Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
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Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Marinja saß in einem kleine Café in London und studierte ihren Reiseplan. Sie hatte schon über die Hälfte von dem gesehen, was sie sich vorgenommen hatte, nun wollte sie unbedingt nach Schottland, zu diesem berühmten Loch Ness um mit eigenen Augen zu sehen, dass es das Seemonster gar nicht gibt oder es doch existiert.
Von dem gesparten Geld war nicht mehr viel übrig und nach dem Schottland-Trip müsste sie auch eigentlich wieder zurück nach Kanada. Auf der Karte war auch ein Flughafen eingezeichnte - Inverness -, von dem sie bestimmt ein Flug bekommen könnte. Sie notierte sich alle Daten in ihr kleines Notizbüchlein. "Inverness? Hab ich nicht da mal was drüber gelesen? ... schade, dass ich kein fotografisches Gedächtnis hab." Da es ihr nicht mehr einfiel, kümmerte sie sich nicht weiter drum, sondern trank in Ruhe ihren Kaffee aus, bezahlte und machte sich auf zum Bahnhof um sich eine Karte nach Inverness, von da dann weiter zum berühmten See. "Ein Hotelzimmer oder nen Campingplatz werde ich gewiss vor Ort finden."
Am Bahnhof blieb sie erst einmal draußen stehen, sie hasste diesen Teil des Reisens, immer soviele Menschen auf einem Haufen. Den ganzen Urlaub über hatte sie Ihre Fähigkeit - ihre Gabe, wie ihre Mutter es immer nannte, sie sagte nie was von Mutation - gut unter Kontrolle gehabt und es war auch kein Unglück passiert, so eins, weswegen sie von der Schule geflogen war. Sie hoffte nun, auf der letzten Etappe ihrer Reise wird weiterhin nichts passieren, atmete tief durch und betrat den Bahnhof.
Am Schalter musste sie noch ein paar Minuten warten, bis sie an der Reihe war, kaufte sich ein Einfach-Ticket nach Inverness und ging dann weiter zum entsprechenden Bahnsteig. Sie reiste mit einfachem Gepack: Rucksack, mit Mini-Zelt und Schlafsack reichten für sie, auch wenn sie schon fast zu klein war für das Monstrum von Rucksack.
Endlich im Zug suchte sie sich ein freies Abteil, verstaute ihr Gepäck und setzte sich ans Fenster. Der Zug war kaum angefahren war sie schon in ein Buch vertieft, dass sie sich kurz vor der Abfahrt im Bahnhof gekauft hatte.
"Ist hier noch frei?" Marinja schreckte hoch, sie hatte nicht mal mitbekommen, dass die Abteiltür aufgezogen wurde, sie sah die Frau schweigend an, als diese ihre Frage noch mal wiederholen wollte, nickte sie schnell und murmelte: "Ja, natürlich" und bevor die Frau noch was sagen konnte, hatte sie ihre Nase wieder im Buch.
Nach und nach füllte sich das Abteil und Marinja konnte sich nicht mehr richtig auf ihr Buch konzentrieren, weil die Fahrgäste sich laut unterhielte. Bevor Marinja in ein Gespräch verwickelt würde, verließ sie das Abteil und wanderte durch die einzelnen Wagons. Die Fahrt würde noch ein paar Stunden dauern und da wäre es ganz gut, wenn sie sich ab und zu die Beine vertritt.
Manchmal musste sie ein paar herumtobenden Kindern ausweichen, die sich einen Spaß daraus machten, über den Gang zu laufen. Sie fand auch die leicht gestresste Mutter, die es scheinbar aufgegeben hatte, ihren Kindern hinterher zu laufen.
Zurück bei ihrem Abteil, sah sie durch die Tür, wie sich zwei der Fahrgäste immer noch unterhielten, wobei es schon nach ner sehr hitzigen Diskussion aussah. Sie entschied sich dafür, draußen im Gang zu bleiben, öffnete das Fenster und starrte hinaus. "Sie sollten lieber nicht so hier im Durchzug stehen, meine Liebe," wieder hatte Marinja nicht bemerkt, wie die Dame von vorhin an sie herangetreten war "Ich sollte mal meine Ohren überprüfen lassen."
Marinja lächelte die Frau an: "Mir macht das nicht viel aus, ich wollte aber eh gleich wieder zurück."
Marinja ging daraufhin ins Abteil, gefolgt von der Dame, und setzte sich wieder auf ihren Platz. Die Herr hatten kurz ihr Gespräch unterbrochen, als die Beiden hereinkamen, fingen aber kurz darauf wieder an zu diskutieren. Marinja hörte nur mit einem Ohr zu, sie sah lieber die Gegend an sich vorbei rauschen. Ab und zu drangten aber doch ein paar Wortfetzen an ihr Ohr.
"... komische Auswüchse am Hals", "... nicht normal ...", "...Mutation" bei dem letzten Wort horchte Marinja auf, sie ließ sich aber nichts anmerken und sah weiter aus dem Fenster.
Das Gespräch ging es wohl darum, dass es immer mehr von diesen Mutationen gibt und diese jetzt auch in Europa auftauchen und nicht nur in Amerika. Man sollte doch meinen, dass alle Spinner in Amerika leben und auch dort bleiben sollten.
Es wurde langsam dunkel und der Zug hatte gerade mal die Hälfte der Strecke hinter sich. Laut Fahrplan wird sie wohl erst am Vormittag des 4.8. in Inverness ankommen.
Die zwei Herren, waren schon längst ausgestiegen, auch die freundliche Dame hatte sie vor ein paar Stunden verlassen, so dass sie nun ein ganzes Abteil für sich alleine hatte. Wer ist auch so blöde und nimmt für so ne Strecke auch den Zug, da Inverness doch einen eigenen Flughafen hatte. Aber Marinja liebte es mit dem Zug zu fahren und da sie ja Zeit hatte, machte es ihr auch nichts aus.
Vor der Abfahrt hatte sie sich noch mit Proviant eingedeckt und aß dieses nun, ab und zu schaute mal der Zugbegleiter vorbei, aber er sagte nichts und Marinja war auch froh darüber.
Genauso wie ihr Leben, war auch diese Zugfahrt: Langweilig.
Da sie in einem sehr kleinen Ort im Norden von Kanada aufgewachsen war, dort wo es das ganze Jahr über recht kalt ist, hat sie auch nicht viel von der Außenwelt mitbekommen, nur gelegentlich ein paar Fernsehsendungen, wenn denn mal die Kiste funktionierte. Zeitungen gab es auch nur höchstens 1 mal in der Woche. Daher hatte sie bis vor ihrer Europareise noch nie etwas von Mutanten oder Andersartigen gehört. Sie selbst hielt ihre Mutation ja selbst für eine Gabe und ihre Eltern hielten es auch nicht für notig, dies zu ändern.
Auf die Idee der Europareise war sie schon als kleines Kind gekommen, sie hatte seitdem ihr Taschengeld gespart. Anfangs war es nicht viel, aber da man in ihrem Heimatort auch nicht viel ausgeben konnte, war das Sparen recht einfach. Später hat sie noch als Babysitter und durch kleinere Aufgaben, wie Schneeschippen, Gartenpflege und was sonst ein Kind bzw. Teenager so machen kann, Geld dazu verdient.
Und nun ist auch dieses Geld fast aufgebraucht, für Essen und ein Rückflugticket reicht es gerade noch, wenn sie einen günstigen Campingplatz findet, ein Hotelzimmer wird wohl nicht mehr drin sein, nachdem sie ihre Finanzen gecheckt hatte. Vielleicht kann sie aber auch wild Campen an einem See, versteckt im Dickicht oder so.
Was ihre Fähigkeiten angeht, so hat sie diese recht gut unter Kontrolle, es sei denn man bringt sie auf die Palme. Aber sie regt sich nur sehr selten auf. Sie gebraucht sie meistens immer dann, wenn sie ein Lagerfeuer braucht.
Also, die Fahrt war recht langweilig, ab und zu kam der Schaffner vorbei und suchte nach Neuzusteiger, aber in ihrem Abteil war niemand mehr hineingekommen.
Der Schaffner steckte erneut den Kopf ins Abteil und sagte irgendwas, das wie Inverness klang - die Schotten hatten doch eine recht schlechte Ausprache, oder hatte dieser Schaffner einen Sprachfehler? Jedenfalls holte Marinja ihren Rucksack, schulterte sich diesen und verließ das Abteil.