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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Tagebücher
Noah Offline

Besucher


Beiträge: 127

29.06.2005 21:21
Noah's Tagebuch Antworten
Hearts on fire

Ich glaube ich habe die Hölle gesehen und bin im Himmel gelandet.

Ororo heisst die wohl hübscheste Frau die ich jemals gesehen habe. Sie hat Haut die aussieht wie Milchschokolade. Sie war ganz freundlich und sie hat weißes Haar. Sie sagt mein Traum war gar kein Traum. Die Leute haben uns gerettet und sie hat gesagt ich muss niemals wieder zurück. Ich kann hier bleiben und zur Schule gehen. Sie hat gesagt ich bin in Sicherheit und ich glaub sie meint es ehrlich, ich habe ihr trotzdem nicht meinen Namen verraten.

Ich habe ein Mädchen geschlagen, sie war auch ganz hübsch und hatte lange braune Haare und meine Kamera ist weg. Ich brauche sie aber zurück.

Ich träume wieder und ich habe Angst, weil mir die Träume gar nicht wie Träume vorkommen:

Weiden sind heimtückische Bäume. Ihr wisst es nicht, denn ihr seht sie immer nur friedlich am Wasser stehen, ihre langen dünnen Zweige der im Mondlicht silbrig glänzenden Oberfläche entgegenstreckend. Doch bei Neumond, bei Neumond verlassen sie ihren angestammten Platz, recken knarrend ihre verschlungenen Glieder und stapfen langsam aber unaufhaltsam auf die Häuser der Menschen zu. Ihr glaubt mir nicht, ich sehe es euch an. Aber fragt eure Kinder. Fragt sie, wie oft sie schon in einer mondlosen Nacht voll Schrecken aus dem Schlaf erwacht sind, weil lange dürre Finger vor ihre Fensterscheiben klopften, ganz leise und sacht zunächst, aber mit immer größerer Beharrlichkeit. Und fragt sie nach den Gesichtern aus Holz und Blättern, die sie durch das Glas angestarrt haben. So sind sie, die Weiden. Und sie beschränken sich nicht darauf, Kinder zu erschrecken. Sie haben weit schlimmeres im Sinn und lauern nur auf die richtige Gelegenheit.
Ich hätte es verhindert, wenn Ally oder ihr Mann Noah auch nur einmal stehen geblieben wären, um mir zuzuhören. Ich hätte sie gewarnt. Oft genug habe ich es versucht. Aber sie waren taub, so wie ihr überhaupt alle immer taub seid für das, was ich euch zu sagen habe.
Wie habe ich mich für die beiden gefreut, als sie im letzten Sommer hier eingezogen sind. Sie waren so voller Kraft und Liebe und so jung. Tag für Tag erfüllte Allys Lachen den alten Garten, während sie Beete anlegte und Unkraut jätete, Fallobst sammelte und Wäsche zum Trocknen in die Sonne hing. Abend für Abend kehrte Noah heim zu ihr und stürzte sich mit Feuereifer darauf, das baufällige Haus zu reparieren und sein Lachen mischte sich mit ihrem und mit dem Geräusch von Sägen, Hobeln und Hämmern.
Natürlich konnte ich nicht alles sehen, was die beiden miteinander taten. Es ging mich ja auch nicht wirklich etwas an. Doch dass ihre Liebe Früchte trug, konnte ich Allys Leib schon im Winter deutlich ansehen. Natürlich war ich nicht die einzige, die es sah. Auch die Weiden am Bach, ganz in der hintersten Ecke des Gartens, wussten Bescheid. Ich spürte geradezu, wie ihre Gier und Vorfreude wuchs, wann immer Ally ihnen beim Wäscheaufhängen oder Unkraut jäten nahe kam. Sie hätte es auch bemerken können, wenn sie dem Wispern der Weidenblätter mehr Aufmerksamkeit geschenkt hätte.
Als Allys Leib immer runder wurde, kam sie seltener in den Garten. Dafür übernahm Noah mit dem Einsetzen des Frühjahrs viele ihrer Arbeiten. Oft blieb er auch bei mir stehen und fast hoffte ich, er hätte mich verstanden, als er eines Morgens die Beete unter den Schlafzimmerfenstern umgrub und neu bepflanzte. Doch er pflanzte nur fleißige Lieschen, hübsch anzuschauen, aber dumm wie Bohnenstroh und als Schutz nun wirklich keinen Pfifferling wert.
So konnte ich mich nicht wirklich für die beiden freuen, als schließlich der kleine Noah jr. zur Welt kam. Es war Mai und die Tage waren schon wieder lang und warm. Voller Stolz trugen Ally und Noah ihren Sohn im Garten herum, nicht ahnend, dass sie damit die böse Begierde der Weiden noch mehr anstacheln würden.
Nachts ließen sie, stellt euch nur vor wie töricht, das Kinderzimmerfenster halb geöffnet. Dabei weiß doch jeder, wie gut ein Säugling riecht, und dass der Geruch die anlockt, die Böses im Sinn haben. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis die alten Weiden sich auf den Weg machen würden, um ihr böses Spiel zu treiben. Sie warteten bis zur nächsten Neumondnacht.
Ich konnte hören, wie sich ihre Wurzeln mit leisem Schmatzen aus dem Schlick am Bachufer lösten. Langsam, ganz langsam, setzten sie knarrend einen Wurzelfuß vor den anderen und bewegten sich so auf das Haus zu.
Ein Kauz ließ seinen Warnruf erschallen. „Wenn ein Kauz ruft, stirbt ein Mensch!“, sagen die Alten. Sie haben recht damit. Aber es ist nicht die Schuld des Kauzes, er will nur Gutes tun. Doch auf ihn hört ihr ja genauso wenig, wie auf mich.
Schon hatten die Weiden die Hauswand erreicht. Warum nur hörten Ally und Noah das Klappern nicht, als ihre höchsten Äste an die Dachrinne schlugen? Warum sah keiner von ihnen die dürren, langen Schatten vor den Fenstern? Die erste Weide streckte ihre dünnen langen Zweige durch den Fensterspalt. Ihre Spießgesellinnen taten es ihr nach.
Jetzt wurde das Baby wach, doch sein Versuch zu schreien, als es das Böse auf sich zukommen sah, wurde sogleich durch Weidenblätter erstickt, die sich in seinen Mund schoben. Dünne, biegsame Weidenruten schlangen sich um seinen Hals. Es braucht so wenig, einen Säugling zu töten -- so ein kleiner, hilfloser Körper.
Niemand weiß, warum die Weiden das tun, warum es ihnen solche Befriedigung bereitet, junges unschuldiges Leben zu nehmen. Ebenso unbemerkt, wie sie gekommen waren, zogen sich die Bäume wieder ans Bachbett zurück.
Kurz darauf ging das Licht im Kinderzimmer an. Es war Zeit für Ally, Noah zu stillen, der in dieser Nacht so besonders ruhig in seinem Bett zu schlummern schien. Erst als Ally näher trat, sah sie, dass er blau angelaufen war. Ihr verzweifelter Schrei weckte ihren Mann.
Später tauchten die flackernden blauen Lichter auf dem Polizei- und Notarztwagen den Garten in unheimliches Licht. „Dort!“, versuchte ich ihnen zuzurufen. „Seht ihr nicht, dass die Weiden an anderer Stelle wurzeln als zuvor? Schaut euch doch den aufgerissenen Boden an!“ Doch natürlich hörten sie mich nicht. Sie verluden den kleinen Leichnam in einem Plastiksarg. Dann führten sie Ally und Noah ab. „Schrecklich, wie oft Eltern mit ihrem Neugeborenen überfordert sind“, sagt der Notarzt zu einem der Polizisten. „Das ist doch kein Grund, ein Kind zu töten. Dann holt man sich eben Hilfe“, antwortet dieser, sichtlich erschüttert.
Inzwischen ist der Garten verwildert. Noah und Ally leben hier nicht mehr. Ich hätte ihnen geholfen, aber sie haben ja nicht auf mich gehört. Ich bin nur eine alte Eberesche, die am Ende des Gartens steht. Neben die Schlafzimmerfenster sollt ihr uns pflanzen! Nur da können wir euch beschützen.



Noah Offline

Besucher


Beiträge: 127

31.07.2005 12:26
Noah's Tagebuch Antworten
Pushing me away

Meine Albträume werden immer schlimmer, ich kann nun beinahe gar nicht mehr richtig schlafen. Ich habe angefangen sogar am Tag zu träumen. Ich habe Angst:

Müde bin ich geh’ zu Ruh’. Schließe meine Augen zu und finde nichts als Düsternis in meiner eigenen Seele. Ich habe das Gefühl für Raum und Zeit verloren und ich schätze einfach, dass ich träume. Das tue ich öfter. Das letzte an das ich mich bewusst erinnere war, dass ich in meinem Bett lag, die Decke fest um mich geschlungen die noch deinen Geruch trägt. Ich möchte darin vergehen und schwelgen und mich darin betrinken.
Mit deinem Gesicht vor Augen und deinem Atem in meinem Ohr schlafe ich ein, gebettet in Erinnerungen wie wir uns liebten und dein Leib über meinen aufragte, du eine Silhouette ausgestochen aus dem Himmel umrahmt von Sterne, trägst mich fort an Orte die man allein nicht findet.
Doch jetzt ist alles dunkel und alles ruhig. Noch nicht einmal die Vögel zwitschern. Ich gleite aus dem Dunklen Loch des Traums und spüre gerade noch wie mir eine leise doch schrille Stimme ins Ohr flüstert: „Ich habe dich.“ Ein niedriger Instinkt warnt mich. Es droht Gefahr und der kalte Angstschweiß bricht mir aus, als sich jedes Härchen auf meinem Körper aufstellt. Meine Nerven kribbeln als eine leise Stimme im Bauch mir sagt: „Nur ein Traum. Du träumst nur.“ Das weiß ich und doch habe ich schreckliche Angst, ich versuche meine Augen zu öffnen, ich will erwachen doch es will nicht funktionieren. Ich wälze mich im Bett umher und die Bettdecke die mir gerade noch liebliche Zuflucht war hält mich fest, als hätte sie ein Eigenleben gewonnen. „Bitte“ schluchze ich und ich erkenne sofort, dass ich nicht nur im Traum bittere Tränen weine. Meine Wangen sind tränen getränkt. „Du musst vertrauen.“ Da war sie wieder die Stimme die mich lähmt, die Stimme im Traum der kein Traum ist die mich mir mit ihrer dunklen Farbe Gift in die Venen jagt, so tödlich wie eine Kobra.
Jemand hat Mitleid mit mir, jemand zeigt Erbarmen.
Ich kann meine Augen öffnen und ich weiß sofort ich bin wieder in meinem Zimmer, ich spüre das Gewicht deines Körpers neben mir. Ich strecke die Hand aus um dich an zu berühren und dich zu wecken, ich brauche deine Umarmung. Doch als ich dich umdrehe erkenne ich deinen vom Genickbruch verrenkten Hals und dein schwammiges weißes Gesicht. Du atmest nicht und doch verziehst du deine Lippen ganz langsam zu einer irrwitzigen, entstellten Fratze und winkst mir zu.
Aus diesem Alptraum gibt es kein Entrinnen.


Ich wollte mit Ororo darüber reden, aber sie ist einfach weg gefahren -ohne sich zu verabschieden. Das war nicht nett, ich bin sauer auf sie, dann dachte ich, ich gehe zu Dr. Hayward und rede mit ihm -er ist auch sehr nett-, aber er ist mit weg gefahren, ohne sich von mir zu verabschieden. Das ist nicht nett, gar nicht nett.

Ich habe die drei Kinder die ebenfalls aus dem Labor stammen ein paar mal fotografiert. Ich kann sie nicht leiden, sie tun immer so....dabei haben sie gar keine Ahnung davon was wirkliche Angst und was wirklicher Kummer ist.

Ich habe ein Mädchen gesehen, sie ist zwar nicht so hübsch wie Ororo, aber ich mag sie. Ich weiß, dass sie Brooke heisst und auch sie habe ich schon fotografiert ohne das sie es gemerkt hat.

Ich vermisse Norman, ich habe ihn nicht mehr gesehen nachdem er mir die Kamera geschenkt hat.

Die Schule ist ganz ok, aber oft bin ich so müde und kann mich gar nicht richtig konzentierteren. Einmal -es war im Literaturunterricht (ich mag Literatur)- habe ich so schlimme Kopfschmerzen bekommen, dass die Kopfschmerzen wie ein Echo einer Glocke waren. Ich glaube aber nicht, dass es jemand bemerkt hat.

Hier gibt es ein Mädchen, dass sieht aus wie eine Katze. Ich hasse sie, sie tut genauso wie der Hund der kein Hund gewesen ist.

Ich wünschte Ororo und Dr. Hayward würden zurück kommen.

Ich habe schon ganz viel fotografiert und anscheinend darf ich das Fotolabor im Keller benutzen. Im Keller ist es komisch, ich bin gern dort und doch habe ich Angst, manchmal glaube ich Geräusche zu hören, dass könnte natürlich auch einfach sein, weil ich so allein bin und eigentlich gar keine Freunde habe. Ich vermisse meine Großeltern.
Wenn ich kann, dann gehe ich in die Turnhalle um zu trainieren. Niemals mehr werde ich mir weh tun lassen.


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