Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Licht erstrahtel. Er wachte auf! Wie jeden Morgen, die letzten zwei Jahre, immer die gleiche, sterile, grellweiße Zelle.
Aber irgend etwas war anders ... Er hatte geträumt! Er zog die Stirn kraus. Irgendwie war es ein schöner Traum. Wieso tut daò so etwas an? Warum war sein daò so schwer?
Er setzte sich wie jeden Morgen in dem Nachthemd auf das Bett. Das ganze Zimmer presste sich auf seine Stimmung. Er war sich gar nicht darüber bewusst gewesen, dass er noch weiß, wie das da draußen aussieht. Aber so lange war es auch nicht her... glaubte er. Er saß da und wartete. Sie würden jeden Augenblick auftauchen...
Aber da kam niemand.
Es schienen Stunden zu vergehen, bis er endlich aufstand. Ganz vorsichtig näherte er sich der Tür. Ansonsten enthielt das Zimmer ja auch nichts, außer Gummiwänden und einem Ferseher in der oberen Ecke, hinter Panzerglas, unter dem die Kamera hing, die stets jeden seiner Schritte verfolgte. Manchmal nahmen sie nur über den Fernseher Kontakt mit ihm auf. Aber auch als er näher kam und stets auf der Hut zu diesem Bildschirm schaute, schaltete der Bildschirm sich nicht ein. Das einäugige Ungetüm, die Kamera hatte etwas wirklich unheimliches, blickte ihn genau an. Der Junge traute sich nicht bis zur Türe. Er hatte Hunger. Also setzte er sich erst einmal in den Schneidersitz und konzentrierte sich, keinen Hunger zu haben. Es schienen weitere Stunden zu vergehen. Irgendwann begann er zu trainieren, jede der Formen zu rekonstruieren. Er stellte sich dabei seinen Vater vor und wiederholte in Gedanken die so ruhig gesprochenen Worte, die zu den Formen gehörten. Wie immer formte auch sein Mund diese Worte, ohne sie auszusprechen. Manchmal hatte er angst, ob man das Sprechen vergessen könne, wenn man ganz lange nicht mehr spricht.
Es splittert plötzlich. Tausend kleine Scherben fliegen über ihm. Er duckt sich, schützt ganz automatisch seinen Kopf mit den Armen, als der Splitterregen über ihn hinwegfegt. Einige bohren sich schmerzlich in seinen Körper. Er stöhnt vor Schmerz auf. Als er wieder hinaufschaut, sieht er, dass der Fernseher kein Fernsehfenster mehr hat. So nannte er das Glas sonst immer. Und die Kamera ein leeres Auge, aus dem ein Kabel heraushing. Auch aus der Halterung schauten einige Kabel heraus und sie wirkte irgendwie geknickt, wie sie da ihr monotones kurzamplitudiges, frequentiertes rechts - links veranstaltete und dabei dieses sirrende Gerräusch verursachte.
Das machte die ganze Szenerie eigentlich nur noch unheimlicher. Zeig keine Angst! Genau das wollen sie!
Als sein Blick auf die Tür fällt, bemerkt er, dass sie einen Spalt offen steht. Vorsichtig macht er Schritt um Schritt mit nacktem Fuß über Splittern. Er zieht eine Blutspur hinter sich her, versucht den Schmerz zu ignorieren, schiebt ganz langsam die schwere, von innen gepolsterte Metallsicherheitstür auf.
Leere Gänge! Links und vor ihm erstrecken sich nur gähnend leere Gänge. Durch die hohen Fenster des Ganges geradeaus scheint das silberne Licht des Mondes hinab. Irgendwie wirkt der Gang geradezu noch höher und furchteinflößender, als er ihn sowieso schon in Erinnerung hatte. Das mag aber an der fehlenden Lichtquelle liegen.
Vorsichtig macht er einen Schritt nach dem anderen hinaus, geradeaus. Ein Teil des Blutes an seinen Füßen trocknet langsam, dass es sich so klebrig anfühlt und während das nachrückende für diese schmatzenden Schrittklang verantwortlich sind. Er läuft eher geduckt, jederzeit bereit loszulaufen, was immer da auf ihn zukommen mag. Sie werden ihm wahrscheinlich wieder Roboter auf den Hals hetzen. Und dieses mal wahrscheinlich nicht so leichte. Er blickt an sich herunter, zieht das Nachthemd etwas hoch, so dass das silberne Licht auf die durch Stromschläge verursachten Brandwunden an seinen Seiten scheint. Der kleine Jungenleib trägt sowieso viele Narben.
Er lauscht genau, auf jedes verräterische Zeichen, ein Surren, ein Klacken. Nur Stille!
Als er am Ende des Ganges ankommt und nach rechts in einen wesentlich niedrigereren und dunkleren hineinmuss, hört er Stimmen. Zwei! Die eine beschwert sich bei der anderen. Es klingt nach der Aufsichtsperson von ihm und einem der leitenden Ärzte. Was die Stimmen angeht, konnte er sie irgendwie nicht auseinanderbringen. Sie klangen gedämpft und unklar und vermischten sich so, bis sie an sein Ohr gelangten, dass er keine einzelnen Worte ausmachen konnte. Irgendwie wird ihm schlecht. Er hat noch nichts gegessen. Ob er sie fragen sollte?
Langsam, aber irgendwo von Neugierde getrieben, schleicht er weiter. Bei jedem Schritt bleibt ihm halb das Herz stehen. Es wirkt fast, als werde das Schmatzen unter seinen Füßen immer lauter, während die Stimmen merkwürdigerweise immer leiser werden. Als er vor dem Überwachungszimmer angekommen ist, einen vorsichtigen Blick hineinwagt, sind die Stimmen sogar ganz verstorben. Das Schneeflimmern von drei Monitoren auf der ihm gegenüberliegenden Seite. Eine Gestalt, die Kleidung eines Wachmannes tragend, liegt mit dem Kopf gegen einen davon gelehnt. Vielleicht ist er eingeschlafen. Vorsichtige Blicke nach links und rechts in den Raum, wo er nur zwei Schränke und auf der anderen Seite einen runden Tisch mit drei Bürostühlen daran geschoben, sieht.
Vorsichtig schleicht er sich bis zu dem Wachmann vor. Er beugt sich näher. So schläft doch niemand. Er wirkt so verdreht.
Seine kleinen Hände kommen langsam der liegenden Gestalt näher, er zupft vorsichtig an dem Körper, dann etwas kräftig, als der auch sofort nachgibt, in seine Richtung rutscht, das fleischlich eingefallene Totengesicht, fast nur Schädelknochen mit ein wenig eingetrockneter Muskulatur und Fleischfetzen daran, starrt mit leeren Augen den kleinen Jungen an, der auch vor Schreck darauf gleich den Atem anhält. Mit großen, panischen Augen steht er da.
Dann das Knirschen, als die Türe sich knarrend schließt.
Panisch dreht er sich in die Richtung um. Auf und zu, auf und zu! So schwingt die Tür, an deren Innenseite der Leichnam seiner Aufsichtsperson hängt und immer wieder an die Wand zurückklatscht, an der der leitende Arzt, nur an der grünen Kleidung erkennbar, baumelt.
Ihm wird noch unwohler im Magen...
Vorsichtig schleicht er in Richtung der Tür. Als sie gerade wieder aufschwingt, stürmt er nur hinaus.
Die Tür hinter ihm fällt zu!
...
Er atmet recht hektisch - er konzentriert sich - er atmet wieder ruhiger, aber immernoch flacher ...
Zitternd, denn es ist kalt, so ohne wirklich Kleidung, macht er vorsichtig den Weg weiter, Panik, was als nächstes geschehen könne.
Dann schaut er links um die nächste Ecke. Dort hinten ist der Ausgang. Steht da nicht jemand? Die Gestalt sieht schattenhaft aus. Er kneift seine Augen zusammen, um vielleicht etwas mehr zu sehen. Da flackert eine Straßenlaterne links auf der Höhe der Gestalt auf. Sein Atem zittert, als er dort diese Frau aus seinem Traum sieht (Jean). Sie lächelt ihn an, breitet ihre Arme aus. Er steht da mit offenem Mund, schaut sie nur mit großen Augen an. Dann fasst er sich ein Herz. Es war auch im Traum richtig gewesen, ihr zu vertrauen. Er stürmt auf sie zu. Um so weniger Abstand da ist, desto langsamer wirkt ihm sein Lauf. Er beachtet nicht dass das Blut am Boden kleben bleibt und seine Wunden wieder etwas aufreißt. Er springt fast in ihre Arme, als ihn das untote Gesicht, der Großteil der Haare ist verschwunden, Haut hängt fetzenweise hinab, Lippen eingefallen, ein Auge hängt fast heraus, reißende Zähne strahlen ihn an: "Jetzt hab ich dich, und ich geb dich nicht mehr her ..."
----------------------------
...setzt er sich in dem Bett mit einem Schlag auf. Sein Herz rast, sein Atmen klingt fast, als hyperventiliere er, seine Augen sind weit aufgerissen, aber kein Schrei entrinnt seiner Kehle ...
Dunkelheit liegt über dem Schlafsaal. Es ist ruhig und nur die regelmäßigen Atemzüge der anderen Kinder füllen den Raum bis unter die Decke. Ein Rascheln hier, ein Nase hochziehen da und ganz hinten, scheint jemand zu reden.
Ein einzelner Lichtstrahl durchbricht die Dunkelheit und Wasser rauscht in der Ferne. Bei genauerem Hinsehen ist die Tür zum Waschraum nur angelehnt und irgendjemand scheint dort drinnen herumzuwerkeln.
Das kalte Wasser rann durch ihre Hände und sie wusch sich damit das Gesicht. Sofort lief ihr eine Gänsehaut über den Rücken, aber ihr war langweilig und sie wusste nichts recht mit sich anzufangen. Also hatte sie einfach den Hahn aufgedreht und sich frisch gemacht.
Langsam hob sie den Kopf, strich sich das feuchte, braune Haar über die Stirn nach hinten und sah in ihre grauen Augen. Sie war weg, ihre Erinnerung war weg und sie wusste nur zu genau, dass es sich besser anfühlte, ohne sie. Die Blockade in ihrem Kopf war so massiv, dass sie die beinahe spüren konnte.
Das Rauschen verstummte.
Bahrfuß watschelte sie aus dem Badezimmer zurück in den Schlafsaal. Ohne die Lichtquelle aus dem Waschraum, mussten sich ihre Augen erst an die Dunkelheit gewöhnen und deshalb sah sie Pings Gestalt auch erst, als sie an seinem Bett vorbei ging.
„Kannst du nicht schlafen?“
Der Junge atmete ja so schnell wie... ihr fiel der Name nicht ein, aber sie hatte ein konkretes Bild von einem behaarten Vierbeiner vor sich, Gras mümmelnd und dämlich aus zwei Knopfaugen schauend.
Sie lehnte ihre Hand auf das Fußende des Metallbettes und sah ihn an.
Der kleine Asiat drehte seinen Oberkörper nach links, so dass er seine Beine aus dem Bett herausbaumeln lassen konnte. Schweißgebatet blickte er zu dem Mädchen mit noch immer entsetzt aufgerissenen Augen hinüber. In der beinahen absoluten Dunkelheit konnte er sie kaum mehr als schemenhaft erkennen, während er merkte, dass ihm tatsächlich der kalte Schweiß hinablief und gar anfühlte und er unangenehmerweise spüren musste, dass es triefnass an ihm hinunterläuft um sich unter den Füßen zu sammeln...
Als ihm endlich bewusst wurde, was das Mädchen gesprochen hatte, zuckte er mit den Schultern und schüttelte schließlich den Kopf. Er fühlte sich irgend wie kraftlos, ließ seine Schultern hängen, kniff kurz seine Lippen zusammen, als sei ihm etwas unangenehm und blickte letztendlich starr geradeaus. Und noch schlimmer - der Nachhall des Traumes war noch da, der Schmerz, den sein Bewusstsein sich erträumte - er war sich nicht sicher, was sich realer anfühlte. Das Eben oder das Jetzt...
Die Matratze gab etwas zur anderen Seite nach, als sie sich vorsichtig niederließ und in die entgegengesetzte Richtung sah. Der Boden war kalt unter ihren nackten Füßen und sie bewegte ihre Zehen hin und her.
Schweigend saß sie so eine Weile einfach auf der anderen Seite seines Bettes und ließ die Zeit an sich vorbei wabbern. Sie sehnte sich so sehr nach einem Buch oder etwas dergleichen. All die schlafenden Kinder, sie könnte ihnen einfach einen süßen Traum schenken, aber sie wollte nicht danach einfach einschlafen und wieder etwas verpassen.
„Komisch hier...“, murmelte sie.
Da macht man einmal die Augen zu und schon wacht man ganz woanders auf, als wäre es ein anderes Universum. Sie hatte zugesehen, wie eine Frau mit rotem Haar dem kleinen Jungen eine Infusion gesetzt hatte und noch immer war er an einen Beutel mit durchsichtiger Flüssigkeit angeknüpft, die an einem metallenen Ständer hing.
Einen Blick über ihre Schulter werfend, sah sie erst den kleinen Rücken des Jungen und dann den Beutel in der Luft schweben.
Er dreht sich zu ihr um, als sie das sagt. Kurz darauf richtet er seinen Blick wieder nach vorne, nickt aber etwas verspätet.
So kraftlos, gebeugt, wie er gerade da sitzt, zeichnet sich seine knochige Wirbelsäule sogar durch das einfache T-Shirt hindurch ab. Darauf, dass da eine Nadel in ihm steckte und er an den Beutel angeschlossen war, schien er hingegen überhaupt nicht aufmerksam geworden zu sein.
Sehr komisch hier ...
Dann dreht er sein Gesicht nochmal um zu dem Mädchen, schaut sie schräg, fragend an.
Ein Knie wanderte neben sie auf die Bettkante, das schiefe Sitzen war etwas unbequem und dann sah sie ihn an. So wie er den kopf hielt, leicht schräg, konnte man meinen, er wolle was fragen.
„Wie heißt du denn“, meinte sie leise. Dass sie die Anderen wecken könnte, war ihr trotzdem entfallen.
Eine Hand wandert zu ihrem Fuß und sie spielt mit den kleinen Zehen, die schon ganz kalt geworden sind. Konnte man den Boden nicht heizen? Wäre doch mal eine Erfindung!
Er kneift wieder einmal seine Lippen etwas zusammen und seufzt. Warum lässt man mich nicht so, wie ... Dann zwinkert er etwas länger, lächelt ihr freundlich zu und dreht den Kopf doch wieder in die Richtung nach vorne, wo seine Miene auch gleich wieder steinerner wird. So verharrt er eine ganze Weile...
Auch sie wandte ihm wieder den Rücken zu. Die Stille im Raum, die nur von stetigen Atmen der Anderen unterbrochen wurde, war beruhigend und sterbenslangweilig zugleich. Man mochte zugeben, dass ihre Amnesie der reinste Segen für sie war und doch spürte sie sich fremd in ihrem Körper.
Ein kurzes Rascheln, sie hatte den Ärmel ihres Pullovers hochgezogen und betrachtete die bläulich schimmernden Zahlen in ihrer blassen Haut. Darunter zog sich eine blaue, dicke Ader und doch stachen die Zahlen geradezu ins Auge.
Das Knurren ihres Magens, ließ sie zusammenzucken, den Ärmel wieder herunter ziehen und still halten. Das war definitiv ein komisches Geräusch und das Blubbern in ihrem Bauch, dass direkt gut dazu passte, machte sie unruhig.
Hatte dieses Brummeln mit dem inneren Drang nach Essen zu tun?
Eben wusste sie noch, wie es hieß.
OOC: sry, ich warte jetzt schon ziemlich lange auf ein einfaches Nein als Antwort einer Anfrage von mir *grml* ^^. Ich gehe jetzt einfach davon aus, dass es ein Nein war und mache doch weiter ...
Der Junge blickte auf, schaute fragend in die Richtung, wo er das laute Magenknurren vernommen hatte. Er überlegte einen Augenblick. Wo kann man denn etwas zu essen herbekommen. Kühlschränke! Die spielen nett hier. Vielleicht haben die so etwas sogar hier.
Mit entschlossener Miene sprang er auf. Er zuckte zusammen, als er dadurch auf die Infusion aufmerksam wurde. Hielt noch letzte Sekunde den metallischen Ständer, der in Richtung von dem Bett kippte, so dass er diesen langsamer darauf niederlassen konnte, ohne dass es laut schepperte ... . Es wirkte etwas umständlich, wie er ihn versucht gleichzeitig auf dem Bett zu halten - die Rollen unter dem Ständer versuchten ihm einen Streich zu spielen - und über das Bett kletterte. Dann stellte er den Ständer mit ein wenig Mühe wieder hin.
Er zieht das doch recht fest klebende Klebeband ab und zieht die Spritze heraus, ohne eine Miene zu verziehen. Was immer die mit ihm gemacht haben, woran immer die ihn angeschlossen haben, das scheint Schuld zu sein, dass diese Welt so schön wirkt. Aber sie ist bestimmt nicht real.
Er guckt etwas beschämt zu dem Mädchen, zeigt dann auf seinen Mund, hält die Hand so, als halte er etwas darin, öffnet den Mund, als beiße er von etwas ab, streicht einmal mit der Hand über den Bauch, zeigt auf das Mädchen und schaut dabei etwas fragend. Dann deutet er ein Lächeln an, zuckt mit den Schultern und geht los. Er zuckt unweigerlich zusammen, als er dieses Geräusch hört, das klebrige Füße auf dem Boden verursachen. Es erinnert ihn an seinen Traum... Und er macht eine Runde auf der Suche nach etwas Essbarem, versucht Türen zu öffnen - von denen wohl nur die Badezimmertür sich wirklich öffnen lässt und hat irgendwie das Gefühl, doch eingesperrt zu sein ...
Gerade in diesem Moment schoben sich die schweren Türen auf und das Licht des Flurs fiel herein. Jean wollte einen Rundgang machen und stand nun ohne den weißen Kittel in der Tür und sah im ersten Moment nur das Mädchen auf dem Bett sitzen. Hatte sie nicht den kleinen Jungen in dieses Bett gelegt? Und die Infusion war auch abgestöpselt.
Einen Moment lang überlegte sie, als sie ihn in der Tür zum Badezimmer stehen sah. Nun? Was konnte sie denn für die beiden nachtaktiven Kinder tun?
Obwohl das Magenknurren kurz darauf viele Fragen zu beantworten schien.
Ping schaut in Richtung des Lichts. Es blendet ihn und er hält eine Hand über die Augen. Als er dort Jean erkennt, wird er im ersten Augenblick etwas misstrauisch, sein Blick folgt ihr auf den Fuß. Dann blickt er zu dem Mädchen an seinem Bett. Es ist eine Art merkwürdiger Beschützerinstikt, der ihn schnelle Schritt zum Bett machen lässt, bei denen er kaum den Fußboden berührt. Er stellt sich dort schräg vor das Mädchen und wartet ab, was die Ärztin vorhaben mag.
---während die Ärztin ihn anscheinend eher beobachtet (edit):
Unwillkürlich kommen ihm wieder die Bilder des Traumes hoch, der Grund seines Misstrauens. Er fixiert die Ärztin mit dem Blick eines Falken, während er sie in Gedanken schon wieder zum Monster mutieren sieht. Irgendwo weit im Hinterkopf verborgen hört er die allnächtliche Vorleserstimme, die ihm eintrichtert, wie grausam und schrecklich Mutanten sind - aber diese hört er längst nicht mehr - sie ist eher ein Teil. Die Übelkeit -so schmerzlich fühlt sich ein Würgen an, hinter dem nichts folgen kann- kommt ihm nur hoch, da vor seinen Augen sich gerade die Haut der Ärztin aus dem Gesicht pellt. Ihm ist klar, dass es sich gerade um den Traum handelt. Doch er muss sich sehr konzentrieren, seine Fantasie einmal abzustellen. Sein gesamter Körper ist bis zum kleinsten Muskel angespannt. Doch sein Geist möchte keine Konzentration finden. Verzweifelt klingt seine innerliche Abwehr, da er wieder von einem Test ausgeht: ... ich bin kein Mutant ... ich nicht ...
Seine Lippen bewegen sich mit, während er seine Gedanken zu konzentrieren versucht:
"tian zhi dao" - Das daò der Natur
"bu zheng er shan sheng," - es greift nicht an und siegt doch meisterlich,
"bu yan er shan ying," - spricht nicht und antwortet doch so gewandt,
"bu zhao er zi lai," - ruft nicht zu sich und zieht doch an sich,
"chan ran er shan mou." - verhält sich still und vermag doch weise zu lenken.
OOC: Wobei selbst ein noch so guter Telepath sich sicherlich nicht sicher sein kann, die Worte ganz richtig verstanden zu haben, wie sie hier stehen. (Die Übersetzungen sind es übrigens auch nicht unbedingt ... aber sry, ich spreche kein Chinesisch und musste da abwägen, welche Übersetzung ich wähle ^^) Unterschiedliche Sprachen sprechende haben schließlich automatisch nicht nur in der Wortwahl sondern auch in der Denkweise völlig unterschiedliche Arten ^^
Sie stand im gleißend wirkenden Licht des Flurs und schien in den Schlafsaal hinein zu sehen, sonst nichts. Dann trat sie plötzlich aus dem Lichtkreis und ging von dannen, doch im Gegensatz zu vorher, blieb die Tür offen, obwohl der innerliche Drang nur darauf wartete, dass sie sich endlich schloss. Aber sie blieb auf.
Was die Kinder noch nicht sehen konnten, Jean ging den Gang entlang und wusste vom Hunger des Mädchens, sie würde den naheliegenden Aufenthaltsraum aufsuchen und etwas zu essen suchen. Denn das Mädchen hatte geschlafen, als es Abendessen gab und nun begründeten Hunger.
Der Gang war schwächer beleuchtet, als es den Anschein hatte und die Beleuchtung schien den Weg von Jean nachzuempfinden, denn der Raum in dem sie verschwunden war, warf eine Schranke aus Licht auf den Flur und lud neugierige Augen ein, ihm zu folgen.
Und die neugierigen Blicke ließen sich einladen. Der Asiat blickte einmal zu dem unbekannten Mädchen drehte sich dann zu dem offenen Schlund des Eingangs und schlich sich durch den Gang näher an die strahlende Tür heran. Er dachte nicht nach, denn diese Richtung war sicherlich nicht die klügste. Aber das helle Licht schien so stark, dass es wirkte, das einzige zu sein und so war die Dunkelheit in der anderen Richtung ihm irgendwie zu unheimlich.
Als er in den Aufenthaltsraum schaute und bemerkte, dass die Ärztin gerade etwas zu essen zu machen schien, überlegte er, ob das genügend Indizien waren. Er schämte sich gar für all die Gedanken, die er gerade hatte. Aber sein Misstrauen ist lange nicht besiegt. Er steht da bedröppelt in den Aufenthaltsraum schauend, mit großen Augen ...
Bevor Jean Grey aufschauen kann, besinnt der Junge sich auch schon wieder und läuft weg. Natürlich kann er sich nicht vor ihrem Geist verstecken, aber davon bemerkt er überhaupt nichts. Er läuft so schnell wie möglich zurück in den Schlafsaal und setzt sich zurück auf das Bett. Natürlich wird man seine baren Füße auf dem Boden hören und wieder erinnert es ihn an den Traum, dass es kurz in seinem Magen sticht.
Als er aber dann wieder auf dem Bett sitzt, lächelt er dem Mädchen dort zu, führt seine Hand in Richtung des Mundes, deutet ein Essen an und nickt freundlich.
Er lässt sich zurück ins Bett gleiten. Wenn er auch keinen Schlaf mehr findet - er hat viel nachzudenken - möchte er nicht so wirken, als wenn er das Leben der Dame noch schwerer machen wolle. Er schließt sogar die Augen, als schlafe er, unwissend, dass er das sowieso niemals vortäuschen könnte -
Und doch irgendwo in seinen Tiefen hört er die Stimme, die ihm sagt, dass hier überall Mutanten um ihn herum liegen. Er hatte es noch gesehen. Und er hat innerlich panische Angst hier liegen zu müssen. Während in den tiefsten Tiefen jene im längst nicht bewusste monotone Stimme spricht, ... aber ich, ich bin kein Mutant ..., versucht er sich selbst zu beruhigen ...