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Dieses Thema hat 11 Antworten
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 Institut-Area
Jean Grey Offline

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Beiträge: 997

25.07.2005 00:18
[07.08] Verborgener Hangarausgang Antworten
Eine kleine, verborgene Eisentür direkt neben den Toren des Hangars schob sich auf und nachdem zwei Personen hindurch getreten waren gleich wieder zu. Die Vögel zwitscherten, Blätter raschelten und der Wind pfiff durch die naheliegenden Baumwipfel.

Sie war schweigend einige Schritte vor Scott durch die Gänge gelaufen, hatte sich nervös das Haar zurückgestrichen und jetzt, wo sie die Kälte der Außenwelt spürte, stand sie einfach nur einige Meter im Gestrüpp des Waldstückes und hatte den Kopf in den Nacken gelegt.

Das war eine bittere Erfahrung und sie hatte sie nicht selbst gemacht. Doch es machte keinen großen Unterschied. Schon die ganze Zeit, jedes Mal wenn sie Ro berührt hatte um zum Beispiel ihren Puls zu fühlen, hatte sie Bruchstücke erahnen können. Und jetzt war ihr das traumatische Erlebnis ganz in die Glider gefahren.

Ein gepresstes Stöhnen drang aus ihrer Kehle, als sie sich in das hohe Gras fallen ließ und einfach sitzen blieb. Das ganze Institut war angefüllt von Gedanken und Erinnerungen, so dass es ihr immer schwerer fiel, dagegen anzukämpfen.

Professor Xavier hatte mit seiner Telepathie, die so viel stärker schien als ihre eigene, es geschafft das Institut in New York zu reinigen. Es war eine andere Art von Hausputz und doch half es Telepathen wie Jean, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Wollte sie nicht in naher Zukunft gänzlich zusammen brechen, musste sie diese Art des mentalen Hausputzes an diesem Institut anwenden. Egal was sie zu berühren schien, es hafteten Gedanken Anderer daran.

Nervös rieb sie ihre Fingerspitzen aneinander. Sie fühlte nichts und das war eine wahre Wohltat. Nur sie und nur noch Scotts Gedanken waren in unmittelbarer Hörweite.

Ein, zweimal atmete sie tiefer durch, öffnete ihre Augen und sah in den Himmel über ihr, der durch das Blätterdach nur fleckig zu erkennen war.

Scott Summers Offline

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Beiträge: 1.652

25.07.2005 00:35
[07.08] Verborgener Hangarausgang Antworten
Langsam ließ er sich neben ihr im Gras nieder und folgte ihrem Blick einen Moment hinauf in die Baumwipfel, die sich über ihnen erhoben. Auch er sah den Himmel zwischen den Blättern hervorblitzen, doch war sein Himmel nicht blau sondern rot. Und auch die grünen Blätter und die braunen Äste waren rot. Lediglich die Rotnuancen ließen Scott die Farben unterscheiden und man sollte es nicht glauben, aber er hatte schlichtweg Schwierigkeiten, Rot zu erkennen. Aber genau das war auch der Grund, warum er Rot so mochte. Er stützte sich nach hinten ab und drehte den Kopf in Jeans Richtung. Jean hatte rotes Haar und das war etwas, das er untrüglich wusste.

"Geht es dir etwas besser?"

Eigentlich war es ein schöner Tag im August. Es war für Schottland nicht einmal sonderlich kalt und vielleicht glaubte man das nicht, aber auch in Schottland konnte es im Hochsommer bis zu 28 oder 30 Grad warm werden. Der leichte Wind allerdings milderte dieses Gefühl und auch die Ruhe hier draußen, das leise Zirpen der Grillen im hohen Gras, wurde von den Geschehnissen der letzten Nacht überschattet. Dennoch war es einen Moment nahezu friedvoll, ehe Scott fragte:

"Was hast du gesehen, Jean?"

Jean Grey Offline

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Beiträge: 997

25.07.2005 13:14
[07.08] Verborgener Hangarausgang Antworten
„Etwas...“

Sie musste sich räuspern, denn ihre Stimme schien noch immer belegt zu sein. Ihr Blick wanderte in einer geraden Linie herunter bis er vor ihr auf dem Boden lag. Jean ließ den Kopf und die Schultern hängen. Das Zwitschern der Vögel füllte einen Moment den Raum zwischen ihnen vollends auf.

„Stimmen... ich habe Stimmen gehört... und Gesichter, die ich nicht kenne.“

Ihr Blick richtete sich durch den Mantel ihrer Haare hindurch zu Scott. Er war mit ihr in diesem Labor gewesen, vielleicht kannte er eines dieser Gesichter. Das Gras raschelte leise, als sie sich von ihrem Platz herhob, die kurze Distanz zwischen ihnen überbrückte und sie sich schließlich auf seinen Schoß setzte.

Ihr Blick musterte ihn, als wollte sie eine Antwort aus den winzigen Fältchen lesen, die sich bereits in seinem Gesicht abzeichneten.

„Ich kann dir zeigen, was ich gesehen und gehört habe...“

Er kannte diese Prozedur, sie übte manchmal mit ihm, nur dass es diesmal um einiges wichtiger war.

Scott Summers Offline

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Beiträge: 1.652

25.07.2005 14:58
[07.08] Verborgener Hangarausgang Antworten
Er legte seine Arme um sie und den Kopf ein wenig in den Nacken, um sie direkt anzusehen. Sie würde ihm jetzt also zeigen, welche Erinnerungen sie von Ororo empfangen hatte und er war sich nicht sicher, ob er das tatsächlich sehen wollte. Auf der anderen Seite musste er einfach erfahren, was geschehen war, bevor das Team ins Labor eingedrungen war, um Ro da raus zu holen. Also nickte er leicht.

"Okay. Let's have a talk, Jeannie."

Dass es viel mehr als das war, wussten beide. Das glitzernde Rubinquarz wurde etwas dunkler, so dass anzunehmen war, dass Scott die Augen geschlossen hatte und sich auf das konzentrierte, was Jean ihm schicken würde. Für unbeteiligte Beobachter hätte es wohl lediglich so ausgesehen, als meditierten die beiden in trauter Zweisamkeit oder lauschten dem Zwitschern der Vögel. Dass dieser Transfer einige Übung erforderte, sah man ihnen so jedenfalls nicht an.

Stimmen... ich habe Stimmen gehört... und Gesichter, die ich nicht kenne.

Dann lass sie mich hören, diese Stimmen. Und zeig mir diese Gesichter...

Jean Grey Offline

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Beiträge: 997

25.07.2005 16:24
[07.08] Verborgener Hangarausgang Antworten
Ihr leichtes Nicken verriet ihre Anspannung. Denn wenn sie ihm diese Bilder zeigen wollte und nur diese Bilder, dann war es schon stressig genug. Aber der Inhalt dieser Erinnerungen würde ihr wieder den bitteren Geschmack zurück holen, den sie nur schwer zurückdrängen konnte.

„Try to relax“, wisperte sie, wie sie es immer tat, bevor sie ihre Hände an seine Wangen hob und entgegen zu Anderen, schmiegten sich ihre kühlen Finger um sein Gesicht.

Langsam schloss sie ihre Augen, senkte den Kopf etwas und holte diese Erinnerungen aus einer nicht allzu entfernten Ecke ihres Gedächtnisses hervor. Zuallererst war es wie ein Rücklauf, als würde sie zurück spulen und nur extrem auffällige Szenen schienen einen Bruchteil länger sichtbar zu sein und dann, dann stand Scott plötzlich mitten in der Szene. Er sah neben sich Ro und auch alle anderen Details.

Sie haben den Job

So sah ein Telepath. Und es war wirklich ein seltsames Gefühl, als Zuschauer in einer Szene zu stehen, ohne gesehen zu werden. Die Stimmen waren nur bruchstückhaft zu hören, nur ab und zu drangen die wichtigsten Dinge zu ihm, als wäre er in Watte gepackt.

Der Geruch von Zigaretten

Und dann ein leises, hohes und schmerzhaftes Kreischen, als führe man Fingernägel über eine Tafel.

Brutstätte

Der Abbruch.

Jean zuckte zurück und ließ die Arme sinken. Ihr Kopf dröhnte und sie hielt sich die Stirn.

Scott Summers Offline

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Beiträge: 1.652

25.07.2005 21:03
[07.08] Verborgener Hangarausgang Antworten
Scott fühlte ihre Hände, die sich auf seine Wangen legten und einen Moment musste er dem Impuls widerstehen, ihre kühlen Finger in seine Hände zu nehmen und sie zu wärmen. Von diesem Moment an waren alle anderen Geräusche in der Umgebung nicht mehr vorhanden, oder vielmehr drangen sie nicht mehr bis zu ihm durch, da sein Bewusstsein auf etwas anderes konzentriert war. Würde sie nun jemand angreifen, kämen Scotts Reaktionen wohl zu spät. Dieser Zustand war nicht gerade ungefährlich.

Try to relax.

Er hörte diese Worte schon nicht mehr, vielmehr waren sie einfach in seinem Kopf. Langsam zog er die Brauen zusammen, als dieser 'Film', den sie ihm schickte, rückwärts lief und ein seltsames Schwindelgefühl erzeugte. Hier und da drangen Gedankenfetzen zu ihm durch und er erkannte ein oder zwei Gesichter... Sie haben den Job

Er stand neben diesem Rad, auf dem man Ro festgehalten hatte. Er konnte sogar einen Blick in den Raum werfen und erkannte einen eisernen Behälter, der offenbar in gewisser Temperatur gekühlt wurde. Da er offen war, konnte Scott einen Blick hinein werfen. Es befanden sich schmale und ebenfalls blickdichte Reagenzgläser darin. Brutstätte

Aber alles ging viel zu schnell. Das schabende Geräusch, ließ ihn die Zähne aufeinander beißen, ehe Jean ihn losließ und die Bilder abrissen. Scott stieß den Atem aus und öffnete die Augen.

"Jean, alles in Ordnung?"

Nun war es seine Hand, die sich auf ihre Wange legte, während er sich zu ihr vorneigte. Gott, was hast du mir da nur gezeigt?

Jean Grey Offline

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Beiträge: 997

25.07.2005 23:36
[07.08] Verborgener Hangarausgang Antworten
„Ja...“, meinte sie leiser, ihre Stimme war etwas rauer und belegter. Ihr Lächeln war dagegen ehrlich und sie sah sich von ihrem Sitzplatz aus, etwas um. Als sie ihn wieder fixierte, schien die Übelkeit bei weitem nicht mehr so schlimm zu sein. „Wie fühlst du dich?“

Jean lehnte ihr Gesicht in seine Hand und schloss die Augen, als sie sich der Nähe bewusst wurde. Ihre Hand wanderte an seine und strich die feingliedrigen Finger nach. Ein Moment, den es zu genießen galt. Vor allem, weil diese bitteren Dinge zwischen ihnen lagen und doch nur halb so schwer wogen.

Es ging ihr bedeutend besser. Hoffentlich wog die Last für ihn nicht zu schwer...

Scott Summers Offline

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26.07.2005 02:37
[07.08] Verborgener Hangarausgang Antworten
"Es geht mir gut", antwortete er ohne groß darüber nach zu denken. Aber dann fiel ihm auf, dass es genau das war, was er immer sagte und so schnaufte er nur leise, ehe er sie einen Moment stillschweigend in den Arm nahm. Nicht sie beide waren hier diejenigen, die im Labor gewesen waren, sondern Ro. Und was immer Jean oder er gesehen hatten; es waren nicht ihre Erinnerungen.

Die gewaltige Bilderflut hatte ihn allerdings tatsächlich leicht benommen gemacht, so dass er noch ein paar Sekunden brauchte, um es zu verarbeiten. Letztlich aber nahm er ihren Kopf zwischen seine Hände und sah sie an. Es schien einen Moment so, als wollte er etwas sagen, doch strich er ihr schließlich einfach nur mit dem Daumen über den Wangenknochen und neigte sich erneut vor, um sie auf die Lippen zu küssen. Er verharrte auch noch so, als er flüsterte:

"Versprich mir, nichts zu tun, das du nicht mit mir abgesprochen hast, Jeannie. Hörst du?"

Er kannte sie. Nach dieser Aktion im Labor ohnehin, aber sie hatte schon oft Entscheidungen gefällt, die ihm nicht gefallen hatten - schlichtweg aus dem Grund, weil es sie in Gefahr brachte. Und Scott hatte sich und ihr einst geschworen, dass ihr nie etwas passieren würde.

Jean Grey Offline

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26.07.2005 14:49
[07.08] Verborgener Hangarausgang Antworten
Jean blinzelte, bei seiner Bitte und sie nickte. Aber dann fiel ihr auf, dass sie nicht wirklich realisiert hatte, was er sich wünschte. Und sie nickte noch einmal intensiver. Worauf wollte er hinaus? Vielleicht brachte sie genau dieser Satz auf dumme Ideen...

Seine Hand an ihrer Wange tickte leise und sie warf einen Blick auf seine edle Armbanduhr. „Es wird Zeit“, hauchte sie beinahe tonlos. Aber er war ihr so nahe, dass er es von ihren Lippen ablesen konnte. Seine Berührung füllte ihren Kopf mit seinen Gedanken und sie ließ es zu, sah dabei Bilder von Augenblicken, in denen sie bewusstlos gewesen war.

„Ich fühl mich besser, Scott. Wir sollten zurück“, und sie klang ernst, ohne Bedauern.

Scott Summers Offline

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26.07.2005 15:28
[07.08] Verborgener Hangarausgang Antworten
Er ließ sie nicht gleich los. Stattdessen betrachtete er sie noch eine Weile und vielleicht wusste er in diesem Moment, dass sie rein gar nichts von dem realisiert hatte, um das er sie soeben gebeten hatte.

Verdammt, Jean. Warum bist du immer so stur?

Aber dann ließ er die Hände sinken und nickte auf ihre Aufforderung hin. Ja, sie mussten zurück und nach Ororo sehen. Logan war zwar bei ihr, aber Jean musste Ro noch einmal untersuchen. Was immer dabei auch rauskommen würde. Er ließ sie aufstehen und erhob sich ebenso, wobei er noch einmal einen kurzen Blick in den Himmel warf. Alles war wie zuvor und doch lag irgendetwas in der Luft, das Scott nicht gefiel. Vielleicht waren es noch immer die Bilder, die er gesehen hatte.

Seine Finger glitten zwischen ihre und einen kurzen Augenblick lächelte er, ehe er sie mit sich zog.

"Komm..."

Jean Grey Offline

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26.07.2005 19:34
[07.08] Verborgener Hangarausgang Antworten
Der Weg zurück schien länger, als er wirklich war und sie drückte seine Hand leicht. Sie wollte ihm keine Sorgen machen und doch steckte in ihr ein Hunger, den sie in der Art nicht kannte. Der Hunger nach Vergeltung, auch Rache genannt.

Die kleine Eisentür schob sich hinter ihnen zu und sofort trat wieder die gewohnte Stille des Waldes in den Vordergrund.

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