Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Nun war das Gespräch drauf gekommen, egal...früher oder später...
"Ich werde ein Reptilien-Hybrid..." erklärte sie und versuchte dabei möglichst neutral zu klingen "Mir wächst ein recht flexibler Scwanz...ich bekomme überall harte, kleine Schuppen und auf dem Kopf einen Stachelkamm...meistens leiden auch meine Schuhe darunter...ich bekomme Krallen um die mich keine Maniküre beneiden würde. Also komplett das Gegenteil, was gerade neben dir joggt."
Da war er wieder, der Sarkasmus...
"Und gedient hab ich in der Army nicht..." sie schmunzelte bei der Vorstellung, diese unbequemen Uniformen tragen zu müssen... Die Army wollte mich für ein Projekt...meine Echsenhaut kann die Pigmentierung exakt der Umgebung anpassen, wie ein Chamäleon...sie nannten mich damals Camouflage, bin aber vorher abgehauen, nach Europa"
Nun kannte er wirklich bald ihre gesamte Lebensgeschichte...aber irgendwie machte es ihr nichts mehr aus, sie zu erzählen...sie würde sich sogar mal kurz verwandeln, wenn sie es auf Kommando könnte.
"Oh..." war dieses Mal alles, was Ty hervorbrachte, denn er wusste nicht wirklich, was er darauf sagen sollte. Klar wäre es interessant gewesen, Caitlynn mal in der Verwandlung zu sehen, aber er würde sie keinesfalls darum bitten. Sie hasste diese andere Seite an sich, so viel hatte er verstanden. Der Sarkasmus war wohl ebenfalls ein Schutzmechanismus... ganz wie du Mutation selbst. So schien es zumindest ihrer Schilderung nach.
„So langsam musst du dir vorkommen wie bei einem Verhör... falls ich zu viele Fragen stelle, sag es mir. Ich finde es einfach nur faszinierend.“
Das tat er wirklich. Während seiner Jugendzeit im New Yorker Institut und der kurzen Zeit vor der Reise nach Schottland hatte er mit allen möglichen Mutanten zusammen gewohnt und dennoch fand er jeden auf seine eigene Art und Weise faszinierend. Er konnte nicht einmal sagen, warum das so war. Ihm fiel sein Großvater Waters wieder ein.
“...Schau dir diese Steine dort an, mein Junge. Sie sehen von außen ganz gleich aus, nicht wahr? Aber wenn du in ihr Inneres schaust, siehst du, dass jeder anders ist. Der linke, das ist ein Malachit, siehst du? Nimm ihn einmal in die Hand...“
Ty hatte an diesem Tag seine Begeisterung für die Geologie entdeckt. Er hatte nie diese ersten Worte vergessen und wie sich herausgestellt hatte, trafen sie auf viele Dinge im Leben zu. Unter anderem auch auf Menschen. Man mochte sie abstempeln, ihnen kleine Aufkleber verpassen und sie aufteilen, in Weiße und Nicht-Weiße, in Alte und Kinder, in Gesunde und Kranke, Arme und Reiche... Mutanten und Nicht-Mutanten. Aber am Ende war jeder einzigartig. Ty mochte es, diese Einzigartigkeiten in ihrer ganzen Vielfalt zu sehen und so war er immer einer der ersten gewesen, der Neuankömmlingen Xaviers Schule das Freak mich -Freak dich- Spiel beibrachte.
Vielleicht ist es ja genau das, was hier noch fehlt? Solange sie alle Angst voreinander haben und sich verstecken, werden sie es immer schwer haben, einander zu vertrauen.
Ty nahm sich fest vor, mit Ororo auch darüber zu reden.
Mittlerweile waren sie auf das letzte Teilstück eingebogen. Ty wunderte sich einmal mehr, wie spät es wohl sein mochte. Ihm fielen einmal mehr Caitlynns geschmeidige Bewegungen auf und wenn er an die Anforderungen dachte, die Capoeira einem Kämpfer (Tänzer! ermahnte er sich selbst) abverlangte, so war er sich sicher, dass sie eine hervorragende Sportlerin sein musste. Kein Wunder also, dass die Army an ihr interessiert gewesen war.
„Haben sie denn nicht nach dir gesucht? Ich könnte mir vorstellen, dass gewisse Stellen ein reges Interesse an so einem ... tarnfähigen Soldaten hätten.“
Dieses Mal war Ty stehen geblieben. Er hatte begonnen, ein paar Dehnübungen zu machen, während er auf ihre Antwort wartete.
Auch Caitlynn verlangsamte ihre Bewegung und blieb dann stehen...winkelte das Bein an und zog den Fuß an ihren Hintern...Dehnübungen, die einem Muskelkater vorbeugten...
Während ihrer Anreise hatte sie nicht wirklich viel Sport machen können, im Gegenteil sie war ziemlich verspannt gewesen.
Sie hatten die Frontseite des Instituts erreicht, neben ihnen lag die Glasfront der Bibliothek.
"Ich bin mir sicher, dass sie mich gesucht haben...ich war damals in Boston udn bin über den großen Teich, erst Italien und dann Frankreich...in der Dordogne konnte man prima untertauchen, ein vertäumtes Dorf an den Weinhängen...dort war ich die letzten anderthalb jahre. Keine Army..kein Projekt Camouflage...nur guter Rotwein" sie lächelte...warum auch nicht, ein abgeshclossenes Kapitel.
Das hier war ein neues im Buch des Lebens...und hey, es schien interessant zu werden.
Cait beobachtete Ty eine Weile...strich sich die Haarsträhne von der verschwitzten Stirn, aus dem Gesicht.
"Was genau ist faszinierend...du sagtest vorhin etwas von faszinierend?"
Ty sah sie an, während er die Beine dehnte und überlegte, was er ihr darauf antworten sollte. Klar ging sie ihm nicht mehr aus dem Kopf, aber seine Neugier hatte nicht nur etwas mit ihrer Person zu tun. Aber könnte er ihr das einfach so trocken ins Gesicht sagen?
"Mutationen. Ich kenne... ich habe früher viele Mutanten gekannt, und jeder von ihnen war anders und dennoch faszinierend. Es war einfach wunderbar zu wissen, dass wir alle anders und dennoch gleich waren. Es war ... ein schönes Gefühl, sich nicht verstellen zu müssen... einfach so zu sein, wie man ist, inklusive seiner Gaben..."
Ty bekam mit einem Mal wieder ein beklemmendes Gefühl in der Magengegend. Er schwärmte hier von etwas, das Caitlynn nie gekannt hatte, von Akzeptanz und Geborgenheit trotz Mutationen.
Nicht jeder hatte so viel Glück, wie du, Knight, vergiss das nicht.
Ty zwang sich zu einem Lächeln.
"Ausserdem... was könnte ich an einer Frau wie dir nicht faszinierend finden? Allein dein Auftauchen vorhin hat mir den Atem geraubt."
Zum Ende des Satzes war das Lächeln echt geworden, als Ty an den Zusammenstoß zurück dachte. Und eine kleine Sekunde lang fragte er sich, ob es sowas wie Schicksal oder Vorherbestimmung wirklich gab.
Er warf einen Blick zum Haupthaus und nickte mit dem Kinn hinüber, während er in die Hocke ging und abwechselnd ein Bein abspreizte.
Cait streckte ihre Arme mit angewinkelten Ellenbogen nach hintenund kreiste ihren Nacken.
Das Kompliment tat wie immer gut... "Und mich hat dein Auftauchen förmlich umgehauen" lacht sie...
aber, das was vorher von Ty geäußert wurde stimmte sie wieder nachdenklich.
"Komisch dass es meist nur die, die anders sind so sehen, dass es toll ist, wenn jeder verschiedenen ist. Wir sind die große Randgruppe des neuen Jahrtausends geworden..." zitierte sie eine der unzähligen Zeitungskommentare aus ihrer Sammlung.
"Und ganz ehrlich, wäre ich genetisch normal...ich hätte vor mir selbst, wie ich jetzt bin echt Angst."
Dann sah sie zum Institut hin...der Runde Vorplatz samt Brunnen war zu sehen, und die Treppe zur Eingangstür.
"Ich trage zu weite Hosen zum sprinten und bin barfuss" überlegte sie, merkte aber rasch, dass dies doch eine sehr faule Ausrede war.
Sie ging auf auf Knie und begann die Hose am Fuß enger zu binden, genau das tat sie dann auch mit dem zweiten Hosenbein.
"Kay...von mir aus....Sprinten wir. Wer zuerst am Brunnen ist"
Sie blieb direkt in der Start-Pose un schaute zu Ty hoch.
Ty war aufgestanden, schüttelte die Arme aus und nickte ihr zu.
"Manche Mutationen können wirklich ... furchterregend sein. Ich gebe zu, manche Telepathen sind auch mir nicht geheuer. Man weiss nie, ob sie nicht gerade gerade deine Gedanken lesen oder deine innersten Ängste ergründen, um sie wahr werden zu lassen. Aber zum Glück gibt es Ausnahmen, wie den Pr... äähm... ich meine, ich habe auch Ausnahmen kennengelernt."
Vorsicht, Knight, so lange du nicht weisst, wie viel sie wirklich weiss, solltest du mit den Details sparen.
Er zog die Ellbogen abwechselnd an sich heran und lockerte sich abermals.
"Also gut, bis zum Brunnen," bestätigte er dann ihren Vorschlag. Er blieb stehen.
"Auf drei?" Er atmete ein letztes Mal tief durch und begann zu zählen, während er sie still und voll heimlicher Bewunderung ansah.
Natürlich suchte ihr Kopf gerade nach einer Ergänzung des Wortes, welches Ty nicht voll aussprechen wollte.
Fast hätte sie den Start verpasst.
"Drei!" zählte sie mit und stieß sich aus ihrer Startposition ab.
Ok, vielleicht war es doch keine so gute Idee, barfuss über den Kies zu sprinten... sie versuchte auf den asphaltierten Teil zu kommen...Atmung reguliert..stoßweise mit den kräftigen Schritten. Sie spürte, wie sich nach der Hälfte der Strecke eines der zugebundenen Hosenbeinde löste.
Egal...weiter...
Da war der Brunnen.
Endspurt.
Ihre Füße brannten...war Ty neben ihr, vor ihr?
Kein Seitenblick... das lenkt nur ab...
Die Hände nach vorne, den Brunnen selbst als Bremsblock genutzt. Sie erreichte ihn. Autsch...
Angekommen. Was war mit Ty...erst jetzt orientierte sie sich, ob ihr Kontrahent in diesem kleinen Rennen, bereits am Brunnen wartete, oder nicht.
Nein, Ty war hinter ihr gelaufen, die ganze Strecke. Zuerst hatte er ihr einfach nur eine Chance geben wollen, dann war er irgendwie aus dem Takt gekommen und plötzlich war ihr Vorsprung riesig gewesen.
Ty hatte alles gegeben, um sie noch einzuholen, und wäre die Strecke nur zehn Meter länger gewesen, hätte er es sicher geschafft - so aber schlug er eine halbe Sekunde nach Caitlynn am Brunnenrand an.
Stoßweise atmend stand er da, die Hände auf den leicht eingeknickten Knien abgestützt und sah sie an.
"Na ... das war ... ja was ... Meinen ... Glück ... wunsch ...puuuh"
Er atmete einmal richtig tief ein udn streckte dabei die Arme in die Luft, liess sie wieder sinken und hechelte noch eine Minute.
"Ich glaube ... eine Dusche ... wäre jetzt ... genau das ... Richtige für mich..."
Cait stand dem jungen Mann im 'nach-Luft-japsen' in nichts nach... sie stezte sich auf den Brunnenrand und hob ihre Füße leicht an, dass die Fußsohlen, die wie Feuer brannten nicht den Teer des Asphalts schmelzen würden.
Plötzlich machten die schuppigen Lamellen an der Fußsoghle, die sie in Echsengestalt bekam, richtig Sinn.
Ihre Haare klebten ihr teilweise im Gesicht, aber sie lächelte ein wenig triumphierend.
"...Dusche...ja...das ...ist eine.. gute Idee..." schaufte sie udn versuchte die Atmung wieder auf normal zu regulieren.
Kurz zog es sie im Oberschenkel...sie war außer Form.
Heute Mittag wurde trainiert...wenn das Wetter so blieb, konnte sie an den See. Es sei denn diese Mrs. Munroe hatte andere Pläne.
Munroe! Ein Blick auf die Uhr verriet, dass es bereits kurz vor neun war.
"Wir dürfen unseren ...Termin bei...der Schulleitung... nicht vergessen, Tyler." mahnte sie " Vielleicht...vielleicht verschieben wir...das Frühstück...auf danach? Vielleicht ein Brunch?"
Sie stieß sich wieder vom Brunnen runter...spürte wieder ihre Fußsohlen...wischte sich die nassen Haarsträhnen vom Gesicht. Wenn der Brunnen nur etwas sauberer wäre...
"Duschen und dann treffen wir uns vorm Büro?" sie deutete dabei auf die gebogene Fensterfront von Ororos Büro im Turm.
Sein Magen protestierte zwar, aber der konnte wohl auch noch ein Weilchen länger warten.
Er wartete, bis sich seine Atmung normalisiert hatte und schlenderte zu Tür. Er hatte gewartet bis sie neben ihm lief und sah immer wieder in ihre Richtung.
Diese Augen...
Ty hielt Caitlynn dann die Tür auf. Nicht, weil er schleimen wollte, sondern weil er es schon als kleiner Junge so gelernt hatte. Kaum in die Eingangshalle eingetreten sagte er noch "Dann bis gleich" und rannte die Treppen hinauf. Hatte er zu viel Energie? Nein, das war wohl eher der Ehrgeiz der ihn da packte. Dieses Mal wollte er eben der Erste sein.
[tbc]~ Vor Ororos Büro oder ... mal sehen
[ooc]~ Thread beendet