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Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
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Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Es war kurz nach Acht, jedenfalls, wenn man dem Geläut der Glocken Glauben schenkte. Ashley fröstelte. Es war kühl. Sie hatte die Nacht in diesem kleinen Park verbracht, nachdem sie sich durch den strömendem Regen in der gestrigen Nacht nicht mehr in der Luft hatte halten können. Sie war völlig erschöpft gewesen und hatte sich unter den tiefhängenden Zweigen eines Baumes ein kleines Nachtlager eingerichtet - sehr karg zwar, aber wenigstens war es hier trocken. Nun hatte sie Hunger. Seit fast zwei Tagen hatte sie nichts mehr gegessen, sah man von dem bisschen Obst ab, dass sie in einem Garten hatte mitgehen lassen.
Mit knurrendem Magen kroch sie aus ihrem Nachtlager hervor. Sie sehnte sich nach einer warmen Dusche und einem weichen Bett. Bisher hatte sie sich meistens in fließenden Gewässern gewaschen oder hatte sich für eine Nacht ein Zimmer irgendwo gemietet, wenn es nicht zu teuer war. Aber für mehr reichte ihr Geld nicht.
Ashley seufzte. Bis jetzt hatte ihre Suche nichts gebracht. Einmal hatte sie geglaubt jemanden kennen gelernt zu haben, der auch über Fähigkeiten verfügte, wie sie. Aber sie hatte ihn aus den Augen verloren. Sie war drauf und dran ihre Suche aufzugeben und sich einfach irgendwo niederzulassen, um von vorn zu beginnen. Vielleicht konnte sie irgendwo einen kleinen Job finden. Sie wusste selbst, wie utopisch dieser Gedanke war. Sie hatte keine abgeschlossene Schulausbildung und war nicht volljährig.
Vorsichtig sah sie sich um. Nicht weit von ihr entfernt war eine altere Dame mit ihrem Hund unterwegs. Sie konnte sich also nicht verwandeln, ohne dass die Frau etwas merkte. Sollte sie warten? Je länger sie blieb, desto später würde es werden und dann würden sicherlich noch mehr Leute diesen Park besuchen. Ihr blieb wohl nichts anderes übrig, als einen anderen Weg aus der Stadt heraus zu wählen...
Die Straßen waren recht leer, doch wohin sollte sie gehen? Sie kannte sich hier überhaupt nicht aus und konnte sich auch nicht mehr erinnern, in welche Richtung die Wälder lagen, die sie gestern Abend gesehen hatte. Sollte sie vielleicht doch das Risiko eingehen und einfach in einer kleinen Gasse ihre Gestalt wechseln? Auf der anderen Seite war sie sich nicht sicher, ob es überhaupt funktionieren würde. So lange war sie noch nie in der Gestalt des Falken unterwegs gewesen und sie war immer noch müde. Ashley biss sich auf die Lippen. Sie hatte keine Wahl, sie musste es versuchen.
Sie lenkte ihre Schritte zu einer kleinen Seitengasse. Sie lag leicht ihm Schatten und es schien sich niemand dort aufzuhalten. Ashley ging ein paar Schritte hinein, bis sie meinte, dass man sie nicht mehr von der Hauptstrasse aus sehen konnte, dann wechselte sie ihre Gestalt. Es dauerte länger, als gewöhnlich, fast drei Minuten und einen kurzen Moment war Ashley sich nicht sicher, ob sie es schaffen würde.
Als sie in den Morgenhimmel aufstieg, spürte sie, wie schwer ihr die Flügelschläge fielen.
Sie würde sich eine lange Ruhepause gönnen müssen, wenn sie die Stadtgrenze erreicht hatte.
Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis sie das Ende der Stadt erreichte. Auf einem Schild konnte sie den Namen der Stadt lesen: „Inverness“. Es schien ihr ein seltsamer Name für eine Stadt, aber auf der anderen Seite war dies auch ein anderes Land.
Sie flog über die letzten Häuser, über Felder und dann einen Wald. Sie verringerte ihre Flughöhe etwas. Hier konnte sie eine längere Rast einlegen. Sie registrierte aus dem Augenwinkel, wie ein Schwarm von Gänsen in den Himmel aufstieg und auf sie zuflog. Sie waren bereits viel zu nahe, als dass sie noch groß ausweichen konnte. Also flog sie tiefer, um unter ihnen hindurch zu fliegen. Sie wusste aus Erfahrung, dass Wildgänse sehr scharfe Schnäbel hatten und war nicht darauf erpicht noch einmal mit ihnen Bekanntschaft zu machen.
Ein peitschender Knall zog ihre Aufmerksamkeit auf sich. Sie sah auf dem Boden drei Männer, die mit Gewehren in ihre Richtung zielten. Wieder ein Knall. Knapp zwei Meter von ihr entfernt fiel der Körper einer Gans leblos in Richtung Boden. Ashley spürte Panik in sich aufsteigen. Sie musste weg von den Gänsen. Erneut ein Schuss. Ashley spürte einen brennenden Schmerz an ihrem rechten Flügel. Sie bemerkte, wie sie ins Straucheln kam. Der angeschossene Flügel ließ sich fast nicht mehr bewegen. Die Baumkronen des Waldes kamen immer näher, doch sie kämpfte sich noch einmal höher, aus Angst nicht weit genug von den Jägern weggekommen zu sein. Lange hielt sie es nicht aus und gab schließlich auf. Der Schmerz war einfach unerträglich. Sie sah den Boden auf sich zurasen und zum ersten Mal verspürte sie nicht das befreiende Gefühl des Fliegens.
Mit letzter Kraft schaffte sie es über eine Mauer. Sie schien sich nun über einem Garten zu befinden, auch wenn Ashley sich dessen nicht wirklich sicher war. Das letzte, was sie mitbekam, war der Strauch Rosen am Rande eines Gartenweges, der plötzlich, wie aus dem Nichts vor ihr aufzutauchen schien. Sie konnte nicht mehr ausweichen und flog direkt hinein. Der Aufprall war weniger hart, als sie befürchtet hatte, dennoch verlor sie das Bewusstsein. Sie wusste nicht, wie lange sie dort gelegen hatte, als sie wieder erwachte. Sie hatte Kopfschmerzen und ihr war übel. Ihr rechter Arm blutete, dort wo die Kugeln sie gestreift hatte. Ihr helles Shirt war an dieser Stelle blutdurchtränkt. Nur langsam gelang es ihr aufzustehen, so schwindelig war ihr. Sie taumelte und fiel wieder auf die Knie. Vielleicht sollte sie sich doch einfach wieder hinsetzen.
Suki war am Morgen recht früh aufgestanden, noch weit vor dem Unterrichtsbeginn. Um genau zu sein, hatte sie das Haus heimlich und leise verlassen, um sich in Richtung Loch davonzustehlen. Nein, nicht um Dave erneut zu treffen, sondern um eine Runde schwimmen zu gehen, damit gleichzeitig wieder in Form zu kommen und dazu noch einen klaren Kopf zu kriegen. All das Neue hatte sie verwirrt und so manchesmal hatte sie nicht gerade einen kühlen Kopf bewahrt. Dabei muss sie an den Streit mit Brooke und an den mit Noah denken und vorallem auch an die Diskussion mit Dr. Grey. Ihr schien es, als habe sie sich schon viele Feinde geschaffen. Suki hatte einen schwarzen Rock und ein gleichfarbiges Top angezogen. Unter dem Arm trug sie ein Handtuch in das offensichtlich Kleidung zum wechseln gewickelt war. Die Haare trug sie zum Pferdeschwanz. Draussen angekommen atmete sie die kühle morgentliche Luft ein und versuchte dann so leise, wie nur möglich in Richtung Loch zu verschwinden. Gerade war sie auf der Mitte des Weges angekommen, als sie ein lautes Rascheln hörte und sich panisch umblickte. War sie entdeckt worden? War irgendwo ein Lehrer zu sehen? Nein, es war alles....ruhig. Hatte sie es sich nur eingebildet? Sie ging ein Stück weiter und plötzlich bemerkte sie ein Mädchen. Das aus dem Gebüsch gekrochen kam? Suki war sich sehr sicher dieses Mädchen noch nie gesehen zu haben und auch das Blut bemerkte Suki noch nicht. In einem flüsternden Ton zischelte Suki zu dem Mädchen: "Hey du da. Was machst du da?" Bloß nicht zu laut sein...
Ashley zuckte beim Klang der Stimme zusammen und hob ruckartig den Kopf. Sie unterdrückte ein Stöhnen, als die heftige Bewegung die Übelkeit stärker werden ließ und verzog das Gesicht.
"Ich....was ich hier mache?, presste sie zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Was sollte sie nun antworten? Der brennende Schmerz an ihrem Arm war zwar zu einem sehr unangenehmen Pochen herabgesunken, aber in ihrem Kopf drehte sich alles, so dass sie nicht wirklich dazu imstande war einen klaren Gedanken zu fassen.
"...bin abgestürzt", murmelte sie kaum verständlich. Du bist abgestürzt...bist du völlig verrückt geworden? Was soll das Mädchen denn von dir denken?
"Ich...meine...ich bin gestolpert...", verbesserte sie sich rasch und versuchte einen Blick auf die Reaktion ihres Gegenübers zu erhaschen.
Sie atmete tief ein und versuchte ihre Gedanken zu ordnen.Vor ihrem Auge tanzten leuchtende Punkte.
"Es tut mir...leid...dass ich Ihren Rosenstrauch beschädigt habe", sagte sie nach einer kurzen Pause und deutete auf den völlig intakten Strauch.
Fast erschien ein Ausdruck von Bestürzung auf ihrem Gesicht, doch es konnte auch Schmerz oder etwas anderes sein.
Suki hob eine Braue. Abgestürzt. Ja, einen Moment lang hob Suki sogar ihren Kopf und schien in die Luft zu gucken, um zu sehen wovon, als sie jedoch nichts ausmachen konnte, sank ihr Blick wieder auf Ashley und musterte sie kritisch. Dann fiel Suki schlagartig das Blut auf. "Du bist verwundet!" Nun war ihr die Lautstärke ihrer Stimme egal und sie hastete ein, zwei Schritte auf Ashley zu. "Wie ist denn das-....Ach, auch egal...Ähm...hör mal. Zeig mir einfach mal die Wunde und mach die Augen zu in Ordnung. Ich...äh...schaue sie mir einmal an. Keine Sorge ich tue dir nicht weh. Ich kenne mich mit....Wunden aus..." Suki stammelte etwas. Wie sollte sie denn dem Mädchen erklären, das sie Wunden heilen konnte. Obwohl....Sie war sich sicher, höchstens die Blutung stoppen zu können, aber dann könnte sie das Mädchen auf die Krankenstation bringen.
Ashley zuckte abermals zurück, als Suki auf sie zu kam und sah sie fast erschrocken an.
"Das...es.. ist nicht so ...schlimm", sagte sie leise und versuchte aufzustehen, wie um ihr zu beweisen, dass es stimmte, was sie sagte. Der Versuch scheiterte jedoch kläglich und sie fiel wieder zurück. Ich hab keine andere Wahl...
"Okay...vielleicht...brauche ich doch etwas Hilfe."
Ashley drehte den Kopf zur Seite und hob den Arm an, soweit es der Schmerz zuließ.
Sie warf Suki noch einen Blick zu, der Unsicherheit und etwas Misstrauen verriet, dann schloss sie ihre Augen und biss die Zähne zusammen.
Zoey, die Lehrerin für EDV und Datenverarbeitung war eine Frau Anfang 20, die um so eine Uhrzeit von ihren "Verpflichtungen" aus dem Wald zurück kam.
Zoey, war eine Frau die man einfach auf Anhieb gern hatte, sicher sie war ein bisschen tollpatschig, doch das tat ihrem Herz aus Gold keinen Abbruch. Gekleidet war sie in einem Rock, der das Krauchen durch das Unterholz nicht wirklich heil überstanden hatte, so das Grasflecke und Blätter auf ihm sassen, ihre Strumpfhose hatte mehr als nur eine Laufmasche und ihre Bluse hing mit einer Seite in dem Rock und mit der anderen darüber. Ihre blonden Haare sind zwar zu einem Zopf gebunden doch haben sie mehr Ähnlichkeit mit einem Vogelnest bei den Blättern und kleinen Ästen die in ihnen kleben. Aber das wohl erwähnenswerteste an ihr waren die großen bernsteinfarbigen Falkenaugen.
"Guten Morgen Kinder." Dabei ging ihr noch nicht sofort auf was die Szenerie ihr hier bot. Dazu trug sie etwas in ihrer Hand, dass verdächtig piepte und fiepte. Ein kleines Küken, dass in ihrer Hand wehrig flatterte.
Erst dann sah Zoey bewusst in Ashleys und Sukis Richtung und ihre Augen wurden noch ein bisschen größer als sie verstand. "Du blutest ja, du bist ja verletzt." Das Mädchen dürfte sich schon jetzt all ihr Mitgefühl sicher sein. Eilig verstaute sie das kleine Küken unter ihre Bluse so dass es nah an ihrem Herzen lag und eilte zu Ashley um ihr besorgt die Haare aus der Strin zu streichen. "Nicht bewegen, ja? Wir müssen zu Jean." Oder Jean hier her, aber wie und warum? Zoey war ein bisschen aufgeregt und eigentlich noch mehr überfordert.
Ashley hatte die Augen wieder geöffnet, als ihre Ohren Schritte vernahmen. Irritiert starrte sie an Suki vorbei auf die Frau, die dort aus dem Wald kam.
Sie vergaß sogar für einen Moment die Schmerzen, war sich jedoch nicht sicher, ob diese seltsame Erscheinung nicht vielleicht nur ein Trugbild ihrer Phantasie war, schließlich drehte sich in ihrem Kopf immer noch alles.
Spätestens jedoch, als die Frau vor ihr zum Stehen kam und ihr die Haare aus dem Gesicht strich, erwachte sie wieder aus ihrer Lethargie und wich vor der Berührung zurück.
Das ein Mädchen sich um sie kümmern wollte, war für sie gerade noch so zu verkraften, aber gleich zwei, die ihr auf die Pelle rückten, war einfach zu viel. Sie hatte noch nie soviel gutgemeinte Aufmerksamkeit zu spüren bekommen und fühlte sich sehr unwohl.
"Kannst du aufstehen?" Zoey, die ja nun nicht blöd war nur schrecklich verpeilt manchmal. Stellte sich auf und fasste sich an ihr Herz um das kleine, aufgeregt fiepende Küken zu beruhigen. Dabei hatte Zoey gerade an Ashley geschnuppert, richtig geschnuppert und ihr war gleich so einiges klar geworden. Sie lächelte das Mädchen vorsichtig an und streckte die Hand auf um ihr aufzuhelfen.
Eine Lehrerin. Na toll. Uh. Suki hatte ja sogar schon bei ihr Unterricht gehabt. Allerdings waren das nicht gerade die Fächer bei denen sie viel zuhörte. Verdammt wie sollte sie nun dem Mädchen helfen? "Miss..." Wie hieß die überhaupt? Egal. "Wie wäre es, wenn sie reingehen und Dr. Grey holen und ich hier bei dem Mädchen bleibe und aufpasse, das nichts passiert? Wir sollten sie am besten nicht zuviel bewegen." Außerdem kann ich ihr dann ein wenig helfen...
"Ich helfe dir." Und genau mit den Worten hatte sie das Mädchen auf die Beine gezogen nur um sie auf den Arm zu heben. Sie blutete noch immer und viel Zeit hatten sie ohnehin nicht. Sie mussten handeln und vor allem die Blutung stoppen und ganz bestimmt müssten sie zu Jean, weil Jean in solchen Fällen immer wußte was zutun war.
Ein bisschen schwer war die Kleine und Zoey die zwar hier und da einiges auf den Rippen hatte, tat sich nicht sonderlich leicht mit ihr auf dem Arm, dennoch hatte sie Kraft wie ein hungriger Wolf.
"Rennst du schon mal vor und sagst Bescheid?" Fragte sie Suki ächzend und setzte sich dann mit dem Mädchen in Bewegung
"Ich bin neu hier. Ich weiß noch nicht, wo Dr. Greys Zimmer ist oder wo ich sie sonst finden kann." log sie eiskalt die Lehrerin an. Aber es war für einen guten Zweck oder? "Ich passe schon auf sie auf." Etwas nervös fummelte sie an ihren Fingern herum und warf einen Blick zu Ashley.
Wenn Zoey eins nicht haben konnte dann waren das so dreiste Lügen, weiter war sie die Lehrerin und würde sich schon etwas dabei denken wenn sie dem Mädchen sowas auftrug. Ihr freundlicher Gesichtsausdruck änderte sich und machte der Ruhelosigkeit eines wilden Tieres in ihren Augen platz.
Woran Zoey erkannte das sie log? Menschen rochen dann anders. Der Körper sonderte Schweiss ab, für einen Menschen kaum wahrzunehmen für eine Frau wie Zoey, doch. Außerdem ließ sich Zoey nicht gern an der Nase herum führen.
Sie sprach Suki nicht mehr an und ging voraus ins Institut. Keine Disskusion.
"Du schuldest mir was...." Sie blickte Ashley an und lächelte. "Ok, Augen zu und wegschauen in Ordnung? Und beeil dich. Ich kann dir helfen, aber nur wenn wir schneller als die Lehrerin sind. Stell am besten keine Fragen. Es wird vielleicht etwas weh tun und warm werden. Bereit?" Vorsichtig näherten sich Sukis Hände der Wunde und stoppten genau über ihr. Unsicher blickte sie Ashley an und wartete auf die Bestätigung, das sie fortfahren kann. Immer wieder warf sie einen hektischen Blick zum Institut.
Als mehr oder weniger Verantwortliche würde Zoey die verletzte Kleine niemals einfach hier im Garten liegen lassen, folglich würde Suki auch nicht dazu kommen sie zu verarzten.
Zoey hatte die Kleine auf dem Arm und hielt mit großen Schritten auf das Institut zu um so rasch wie ihr möglich war, sie auf die Krankenstadtion zu Jean zu bringen.