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nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
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Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Es hatte lange gedauert, bis er endlich eingeschlafen war, aber Scotts Schlaf war nicht von Ruhe gesegnet. Eher im Gegenteil, denn seine Vision offenbarte sich in dieser einen Nacht mit aller Grausamkeit. Und in dieser Nacht hatte er seinen Comlink nicht unter Kontrolle…
Wieder einmal griff er sie fester und drehte sich mit ihr, wobei er sie unsanft gegen die nächste Glaswand drückte und der Rubinquarz in seiner Brille zu funkeln begann. Er hatte sie eingekesselt und diesmal flüsterte er nur, als er zwischen den Zähnen zurückgab „Ich sehe dich, Ro... ich sehe dich dort in deinen wütenden Augen, du kannst dich nicht verstecken. Also kämpfe...“ er spürte die elektrische Spannung wohl.
„Und wenn ich des Kämpfens müde geworden bin, Scott?“ Was dann? Und doch verriet das leichte Beben ihrer Nasenflügel und der Glanz in ihren Augen, dass sie es nicht war - nicht gänzlich. Vielleicht brauchte es nur neues Wasser auf alten Mühlen.
And I feel just like
I’m living someone else’s life
It’s like I just stepped outside
When everything was going right
Er schüttelte lediglich den Kopf und mit der freien Hand packte er ihr Kinn „Das bist du nicht...“ Ja, es tat weh, was er da machte, denn sein Griff war schon so fest wie ein Schraubstock und nur allein die Tatsache, dass er keinen Visor trug, bewahrte sie vor anderen Dingen....oder? Sein Gesicht wirkte auf einmal irgendwie anders.
Wenn Ororo einen Entschluss gefasst hatte, dann fasste sie ihn mit vollem Herzen. Und nun lag ihr Herz irgendwo in Schottland, zerschmettert auf einem Fußboden. Und das alles waren Dinge, die sie ihm nicht erzählen konnte... weil sie beide an selber Stelle standen. Nur, dass er seine Jean hatte - und noch mehr - und sie stand alleine da - und noch mehr... „Dann sieh genauer hin...“
Seine Wangenmuskeln zuckten, während er sie anstarrte. In Wahrheit durchbohrte er sie gerade mit seinem Blick, auch wenn ihr das vielleicht nicht ganz so auffiel. Mit einem leisen Fauchen ließ er die Hand sinken und stattdessen... neigte er sich vor und küsste sie…
…was Ororo erschrocken Luft holen ließ und für den Moment war sie froh um die stützende Trennwand in ihrem Rücken. Ihre Gedanken purzelten noch wilder als zuvor durcheinander und alles, was als Reaktion hätte gedeutet werden können, war, dass sie den Kopf in den Nacken legte und ihre Lippen unter seinem Kuss mit einem ungläubigen Laut öffnete.
And I know just why you could not
Come along with me
But this was not your dream
But you always believed in me…
Wärme. Das war es doch, was zwischen ihnen war. Dieser kleine, freche Kobold, der einem unter die Haut schlüpfte und... alles auf den Kopf stellte. Und verbotene Früchte schmeckten immer am Besten. War es nur das? ... oder war viel mehr an der Sache?
„Scott“, und so leise wie sie flüsterte, würde es sie selbst wundern, wenn es das Rauschen in ihren Ohren überhaupt übertönen konnte.
Er hielt inne, als sie seinen Namen flüsterte, doch schlug sein Atem noch immer auf ihrer Haut auf „Sag jetzt nichts...“, stieß er hervor.
Im nächsten Moment hatte sie die kalte Glaswand nicht mehr im Rücken, denn er hatte ihre Taille umfasst und sie mit einem Ruck näher gezogen. Der gebrannte Ton zerbrach, als er ein paar leere Blumentöpfe vom angrenzenden Tisch fegte und Ororo selbst kurz darauf dort lag.
„Sag einfach nichts...“, wiederholte er ein letztes Mal, während er sich über sie neigte und sie einen Augenblick direkt ansah, ehe er sie mit einer Heftigkeit küsste, die nur eine kannte.
Sein Schlaf war unruhig. Er warf sich auf die andere Seite und seine Augen waren unter den Lidern in stetiger Bewegung. Scott war in voller REM-Phase und doch hatte es nicht gänzlich etwas von einem gewöhnlichen Traum. Dazu war es zu real. Ihm stand der Schweiß auf der Stirn und gelegentlich ging ein kurzes Zucken durch seinen Körper.
So ruckartig, wie sie Luft holte, könnte man meinen, sie würde jeden Moment wieder zu weinen beginnen. Aber sie tat es nicht, stattdessen schloss sie einfach nur die Augen und wusste kaum wie ihr geschah, als sie meinte, im Schwindel umzufallen. Nichts sagen? Aber es gab so vieles, was ihr durch den Kopf ging „Scott...“, doch letzten Endes war sie es, die seinen Kragen umfasste, sich das winzige Stück zu ihm hoch zog und an seinen Lippen hing wie eine Ertrinkende.
Seine Hand glitt zwischen sie und er riss ihr den Gürtel auf, den er ihr von der Hüfte zog und nach hinten ...aus dem offenen Fenster warf. Er merkte es nicht, er hörte auch diesen schrecklich melancholischen Song in seiner Endlosschleife nicht mehr, als er ihr die Hose von den Hüftknochen riss. Selbst wenn dieser Akt kein unglaublich zärtlicher war, so schaffte sie es im Moment dennoch, so zart und zerbrechlich zu wirken, dass er Angst bekam, sie noch grober zu berühren.
Und wenn jetzt nicht mindestens das Dach auf sie stürzte... war es um Beherrschung längst geschehen. Die Hand in seinem Haar vergrabend biss Ro ihm ins Kinn, leckte ihm über die Lippen und strich mit einer Sanftheit seinen Rücken hinab, dass es sie eben tatsächlich zerbrechlich wirken ließ.
Er seufzte tief, ehe er ihre Lippen für einen neuen Kuss einfing und sich seine Zunge auffordernd um ihre schlängelte. Man merkte ihm nicht an, dass er so sein konnte, wie er gerade war und eigentlich kannte ihn auch nur Jean so. Jean…
Ein leises Keuchen kam ihm über die Lippen.
Er öffnete sich die Hose.
Seine Hand krallte sich ins Laken und...
…seine Fingerkuppen drückten sich einen Moment in Ros dunkle Haut, als er sich weiter zu ihr hinab neigte. Es war, als höre man nur den Atem des anderen, als spürte man die kleinste Bewegung, während die Welt ansonsten aufgehört hatte, sich zu drehen. Und auch er versank mit einem heftigen Stoß im Nirgendwo.
Sich aufbäumend, war der erste Laut, der über ihre Lippen kam, einfach nur von Verwunderung geprägt, ehe er sich in ein sanftes Gurren und schließlich sogar genüssliches Stöhnen wandelte. Spätestens nun war ohnehin eine Grenze überschritten, zu der sie nie wieder würden zurückkehren können. Und das Schlimmste war nicht diese Tatasche, sondern dass sie es genoss. Wie er roch, wie er küsste, wie sein Herz schlug.
War das gerade wirklich Ororo Munroe, die er da auf dem Tisch nahm? Die unter seinen Stößen stöhnte und sich ihm entgegen bäumte? Ja, sein Herz schlug gerade ziemlich rasend bei dieser Erkenntnis. Seine Finger glitten zwischen ihre und sein Griff war fest, während er versuchte, die Beherrschung nicht ganz zu verlieren.
Das offene Fenster hinter ihnen klapperte zunehmend lauter und hektischer, als würde parallel zu Ros Atem auch der Wind hektischer werden. Sich langsam Stück für Stück empor schiebend, rieb sie die Schenkel an seinen und schloss für einen einfach überwältigenden Moment lang die Augen…
Für einen Moment.
Im nächsten erwachte Scott, um Atem ringend. Und dies war das erste Mal seit Jahren, dass er seine Augen beinahe aufgerissen hätte. Er trug keine Schlafbrille, aber er griff mit zitternden Händen nach jener auf dem Nachttisch. Wo war er eigentlich?
Wie er aus dem Bett gekommen war, wusste er nicht, aber er stand bereits vor dem Badezimmerspiegel, umfasste mit beiden Händen das Waschbecken und starrte sich selbst entsetzt an.
„Mein Gott…“
Kaltes Wasser. Kaltes Wasser war gut. Er rieb es sich in den Nacken und auf die Stirn. Er brauchte frische Luft. Er musste raus hier… für eine Weile. Scott war gerade auf dem Flur angelangt, als er den Kopf langsam in der Düsternis der Nacht wandte. Da kam jemand direkt auf ihn zu. Und dieser jemand schien verdammt wütend.
Wer kannte ihn? Wer kannte ihn wirklich? Logan war nicht der Mann der seine Gedanken oft oder gern mit jemand teilte, was nicht hieß das die Gedanken nicht da waren. Er war ein Einzelgänger und würde immer einer bleiben. Doch der Weggang aus New York und die Umstände lagen ihm immer noch auf dem Herzen. Er war nicht der Mann der sich zähmen ließ, aber als er gemeinsam mit Ororo in Schottland das Institut eröffnet hatte, hatte er sich bändigen lassen.
Er könnte es nicht sagen ob das nun für immer war, oder ob er schon morgen genug hatte und weiter zog, aber jetzt gerade war er zufrieden mit dem was war.
Er hatte jetzt Familie.
…schweissnasse Haut an schweissnasser Haut…
…Saugt sie sich in dich, macht dich süchtig, von ihr allein. Als er außer Atem mit seinem Gewicht auf ihr zusammen bricht fährt er ihr beschwichtigend durch ihr Haar. Sein Herz rast so wild, wie das Hufgetrampels eines Hengstes..
Die Gedanken, Bilder und Gefühle waren auf ihn nieder geprasselt wie Faustschläge in den Magen. Logans Selbstheilung half ihm hier nicht. Das Whiskeyglas das er gerade eben noch in seiner Hand gehalten hatte fiel aus seiner Hand und zerbrach in viele Scherben.
Wut war kein Ausdruck.
Zorn war kein Ausdruck.
Mit einem metallischen Geräusch als würde man ein Schwert aus der Scheide ziehen, schossen die Krallen aus seinem Handrücken und zerschnitten ihm die Haut. Alles war in dem roten Schleier des blanken Hasses getaucht und er würde es nicht mehr wissen wie er eigentlich in den Flur gelangt war. Mit einem kehligen Knurren eilte er auf ihn zu, packte ihm am Hals und am Bund seiner Hose und warf ihn einfach gegen die Wand.
Er war bereit gewesen ihm eine Chance zu geben.
Er hatte Hand an seine Ororo gelegt.
Er hatte Hand an die Frau seines Sohnes gelegt.
Ihm entwich der Atem, als er auch schon gegen die Wand donnerte und ihm einen Moment richtig schwarz vor Augen wurde. Wenn Wolverine in Fahrt war - und ihm wurde erst jetzt bewusst, dass er über den Comlink mit ihm kommuniziert hatte, während er geschlafen hatte - dann gabs gebrochene Rippen. Er hob eine Hand, denn mit Logan wollte er sich nicht anlegen, auch wenn er nun ebenfalls nicht sonderlich leise war, als er zurück donnerte:
"Hör auf! Scheiße, Logan...hör auf! Das habe ich nicht getan."
Was immer Scott gesagt hatte, es erreichte Logan nicht. Seine Wut war wie Gift das ihm sein Blut verpestete und mit Selbstbeherrschung hatte es Logan doch ohnehin nie wirklich gehabt. Es waren so viele Gedanken die durch seinen Kopf sprudelten und doch konnte er nicht einen davon fassen und ihn zum Ausdruck bringen.
Logans Krallen zogen sich in seinen Handrücken zurück, dass das gleiche Geräusch verursachte als sie ausgetreten waren, seine Haut schmatzte nur ein Zeichen dafür das seine Wunden bereits verheilt waren.
Er beugte sich zu Scott um ihn an der Schulter zu fassen und ihn vor sich aufzustellen und gegen die Wand zu stämmen. Nicht gerade zimperlich gab er Scott einen Schlag auf die Lippe.
"Du verdammter Hurensohn." Erst jetzt war ihm wieder eingefallen wie man sprach. Erneut drückte er ihn gegen die Wand und starrte ihn an. Er wollte es jetzt hören, hören aus seinem Mund und dann würde er ihm die Zähne ausschlagen.
Sein Kopf ruckte zur Seite und letztlich spukte er Blut, ehe er Logan langsam wieder ansah. Seine Nasenflügel bebten und am liebsten hätte er den anderen auch mal mit vollem Beam durch die Wand und in die nächste Dimension gedonnert. Aber er ließ es, er stieß Logans Hand nur sehr unsanft fort und die Schlagader am Hals trat deutlich hervor, als er sich mit dem Handrücken über die Lippen strich.
"Wie soll ich jetzt noch reden, du Arsch?"
Er stand in leicht gebückter Haltung, aber diesmal beobachtete er Wolverine sehr genau aus dem Augenwinkel heraus. Und erst jetzt fielen ihm Xaviers Worte wieder ein. Er hatte das damals einfach übergangen, weil er damit rein gar nichts hatte anfangen können. Aber Xavier wusste es, er hatte es die ganze Zeit gewusst... und Scott gewarnt.
"Die Zukunft ist noch nicht geschrieben, Scott. Wir entscheiden, was wir tun und was nicht."
"Es ist eine Vision über eine mögliche Zukunft, Logan", meinte er endlich. Gut, schon allein diese Tatsache war nicht sonderlich erbaulich, aber er hatte (noch) nichts getan! Wieder sah er den anderen an.
"Verdammt, Logan. Glaubst du wirklich, ich würde sowas tun?!"
Einen kurzen Moment erwog er es wirklich Scott einfach ins Gesicht zu spuken. Einfach weil es weh tat. Ehrlich, es tat Logan wirklich weh. Ororo fehlte ihm so schrecklich, nicht das er wirklich redete aber sie war es halt die trotzdem immer wusste was in ihm vorging und überhaupt...hieß das er ließ die Finger von Jean nur damit er sich an Ororo ranschmeissen könnte?
Logan schluckte und verengte die Augen zu schmalen Schlitzen. Sein Atem rasselte, aber Scott hatte Recht: "Glaubst du wirklich, ich würde sowas tun?!" Nein, dafür liebte er Jean viel zu sehr.
Dennoch konnte Logan auch nicht einfach klein Beigeben, es war ein Ding der Unmöglichkeit. Fest bohrte er Scott seinen Finger in die Brust und brummte mit tiefer Reibeisenstimme. "Fasst du die Frau meines Sohnes an, werde ich dich töten Scott. Das ist mein voller Ernst." Und war nicht einfach so aus Wut daher gesagt, wie er es sonst so gut konnte, dafür war sein Tonfall viel zu ruhig gewesen.
Kopfschmerzen, Jean hatte selten solche Kopfschmerzen gehabt. Es war wie ein steter Tinitus in ihrem Ohr gewesen und jetzt hatte sie davon Kopfschmerzen. Er war aufgestanden und da hatte sie es noch nicht bemerkt, aber als er nach dem Geräusch des rauschenden Wassers nicht zurück kam, sondern hinaus stolperte, war sie hellwach gewesen und hatte sich im Bett herumgewälzt um die Tür sehen zu können. Nur ihre Kopfschmerzen, machten die Szene drauen, beinahe so unerkennbar für sie, als hätte sie Empfangsstöhrungen und doch erkannte sie die so vertrauten Muster nahezu sofort.
Wobei einer Scott war und es ging ihm schlecht.
Langsam setzte sie sich auf und sie hätte es besser nicht tun sollen, denn ihr Kopf schien zerspringen zu wollen. Leise ächzend griff sie sich an die Stirn und quälte sich aus dem Bett. Sie brauchte etwas gegen die Schmerzen und ein normales Aspirin würde es nicht tun. Es galt ihre Telepathie zu betäuben, die noch immer unter den Störsignalen der Nacht zu leiden hatte.
Der kalte Fußboden stach furchtbar unter ihren Füßen. Sie musste einfach ins Krankenzimmer hinunter. Nur noch den Schlüssel finden, wo? Da! Und auf damit...
Leise öffnete sie die Tür, nahm nur begrenzt Notiz von den beiden Männern neben der Tür und schleppte sich immernoch leise ächzend gen Treppe.
Also stimmte es doch; Kassander und Ororo. Er hätte gelacht, wenn die Situation nicht schon grotesk genug wäre und er nicht eine aufgeschlagene Lippe gehabt hätte. Das war doch ein schlechter Scherz, oder? Aber seine Vision konnte auch nur ein dummer Witz sein. Einen Moment überlegte er sogar, ob er nicht noch einmal nach New York fliegen und mit Ororo sprechen sollte. Einfach, um die Sache ganz zu bereinigen, denn wenn es wirklich eine mögliche Zukunft war, dann musste es irgend einen Auslöser dafür geben. Auf der anderen Seite könnte gerade der Flug nach New York dieser Auslöser sein. Aber sollte er sich jetzt sein Leben lang von Ororo fern halten? Sie waren sehr gute Freunde und das würde er nicht tun. Sie würden auch sehr gute Freunde bleiben... Ororo war seine beste Freundin und er würde sie in den nächsten Monaten bestimmt einmal in New York besuchen.
Und es würde NICHTS passieren.
"Ich habe es verstanden... Wolverine."
Jean stolperte an ihnen vorbei, so dass sich seine Aufmerksamkeit auf sie richtete und er ein "Und jetzt entschuldige mich..." murmelte, ehe er sich mit einem Ruck von Logan befreite und seiner Verlobten folgte... ja, seine Verlobte. Und er würde Jean heiraten. Er liebte sie.
Den Handlauf der Treppe schon in der Hand, hörte sie Scotts Stimme neben sich, wie durch einen Schleier oder einer Wand aus Pudding. Alles schien sich zu bewegen und wenn sie es nicht genau gewusst hätte, dann war ihre Telepathie kurz vor dem Absturz.
"Ich... hab nur Kopfweh... wollte nur etwas dagegen nehmen", meinte sie eher erratend, was er von ihr wollte. Dabei hatte sie für gewöhnlich die Kraft ihre Schmerzen auszublenden, extreme Kälte und auch Hitze konnte sie ignorieren und nun hatte sie Kopfschmerzen, als würden Adamantiumkrallen in ihm stecken.
"Bin... gleich zurück", fügte sie hinzu und nahm die Stufe in Angriff. Ihre nackten Füße schienen etwas unsicher und ihre Hände zitterten, aber sie wankte nicht ein einziges Mal und vielleicht funktioniert wenigstens ihre Telekinese noch.
Im Moment schien sie sowieso eher von ihren Kräften umgeben zu sein, als ein normaler Mensch mit Kopfweh zu sein.
Das waren wohl einfach zuviele Eindrücke auf einmal.
Logan hatte ihm ein paar Rippen gequetscht und er war sich auch nicht so richtig sicher, ob ein oder zwei davon nicht angebrochen waren, denn er tat sich etwas schwer damit, Atem zu holen. Aber dass Logan ihm ins Gesicht geschlagen hatte, würde er nicht so schnell vergessen. Ja, Wolverine war verdammt wütend gewesen, aber wie hatte er so gedankenlos sein und riskieren können, dass Scott seine Brille verlor und ein riesen Loch ins Institut schlug... oder noch schlimmer, jemanden damit verletzt hätte?
Wahrscheinlich standen sie jetzt wieder ganz am Anfang und es würde wieder seine Zeit brauchen, bis sie dem anderen noch einmal einige Sympathiepunkte einräumten. Er schüttelte leicht den Kopf, als er neben Jean trat und nach ihrem Handgelenk fasste, um sie zu stützen. Allerdings hielt er inne und musterte ihr Profil. Hatte sie seinen Traum gelesen?
Die permanente Sendung über seinen Comlink hatte Jeans Telepathie gestört...das war der Grund ihrer Verwirrtheit, oder nicht? Lass sie das bitte nicht gesehen haben... Wen immer er auch damit ansprach. Er musste lernen, seinen Comlink unter Kontrolle zu bekommen.
Über das Phänomen Vision an sich hatte sich Scott bis zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt keine Gedanken gemacht.
Ihre Kräfte waren ihre Augen und Ohren in diesem Moment und so hörte sie seine Gedanken so klar, als würde er sprechen. Dabei hörte und sah sie nicht wirklich viel über ihre menschlichen Sinne. "Du hattest einen Albtraum, nicht?"
Sie ließ sich von ihm die Stufen herunter begleiten und sie gingen in die Richtung des Krankenzimmers. Jean sah so deutlich vor sich, was sie tun wollte, dass die Tür von allein aufschwang, das Licht angeknipst wurde und das leise, schleifende Geräusch dafür stand, dass der Medizinschrank sich bereits öffnete.
Das Jean den ganzen Tag dieses dumpfe Gefühl im Kopf haben würde, konnte man jetzt noch nicht wissen. Aber sie fühlte sich, als hätte sie bei einem Heavy Metal Konzert direkt vor der Box gestanden und war nun für einige Zeit taub.
Hatte er sich mit Logan geschlagen? Sie spürte, dass er Schmerzen hatte...
"Hm... ja, schlecht geträumt", antwortete er ihr und dirigierte sie zum nächsten Tisch, damit sie sich einmal hinsetzte. Er wollte ihr gerade bringen, was sie aus dem Medizinschrank wollte, aber da schwebte das Fläschchen schon auf sie zu und er setzte sich ihr gegenüber. Er griff nach ihren Händen und betrachtete sie einen Moment, ehe er leise meinte:
"Es tut mir leid." Denn er war sich durchaus bewusst, dass ihr Befinden auf seine Schwierigkeiten mit dem Comlink zurück zu führen waren. Seine Hände waren recht warm, oder lag es daran, dass Jeans Hände irgendwie kalt waren? Er rieb sie leicht zwischen seinen und wusste nicht, was er sagen sollte. Letztlich ließ er sie einfach los, damit sie etwas gegen ihre Kopfschmerzen unternehmen konnte.
Er musste es ihr erzählen, oder? Er musste was sagen, bevor Logan das tat, wenn er wieder wegen irgendwas stinkig war und einfach jemanden anbrüllen wollte. Scott atmete tief durch.
"Weißt du...", fing er an. "Xavier meinte einmal, dass die Zukunft noch nirgends geschrieben steht und wir selbst entscheiden können, wie sie aussehen soll."
Das war irgendwie ein richtig mißlungener Anfang, aber er wusste einfach nicht, wie er ihr erzählen sollte, was er gesehen hatte. Er wusste ja nicht einmal selbst, warum er das gesehen hatte...oder warum er überhaupt gesehen hatte. Scott zog die Brauen nachdenklich zusammen.
"Ich schätze, ich habe Unsinn geträumt."
Genau das war es; schlichtweg kompletter Unsinn. An der Sache war rein gar nichts dran und warum sollte er sie damit belasten? Er würde das einfach alles vergessen.
Die Tablettendose aufschraubend und zwei, nein drei Tabletten auf ihre Handfläche fallen lassend, sah sie kurz zu Scott herüber und musterte ihn, bevor sie die weißen Dinger in den Mund warf und zerkaute. Sie kaute... lange und bedächtig.
"Du meinst also, dein Traum war eine Vision?"
So richtig viel verstanden hatte sie nicht, schließlich war er auch dezent darum herumgeschippert, was er nun eigentlich geträumt hatte. "Logan... was hat er damit zu tun?" Langsam dämmerte ihr, dass er irgendwie mit Logan geredet hatte und sie erinnerte sich dunkel an das Gefühl, wenn andere ihre internen Com Links verwendeten. Selbstdiagnose war schwer, wenn man einen Kopf wie eine überreife Melone hatte.
"Er hat es gesehen, oder?" Scott schien mit senem neuen, kleinen Freund Probleme zu haben. "Du bist froh, dass nur er es gesehen hat, nicht?"
Hallo? Konnte sie mal aufhören, seine Gedanken so permanent zu lesen und ihm dann auch noch 1000 Fragen zu stellen?! Scott lehnte sich zurück und fuhr sich kurz über die geschwollene Unterlippe, wobei er getrocknetes Blut an den Fingern kleben hatte. Er ließ die Hand einfach wieder sinken und sah sich im Raum um, als hätte er sie gerade schlichtweg überhört. Dabei wusste er, dass es genau einer der Gründe gewesen war, warum Jean letzten Endes nach Schottland geflogen...oder sogar geflohen war. Schließlich verschränkte er die Arme und antwortete:
"Ja, ich denke, mein Traum war eine Vision, die ich wohl versehentlich Logan geschickt habe. Er war darüber nicht ganz so erbaut. Und um dir deine letzte Frage zu beantworten: Es war eine so abwegige Vision, dass es einfach nur peinlich ist, dass es überhaupt jemand gesehen hat."
Er hasste dieses Frage- und Antwortspiel. Und eigentlich wusste er gerade auch nicht, warum er überhaupt so ungehalten wurde - wahrscheinlich war er nur über sich selbst wütend.
Das er jetzt sauer wegen irgendetwas wurde bekam sie mit, aber so recht darüber nachdenken konnte sie nicht. Jean rutschte von ihrem Sitzplatz, die Tablettendose in der Hand, sie würde wohl ihr heutiger Begleiter sein und überbrückte die wenige Distanz zwischen ihnen um ihm einen Kuss auf die Stirn zu geben. "Soll ich dir Eis geben?"
Ihre Hand strich über seine Brust und ihre Telekinese sondierte ohne wirkliche Kontrolle von Jean seinen Körper. Eine Rippe war vielleicht mehr lädiert als die andere, aber ob sie angebrochen war, konnte man nicht wirklich sagen. Vielleicht angeknackst? Das würde bedeuten, er müsste eine Bandage wie ein Korsett tragen.
"Es ist noch früh... wir sollten wieder zu Bett gehen."