|
Carol stand am Fenster und schaute hinaus. Nur sah sie nichts. Ihre Tasche stand immer noch so, wie sie diese hatte fallen lassen. Und so stand sie schon eine ganze Weile. Wie lange hätte Carol nicht zu sagen gewußt.
Der Aufbruch war... schnell gegangen. Ohne Nachdenken und ohne Zurückblicken. Obwohl es ihr weh getan hatte. Sie hatte das Haus verlassen, von dem sie glaubte, es könnte ihr neues zu Hause werden. Aber wer denkt schon über die Ränkespiele des Schicksals nach?
Je länger sie darüber nachdachte um so mehr konnte sie sich in Ro hinein versetzen und sie verstehen. Sie hatte sie enttäuscht, das war so klar wie das Amen in der Kirche.
Aber wenn sie hier stand, warum nicht auch er? Warum konnte er bleiben und sie musste gehen?
Sollte sie sich entschuldigen? Sie legte nachdenklich den Kopf an die Scheibe. Aber wofür? dass sie auch ein wenig Glück haben wolte? nein, dafür sicher nicht. Aber für die Enttäuschung, die sie Ro bereitet hatte, dafür vllt.
Wieder wanderten ihre Gedanken zurück zu der Auseinandersetzung. Wer war schuld? wer musste sich schuldig fühlen? Er? sie?
So genau konnte sie es nicht sagen, obwohl ihr Gefühl ihr zuraunte, dass er es sein sollte, der die Schuld tragen sollte. Aber nein, dass wäre ungerecht. Auch sie hatte einen Teil der Schuld zu tragen.
Seufzend drehte sie sich vom Fenster weg und griff zum Telefon um Padraig anzurufen. Hoffentlich war dsa Telegramm schon angekommen und er würde ihr die Ausweise bersorgen können, die sie brauchte. Sie würde so schnell wie möglich das Land verlassen und sobald der Dok ihr die Adresse gegeben hatte in Amerika nachfragen, ob sie dort bleiben dürfte.
Immer noch besser, als hier zu sein mit Erinnerungen und quälenden Gedanken.
Es tat ihr leid, dass sie Dany nicht erklären konnte, warum sie gegangen war. Das Mädchen war ihr ans Herz gewachsen und sie hoffte nur, dass der Brief einiges erklären würde.
Nach dem kurzen Telefonat mit Padraig war sie auf dem Weg zu dem Treffpunkt, den sie ihm genannt hatte. Kurz schoss ihr durch den Kopf, dass die Sicherheitstruppen des Labors vllt. noch auf der Suche nach ihr waren. Aber merkwürdigerweise war es ihr egal. Nach der letzten Auseinandersetzung mit den Truppen war sie sich sicher, dass es diesmal schnell gehen würde, würden sie Carol finden.
Sie schloss das Zimmer ab und ging hinunter um sich auf den Weg zu machen.
| |