Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Cathy kam die Treppe vom Ersten Stock auf leisen Gummi-Sohlen nach oben gerannt, fast ohne einen Laut zu verursachen.
Sie war gerade bei Jean gewesen, aber außer dass die in ihrem Kopf herumgepfuscht hatte, hatte sie wieder mal nichts erklärt und sich nur um ihre eigenen Probleme gekümmert. Kein Wunder, Cathy war ja sowieso nur im Weg.
Still klopfte sie an Padraigs Tür. Es war viel zu früh am morgen, um so was unter einen "konventionellen Besuch beim Lehrer" fallen zu lassen. Aber ein Blick in Cathy's Gesicht würde Padraig genügen, um diesen Besuch nicht misszuinterprätieren.
Cathy liefen stille Tränen die Wangen hinunter...
Müde und noch nicht ganz da, öffnete Padraig die Tür. Er hatte in der letzten Nacht zwar nur wenige Stunden, die aber dafür fast schon in einer Art Koma geschlafen.Seine Kräfte waren immer noch vollkommen lahmgelegt.
"Guten Morgen, Cathy." Zuerst war er noch ganz schlaftrunken, doch als er ihre Tränen sah, änderte sich das. Er öffnete die Tür, so dass sie eintreten konnte und bot ihr den Sessel an, der in der Ecke stand. Er selbst setzte sich erst einmal aufs Bett.
"Was ist los? Ist irgend etwas geschehen?"
Cathy kauerte sich in den Sessel, schlüpfte aus den Schuhen und zog die Beine an, umklammerte die Knie. Sprach erst mal eine Weile nichts.
Warum sie hier war, warum sie gerade mit ihren Problemen zu Padraig ging, war ihr selbst nicht klar. Vielleicht lag es daran, dass er einfach der erste war, der es geschafft hatte, hier im Institut ihr Vertrauen zu erringen. Gut, Logan war genau genommen der erste gewesen, aber wer wollte mit Logan schon über emotionale Probleme reden? Der war ja eher dann der Ansprechpartner, wenn es um handfeste Dinge ging...
Leise begann sie schließlich nach einem flackernden, absichernden Blick in Padraigs Gesicht zu sprechen:
"Gestern Nacht, das war... furchtbar... ich weiß immer noch nicht genau, WAS da eigentlich passiert ist..." Wisst IHR Lehrer das überhaupt?
"Alle waren so durcheinander, verängstigt, die Gefühle waren so stark so... fast schon gewalttätig intensiv..." Sie schauderte "und dann noch Raguel..." ihre Stimme verliert sich, treibt davon... Stille.
Ein weiterer Blick in sein Gesicht. DU warst auch... was? Tot? Wie hast du... egal.
Gut, dass du noch lebst... ob Raguel... ist er? Oder nicht? ...
Sie schüttelt nur den Kopf.
Padraig blickte sie ruhig an. Was sollte er auch sagen? Er selbst wußte ohnehin nicht, was passiert war. Nur dass er selbst wohl angeblich tot gewesen war. Und Raguel war angeblich vom Blitz getroffen worden. Aber im Gegensatz zu ihm, war Raguel nicht wieder erwacht... oder so hatte er gehört. Aber er wußte nicht mehr, woher er es gehört hatte.
"Ja, letzte Nacht war eine Katastrophe. Und ich denke, dass die meisten von uns noch total durch den Wind sind. Und gerade für Dich, die Du ja die Gefühle anderer spürst, muss es zur Zeit ein heilloses Chaos sein." Seine ganze Haltung drückte sein Mitgefühl und seine Sorge um sie aus.
"Padraig... Jean hat gestern etwas in meinen Kopf gepflanzt... eine Sperre, die die Gefühle der anderen vor mir ebgeblockt hat. Aber das war so..."
Unangenehm? Bedrängend? Ein Einbruch in die Intimsphäre meiner Gedanken?
Cathy schüttelte sich. Sie fühlte sich immer noch fast geschändet, auch wenn sie nur zu genau wusste, dass Jean ihr dohc nur hatte helfen wollen. Mal ganz davon abgesehen, dass sie wahrscheinlcih den Verstand verloren hätte oder einfach unter der Last der Emotionen zusammengebrochen wäre.
"Du... hast einmal erwähnt, dass es eine Art... Kraft? Nein, eine Art Block gibt, mit dem man sich selbst schützen kann..." Ohne, dass dazu andere in meinen Gedanken herumkramen...
"Julie hat doch auch die gleichen Probleme wie ich... eigentlich schon immer..."
Cathy beißt sich auf die Lippen.
"Könntest du uns helfen und uns das vielleicht beibringen?"
Hatte er ihr davon erzählt? Er konnte sich nicht wirklich erinnern. Und in wie weit er ihr dabei wirklich helfen konnte, dass wußte er auch nicht. Sein Block gegen telepatische Sondierungen war externer Art. Er war ihm vor etwa 15 Jahren implementiert worden. Ok, Fiona hatte den Block verändert und ihm noch einige Trechniken gezeigt, wie er bewußt Blocken konnte.
"Ich weiß nicht, ob ich das so kann, wie Du Dir das vorstellst. Natürlich werde ich versuchen Euch zu helfen. Mein eigener Block ist wahrscheinlich eine ähnliche Sperre, wie Jean sie Dir gestern verpasst hat. Nur wirkt sie anders. Sie blockt Zugriffe von außen ab. Ich bin kein Empath und brauche daher auch nicht den Schutz den Du brauchst."
Er konnte sie nicht einfach so wegschicken. Ihre Verzweiflung und der Widerwillen gegen den Block von Jean war selbst für ihn deutlich erkennbar.
"Aber eine gute Freundin hat mir zusätzlich ein paar Techniken gezeigt, die ich auch gelegentlich einsetze. Ich bin allerdings kein Empath und daher dienen meine Techniken eher dem Verschleiern von Gedanken und Gefühle. Aber Fiona meinte damals, dass sie sie auch nutzen würde um die Gedanken der anderen aus ihrem Kopf zu halten. Und Fiona war Telepathin. Wenn Du also das Experiment wagen willst, dann zeige ich sie Dir. Das Erlernen wird eine Zeit dauern, aber sobald ihr sie einmal verinnerlicht habt, werdet ihr sie fast schon unterbewußt anwenden können." Er vermutete schon, dass sie ahnte, dass auch er ein Mutant war. Immerhin war sie letzte Nacht im Krankenzimmer zugegen gewesen. Gut, das musste nicht unbedingt durch Mutationen erklärt werden, aber er hielt Cathy ohnehin für ein intelligentes Mädchen, die sich so ihre Gedanken machte.
Eigentlich war sie quasi ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass er ein Mutant war. Immerhin war das hier eine Schule für Mutanten. Vielmehr war es ihr noch gar nicht in den Sinn gekommen, dass hier auch etliche der Lehrer ganz normale Homo Sapiens sein könnten... sie hatte einfach noch nicht darüber nachgedacht... und tat es auch jetzt nicht.
"Das... danke..." genuschelt gehaucht und nicht freudig ausgerufen. Unwohl war ihr, das war ersichtlich.
Das mit Jean vorhin... so hatte sie gar nicht klingen wollen, aber noch immer fühlte sie sich sehr schlecht bei dem Gedanken daran, was Jean getan hatte. Ungefragt und ohne Erklärung etwas in ihren Kopf zu pflanzen... fast so unangenehm wie eine kalte, fremde Hand in der eigenen Hose...
Und jetzt erfuhr sie, dass auch Padraig seine Sperre nur von einem anderen eingepflanzt bekommen hatte... sie war nahe am verzweifeln, aber trotzdem, sein Angebot erwärmte ihr das Herz.
"Entschuldigung... das hat nicht so klingen sollen, als würde ich Jean einen Vorwurf machen... es kam nur so.... unerwartet... ob wir mit ihr vielleicht darüber reden können?"
Julie würde vielleicht auch so eine Sperre brauchen... die war ja noch labiler als Cathy. Fast schon eine glückliche Laune des Schicksals, dass Juliece gestern abend nicht hier gewesen war...
Padraig nickte. "Ich bin überzeugt, dass es funktionieren wird. Bis sich der gewünschte Effekt aber dauerhaft einstellt, da wird wohl doch ne Zeit vergehen. Wenn Du willst können wir heute Nachmittag gleich anfangen."
Er würde die beiden an einen Ort führen, an dem Meditation leichter zu bewerkstelligen war. Und mit Meditationstechniken würde er auch erst einmal beginnen. Es war doch schon erstaunlich, wenn er mal ehrlich darüber nachdachte, was er alles beim Militär gelernt hatte. Naja, er hatte ja auch zu einer Sondereinheit gehören sollen, die sich mitunter tief in feindlichem Territorium zu bewegen hatte und die nicht auf Hilfe hoffen konnte, wenn etwas schief ging. Ihre Ausbildung hatte das berücksichtigt.
"Wenn Du und Juliece um 15 Uhr hier seid, dann werde ich einige Sachen vorbereitet haben. Bringt am Besten bequeme Kleidung mit. Ich besorge derweil alles weitere."
Ihm war ein schöner Meditationsort eingefallen. Die kleine Wiese bei der alten Kapelle im Wald. Dorthin verirrte sich kaum jemand und der Ort hatte ohnehin etwas magisch-beruhigendes an sich.