Mitleid... MITLEID! KOMM SCHON!
Der Gesichtsausdruck des Wärters flackerte, wurde weich, der Officer blickte Cathy freundlich an. "Hey, Kleine, wird schon nicht so schlimm werden, du..." Er stockte, wie weggewischt schienen die Gefühle, dann verdüsterte sich sein Antlitz, nackter Hass blitzte auf.
"Du kleine, hinterhältige SCHLAMPE!" Er stürmte auf Caythlynn zu, eine wuchtige Ohrfeige riss ihren Kopf zur Seite.
"Halte dich gefälligst aus meinem Kopf raus, du kleines Miststück!! Das war's... kein Essen mehr... morgen früh wirst du sowieso nach London überführt!" Cathy schloss die Augen, die Wange brannte, sie hatte sich die Stirn an der rauhen Zellenwand aufgestoßen. Die Gittertür fiel mit einem endgülitgen, nach Verzweiflung stinkenden Klang ins Schloss.
Lese die Zeitung, Logan. Räum dein Zimmer auf, Logan. Bring den Müll raus, Logan. Er kam sich verdammt nochmal wie ein Hauseigener Sklave vor und das in SEINEM Institut. Gut, die Schule gehörte Ororo und ihm zu gleichen Teilen und würde sowas wie ihr gemeinsames Baby werden und dennoch. An Tagen wie diesen fragte sich Logan ernsthaft ob er Ororo ihm nicht vielleicht irgendwelche Drogen ins Essen gemischt hatte.
Natürlich war er auch aufgeregt gewesen, als die ersten Anmeldungen für das bald startende Halbjahr eingegangen waren, aber Miss Obergöttin hatte ihm die Zeitung vor den Latz geknallt und ihm gesagt er sollte sich gefälligst mal die Augen offen halten. Er hatte sie nur völlig verdutzt angesehen, in Gedanken mit den letzten Ausbesserungsarbeiten an den Sanitären Einrichtungen beschäftigt. Er hatte fürs erste nur den Wetterbericht erspät und der prophezeite mal wieder REGEN. REGEN, REGEN und nichts als REGEN. So ganz langsam bekam er das kalte Kotzen. In Schottland regente es IMMER! Wie dem auch gewesen war, nachdem Ororo ihm in ihrer liebenswerten, -für Logan definitiv arroganten Art- auf den Artiket gestossen hatte, war seine Laune noch mehr in den Keller gerutscht.
Und nun? Fuhr er mit seinem Maschienchen durch den ströhmenden Regen auf der Suche nach "Spy".
**************
Logan war ganz bestimmt nicht bester Laune als es ihm schließlich gelang (mit Hilfmitteln der er garantiert nicht preisgeben würde und von denen er Ororo ebenfalls nichts erzählen würde) das kleine Gebäude indem Spy festgehalten wurde ausfindig zu machen. Er war klitschnass, er hatte Hunger und er war extrem sauer. Kaum zu fassen, dass seine körperlich kleine Gestalt so einnehmend wirken konnte. Seine Jeans klebte unangenehm an seiner Haut und selbst seine Lederjacke hatte es nicht verhindern können, dass ihm das Wasser sogar bis in die Boots gelaufen war. Zugegeben, er hätte ja auf Ororo hören können und den Wagen nehmen können, aber das...hatte er schon aus Protest nicht getan.
Seine wilden Augen blickten sich unruhig um, als er die Nasenflügel blähte. SO! Jetzt aber mal Schluss mit lustig.
Energisch klopfte er auf den Thresen der einer Pforte schon sehr nahe kam und funkelte den Knilch der dahinter sass und telefonierte, drohend an. "Hallooo?" verschaffte er sich mit tiefer Stimme und einem unterschwelligen Grollen in der Kehle, gehör. "Caythlynn Ryan" mehr musste Logan wohl gar nicht sagen. ENTWEDER man brauchte ihm zu diesem Kind, oder Logan würde gleich hier und jetzt das Kerlchen auffressen und ausspucken. "Bewege den Hintern." Gut, Ororo hatte gesagt Logan sollte sich zurück halten. Aber das tat er doch, oder?
Cathy war fertig mit der Welt. Warum nur musste ihr das passieren? Vor zwei Wochen war noch alles in Ordnung gewesen, die Schule war zwar lästig, aber trotz allem irgendwie interessant gewesen, mit ihrer Familie hatte sie sich noch verstanden... und sie hatte noch nicht die gott-verdammte-Staatssicherheit auf dem Hals gehabt!
Anstelle der Wut, die sie bei dem Gedanken eigentlich empfinden sollte, sackte sie nur noch weiter in ihre Lethargie und Bedrücktheit ab.
Plötzlich hörte sie Schritte. Schwere, energische, selbstsichere Schritte. Schritte, die zu ihrer Zelle führten.
Langsam hob sich Cathy's Blick zur Tür, dort stand das Ekel von Wärter - das Arschloch, das Frauen schlug! - und bibberte schier vor Angst, da brauchte Spy nicht einmal ihre Kräfte zu bemühen. Es war so was von offensichtlich, dass der Typ kurz davor stand, sich vor Aufregung seine Uniformhose einzunässen. Und da stand... noch jemand.
Caythlynn's angsterfüllte Augen schweiften über die wild anmutende Gestalt in der Tür, kaum größer als sie selbst, doch ungemein massiger, muskulöser! Der Typ passte irgendwie nicht in Cathy's Bild eines Gefängnisses... gut, das mochte daran liegen, dass er nass bis auf die Haut und - zumindest nach seinem Gesichtsausdruck zu schließen! - stocksauer war.
Unwillkürlich zuckte Cathy vor der Welle der Gereiztheit, die der Kerl mit den buschigen Koteletten wie eine Aura aussandte zurück. Ihr Mund öffnete sich wie in einem stummen Hilfeschrei. Sie presste sich an die Wand.
Dann spürte sie noch etwas: Der Fremde hatte keine Angst vor ihr. Er hatte keine Angst vor ihr und empfand auch keinen Zorn... nun, zumindest nicht gegen sie...
Aus großen, verstörten Augen blickte Cathy den Mann an...
"Können SIE mir vielleicht mal sagen, was die geschwollene Wange des Mädchens soll?" Also..Logan fand er war sehr human diesen Kerl nicht gleich einen Strick aus seinem Darm zu basteln? Der Wärter berief sich darauf, dass er ja schließlich dem Gesetz diente und fasselte irgendwelche Floskeln die Logan schlichtweg am Arsch vorbei gingen. "Ich darf sie daran erinnern, dass das Mädchen noch gar nicht vollkommen strafmündig ist und, dass es sowas von verfickt gegen das Gesetz ist ein Kind zu schlagen und es hier gefangen zu halten?" Gut, vielleicht schlug Logan ein bisschen über die Strenge. Nein..er wusste, dass er über die Strenge schlug. Aber DAS war doch wohl wirklich die Höhe.
Gut, es war nicht gerade toll sofort mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen, aber das war Logan ebenfalls egal. "Was wird er vorgeworfen, dass SIE berechtigt sie ihrer Freiheit zu berauben, hm?" Er könnte ja zumindest so tun als würde er sich die Anschuldigungen wirklich anhören wollen und wenn alle Stricke rissen, dann müsste Ororo ihm halt aus dem Knast holen.
Ohne den Blick von dem Mann zu nehmen, schlüpfte Logan aus seiner Lederjacke um sie dem Mädchen um die Schultern zu hängen. Noch immer nicht hatte er das Mädchen angesehen. DAS kam noch.
Je mehr sie Logan zuhörte, um so mehr schwand ihre Angst vor ihm, insgeheim freute sie sich diebisch darüber, wie er das miese !"§$!" von Wärter zusammenstauchte.
Die Jacke war zwar anfangs etwas klamm, doch sie half... dankbar blickte Cathy auf, blickte den Fremden mit ihren tiefen Augen an.
"Danke." flüsterte sie schüchtern.
Und jetzt?
Der Fremde war ungeduldig, er wollte wieder fort... und er fühlte sich verantwortlich für Cathy... und obwohl sie noch nicht wüsste, von wem er geschickt wurde, fühlte sie sich schon jetzt viel sicherer...
Es gab ein heftiges wortgefecht zwischen Logan und dem Wärter, so wüst, dass es bestimmt nicht pädagogisch wertvoll war, solche Worte vor dem Gehör der Kleinen zu sprechen. Logan ballte drohend die Fäuste, GLEICH...gleich wäre alles vorbei und er würde ihm das Nasenbein in die Schädeldecke bohren. In einem Anflug von Vernunft schlug verlangte Logan mit dem "Chef des Saftladens" hier zu sprechen. Vielleicht lag es an Logans massiger Gestalt, dass der Wärter den Vorschlag mit Freunden annahm und so einem sicheren Nasenbeinbruch entging.
Jetzt blickte Logan zu Caythlynn , seine Mundwinkel zuckten: Es hätte ein lächeln sein können. Mit großen und wuchtigen Schritten tratt er als erstes aus der kleinen Zelle, dicht gefolgt vom Wärter. Noch einmal müsste das Mädchen ausharren. Aber hatte sie denn nicht das Versprechen in Logans Augen gelesen? Er würde sie nicht allein lassen und doch, als sich die Tür hinter den Männern ins Schloss schob war sie genau das: Wieder allein.
Was sollte das?! Er ließ sie alleine?! Nein... das tat er nicht!
Doch.
Cathy klappte zusammen wie eine Luftmatratze mit zu vielen Löchern... dann raffte sie sich wieder auf. Er hatte gelächelt... er würde wiederkommen... er musste!
Tapfer harrte sie aus...
Die Jacke half.. obwohl außen klatschnass, war sie innen größtenteil trocken geblieben und Logans Körperwärem steckte noch in ihre wie eine flauschige Decke. Die Jacke roch sogar nach ihm: Ein schweres, herbe-beißendes Zigarren-ARoma schien in jeder Pore des Leders zu stecken und da war noch mehr... Ein... unverkennbar männlicher Duft...
Caythlynn kuschelte sich in die Biker-Jacke. Er würde wiederkommen... er hatte es versprochen, das hatte sie in seinen Augen gelesen.
Das erste Mal seit 12 Stunden fasste das Mädchen wieder Mut...
Es dürften rund 20 Minuten vergangen sein als Getrampel auf dem Flur laut wurde. Logans tiefe Stimme grollte -für Cathy undverständliche- Worte vor sich hin. Er sollte sich zusammen nehmen hatte Ororo gesagt, aber eigentlich fehlte nicht mehr viel, dass er mal den Laden hier an sich ein bisschen aufräumte. Der Wärter schloss die Zelle auf und zu Logan und seiner Gestalt hatte sich jetzt ein dicklicker Mann im schlechtsitzendem Anzug gesellt, dessen feuerrotes Haar schon mehr als licht auf seinem Kopf wuchs. Ununterbrochen gestikulierte dieser auf Logan ein, sprach schnell und fast unverständlich. Logan atmete tief ein wobei sein Brustkorb zur vollen Größe anschwoll. Vor seinen Augen explodierten tausender von kleinen Pünktchen, als er loswütete übertönte er den augenscheinlichen Direktor spielend.
"Es ist mir verdammt nochmal piss-arsch-egal. Wenn sie irgendetwas herum sülzen wollen erzählen sie es der Parkuhr um alles weitere werden sich MEINE Anwälte kümmern!"
Mit einem Wink dirigierte er Cathy zu sich und schlang ihr freundschaftlich den Arm um die Schultern. Noch immer forsch und brodelnt wie ein Vulkan schob er sich mit dem Mädchen an den beiden Männern vorbei. Scheisse! Er hatte gar keine Anwälte.
Cathy war sofort aufgestanden, hatte sich fast schon zu Logan geflüchtet, als er sie in den Arm nahm, drückte sie sich nur noch enger an ihn.
Sie zitterte leicht, das mochte jedoch auch an ihrer Aufregung liegen.
Ein boshafter Gedanke durchzuckte ihr Hirn, dann konzentrierte sie sich auch schon auf den rothaarigen Direktor, während sie noch das Gesicht an Logans Schulter barg.
Angst... Angst und das Gefühl gegen diesen Fremden auf jeden Fall den Kürzeren zu ziehen... das hat er verdient...
Nur wenige Augenblicke darauf wich der Dicke vor Logan zurück, seine Augen weiteten sich... es sah so aus, als würde er klein beigeben...
Im gleichen Augenblick als der Mann Cathy beim Arm gepackt hatte, preschte Logan vor und legte ihm seine Hand um den dicken Hals. Es mochte an seinen scharfen Sinnen liegen..oder es war einfach nur Zufall gewesen. "Ganz schlechte Idee" grollte Logan wie ein Löwe bereit zum Sprung. Mit einem strengen Blick und einer ruckartigen Bewegung seines Kopfes wies Logan, dass Mädchen stumm an das Gebäude zu verlassen. Vom Regen in die Traufen, obwohl es eher vom Regen in den Regen war.
Logans Maschiene stand direkt vor dem Gebäude und er ließ sich einen Moment Zeit ehe er Cathy folgte. Was ein ereignisreicher erster Tag. Er bräuchte erstmal ein Bier.
Cathy rannte schon fast aus dem Gebäude, blieb zögernd vor dem Motorrad stehen.
Dann kam auch schon Logan, auf seinen auffordernden Blick hin, saß sie hinter ihm auf, ihre schmalen Hände klammerten sich an seiner Taille fest.
"Logan" erklärte er mit noch immer brummigen Gesichtsausdruck und Augen in denen die Wildheit glomm. Was ein alter Dreckspisser! Hätte er nicht Ororo versprochen gehabt sich zurück zu halten, hätte er sie einfach alle beide mal ein bisschen zerpflückt.
So ging es eine ganze Weile, gut 1 1/2 Stunden in denen Logan mit Spy im Schlepptau durch halb Schottland kurvte. Durch die -für ihn nicht wirklich ansprechenden Tiefgebieten- hin zu den Highlands dessen Schönheit selbst so ein Klops wie Logan einer war, gefangen nehmen konnte. Sicher: Er würde es sich niemals anmerken lassen. Aber gerade jetzt wo sich der Frühling schon bald ankündigte erblühten die Heiden in den verschiedensten Farben. Die Gipfel der Bergketten trugen noch immer Schnee auf ihren Häuptern und den zerklüfteten Felsen, Wegen und Straßen waren wild romantisch. Einfach eine Gegend in der Man(n) sich wohl fühlte.
Für Logan und Cathy bedeutete der Weg, dass sie an Loch Ness vorbei fuhren mussten und fast hätte Logan gelächelt, jetzt wo der Regen pausierte und die Wolkendecke über ihnen aufbrach. Für die Beiden ging es weiter vorbei an den Ruinen und schließlich zum gänzlich abgekanzelten Institut.
Stumm genoss Cathy die Fahrt. Sicherlich, den kalten Regen konnte nicht einmal Logans Lederjacke abhalten, und schon bald klebte ihr das Haar an Kopf und Wangen, nasse Rinnsale liefen ihr über den Rücken und sie begann erbärmlich zu frieren. Doch all dies war nichtig, wusste sie doch jetzt wie teuer die Freiheit war!
Zuerst legte sie während der Fahrt nur den Kopf an Logans breiten Rücken, schloss die Augen. Der scharfe Fahrwind biss ihr in die Wangen und die aufgeschlagene Stirn begann wieder kurz zu schmerzen. Still genoss sie Logans Gegenwart.
Dann begann das Wetter aufzuklaren, Loch Ness kam in Sicht, die Fahrt wurde angenehmer. In den schwarzen Wellen des berüchtigten Sees spiegelten sich die wilden Lichtreflexe der schach-goldenen, schottischen Frühlingssonne. Die Heiden und Felsen schrien das Wort "Freiheít" geradezu heraus. Cathy's ursprüngliches Lebensfreude, die die letzten Tage so begraben gewesen war, begann wieder zurückzukehren.
Immer noch bibbernd und zitternd klammerte sie sich weiter an ihren Retter, wenn auch mittlerweile nicht mehr so verzweifelt und fest, wie zu Beginn. Der Fahrtwind und das tiefe Röhren und Bollern der Maschine machten eine Unterhaltung sowieso unmöglich. Cathy biss die blau-angelaufenen Lippen zusammen und hielt durch.