Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Das heiße Wasser rann über meinen Nacken, den Rücken herunter und letztendlich über den Rest meines Körpers bis in den Ausguss zwischen meinen Füßen. Ich stützte mich mit beiden Händen an der Duschwand ab und starrte durch den schweren, roten Mantel meiner Haare nach unten. Doch es war nicht die Müdigkeit, die mich fast in die Knie zwang. Es waren meine Gedanken und Gefühle, die ich wohl noch nie wirklich im Griff gehabt hatte. So gut ich mich nach außen auch abschotten konnte, so furchteinflößend und monströs war das Chaos in mir.
Mir ging dieses verdammte Lied einfach nicht mehr aus dem Kopf. Wann hatte ich es gehört? Im Shuttle?
„I've seen your face a thousand times
Have all your stories memorized
…
I think I know you inside out
And we're together most days
But I still love to have you around
…
You're the one I trust, our love is the real thing
Don't go away
I want you to stay
In my life
Don't go away
I'm happiest when we spend time
…
You're a salty water ocean wave
You knock me down, you kiss my face
I know the storms will always come
But I still love to have you around
…
It's you there when I close my eyes
And you in the morning
I never thought you'd still be mine
Or I'd really need to have you around
…
Don't go away
I want you to stay
In my life
Don't go away”
Ausgelaugt von diesem Tag, fertig von dem was vorher war und frustriert von unserem Wiedersehen, hämmerte ich meine rechte Hand gegen die Duschwand und zischte kleine Flüche, als mich der Schmerz zurückholte aus dem Loch meiner Gedanken. Langsam rutschte ich auf meine Knie und besah mir meine Fingerknöchel. Gebrochen nein, geprellt vielleicht, aber definitiv rot und schmerzend. Verdammt jetzt hatte ich mich tatsächlich doch zu meinem eigenen Patienten gemacht. Mürrisch schob ich meine Hand hinauf und drehte den Hahn zu. Ich hatte jetzt wohl genug Wasser geschluckt und beschloss meine Versuche mich selbst in Wasser und Gedanken zu ertränken auf später zu verschieben.
Mit zittrigen Knien kletterte ich aus der Dusche, angelte nach einem herumliegenden Handtuch und band es mir um die Taille. Schließlich lagen meine Sachen im Shuttle und ich hatte nur die Kleidung, die ich am Leib getragen hatte. Vorerst sollte das Handtuch reichen, bis Logan meine Sachen brächte und wenn nicht, was ich ihm zutrauen sollte, würde ich sie später eben selbst holen.
Mein Rücken spannte vom vielen Sitzen im Cockpit und so streckte ich mich ausgiebig, bis der Rücken einmal knackte und ich ein wenig Linderung erfuhr. Die Zeitverschiebung hatte mich in ein nettes Jetlack katapultiert, weswegen ich zwar körperlich fertig, aber geistig hellwach war. Langsam trat ich aus dem kleinen Badezimmer in das mir zur Verfügung gestellte Quartier und trat ans Fenster. Noch immer etwas unsicher krempelte ich das Handtuch noch etwas fester über der Brust und strich es über meinem Po glatt, wo es gerade noch alles nötige verdecken konnte.
Nachdenklich sah ich hinaus, zog eine Seite des Flügelfensters auf und setzt mich auf das Fensterbrett. Es war kühl draußen und allzu lange würde ich hier nicht sitzen können, aber der Ausblick war einfach zu schön. Verträumt strich ich eine dicke Haarsträhne nach vorne und kämmte sie mit den Fingern. All das Grün und Meilenweit keine richtige Großstadt. Diese friedliche Ruhe konnte Xavier nur mithilfe verschiedenster Barrieren errichten und doch hatte die Regierung scheinbar immer ein Auge auf das Institut gehabt. Auch wenn sie lange nicht wussten, was so seltsam an diesem Internat war, es war auf jeden Fall schon immer anders.
- Chatplay - Ororo, Logan, Elayne, Kassander und Jean
Während Logan die Sachen Jeannies mit Hilfe von Kassander in ihr derzeitiges Quartier schleppte, gab es ein herzliches Wiedersehen mit Ororo, ihrer besten Freundin. Des weiteren schlug man vor, zusammen Tee in der Küche zu trinken. Zwischen Logan und Jean herrschte noch immer die angespannte Stimmung und würde sich so schnell wohl auch nicht wieder legen.
Nachdem nur noch Elayne und Jean zusammen in der Küche saßen, knüpfte man erste Bindungen und sie versuchte dem Mädchen die Angst vor der Vergangenheit, ihren neuen Kräften und dem Morgen zu nehmen.
Ob es gelungen war?
Nach dem Gespräch mit Diarmuid schleppte ich mich die endlos werdenden Stufen hinauf in das Dachgeschoss. Ich kam gerade im ersten Stock an, als sich im tiefsten Inneren meines Kopfes ein Schatten regte. Sofort blieb ich stehen und spannte meine Finger um das Treppengeländer. Nein, bitte nicht, was war das? Ich spürte, wie der Schatten etwas mehr hervorkam, ich spürte, dass ich es nicht wissen wollte. Zischend entwich die Luft zwischen meinen Zähnen.
Bitte! Komm nicht raus!
Einzelne Muskelfasern in meinem Oberarm zuckten und ich begriff, dass ich mich beeilen musste. Mühselig löste ich den sich langsam verkrampfenden Griff um das Geländer und befahl meinen müden Knochen weiter zu gehen. Endlich setzte ich mich langsam in Bewegung und begann den nächsten Treppenabsatz zu nehmen. Doch dieses gewisse Etwas in meinem Kopf wabberte unaufhörlich und es wurde größer, es wurde mir immer bewusster. Und je mehr ich begriff, was mir da langsam aber sicher bewusst zu werden schien, umso schneller nahm ich die Stufen.
Die Tür zu meinem Quartier flog auf und gleich wieder zu. Mein Herz klopfte nahe dem Zusammenbruch gegen meinen Brustkorb und ich presste mich atemlos gegen die Tür. Unkontrolliert fingerte ich an der Türklinge herum und betete, dass ein Schlüssel steckte. So schnell, wie das Gefühl zwischen meinen Fingern als Schlüssel identifiziert werden konnte, so schnell hatte ich ihn auch schon herumgewuchtet. Mein Blick klebte, wie der Schweiß auf meiner Stirn, an der Decke und ich bemerkte die seichten Schatten, welche das Mondlicht in mein Zimmer warf.
Regen, oh bitte, Regen komm!
Ruhelos drückte ich mich von der Tür ab, stolperte halb über meine Sachen und fing mich an den Vorhängen, die ich sogleich wild aufeinander zu riss.
Kein Licht! Ich wollte jetzt nichts mehr sehen!
Langsam wurde das Zittern in meinen Knien so stark, dass ich es bemerkte und gleichzeitig auf den Boden sank. Dabei ließ ich nur langsam die Vorhänge los, so dass sie in ihren Aufhängungen ächzten, als ich sie endlich los ließ. Mich hätte es nicht gestört, hätte ich sie herunter gerissen und mich unter ihnen begraben. Hauptsache es war dunkel.
Das endlose Pochen in meiner Brust war für lange Momente das Einzige, dass ich noch wahrnahm. In meinen Ohren rauschte es, in meinem Kopf rauschte es, in mir brodelte es. Die ganze Zeit hatte ich meine Kraft dazu aufgebracht mir nichts anmerken zu lassen. Ich wollte kühl bleiben, kühl und besonnen. Doch jetzt war sie zu Ende meine Kraft.
Das Material der Vorhänge glitt zwischen meine Finger, wie sie so herunter rutschten und vor mir auf dem Boden zu liegen kamen. Sie stützten mich und ich starrte sie an. Die rechte noch immer leicht gerötet und wenn ich genauer hinsah, zeigten sich winzige blaue Flecke auf ihnen, wie bläuliche Sommersprossen.
Und meine linke Hand?
Ich weiß gar nicht mehr genau, wie oft er sie gehalten hatte. Mal fest und fordernd, mal vorsichtig und zärtlich, dass es mich gruselte. Und dann brach die schattenhafte Gewissheit aus dem hinteren Winkel in meinem Kopf weiter hervor. Wie von selbst wanderte meine rechte, geschundene Hand zu meinem Mund und bedeckte, umklammerte ihn regelrecht.
Was war das alles nur?
Es war nicht die Tatsache, dass Logan diese Übergriffe gestartet hatte. Es war die Tatsache, dass ich es nicht bereute. Die Gedanken an Scott waren minimal gewesen und hatten mich, wenn ich es recht überdachte, nur beim ersten Mal zurück in die Wirklichkeit geholt. Aber was war mit den anderen Malen? Da hatte mich immer nur der erste Schrecken heimgesucht, weil er blitzschnell zuschlug und mir nie Zeit zum reagieren gab.
Wie ein Raubtier.
Er hatte mich überfallen und war danach geflohen. Einmal, nein, zweimal... aber es blieb nicht bei den zwei Malen. Langsam wanderte meine Hand von der fast wunden Haut meiner Lippen hinab zu meinem Hals. Das hatte er nicht wirklich getan, oder? Und jetzt fiel es mir wieder ein.
Hatte er etwa?
So schnell, wie ich wieder auf meinen Beinen war, überraschte es mich selbst. Bis eben hatte ich kraftlos zusammengesunken vor dem Fenster gehockt und nun flog ich regelrecht, getragen von meinen Füßen, in das Badezimmer und vor den Spiegel. Ich wollte meinen Hals sehen. Ich wollte sehen, was er getan hatte. Nichts zu sehen... und selbst wenn ich genauer hinsah, keine Spuren.
Dabei brannte das Fleisch unter meiner Haut noch immer.
Zwei-, dreimal fuhr ich über meine Kehle, nachprüfend ob auch wirklich nichts zu sehen war, als ich mich plötzlich selbst im Spiegel erkannte. Meine Augen waren gerötet, hatte ich geweint? Grübelnd zog ich die Haut unter meinen Augen nach, das waren doch tatsächlich Augenringe.
Jeannie, du wirst alt, hm?
Ich spritzte mir kaltes Wasser ins Gesicht und trocknete mich dann mit einem Handtuch ab. Ein letzter prüfender Blick in den Spiegel und dann musste ich mich doch tatsächlich am Waschbecken festhalten. Mir war auf einmal schwindlig geworden. Hatte mich das Jetlack also doch endlich geschafft. Jetzt trat zu meinen müden Knochen auch ein tot geprügelter Geist. Die Gedanken, Schatten und Stimmen in meinem Kopf wurden mit einem Mal kleiner und leiser. Wie in Trance schleppte ich mich zurück ins Zimmer, als ich auch schon ins Bett fiel. In voller Montur, dass heißt in der schwarzen Jeans und der blutroten Bluse, übermannte mich der Schlaf und katapultierte mich in einen tiefen, nachtschwarzen und traumlosen Schlaf.