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Dieses Thema hat 13 Antworten
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 Institut-Area
Dany Offline

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Beiträge: 253

25.03.2005 13:00
[02.08.05] Kapelle Antworten
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn Du bist bei mir, Dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Bla bla bla. Egal, wie sehr sie sich versuchte auf die Worte zu konzentrieren, ihre Gedanken waren so durcheinander, dass die Worte miteinander vermischten, so dass sie keinen Sinn mehr ergaben und sie jede Zeile drei Mal lesen musste, bis sie endlich wusste, was sie da gerade gelesen hatte. Mit einem undefinierbaren Seufzen legte Dany das dunkelgrün eingeschlagene Gebetsbuch beiseite und rutschte so tief in die Bank, dass sie sich mit dem Hinterkopf an der Rückenlehne abstützen konnte. Endlich kam sie etwas zur Ruhe. Eigentlich war sie zu Miss Munroe gebracht worden, um dort wohl ihr Einschulungsgespräch zu führen. Dann hatte es geklingelt und die freundliche Rektorin hatte sie mit in die Eingangshalle genommen und dann waren auf einmal so viele Leute da, dass sie jetzt noch nicht einordnen konnte, wer nun wie, was und wo. Es roch recht eigenartig, irgendwie alt und nach Stein, aber das hatten Kirchen und Kapellen nun einmal an sich und sie mochte es sogar. Die Erbauer hatten hier wirklich eine kleine Oase geschaffen. Sie konnte es schon verstehen, dass sich die Menschen an solche Orte zurück zogen, um in sich zu horchen. Als sie das bei sich versucht hatte, meldete sich nur wieder das schlechte Gewissen. Dabei ist es mein gutes Recht, selbst über mein Leben zu bestimmen. Ich bin längst alt genug dafür.

Wider besseren Wissens hatte sie einfach zu viel erwartet. Vielleicht gab es ja doch jemanden, der ein kleines Päckchen für sie hatte und war vielleicht enttäuscht, dass er es ihr nicht mehr geben konnte. Vielleicht denkt Thomas ja an mich. Ja, bestimmt sogar. Und er wird sich Sorgen machen und damit der Einzige sein. Letztes Jahr hatte ihre Mutter bunte Luftschlangen in der Küche aufgehängt, eine Kerze in einen gekauften Kuchen gesteckt und ihr den Pullover geschenkt, den sie sich schon länger gewünscht hatte. Danach war sie zur Arbeit gefahren und wie immer blieb Dany alleine zu Hause und beschäftigte sich mit sich selbst. Sie wusste gar nicht mehr, was sie sich beim auspusten der Kerze gewünscht hatte. Eigentlich hätten es zwölf Kerzen sein sollen und nicht nur eine. Und heute wären es dreizehn. “Happy Birthday, Dany.“ murmelte sie vor sich hin und schloss die Augen.

Nightcrawler Offline

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Beiträge: 163

26.03.2005 15:58
[02.08.05] Kapelle Antworten
"Happy Birthday", murmelte er freundlich und schenkte dem Mädchen ein lächeln, dass in Anbetracht seiner Erscheinung durchaus furcht einflössend wirken konnte, wenn da nicht seine guten Augen wären die das Bild entschärften. Er schlug ein Kreuzzeichen und murmelte dabei. "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, Amen"
Er sah sich um und grinste, dann verschwand er um direkt vor ihr auf der Bank wieder aufzutauchen. "Warum bist du gerade verschwunden?", wollte er von Dany wissen.

Dany Offline

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Beiträge: 253

26.03.2005 17:55
[02.08.05] Kapelle Antworten
“Hm-was?!“

Aus ihren Gedanken hoch gerissen setzte sie sich ruckartig etwas aufrechter hin und wischte sich die verstrubbelten Haarsträhnen aus der Stirn, um in die Richtung zu sehen, aus welcher die Stimme kam. Wann war Kurt denn her gekommen, war sie wirklich so in Gedanken versunken gewesen, dass sie seine Schritte nicht gehört hatte? Etwas neben sich lächelte sie in die gelben Augen ihres Gegenübers hinein und blinzelte verwirrt, als dieses kaum einen Lidschlag später direkt vor ihr war.

“Ehm…“ Puh, nein. So abgebrüht war sie nicht, als dass sie sich an so etwas einfach so gewöhnen konnte. Vielleicht nach einer Weile, das war möglich. Ihr Bauchgefühl sagte ihr, dass sie ausflippen würde, wenn sie nicht so schrecklich geschafft wäre und dass sie nur deswegen alles so ruhig hinnahm, weil sie einfach übermüdet war. “Bist Du sowas wie ein Geistlicher? Ich meine… Sie, also.“ Na herrlich, jetzt duzte sie ihn schon wieder, dabei hatte sie sich doch fest vorgenommen, ein wenig bessere Manieren zu zeigen. Auf Kurt’s Frage hin hob sie leicht die Schultern an und zeigte ein halbherziges Grinsen.

“Es war mir zu laut, zu viele Leute und so.“ Dass sie sich eher überflüssig vorgekommen war, das erwähnte sie lieber nicht. Am Ende würde man sie noch für undankbar halten, dabei war sie doch jetzt schon hin und weg von diesem Institut hier. “Ausserdem kenne ich kaum Leute die zur Kirche gehen, also dachte ich mir, wird’s hier sicher auch ruhiger sein.“

Nightcrawler Offline

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Beiträge: 163

27.03.2005 17:44
[02.08.05] Kapelle Antworten
Kurt beobachtete Dany. Er versuchte abzuschätzen, wie alt sie war. Vielleicht 12 oder 13?
"Ja ich bin auch lieber allein", erwiederte er. "Ich heiße Kurt Wagner und war einmal die Hauptattraktion in einem Münchener Zirkus, somit bin ich Deutscher", klärte er Dany lächelnd auf.
"Magst du mir verraten, was deine Begabung ist und wie du hierhin gekommen bist?" Vielleicht war es ein bisschen viel Gefrage, nur war er halt furchtbar neugierig und wollte alles über das schüchterne Mädchen wissen.

Dany Offline

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Beiträge: 253

27.03.2005 20:15
[02.08.05] Kapelle Antworten
Es gab zwei Möglichkeiten, wenn man mit Attributen „gesegnet“ war, die andere Kinder dazu brachten, einen zu hänseln. Entweder man zog sich zurück und verbrachte seine Kindheit und Jugend als introvertierter Mensch oder man ignorierte das alles einfach, pickte sich die Leute heraus, von denen man akzeptiert wurde und führte ein ganz normales Leben und betrachtete sich selbst als individuell. Dany gehörte zur zweiten Sorte und auch wenn sie die ganzen Sticheleien längst nicht mehr zählen konnte und manche Sprüche wirklich weh taten - die einen zogen sie damit auf, dass man sie so leicht mit einem Jungen verwechseln konnte und gerade eben jene machten gerne kindische Bemerkungen über ihren frühreifen Körperbau – hörte sie einfach nicht hin und beschloss, dass ihr das alles vollkommen egal war. Leichter wurde das alles nicht gerade, als die Mutation bei ihr zu Tage trat, aber das bekräftigte sie nur in dem Vorhaben, niemals jemanden zu verurteilen oder sich lustig über ihn zu machen, nur weil er ein wenig anders war, auffällig vielleicht oder eben einfach eine Angriffsfläche für Spott bot.

“Über Deutschland hatten wirs in der Schule, der zweite Weltkrieg wird sicher auch in Hundert Jahren noch unterrichtet. In Kunst haben wir aber auch mal über deutsche Schauspieler gesprochen und dann habe ich mir mal einen Film mit Romy Schneider im französischen Fernsehen angesehen. Das war doch eine Deutsche, oder?“

Während sie so vor sich hin erzählte, setzte sie sich endlich bequemer hin und strich sich wieder einige der strubbeligen, braunen Haare aus der Stirn. Ihr Blick war wach, als sie Kurt betrachtete und dass er so freundlich war, liess ihre Schüchternheit deutlich zurück weichen. Sie lächelte sogar regelrecht aufgeweckt und als sie schliesslich versuchte einigermaßen zu erklären, worin ihre Begabung lag, nutzte sie eine muntere Gestik.

“Ich weiss gar nicht, wie ich das überhaupt nennen soll. Es fing irgendwann damit an, dass ich Klänge sehen konnte. Weißt Du, wie in einem Trickfilm, in dem Musiknoten vom Plattenspieler wegtanzen.“ Sie lachte leise auf, der Vergleich gefiel ihr. “Na ja, natürlich sehe ich keine tanzenden Musiknoten, aber ich kann die Wellen sehen, die Klänge und Informationen mit sich tragen. Und ich kann sie hören, selbst wenn sie weit von mir weg sind. Ich weiss gar nicht, über welche Strecken, aber manchmal habe ich sogar Sätze in fremden Sprachen gehört, irgendwann mal eine sehr seltsame, bei der die Leute das CH so eigenartig betont haben, dass es mir beim Sprechen richtig im Hals weh tun würde.“

Ja, es war verstörend gewesen diese Fähigkeiten zu bemerken. Sie stand heute noch oft Ängste aus, wenn um sie herum diese Dinge passierten. Oft war es passiert, dass ihre Aufregung – egal ob positiv oder negativ – die Radiowellen um sie herum so beeinflusste, dass Radiosendungen, Fernsehübertragungen und Lautsprecheransagen vollkommen durcheinander gebracht wurden und Phänomene entstanden, die sie nicht anders als geisterhaft bezeichnen konnte. Verzerrte Stimmen, eigenartige Geräusche, manchmal auch nur ein schrilles Pfeifen, das sogar einmal die Fensterscheiben eines Raumes gesprengt hatte. Vermutlich, so hatte sie sich oft gedacht, gäbe es noch ganz andere Dinge, die passieren konnte und es fehlte eben nur die Situation, die sie hervor kommen liess. Besonders erpicht darauf war sie allerdings nicht. Es lag nun einmal in der menschlichen Natur sich vor Dingen zu fürchten, die man nicht kontrollieren oder einschätzen konnte.

“Es sind eben viele Dinge passiert und manche davon waren alles andere als schön. Aber ich dachte, ich versuche es einfach mit dem Sturm nach vorne und habe den Leuten versucht zu erklären, was ich sehe, obwohl ich es selbst nicht begreife. Ich dachte, dass mir vielleicht jemand helfen kann, aber die meisten haben mir den Vogel gezeigt und die, die es miterlebt haben, haben mich wütend verjagt oder sind vor Schreck erstarrt. Meine Mutter hält mich für verrückt und ich bekam mit, dass sie sich nach Therapien und sogar Sanatorien erkundigt hat und schliesslich bin ich abgehauen. Ich wollte zur Fair Trade nach Aberdeen, ich liebe Modellbau-Autos, weißt Du? Aber beim letzten Umstieg hatte der Zug Verspätung und ich geriet in eine unschöne Sache, deren Kern ist, dass ich angeblich ein Buch gestohlen haben soll und weil ichs nicht getan habe, bin ich eben abgehauen. Meine Beine sind wohl zu kurz“ murmelte sie kurz und sah auf ihre Knie hinab, nur um dann munter weiter zu erzählen "sonst wäre ich denen sicher auch entkommen. Als sie mich dann aber doch erwischt haben, waren auf einmal Liam und Rohey da und sie haben mir geholfen und mich schliesslich hier her gebracht.“

Ob das alles nun einigermaßen verständlich oder nachvollziehbar war, wusste sie nicht, aber sie versuchte zumindest klare Worte zu benutzen. Sie liebte die Sprache, ein Grund, weshalb sie nicht diese Jugendsprache annahm, welche Wörter verhunzte und immer wieder neue Ausdrücke erfand. Es war ein wundervolles Gefühl, dass sich jemand für sie interessierte und es war vollkommen neu. Und wie es nun einmal die Eigenart so junger Menschen war, schlossen sie andere sehr schnell ins Herz und Dany merkte, dass sie Kurt einfach nur mochte. Vielleicht würde sie ja seine Freundschaft gewinnen können, auch wenn es recht unwahrscheinlich war, dass er daran interessiert war, schliesslich war er sicher ganz schön viel älter als sie.

“Nun hast Du mir gegenüber aber einen ganz schön großen Vorteil“ grinste sie. “Wie hast Du das vorhin eigentlich gemacht? Ich meine, Dich so schnell bewegt? Ist das Deine Gabe?“

Nightcrawler Offline

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28.03.2005 13:51
[02.08.05] Kapelle Antworten
Kurt sah sie an, eine ganze Weile, manch einer hätte glauben können er starrte sie an, dabei war es eher so, dass ihm tausend von Gedanken durch den Kopf wirbelten. Er fand sie war ein wirklich hübsches Mädchen, selbst wenn sie sich vielleicht nicht so sah, aber Schönheit lag ja immer im Auge des Betrachters.
Dann senkte er den Blick, stierte auf seine Hände die ihm manchmal so seltsam vorkamen, er wollte nicht unzufrieden sein, aber manchmal fragte er sich ernsthaft was Gott mit seiner Gestalt eigentlich bezwecken wollte.
„Also“ begann er nach einem endlos wirkenden Schweigen. „Es ist gar nicht so schwierig wie man vielleicht meinen würde. Ich wechsele einfach nur die Dimension.“ Kurt lachte leise aber angenehm auf, nur die Dimension zu wechseln war ja auch schon was. „Dort läuft die Zeit einfach anders als hier, deshalb sieht es aus als würde ich mich beamen.“ Hatte sie ihn verstanden? „Viele Jahre dachte ich es sei…ein Makel.“ Er war leiser geworden, hatte seine Finger ineinander verschränkt. „Aber es ist Gottes Geschenk“ das wusste er heute.
Kurt grinste als er nun abermals zu Dany aufsah. „Möchtest du es sehen?“

Dany Offline

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28.03.2005 15:35
[02.08.05] Kapelle Antworten
Während Kurt schwieg, lehnte sie sich nach vorne und stützte sich mit den Ellbogen auf der vorderen Banklehne ab und legte ihr Kinn auf beide Handinnenflächen. Sie kaute oft wenn sie nicht darauf achtete an ihren Fingernägeln herum, weshalb ihre Fingerkuppen etwas rau waren, aber ohnehin würde sie sich die Fingernägel nicht wachsen lassen wollen, da sie das nur beim Rumbasteln an ihren Modellautos stören würde.

“Wie muss man sich so eine Dimension denn vorstellen. Hat das einfach nur etwas mit der Zeit zu tun oder sind diese Dimensionen völlig andere Orte?“

Vierdimensional zu denken war nicht sehr einfach, fand sie. Zeit war ohnehin etwas, das zwar allgegenwärtig, aber nie wirklich zu erfassen war. Und selbst wenn man zwanzig Uhren um sich herum hatte, würde man die Zeit jeden Tag anders erleben als an dem zuvor. Das alles hatte etwas von Philosophie, gepaart mit Wissenschaft und mit einem gedanklichen Schmunzeln fügte sie an, auch etwas von Science-Fiction. Oder fassen wir es zusammen, das ist zu hoch für mich.

Leicht neigte sie den Kopf zur Seite und sah Kurt ob seiner Frage, ob sie es denn sehen möchte, verwundert an. Dann aber legte sich ein strahlendes Lächeln auf ihr Gesicht und sie nickte.

“Ja! Ja, das möchte ich wirklich sehr gern.“

Nightcrawler Offline

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28.03.2005 20:58
[02.08.05] Kapelle Antworten
Er sah Dany kurz an und sein Grinsen wurde breier. "Nein es ist ein Ort wo einfach Leere ist, es gibt keine Zeit und keinen Raum. Versuch dir einfach ein Nichts vorzustellen. Weder schwarz, noch weiss, einfach nichts. Sowie ein Blinder nichts sieht. Ich schätze ab wie weit ich mich bewegen muss." Er kniff für einen Moment die Augen zusammen, als müsste er sich konzentrieren, wie sollte er es ihr denn auch weiter beschreiben? "Es gibt keine Garantie das ich sicher wieder zurück komme. Ich könnte z.B. in einer Wand hängen bleiben." Er schmunzelte vorsichtig und stellte sich dann auf.
"Allerdings ist mir das noch nicht passiert." Dann streckte er ihr einlandend die Hand entgegen.

Dany Offline

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28.03.2005 21:04
[02.08.05] Kapelle Antworten
Mit schräg gelegtem Kopf sah Dany auf die Hand und überlegte, während sie ihre eigene, kleine Hand in Kurt’s legte und aufstand. Er machte ihr ja Spass, als ob es so einfach wäre, sich Nichts vorzustellen. Egal, woran sie dachte, es war einfach immer irgendetwas da und wenn es nur dunkle oder helle Flecken waren. Nichts, das war so undefiniert und sagte trotzdem alles, ihr genügte es jedenfalls als Erklärung.

“Einmal ist immer das erste Mal, was?“

Sie lächelte und zeigte dabei die Grübchen auf ihren Wangen, die so gut zu dem Gesicht mit den braunen Augen passten.

Nightcrawler Offline

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28.03.2005 21:12
[02.08.05] Kapelle Antworten
Er zog sie an ihrer Hand sanft in seinen Arm, ehe er beide Arme um sie schlang. "Halt dich fest." raunte er ihr zu und zwinkerte ihr noch einmal zu.

Es gab ein kleines vibrieren, dass über ihre Wirbelsäule krippelte, nicht unangenehm, eben nur ungewöhnlich. "Mach die Augen auf." sprach er und irgendwie klang seine Stimme mehr als schläfrig. Sie selbst dürfte sich jetzt schwerelos fühlen, ihren Sinnen vollkommen beraubt und so war da auch wirklich nichts außer das pure Nichts.

Es gab ein leises Plopp, so als sei eine Seifenblase zerplatzt und sie standen knapp 10 Meter von ihrem Ausgangspunkt entfernt.

Dany Offline

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28.03.2005 21:22
[02.08.05] Kapelle Antworten
Festhalten? Vollkommen perplex festklammern traf es irgendwie eher. Als Kurt sie gefragt hatte, ob sie es denn sehen möchte, war ihr nicht ganz klar gewesen, dass sie Frage eigentlich ‚möchtest Du es erleben’ hätte lauten müssen und jetzt, da sie immer noch nicht ganz wusste, wie sie dieses eigenartige Kribbeln einordnen sollte und vor allen Dingen das, was da gerade passiert war, schnappte sie einfach nur nach Luft. Etwas neben sich liess sie Kurt los, murmelte irgend eine kaum hörbare Entschuldigung und strich dabei in einer fahrigen Geste den Stoff seiner Kleidung glatt, in den sie sich gekrallt hatte.

“Das ist ja….“ Ihr fehlten merkbar die Worte. So ganz konnte sie das gerade eben nicht erfassen, dafür war es zu kurz gewesen, aber irgendwo tief in diesem Inneren begriff sie, was Kurt mit diesem Nichts meinte. Sie konnte sich nicht entscheiden, ob dieses Wissen nun für Leere oder Fülle stand, wahrscheinlich stand es einfach für das, was es bezeichnete; für nichts.

“Unglaublich!“ platzte es schliesslich voller Begeisterung aus ihr heraus und sie lachte beinahe ungläubig leise auf. Die Innenwände der Kapelle liessen ihre Worte und das Lachen widerhallen und als würde sie irgend eine höhere Macht mit ihrer Lautstärke verärgern, räusperte sie sich und lächelte verlegen in Kurt’s Richtung.

Nightcrawler Offline

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30.03.2005 12:18
[02.08.05] Kapelle Antworten
Mit so einer Reaktion hatte er nicht gerechnet. War das wirklich so ...besonders? Oder doch eher nur ungewöhnlich? Genauso verlegen wie Dany schielte er auf seine Füße, während sein Schwanz hin und her wedelte, ganz so wie bei einem aufgeregten Hund.

Er räusperte sich, schlang seine Finger wieder einmal ineinander und blieb eine Weile einfach noch schweigend mit ihr stehen.

"Ich denke ich werde nun zu Bett gehen." wieder sah er sie lang an und hoffte auf eine plötzliche Eingebung. "Es hat mich wirklich sehr gefreut dich kennenzulernen, Dany." Noch immer befangen streckte er ihr die Hand entgegen. "Wohl behüteten Schlaf." Er würde sie in seine Gebete mit einschließen und das war wohl Kurts größtes Kompliment. Dann verließ er die Kapelle.

Dany Offline

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30.03.2005 12:36
[02.08.05] Kapelle Antworten
“Schöne Träume, Kurt.“

Sie legte ihre Hand in seine und schüttelte sie zum Abschied und sah ihm dann hinter her, als er zur Kapelle hinaus ging. Das war der bisher seltsamste, wundervollste, aktivste und verwirrendste Tag in ihrem Leben. Sie versuchte das alles mit einer gewissen Selbstverständlichkeit hin zu nehmen, denn es war nun einfach mal so. Gelingen würde das allerdings nur einem Klotz von einem Menschen, dessen war sie sich sicher und es blieb ihr wohl nichts anderes übrig, als sich langsam und Schritt für Schritt daran zu gewöhnen. Und das bei ihrer Ungeduld.

Inzwischen hatte die Abenddämmerung die Welt in ihr weiches Grau eingehüllt und wechselte langsam in das tiefe Blauschwarz der Nacht über. Am Himmel zeigten sich bereits die ersten Sterne, sicher waren es noch mehr, die ihr altes Licht zur Erde sandten, aber einige Wolken durchzogen den Himmel und verhinderten die Sicht auf sie. Ein kühler Luftzug wirbelte ihr entgegen, als Dany nach ihrem Ausflug in die Kapelle wieder hinaus ins Freie trat und sie genoss es, den kirchentypischen Geruch von Stein und Älte los zu werden. Nachdem sie nun so lange gesessen hatte, war ihr danach, sich etwas die Beine zu vertreten und ohnehin hatte sie doch vorgehabt, diesen Ort zu erkunden. Und der Garten war wirklich mehr als einladend, um dort zu beginnen.

~tbc [02.08.] Küche [spät Abends, Nachts] & [02.08.05] Irgendein Zimmer [nachts]

- abgeschlossen -

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